Rom-Blog


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10.39 Uhr:  Wir sind wieder da! Einige Falschparker haben die Fahrt auf den Parkplatz erschwert. Nach einer Menge Rangierarbeit parkt Bus 2 aber am Solebad ein. Die anderen Busse folgen, erst dann dürfen alle Schüler aussteigen.

10.12 Uhr: Eine Sechstklässlerinn erkennt „unseren IKEA“. Aus den Boxen schallt Helenes „Atemlos“ und der ganze Bus singt mit. Ein bisschen Gänsepelle habe ich.

9.58 Uhr: Alle Busse sind da. Jetzt geht es weiter nach Werne! Die letzten 26 Kilometer brechen an.

9.19 Uhr: Der letzte Parkplatz ist erreicht. Bis 9.45 Uhr wird hier eine Pause eingelegt. Dann sind es noch etwas mehr als 20 Minuten. Wenn alle Busse pünktlich sind, könnte es also vor 10.45 Uhr etwas werden.

8.41 Uhr: Die Ankunft am Solebad ist laut Veranstalter für 10.45 Uhr geplant. Auf dem Parkplatz „Lüner Grund“ werden sich die Busse noch einmal sammeln und das letzte Stück gemeinsam bestreiten – womöglich wieder mit Polizei-Eskorte.

7.31 Uhr: Rund 150 Kilometer vor Werne legt der AFG-Tross eine letzte Pause ein. Mit ein wenig Schlaf zwischendurch ging die Zeit für mich jetzt wirklich schnell vorbei. Und die 6d ist sehr nett zu mir gewesen. Einige Kinder haben laut eigener Aussage 13 Stunden geschlafen, da kann ich nicht mithalten. Aber es war angenehm ruhig.

In gut drei Stunden ist Schluss mit lustig! Für mich ist es deshalb an der Zeit, Danke zu sagen. An das AFG und im Speziellen an Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth dafür, dass ich an der Reise teilnehmen durfte und der Umgang vor Ort stets unkompliziert war. An die Schüler und Eltern, die den Stoff für meine Geschichten geliefert haben.

An Klaus Brüggemann, der mich losgeschickt und mit vielen Freiheiten ausgestattet hat. Ein besonderer Dank gilt Foto-Papst Isabel Schütte, die mich nicht nur mit ihren Bildern versorgt, sondern mir auch eine Menge Arbeit abgenommen hat. Danke auch an die vier Oberstufenschüler Johanna Gesenhoff, Catharina Bülhoff, Annika Brochtrup und Jan Heidenreich, die den Blog mit Tagebucheinträgen bereichert haben.

Zu guter Letzt auch ein großes Dankeschön an Sie, liebe Leser. Fürs Klicken und Kommentieren. Das hat mich immer wieder aufs Neue angespornt.

3.49 Uhr: Nach einer Mütze Schlaf betreten wir bei einer Pause kurz hinter Nürnberg erstmals wieder deutschen Boden. Uns empfängt ein Restaurant mit eigener Metzgerei direkt neben der Autobahn. Die Deutschen…

Rund 400 Kilometer sind es noch bis zum Ziel der gemeinsamen Reise. Bisher läuft alles nach Plan, von Stau sind wir weiterhin verschont geblieben.

22.35 Uhr: Die österreichische Grenze ist passiert, kurz danach legen die AFG-Busse einen gemeinsamen Stopp ein. Auf dem Rastplatz empfängt uns das Logo einer Fastfood-Kette. Und es geschieht das schier Unbegreifliche: Der Laden hat noch geöffnet. Viele der Werner Gymnasiasten schlagen kurz vor der Nachtruhe nochmal ordentlich zu, den Reisenden aus Bus 9 steht das Pippi in den Augen. Dass sie das noch erleben dürfen!

21.02: Ein kurzerhand durchgeführtes Misstrauensvotum lässt auch die zweite DVD vorzeitig aus dem Player springen. Nur eine Lehrerin hofft noch immer darauf, dass sich die beiden Gesangstalente irgendwann küssen. Stattdessen wird mein Ruf erhört, es folgt „Ziemlich beste Freunde“. Derweil hat sich die Nacht über den Norden Italiens gelegt. Noch 876 Kilometer bis Werne!

19.57 Uhr: Rund 150 Kilometer vor der Grenze endet die Singerei auf der Mattscheibe plötzlich – kollektives Durchatmen bei Eltern und Lehrern. Das war aber leider nur ein Missverständnis: Eine Lehrerin forderte das Ende, rudert jetzt aber zurück: „War nur ein Scherz.“ Schade drum. Vorher kommentierte eben diese Paukerin mit den Worten „Das ist ja grottig gespielt“ und „Oh Gott. Jetzt fängt der Typ auch noch an zu singen.“ Nun läuft der zweite Teil des Blockbusters.

18.25 Uhr: Auf den Wegweisern steht jetzt immerhin schon „Brennero“. Im Bord-Fernsehen läuft dafür „Highschool Musical“. Hatte ich nicht etwas von „Ziemlich beste Freunde“ gehört? Also so, liebe 6d, wird das nichts mehr mit uns. Die Schüler aber scheinen den Film zu mögen, mit Beginn ist es mucksmäuschenstill geworden. In etwa drei Stunden sollten wir die italienisch-österreichische Grenzen erreichen. Forza Lothar! (Ja, so heißt der Mann am Steuer.)

16.26 Uhr: Der Ausblick während der letzten Kilometer ist atemberaubend. Imposante Gebirgsformationen reihen sich aneinander, grüne Hänge und viele Flüsse runden das Bild ab. Und das ist auch gut so, denn die Gesprächsthemen sind nicht so meins.

Da geht es um Pranks (zu deutsch: Streiche) mit Schaum von „BibisBeautyPalace“ und an der Raststätte werden kurzerhand Kuscheltiere gekauft, die beängstigend große Augen und den passenden Namen „Glubschis“ haben. Die possierlichen Tierchen gibt es beispielsweise als Einhorn, mich erinnert ihr Antlitz jedoch an einen deutschen Fußball-Nationalspieler.

Bus 2 befindet sich mittlerweile übrigens bei Bologna, die ersten gut 370 Kilometer sind geschafft. Von Stau bislang keine Spur – das darf so bleiben.

13.02 Uhr: Die Lehrerin fordert laut:“Hinsetzen!“ Sie will damit aber nicht etwa eine Humba starten, sondern reagiert auf die Drohung des Busfahrers, der sein Fahrzeug stoppen will, wenn nochmal Schüler durch den Gang laufen. Die ersten hundert Kilometer sind währenddessen geschafft. Nur noch 1.386…

11.43 Uhr: Ab geht die wilde Fahrt! Ich habe den Bus mit der 6d erwischt und die empfängt mich nahezu euphorisch. Ein Junge sagt: „Wer bist du denn?“ Ein Mädchen kündigt breit grinsend an: „Du wirst bis Werne keine ruhige Minute haben.“ Im Bord-Kino soll später „Ziemlich beste Freunde“ laufen – vielleicht werden die 6d und ich das in den kommenden 22 Stunden ja auch noch.

11.06 Uhr: Ja, auch ich habe mich zum Kauf einer schokoladigen Sünde hinreißen lassen. Es war um mich geschehen, als ein Oberstufenschüler zu seinem Kumpel treffend sagte: „Ey, wir kommen erst morgen an. Was ein Horror!“ Dann wurde ich kurzfristig auch noch in einen Bus mit den Jüngsten gesteckt – also musste ich mich wappnen.

Zu meiner Verteidigung kann ich anführen, dass ich diesen Schoko-Riegel in deutschen Regalen noch nie gesehen habe. Und: Der Hersteller ist offizieller Sponsor der italienischen Olympia-Mannschaft. Die ist, wie   eine Suchmaschine mit zwei O im Namen weiß, immerhin auf Platz neun des Medaillenspiegels gelandet. Die Leckerei muss also verdammt gesund sein.

9.55 Uhr: Da war ich wohl etwas zu voreilig. Mittlerweile scheint über der Bungalow-Anlage wieder die Sonne, während die Schüler ihre letzte Mahlzeit vor den Toren Roms beenden. Die Geräusche von Rollkoffern auf Stein nehmen stetig zu,  erste Kinder machen sich auf den Weg Richtung Ausgang. Ab 10.30 Uhr nehmen die ersten Busfahrer das Gepäck entgegen. Der „Supermarket“ kurz vor der Rezeption lädt zu einem letzten Bummel ein – noch ist das Taschengeld also nicht gesichert, vor allem wenn man die horrenden Preise für deutsche Schokolade bedenkt.

8.27 Uhr: Ein satter Regenguss am Morgen macht den Wecker überflüssig und erleichtert den Abschied von der ewigen Stadt. Für die Lunch-Pakete sind tatsächlich Frikadellen bereit gestellt. Ein Junge aus der Unterstufe verwechselt die Fleischspeise mit Schokoküssen und versucht trotz des Einsatzes von beiden Händen vergeblich, das Brötchen zusammen zu drücken. Es ist ja auch noch früh – gefühlt zumindest.

Pfannkuchen gab es nach meinem Lob am ersten Tag übrigens nicht mehr. Ich hatte darauf gesetzt, dass der Veranstalter uns zum Abschluss nochmal damit erfreut. Pustekuchen! Stattdessen zaubert mir eine Gewohnheit der Schüler ein Lächeln aufs Gesicht: Wann immer jemand eine Sitzbank der Bierzeltgarnitur umwirft, quittieren die übrigen AFGler das mit lautem Applaus. Herrlich!

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Matthias Kleinhans, Melanie Lange und Dr. Peter Jeismann (von links) kümmerten sich während der Rom-Fahrt um die medizinischen Notfälle.

Dr. Peter Jeismann, Matthias Kleinhans und Melanie Lange tauschten in den vergangenen sieben Tagen Praxis, Rettungswagen und Krankenhaus gegen einen Bungalow vor den Toren Roms ein. Das Trio half den Schülern des Anne-Frank-Gymnasiums bei kleineren und größeren Wehwehchen.

„Grippale Infekte, Fieber und Schürfwunden kamen am häufigsten vor“, erklärt Jeismann. Der Allgemeinmediziner hat zwei Kinder, die das AFG besuchen. Die berufliche Heimat des 43-Jährigen liegt in Waltrop. Dort betreibt er eine Praxis, in der er es meist mit älteren Patienten zu tun hat. „Ich war zwar früher bei Zeltlagern der Bundeswehr im Einsatz, eine Fahrt wie diese habe ich aber noch nicht mitgemacht“, sagt Jeismann. Den Aufenthalt in Rom empfand der Arzt als sehr angenehm: „Das war Leben in der Lage und eine schöne Abwechslung zum Praxis-Alltag.“

An seiner Seite halfen Notfallsanitäter Kleinhans und St. Christophorus-Krankenschwester Lange, die 30 dokumentierten Patienten zu betreuen. „Zwei bis drei Mal wurden wir auch mitten in der Nacht gerufen. Da ging es dann um Kopfschmerzen und Übelkeit“, erzählt Kleinhans, der eine Tochter in der 6. Klasse hat. Einen Jungen ließ das Gespann sogar über Nacht im „Kranken-Bungalow“. In dritter Raum war extra für diese Fälle freigelassen worden.

Am Tag der Abfahrt gaben die drei ihre letzten Pflaster-Vorräte an verwundete Schüler ab. Der Renner war aber ein anderes Mittel. „Es gab sehr viele Insektenstiche“, verrät Kleinhans, der bei der Berufsfeuerwehr in Dortmund arbeitet. „Was wir in diesen Tagen an Fenistil rausgegeben haben, ist der Hammer.“

Für die ernsteren Fälle stand rund um die Uhr ein Pkw bereit, der Schüler und Begleitpersonen jederzeit in eines der vielen Krankenhäuser der italienischen Hauptstadt fahren konnte. Dreimal fielen AFGler auf den Arm, ein Junge brach sich dabei den Knochen. „Die Schüler waren sehr diszipliniert. Einige kamen einfach auch mit Heimweh zu uns“, sagte Jeismann.

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22.55 Uhr: Neben vielen neuen Eindrücken aus einer mir zuvor unbekannten Stadt nehme ich eins mit: Mückenstiche. Und zwar ohne Ende davon. Einmal das Fenster ohne Schutzgitter geöffnet, einmal draußen auf der Veranda gesessen, einmal zu oft abends die kurze Hose getragen. Das läppert sich. Resultat: Beine und Arme jucken ordentlich – vor allem, wenn man drüber schreibt.

Ich bin damit aber keinesfalls alleine, auch viele Schüler sind sichtbar gezeichnet. Ein Junge will gar 21.000 Mückenstiche gezählt haben. Ich weiß zwar nicht, wer sein Mathelehrer ist, aber die Zahl kommt mir doch etwas unrealistisch vor. Genug gekratzt jetzt! Das übernimmt in der Nacht ohnehin die Wolldecke, die abends wirklich notwendig ist. Ein letztes Mal sage ich „buonanotte“ aus Rom.

21.24 Uhr: Der offizielle Teil von Tag 6 ist beendet. Viele Schüler haben das Amphitheater nach der Ansprache verlassen und sich auf den Weg in ihre Bungalows gemacht. Noch einmal wollen sie die Vorteile einer eigenen Bude ausnutzen, bevor morgen das lästige Putzen ansteht. Bis 10 Uhr müssen die Hütten geräumt werden, anschließend können ab 11 Uhr die Busse beladen werden.

Vor allem die jüngeren AFGler sind in Gedanken aber noch längst nicht so weit, sie tanzen im Amphitheater zu feinen Ballermann-Hits wie „Heut ist so ein schöner Tag. Lalalalala“. Vielen Dank an den DJ: Diesen Ohrwurm werde ich heute nicht mehr los. Wahrscheinlich hat sich das Thema erst morgen erledigt, wenn die Q2, in deren Bus ich wie auf der Hinfahrt sitzen werde, Lorenz Büffels „Johnny Däpp“ anstimmt.

19.56 Uhr: Hans Höffmann schnappt sich am Abschlussabend noch einmal das Mikro. Um 12 Uhr soll morgen die Reise in die Heimat beginnen. Der Firmengründer und Geschäftsführer rät dazu, eine Frikadelle im Brötchen mitzunehmen. Ob sich darüber auch die Busfahrer freuen? Wir werden es erleben. Unter tosendem Applaus wird auch noch die Küchenchefin Irmgard Meyer auf die Bühne gerufen. Sie kassiert stellvertretend für ihr Team das Lob der Gruppe.

18.14 Uhr: Jetzt steht noch das letzte Abendessen auf dem Programm. Frikadellen, Ketchup und Kartoffeln sollen wohl schonmal einem möglichen Kulturschock vorbeugen. Das sehe ich nicht ein! Heute gibt es Pizza. Basta!

Um 19.30 Uhr ist wieder Info-Abend, dann wird auch bekannt gegeben, wann es morgen gen Heimat geht. Danach gibt es noch eine kleine Abschiedsfeier samt DJ. Auch die Jüngsten dürfen heute etwas länger – bis halb Zwölf – wachbleiben. Die Lehrer tun alles für eine ruhige Rückfahrt.

15.13 Uhr: Langsam aber sicher heißt es Abschied nehmen. Am Pool tippe ich den Text für die morgige Printausgabe, währenddessen toben die Schüler aller Altersklassen durchs Wasser. Die Oberstufe grätscht sich gegenseitig auf der Rutsche über den Haufen, einige Schüler versuchen ihre Freunde mit einem Plastikball abzuwerfen. Stufenleiter Marius Gregg schaut sich das Treiben aus der Ferne an und sagt lächelnd: „In wenigen Monaten werden die ihre Hochschulreife erlangen. Wenn man das auf der Rutsche sieht, ist es kaum zu glauben.“ Er wird sie vermissen – so viel steht fest.

13.02: Auch wenn der Papstbesuch einen passenden Schlusspunkt gesetzt hätte, war es das noch nicht. Klasse 6 nimmt auf dem Rückweg noch die Basilika St. Paul mit. Hier ist der Namensgeber begraben worden, und im Inneren der Kirche sind alle Päpste abgebildet. Der aktuelle, den wir gerade noch in natura gesehen haben, ist angeleuchtet.

Vor der Tür besteht die womöglich letzte Chance, ein geschmackvolles Souvenir zu ergattern. Ein Schüler entdeckt ein Kissen in Form eines lachenden Haufens und zieht verzückt die Brieftasche: Gekauft! Für nur acht Euro.

10.53 Uhr: Nach der lateinischen Version des Vater Unser ist die Audienz beendet. Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth zeigt sich rundum zufrieden: „Das war ein sehr spezieller Moment.“ Amen!

10.13 Uhr: Der Heilige Vater erwähnt das AFG tatsächlich namentlich, nachdem ein österreichischer Bischof verkündet hat, welche Gruppen aus dem deutschsprachigen Raum der Audienz beiwohnen. Auf „Anne-Frank-Gymnasium di Werne“ antworten 750 Leute, indem sie aufstehen und „Viva il Papa“ rufen. Das Training an den Abenden zuvor hat sich gelohnt.

9.30 Uhr: Papst Franziskus ist auf dem Petersplatz angekommen und grüßt die Pilger aus seinem Papa-Mobil. Die AFG-Schüler stellen sich auf ihre Stühle, um einen Blick auf den Papst zu erhaschen, der nur wenige Meter an uns vorbei fährt. Großer Jubel brandet bei den Werner Gymnasiasten auf, als ein deutscher Bischof mitteilt, dass das AFG anwesend ist. Das war aber nur die Generalprobe, später soll der Papst selbst noch die 750 Gäste aus der Lippestadt begrüßen. Dann wird es laut.

9.11 Uhr: Die ersten Bischöfe drehen ihre Runden und begrüßen die wartenden Pilger. Der morgendliche Kaffee meldet sich, stilecht erleichtere ich mich auf einem Dixie-Klo. Das hätte ich mir irgendwie prunkvoller vorgestellt. Der Petersplatz füllt sich immer weiter, sieht aus als wäre die Veranstaltung heute „ausverkauft“.

8.14 Uhr: Der Busfahrer fährt von der letzten Startreihe noch auf die Pole Position. Hut ab! Als erste Gruppe erreicht Bus 11 die Engelsburg, von dort geht es zu Fuß weiter – oder um in den Worten von Frau Berendes zu bleiben: per pedes. Es reicht für den zweiten Block, von dort werde ich den Papst gut sehen können.

Die AFG-Schüler nehmen auf Stühlen Platz, so lässt sich die Stunde, bis der Heilige Vater erstmals mit seinem Papa-Mobil durch die Reihen fährt, gut überstehen. Viele AFGler kramen ihre Handys raus, machen erste Fotos oder lassen sich von vermutlich sakraler Musik wecken. Die Audienz ist übrigens live zu sehen unter http://k-tv.org.

6.51 Uhr: Isabel und ich steuern auf dem Parkplatz zielsicher den am besten besetzten Bus an. Der wird ja sicher auch als erstes losfahren. Doch kurz vor der Abfahrt fällt zwei Schülerinnen von Bus 11 ein, dass sie ihren Ausweis vergessen haben. Und der ist für den Besuch des Kolosseums, der nach der Audienz ansteht, nötig. Also eilen die beiden zurück zum Bungalow, als sie zurückkehren ist der Parkplatz bereits leer – bis auf unseren Bus. Die Lehrer empfangen ihre Schützlinge trotzdem mit einem euphorischen „Viva!“

6.01 Uhr: Über der Bungalow-Anlage liegt noch die Nacht, es ist dunkel und frisch als ich aufstehe. Auf dem Weg zum Frühstück laufen mir viele dick eingepackte Schüler und ein Igel über den Weg. Klare Anzeichen dafür, dass hier etwas nicht stimmt. Ein Kaffee weckt so langsam meine Lebensgeister, im Essenszelt herrscht viel Betrieb. Lunch-Pakete sind heute noch wichtiger als sonst, am Brötchen-Tisch bilden sich erste Schlangen. Pech, wenn man hinter einem jüngeren Schüler steht, der das mit dem Schneiden erst noch lernt.

Vom Frühstückstisch – in dieser Woche eine Bierzeltgarnitur – geht es direkt zur Rezeption. Dort versammeln sich die Gruppen für die Abfahrt. Ich bin gespannt, wie voll die Straßen so früh am Morgen wohl sind. Tausende Pilger machen sich schließlich auf den Weg zu Papst Franziskus, der mit bürgerlichem Namen Jorge Mario Bergoglio heißt und aus Argentinien kommt. Der Name klingt, als wenn er auch ein begnadeter Fußballer hätte werden können. Jetzt aber genug der wirren Gedanken. Auf geht’s!

PS: Isabel Schütte hatte heute leider kein Foto für mich, dabei habe ich mir vor dem Spiegel noch alle Mühe gegeben. Eine Bildergalerie gibt es erst etwas später. Aber dann auch mit Bildern ihrer Heiligkeit – und ich meine nicht Frau Schütte.

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Annika Brochtrup schreibt für den WA über ihre Erfahrungen bei der Papstaudienz.

Heute fuhr die gesamte Schule vom Camp aus zum Petersplatz um an der Papstaudienz teilzunehmen. Wir sollten eigentlich bereits um 6.30 Uhr in den Bussen sitzen und losfahren, aber dies erwies sich als schwierig. Nach gut 20 Minuten hatten wir noch nicht mal den Parkplatz verlassen, da sich das Einordnen in den morgendlichen Berufsverkehr als nicht ganz einfach herausstellte. Doch diese Verzögerung kam vielen ganz gelegen, denn diese Zeit nutzten einige Schüler, um Schlaf nachzuholen und sich auszuruhen.

Nachdem wir uns alle erfolgreich durch den Verkehr gekämpft hatten und am Petersplatz angekommen waren, mussten wir durch mehrere Sicherheitskontrollen, bei denen alle Rucksäcke überprüft wurden. Um halb neun saßen dann alle auf dem Petersplatz und versuchten, die Zeit bis zum Beginn der Audienz mit Kartenspielen oder mit der Planung ihres Nachmittages zu verkürzen. Als der Papst mit seinem Papa-Mobil durch die Menge fuhr, waren alle ruhig und hielten angestrengt Ausschau, um den Heiligen Vater einmal zu sehen, selbst wenn es nur aus einiger Entfernung möglich war.

Als der Papst anschließend seine Ansprache hielt, war es erstaunlich ruhig dafür, dass sich so viele Menschen an einem Ort befanden. Der Höhepunkt war sicherlich der Moment, als Papst Franziskus den Namen unserer Schule nannte und wir alle zusammen „Viva il papa“ gerufen haben. Denn besonders die jüngeren Schüler haben angestrengt zugehört, um den Einsatz nicht zu verpassen.

Als die Audienz vorbei war, hatte die Q2 den letzten Nachmittag in Rom zur freien Verfügung und ich nutzte diesen zum Beispiel, um ein bisschen einkaufen zu gehen, unbekannte Ecken Roms zu entdecken oder nochmal ein Eis zu essen.

Mittlerweile sind wir wieder im Camp und werden unseren letzten Abend nochmal richtig genießen und den Tag ruhig ausklingen lassen.

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22.01 Uhr: Heute geht das Licht mal zeitig aus, denn morgen steht die Papst-Audienz auf dem Plan. Und das bedeutet, dass die Busse bereits um 6.30 Uhr die Bungalow-Anlage verlassen. Die Antwort auf den Gruß des Heiligen Vaters – diese Rolle besetzte Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth heute erneut glänzend  – ist einstudiert und kommt beim letzten Versuch wie aus der Pistole geschossen. Acht Sekunden bleiben morgen auf dem Petersplatz Zeit für eine Reaktion des AFG. Mir bleiben jetzt noch gut sieben Stunden bis der Wecker klingelt. In diesem Sinne: Buona notte aus Roma.

18.42 Uhr: Wenn um kurz vor 18 Uhr der Chef aus Werne anruft, dann kann das nichts Gutes bedeuten. Ganz so schlimm ist es aber nicht, es müssen nur noch ein paar Fotos über den Brenner geschickt werden. Just im Moment des Anrufs macht der Akku des Laptops natürlich zum ersten Mal während der Reise schlapp. Jetzt ist guter Rat teuer.

Das W-Lan funktioniert nur an Pool oder Restaurant, dort gibt es aber keine Steckdose. Also rein ins Waschhaus, das nebenan liegt. Die drei Jungs, die gerade ihre Duschkabinen betreten, gucken nicht schlecht als ich den Laptop zwischen zwei Waschbecken aufbaue und mit Strom füttere. Egal, die Fotos gehen dafür im Schneckentempo – ein Strich Empfang – auf virtuellem Weg rüber nach Werne. Und der Chef ist glücklich – pünktlich um Sechs.

16.33 Uhr: Ich habe nicht zu viel versprochen. Nach anfänglicher Zurückhaltung schlagen die Schüler dann doch noch ordentlich zu. Zwei Jungs haben sich mit neuen Bomberjacken eingedeckt, ich sehe außerdem ein Trikot des AC Mailand, Cappies und Shirts mit Roma-Schriftzug. Mein persönlicher Favorit sind aber die drei Wackelköpfe, mit der ein Siebtklässler seine Familie erfreuen wird.

Shoppen macht hungrig- na klar. Und wenn man schon mal in Italien ist, was läge dann näher als ein Besuch des goldenen Ms? Ich kenne das ja von früher. Ein Junge macht mit Händen und Füßen verständlich, dass er Chicken Nuggets und einen Fischburger will. Als die Bestellung unfallfrei abgegeben ist, atmet er durch: „Das ist echt eine Herausforderung hier.“

Auf dem Weg zurück zum Bus werden noch schnell ein paar Pokémon gefangen. Ein Jubelschrei verrät, dass ein Junge wohl ein ganz seltenes Exemplar gefangen hat. Neben den virtuellen Monstern sammeln wir auf dem Rückweg auch noch eine Fünfergruppe ein, die sich in den engen Straßen der ewigen Stadt kurzzeitig verirrt hat. Passiert! Der Bus fährt trotzdem pünktlich Richtung Bungalow-Anlage ab.

13.19 Uhr: Die Siebtklässler, mit denen ich heute zum zweiten Mal den Bus teile, hatten bisher, abgesehen von den I-love-Roma-Shirts noch keine echte Möglichkeit, ihr Taschengeld sinnvoll zu investieren. So geht das natürlich nicht! Deshalb bringt uns der Bus jetzt in die Innenstadt. Die Spanische Treppe ist das Ziel, anschließend können die Gymnasiasten mal auf den Putz hauen und geschmackvolle Geschenke für ihre Eltern, Geschwister, Freunde und Großeltern shoppen. Ich bin gespannt, was alles so im Einkaufswagen bzw. Rucksack landet. Auf der Rückfahrt werde ich dann von der Ausbeute berichten.

12.23 Uhr: Wieder meint es der Wettergott fast zu gut mit uns. Ostia Antica aber ist der perfekte Ort für prallen Sonnenschein, weil der Hafen von einst, „das ehemalige Herz Roms“, wie eine Lehrerin erklärt, immer wieder Schattenplätze bietet. Im Gegensatz zu vielen bislang besuchten Sehenswürdigkeiten ist die imposante und weitläufige Ruinenstadt zudem nicht von Touristen überlaufen.

Im Amphitheater, in dem einst Männer die Frauenrollen besetzten, – denn in Rom galt: selbst ist der Mann – führen die AFG-Schüler heute zum Teil Wasserspiele auf. Beim aktuellen Wetter ist das eher Service als Ärgernis.

10.47 Uhr: „Stadtauswärts sollte es schneller gehen. Die Autofahrer wollen ja ins Zentrum und nicht raus“, lautet die Vermutung vor der Abfahrt. Klingt logisch, stimmt aber nicht. Auch auf dem Weg nach Ostia Antica herrscht das alltägliche Verkehrschaos. Doch unser  Busfahrer behält bei diesen Verhältnissen einen kühlen Kopf. Drängelversuche kleinerer Autos wehrt er souverän ab. Im Formel-1-Jargon würde man sagen: Er macht innen zu.

9.24 Uhr: Die Oberstufenschüler sind bereits um 8 Uhr zu entlegenen Zielen wie Pompeji, Herkulaneum oder Castel Gandolfo aufgebrochen. Ich habe den Tag etwas gemütlicher begonnen und werde mich gleich mit Mittel- und Unterstufe auf den Weg nach Ostia Antica machen. Der geplante Strandbesuch samt „Strand-Olympiade“ fällt leider aus, da der Strand zum Teil bereits geschlossen und zudem sehr dreckig sein soll.

Mein Start in Tag 5 der Rom-Fahrt brachte wie üblich am Buffet die erste Herausforderung mit sich. Nachdem Brötchen und Rührei mit Speck auf meinem Teller gelandet waren, kämpfte ich mich – wie viele andere AFGler – am Käse ab. Der wird gekühlt gelagert, das erleichtert die Trennung der Scheiben nicht gerade. Dementsprechend sieht die Käseplatte nach wenigen Minuten immer aus: hier fehlt ein Stück, dort ist ein Drittel abgerissen. Eine Mutter gibt es auf und nimmt einfach mehrere Scheiben.

Gestärkt setze ich mich für den ersten Blog-Eintrag des Tages in die Nähe des Restaurants, wo es freies W-Lan gibt – zumindest gegen Preisgabe meiner Facebook-Daten. Von Ruhe ist aber auch hier keine Spur. Eine Katze wagt kurzerhand den Sprung auf meinen Schoß und will partout nicht einsehen, dass ich so nicht tippen kann. Ein beherzter Griff und ich komme wieder an die Tastatur.

PS: Wie üblich hat „Foto-Papst“ Isabel Schütte – ich muss mich ja steigern – mir ihre brillanten Fotos vom gestrigen Tag auf einen Stick gezogen. Viel Spaß beim Durchschauen!

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Jan Heidenreich berichtet für den WA von seinen Erlebnissen während der Rom-Fahrt des AFG.

Sichtlich verschlafen sind die Insassen von Bus 14, der auch mich heute nach Herculaneum und Solfatara bringt. Kein Wunder, denn die meisten mussten schon um halb sieben oder noch eher aufstehen, denn bereits um 8 Uhr ist Abfahrt auf dem Busparkplatz. So geht es auch mir, auch ich habe in der Nacht wenig geschlafen und sitze jetzt nach meinem äußerst ausgiebigen Frühstück – zwei Brötchen mit Käse und Wurst – ziemlich müde an Bord von Nr. 14.

Um 8.20 Uhr geht es dann auch mit etwas Verspätung los. Unser Busfahrer Karl-Heinz kämpft sich langsam, aber sicher immer weiter durch den römischen Pendlerverkehr voran bis wir endlich auf die A1 Richtung Neapel auffahren. Hier geht es dann auch deutlich schneller voran und die Meisten bemühen sich den in der Nacht verlorenen Schlaf nachzuholen. Unsere Reiseleiterin spielt jedenfalls erstmal die Madagaskar-DVD im Bus-Kino ab, und langsam steigt die Stimmung im Bus.

Aber es lohnt sich auch mal aus dem Fenster zu schauen, denn neben dem Bus zeigt sich das Gebirge, das definitiv einen Blick wert ist (siehe Foto rechts). Langsam zeigt sich – wenn auch nur schemenhaft – links von uns der Vesuv, weit kann es also nicht mehr sein und tatsächlich, wenig später fahren wir von der Autobahn ab. Wir kurven noch etwas durch die Vororte von Neapel und stellen fest, dass unser Bus definitiv zu groß für die kleinen Gassen ist. Dabei schafft unser Fahrer es gerade noch einen Unfall zu verhindern, der beinahe entstanden wäre, weil ein italienischer Autofahrer die Vorfahrt unseres Reisebusses einfach nicht akzeptieren wollte. Zwischendurch gibt es noch die eine oder andere schöne Aussicht auf das Mittelmeer, und letztendlich biegen wir dann nach drei Stunden und zehn Minuten Fahrt auf einen Busparkplatz ein.

Uns begrüßt ein italienischer Touristenführer, der uns mit seinem, wie er selber sagt, “etwas verrostetem Deutsch” durch die Ausgrabungsstätte lotst. Gerade einige Minuten gelaufen fängt es erstmal an zu schütten wie aus Eimern, aber das ist bei unserem Glück ja typisch. Petrus aber meint es gut mit uns und der Regenguss ist im Endeffekt doch nur ein kleiner Schauer, also können wir die Freiluftausstellung doch bei strahlendem Sonnenschein besichtigen. Besondere Attraktion: ein antikes römisches Fast-Food-Restaurant inklusive Weinkarte (siehe Bild links). Nur statt Pommes und Burger gab es hier halt Grießbrei und Brot. Etwas später besichtigen wir auch noch eine Bäckerei, bei der ein gemeißelter Penis als Ofenverzierung die ganze Gruppe kurz in die sechste Klasse zurückversetzt.

Zwischendurch treffen wir auch noch auf die tierischen Besucher der Ruinen, hauptsächlich in Form von Geckos. Unser Tourguide gibt mir übrigens nebenbei noch den Rat, dass es nie reicht nur eine Beziehung zu haben, weil man ja einen Notfallplan haben muss, wenn die eine in die Brüche geht. Ob seine Geliebte wohl davon weiß? Dann gab es noch die ein oder andere antike Ruine und Freske und natürlich die obligatorischen Skelette zu betrachten bis es wieder in den Bus geht und wir uns auf den Weg nach Solfatara machen.

Am Vulkan angekommen gibt es erstmal eine kurze Pause und belagert von streunenden Katzen versuchen wir unsere mitgebrachten Brötchen zu essen. Als die Mägen voll und die Blasen leer sind kündigt unser Guide an, das wir bereits am Rand des Kraters stehen und uns nur noch einige Schritte von den Schwefelfeldern trennen. Während er erklärt, dass der Boden so hohe Temperaturen erreicht, dass sogar Schuhsohlen schmelzen können, fangen die ersten an mit Sorge ihre teuren Latschen zu betrachten, aber unser Touristenführer versichert, dass die Treter heile bleiben, solange wir hinter ihm herlaufen. Der Weg führt uns durch ein kleines Waldstück, bewachsen mit Erdbeerbäumen und Kastanien und nur wenige Meter weiter stehen wir in einer Mondlandschaft (siehe Foto rechts), oder wie unser Tourguide es ausdrückt: “Es ist wie eine Reise zur Hölle – wunderschön”.

Dazu riecht es als würde man nach dem Sommerurlaub gekochte Eier von vor zwei Wochen im Kühlschrank wiederfinden. Als wir mit der großen Rundwanderung durch den Krater fertig sind, wandern wir wieder aus dem Vulkan heraus und gehen zurück an Bord von Bus 14.
Auf dem Weg Richtung Autobahn können wir noch einen Blick auf die Bucht von Neapel werfen und gerne hätten wir noch einen Abstecher gemacht, um nochmal die letzten Sonnenstrahlen am Strand zu genießen und die Füße ins Mittelmeer zu halten, aber unser Busfahrer hatte schon genug Stress für den Tag und tritt lieber den direkten Weg zur Autobahn an. Dieses mal gibts “17 Again” im Bordkino, vor allem zur Freude der Mädchen im Bus. Als wir einige Stunden später die Autobahn wieder verlassen, stecken wir sofort wieder – wie sollte es auch anders sein – im römischen Verkehrschaos fest und die Stimmung im Bus wird langsam angespannter, denn der Hunger ruft, auch bei mir.

Es ist schon längst dunkel als wir um 20 Uhr dann endlich auf den Parkplatz der Campinganlage rollen und sofort stürmen wir mit der ganzen Busladung das Essenszelt. Der Hähnchen-Curry-Reis schmeckt – wäre jetzt aber auch egal gewesen, der Hunger hätte wahrscheinlich alles reingetrieben. Nach der abendlichen Versammlung geht es dann wahrscheinlich auch zügig ins Bett, denn morgen ist nunmal um 6.30 Uhr Abfahrt zur Papstaudienz. Mein Zimmernachbar hat den Wecker jedenfalls schon mal auf 5 Uhr gestellt.

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Catharina Bülhoff (2. von rechts) schildet für den WA ihren Tag in der ewigen Stadt.

Heute waren wir mit unserer Stufe, der Q2, in den vatikanischen Museen. Nach einem lang erkämpften Weg zur Sixtinischen Kapelle waren wir sehr beeindruckt von den zahlreichen Fresken und den Ausmaßen der Kapelle, die man ja sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

Danach machten wir uns auf einen vier Kilometer langen Fußweg zum Kolosseum. Trotz der Hitze waren alle gut gelaunt und kamen heile an der Arena an. Als die Sicherheitskontrolle überstanden war, haben Johanna und ich zusammen mit Anna das zuvor vorbereitete Referat über das Kolosseum gehalten und uns dann noch einmal selbst umgesehen.

Die Größe des Amphitheaters war enorm und sehr beeindruckend. Als Nächstes packte uns der Hunger. Wir sind durch Rom geirrt und haben nach einer einladenden Pizzeria gesucht. Es lief dann allerdings darauf hinaus, dass wir uns Pizza und Cola auf die Hand geholt haben. Wir haben uns eine Treppe gesucht und im Sonnenuntergang mit Blick auf das Forum Romanum unsere Ausbeute gegessen. Das war alle mal besser als ein Restaurant, da der Blick unbezahlbar war.

Um 18 Uhr fuhr der Bus mit uns zum Strand nach Ostia Antica. Da haben wir dann den Geburtstag unseres Stufenleiters Marius Gregg gefeiert, den Abend zusammen als Stufe ausklingen lassen.

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Seit elf Jahren ein Paar, seit fünf Jahren in einem Bus unterwegs: Michael Lüger und Rena Mennebäck.

Rena Mennebäck und Michael Lüger verbindet die Liebe zum Busfahren. Auf einer Tour in die polnische Region Masuren lernten die beiden sich kennen, heute fährt das Paar für ein Reiseunternehmen aus Papenburg und brachte Bus 9 des Anne-Frank-Gymnasiums sicher nach Rom.

Gemeinsam mit ihrer Schwester reiste Rena vor elf Jahren nach Polen. Sie kam ins Gespräch mit Fahrer Michael. „Das war meine erste Busreise und mich hat sofort der Schlag getroffen“, sagt die 59-Jährige und meint das positiv. Später ließ ihr Freund sie mal hinters Lenkrad. „Nachdem ich einmal am Steuer saß, war ich süchtig“, erzählt sie.

Ein gutes Jahr dauerte es anschließend bis Rena die Erlaubnis, Busse zu lenken, in der Tasche hatte. Wesentlich schneller ging das bei Michael, der den Führerschein für die großen Fahrzeuge zum Ende seiner Bundeswehr-Zeit machte. „Ich finde es optimal, dass wir beide Busfahrer sind. So sind wir auch zusammen, wenn wir arbeiten müssen“, sagt der 53-Jährige.

Und die freie Zeit im Jahr ist mittlerweile überschaubar geworden. „Wir sind maximal 48 Stunden zuhause“, verrät Michael. Dann zieht es die beiden nach Ostfriesland, dort sind sie in den Dörfern Völlenerfehn und Engerhafe heimisch. Wenn ein Auftrag herein flattert, weiß das Paar immer erst kurz vor der Abfahrt, wohin die Reise geht. „Rom ist Stress“, sagen sie einig.

In diesem Jahr fahren die beiden schon seit März für ihr Unternehmen, die Papenburger Kanalreisen. Vor fünf Jahren begann die Zeit der gemeinsamen Touren, Rena lenkte zuvor kleiner Gefährte. Die klassische Saison gibt es heute nicht mehr, nur im November stehen kaum Fahrten an. Im Monat darauf wollen die Reisenden dann wieder zu Weihnachtsmärkten und Silvesterfeten kutschiert werden.

Immer mit an Bord sind Navi „Tante Helga“ und Richie, der Elch. In dieser Konstellation haben Rena und Michael seit Jahresbeginn schon 85000 Kilometer hinter sich gebracht, allein in diesem Monat führt die Reise dreimal nach Rom.

Nur im Januar haben alle mal Pause. „Es geht nach Gran Canaria in den Urlaub“, erklärt Michael strahlend. „Mit dem Zug zum Flughafen. Hauptsache kein Bus und Auto.“

23.36 Uhr: Tag vier der Rom-Fahrt endet an dieser Stelle für mich. Der Körper zollt dem durchaus anstrengenden Programm Tribut und verlangt nach Schlaf, da kann auch „Nastro Azzurro“-Bier aus dem kleinen Supermarkt der Bungalow-Anlage nichts dran ändern.

Beim Einkauf dort unterläuft mir übrigens ein kleines Missgeschick: Vor dem Regal mit Keksen entscheide ich mich gegen die „M&M’s“, die mit über drei Euro doch weit von einem Schnäppchen entfernt sind. Stattdessen greife ich zu einer Packung mit der Aufschrift „Tiramisu“. Da das Produkt nicht in der Tiefkühle gelagert wird, kann es ja eigentlich kein komplettes Tiramisu sein. Ich tippe auf fluffige Kekse mit dem Geschmack des italienischen Desserts. Doch weit gefehlt: Natürlich erhalte ich zum Schnäppchenpreis von 2,50 Euro eine ordentliche Portion der Nachspeise. Die ist erstmal im Kühlschrank gelandet – für schlechte Zeiten oder einfach für morgen. Bis bald oder landestypisch: A presto.

17.43 Uhr: Die Schüler nutzen die letzten Minuten bevor der Pool um 18 Uhr „schließt“, und belohnen sich mit einem Sprung ins kühle Nass für den durchaus anstrengenden Tag. Um sechs wird auch wieder die Tafel gedeckt, ich bin schon gespannt, in welchen Teil Europas uns das Reiseunternehmen während des Abendessens entführt. Bislang im kulinarischen Pass: Ungarn und Deutschland.

Um 20.30 Uhr steht mit der Versammlung im Amphitheater der Bungalow-Anlage der letzte Programmpunkt an. Die Q2 bekommt von all dem wenig mit, da sie das Abendessen sausen lässt und zur Feier des Tages – an dieser Stelle auch meine Glückwünsche an Geburtstagskind und Stufenleiter Marius Gregg – die letzten Sonnenstrahlen am Strand von Ostia Antica aufsaugt. Die übrige Schulgemeinde wird wohl wieder Schulleiter Heinz-Joachim Auferoth zum Heiligen Vater erheben. Was auch sonst an einem Montagabend?

16.25 Uhr: Die Katakomben zu Ehren von Flavia Domitilla haben bei Sonne pur und rund 25 Grad für eine willkommene Abkühlung gesorgt. Ein Mitglied der Steyler-Missionare stellte im Vorfeld der Besichtigung interessante Fakten auf Deutsch vor. Und das ohne zuvor eine Personenkontrolle der drei Busladungen durchzuführen, obwohl dies nötig gewesen wäre. Wir haben uns schließlich auf vatikanischen Boden begeben. Aber für das AFG werden die Schranken der Bürokratie eben kurzerhand ausgehebelt.

Vor der Begehung der ehemaligen Grabstätte versammelte sich die Werner Delegation in der einzigen unterirdischen Basilika der ewigen Stadt. Der Abstieg führte die Mittelstufe schließlich in einen sonst geschlossenen Gang, der am tiefsten Punkt bis zu 32 Meter unter der Erdoberfläche liegt. Die dunklen Gänge weisen Aussparungen auf, die exakt so groß sind wie die Toten, die dort einst bestattet wurden. „Und der Römer war nicht so groß“, witzelt der Missionar. Da die Katakomben morgen ihren Ruhetag haben, gibt er noch eine Warnung mit auf den Weg: „Wer verloren geht, hat Pech gehabt. Wir suchen nicht nach euch.“ Nach zweimaliger Zählung kann Bus 3 Entwarnung geben, alle Siebtklässler sind wohlbehalten wieder an Bord.

13.07 Uhr: Nicht nur auf den Straßen ist es voll, auch den Petersdom wollen viele Gläubige und ebenso die weniger Frommen sehen. Kurzzeitig verliere ich sogar meine Gruppe aus den Augen, stelle mich also alleine für den Aufstieg zur Kuppel an. Nachdem ich in 10 Minuten nur 20 Meter nach vorne gekommen bin, reicht mir ein Blick auf die Uhr, um die Warterei abzubrechen. Meinem Beispiel folgen weitere.

Immerhin pünktlich treffe ich am verabredeten Treffpunkt ein und erkenne meine neue Gruppe am Schild mit der gelben Drei. Erst hier erfahre ich, dass auch die anderen den geplanten Kuppel-Besuch streichen mussten. Derart lange Schlangen passen nicht ins Zeitabudget.

Zur Entschädigung haben viele Schüler die Souvenir-Shops gestürmt. Ein Renner ist das T-Shirt mit der Aufschrift “ I love Roma“ (love wird hierbei durch ein rotes Herz ausgedrückt). Zum Glück gibt es die Klamotte in weißer und schwarzer Grundfarbe. Noch auf der Via della Conciliazione vor dem Petersdom skandiert der eine Teil: „Team Weiß“.

Einige wenige haben der Versuchung für schlappe acht Euro widerstanden. Ein Junge fragt trocken: „Müssen sich jetzt alle diese doofen T-Shirts kaufen?“ Das sei jedem selbst überlassen, aber wenn man Zuhause gezielt knibbelt, freut sich die Großmutter.

9.53 Uhr: Das junge Gemüse ist mit kleiner Verspätung in Reisebus 3 verstaut. Es kann also losgehen, doch die größte Hürde auf dem Weg ins Zentrum Roms ist bereits das Verlassen des Parkplatzes. Die schmale Straße davor führt direkt auf den Zubringer in die Metropole und ist am Montagmorgen dementsprechend frequentiert. Das haben die Busfahrer aber auf dem Schirm: „Ganz normal.“

Das Ganze geht aber schneller als ich gedacht hätte, nach der vierten Ampelphase dürfen wir die Straße überqueren und der Verkehr fließt. Zumindest vorerst, nach einigen Kilometer mit freier Fahrt wird der Verkehr immer dichter. Bei den vielen kleinen Wagen, die die Verkehrsregeln – nennen wir es gewöhungsbedürftig – auslegen, ist das Lenken des großen Reisebusses kein Vergnügen. An den Ampeln sitzen zu Stoßzeiten Polizeibeamte, die per Knopfdruck und je nach aktueller Lage die Lichtsignale steuern.

8.58 Uhr: Tag vier der Jubiläumsfahrt des Anne-Frank-Gymnasiums beginnt für mich mit einem kleinen Schock. Gefühlt klingelt der Wecker locker eine Stunde zu früh, aber da hilft kein Jammern. Doch selbst für die Dusche ist es noch zu früh, sie holt mich mit eiskaltem Wasser aus meinen Träumen. Im zweiten Anlauf meint es das Biest dann doch noch gut mit mir und ermöglicht, das Shampoo mit warmem Wasser auszuspülen. Am Frühstücksbuffet folgt die zweite Enttäuschung:  Es gibt keine Pfannkuchen. Ja, ich mecker auf hohem Niveau! Für alles andere sorgt das große Küchenteam nämlich in beeindruckender Zuverlässigkeit.

Die Wege der Jahrgangsstufen trennen sich nach dem Frühstück. Die Klassen 5 und 6 besuchen Kolosseum, Forum Romanum, Kapitol und Pantheon. Die Siebt- bis Neuntklässler machen sich auf den Weg zu den heiligen Gemäuern: Petersdom, Kuppel, Katakomben und Aventin stehen auf dem Plan. Die Stufe EF nimmt die ersten beiden Stationen ebenfalls mit, dann geht es im Kolosseum und im Forum Romanum weiter. Die Ältesten begeben sich zunächst zu den Vatikanischen Museen, es folgt das Kolosseum. Seinen Geburtstag begeht Stufenleiter Marius Gregg mit seinen Schützlingen anschließend am Strand von Ostia Antica.

PS: Isabel Schütte hat mir wieder ihre besten Schnappschüsse vom gestrigen Tag zur Verfügung gestellt. Viel Spaß beim Durchklicken!

afg

Johanna Gesenhoff (rechts) ist 17 Jahre alt und berichtet für den Blog des WA aus der italienischen Hauptstadt.

In unseren ersten richtigen Tag in Rom sind wir mit einer Stadtführung gestartet. Alle Stufen sind gemeinsam um 10 Uhr mit den Bussen zur Engelsburg gefahren und von dort mit ihren Gruppen zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten gelaufen.

An der Engelsburg, der Engelsbrücke, der Piazza Navona, am Pantheon und am Trevi-Brunnen standen schon einige Experten bereit, die uns die Sehenswürdigkeiten näher gebracht haben. Um uns zu stärken, konnten wir in der Nähe des Pantheons zu der besten Eisdiele Roms gehen, die über 150 Eissorten führt.

Nach der Stadtbesichtigung hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Ich zum Beispiel bin mit meinen Freunden zu einer Aussichtsplattform an der Spanischen Treppe gelaufen, von der aus man einen super Ausblick über Rom hatte. Dort hatten wir nicht nur viel Spaß, sondern konnten auch den Hunger eines amerikanischen Touristen stillen, der sehnsüchtig auf unsere Kekse starrte. Da haben wir ihm natürlich einen abgegeben und ein bisschen Smalltalk gehalten.

Danach haben wir uns auf die Suche nach dem Hard Rock Café gemacht und uns – nach einem erfolgreichen Einkauf dort – zum weiteren Shoppen auf die Via del Corso, die Haupteinkaufsstraße Roms, begeben. Etwas erschöpft sind wir wieder auf unserem Campingplatz angekommen und haben erst einmal zu Abend gegessen. Typisch deutsch gab es Schnitzel mit Salzkartoffeln und Rotkohl.

Am Abend sind wir gerade nach Trastevere, das Künstler- und Studentenviertel der ewigen Stadt, gefahren. Dort haben wir den Abend gemütlich ausklingen lassen.

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