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Was man doch manchmal mit einer Stadt verbindet: Aus sportlicher Sicht wird Berlin automatisch dem Fußball-Pokalfinale zugeschrieben. Der Jubelgesang „Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin“ hat bei den Fans Kultstatus. Wie schön es sein kann, diesen Gesang mit knapp 7000 Anhängern unseres Teams anzustimmen, durften wir vor zwei Tagen erleben. Nach einer erfolgreichen EM-Vorrunde mit Siegen gegen Spanien, die Niederlande und die Türkei stand am Mittwoch in Halle/Westfalen das Viertelfinale gegen Kroatien an. Nach einer erneut starken Leistung gewannen wir 3:0 und stehen damit heute in Berlin im Halbfinale gegen Belgien.

Die rein sportliche Aussage des Jubelgesangs ist positiv besetzt, gerade für uns in diesem Moment. Dass die Aussage auf einer anderen Ebene aber genau die andere Seite der Emotionen auslösen kann, erlebten wir gestern. Lange hatten wir überlegt, wie wir am schnellsten und bequemsten von Halle nach Berlin reisen könnten. Nach viele Überlegungen fiel die Entscheidung pro Zug – dreieinhalb Stunden Fahrt im Erste-Klasse-Bereich erschien uns die beste Kombination. Falsch gedacht! Von Bielefeld aus kamen wir nur bis Minden ohne Probleme, dann legte den Zug ein Motorschaden lahm. Der Ersatzzug hatte eine Stunde Verspätung und blieb dann auch in Minden stehen. Bis dahin war unser alter Zug aber wieder einsatzbereit – also der Wechsel zurück. Bis Hannover lief alles glatt, dort ging dann der erste Zugteil kaputt. Also: Alle Personen zusammen in den „Restzug“, wo es natürlich nicht genügend Sitzplätze gab. So mussten einige Teammitglieder, zum Glück nicht die Spielerinnen, trotz eines Erste-Klasse-Tickets zwei Stunden lang stehen. „Thank you for traveling with Deutsche Bahn!“

Bei all’ dem Ärger erinnert man sich dafür umso lieber an die positiven Emotionen der bisherigen EM zurück. Was direkt nach dem Matchball an Emotionen im Stadion, auf dem Court und auf den Rängen herrschte, haben wir so noch nie erlebt. 7000 Menschen, die tanzen, schreien, jubeln und feiern, weil unser Team die Finalrunde erreicht hat – es war ein unglaubliches Erlebnis mit Gänsehautgarantie. Damit steuert unser Team weiter auf Kurs, bei dieser Heim-EM eine Medaille zu gewinnen. Klar ist auch: Wenn man im Halbfinale steht, kann das Ziel nur das Finale und dort „Gold“ sein. Sollte unser Team das bisherige Leistungslevel halten können und auch in Berlin von Tausenden begeisterten Fans getragen werden, ist dies durchaus drin – auch wenn in einem möglichen Finale entweder Europameister Serbien oder Weltmeister Russland warten wird.

Bis es aber dazu kommt, steht heute ein sehr schwieriges Halbfinale gegen Belgien an. Hier kommt es zum Aufeinandertreffen zweier alter Bekannter, denn in dieser Saison mussten wir im Rahmen der European League bereits fünfmal gegen Belgien antreten. Generell ein Aufeinandertreffen auf Augenhöhe, so dürfte es heute auch wieder werden.
Ich bin mehr als gespannt was diese EM noch für uns bereithält… Wie wir gehört haben, auf jeden Fall eine volle Halle in Berlin und eine große Unterstützung der Fans. Volleyball boomt derzeit – was für eine tolle Entwicklung. Wer also keine Karte mehr für die Finalspiele bekommt oder nicht die Möglichkeit hat nach Berlin zu kommen, sollte auf jeden Fall unsere Spiele live im TV anschauen. Vielleicht passiert ja wirklich etwas ganz Großes…

Die Tage kann ich so eben noch zählen. Es sind genau 106 seit dem Start
unserer Saison. Die Arbeitsstunden hingegen sind nicht mehr zu erfassen,
die wir als Team bislang aufgewendet haben, uns bestmöglich auf das
Highlight des Jahr vorzubereiten. Die Europameisterschaft im eigenen
Land beginnt und bringt vieles mit sich, was wir so noch nicht erlebt haben.

Das letzte wichtige Ereignis in Volleyball-Deutschland war 2008 die
Olympia-Qualifikation – auch in Halle/Westfalen. Jetzt, fünf Jahre
später, kehrt unser Team zur Europameisterschaft nach Ostwestfalen
zurück. Nur wenige Spielerinnen und Betreuer von damals sind noch dabei.
Für viele ist es somit eine neue Erfahrung, ein sehr wichtiges Turnier
„zu Hause“ zu spielen.

Das schafft bei den meisten eine ungewohnte Gefühlslage. Eine Mischung
aus großer Vorfreude und Anspannung. Denn als amtierender
Vize-Europameister erwarten viele Volleyballfans von uns, mit dem
Heimvorteil im Rücken, den Sprung ganz nach oben aufs Siegerpodest. Das
schafft eine neue Atmosphäre, denn wohl noch nie ging eine deutsche
Volleyball-Mannschaft bei einem bedeutenden Turnier als (Mit-)Favorit in
den Wettbewerb. Dementsprechend groß ist das Interesse von allen Seiten.
So richtete unser Hauptsponsor fürs Team einen eigenen Empfang aus und
überreichte eine große Torte im Volleyball-Stil. Für den Betreuerstab
eine gelungene und leckere Aktion, für jede Spielerin ein innerer
Konflikt: Entweder das leckere Tortestück des Hauptsponsors abzulehnen
oder am nächsten Tag eine Extra-Trainingsschicht einlegen, um die Masse
an Extra-Kalorien wieder loszuwerden. Konfliktfreier war hingegen eine
weitere Aktion, als der Hauptsponsor die Mädels aus seiner eigenen
Produktionslinie für den Freizeitbereich neu einkleidete. Bei modischen
Geschenken kann man bei einem Frauen-Team aber auch nichts falsch machen.

Neben weiteren Einladungen und Terminen mit Sponsoren, Partnern und Fans
stehen auch zahlreiche Pressetermine an. Einzelinterviews,
Pressekonferenzen, tägliche Berichterstattung rund um das Team in
Zeitungen, Radio und Fernsehen bis hin zur einer eigenen
TV-Dokumentation, im Stil des Films „Deutschland – ein Sommermärchen“ –
all‘ das schafft eine Medien-Präsenz, die eine Deutsche
Volleyball-Nationalmannschaft so noch nie erlebt hat. Eine tolle
Würdigung und Erfahrung einerseits, eine Herausforderung auf vielen
Ebenen andererseits. Auf alle Fälle aber Bestandteil des Gesamt-Events:
Volleyball-EM in Deutschland! 106 Tage Vorbereitung sind passé – jetzt
geben wir alles, um ein passendes Resultat zu schaffen. Toll, dies
hautnah erleben zu dürfen! Toll, dass es jetzt losgeht!

Nach dem Grand Prix – und einmal mehr etlichen Wochen auf Reisen – hatten wir wenige Tage frei, um vor dem anstehenden Highlight nochmals Kräfte zu sammeln. Normalerweise besteht diese Zeit fast ausschließlich aus Schreibtischarbeit. Das letzte Turnier muss abgewickelt, der nächste Wettbewerb vorbereitet werden. Es gibt durchaus spannendere Phasen in der Saison. Dieses Mal allerdings stand etwas ganz Besonders, für mich persönlich Einmaliges auf dem Programm.

Unsere Nationalspielerin Kerstin Tzscherlich beendete nach 13 Jahren, 373 Länderspielen und unter anderem zwei Olympia- und vier WM-Teilnahmen ihre Karriere. Zu diesem Anlass wurde in ihrer Heimatstadt Dresden das Abschiedsspiel – Team „Kerstin & Friends“ gegen die Deutsche Nationalmannschaft – ausgetragen. Das Spiel war bereits für Anfang Juni geplant gewesen, musste dann aber aufgrund der Flut-Katastrophe verschoben werden. Aufgrund vieler Terminprobleme blieb als kurzfristiger Ausweichtermin nur der 23. August übrig, also mitten in unserer kurzen Urlaubsphase. Wegen langfristig feststehender Verpflichtungen konnten so der Bundestrainer wie auch beide Co-Trainer nicht beim Abschiedsspiel dabei sein. Zwangsläufig kam so die Frage auf: Wer coacht das Nationalteam bei diesem besonderen Freundschaftsspiel?

Eine Lösung hatten die Nationalspielerinnen schnell parat: „Matthias, dann bist Du eben unser Trainer für das Spiel!“ Was ich anfangs noch mit einem Lächeln als Scherz abtat, wurde aber schnell Realität. Wenig später erhielt ich vom Ausrichter den Gruß und Dank, dass ich ja als Trainer der Nationalmannschaft an dem Event teilnehmen würde. Versuche meinerseits, das zu verhindern, schlugen allesamt fehl. Das Team hatte sich entschieden und ließ keine Diskussionen mehr zu.

Also musste ich mich damit abfinden, für einen Tag meinen Aufgabenbereich zu tauschen. Weg von der organisatorischen Verantwortung, hin zum Amt des Bundestrainers – für ein Spiel. Der Spieltag wurde dann zu einer ganz neuen Erfahrung. Angefangen mit der Spielvorbereitung direkt am Court, der offiziellen Teamvorstellung bis hin zum Match-Verlauf selbst. Auswechslungen durchführen, Auszeiten nehmen, Teamansprachen führen, und alles bloß nicht zu Ernst nehmen. Schließlich ging es bei diesem Abschiedsspiel vor allem darum, ein besonderes und lustiges Event zur Ehren von Kerstin Tzscherlich für die Zuschauer zu schaffen.

So sah ich es denn auch als meine Aufgabe an, eher unkonventionell zu coachen und zum Beispiel den Schiedsrichter mit Süßigkeiten zu bestechen oder den Physiotherapeuten zum Aufschlag einzuwechseln. Insgesamt wurde es so ein sehr amüsantes Spiel, das wir nach drei Sätzen dann auch noch gewannen. Mit den Worten „…man soll aufhören, wenn es am schönsten ist…“ und einer 100-Prozent-Siegquote beendete ich dann direkt nach dem Spiel auch meine Karriere als Trainer.
Jetzt bereiten wir uns – in voller Ernsthaftigkeit – in Kienbaum auf den Saisonhöhepunkt vor. Am 6. September startet unsere Heim-EM in Halle/Westfalen mit dem ersten Spiel gegen Spanien. So kurz vor dem Start merkt man in allen Bereichen, dass Anspannung und Fokussierung deutlich ansteigen. Mehr als drei Monate intensive Vorbereitung führen auf das große Ziel hinaus – bei der EM im eigenen Land erfolgreich zu sein. Ich hoffe sehr, dass hierbei in den nächsten Wochen alles bei uns nach Plan verläuft und ich nicht dort auch noch kurzfristig als Bundestrainer einspringen muss…

Die letzte Vorrunde des Grand Prix führte uns jüngst nach Thailand, genauer gesagt nach Bangkok. Sportlich eine sehr durchwachsene Runde: Nach der knappen Niederlage (2:3) gegen Weltmeister Russland, als wir große Chancen hatten, das Match zu gewinnen, folgte ein klarer Sieg (3:0) gegen Gastgeber Thailand und eine unnötige Niederlage im Duell mit Puerto Rico (2:3). Mit dieser Bilanz reichte es nicht zur Qualifikation fürs Finale Ende August in Japan.

Rückblickend betrachtet, waren die Final-Chancen durchaus vorhanden und die Spiele dort gegen die besten fünf Teams der Weltrangliste sowie Europameister Serbien wären eine tolle Herausforderung geworden. Auf der anderen Seite wären wir gerade einmal drei Tage vor dem ersten EM-Spiel nach Deutschland zurückgekommen, inkl. Jetlag im Gepäck.
Bangkok war dennoch, auch wenn es sportlich besser hätte laufen können, eine besondere Erfahrung. Bislang hatten mich meine Volleyball-Reise mehrfach nach Japan, aber bislang nie nach Thailand gebracht. Dementsprechend falsch waren meine Einschätzungen, zu wissen, was mich erwarten würde, denn Japan und Thailand ähneln sich etwa so sehr wie Deutschland und Spanien. Während zum Beispiel Japaner eher zurückhaltend und immer darauf bedacht sind, viele Regeln einzuhalten, gibt sich der Thailänder viel unbeschwerter. So passierte es uns täglich, dass auf dem Weg zum Training oder Spiel Menschen, die uns erkannt hatten, zum Bus gerannt kamen, auf Autos oder kleine Straßenstände stiegen und anfingen zu grüßen und zu jubeln.

Welche Begeisterung die Thailänder verbreiten können, erlebten wir auch bei unserem Spiel gegen den Gastgeber. Das ‚Indoor Stadium Huamark’ war randvoll, die Fans feierten schon mehrere Stunden vor Spielbeginn auf den Tribünen.
Als sich dann noch zwei Fans entschlossen eine Tanzeinlage auf ihren Sitzen zur gerade abgespielten Musik hinzulegen, jubelten die mehr als 8000 Zuschauer derart, als ob ihr Team gerade den Matchball verwandelt hätte. Dass diese Geräuschkulisse aber durchaus noch steigerungsfähig ist, erlebten wir, als das thailändische Team den Court betrat, nach der heimischen Nationalhymne und bei toll heraus gespielten Punkten des Gastgebers. Der Jubel der Fans wurde dann immer so laut, dass man wirklich Ohrenschmerzen bekam. Ein – positiv – verrücktes Erlebnis.

Von Bangkok selbst, wie von allen anderen Spielorten sonst auch, konnten wir während der knappen Woche vor Ort wenig sehen. Zu voll waren die Tagesabläufe. Nur das Wetter erlebte man natürlich hautnah. Es galt, zwischen nur zwei Extremen zu wählen: Entweder die wirklich kalten Temperaturen der klimatisierten Gebäude oder die Hitze mit hoher Luftfeuchtigkeit außerhalb. Unsere heimischen Team-Guides Andy und Da – und ich bin froh, dass ich sie mit ihren Spitznamen ansprechen durfte, denn ihre richtigen Namen hätte ich wohl nie problemlos herausgebracht – erklärten uns auch schnell, dass dies die berühmt-berüchtigte Regenzeit in Thailand sei.

Wobei sich der benannte Regen in unserer Anwesenheitszeit eigentlich kaum zeigte. Irgendwie komisch: Regenzeit ohne Regen! Als ich hingegen am Montagmittag für einen kurzen Heimaturlaub nach Halver kam und direkt einen kräftigen Schauer erleben durfe, musste ich wieder an die Worte unseres Guides denken: „Bei uns in Thailand ist gerade Regenzeit!“ Beim klimatischen Empfang in der Heimat fiel mir dazu nur ein: Wann bei uns in Halver eigentlich nicht?

Die zweite Station des Grand Prix führte uns in der vergangenen Woche nach Polen. Im Vergleich zum Turnier zuvor in Italien eine gänzlich andere Situation – in vielerlei Hinsicht. Sportlich steigerte sich unser Team deutlich. Zwei Siege – gegen Gastgeber Polen (3:0) und Kasachstan (3:1) – sowie eine knappe Niederlage (2:3) gegen den Weltranglistendritten Japan bedeuteten eine gute Bilanz.

Ansonsten war die Tour nach Polen eine Reise in eine „andere Welt“. Auf der einen Seite erkennt man im Land an vielen Stellen, vor allem in Großstädten, den starken westlichen Einfluss. Von modernen Shoppingcentern, Hochhäusern mit Glasfassaden über die Geschäfte und Filialen bekannter Hersteller erinnert viel an Deutschland. Aber es passiert auch, dass man neben einem modernen Geschäft einen kleinen Schuhmacher-, Bäcker- oder Schneiderladen entdeckt, der in Größe und Ausstattung an die Verhältnisse des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Je weiter es aus den Großstädten hinaus aufs Land geht, desto häufiger bestätigt sich dieser Eindruck. Gepflasterte Straßen, Holzhäuser und Bauern mit Pferdekarren suggerieren, dass mancherorts die Zeit stehen geblieben zu sein scheint.

Umso erstaunlicher und beeindruckender hingegen die „Volleyball-Welt“ Polens. Vor einigen Jahren schaffte es die Sportart, sich neben dem von Skandalen gebeutelten Fußball zu etablieren. Statt Fankrawallen im Fußball wollte das polnische Fernsehen lieber einen Sport zeigen, der positive Emotionen und Begeisterung vermittelt – fündig wurde man beim Volleyball. Heute hat sich Volleyball in Polens Sport- und Fernsehwelt ganz oben etabliert, wird jedes Spiel als tolles Gesamterlebnis angeboten, zu dem Heerscharen begeisterter Fans strömen. Was dies in der Realität bedeutet, durften wir beim Spiel gegen den Gastgeber erleben. Die hochmoderne Halle (2010 erbaut, mit VIP-Logen und einer 11 x 6 Meter großen Videoleinwand) eines der Hauptsponsoren der polnischen Nationalmannschaft war mit tausenden polnischen Anhängern gefüllt, die aus dem ganzen Land angereist waren. Nahezu alle gekleidet in Weiß und Rot, mit Trikots, Mützen, Schals oder Fahnen. Vor der Halle boten zahlreiche Stände die neuesten Fan-Artikel an, so dass auch wirklich jeder sein Team passend gekleidet anfeuern konnte.

Auf dem Außengelände, mit bis zu 6 x 6 Meter großen Aufstellern, und in der Halle (auf dem digitalen Bandensystem und Plakaten groß wie Reisebusse) präsentierten sich die Sponsoren des polnischen Nationalteams. In den Spielunterbrechungen starteten Showacts oder Gewinnspielaktionen für die Zuschauer – die Stimmung war während des gesamten Spiels absolut beeindruckend.

Am imposantesten war aber die Situation vor dem Match, in der die polnische Nationalhymne gespielt wurde. Während bei uns die Hymne musikalisch präsentiert wird, singen die polnischen Fans lauthals a cappella, Fahnen und Schals dabei in die Höhe gestreckt. Auch wenn es sich nicht um unsere Hymne handelte, muss ich offen zugeben: Dieser Moment sorgte für Gänsehaut!

Im Fernsehen wurde das Match geradezu auf eine Art und Weise zelebriert, wie man es bei uns nur von Fußball-Übertragungen kennt: Lange Vor- und Nachberichterstattung mit einer Expertenrunde, Interviews und Analysen der Teams direkt aus dem offenen Studio neben dem Court. Das Spiel selbst wurde dann aus nahezu jedem Blickwinkel von insgesamt 13 Kameras – angereichert mit Aufschlaggeschwindigkeitsmessung und Videobeweis bei kritischen Entscheidungen – übertragen. In den Werbepausen gab es moderne Reklamefilme zu sehen, in denen verschiedene Volleyballstars Produkte präsentierten.

Anschaulicher als an diesem Tag hätte man Unterschiede zwischen der deutschen und polnischen Sportwelt nicht erleben können. Während in der Arena Tausende begeisterte Volleyballfans bei unserem Spiel mitfieberten, spielte auf der anderen Straßenseite Wisla Plock (polnischer Fußball-Pokalsieger von 2006). In einem Stadion, das in Deutschland wohl nicht einmal die Lizenz für die Regionalliga erhalten würde und vor deutlich weniger Zuschauern. Eine Situation, die in Deutschland undenkbar ist. Aber Polen ist, aus Sicht eines Volleyballers, tatsächlich eine andere Welt.

3:1 gegen Kasachstan, 2.3 gegen Argentinien und 1:3 gegen Italien – das ist die Bilanz der ersten Grand-Prix-Runde in Italien. Zugegeben, gerade mit Blick auf die mögliche Qualifikation für die Finalrunde hatten wir uns ein besseres Abschneiden gewünscht. Vor allem die Niederlage gegen Argentinien war eine Überraschung – und das nicht im positiven Sinne. Aber das macht Sport und seinen Reiz aus: Wenn das eigentlich bessere Team keinen guten, der Außenseiter dafür aber einen sehr guten Tage erwischt, kann es zu Überraschungsergebnissen kommen. Für uns bedeutet das, in der nächsten Runde in Polen gegen den Gastgeber, Japan und erneut Kasachstan möglichst viele (klare) Siege zu schaffen, um weiterhin die Chance zu haben, Ende August in Japan im Grand-Prix-Finale zu stehen.

Leider hatten der Ausgang der ersten Runde und die Weiterreise eine große Gemeinsamkeit – beides beinhaltete eine negative Überraschung für uns. Der Plan war, am Montagmorgen aus Italien – über Frankfurt – nach Warschau zu fliegen. Inklusive anschließenden Bustransfers sollten wir am frühen Nachmittag im Hotel eintreffen und so den Rest des Tages zu Regeneration nutzen können. Soweit die Theorie. Bereits am Flughafen in Verona deutete sich an, dass die Praxis ganz anders aussehen würde. Die Maschine nach Frankfurt war überbucht, es sollte zunächst nur ein Teil des Teams mitfliegen können. Dazu die üblichen Gepäckdiskussionen sowie Probleme wegen des Anschlussfluges. Nach mehr als zwei Stunden an Diskussionen hatten wir zumindest erreicht, dass das gesamte Team mitfliegen durfte und unser Gepäck direkt nach Warschau durchgecheckt werden sollte. Doch kaum saßen wir in der Maschine, wartete das nächste Hindernis. Das Flugzeug hatte „technische Probleme“, und so dauerte es über eine Stunde länger, bis wir abfliegen konnten. In Frankfurt eilten wir entsprechend hektisch durch die Terminals, um erst die neuen Bordkarten zu bekommen und dann auf die letzte Minute den Flieger nach Warschau zu erreichen. Dort saßen wir erschöpft in den Sitzen und durften beobachten, wie unsere Koffer zum Flugzeug gebracht wurden – um kurz vor dem Start wieder weggefahren zu werden. In Warschau angekommen war der erste Gang somit zum „Lost and Found“-Schalter, wo das Service-Personal erst nach mehrfachem Nachfragen wirklich realisierte, dass ich nicht einen oder zwei, sondern 25 große Koffer als fehlend melden wollte. In den nächsten Stunden mussten zahllose Anträge ausgefüllt, Telefonate und Diskussionen geführt werden oder man wartete einfach auf die nächste Maschine aus Frankfurt, in der Hoffnung, dass dort die vermissten Gepäckstücke dabei sein würden. Fünf Stunden später als geplant verließen wir dann mit einem Hauptteil des nachgelieferten Gepäcks den Flughafen Richtung Hotel.

Statt am frühen Nachmittag, trafen wir so erst gegen 21 Uhr in unserer Unterkunft ein. Der Rest des Abends bestand dann darin, für all diejenigen, deren Gepäck noch nicht geliefert worden war, das Nötigste zu organisieren – von der Zahnbürste, über den Schlafanzug bis bin zu neuer Kleidung für den nächsten Tag. Wahrscheinlich freute sich niemand so sehr wie ich, als am nächsten Mittag das letzte fehlende Gepäckstück nachgeliefert wurde und ich eine außergewöhnliche Bilanz schließen konnte: 12 Stunden Reisezeit, 25 Gepäckstücke vermisst und erst nach rund 36 Stunden das Equipment wieder vollständig zusammen. Wenn man jetzt bedenkt, dass diese Reise „nur“ von Italien nach Polen ging, mag ich gar nicht daran zu denken, was uns alles beim nächsten Flug nach Thailand erwarten könnte.

Optisch schon Europameister

Kurz vor der Abreise zur ersten Station des Grand Prix nach Italien, lud unsere Trikotsponsor ‚Gerry Weber’ das Team noch zu einem besonderen Termin ein. In einer Filiale in Berlin wurden die Spielerinnen mit einem EM-Outfit ausgestattet, um die Sportkleidung außerhalb des Courts mit einem modischen Dress wechseln zu können. Eine Idee, über die sich die modebewussten Spielerinnen sehr freuten. Aufgrund des sehr vollen Terminkalenders war es aber vorher nicht möglich gewesen das genaue Maß jeder Spielerinnen für das ausgewählte Dress zu nehmen, der Partner hatte somit anhand von Größentabellen das Outfit vorbereitet. Damit folgte das Problem, welches die meisten Spielerinnen beim Kleiderkauf nahezu immer haben: Das wirklich Passende finden ist eine große Herausforderung! Entweder es passt etwas in der Länge, dann aber nicht in der Breite oder umgekehrt! Ergo hatten die Maßschneiderinnen vor Ort viel Arbeit vor sich: Die eine Hose musste ausgetauscht, die Andere gekürzt werden. Die Blusen und Blazer kleiner oder enger und, und, und…

Nach mehr als einer Stunde Anproben und Änderungen waren dann alle Spielerinnen bereit für das Teamfoto – mal nicht in Sportkleidung. Für alle Beteiligten und durchaus positiver, wenn auch ungewohnter Anblick. Die ‚Gefahr‘, die aber besteht wenn jungen Frauen längere Zeit in einem Modehaus unterwegs sind bzw. warten sollen, wurde bei diesem Termin auch zur Realität. So fanden die Spielerinnen in der Filiale das ein oder andere Kleidungsstück, was ebenfalls gut gefiel und am Ende hatte das Team ein Alternative-Outfit, sogar passend in Deutschland-Farben, zusammengestellt. Schwarze Lederjacke, über der weißen Bluse ein gelber Schal, dazu eine rote Jeans. Man(n) musste zugeben, dass die Spielerinnen in Sachen Auswahl und Präsentation auch abseits des Volleyball-Courts eine gute Figur machten. So freute sich der Partner am Ende der Aktion sehr über das Ergebnis: „Optisch sind wir auf jeden Fall schon Europameister!“

Einen Tag später folgte die Abreise nach Italien. Auch wenn man denkt, man hat in den letzten Jahren und bei all den Flügen schon (fast) alles mitgemacht, so erlebt man doch immer wieder neue Dinge – rund um die Flugreisen. So geschehen beim Zwischenstopp von Berlin nach Verona in Frankfurt. Zwischen der Landung und dem nächsten Abflug lagen mehr als 90 Minuten. Eigentlich genug Zeit. Nicht aber, wenn man zum nächsten Gate gefühlt einige Kilometer durch Terminals laufen muss. Dazu waren einige Hinweisschilder fälschlicherweise auch noch spiegelverkehrt angebracht worden. Das Resultat: Einige Richtungswechsel und Denksportaufgaben machten die Gatesuche zu einer kleinen Schnitzeljagd. Am besten kam man aber zurecht, wenn man die Abbildungen der Flugzeuge wieder richtig umwandelte und aus dem ‚Absturz’ des Fliegers wieder einen Start kreierte. So erreichte unser Team nach einem langen Marsch dann noch ‚auf die Minute’ das passenden Gate und dachte wenig später im Flieger sitzend, nun könne die Reise ja endlich ‚normal’ weitergehen. Falsch gedacht! Zwar rollte das Flugzeug zwar pünktlich Richtung Startbahn, anstatt dann aber abzuheben, fuhr der Flieger stolze 20 Minuten mit uns über das Flugfeld. Die passenden Frage der Spielerinnen mit einem großen Grinsen im Gesicht folgte prompt: „Gehen oder fahren wir nun nach Verona!? Fliegen ja offensichtlich nicht mehr!“

In Italien angekommen – und das tatsächlich doch noch fliegend – bereiten wir uns nun in Montichiari auf die ersten drei Spiele des Grand Prix gegen Argentinien, Kasachstan und Gastgeber Italien vor. Danach geht es dann zum zweiten Turnierwochenende nach Polen, wieder mit einem Zwischenstopp am Frankfurter Flughafen. Mal sehen, ob bis dahin die Flugzeuge auf den Wegweisern auch startend zu sehen sind…!?

Nach dem erfolgreichen Abschluss der European League standen – seit dem Saisonstart am 24. Mai zum ersten Mal – einige freien Tage auf dem Programm. Wobei „frei“ immer einen Sache des Blickwinkels ist, aber dazu später mehr.
Auf jeden Fall gab es für das gesamte Team in der vergangenen Woche etwas Urlaub. Wenn man sich darüber mit Leuten unterhält, die nicht genau mitbekommen haben, wie meine Wochen jüngst ausgesehen haben, sind die Reaktionen sehr ähnlich: „Urlaub? Schön! Was hast Du gebucht? Wohin geht es?“ Meine Antwort darauf ist immer gleich: „Du meinst, Koffer packen, zum Flughafen fahren, Check-In, Sicherheitskontrollen, lange im Flugzeug sitzen, dann ins Hotel, auspacken…und nach wenigen Tagen das ganze Prozedere noch mal von vorne? Stimmt, davon hatte ich bislang zu wenig. Darauf habe ich große Lust!“ Ironie-Modus aus…

Nach der vergangenen Zeit – und bei dem, was noch kommt – kann ich jedenfalls voller Überzeugung sagen: Urlaubsreise – nein, danke! Wenn man so viel unterwegs ist, quasi keine vier Nächte am Stück im selben Bett bzw. Land übernachtet, dann werden ganz alltägliche Dinge zum echten Luxus: Zeit mit Familie und Freunden verbringen, länger schlafen, ohne dass man danach kein Frühstück mehr bekommt, im Schlafanzug auf dem Balkon einen Kaffee trinken, in Ruhe die Zeitung lesen, zu Fuß in die Stadt gehen, mal keine Sport- bzw. Dienstkleidung tragen müssen, die Ruhe und natürliche Umgebung der Heimat genießen – vor allem bei diesem völlig atypischen warmen und sonnigen Wetter in Halver…und, und, und!

So wurden die wenigen freien Tage in der Heimat zu echter Erholung. Wobei so richtig frei die Zeiteinteilung dann doch nicht war. Fast tägliche Telefonate mit dem Bundestrainer, Spielerinnen oder dem Verband über die Organisation der nächsten Phase standen an. Dazu zahlreiche Mails, die beantwortet werden wollten sowie ein Besuchstermin in Halle/Westfalen. Dort organisiere ich mit den Verantwortlichen vor Ort bereits unsere Unterbringung während der EM-Vor- und (hoffentlich) Zwischenrunde. Alles in allem verschlangen diese ganzen Vorbereitungen die Hälfte der „freien“ Zeit. Nicht optimal, aber man ist ja schon mit kleinen Dingen zufrieden.

Die Zeit in der Heimat gehört nun aber schon wieder der Vergangenheit an. Aktuell befinden wir uns schon erneut im Trainingslager in Kienbaum, bevor dann Ende des Monats der Grand Prix startet. Der Grand Prix ist, ähnlich wie die European League, eine Turnierserie – diesmal aber global ausgerichtet, mit den besten Teams der Welt. Dabei spielen wir die Vorrunden in Italien, Polen und Thailand. Sollte hierbei die Qualifikation für die Finalrunde gelingen, geht es Ende August nach Japan. Davor gäbe es dann aber noch einmal wenige freie Tage zum Durchatmen. Fest steht erneut, dass ich sicherlich keine Urlaubsreise buchen werden…

 

Nach vier intensiven Wochen mit zwölf Spielen in vier verschiedenen Ländern stand am Wochenende der Abschluss der European League (EL) an. Im „Final Four“ erwarteten uns in Varna/Bulgarien zwei echte Endspiele. Im Halbfinale war Gastgeber Bulgarien der Gegner. Mit einer starken Leistung gewannen wir das Match ebenso klar wie verdient mit 3:0 und realisierten damit gleichzeitig das erste Saisonziel. Denn: Die beiden Endspiel-Teilnehmer sind automatisch für das Welt-Turnier (Grand Prix) 2014 qualifiziert. Im Finale wartete dann ein alter Bekannter – Belgien. Gegen den Nachbarn hatten wir in der Vorrunde bereits viermal gespielt und dabei je zweimal gewonnen und verloren. Und auch das Endspiel wurde zu einer engen Angelegenheit. Nach 1:2-Satzrückstand entschied unser Team mit viel Einsatz einen echten „Krimi“ noch für sich. 3:2 hieß es am Ende des Finales.

Auch wenn diese EL nicht der Saisonhöhepunkt ist, so war der Jubel über den Turniersieg dennoch groß. Schließlich war es der erste Titel für die Deutsche Frauen-Nationalmannschaft seit 1987. Als Lohn für diesen Erfolg bekamen wir die EL-Goldmedaille überreicht und den Siegerpokal. Und damit begann eine einmalige Rückreise nach Deutschland…
Da das Finale vor einigen Wochen um zwei Tage nach hinten verlegt worden war, musste die Rückreise kurzfristig umgeplant werden. Statt des eigentlich gebuchten Direktfluges nach Deutschland standen die Flugetappen Varna – Sofia – München – Frankfurt auf dem Programm. Also dreimal Check-In und noch mehr Sicherheitskontrollen. Zwar sind wir für unsere Reisen, was das Teamgepäck angeht, auf fast alle Situationen vorbereitet, bei dieser Rückreise stellte sich jedoch die Premieren-Frage: Wie den Pokal sicher nach Deutschland transportieren? Überlegungen, die knapp 50 Zentimeter hohe Trophäe in eine der Reisetaschen zu packen und dann als normales Gepäck aufzugeben, wurden schnell verworfen. Zu groß und zu schwer war der silberne „Pott“ und richtig geschützt auf diese Weise auch nicht. Am Ende aller Gedankenspiele entschied ich mich dafür, den Pokal als „Handgepäck“ mitzunehmen.

Eine Entscheidung mit Folgen für die gesamte Reise. Ab der Abreise vom Hotel in Varna bis zur Übergabe in der Geschäftsstelle des Deutschen Volleyball-Verbandes in Frankfurt nahm ich die Trophäe wortwörtlich „an die Hand“. Unterschiedlichste Reaktionen unterwegs inklusive. Vom interessierten Check-In-Mitarbeiter, der unser Endspiel im Fernsehen gesehen hatte, viel darüber wissen wollte und den Check-In in die Länge zog, über sehr irritierte Sicherheitsbeamten, denen ich den Silberpott zum „Durchleuchten“ übergab, über die erfreuten Piloten, die den Pokal – inklusive seines Trägers – zur Ansicht ins Cockpit baten, bis hin zu vielen Mitreisenden, die Gratulationen aussprachen und immer wieder um Fotos baten, war alles dabei. Es wurde eine ruhelose und herausfordernde Rückreise. Aber an diesen Umständen, die solch ein silberner Begleiter mit sich bringt, tragen wir ja selbst „Schuld“. Und das sehr gerne!

Alle Mühen und die viele Arbeit auf und neben dem Court in den vergangenen Wochen haben sich jedenfalls gelohnt. Ich bin um eine Erfahrung reicher und werde für die EM überlegen, wie sich der Transport einer größeren Siegestrophäe weiter optimieren lässt.

 

 

 

„Guten Tag Frau Bundeskanzlerin!“

Die vergangenen Tage lassen sich unter einem Motto zusammenfassen: Langeweile sieht anders aus! Bereits bei der Planung der Saison wurde deutlich, dass die Programmpunkte wohl dicht aufeinander folgen würden, gerade in der Phase der European League (EL). Die Bestätigung erfolgte prompt: Vom EL-Turnier in Hamburg ging die Reise über Berlin nach Tel Aviv/Israel. Dort fand das letzte Vorrunden-Turnier statt, inklusive der Entscheidung, ob wir uns für das EL-Finale qualifizieren können. Bereits nach dem ersten Spiel (3:0-Sieg gegen Tabellenführer Belgien) hatten wir das Final-Ticket aber gelöst, so dass der Bundestrainer beiden Matches gegen Serbien (2:3) und Israel (3:1) nutzte, um allen Spielerinnen Matchpraxis zu geben und taktische Dinge auszuprobieren.

Der Abreisetag aus Tel Aviv gestaltete sich dann zu einer besonderen Herausforderung – körperlich und nervlich. Um 2 Uhr morgens klingelte der Wecker, 3.30 Uhr Transfer vom Hotel zum Flughafen, 4.30 Ankunft, fast zwei Stunden Check-In und Sicherheitskontrollen – die mit Abstand gründlichsten, die ich bisher erleben durfte –, dann zwei Stunden Verzögerung des Abfluges, gegen Mittag Ankunft in Berlin, Transfer ins Trainingszentrum nach Kienbaum und in die sofortige Vorbereitung eines „Sondertermins“ am nächsten Tag – dem Besuch bei der Bundeskanzlerin.

Angela Merkel, die als Schirmherrin der EM in Deutschland fungiert, hatte unser Team ins Bundeskanzleramt eingeladen. Nach den Sicherheitskontrollen, die im Vergleich zu Israel in rasender Geschwindigkeit abliefen, wurden wir in die siebte Etage des Bundeskanzleramtes geleitet, wo man in der „Skylobby“ einen tollen Blick über das Berliner Regierungsviertel hat. Dort trafen wir die Bundeskanzlerin, die in derselben Etage (für „normale“ Besucher nicht zugänglich) auch ihr Büro hat. Nach der Begrüßung („Guten Tag, Frau Bundeskanzlerin!“), einigen Gesprächen zur EM, Volleyball im Allgemeinen, Berlin und Politik, überreichte unsere Delegation, inklusive des Verbandspräsidenten Thomas Krohne, der Bundeskanzlerin ein Original-Trikot, bedruckt mit dem Spielernamen ‚Merkel’ sowie weitere Volleyball-Utensilien. So ausgestattet, verabschiedete uns die Kanzlerin mit den besten Wünschen und sprach direkt eine erneute Einladung aus – für den Fall, dass es fürs Team bei der EM „etwas zu feiern“ gäbe. Anschließend bekam unsere Delegation noch eine Sonderführung durchs Kanzleramt, inklusive vieler interessanter Informationen, Erklärungen und Einblicken. Insgesamt ein wirklich besonderer Tag und eine tolle Wertschätzung für unsere Sportart und das Team.

Die Tage danach bestanden nahezu ausschließlich aus der Vorbereitung für das EL-Finale in Varna/Bulgarien am 13. und 14. Juli: Flüge buchen, Sondergepäcktransport organisieren, mit den Organisatoren über Unterkunft und Trainingsmöglichkeiten sprechen. Als ob das für einen vollen Arbeitstag noch nicht ausreicht, stand zudem die Organisation des Aufenthalts der polnischen Nationalmannschaft (für Testspiele) Ende Juli in Kienbaum auf der To-Do-Liste.

Umso schöner, dass ab 17. Juli die erste Pause seit Saisonbeginn auf dem Programm steht, was für mich die kurze Rückkehr in die Heimat bedeutet. Endlich wieder Familie und Freunde sehen und fünf freie Tage nutzen, um die Akkus für die nächste Phase – den Grand Prix in Italien, Polen und Thailand – aufzuladen. Wobei ich schon jetzt das leise Gefühl habe, dass „freie Tage“ in dieser Phase wohl ein sehr dehnbarer Begriff werden können…