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Bachelor of Science in Psychologie von der William Carey University in Hattiesburg, MS, USA

Mitte Februar 2013 habe ich meine letzte Klausur geschrieben im Fach “History and System of Psychology” und am 18.Mai 2013 war es dann soweit: Graduation- Day.
Der Tag auf den ich seit August 2009 gewartet habe… Um 9.30Uhr wurde mir mein Diploma übergeben und ich bin nun offiziell fertig mit meinem Bachelor in Psychologie.
Wie verlief der Tag/ das Wochenende für mich? Am Freitag Nachmittag ist meine Gastmutter aus Virginia Beach, Virginia angereist. Ich habe bei ihr und ihrer Familie im Sommer 2007 einen Austausch mitgemacht über den Lions Club Werne. Seit dem Sommer wurde ich in eine zweite, eine amerikanische Familie aufgenommen und ins Herz geschlossen. Oft bin ich zurück gereist nach Virginia, mein Gastvater hat mich und meine Familie in Werne besucht und wir standen uns mal mehr- mal weniger rege im Telefon- und SMS-Kontakt. Am Freitag, Tag vor meiner Graduation, kam also meine amerikanische Mama. Drei Wochen eher war aber auch schon meine deutsche Mama angereist aus Werne. Wir haben eine super tolle Zeit miteinander verbringen können und Mama konnte einen besseren Eindruck bekommen, wo ich innerhalb der letzten 3 Jahre gelebt habe. Aber nicht nur meine zwei Mütter waren anwesend an meinem besonderen Tag- auch die komplette Familie meiner Freundin war aus Jackson (Hauptstadt von Mississippi, circa 2 Stunden Autofahrzeit entfernt) am Samstag vormittag angereist.
Am entsprechenden Tag hieβ es für mich um 6.30Uhr aufstehen und fertig machen. Um 8.00Uhr musste ich auf dem Campus sein für eine Ehrung des “Literature Departments” für meinen Minor in Spanisch. Dannach ging es zum Hintereingang der groβen Aula. Dort mussten sich alle “Graduates” aufstellen, sortiert nach Fakultät und Alphabet. Ich stand natürlich mit “Z” ganz hinten in der Schlange der frischen Psychologen. Nach 45min Wartezeit ging es los. Wir “machierten” alle, gut sortiert, durch die Aularänge bis hinauf auf die Bühne, wo wir dann Platz nehmen durften nach der Nationalhymne und einem Gebet. Dann kamen die Reden- zum Glück fassten sich die Redner kurz und dann bekamen wir alle einzeln unsere “Diplomas” von Dr. King- Präsidenten der William Carey University- überreicht. Nachdem alle wieder Platz genommen hatten, mussten wir unseren Eid leisten und durften dann unsere “Tassel” von der rechten auf die linke Seite ziehen (siehe Bild). Daraufhin wurden wir feierlich einer nach dem anderen entlassen und wir durften unseren Weg nach drauβen bahnen. Drauβen nach der Zeremonie wurde gratuliert, kleine Karten und Geschenke ausgetauscht, und Fotos gemacht. Wir hielten uns dabei nicht allzu lange auf, wollten wir doch nach Hause zum leckeren Essen. Wir hatten uns dazu entschlossen daheim “Buffet-mäβig” und nicht im Restaurant zu essen, um das Familiäre zu wahren und der groβen Masse aus dem Wege zu gehen.
Ich habe zu meinem Abschluss auch ein paar Geschenke bekommen: Viele Glückwünsche und Karten, eine tolle Torte, Wohnungsdekoration, eine Jacke und einen Gutschein für einen Heiβluftballonflug. 
Insgesamt war mein Tag, wie beschrieben, bezaubernd und ich werde ihn für immer in bester Erinnerung behalten. –
Somit ging also mein 4-jähriges USA-Abenteuer zu Ende… Ich möchte mich bei all denen bedanken, die stets mit mir mitgefiebert haben, die monatelang auf einen neuen Blog von mir warten mussten (sorry, real-life comes before computer-type-time), die mich immer motiviert und unterstützt und nie aus den Augen verliert haben. Natürlich möchte ich mich auch bei all meinen Freunden, Bekannten, Lehrern und Professoren in Deutschland UND den USA bedanken, die stets bei mir waren und mich nicht vergessen haben. Danke an all meine lieben Gastfamilien in den USA und in Peru- ohne euch wären so manch meiner Reisen nicht zu Stande gekommen und ich wäre weniger reich Heim geflogen. Meinen gröβten Dank muss ich natürlich an meine Familie richten, denn ohne sie wäre ich nirgendwo. Ich habe die tollste Familie meiner Welt und werde nie vergessen in welch verschiedenen Situationen ihr mir beigestanden habt. Immer hat ein JEDER von euch die passenden Worte gefunden um mich loszuschicken, festzuhalten, aufzumuntern, zurechtzuweisen, zu motivieren, zum Lachen und zum Weinen zu bringen, wohl und nie alleine zu fühlen. Einen herzlichen Dank möchte ich natürlich auch an den Westfälischen Anzeiger richten, es hat Spaβ gemacht für euch zu bloggen und ich habe sehr viele positive Meldungen von Wernern erhalten, die sich freuten über den WA von mir zu hören.

Aber ihr wundert euch, wieso ihr mich noch nicht wieder in Werne gesehen habt…- Nach meinem letzten Psychologiekurs habe ich mich entschlossen noch ein paar praktische Erfahrungen zu sammeln an der “Ellisville State School- Department of Mental Health in Mississippi” in Ellisville, MS. Dort verbringe ich seit Februar 2013 meine Tage und werde noch bis zum 31. August dort bleiben. Dannach wird es für mich zurück in die Heimat gehen mit dem Ziel einen Master in Psychologie zu erlangen. Ab September diesen Jahres werdet ihr mich also wieder in Werne und Umgebung antreffen.

Ich freue mich schon darauf alle bald wieder zu sehen!

See you soon!
Yaila Zotzmann

Ich möchte diesen Blog mit einem kleinen Rückblick beginnen, um auch die Anfänge meines Lebens am Balkan angemessen darzustellen….

…..der erste Teil soll einwenig die von der Ankunft erzählen….

 


3.September 2008,gefühlte 12.00 Uhr bulgarischer Zeit,

Kalafat(Rumänien) :

Kilometerstand ~2100Km von Lohne

5 Tage sind wir nun schon mit dem alten vollgepackten Peugeot und der Zeltplane unterwegs, gerade eben haben uns eine handvoll halbstarker Roma um unser Kleingeld erleichtert,und die Warnleuchte für das Stromversorgen im Auto hat gestern Abend auch schon Alarm erschlagen.Egal. Wir,also Yana und ich, befahren gerade die Donau-Fähre, die uns nach Bulgarien übersetzt. In 100,vielleicht auch 200 Metern Entfernung kann ich einige Häuser,Uferböschung und einen Fähranleger sehen: Bulgarien.Endlich. Die in mir aufkeimenden Gefühle von Freude, Neugier und auch ein bisschen Angst werden begleitet von den schmutzigen Witzen eines norwegischen Motoradtouristen, der nichtmal wusste, wohin die Fähre fährt.

Noch 400km durch die neue Heimat und wir haben´s geschafft. Allerdings vorerst nach Ruse,Yanas Heimatstadt(liegt 100km nördlich von Veliko Tarnovo).Werden uns dort von meinen künftigen Schwiegereltern mal ordentlich durchfüttern lassen und ich werde sie kennenlernen…bitte in dieser Reihenfolge…

 …Zumindest war das der Plan…

CIMG2068

Blick auf Bulgarien von der Autofähre

3.September 2008, gefühlte 19.00 Uhr bulgarischer Zeit,

Kurz hinter Pleven(Bulgarien) :

In Anbetracht des kompletten Hausstandes im Kofferaum (und Rücksitz und Amaturenbrett und Handschuhfach und und und…), der nahenden Dämmerung und der Warnung des Autos am Vorabend entschliessen wir uns entgegen des ursprünglichen Plans nun doch die gerade von einem Verkehrsschild angekündigte Nebenstrasse direkt nach Tarnovo zu nehmen. Fremdes Land, nahende Dämmerung und Probleme mit dem Auto.Und Nebenstrasse.Super Idee Bjoern….

3.September 2008.Gefühlte 22.00 Uhr Bulgarischer Zeit

,Jenseits der Zivilisation

….es kam wie es kommen musste: Die Sonne ist gerade untergangen,die Scheinwerfer an und das Auto aus.Und daran liess sich auch nichts ändern… Bis Georgie kam. Georgie hielt an um zu helfen, aber er schien mehr an meiner Freundin interessiert als an dem Problem des Autos. Als diese ihm widerwillig ihre Handynummer gab,willigte er ein uns Starthilfe zu geben.Natürlich waren meine Starthilfekabel griffbereit unter allem anderen verbuddelt.Egal. Auto lief wieder, passt. Dachten wir. 10 Km weiter das gleiche, immerhin diesmal auf einer Hauptstrasse und wir konnten bis auf den Zufahrtsweg eines Klosters rollen. Das war aber auch noch 3 km entfernt.Wir richteten uns schon auf eine lange Nacht ein, als Yana die gottgebene idee bekam jemanden aus Tarnovo anzurufen, vielleicht ist es ja nicht weit.

30 minuten später hielt ein Auto,vollgepackt mit Freunden meiner Freundin. Nach einem herzlichen Wiedersehen haben sie unser Auto dann ins nur noch 2 Kilometer entfernte Veliko Tarnovo geschleppt. Hätten wir einmal hinter die nächste Kurve geschaut hätten wir die Lichter der Stadt sehen können.

3.September 2008.Gefühlte 0.00 Uhr Bulgarischer Zeit

,Veliko Tarnovo

 ~2500km von Lohne

Geschafft!!!! Mit vereinten Kräften noch schnell das Auto leergeräumt und dann gehts ins Bettchen. Das erste mal in der neuen Heimat und das erste Bett nach 5 Tagen Abenteuer …..