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Heute schreiben wir den 23. Januar 2011. Heute endet meine 22 Woche in Kalifornien.
Heute ist der 154 Tag.
Warum ich euch das alles so genau erzähle? Weil ich insgesamt 44 Wochen, oder 308 Tage hier bleibe. So, die ganz schnellen Rechner unter euch wissen jetzt bestimmt schon, worauf ich hinauswill:
HEUTE. IST. HALBZEIT!!
In genau 154 Tagen werde ich wieder im Flieger sitzen, diesmal aber in die andere Richtung über den Atlantik düsen und nach 309 Tagen wieder auf deutschem Boden stehen.
Dann ist alles, worauf ich so lange hingearbeitet, worauf ich so lange gewartet habe, schon wieder vorbei. Als ich angekommen bin, kamen mir die 10 Monate wie eine Ewigkeit vor.
Jetzt sind 5 dieser 10 Monate schon rum und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Wenn ich mir meine ganzen Blogeinträge durchlese und mir meine ganzen Fotos angucke, dann sehe ich, wie viel ich in diesen 5 Monaten schon erlebt habe, und doch habe ich irgendwie das Gefühl, ich müsste so viel mehr machen, meine Zeit so viel besser nutzen, weil mir ja nur noch so wenig bleibt.
„Mein“ Jahr ist auf knappe 5 Monate zusammengeschrumpft und ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll, oder nicht.
Auf der einen Seite kann ich es schon jetzt kaum mehr erwarten, euch alle bald wiederzusehen, auf der anderen Seite habe ich mir hier ein Leben aufgebaut, dass so komplett anders ist, als das in Deutschland, dass es mir Angst macht, wieder in mein „altes“ Leben zurück zu kehren.
Am Anfang habe ich immer gedacht „Wenn doch schon wenigstens Halbzeit wäre.“
Jetzt denke ich „Wenn doch wieder das ganze Jahr vor mir liegen könnte.“
Diese Woche habe ich die E-Mail mit meinen Flugdaten bekommen, ich fange jetzt schon an zu planen, wie ich meinen ganzen Kram wieder zurück nach Deutschland kriegen soll; ich höre von anderen Austauschschülern, die jetzt schon wieder geflogen sind, wie es ist wieder zuhause zu sein, und mache mir automatisch auch Gedanken, wie es wohl bei mir wird. Gleichzeitig denke ich mir, hey, irgendwas läuft hier doch falsch. Warum musst du nach der Hälfte deines Jahres schon wieder anfangen, an Deutschland zu denken?
Momentan bin ich aber so froh, noch diese 5 Monate zu haben, und ich habe mir fest vorgenommen, sie auch zu nutzen!
Okay, dass hier artet immer mehr in einen Tagebuch- als in einen Blogeintrag aus, sorry dafür.
Aber dann hab ich euch jetzt auch mal ein bisschen an meiner Gefühlswelt teilhaben lassen 🙂

Soo…was ist denn in den letzen Wochen passiert? Erstmal bin ich nach meiner extra eingeschobenen San Francisco Urlaubswoche wieder zurück in die Schule gegangen und hatte ganz schön viel nachzuholen. Jeden, wirklich jeden noch so kleinen Arbeitszettel musste ich nachreichen.
Meine Güte, da ist Schule verpassen in Deutschland dann doch schöner. Da sagt man einfach, sorry, da war ich nicht da; hab ich leider nicht, Pech gehabt.
Naja. Mit Hannahs Hilfe hab ich auch dann auch letzten Freitag endlich mein selbstgeschriebenes Gedicht auf Englisch abgegeben. Ich und Gedichte; da treffen ja eh schon zwei Welten aufeinander.
Aber dann auch noch auf Englisch UND dabei aufs Reimschema, aufs Mantra, aufs was-weiß-ich-noch-alles achten? No chance! Ich hab ihm gesagt ich kann was auf Deutsch zusammen schreibseln, aber das fand er nicht so gut. Menno. Da hab ich es halt auf Englisch mit ein bisschen Hilfe gemacht.
In der Woche habe ich dann auch meinen Flue-shot bekommen. Bei Rite-Aid. Das ist eigentlich eine Drogeriekette (so ähnlich wie dm oder Rossmann), aber hinten drin war halt auch noch so eine kleine Mini- Arztpraxis, wo man sich halt seine Impfen abholen konnte. Der nette Arzt hat dann gerade sein Käsebrötchen beendet, als wir kamen und hat seine Finger dann am Kittel abgewischt. Aha. Ich hoffe nur, die hat er trotzdem nochmal richtig gewaschen.
Ich war dann schon etwas skeptisch; hab aber nichts gesagt. War ja laut Schild ein anerkannter und geprüfter Arzt, der gute Käsebrötchen Esser.
Fünf Minuten später waren wir dann auch schon wieder raus aus dem Laden. Ob er seine Hände vorher nochmal richtig gewaschen hat, weiß ich nicht, aber irgendwas ist ganz eindeutig falsch gelaufen. Mein Oberarm ist innerhalb der nächsten Stunde auf die doppelte Größe angeschwollen und hatte einen dicken, blauen Flecken an der Einstichstelle. Impfe+Käse scheint sich nicht gut zu vertragen.
Am nächsten Tag in der Schule kamen alle an „Oh my God, what happened to you?!“ Die sind immer sofort so besorgt hier. War schon fast  ein bisschen nervig. Aber bei 25° Celsius wollte ich dann auch nicht mit langen Ärmeln rumlaufen.
Bis Samstagmorgen war mein Arm aber zum Glück wieder mehr oder weniger abgeschwollen.
Da hat mich nämlich die Alyssa abgeholt und wir sind zusammen zu ihrem Pferdchen gefahren.
Das ist vielleicht ein Lieber. Buck heißt der. Und nicht Puck wie die Stubenfliege 😀 Das habe ich nämlich erst verstanden.
Da sind wir dann ein bisschen durch die Gegend geritten und wheey, ich bin nicht vom Pferd gefallen! War doch sehr stolz auf mich. Ist ja immerhin schon ein bisschen her, dass ich das letzte Mal auf einem Pferd saß.
Danach wollten wir eigentlich ins Kino aber dann war das Wetter so schön, und da haben wir uns überlegt, an den Strand zu fahren.
Also eben bei Alyssa gehalten und Sachen geholt, eben bei mir gehalten und Sachen geholt und dann nach Oceanside gedüst. Ich liebe es, dass hier alle schon alleine Auto fahren können.
Und dann…dann stand ich doch ernsthaft im Januar bis zu den Knien im Pazifik. Wuha! Was ein toller Moment 🙂 Weiter rein sind wir dann aber doch nicht gegangen. Das Wasser ist noch verdammt kalt.
Da haben wir uns lieber in die Sonne gelegt und ein bisschen bräunen lassen (weil ich ja eh schon so blass bin, haha). Aber die Sonne geht hier immer noch so früh unter. 5 Uhr und schwupp-di-wupp verschwindet die Sonne im Meer.
Den Sonnenuntergang haben wir uns dann vom  Pier aus angeguckt. Mit Eiscremé in der Hand und Gitarrenmusik im Hintergrund. Und dann kam das absolute Highlight! Auf einmal war da so eine Flosse im Meer und wir schon total aufgeregt und dachten erstmal, es wäre ein Hai.
Aber dann kam der ganz nah an den Pier und hat dann seinen Kopf aus dem Wasser gestreckt und da haben wir dann gesehen, dass es ein Delphin war. Sooooo süß
Hach. Das Meer werde ich mit am meisten vermissen, wenn ich wieder in Deutschland bin, glaube ich.

Am Sonntagmorgen bin ich dann mit Fieber wach geworden. Das ist so verdammt klar. Ich krieg ne Impfe, damit ich nicht krank werde, und zack bin ich krank. Aber ich bin mir ja eh nicht so sicher, was der mir da rein gespritzt hat. Konnte ich also Sonntag und Montag das Bett hüten. Und dabei hatte ich für meinen freien Montag schon so tolle Pläne. Man.
Diese Woche haben wir jetzt Finals, sowas wie Abschlussprüfungen, und damit ist auch gleichzeitig das erste Semester zu Ende. Ich hab aber Glück und hab nur in drei meiner sechs Fächer richtige Exams. In Fashion & Design müssen wir ein Fashionboard mit drei eigenen Designs machen und dazu dann nen kurzen Vortrag halten, in Swimming müssen wir 2 x 100 Meter auf Zeit schwimmen und in meinem Helferjob im Career Center machen wir, denk ich mal, gar nicht. Höchstens, wer am schnellsten Zettel austeilen kann oder so 😉
Also habe ich nur Mathe, History und English als richtige Fächer. Und selbst da sind die Exams dann alles Multiple Choice Aufgaben. Schule ist einfach zu einfach hier.

Mehr hab ich dieses Mal auch gar nicht zu erzählen. Nächstes Wochenende geht es Whale Watching!! Und dann ist schon Super Bowl und dann Valentin’s Day. Und dann ist schon fast März.
Zeit, wo rennst du nur hin?

Ich schicke euch eine ganz dicke Umarmung und ein bisschen Sonne rüber!
Küsschen  

Okay, here I am again. Und ich hab soo viel zu erzählen. Also macht euch bereit, holt euch Popcorn und Cola und seid sicher, dass ihr auch schön gemütlich sitzt. Es könnte nämlich etwas länger werden.
Womit fangen wir denn mal an? Am besten mit der Hinfahrt…die war nämlich, auf ihre Art und Weise schon sehr beeindruckend.
Aufgestanden sind wir um 5 Uhr (Jaa, und das morgens am ersten Januar…) und saßen dann wirklich wie geplant um kurz vor sechs alle drei im Auto.
Bis nach L.A hab ich alles verschlafen, aber bis dahin kannte ich ja eh alles. Hinter L.A haben wir dann nochmal an einer Tankstelle gehalten…und das war dann auch erstmal das letze bisschen Zivilisation, das ich für die nächsten hundert Meilen gesehen habe. Danach kam nämlich „der Pass“.
Ein kleiner Teil eines riesen Gebirges und wir quer durch. Links meterhohe Berge, rechts meterhohe Berge, in der Mitte eine Mini-Straße und wir. Scary? Jaaa! Es war auch kein anderes Auto da. Nur wir, Felsen und Gestrüpp. Und ein paar verirrte Adler. Weil zu essen gab’s da selbst für die nichts. Als Beilage kamen dann im Hintergrund noch schneebedeckte Gipfel dazu 🙂
Als ich schon dachte, dass ganze wollte gar kein Ende mehr nehmen, tauchte auf einmal ein Schild auf. Mc Donalds: 30 Meilen. Wuhu! Und wirklich, mitten im Nichts stand er dann da. Der gute, alte Mc Donalds. Wir waren gerettet 😉 Nach einem Bacon-Egg-Muffin ging es dann weiter durch nichts.
Bis dann endlich, endlich, der Bergsee auftauchte, der laut meiner Gastschwester das Ende ankündigte, auftauchte. Und wirklich, nachdem wir Bergsee und Pferdefarm passiert hatten, waren es keine fünf Minuten mehr, bis die Berge weg waren. Wirklich, weg. Zack, bum, Flachland. Keine Ausläufer, nichts. Nur FLACHland. Ich hatte das Gefühl, ich konnte bis zur Kanadischen Grenze rüber gucken. Die Umgebung wurde dann auch seehr viel interessanter. Links Wiese und Rinder, rechts Wiese und Rinder. Uhh. Ich hab dann erstmal noch ne Runde geschlafen. Das lange Berge gucken hat mich müde gemacht 😉
Als ich wieder wachgeworden bin, und gesehen habe, dass links und rechts was anderes war als Wiese und Rinder, hab ich dann mal vorsichtig auf ein Straßenschild geguckt, ob sich denn vielleicht schon San Francisco ankündigt. Mitnichten. Auf dem Schild stand dick und fett Dublin. Dublin?! Waas? Hab ich irgendwas verpasst, als ich geschlafen hab? Einen Flug nach Europa oder so?
Die nächste Stadt war dann Madrid. Ich kam mir vor wie in Kleineuropa, nicht wie in Kalifornien. Hätte nur noch gefehlt, dass es rechts nach Berlin abgegangen wäre. Ging es aber dann doch nicht.
Rechts ging es nämlich nach Sacramento. Und das hieß, dass links San Francisco war! Wir hatten es doch wirklich fast geschafft! Nach 8 Stunden, vier Tankstellenstops, dreimal McDonalds und einem kurzen Abstecher nach Oakland, weil meine Gasteltern mir zeigen wollten, wo sie früher gewohnt hatten, lag San Francisco vor uns! Noch zwei Autobahnbrücken bis zum Haus von Jims Bruder.
Und was sehen meine müden Augen da beim Überqueren der ersten Brücke? Die Golden Gate Bridge!! Wirklich und wahrhaftig! Zwar eingehüllt in Nebel und damit kaum zu sehen, aber das war mir in diesem Moment ziemlich egal. Egal was jetzt kam, ich hatte immerhin einmal kurz die Brücke gesehen 🙂

Aber es sollte natürlich nicht mein einziges Mal bleiben. Nachdem wir am Sonntag Jims Eltern und andere Verwandte besucht hatten und Montag nochmal andere Verwandte zu uns gekommen waren (wenn mich jetzt noch einer fragt, ob ich Deutschland oder Amerika besser finde, und ob meine Eltern es wirklich ohne mich aushalten, werde ich demjenigen wohl oder übel an die Gurgel springen müssen), ging es am Dienstag dann endlich wirklich nach SF. Das Wetter war wunderbar, kalt, aber Sonne und kein Nebel. Das ist nämlich so ein Problem in San Francisco; der ständige Nebel. Da hatte ich am meisten Sorge vor, dann sieht man nämlich die Brücke nicht, bzw. nur schlecht. Aber der liebe Gott meinte es gut (hab ich mir auch verdient, wo ich jetzt jeden Sonntag in die Kirche gehe ;)).
Ich bin schon die ganze Zeit vorher wie ne Blöde in meinem Sitz rumgebounct, obwohl mein Gastdad mir vorher gesagt hat, dass man die Brücke erst nach dem Tunnel sehen kann.
Aber wer weiß. Vielleicht hat der ja auch noch nie ausprobiert halb auf seinem Sitz zu stehen um über den Tunnel zu gucken…Hab die Brücke dann im Endeffekt natürlich doch nicht gesehen ;D
Aber dann, als wir durch den Tunnel durch waren, stand sie auf einmal direkt vor uns; in voller Größe. Das war ein Gefühl. Soo unbeschreiblich. Da saß ich dann auch ganz still auf meinem Platz. Es hatte sich ausgebounct. Ich war viel zu überwältigt. Egal, wie oft man die Brücke schon in Filmen oder Bildern gesehen hat, wenn man dann auf einmal davor steht, ist das einfach nur unglaublich.
Wir sind dann in alle möglichen Ecken gefahren, um die Brücke auch von jedem Winkel aus fotografieren zu können. Und dann ging es sogar über die Brücke! Soo toll!…Ich rede von der Brücke, als wäre sie irgendwie ein Lebewesen oder so was… ;D
Nach einer Stunde Brücke angucken und hundert Fotos schießen, sind wir dann weiter gefahren, zum „Lands End“. Creepy? Nur ein bisschen. „Lands End“ wird der naturbelassene Küstenteil genannt. Nur ein ganz kleiner Teil ist bebaut und dort stehen die Häuser dann wirklich bis zum Rand an der Klippe. Anstatt nem Garten hat man das Meer vor der Hintertür.
Danach ging’s weiter zur Legion of Honor, ein Kunstmuseum, in dem Kunstwerke und Schätze aus über 6,000 Jahren europäischer Geschichte ausgestellt sind. Ich will es jetzt nicht zu sehr mit geschichtlichem Kram langweilen. Wir haben uns auch nur einen Teil der Ausstellung angeguckt, ansonsten hätten wir den ganzen Tag da verbringen können.
Okay…jetzt muss ich mal kurz meine Liste zur Rate ziehen, wo es als nächstes hinging. Ich hab nämlich alles ganz genau aufgeschrieben. Sonst hätte ich jetzt wahrscheinlich auch schon die Hälfte vergessen.
Ahja, genau, als nächstes war das Cliff House an der Reihe. Das Cliff House ist eines der alten Badehäuser in San Francisco und das einzige, das jetzt immer noch steht. Allerdings ist auch das schon ein paar Mal abgebrannt und dann wieder neu aufgebaut worden. Und inzwischen ist es kein Badehaus mehr sondern ein (teures) Restaurant mit einem kleinen Museum. Und einem riesen Saal für Feiern, Hochzeiten und so weiter. Ich weiß jetzt, wo ich mal heiraten will 😉 Von den anderen zwei Badehäusern gleich nebenan ist nur noch das Fundament mehr oder weniger erhalten.
Fragt mich bitte nicht, warum denen die Badehäuser direkt am Meer ständig abgebrannt sind…ich habe keine Ahnung. Dafür schwammen in den Ruinen jetzt die Enten und Möwen rum. Ist doch auch schön. Da haben wir dann auch Küsten Mammutbäume gesehen. Da muss ich ein Bild von online stellen. Die werden nämlich je weiter sie vom Meer weg sind, immer größer und die vorderen sind nur so kleine Bäumchen, dafür haben die aber an der Meerseite fast Blätter bis zum Boden…sieht aus wie ein Wall aus Bäumen 🙂
Überhaupt sieht die ganze Lands End Küstenregion soo traumhaft schön aus. Einfach unbeschreiblich.
Dann haben wir Lands End und das Meer aber doch mal hinter uns gelassen und sind in den Golden Gate Park aufgebrochen. Der Golden Gate Park gehört mit zu den größten innerstädtischen Parks der Welt und ist mit seiner Fläche von 4,1 qm² sogar größer als der Central Park.
Und wir haben es natürlich geschafft, uns zu verlaufen. Aber dabei haben wir ein paar ganz süße Fleckchen Erde entdeckt. Wasserfälle, Seen, Blumen, Baumriesen…sogar Bisons gab es (eingezäunt natürlich). Irgendwann sind wir dann zur Mitte des Parks gekommen…und wer auch immer da Architekt für das Museum war, sollte eingesperrt werden. Wie kann man so eine hässliche Metallkonstruktion in so eine schöne Umgebung stellen? Grr. Das alte Gebäude ist damals bei einem Erdbeben eingestürzt und ja…dafür hat man das jetzt dahin gesetzt. Aber immerhin stand das japanische Teehause noch. So was süßes. Richtig…japanisch halt. Mit den ganzen Verzierungen und Bemalungen 🙂
Nach unserem ausgiebigen Parkspaziergang war es dann Zeit für einen späten Lunch. Und, was sollte man in San Francisco, umgeben von Meer, essen? Genau, Fisch. Yummie!
Frisch gestärkt ging es dann weiter ins Stadtinnere zur St. Mary’s Church. Diese Kirche ist sozusagen die Mutterkirche von San Francisco und den umliegenden Bezirken und wirklich beeindruckend.
Ich versuch gar nicht erst, es zu beschreiben, sondern stelle lieber ein paar Bilder online.
Danach haben wir uns auf die Suche nach dem AT&T Park gemacht. Das ist eines der größten Baseballstadien in Kalifornien und da spielen dann die ganzen großen Clubs und natürlich der Heimverein, die „SF Giants“.
(Und was sehe ich neben dem Stadion für ein Schild? Cavalia! Da musste ich doch mal kurz an meine liebste Caro und an Berlin denken. Wir waren in einer Show, die sogar in San Francisco gezeigt wird…und sind damals zu spät gekommen 😀 )
Vom AT&T Park aus hatte man dann auch einen wunderbaren Blick auf die Bay Bridge. Die ist länger als die Golden Gate Bridge, aber nicht ganz so bekannt. Das ist aber die Brücke, die bei einem Erdbeben schon mal zusammengebrochen ist (daher wusste ich dann, was das für eine Brücke war).
Nach einem kurzen Abstecher zum Pier No. 1 und dem Ferry Building ging es dann zu meinem neuen Lieblingsplatz in San Francisco (mal abgesehen von der Golden Gate Bridge): Ghiradelli!
Noch nichts von gehört? Schämt euch alle miteinander. Da gibt es die tooollste Eiscreme der Welt und man kann live dabei zugucken, wie die Schokolade gemacht wird.
Und es war ein seehr internationales Flair da. Rechts von uns Franzosen, vor uns Italiener, hinter uns Japaner und…was vernahm mein Ohr da auf einmal für vertraute Töne? Deutsch! Links von uns saßen Deutsche! Die musste ich dann doch erstmal ein bisschen zu quatschen. Und dabei ist mir dann aufgefallen wie schlecht mein Deutsch wirklich ist. Ich hab die ganze Zeit Deutsch und Englisch durcheinander gemischt. Das kann ja noch was werden, wenn ich wiederkomme^^
Deutsch hab ich in den paar Tagen da oben aber sowieso öfter gehört als in den ganzen vier Monaten davor. Sich ständig beschweren, dass kein Geld da ist, aber dann über Neujahr mal eben nach San Francisco düsen, jajaja 😉
Nach unserer (natürlich zu kleinen) Portion Eiscreme sind wir dann nochmal runter zum Meer gegangen und haben uns die Golden Gate Bridge während des Sonnenuntergangs angeguckt.
Da könnte ich leben. Zwischen Ghiradelli, Meer und Bridge. Hach.
Bevor die Sonne dann aber ganz weg war, musste ich mir noch schnell die Cable Cars angucken. Das sind diese Bimmel Bahnen. In eine davon fährt Mia in Plötzlich Prinzessin rein, als sie den Berg wieder runter rollt 😉 Da, wo wir waren, war auf jeden Fall der…Parkplatz? Und jedes Cable Car hat ein Glöckchen vorne und die Fahrer bimmeln dann immer um die Wette, um die meisten Fahrgäste anzulocken. Manche können sogar richtige Lieder mit ihrem Glöckchen spielen 🙂
Jaa, das war mein erster Tag in San Francisco. Und der zweite folgt sogleich, haha.
–Ich warnte ja schon, dass dieser Eintrag lang wird. Ich hoffe, der Blog hat keine Wortbegrenzung oder so und die Hälfte ist nachher wieder weg… —
Das zweite Mal um 8 Uhr aufstehen nach dem langen Tag davor fiel zwar nicht mehr ganz so leicht, aber nachdem ich nach dem Tunnel wieder die Golden Gate Bridge vor mir hatte, war auch die Müdigkeit verschwunden.
Unser erster Stop war die Lombard Street. The Crookiest Street in the World. Die gekrümmteste Straße der Welt. Wahre Worte. Da ging es in Schlangenlinien runter. War schon ein bisschen gruselig, da runter zu fahren. Und meine Gastmum hatte so viel Angst, dass sie lieber die Treppe an der Seite runter gelaufen ist.
Danach sind wir doch wirklich an der von mir schon beschriebenen  Filmstelle von Plötzlich Prinzessin vorbei gekommen! Ich hätte es erst gar nicht gemerkt, wenn ich nicht den Straßennamen Rose gelesen hätte…und die Omi von Mia hat den Polizisten ja den Orden der Rose verliehen. Okay, wahrscheinlich weiß kein Mensch, wovon ich gerade rede. Sorry. Aber ich kann den Film fast auswendig 😉
Danach sind wir so ein bisschen an den ganzen Pieren entlang gewandert und haben dabei dann auch mal einen guten Blick auf Alcatraz bekommen. Das ist/war ein Hochsicherheitsgefängnis und liegt logischerweise auf einer Insel. Da kamen nur die ganz, ganz Bösen rein. Und wahrscheinlich auch nie wieder raus. Uhh. Erinnerte mich ein bisschen an Askaban von Harry Potter.
Zwischen Pier 38 und Pier 39 haben wir dann das tollste, tollste, tollste Café der Welt entdeckt.
Das Rainforest Café. Erstmal schlug einem, wenn man reinkam wirklich schwül warme Luft ins Gesicht und dann sah alles wirklich aus, wie im Regenwald. Mit Schlangen und Elefanten und Gorillas und Papageien und Vogelgezwitscher und Affengeschrei… natürlich alles nicht echt, aber dank des Dämmerlichtes hab ich mich dann doch etwas erschrocken, als auf einmal eine Schlange direkt vor meinem Gesicht baumelte.
Wir kamen dann auch gerade passend zum Monsun. Es hat wirklich da drin geregnet! Und gedonnert und geblitzt. Ich konnte mich gar nicht mehr einkriegen. Ein bisschen Regenwald mitten in San Francisco 🙂
Wieder draußen haben wir nach der schwülen Luft erstmal einen Kälteschock bekommen, obwohl es am Dienstag eigentlich ungewöhnlich warm war. Nach einem kurzen Abstecher am Fisherman’s Wharf ging es dann zum Pier 39. Und ich wunder mich schon, als wir näher kommen und die ganzen Seerobben hören, wo die denn wohl sind. Und dann kommen wir um die Ecke und da liegen sie alle auf den Holzplanken, an denen eigentlich Schiffe anlegen sollten. Ungefähr zwanzig Seerobben, die sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Einfach so. Ich kam von einem persönlichen Highlight ins nächste 😉
Am Pier 39 gibt es dann auch noch eine kleine Einkaufstraße und die Geschäfte sehen alle so aus, wie so kleine Fischerhütten. Und in der Mitte stand so ein riesiges, altes Karussell. Soo süß.
Ich hätte mich eigentlich an jedem Platz, den wir besucht haben, Stunden aufhalten können.
Allerdings rief ja noch Chinatown und der Union Square. Also wieder ab ins Auto und durch halb San Francisco gedüst. Und dann waren wir auf einmal in Kleinchina. Überall rot und gelb mit Drachen drauf, überall chinesische Schriftzeichen…und ein leicht ekeliger Geruch. Naja. China ist ja für seine Esskultur bekannt. Ich hab mich dann erstmal in die ganzen, schönen Lampions verliebt, die da überall hingen und hab mir überlegt, ob es wohl auffällt, wenn ich vorsichtig einen abhänge. Aber hab ich dann natürlich doch nicht gemacht. Ich bin ja lieb.
Kaum aus Chinatown raus kam dann das krasse Gegenteil. Der Union Square. Wenn ich jetzt noch ein paar mehr Limousinen und Anzugleute mit Louis Vuitton und Tiffany’s Tüten sehe, für die fast der rote Teppich ausgerollt wird, wenn sie in ein Restaurant kommen, krieg ich langsam Komplexe.
In der Mitte vom Square war eine riesige Eisbahn aufgebaut. Voll schön. Aber $9 für eine Stunde fahren. Ehm, ne, da warte ich doch lieber, bis ich nächsten Winter wieder auf dem Hammer Weihnachtsmarkt rum schlittern kann. Und vor den ganzen Anzugtypen wollte ich mich dann auch nicht zehnmal aufs Eis legen. Komischerweise sehe ich immer nur reiche, aber nie berühmte Leute außer diese mysteriöse Person in Starbucks. Oder ich erkenn sie einfach nur nicht…
Diesmal hatten wir frühes Dinner in der Cheesecake Factory im siebten Stockwerk von Macy’s. Von da aus hätte ich den ganzen reichen Leuten auf den Kopf spuken können 😉 Die Factory macht ihrem Namen übrigens alle Ehre. Die haben so leckeren Käsekuchen. Aber trotzdem nicht besser als der von Mama.
Danach hieß es dann Abschied nehmen von San Francsico. Ein letzes mal über die Brücke, ich habe mir fast den Nacken ausgerenkt, damit ich sie noch so lange sehe wie möglich und dann war sie weg.
Traurig. Aber ich habe mir vorgenommen, auf jeden Fall nochmal wiederzukommen. San Francisco ist toll 🙂

Am nächsten Morgen saßen wir dann wieder um halb sechs im Auto, bereit für die Rückreise. Diesmal ging es aber nicht den Highway 5 entlang sondern den Highway 101. Direkt an der Küste.
Unser erster Zwischenstopp war in Carmel. Das ist ein süßes Städtchen. So stell ich mir Italien am Mittelmeer vor. Nur, dass es da wohl wärmer ist. Mit den Füßen musste ich das Wasser dann trotzdem mal testen. Brr. Gefühlte -10°C. War trotzdem schön. In Carmel war übrigens Clint Eastwood mal Bürgermeister. Jaja, man lernt nie aus.
In Carmel wäre ich auch gerne noch etwas länger geblieben, aber da meine Gasteltern nicht so gerne 24 Stunden von San Francisco nach Fallbrook brauchen wollten, ging es nach Besichtigung der „Basilica“ (wenn man sich vorher noch nicht in Italien gefühlt hat, dann spätestens beim Angucken dieser Kirche), wieder weiter.
Der nächste Halt war Morro Bay. Eigentlich nur ein kleines Örtchen mit nichts besonderem, bis man dann zur Bucht kam. Mitten in der Bucht stand nämlich ein riesiger Vulkanfelsen, komplett von Wasser umgeben. Und ich hatte mich schon gewundert, wo der riesige Felsklotz mitten im Meer herkommt, hmpf. Im Nachhinein kam ich mir dann etwas dumm vor. Ein Vulkan macht ist natürlich schon irgendwie logischer. Da der Vulkan naturgeschützt ist, nisten da drauf ganz viele verschiedene, mitunter sehr seltene Vogelarten. Da hab ich doch glatt ein paar graue Pelikane gesehen 🙂
Das war dann auch unser letzter Stopp, bevor es wieder ins vertraute Gebiet in L.A ging (ich nenne L.A vertraut..langsam geht’s los…). Eigentlich hätte man an jeder Ecke entlang des Highways aussteigen können. Ich hab noch nie so schöne, unberührte Natur gesehen. Einfach nur unglaublich und sehr schwer zu beschreiben , wenn man es nicht selbst gesehen hat.
Um halb 10, nach knapp 16 Stunden Autofahrt, bogen wir dann wieder in unsere Einfahrt ein und begrüßten einen sehr angesäuerten Jedai, der jeden anfauchte, der ihm zu nahe kam (Er war ganz eindeutig mad at us) und damit war eine wunderbare Woche dann auch schon wieder vorbei.

Okay, ich warnte euch, es würde lang werden, aber so lang habe ich dann doch nicht gedacht…
Ich hoffe, es nimmt sich überhaupt irgendjemand Zeit, dass zu lesen.
Dieser ganze Trip war etwas, das für mich hier mit zu den beeindruckenden Erfahrungen meines ganzen Aufenthalts zählt. Und ich bin immer mehr begeistert von der Vielseitigkeit Kaliforniens, das aus so viel mehr besteht als aus großen Städten, Sonne, und Stars.  Manche Szenen würde ich am liebsten irgendwie mitnehmen und nach Belieben wieder hervorholen. So Marmeladenglas Momente. Obwohl ich dann ganz schön viele Marmeladengläser bräuchte.

Ende Januar geht es zum Whale Watching. Also macht euch für einen weiteren, wahrscheinlich zu euphorischen Bericht bereit 😉

Ich drück euch alle ganz doll.
Dickes Küsschen nach Germany! :*

Mein letzter Blogeintrag in 2010. Der nächste ist schon in dem Jahr, in dem ich auch schon wieder nach Hause fahre. Ab Morgen kann ich sagen, dieses Jahr geht es wieder zurück nach Deutschland.
Unglaublich, wie schnell die Zeit hier vergeht.
Vier Monate sind um und sie kommen mir vor wie vier Wochen. In weniger als nem halben Jahr steh ich schon wieder bei euch auf der Matte. Waah, wo ist die Zeit?! 😉
Ich weiß noch genau, wie ich mir letztes Jahr um diese Zeit einen Keks gefreut habe, weil ich jetzt endlich sagen konnte, ich fahre DIESES Jahr nach Amerika. Tja, und ein Jahr später ist das Ganze schon fast halb rum. Das Warten kam mir sooo ewig lange vor und ich wusste nicht, wie ich die Monate rumkriegen sollte, und hier hab ich das Gefühl, dass die Zeit nur so an mir vorbeifliegt.
Wie Weihnachten oder Geburtstag. Da freut man sich auch erst ewig drauf, und dann ist es ganz schnell wieder vorbei.
Aber sechs Monate sind immerhin sechs Monate. Da kann man ja noch so einiges machen  🙂

Von dieser Woche hab ich eigentlich gar nicht so viel zu erzählen, aber ich wollte nochmal schreiben vor San Francisco, weil das sonst wieder so ein hyper-mega-langer Eintrag werde würde (Okay, wird es wahrscheinlich trotzdem…).
Also. Am Dienstag sind wir schon um 7 Uhr aufgestanden, weeeil wir nach L.A gefahren sind! Eigentlich wollten wir um 8 Uhr Alyssa einsammeln, aber das hat schon mal nicht so geklappt… Ich weiß nicht, warum, aber meine Gastmum schafft es immer wieder, in der letzten Minute noch irgendwas anzufangen, was sie dann natürlich auch noch „eben schnell“ fertig machen will. Also sind wir immer zu spät. Ich komm mir vor wie zuhause in Deutschland, nur das ich hier nicht rummecker ;D
Dann sind wir aber doch endlich los, und haben dann beim Home Depot noch zwei von Barbaras Lehrerkollegen getroffen. Das war was. Drei Lehrerinnen und zwei arme Schülerinnen in einem Auto.
Auf der Fahrt hab ich mir dann erstmal nen Keks gefreut, als wir den Big Bear gesehen haben und der Schnee auf der Spitze hatte (Sagt man da Spitze zu…?). Der Big Bear ist der höchste Berg in Orange County und jaa, der kriegt dann sogar mal Schnee.
Aber im Flachland konnte man Dienstag trotzdem im T-shirt rumlaufen. In L.A angekommen, sind wir dann erstmal durch L.A Downtown gekurvt, weil wir uns verfahren hatten. Natürlich 😀 Aber dann haben wir es nach einer halben Stunde Fahrt und ca. 2 Meilen pro Stunde doch noch geschafft und waren am Farmers Market.  Den kann man sich so ähnlich vorstellen, wie der Viktualienmarkt in München. Mit ganz viel Obst und Gemüse und kleinen Ständen und so. Ziemlich süß. Ich hab ein Crossaint erstanden. Es war soo toll. Himmel. (Jaa, man lernt, sich auch über die kleinen Dinge des Lebens zu freuen ;)).
Danach wollten wir lecker Essen gehen; mussten allerdings erst unser Auto umparken, weil man da überall nur zwei Stunden parken durfte. Hmm, gut, dass wir 2 ½ Stunden über den Markt geschlendert waren.
Wir kamen also in die Straße, wo unser Auto stand, und, natürlich, fuhr gerade da ein Polizeiauto an uns vorbei, hielt an unserm Auto…und guckte uns dann nur grinsend entgegen. Dann standen wir alle fünf vor ihm und fingen alle gleichzeitig an, uns zu entschuldigen. Und DANN hat er doch tatsächlich nen Zettel  bei uns an die Windschutzscheibe gehangen, dass wir da den ganzen Tag parken können. Strike! So ein netter Mensch. Liebe Knöllchenverteiler in Deutschland, bitte ein Beispiel dran nehmen 😉 Aber ich glaube, er wollte einfach nur die fünf hysterischen Frauen loswerden, die da auf ihn einredeten.
Nach dem Essen sind wir dann zum Grooth gegangen. Ist so ein bisschen ne Nobeleinkaufsstraße.
Aber alles war noch so schön weihnachtlich dekoriert und so. War schön. Nur, dass ich mir dezent fehl am Platz vorkam (mal wieder, haha). Aufgetakelte Mütter mit riesen Gucci Handtaschen hatten ihre 7-jähirgen, geschminkten, mit Abercrombie & Fitch Pulli ausgestatteten Kinder in Mini Stöckelschuhen neben sich her trippeln. Ehm. Verkehrte Welt?
An dem Tag hab ich auch so viele Limos gesehen wie vorher in meinem ganzen Leben noch nicht.
Eigentlich war da ja Fahrverbot, trotzdem kam alle fünf Minuten so ein Teil mit lautem Gehupe von hinten an…Tss.
Alyssa und ich sind immer noch überzeugt, dass wir Johnny Depp von der Limo in einen Laden haben huschen sehen, aber das war wohl doch eher eine Wunschvorstellung ;D
Dafür  haben wir dann bei Starbucks diesen einen Typen gesehen, den wir nicht kannten, dafür aber alle anderen. Echt, da steht man da nichts ahnend und will seinen Kaffee bestellen, auf einmal fängt um einen rum alles an zu kreischen, Bedienung mit eingeschlossen. Help?!
Ich weiß immer noch nicht, wer der Typ war. Ich weiß nur, dass ich wegen ihm bestimmt zehn Minuten länger warten musste, weil der Herr natürlich zuerst bedient werden musste und leichte Entscheidungsschwierigkeiten hatte. Nur einen Schuss Kaffee, oder doch zwei, vielleicht auch drei…oder soll ich doch lieber einen Tee nehmen? Grr.
Jaa, das war mein Tag in L.A. Auf der Rückfahrt haben Alyssa und ich eine Liste gemacht, mit Sachen, die wir noch machen müssen, während ich hier bin. Bis jetzt haben wir Zwanzig 😀

Mittwoch waren Shannon und Greg bei uns uuund ich hab das erste Mal das Baby gefühlt 🙂
Echt, jedes Mal, wenn ich bis jetzt gefühlt hab, war nie was, aber Mittwoch dann endlich. Ich hab mich voll gefreut.
Heute war ich dann auch endlich mal Tangled gucken mit der Alyssa. Endlich, endlich, endlich.
Ich weiß gar nicht; läuft das in Deutschland schon? Ist ein Disneyfilm, der so ein bisschen die Rapunzel Geschichte erzählt. Nur etwas abgeändert. Der Film ist sooo toll 🙂 Ich kann gar nicht abwarten, bis die DVD rauskommt.
Achja, und wir waren zum Lunch bei Freunden von Barbara und Jim und die haben extra für mich Deutsch gekocht. Rouladen und Spätzle (selbstgemacht) und sie hatten sogar Pfeffernüsse. Richtige, echte deutsche Pfeffernüsse!! Ich konnte es gar nicht glauben.
Und morgen machen wir Gulasch mit deutschen Spätzlen (Danke, Mama). Aww, was eine Woche. Gulasch, Crossiant, Rouladen, Pfeffernüsse und die ganzen Weihnachtssüßigkeiten von zuhause.
Wunderbärchenhaft ist das doch 🙂

Ich wünsche euch ein schönes Silvester, meine Lieben, und einen guten Rutsch. Das nächste Mal, wenn wir voneinander hören, ist schon 2011!
Ich denk an euch und hab euch lieb 🙂

Erstmal nochmal nachträglich: Frohe Weihnachten, Merry Christmas, Feliz Navidad 🙂
Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Weihnachtsfest.
Bevor ich jetzt von meinem amerikanischen Christmas erzähle, muss ich erstmal noch ein bisschen in der Zeit zurückgehen und von meiner letzten Schulwoche und dem Anfang der Ferien berichten.
Vorletzten Samstag, also das Wochenende vor meiner letzten Schulwoche, waren meine Gasteltern und ich erst abends bei einem superschicken Christmas Dinner.
Wirklich SUPER-schick. Freunde von meinen Gasteltern richten das irgendwie mit aus, deshalb sind wir da für fast umsonst reingekommen. Sonst hätten wir wohl ein halbes Vermögen dafür bezahlt. 
Und die Leute sahen alle so piekfein aus. Ich kam mir doch etwas fehl am Platz vor. Manche Frauen hatten sogar ein Abendkleid an; fast alle Männer waren im Anzug…und die Vivien in Strumpfhose, Stiefeln, Rock und Bluse. Jaa. Dabei war das Essen noch nicht mal so gut. Außer der Salat und das Obst. Und die Erdbeeren mit Quark. Hmm. Frische Erdbeeren im Dezember sind doch was feines.
Aber dann wurde endlich das Dessertbuffet freigegeben. Da hab ich dann mein Dinner gegessen, haha 😉
Die Plätzchen waren soo lecker. Da hab ich doch erstmal unauffällig zwei Stück mitgenommen.
Ich brauchte ja Verpflegung für die Autofahrt, weil meine Gasteltern (bzw. eher meine Gastmum) sich überlegt haben, zu dem State Champion Chip Football Game ihrer Schule zu fahren.
Was Champion Chip ist, habe ich glaube ich, schon mal vorher erklärt. Nur das das jetzt nochmal eine Nummer größer war, weil es erstens für den ganzen Staat war und zweitens Football sowieso wichtiger ist als Wasserball.
Wir kamen dann ein bisschen zu spät und mussten prompt erstmal eine Viertelstunde laufen, weil wir keinen Parkplatz mehr gefunden haben. Jaja. Immerhin kamen wir umsonst rein, weil meine Gastmum da ja, wie gesagt, Lehrerin ist. Tja, Connections muss man haben 😉
Die ersten beiden 15 Minuten haben wir verpasst. Machte aber nicht soo viel. Die letzten 30 Minuten haben auch gereicht. Eigentlich sind 30 Minuten Football perfekt. Da findet man dann nämlich auch die tausend Unterbrechungen noch nicht so langweilig.
Wir kamen also passend zum Beginn der dritten Time darein, und oh mein Gott. Da war eine Stimmung. Zu dem Zeitpunkt hat das Team von der Schule meiner Gastmum, die Tigers, geführt.
Dann führten aber die anderen wieder, dann wieder wir. Und dann war Halbzeit (also nicht Halbzeit aber naja…Pause halt). Und ich weiß nicht, was die in der Pause gemacht haben.
Auf jeden Fall gab es danach einen Touchdown nach dem anderen. Es war wirklich mal eine GANZE 15 Minuten Halbzeit spannend, zu zugucken.
So ungefähr zwei Minuten vor Schluss hat der Sprecher dann schon durchgesagt, dass man doch bitte nach Ende des Spiels nicht aufs Spielfeld laufen sollte.
Eine Minute vor Schluss lagen sich schon alle Footballer in den Armen, kurze Zeit später waren die Cheerleader bei ihnen und der Schlusspfiff ging dann schon im Gejubel unter. 
Die weiteren Hinweise, doch bitte nicht aufs Spielfeld zu laufen, verhalten dementsprechend auch ungehört und zwei Minuten später war die halbe Schule auf dem Feld.
Aber das Schönste war eh, wie sich die Footballspieler gefreut haben. Die konnten sich gar nicht mehr beruhigen (okay, eigentlich konnte sich keiner mehr beruhigen). War auf jeden Fall schön.
Und obwohl es nicht meine Schule war, hab ich mich auch von der Begeisterung anstecken lassen.
Ich liebe dieses Feeling. Kann Deutschland bitte mal eine  Meisterschaft gewinnen, damit wir die Stimmung auch mal haben? 😉

Die letze Woche Schule verlief dann sehr ereignislos. Alle haben nur noch auf Ferien gewartet. Auch die Lehrer. Nur Report Cards gab es. Ich bin so gut hier in der Schule 😉 Alles A’s außer Algebra ein B+.
In Englisch bin ich drittbeste. Und von den zweien, die besser sind, wohnt eine erst seit zwei Jahren in Amerika. Ja, was ist denn los mit den Amerikanern? Ich dachte, die sollten Englisch können^^
Am Freitag haben wir den ganzen Tag nur Filme geguckt. Ich bin also praktisch von einem Film in den anderen gestolpert und hab die meiste Zeit so halb geschlafen. Was ein verschwendeter Tag.
Dafür bin ich auf dem Nachhauseweg pitschnass geworden…
Jap, in Kalifornien war Land unter. In meiner letzten Schulwoche fing es schon an, und am Wochenende wurde es immer schlimmer mit dem Regen. Und dem Wind.
Der Sturm kam irgendwo von oben, San Francisco oder Kanada oder so, und hat deshalb auch ziemlich kalte Luft mitgebracht. Und ab Montag ging dann gar nichts mehr. Straßen waren überflutet, es gab Erdrutsche, Häuser standen unter Wasser… Dabei fand ich, um ehrlich zu sein, das Wetter gar nicht soo schlimm. War jetzt nicht schlimmer als so mancher Herbsttag in Deutschland.
Das Problem war nur, dass hier einfach nichts für mehr als fünf Regentropfen gemacht ist. Ab da weiß nämlich keiner mehr wohin mit dem Wasser, weil hier die Straßen keine Gullys haben.
Sprich das Wasser staut sich munter immer weiter an und bildet eigenständig Seen und Flüsse, wo es ihm gefällt. Am Montag wurde man davor gewarnt, aus dem Haus zu gehen, am Dienstag hatte man eh nicht mehr die Möglichkeit, weil fast alle Straßen wegen Überflutung gesperrt waren.
Mittwoch kam zu dem Regen auch noch Sturm, und dann, natürlich, fiel auch noch der Strom aus. Aber zum Glück nur für ein paar Minuten. Und Donnerstagmorgen, oh Wunder, wachte ich auf und hörte zum ersten Mal seit über eine Woche KEINE Regentropfen aufs Dach prasseln.
Nein, im Gegenteil, die Sonne hat geschienen. Wuhu, man kann wieder raus! Das haben wir dann natürlich auch sofort genutzt und sind abends mit Alyssa nach Macy’s gefahren. Dort habe ich dann auch mein letzes Geschenk für meine Gastschwester und Greg gefunden.
Und am Freitag war schon Heiligabend. Christmas Eve. Morgens, muss ich zugeben, hatte ich ziemlich Heimweh, wenn ich so darüber nachgedacht habe, dass meine Lieben zuhause jetzt in der Kirche sitzen, Bescherung machen oder Raclette essen.
Aber Mittags sind wir dann zum Glück zum Bruder von Greg zum Christmas Eve Dinner gefahren, da war ich abgelenkt. Ich hab sogar ein paar kleine Geschenke gekriegt. Hab ich gar nicht mit gerechnet, weil ich die meisten davon erst einmal gesehen haben. Abends sind meine Gastmum und ich dann noch in die Kirche gegangen und ich hab bei Stille Nacht, Heilige Nacht ein paar Tränchen verdrückt.
Am Christmas Day sind Shannon und Greg zu uns gekommen und wir haben erst ein bisschen was gegessen und dann Bescherung gemacht. Und so langsam kam ich sogar in Weihnachtsstimmung. Von meiner Gastschwester hab ich einen Ring mit einem Herz bekommen. Soo süß 🙂
Und dann noch eine Itunes Giftcard und eine Flauschebademantel und eine Kette…und natürlich meine zwei Pakete aus Deutschland. Nochmal Dankeschön dafür. Ihr seid die beste Familie, die man sich wünschen kann. Und jetzt habe ich erstmal einen Vorrat an deutschen Süßigkeiten 🙂
Hinterher gab es dann richtig Dinner. Und dann haben wir Spiele gespielt. Unter anderem Rummikub. Mit Greg irgendwelche Familienspiele zu spielen, ist das Beste 😀 Er ist soo ein Regelfanatiker, und wenn sich dann irgendwer mal nicht hundertprozentig daran hält, wird er fuchsteufelswild.
Shannon und ich haben uns dann die ganze Zeit drüber lustig gemacht und extra gegen Regeln verstoßen ;D
Jaa, das war mein amerikanisches Weihnachten. War eine schöne Erfahrung. Aber trotzdem bin ich froh, nächstes Jahr Weihnachten wieder zuhause feiern zu können.

Jetzt habe ich noch zwei Wochen Ferien. Und eine davon bin ich iin SAN FRANCISCO!! Hach, da freu ich mich schon soo drauf. Und dafür krieg ich sogar eine Woche extra Ferien 🙂

Küsschen nach Deutschland, versinkt nicht im Schnee und passt auf euch auf, damit ich euch auch alle heile wiederbekomme  😉

Ich habe gerade mit Schrecken gesehen, dass der letzte Eintrag schon wieder 1 ½ Wochen her ist. Ups. Also macht euch bereit für einen Marathon Blog, ihr Lieben. Letztes Wochenende und die Woche davor ist nämlich einiges passiert.
Erstmal: Es sind noch 16 Tage bis Weihnachten.
Was darf da natürlich nicht fehlen? Genau, Weihnachtsdekoration und Tannenbäume .  
Wer jemals einen amerikanischen Weihnachtsfilm gesehen hat und die ganze Beleuchtung übertrieben fand, dem sei gesagt; es sieht wirklich so aus. Von leuchtenden Pinguinen, blinkenden Weihnachtsmännern und die Farbe wechselnden Renntieren ist alles dabei. Dazu dann noch Lichterketten in allen Farben und Formen. Unser Nachbar hat ernsthaft eine Zuckerstangenlichterkette. Kein Scherz. Sachen gibt’s ;D
Wir haben jetzt nicht soo viel draußen gemacht (für die Verhältnisse hier), dafür aber drinnen ganz schön dekoriert. Mein Lieblingsteil ist der singenden Schneemann. Der steht auf der Kommode an der Haustür und JEDES Mal, wenn man daran vorbeigeht, fängt der an „Jingle Bells“ zu singen. Gosh. Und ich habe mich die ersten Male morgens immer so erschrocken 😀
Unseren Weihnachtsbaum haben wir vorletzten Sonntag gekauft. Das hat gedauert. Weil Barbara und ich natürlich den schönsten Baum haben wollten. Also haben wir den ganzen Platz abgesucht (und am Ende natürlich doch den genommen, den wir von Anfang an schön fanden…aber es hätte ja noch ein besserer da sein können) und Jim stand die ganze Zeit am Eingang und hat vor sich hin gefroren (Glaubt es, oder nicht, 12°C können sich verdammt kalt anfühlen, wenn der Wind vom Meer kommt). Dafür durfte er den Baum dann hinterher auch aufstellen. Haha. Dann haben Barbara und ich schön den Weihnachtsmusik Channel im Fernseher angemacht und haben den Baum geschmückt.
Aber nicht nur mit Kugeln wie zuhause, sondern mit allem. Sogar Schneewittchen und die 7 Zwerge hängen jetzt dran. Obwohl mysteriöser Weise seit zwei Tagen ein Zwerg fehlt…Ich verdächtige Jedai ganz stark 😉 Nach dem Baum schmücken haben wir dann noch das restliche Haus dekoriert und ich bin erstmal fast angefangen zu heulen, als der Weihnachtslieder Channel „Ihr Kinderlein kommet“ gespielt hat. Was müssen die auch deutsche Weihnachtslieder spielen. Wirklich.

In der letzten Schulwoche hatten wir das Motto „Breaking Down the Walls“. Sprich, man soll sich nicht mit seinen Ängsten und Problemen verkriechen, sondern damit zu anderen gehen und darüber reden, damit man nicht daran kaputt geht, und so weiter. Das Ganze war eigentlich mehr für die Seniors, aber am Montag hatte jede Stufe eine Stunde anstatt Unterricht in der Turnhalle und durfte sich da dann eine „Rede“ anhören (Sorry, mir fehlt gerade das passende deutsche Wort).
Am Anfang hangen wir Juniors da echt alle nur, halb am Einschlafen, und dann hat unser Direktor den auch noch angekündigt als „den besten High School Speaker in America“. Wenn ein Direktor den schon so vorstellt…
Aber dann war der Typ echt so gut. Ich hab leider den Namen vergessen…Taylor irgendwas.
Also auf jeden Fall war der so witzig. Dabei war das Thema, über das er geredet hat, ja eigentlich ernst. Aber er hat da immer wieder so lustige Sachen mit reingebracht. So von seiner eigenen Schulzeit und so. War echt gut 🙂 Nur am Ende wurde es dann traurig. Seine ganze Rede drehte sich eigentlich um diesen einen Jungen, der immer super beliebt war, den alle mochten, der alles konnte…am Anfang hat Taylor erzählt, wie er den kennengelernt hat, als er an der Schule des Jungen gesprochen hat und wie er gedacht hat, dass der Typ das perfekte Leben hat… Naja, etwa ½ Jahr später, Taylor hat schon gar nicht mehr an den Jungen gedacht, ruft dieser in auf einmal mitten in der Nacht an. Er hat fünf geladene Pistolen neben sich liegen und weiß nicht mehr, was er machen soll. Gosh, das war echt..eine Minute davor waren wir alle noch am Lachen und auf einmal war es mucksmäuschenstill. Es ist so heftig, wie einen diese Atmosphäre hier immer einfängt.
Am Ende hat der Junge sich nicht umgebracht…Aber er wollte es halt, weil er das Gefühl hatte, alles in seinem Leben verloren zu haben. Seine Mutter war gestorben, aber er hat da nie mit irgendwem drüber geredet, hat einfach so weitergemacht, wie vorher, als ob nichts passiert wäre…und die Trauer hat ihn dann irgendwann von innen aufgefressen. Seine Freundin, mit der er seit zwei Jahren zusammen war, hat mit ihm Schluss gemacht, er hat alle Stipendien für Colleges verloren, sein Bruder wurde drogenabhängig und mit seinem Vater hatte er nur noch Streit…Und trotzdem hat er vor allen so getan, als ginge es im gut. Gosh. Ist ja kein Wunder, dass man dann irgendwann nicht mehr kann…
Am Ende hat Taylor uns dann noch eine Nachricht von dem Jungen an uns alle vorgespielt. Das wir es besser machen sollen und sowas. Wirklich, dass war irgendwie…Ich musste den ganzen Tag darüber nachdenken…
Sorry, wahrscheinlich interessiert euch das gar nicht, aber mich hat das halt irgendwie echt mitgenommen, weil das wirklich so passiert ist.

Kommen wir zu erfreulicheren Sachen: Einem wunder, wundertollen Wochenende hier.  So richtig Amerikanisch irgendwie…mit einem kleinen Mix Deutsch 😉
Es fing schon Freitag an. Nach der Schule sind wir Mädels vom Swimteam gar nicht erst nach Hause gefahren, sonder gleich dageblieben, weil die Jungs ihr Wasserball Championship Spiel hatten. Championship ist immer am Ende jeder Saison und die besten Schulen in der Region, also die, die vorher am meisten gewonnen haben, spielen dann solange, bis nur noch zwei übrig sind. Das waren wir und Vista. Unsere Jungs waren echt gut, wir haben bis dahin nur ein Spiel verloren…das war nur blöderweise gegen Vista. Also waren alle relativ nervös. Besonders Richie, unser Trainer. Der hat denen ne Ansprache gehalten vorher…denen blieb gar nichts anderes mehr übrig, als zu gewinnen.
Aber erstmal fing das Spiel dann später an, weil der Bus mit den Vista Leuten auf dem Highway feststeckte. Das Blöde war nur, dass, je länger wir da saßen, umso hungriger wurden. Also ist Jenny dann erstmal los und hat uns allen was bei In’n Out Burger geholt (soo gut da *_*), und als sie zurückkam hatte das Spiel gerade angefangen. Hat sie sich ja ein bisschen geärgert ;D
Das Spiel war dann sehr amüsant…ungefähr zehn Leute, die Vista angefeuert haben, und bestimmt sechzig von Fallbrook, die nichts besseres zu tun hatten, als sich immer wieder neue Schlachtrufe auszudenken. Am Ende haben wir sogar gewonnen! Aber war ja eigentlich klar, bei der Unterstützung  😉 Die Jungs haben sich gefreut, kehr…wie die kleinen Kinder ;D
Danach sind wir Mädels erstmal ins Kino gegangen und dann, um 10.00pm zu Macy’s. Weil man ja sonst nichts zu tun hat. Das war ein Spaß. Wir haben uns die ganzen hässlichen, reduzierten Sachen rausgesucht und dann anprobiert 😀 Ich glaub, die Verkäuferin war schon leicht genervt von uns…
Um halb zwölf hat Macy’s dann aber zugemacht und Delany und Gaby sind dann mit zu mir uuund wir haben angefangen, Cookies zu backen. Weil meine Gasteltern meinten, wir haben ja bestimmt Hunger. Also Cookies backen. Um zwölf. Kein Ding.

Am Samstagmittag, nach Bacon’nd Egg Breakfast, bin ich mit meinen Gasteltern dann nach San Diego gefahren. Da gibt es so einen riesigen Park, den Balboa Park, und da war an dem Wochenende December Nights. War ganz süß. Alles war mit Lichtern dekoriert (natürlich), überall standen Weihnachtsbäume und sowas und es gab ganz viele Stände mit Weihnachtssachen.  Mein persönliches Highlight waren allerdings die Spezialitäten aus verschiedenen Ländern.
Jedes Land hatte seine eigene kleine Hütte, und die war dann auch landestypisch dekoriert und es gab landestypisches Essen. Und ratet mal, welches Land natürlich auch dabei war? Genau, Deutschland! Die Hütte sah aus wie ein Gasthof in Bayern, einfach urgemütlich. Als Essen gab es Sauerkraut, Kartoffelsalat, Bratwurst, Apfelstrudel  und Schwarzwälderkirschtorte *.* Ich kam mir vor wie zuhause. Auf ein Stück Torte konnte ich da natürlich nicht verzichten 😉 Die beiden Frauen, die das Essen verkauft haben, kamen sogar aus Deutschland. Die eine aus München und die andere aus Köln. Die kannte sogar Hamm. War ich ganz begeistert. Auch wenn ich ein paar Probleme mit meinem Deutsch hatte. Wenn das so unerwartet kommt, ist das immer ganz schwierig…^^
Dafür habe ich meine Schwarzwälderkirschtorte dann sogar umsonst bekommen. So unter Landesgenossen 😉
Jaa, da war der Tag für mich dann eh schon mal perfekt.
Abends sind wir dann noch in Fallbrook zur Christmas Parade gegangen. Man sollte es nicht glauben, aber ein 30,000 Einwohner Städtchen schafft es, eine Parade zu machen, die bestimmt genauso lang war, wie unser Karnevalsumzug in Hamm immer ist. War ziemlich süß, die ganzen Wagen waren total weihnachtlich geschmückt und es gab gaaanz viele Pferdekutschen mit Glöckchen dran 🙂 Richtig schön weihnachtlich halt. Und da es hier abends sogar richtig kalt wird, kam auch die passende Stimmung auf. Und hinterher gab es Hot Chocolate bei Tiffany’s 🙂

Ganz liebe weihnachtliche Grüße nach Deutschland. Und passt auf, dass ihr nicht im Schnee versinkt!
Ich hab euch lieb und denk an euch :*

Hallo ihr Lieben , ich melde mich auch schon wieder. Meine Mama hat mir erzählt, dass sich immer alle bei ihr beschweren, wenn ich hier so selten reinschreibe und da ich natürlich nicht will, dass sie die ganzen Rüffel einstecken muss, kommt hier jetzt schon mein zweiter Eintrag innerhalb einer Woche. Also seid bitte stolz auf mich und wisst es zu schätzen, dass ich meine Zeit hier nur für euch opfere… No, I’m just kidding. Also, eigentlich sollte sich dieser Eintrag ganz um Thanksgiving drehen, aber erst muss ich von heute (bzw. bei euch schon gestern) erzählen. In meinem letzten Eintrag habe ich ja erzählt, dass meine „Schwester“ schwanger ist. Morgen sind es genau 16 Wochen und heute waren wir beim Arzt, um das Geschlecht feststellen zu lassen und uns das Baby in 4D anzugucken. Jap, sowas gibt es. Also, erstmal das Wichtigste: Es wird ein Mädchen! Ich krieg also eine kleine Nichte. Aww, da freu ich mich schon so drauf 🙂 Ich wollte ja eh, dass es ein Mädchen wird. Als wir uns heute das Baby angeguckt haben, dachte ich ja erst, dass Shannon halt nur ihre Eltern und Greg dabei haben will. Ich bin das also erstmal wie Pöttken Doof vor der Tür zum Arztzimmer stehen geblieben, bis Shannon dann meinte, ich muss mit reinkommen, ich gehöre doch zur Familie. Und außerdem will sie meine Reaktion sehen, wenn die Ärztin sagt, dass es ein Junge wird. Haha. Dem war ja nicht so 😉 Aber ich fand es seeehr süß von ihr, dass sie mich dabei haben wollte. Als wir dann das Baby angeguckt haben…gosh…das war wieder einer diese vollkommenen Momente im Leben. Es war so amazing, zu sehen, wie die Kleine sich gedreht und gewendet hat. Sehr aktiv. Und am Daumen hat sie gelutscht 🙂 Und uns zu gewunken. Zumindest kind of. Hach, es war einfach nur amazing! Irgendwie unglaublich, sowas zu sehen. Wie ein kleines Wunder. Ich bin jetzt schon in love with her. Wenn sie da ist, werde ich sie wahrscheinlich tot knuddeln 😉 Jetzt zu dem, was euch wahrscheinlich mehr interessiert: Thanksiving und Blackfriday. Am Mittwoch hatten Barbara und ich einen waren Einkaufsmarathon. Schlimmer als bei uns vor Christmas. Bei Walmart haben wir eine geschlagene halbe Stunde an der Kasse gewartet und eine gefühlte Weitere bei dem Versuch, vom Parkplatz zu kommen. Crazy. Am Donnerstag, also an Thanksgiving, standen wir, sage und schreibe, vier Stunden in der Küche. Bis um drei Uhr dann Shannon und Greg kamen, da hab ich mich dann mal dezent für eine halbe Stunde verdrückt, um aus einem zerzausten, mehlüberstäubten, nach Bratenfett riechenden Etwas wieder eine etwas ansehnlichere Person zu machen. Es wurden ja schließlich Fotos gemacht 😉 Um halb vier hat sich dann die ganze Familie am Tisch versammelt und es wurde gegessen. Und gegessen. Und gegessen. Und…nein Spaß ;D Es gab aber auch viel (kein Wunder, nach vier Stunden non stop backen und kochen). Erstmal natürlich Truthahn. Klar. Dann hatten wir noch Beef (sorry, mir fällt gerade partout die Übersetzung nicht ein. Gibt es überhaupt eine für Beef?), Bohnen, Grünkohl, Stuffing, Kartoffeln, Apfelmus, hausgemacht mit Äpfeln aus dem Garten (yummy), Apfelkuchen, Kürbiskuchen, Kokosnusskuchen und, und, und… Ich glaube, dass war das Wichtigste. Achja, noch was: Ich habe Kürbis probiert. Also einfach nur weichgekochten Kürbis. Baaäh. Ekelige Angelegenheit. Sieht aus wie Erbrochenes und schmeckt irgendwie auch so. Dafür sind die Kerne, wenn sie gebraten wurden, mega lecker 🙂 Nach fast zwei Stunden am Dinnertable hat sich dann die ganze Familie aufs Sofa gequetscht und Jurassic Parc geguckt 😀 Das war ein Spaß. Barbara hat den Film wahrscheinlich schon zehnmal gesehen und hat sich trotzdem ständig erschrocken und die Augen zugehalten. Später am Abend haben wir dann noch Rice Krispie Treat gemacht. Man nehme Rice Krispies (wirklich ;)), Marshmallows, ca. eine Tonne Zucker, mixe alles zusammen, breite es dann auf Bakpapier aus und stecke es in den Ofen. Zehn Minuten warten, fertig. Und leeeecker! Män, kein Wunder, wenn ich hier zunehme, bei den ganzen leckeren Sachen 😉 Nach den Rice Krispie Treats haben Shannon und ich uns erbarmt und sind mit dem Hund der Tante rausgegangen. Und es war kalt! 36° Fahrenheit. 32°F sind gleich 0°C. Ich brauch unbedingt eine Mütze und Handschuhe. Die Chance, welche zu bekommen, hatte ich dann am nächsten Tag. Ich glaube um Mitternacht sind die Letzten gegangen, um ein Uhr lag ich im Bett, um 4am bin ich wieder aufgestanden. Es war Black Friday. Für alle, die es nicht kennen. Black Friday ist immer der Freitag nach Thanksgiving (und Thanksgiving ist wiederum immer der letzte Donnerstag im November). An diesem Tag haben so gut wie alle Läden super Preise, die Sachen sind teilweise um bis zu 80% – 90% reduziert und öffnen schon um drei oder vier Uhr am Morgen. Außerdem werden einem an diesem Tag die Steuern erlassen, die sonst immer erst an der Kasse drauf gerechnet werden. Also: Wer günstig shoppen gehen will, für den ist das ist der richtige Tag. Wer Selbstmordgedanken hegt, für den auch. Da einige Sachen, besonders Fernseher, Handys, Kameras, and all stuff like that, wie gesagt ziiemlich reduziert sind (bei Walmart gab es einen Flachbildfernseher für $20, Laptops für $25, Kameras für $10…nur mal so als Beispiel), gibt es auch dementsprechend viele Leute, die das haben wollen. Vor unserem Walmart hier haben die Leute schon am Abend vorher ihre Zelte aufgeschlagen, um auch ja als Erste/r den Laden stürmen zu können. Im letzten Jahr wurde vor Walmart eine Frau totgetrampelt, in diesem Jahr wurde einer der Arm gebrochen, weil sie die letzte Kamera nicht aus der Hand geben wollte. Crazy Americans ;D Barbara und ich kamen jedenfalls pünktlich um 5am an der Outletmall an. Pünktlich heißt eine Stunde zu spät, sprich die Masse hatte sich schon etwas verteilt 😉 Und dann ging’s los. Barbara hatte ich nach zwei Minuten aus den Augen verloren, aber wir hatten in weiser Voraussicht eh schon einen späteren Treffpunkt vereinbart. Ich hatte einen guten Plan. Erst zu Abercrombie & Fitch, dann Levis, dann Hollister, dann Tommy Hilfiger, dann Old Navy, dann Guess, dann alles, für das ich noch Zeit habe. Super Plan. Theoretisch. Praktisch war das schon etwas schwieriger. Eine halbe Stunde Wartezeit um nur IN Abercrombie & Fitch zu kommen, war nämlich nicht geplant. Hat meinen Zeitplan etwas über den Haufen geworfen 😀 Dafür hab ich dann einen Pulli und eine Bluse und ein Top für zusammen $65 ergattert. Soviel kostet normalerweise ein Pulli. Bei Levis wurde es dann wirklich crazy. Ich war sehr stolz, hatte ganz schnell eine Jeans gefunden, anprobiert, wollte bezahlen und wieder raus (Sorry, Mama, ich hatte wirklich nicht den Nerv, da dann noch auszuprobieren, was dir wohl passen könnte ;D). Ich stand schon an der Kasse, Jeans überm Arm, auf einmal schreit ein Mädchen: That’s my jeans! She has stolen my jeans!!“ Ich hab erst gar nicht gemerkt, dass sie mich meinte, bis sie mir die Jeans fast vom Arm gerissen hat. Wirklich. Ich wollte meine Jeans aber natürlich auch nicht loslassen, weil es die nur noch einmal gab (ziemlich sicher, ich hatte so gut wie alle Regale durchwühlt, um eine in meiner Größe zu finden). Ich also Jeans festgehalten, Mädchen gezogen und weiter rumgeschrien. Das rief dann einen Verkäufer auf den Plan und DAS war zufälligerweise genau der, der mich mit der Jeans in die Umkleide hat spazieren gehen (man musste die Sachen beim Reingehen einscannen und dann beim Rausgehen wieder ausscannen, damit auch nichts gestohlen wird). Der Gute konnte sich sogar noch an mich erinnern (kein Wunder, wenn man vor dem Scanner steht und erstmal doof fragt, was man machen soll ;D), also hat er der Perle erzählt wem hier die Jeans gehört und zack, alles war gut und ich hatte meine Jeans 🙂 Das war meine craziest Black Friday Geschichte 😀 Danach ist nichts besonderes mehr passiert. Um 1pm sind wir mit tausend Tüten zurück zum Auto und erstmal was Essen gefahren. Danach ging es zum Movie Theater mit den Mädels und ich habe auch endlich mal Harry Potter gesehen. Hab ich noch was gemacht? Achja, ja, ich bin um 9pm todmüde ins Bett gefallen 😉 Das war also meine sehr amerikanische Thanksgiving Erfahrung. Ich fand’s sehr schön. Warum haben wir das eigentlich in Deutschland nicht? Besonders den Black Friday danach 😉 Heute ist mir mit Schrecken aufgefallen, dass ich am Dienstag schon seit drei Monaten hier war. Bald ist 1/3 meiner Zeit um. Und da am Donnerstag ja Thanksgiving war, werde ich mich an dieser Stelle mal eine Runde bedanken, bei allen, die mir das hier möglich machen. Also:

Mama, Papa? Komisch, dass ich erst tausende Kilometer weit weg sein muss, um zu merken, wie wichtig ihr mir seid und wie unglaublich dankbar ich sein kann, solche Eltern wie euch zu haben. Danke für alles, ohne euch hätte ich das alles nie geschafft. Ihr seid die Besten!

Oma, Opa? Ich bin so unbeschreiblich froh, euch zu haben und kann gar nicht oft genug sagen, wie wichtig ihr mir seid. Danke für all die aufmunternden Worte. Ich habe euch sehr, sehr lieb.

Susanne, Niklas? Ich vermisse euch beide so verdammt sehr und kann es jetzt schon nicht mehr erwarten, euch wieder zusehen. Danke für all die wunderbaren Erinnerungen, für das Lachen, für alles. Ist es okay, wenn ich mich schon mal für die Sommerferien selbst einlade? 😉

Lisa? Du bist die wunder, wunderbarste Cousine, die man sich nur wünschen kann. Muschel & Würstchen 😀 Danke für all die aufmunternden Worte, danke dafür, dass du mich zum Lachen bringst, danke, dass du immer für mich da bist. I love you 🙂

Tante Ruth, Jenni, Maria und der ganze Rest meiner wunderbaren Familie? Ich kann mich so glücklich schätzen, euch alle zu haben. Ich konnte noch nie verstehen, warum so viele es als Zwang sehen, auf Familienfeiern zu gehen. Ich habe mich jedes Mal gefreut, weil ich wusste, dass ich euch alle sehe. Auch euch: Danke!

Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, euch alle wieder in die Arme zu schließen. Auch wenn ich drei Tage später wahrscheinlich wieder zurück will ;D
Damit höre ich jetzt auch auf für dieses Mal, ich hoffe, es ist nicht zu sentimental 😉

Dickes Küsschen nach Deutschland :*

Kennt ihr diese Tage, an denen ihr die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht habt und, egal, was passiert, es auch nicht verschwindet? Ja? Well, bei mir sah die ganze letzte Woche so aus und ich habe keine Ahnung wieso, weil eigentlich gar nicht besonderes passiert ist. Es war einfach nur just because.  
Wirklich viel passieren tut hier nämlich wirklich nicht mehr und seit die Footballseason vorbei ist, ist auch School Spirit mäßig nicht mehr so viel los.
Vorletzte Woche hatte ich nur drei Tage Schule wegen des Veterans Day am Donnerstag, einem amerikanischem Feiertag zur Ehrung der amerikanischen Soldaten. An unserer High School wurden am Mittwoch, also einen Tag davor, die ganzen Namen der Soldaten vorgelesen, die aus Fallbrook kamen und im Krieg gestorben sind…war schon ein bisschen bewegend, besonders, weil das teilweise Verwandte einiger Schüler waren…gosh, das Mädchen neben mir hat erstmal angefangen zu weinen, weil ihr Urgroßvater vorgelesen wurde… Trotzdem finden total viele den Afghanistan und Irakkrieg…naja, nicht gut, aber zumindest richtig, weil man ja sein eigenes Land verteidigen muss und sich nicht von anderen unterkriegen lassen darf. Naja, was will man erwarten, wenn in der Schule Plakate hängen, die damit werben, der Armee beizutreten… Mit der Einstellung zu Krieg und solche Sachen werde ich mich wohl nie anfreunden können.
Okay, jetzt aber genug von dem Kriegsgedöns. Hab euch ja letztes Mal schon mit Politik gelangweilt. Bald liest das hier keiner mehr ;D

In der eh schon kurzen Woche hatte ich dann an zwei Tagen auch noch kaum Unterricht, weil der sogenannte CASHEE Test geschrieben wurde. Fragt mich nicht, wofür CASHEE steht, ich habe keine Ahnung. Der Test war auf jeden Fall eine Art „Aufnahmeprüfung“, ob man überhaupt fürs College geeignet ist. Am ehesten zu Vergleichen mit der ZP10 in NRW 😉
Wer ihn nicht besteht, hat die Möglichkeit, ihn in einem Extrakurs zu wiederholen. Aber, sorry, wer das nicht beim ersten Mal besteht, dem ist auch nicht mehr zu helfen^^ Ich musste mir bei manchen Fragen sehr das Lachen verkneifen. Am Dienstag war der Englischtest; da war meine absolute Highlightfrage: „Lesen sie bitte den Text auf der anderen Seite. Danach kreuzen sie bitte an, was der Titel des Textes ist.“ Der Titel stand wohlgemerkt oben drüber. Ich dachte erst, ich hätte die Frage falsch verstanden, und hab sogar noch nachgefragt, wie das gemeint ist, aber, nein, ich musste wirklich nur auf der anderen Seite gucken, und das dann ankreuzen. Ernsthaft. Dafür muss man ja noch nicht mal Englisch können 😀  
Am Mittwoch war dann der Mathetest. Der war auch gut. Man saß immer zu zwei an Vierertischen und musste dann Pappkartons zwischen sich stellen. Hat mich dezent an Grundschule erinnert.
Naja, auf jeden Fall saß ich erst alleine an einem Tisch und habe dann natürlich auch keinen Karton aufgestellt. Dann kam der Typ aber doch noch und, oho, da hatte ich nicht innerhalb von 3 Sekunden meinen Karton aufgestellt, da standen schon drei der zehn Aufsichtspersonen hinter mir und haben mir hektisch zugeflüstert, ich soll meinen Karton aufstellen/das Heft verdecken/den Antwortbogen umdrehen. Jaa, liebe Leute. Mein lieber Sitznachbar hat sich bestimmt nicht in der kurzen Zeit gemerkt, dass ich erst A) dann C) und dann wieder A) angekreuzt habe.  Und die Fragen liest er in ein paar Minuten eh selbst. Gosh .
Da war auch eine sehr gute Frage bei: „Lies dir die folgenden Nummern genau durch. Dann entscheide, welche Nummer die größte ist.
A) -98 B) -34 C) 1 D) 100.“
Ehm. Jaaa.
Not seriously?!  😀
So sah dann meine CASHEE Test Erfahrung aus. Also, wenn ich den nicht bestehe, dann weiß ich auch nicht mehr. Aber ich fühl mich hier sowieso total schlau. In US History hab ich 100%, in Mathe 96% und in Englisch auch 100%. In Fashion&Design sogar 110%. Und ich mache NICHTS! Oder wirklich nur das, was ich machen muss. Wenn ich zurück nach Deutschland komme, sterbe ich. Also zumindest schulmäßig.
Am Donnerstag war ja dann schon Wochenende und wir Mädels hatten einen netten Sleepover bei Delany. Mit Harry Potter 1-6. Nur den zweiten Teil haben wir ausgelassen. Irgendwie wollte den keiner sehen. Dafür haben wir den sechsten fast zwei Mal geguckt. Und manche Stellen gefühlte zehnmal, weeeil Draco Malfoy so oft vorkam ;D Lief dann ungefähr so ab: Geguckt, geguckt, geguckt, Malfoy kam „Awww!“, Malfoy ging wieder „Play it again!
Play it again! I want to see him again!!“
Dabei gab es dann Popcorn und Hershey Chocholate Kisses. Und meine letzen Duplo. Jetzt sind sie alle. Schnief. Dafür hab ich Nutella bei Walmart gefunden. Jiha! Dann gibt’s wenigstens morgens wieder lecker Nutella Toast 😉 Samstag waren wir fast den ganzen Tag bei Shannon, meiner Gastschwester. Erzählte ich schon, dass sie schwanger ist? Ich glaube nicht. Also: Sie ist schwanger! ;D In der 15. Woche jetzt, sprich ich bin sogar noch da, wenn das Baby kommt. Es muss ja seine Gasttante kennenlernen, hihi.
Diese Woche erfährt sie, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Ich hoffe, ein Mädchen. Für ein Mädchen kann man sooo süßen Stuff kaufen. Shannon will einen Jungen. Genau aus dem gleichen Grund, aus dem ich ein Mädchen will 😀 War überhaupt sehr lustig am Samstag. Bis jetzt hatte ich ja mit ihr nicht so viel zu tun, weil ich sie ja kaum gesehen hatte und keine Ahnung…war irgendwie dan immer ein bisschen distanzierter. Aber Samstag war gut. Wir hatten so Spaß. Und mögen beide Chai Latte und Strawberry Shake von Starbucks am liebsten ;D

So, und jetzt muss ich noch eben die Geschichte von meinen Wespenstich erzählen. Ich glaube, ich hab sie schon dreißig Mal erzählt, aber egal^^ Erstmal  überhaupt schon im November noch von ner Wespe gestochen zu werden. Wirklich. Kann auch nur mir passieren. Dann ist es aber nicht passiert, als ich draußen gegessen habe, oder so, nein, es war beim Schwimmtraining.
Man stelle sich bitte vor, wir schwimmen Staffeln, ich bin als nächste dran und steh auf dem Startblock, spring rein und IM SPRUNG sticht mich das dumme Vieh! Echt 😀 Ich wusste erst gar nicht, was es war, auf einmal tat es nur mega weh. War mir dann aber auch zu peinlich, mitten in der Staffel anzuhalten. Also bin ich die Bahn zu Ende geschwommen, aus dem Wasser gestiegen, und hab dann angefangen, aua zu rufen. Konsternierte Blicke aller anderen inklusive 😀 Dann hatte ich drei Tage nen dicken Arm. Män. Muss ne Killerwespe oder so gewesen sein. 😉

Und jetzt noch eben zu meinem Titel: Als wir am Samstag zu Shannon gefahren sind, kamen wir an den Carmel Mountains vorbei. Ich habe aber leider CarAmel Mountains gelesen und sag dann auch noch zu Jim „They really look like caramel.“ Japs. Da hab ich dann auch gemerkt, dass der Name falsch war. Ich find trotzdem noch, dass sie wie Caramel aussehen, mit dem ganzen braun. Also bleiben sie für mich wohl die Caramel Mountains.

So, und diese Woche steht jetzt mein erstes Thanksgiving und Black Friday an. Und, best of all, ich habe diese Woche keine Schule 🙂
Ich wünsche euch eine schöne, letze Novemberwoche. Bald ist schon Dezember. Mein erster Dezember ohne Weihnachtsmarkt, Adventskranz und Nikolaus. Dafür mit 20° Grad und superkitschiger Christmas Decoration. Never mind.

Küsschen nach Deutschland; ich denke an euch!

Hallöchen in Deutschland 🙂
Habt ihr letztes Wochenende auch schön Halloween gefeiert? Naja, wahrscheinlich eher nicht… Wenn ich mich an die ganzen letzten Halloweens in Germany so erinnere, war das ja immer relativ unspektakulär.
Gaaanz im Gegensatz zu hier. Klar, die Amerikaner. Müssens immer übertreiben 😉 Schon zwei Woche vorher waren ungefähr die Hälfte der Häuser halloweenmäßig dekoriert, aber ein paar Tage vorher kamen dann nochmal ein paar mehr dazu. Sah, wenn es dunkel war, schon ein bisschen gruselig aus. Überall Skelette und Plastikgrabsteine und Spinnenweben. Hab mich kaum noch zur Bushaltestelle getraut am Morgen.
Am Freitag vor dem Halloween Wochenende sind total viele sogar verkleidet in die Schule gekommen. Sogar Lehrer. Aber die hatten dann eher so Pullis oder Shirts mit Kürbissen oder Gespenstern drauf an, und keine richtigen Kostüme. Aber immerhin.
Die Schüler waren wenn, dann natürlich richtig verkleidet. Manche in „normalen“ Kostümen, als Prinzessin oder Hexe oder so, aber ein paar hatten schon ein bisschen… ausgefallenere Sachen an. Da war ein Hotdog, ein großer, blauer Teddy und einer hatte sich einen grünen Neoprenanzug angezogen, der irgendwie auch den Kopf bedeckt hat, und ist als Alien gegangen. Crazy.  
Ich war total begeistert und wäre am liebsten von einem Verkleideten zum anderen gelaufen, um Fotos zu machen…klar, die Deutsche wieder…kennt das alles natürlich so nicht.
Sonntag war ich dann mit meinen Mädels hier los und bin Trick or Treat gegangen.
Erst sind wir alle fünf zu Gaby gefahren, haben uns da dann verkleidet und Pizza gegessen. Ich war als Prinzessin verkleidet und hatte so ein richtig tolles, grünes Prinzessinnenkleid an. Hab mich so ein bisschen wie in einem Disneyfilm gefüllt. Thihi.
Als es dann richtig dunkel war, sind wir dann auch losgezogen. Fünf 17 jährige, verkleidete Mädchen mit Kürbiseimern in der Hand gehen „betteln“ ;D
Aber wenn jemand gefragt hat, waren wir immer erst zwölf. War auf jeden Fall ziemlich witzig und wir haben sooo viele Süßigkeiten gekriegt. Die meisten kannte ich noch gar nicht und musste dann jedes neue Teil erstmal ganz begeistert probieren. Die haben hier sowas ähnliches wie Maoam! Haach, da hab ich schon die ganze Zeit nach gesucht! Hoffentlich find ich das jetzt auch im Laden wieder 😉
Nach fast zwei Stunden ging’s dann wieder zurück zu Gabys Haus und auf dem Rückweg haben wir Gruselgeschichten erzählt. Beziehungsweise die anderen haben erzählt und ich habe zugehört. Wir waren schon fast da und sind gerade an ihrem Nachbarhaus vorbeigegangen, als auf einmal etwas aus dem Busch vor uns gesprungen kam. Oha. Wir haben uns sooo erschrocken und erstmal schreiend in Gabys Einfahrt gelaufen…und dann haben wir gesehen, dass es nur ne Katze war… 😀
Jaa, das war also mein Halloween hier in Amerika. Richtig…amerikanisch^^ Am Montag in der Schule waren dann ganz viele „krank“, aber irgendwie hat kein Lehrer was dazu gesagt. War ja Halloween am Sonntag vorher. Da ist es dann natürlich auch nicht so schlimm, wenn man mal einen Tag zuhause bleibt. Män. Hätte ich das mal vorher gewusst.

Am Dienstag waren dann Elections. Weiß nicht, ob ihr das da drüben so mitgekriegt habt? Ich erzähl einfach mal ein bisschen. Also, Wahlen sind hier in Amerika ganz groß. Die Tage davor kamen auf jedem Fernsehsender nur noch Werbespots für oder gegen Parteien und die haben einen sogar zuhause angerufen ôo Das fand ich dann doch etwas merkwürdig…
Hier in Kalifornien ist die Meinung zu Obama ziemlich gespalten…die eine Hälfte ist total begeistert von ihm, die andere mag ihn nicht. Wobei ja zumindest hier am Ende doch Brown, also die Demokraten, gewonnen hat. In anderen Staaten dagegen wurden ziemlich viele Demokraten von den Republikanern „abgelöst“. Der Hauptgrund der meisten ist, neben der großen Arbeitslosigkeit, dass sie das Gefühl haben, dass der Nationalstolz verloren geht.
Und der ist hier ja immens wichtig. Das haben dann die Republikaner natürlich genutzt und versprechen jetzt, dass man wieder stolz auf Amerika sein kann.
Am Ende hat Obama ja doch noch knapp die Mehrheit im Senat behalten, aber das Regieren wird für ihn jetzt natürlich trotzdem schwieriger. Jetzt sind schon alle ganz gespannt auf die Wahl 2012….jetzt schon! Naja, wie gesagt, ist sehr wichtig alles. In der Schule wurden alle, die schon über 18 sind, sogar aufgefordert, zur Wahl zu gehen, und bei manchen Lehrern soll man sogar Extrapunkte bekommen haben, wenn man dann auch wirklich gegangen ist…
So sind die Amerikaner halt 😉

Am Freitag stand dann mal wieder Football auf dem Programm. Vorher war Delany noch bei mir und wir haben zusammen Pizza gebacken und uns warriormäßig zurechtgemacht. Dann ging‘s auf zum Spiel. Das letze Spiel dieser Saison und alle Seniors waren mega traurig, weil’s das letzte Spiel „ihrer“ High School war. Zumindest für sie. Ich war auch traurig. Für mich war’s ja auch das letzte Spiel. Und ich kann nicht nächstes Jahr an Homecoming wiederkommen 🙁
Aber immerhin haben wir gewonnen! Oh boy, das war ne Stimmung da. Es war mal wieder ziemlich knapp und bis 30 Sekunden vor Schluss stand es immer noch 14:14. (Okay, 30 Sekunden heißt bei Football nichts. Dann kann’s trotzdem noch fünf Minuten dauern^^)
Doch dann rannte auf einmal die Nummer 18 los mit dem Ball in der Hand. Und rannte. Und rannte. Über die Linie. Legte den Ball hin. Genau im gleichen Moment der Pfiff des Schiedsrichters. Das Spiel war aus. Alle guckten gespannt zur Tafel, ob es die Punkte jetzt noch gab oder nicht…Und es kam nichts…und kam nichts…Ehrlich, im Stadion herrschte ne Totenstille. Und dann sprang die Anzeige endlich von 14 auf 21 um. Da war alles vorbei. Alle waren am jubeln und lagen sich in den Armen, sind aufs Spielfeld gerannt….das ganze Feld war nur noch ein Kuddelmuddel aus rot und weiß ;D
Oha. So ähnlich muss es sein, wenn Deutschland es endlich mal schafft, Fußballweltmeister zu werden.
Hach, ich werde die Footballspiele vermissen. Jetzt kommt zwar noch Basketball und Baseball, aber das ist wohl alles nicht so groß wie beim Football.

Jaa, soviel von meinem Leben hier 🙂 Ansonsten gibt es nicht so viel zu erzählen. Ist halt inzwischen alles Alltag hier.
Außer, dass ich jetzt doch endlich mal mein Iphone bestellt hab! Beziehungsweise Jim hat es bestellt und jetzt ist es nächste Woche endlich da 🙂 Freu mich drauf.
Und ich habe kein Human Anatomy mehr! Wuhu. Bin ich sehr froh drüber. Dafür mache ich jetzt im Career Center sowas wie nen Assistenten. Muss also Zettel kopieren und abheften..all so nen Kram. Manchmal darf ich auch was spannendes machen und für Schüler, mithilfe deren Profils, ein passendes College für sie raussuchen. Hab dabei auch schon ein tolles College für mich gefunden ;D

Liebste Grüße ins kalte Deutschland :*

Jaa, ihr habt richtig gelesen, es sind wirklich schon über zwei Monate, die ich hier bin. Kaum zu glauben, wie verdammt schnell die Zeit hier vergeht! Weiß nicht, ob ich mich jetzt da drüber freuen soll, oder eher nicht… Nicht, dass ich meine Lieben in Deutschland nicht mehr vermisse, um Gottes Willen, aber irgendwie kann ich mir mein deutsches Leben gar nicht mehr so richtig vorstellen…es ist einfach so weit weg gerückt alles…
Anyway. Schluss mit der Melancholie jetzt.  Ich habe noch 8 Monate und die werde ich einfach in vollen Zügen genießen! 🙂

Ich glaube, dass letzte, was ich letzte, ehm, vorletzte (ups) Woche geschrieben habe, hat mit dem Homecoming Football Game aufgehört.
Also, am Samstag war dann ja, wie schon angekündigt, der Homecoming Dance und ich bin dann ganz spontan doch noch dahin gegangen. Zwar ohne Date, dafür aber mit meinen Mädels hier und das war bestimmt genauso gut 😉 Ein vernünftiges Kleid hab ich dann bei meiner überstürzten Entscheidung, doch noch zu gehen, natürlich nicht mehr bekommen, aber mit ein bisschen Improvisation (was ein Wort) ging auch das.
Vor dem Dance war ich bei Gaby und wir haben uns zusammen fertig gemacht, dann kamen noch Kristy und Andrea und wir sind erstmal Essen gewesen. Bei Taco Bell. Hat bestimmt sehr amüsant ausgesehen, vier aufgestylte Highschool Mädchen in einem Fastfood Restaurant mit Plastiktischdecken, links eine Familie mit drei kleinen Kinder, die mit Essen um sich geworfen haben, rechts ein Pärchen in Jogginghose und Hoodies und in der Mitte WIR! 😀
Nach dem Essen (oh boy, I loove Tacos!) ging es dann doch mal zum Dance. Aber anscheinend ist es wohl eh „uncool“ da vor 9 Uhr aufzutauchen. Hat mich ein bisschen an Abifeten zuhause erinnert 😉
Vor der Tür war schon ne mega lange Schlange und wir haben uns also schon mal seelisch auf jahrelanges Warten eingestellt, aaaber wir hatten Glück. Ein guter Freund von Gaby stand fast ganz vorne und der hat uns dann dazwischen gelassen 🙂
Drinnen mussten alle Mädchen mit ner großen Tasche dann erstmal nach rechts ausweichen: Taschenkontrolle. Damit auch ja keiner Alkohol oder Waffen mit rein schmuggelt. Aber wer trinken wollte, hatte das eh schon vorher getan…
Jaa, der Dance an sich war dann sehr witzig. Der DJ war ziemlich gut und unsere Sporthalle war mega schön dekoriert. Und wir Mädels waren eigentlich die ganze Zeit nur am tanzen 😉
Das Highlight des Abends war dann, als die Homecoming Princess und der Homecoming Prince bekannt gegeben wurden. In der Woche davor konnten alle Schüler für sein/seine Favoriten/Favoritin abstimmen. Von den Princesses kannte ich nur eine, und die ist auch bei mir im Schwimmteam, also hab ich natürlich für die gestimmt. Aber sie hatte leider zu wenig Stimmen.
Gewonnen hat stattdessen die, von der am Anfang alle meinten, die wird’s nie im Leben. Und keiner wollte für sie gestimmt haben. Sehr mysteriös ;D
Prince und Princess mussten dann natürlich zusammen tanzen 🙂 Ich kam mir auf der Stelle vor wie in einem von diesen High School Filmen. Aber es sollte noch besser kommen. Nach dem Walzer nur für die beiden kam dann noch einer: „Can I have this dance“, alle Highschool Musical Gucker werden es kennen. Ich weiß auch nicht, was unsere Schule mit Highschool Musical hat…^^
Bei dem Walzer durften dann auf jeden Fall alle tanzen und aww, ich wurde sogar aufgefordert!  
Jaa, das hat dem eh schon perfekten Abend dann noch das Krönchen aufgesetzt. Hach. Ich kam mir so richtige amerikanisch vor 😉

Am Montag kam dann hier der große Regen. Weltuntergang. Und ich meine das sehr, sehr ernst! 😉  
Nachts hat’s schon wer weiß wie gewittert und geregnet, als ich dann morgens aufgestanden bin, war aber nur noch so ein bisschen Nieselregen. Hab ich mir gedacht, gut, zieh ich anstatt Flip Flops mal Sneakers an 😉 Im Bus habe ich mich dann aber schon gewundert, dass da seehr viele mit Gummistiefeln saßen und hab mich schon gefragt ob ich was verpasst hätte und die Homecoming Week noch weiter geht. So Gummistiefel Day oder so. Man weiß ja nie…
Tja, als ich dann an der Schule ankam, haben sich die Gummistiefel aber schon von alleine erklärt:
Unsere halbe Schule stand unter Wasser. Und ich stand noch leicht geschockt vor dem halbem See, der einmal ein Platz gewesen war und dachte mir nur „Oh my gosh“, als es wieder anfing zu regnen. Aber richtig zu regnen! Da war dann alles vorbei. Den Rest des Tages hieß es dann von einem Klassenraum zum anderen zu patschen (unsere Schule hat ja nur die einzelnen Klassenräume und kein richtiges Gebäude, sodass man immer raus muss, um den Raum zu wechseln) und froh zu sein, wenn man nicht auf einmal bis zu den Knöcheln im Wasser stand. Was durchaus passieren konnte.
Sogar Schwimmtraining ist an dem Tag ausgefallen. Wahrscheinlich, weil man nicht mehr richtig erkennen konnte, wo das Becken war und wo eigentlich nicht…
Hier ist alles sowas von nicht für Regen ausgelegt, das ist unglaublich. Straßen standen zuhauf unter Wasser, Häuser sind reihenweise vollgelaufen usw usf… dabei wäre das für Deutschland wahrscheinlich ein ganz normaler Herbsttag gewesen 😉
Sonst war die ganze Schulwoche relativ normal…außer am Donnerstag, da gab’s nen Probe Earthquake Alarm. Also so wie es bei uns Feueralarm gibt, gibt es hier dazu noch Erdbeben Alarm, sozusagen. Kalifornien halt 😉
Ich wusste erstmal gar nicht, was los war, als auf einmal ne Sirene losging und sich alle unter ihren Tische verkrochen haben. Hatte natürlich vorher bei den Daily Announcements auch nichts von dem Probealarm mitbekommen und saß etwas verdattert auf meinem Platz, bis mich Mrs. Dawson dann aufgefordert hat, mich doch bitte auch unter den Tisch zu setzen. Naja, ich glaube, ich habe jetzt bleibende Schäden im Rücken oder so. Diese Tische sind so…klein. Halt diese typischen, amerikanischen Einzeltische. Da KANN man sich als jemand, der älter als 10 ist, nicht mehr drunter setzen! Und dann kam alle zwei Minuten ne Durchsage und jedes Mal waren alle schon erleichtert halb unter den Tischen hervor, aber dann kam doch „Please remain in your position.“ Genervtes Aufstöhnen und wieder unter die Tische ;D Dafür habe ich dann ein paar „nette“ Erdbebengeschichten gehört… scheint hier wohl irgendwie dazuzugehören oder so. „Einmal kam ich gerade aus der Schule, als alles anfing zu wackeln“ – „Wir saßen mal einmal gerade bei Mittagessen“ – „Ich wollte meinen kleinen Bruder ins Bett bringen“ – „Ich krieg das irgendwie nie mit, wenn’s nachts ist, merkt das immer erst, wenn am nächsten Morgen alles auf meinem Nachttisch umgekippt ist“… Und dann die Frage „Don’t you have earthquakes in Germany?“ Nee, eigentlich eher nicht. Kurze Pause.
Dann: „That’s weird. I always thought because it is between so many countries there would be many earthquakes…“
Ahja… da hat wohl jemand in Erdkunde nicht so gut aufgepasst. Ich saß unter meinem Tisch und konnte es gar nicht glauben 😀
Am Wochenende war dann mein bisher absolutes Highlight hier: Shoppen bei Macy’s! Stellt euch Karstadt vor, nur hundertmal größer, schöner und (teilweise) billiger. Das „billiger“ kann aber auch am guten Dollarkurs liegen. Oder daran, dass die Sachen halt von hier kommen. Ich mein, wo gibt’s sonst ne Levis für $30? 🙂
Auf jeden Fall war es einfach nur toll! Warum gibt es Macy’s in Deutschland nicht? Grr.
Ganz unten waren die ganzen Schmink- und Pflegeprodukte und jede Marke hatte praktisch ihren eigenen „Stand“. Und dann konnte man da von Marke zu Marke wandern und hat überall Pröbchen bekommen 🙂 Meine Gastmum und ich haben uns dann noch bei Esteé Lauder schminken lassen. Das konnte man auch überall machen. Für umsonst sogar. Nachdem wir dann schön gestylt wurden, ging es richtig shoppen. Ich glaub, das muss ich jetzt nicht in allen Einzelheiten erzählen^^ Das Ende vom Lied waren bei mir fünf vollgepackte Tüten, zwei Paar neue Schuhe, zwei Jeans, vier Oberteile, ein Schlafanzug (jaa, Mama, ein Schlafanzug ;D) uund mein Superschnäppchen: Geldbeutel von Guess für $12. Und vorher hat der $70 gekostet! Hach.
Barbara hatte ungefähr genauso viele Tüten und wir sind dann ungefähr 3 mal von der Garage ins Haus gelaufen. Jim stand da nur und hat fassungslos zugeguckt, wie wir immer wieder mit Tüten ankamen ;D
Abends gab’s dann noch lecker Pizza, nen guten Film und über zwei Stunden Textmessaging mit Gaby und Mike. Und morgens gab’s lecker Brötchen mit Nutella und dazu Hot Chocolate.
So stellt man sich einen perfekten Tag vor 🙂 

Dieses Wochenende ist Halloween! Freue mich irgendwie drauf, auch wenn ich noch nicht genau weiß, was ich mache. Aber Gaby und ich überlegen, Sonntag „Trick or Treat“ zu gehen 😉
Jaa, das war es dann auch mal wieder von mir. Ich versuche, am Wochenende wieder zu schreiben, damit 1. nicht immer so lange Pausen sind und das 2. wenn ich dann mal schreibe nicht immer so ausartet 😉

Hugs nach Germany! 🙂

Soo, als erstes muss ich mich wohl mal entschuldigen, weil es letzte Woche keinen neuen Eintrag von mir gab. Aber es gab wirklich einfach nichts zu berichten, außer, dass es Montag und Dienstag geregnet hat (obwohl das ja hier zu dieser Jahreszeit schon was bemerkenswertes ist^^) Fand’s aber sehr süß, wie alle spätestens Dienstag gefragt haben, warum denn nichts Neues mehr kommt 🙂
Aber jetzt wieder!
Am Wochenende ist wirklich nichts passiert, weil meine Gastmum gar nicht da war und Jim und ich beide krank waren. Also haben wir das Wochenende damit verbracht, Filme zu gucken und Donuts zu essen. Bei uns an der Ecke ist nämlich so ein ganz kleiner,  süßer Donutshop. Der Besitzer macht die morgens immer selbst und wenn man Pech hat, kommt man um 12 Uhr dahin und alle Donuts sind weg. Aber wir hatten immer Glück 😉
Am Montag war dann wieder Schule angesagt und ja, so langsam wird wirklich alles Alltag. Schule ist auch nichts besonderes mehr. In Mathe komme ich mir manchmal ein bisschen veräppelt vor, wenn die da Sachen machen, die in Deutschland in der achten Klasse durchgenommen werden und in Englisch haben wir diese Woche den Unterschied zwischen einem Beispiel und einer Meinung gelernt. Ahja. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sage, aber ich vermisse deutschen Unterricht. Unterricht, bei dem man was lernt. Anspruchsvollen Unterricht! 😉
Hausaufgaben hat man hie trotzdem mehr als genug, weil es in jedem Fach jeden Tag Hausaufgaben gibt und die auch immer direkt für den nächsten Tag sind.
Also sieht unter der Woche mein Tagesablauf eigentlich so aus: Aufstehen – Schule – um vier nach Hause kommen und essen – Hausaufgaben machen – duschen – Fernsehen gucken – ab ins Bett^^
Nicht sooo aufregend.
Mittwoch waren meine Gastmum und ich in Vista wegen meiner amerikanischen Handykarte. Erstmal haben wir den AT&T Shop überhaupt nicht gefunden und sind dann bei Sprint (einem anderen Handy Anbieter) reingegangen und gefragt wo das ist. Uii, die waren gar nicht so erfreut ;D
Hinterher musste meine Gastmum dann noch eine Impfe bekommen und wir sind dafür in einen Supermarkt gefahren (jaa, richtig gelesen). Irgendwie lief diese Miniarztpraxis über den Supermarkt oder so…sehr merkwürdig ist das hier.
Auf jeden Fall hab ich die Zeit genutzt und bin mal ein bisschen durch den Laden spaziert. Ich liebe amerikanische Supermärkte. Da gibt es einfach immer alles. Und von allem immer tausend verschiedene Sorten.
Naja, auf jeden Fall hab ich jetzt eine XXXXL-Flasche Herbal Essences Shampoo und eine fast genauso große Flasche Duschgel. Alles einfach eine Nummer größer hier 😉
Ohh, und diese Woche war ja Homecoming Week an unserer High School. Also war jeden Tag ein anderes Motto. Montag war Sports Day, Dienstag Black Tuesday (hihi), Mittwoch Rest & Relax, also sind alle in Jogginghosen und so rumgelaufen und Donnerstag war Harry Potter Day. Die Freshman (9.Klasse) waren Slytherin (weil sie halt die Jüngsten sind^^), Sophomores (10.Klässler) waren Hufflepuff, wir Juniors hatten die Ehre Ravenclaws zu sein und die Seniors waren natürlich Gryffindor. War schon ganz witzig irgendwie 😀
Am Freitag war dann natürlich School Spirit Day, also waren unsere Schulfarben angesagt (rot und weiß. Genauso wie in High School Musical^^). Ich glaube, ich habe unter den ganzen 3,000 Schülern vielleicht 2 oder 3 gesehen, die nichts rot-weißes anhatten. Ich liebe den School Spirit hier einfach 🙂
Weil abends ja das große Homecoming Football Game war, war am Vormittag mal wieder ein Pep Ralley. Ich war ja von der letzten schon ganz begeistert, aber die hier war noch en Nummer größer. Und vor allen Dingen diesmal mit allen Schülern zusammen und nicht wie beim letzten Mal in drei Blöcke unterteilt.
Die Stimmung bei sowas ist einfach sooo unglaublich. Ich hab das Grinsen die ganze Pep Ralley lang nicht aus dem Gesicht bekommen. Alle stehen sowas von hinter unserer Schule (jetzt sag ich auch schon „unsere“ Schule) und es ist einfach unbeschreiblich.
Unser Motto für Homecoming dieses Jahr ist „Togetherness“, also Zusammengehörigkeit oder so und passend dazu gab’s dann am Anfang auch das Lied „We’re all in this togehter“. Und alle haben natürlich mitgesungen.
Wir saßen dann auch nach Stufen unterteilt und hatten dann so eine Art „Wettbewerb“, welche Stufe am lautesten schreit.
Und die Freshman wurden immer ausgebuht. Die armen Kleinen. Als die Jüngsten hat man es hier schon nicht so leicht 😉
Seniors waren natürlich am lautesten. Also wurde zumindest gesagt. Wir sind ja immer noch überzeugt, dass wir, also die Juniors lauter waren. Aber es scheint sowieso ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass die Seniors in „ihrem“ Jahr alles gewinnen.
Nach einer Stunde Band, Cheerleader, Lehrer Cheer (das war ein Spaß :D) und der Vorstellung der Homecoming Princes and Princesses war es dann auch schon wieder vorbei und alle sind zurück in ihre Klassen.
Aber abends hieß es dann GOOO Warriors! Ich glaube, die halbe Schule war da.
Bevor es dann losging, hat unser Schulchor noch ein Lied gesungen…ich weiß nicht, welches, irgendwas mit Zusammengehörigkeit (oh mein Gott, gibt’s das Wort überhaupt?!^^) und Freundschaft und so. Alle sind dabei aufgestanden und ganz viele kannten das Lied wohl auch und haben mitgesungen…oha, Gänsehaut Moment!
Dann ging das Spiel los und ja…dann hatte auf einmal die gegnerische Mannschaft auf einmal 7 Punkte, obwohl ich nicht gesehen habe, dass die irgendwas anderes gemacht haben, als unser Team auch: einfach auf den Typen drauf stürzen, der den Ball hat. So sah es zumindest für mich aus.
Doch da scheint schon irgendwie ein tieferer Sinn hinter zu stecken, den mir die Jungs auch versucht haben, zu erklären. Verstanden hab ich’s aber nicht. Ich weiß nur, dass der Ball inklusive Spieler mit dem Ball in der Hand über die Linie muss. Aha.
Naja, ich saß dann da und hab immer noch versucht, die Regeln zu verstehen…auf einmal springen alle auf und schreien und jubeln…Ich bin dann natürlich auch aufgesprungen, hab aber die ganze Zeit geschrien „What happenend?! What happenend?!“ ;D
Und dann DACHTE ich, ich hätte es verstanden und als wir dann wieder mit dem Ball in die Nähe der Linie gekommen sind, spring ich halb auf und fang an zu jubeln…alle anderen blieben sitzen und guckten mich total verwirrt an.
„They’re on the wrong side, Vivien“, wurde ich dann erstmal aufgeklärt. Hab immer noch nicht verstanden, wieso. Als wir die ersten Punkte gemacht haben, waren wir auf genau der gleichen Seite.
Warum also jetzt nicht mehr?! ;D Hab es dann auch aufgegeben und bin mit Mike Nachos kaufen gegangen. Beziehungsweise Mike hat Nachos gekauft und ich habe sie gegessen ;D Nein Spaß. Er hatte natürlich auch welche.
Im Zweifelsfall heißen die meisten Typen hier übrigens entweder Mike oder Austin. Ein Name von beiden passt immer. Allein in meiner Englischklasse sind vier Mikes und fünf Austins ôo
Als wir vom Nacho- Holen wiederkamen, waren es immer noch 5 Minuten bis der zweite Quarter (Football hat 3 (eigentlich 4-5, bei High-School Spielen aber nur 3) Quarter, die je 12 Minuten lang sind) vorbei war. Als wir losgegangen sind waren es sechs…hmm…irgendwas passt da nicht^^
Beim Football gibt es echt soo viele Unterbrechungen. Und bei jedem kleinsten Kinkerlitzchen wird die Zeit angehalten. So kann aus 12 Minuten dann auch locker mal eine ¾ Stunde werden. Ziemlich langwierig. Da ist mir Fußball doch lieber 😉
Kurz vor Ende wurde es dann nochmal richtig spannend. Erst haben unsere Gegner, die Wildcats (schon wieder High School Musical :D) nochmal gepunktet, dann wir wieder und dann, zwei Minuten vor Schluss, kriegen diese blöden Wildcats noch einen Punkt! Für nichts! Angeblich soll der Ball über der Linie gewesen sein, aber sogar von der Tribüne aus konnte man sehen, dass er das NICHT war. Grr! Tja, dann stand es 14:15. Und daran hat sich auch bis zum Ende nichts mehr geändert. Menno.
Und wir hatten uns schon alle so gefreut. War aber trotzdem ein toller Abend 🙂
Ob ich heute Abend aber auch zum Homecoming Dance gehe, weiß ich noch nicht. Hatte ja ein paar Probleme mit meiner Lunchgruppe (mir ging diese Lästerei über alles und jeden und dieses Ach-ich-bin-so-cool- Getue am Ende nur noch auf die Nerven). Mit der neuen Gruppe ist jetzt zwar alles gut, und die haben mich auch gefragt, ob ich mitkommen will, aber, ahh, jetzt hab ich kein vernünftiges Dress! Und meine Gastmum ist gerade weggefahren, also komme ich jetzt auch nicht mehr in die Stadt (wobei ich eh bezweifle, dass man in Fallbrook vernünftige Dresses findet…). Hmm. Vielleicht fällt mir ja noch was ein 😉
Jaa, und meine Geburtstagspakete sind endlich angekommen!! Danke, Danke, Danke an Mama, Papa, Oma und Opa 🙂 Ich hab mich sooo gefreut. Besonders über die Dominosteine^^

Ich versuche, mich nächstes Wochenende wieder zu melden ihr Lieben. Vermisse euch – wenn ich denn mal die Zeit dazu habe – und wünsch euch noch ein schönes Wochenende! 🙂