Eine moderne Kampfkunst muss heute verschiedenen Ansprüchen genügen. Wir werden beruflich oder in der Schule gefordert. Wir können es uns nicht leisten, durch unser Hobby, unseren Job oder unsere Ausbildung zu gefährden.

 

Eine der Lernmethoden im Wing Tshun ist das Kämpfen im sogenannten „kontrollierten Zweikampf“  (Lat Sao). Dabei können alle Techniken ausprobiert und miteinander kombiniert werden. Abhängig von der Graduierung der Schüler werden verschiedene Lat Sao Programme geübt. Kernpunkt dieser Programme sind die verschiedenen Distanzen, wobei die Rolle des Angreifers, des Verteidigers, rechts und links ständig wechseln. Ebenso wichtig sind dabei Schrittarbeit und der richtige Stand. Faustschutz, Schienbeinschoner und Tiefschutz müssen hier getragen werden.  Fast schon nebenbei erfährt man dabei etwas über die Wing Tshun Kraft,- und Kampfprinzipien, die sich hier unmittelbar beim Partnertraining nachvollziehen lassen. 

Es gilt mit den Techniken sich selbst zu konditionieren, zu justieren. Ausdruck dessen, ist eine steigende Selbstverteidigungsfähigkeit, verbunden mit einer wachsenden Wahrnehmungsfähigkeit.

Diese Wahrnehmungsfähigkeit schützt mich und meinen Partner vor Verletzungen. Meist haben die Menschen diesbezüglich ein falsches Bild von Kampfkunst, Kampfsport. Die größte Kunst ist, möglichst realitätsnah zu kämpfen und trotzdem unverletzt zu bleiben.

Viele Sportler gehen an ihre Leistungsgrenzen. Sportunfälle aber auch unverhältnismäßig hoher Verschleiß (z.B. an den Gelenken) sind nicht selten die Folge. Dabei sollte Sport der Gesunderhaltung dienen. Spätere gesundheitliche Einschränkungen, sollten nicht der Preis für zeitlich begrenzte Höchstleistungen sein. Mit Wing Tshun wird man vielseitig gefordert. Diese vielseitige Beanspruchung braucht der Körper. Die Fähigkeit sich verteidigen zu können, ist nach einiger Zeit nicht  einziger Beweggrund sein Wing Tshun Training fortzusetzen. Es macht einfach Spaß auszuloten, was kann ich, wie weit kann ich mich entwickeln, was für ein Potential habe ich?