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12.09.2013

Jambo aus Nairobi!

Der heutige Tag war von einem starken Kontrastprogramm geprägt.
Zunächst ging es wie gewohnt mit einem guten Frühstück und natürlich dem zugehörigen Tee los.
Direkt danach machten wir uns auch schon auf den Weg in die Innenstadt von Nairobi. Am Ende des Hinweges erzählte uns Anthony, dass wir heute sehr viel Glück hatten, denn wir standen nur wenige Minuten im Stau. Normalerweise sei man mit dem Flugzeug von Südafrika aus schneller, als mit dem Auto von dem Vorort aus, in dem Anthony wohnt.

In Nairobi angekommen, parkten wir auf dem Parkplatz des Repräsentanten der 44. Grafschaft Kenias und Anthony übergab sorgenlos etwas Geld und seinen Autoschlüssel dem Mann, der uns dort eingewiesen hatte. Er erklärte uns, dass der Mann ein Bekannter der Repräsentanten ist und genau weiß, wann welcher kommt. Zudem hat er die Erlaubnis, den Parkplatz bis dahin zu nutzen. Kommt ein Repräsentant, wird das dort stehende Auto von seinem Parkplatz auf einen anderen Repräsentanten-Parkplatz gefahren.
Nach dieser Erklärung machten wir uns auf, ein Wenig der Innenstadt Nairobis zu sehen. Dort sahen wir mehrere Weiße und man merkte deutlich, dass die Bewohner sehr westlich geprägt sind. iPhones und andere teure Smartphones waren keine Seltenheit. Anthony zeigte uns einen Park, von dem aus man auf die Hochhäuser schauen kann und erzählte, wer in Welchem arbeitet. Anschließend besuchten wir ein Museum, in dem verschiedenste Dinge aus Kenia und den umliegenden Staaten (etwas unsortiert) ausgestellt sind.

Nach dem Museumsbesuch gingen wir am Platz der ehemaligen Amerikanischen Botschaft vorbei, um bei einer Geschäftsansammlung Pizza, Burger und Eis zu Mittag zu essen. Anthony machte währenddessen noch ein paar Besorgungen und brauchte – wie fast immer – etwas länger als geplant. Als er schließlich eintraf, machten wir uns auf zum Auto, dass jetzt auf dem Parkplatz des Repräsentanten der 32. Grafschaft stand.

Von dort aus fuhren wir zum größten Markt in Nairobi. Dort besichtigten wir zunächst ein ganzes Dorf aus kleinen Metzgereien, die alle entweder ein paar halbe Rinder oder Schweine am Haken hängen hatten. Etwas tiefer im Dorf konnte man auch die Innereien besichtigen und erwerben. Mitten zwischen den ganzen Halben Tieren und den damit verbundenem Gestank sahen wir nur einen einzigen Stand, an dem man Taschen kaufen konnte. Nachdem wir diesen Platz verlassen hatten, gingen wir an mehreren Menschen vorbei, die alte Fässer bearbeiteten, auf den sich anschließenden Markt. Die Stände waren dort dicht an dicht gedränkt, zwischen ihnen führte nur ein schmaler Weg entlang, der zu 100% aus Müll bestand. Zudem wurde dieser fast überall durch einen kleinen Bach aus stinkendem und dreckigen Wasser geteilt. Zitat Katharina: „So schnell ist man wieder in Afrika“.

Nach etwa 20 Minuten erreichten wir einen Ausgang. Anthony bemerkte jedoch noch, dass wir nur etwa 5% des Marktes gesehen hatten.

Nachdem wir sehr geschockt von den Zuständen wieder ins Auto stiegen, machten wir uns wieder auf den Heimweg, durften diesmal aber mehrere wirkliche Staus erleben.

Erschöpft von den Staus und der großen Hitze, tranken wir erst einmal etwas Wasser, bevor Anthony uns mitteilte, dass wir morgen schon um 7:30 Uhr losfahren müssen, da die Schulen in Kenia nicht nach „afrikanischer“ Zeit unterrichten.

Usiku mwema!

11.09.2013

Back to Nairobi.

Der heutige Morgen begann – wie im Haus der Ngondis gewohnt – mit einem leckeren Frühstück. Danach durften wir uns erst einmal noch ein bisschen ausruhen, nachdem wir in der Nacht sehr spät hier angekommen waren. Bis zum Mittagessen vertrieben wir uns die Zeit hauptsächlich mit Schlafen und Lesen. Katharina unterhielt sich mit Anthony noch über die Unterschiede zwischen dem Leben auf dem Dorf und in der Stadt. Als wir auf das Dorf gefahren sind, konnten wir aufgrund zu extrem erwarteter Armut wenig Unterschiede feststellen. Doch nun, da wir wieder zurück in Nairobi sind, bemerken wir doch einige Dinge, die uns in der ersten Woche nicht aufgefallen sind. So sind zum Beispiel unsere Zimmer viel größer, das Haus offener und das wichtigste: Man kann ohne Schuhe ins Badezimmer gehen, ohne nasse Füße zu bekommen! Reinster Luxus.

Nach einem leckeren Mittag bestehend aus gebratenem Reis und Gemüse ging es auf in den City Park von Nairobi. Dort trafen wir auf viele freilaufende Affen. Nachdem Anthony einige Cashewnüsse gekauft hatte, konnten wir diese sogar füttern, wobei sie auf unsere Schultern kletterten 🙂 Katharina hatte eine etwas unschöne Begegnung mit dem Anführer der Affenbande, da sie einige Nüsse in ihrer geschlossenen Hand hatte. Als sie diese nicht öffnete, biss der Affe in ihren Daumen und verschaffte sich so Zugang zu den Leckerbissen – zum Glück war der Biss nicht so schmerzhaft. Danach versuchten wir, auch die kleineren Affen zu füttern, die sonst immer von den Älteren vertrieben wurden. Nachdem jeder Affe etwas bekommen hatte, machten wir noch einen Spaziergang durch den Rest des Parkes und sahen den Nairobi River und den Wald, der den Affen als Lebensraum dient. Anthony erklärte uns, dass früher das ganze Gebiet bewaldet war und nur dieses Waldstück übrig geblieben ist, um das Abwandern der Affen zu verhindern.

Wieder am Auto angekommen, tranken wir noch eine Cola und unterhielten uns über unsere Zeit auf dem Dorf. Als wir Anthony erzählten, dass wir ärmere Zustände erwartet hätten, erklärte er uns den Grund für die Auswahl des Ortes: Während dieser Jahreszeit regnet es im Gebiet um den Mount Kenya normalerweise sehr viel. Dadurch weichen die Straßen auf dem Land auf und niemand kann sich mehr fortbewegen. In ärmeren Familien, die nicht in einem solch großen Dorf leben, kann das schnell heißen, zwei Wochen lang von allem abgeschnitten zu sein. In unserem Dorf jedoch ist die Infrastruktur etwas besser. So wäre zum Beispiel ein Arzt vor Ort gewesen, falls wir einen gebraucht hätten, und auch in unseren Häusern wären wir vom Regen verschont geblieben. Dies kann in ärmeren Familien mitten auf dem Land nicht unbedingt immer vorausgesetzt werden.

Zurück in Nairobi lud Anthony uns noch zu einer kurzen Tour in seinem Bus ein. Wir fuhren eine kleine Runde durch das Dorf und kauften unterwegs noch etwas Brot. Dabei bemerkten wir deutlich, dass Anthony es nicht mehr gewohnt ist, einen Schaltwagen zu bedienen.

Morgen steht wieder ein volles Programm auf dem Tagesplan, weshalb wir uns jetzt langsam schlafen legen.

10.09.2013

Good night aus Nairobi!

Wir sind jetzt wieder zu Gast bei Anthony. Wie wir hier hingekommen sind, geschah wie folgt:

Auf unserem Plan für heute stand nur „Departure“. Anthony hatte sich für frühen Mittag angekündigt, um uns abzuholen. Also wollten wir vormittags gemütlich Jan-Hendriks Geburtstag feiern und dann über Embu zurück nach Nairobi fahren. So war der Plan. Aber wie es hier in Kenia mit Plänen so ist, werden sie meistens nicht eingehalten.

Morgens standen wir jedenfalls früh auf, um Jan-Hendrik ein schönes Frühstück am Bett zu machen. Dabei erreichten wir jedoch nur fast deutsche Verhältnisse – das Nutella war noch nicht dick genug auf dem Toast 😉
Trotzdem sind alle satt geworden, was auch daran lag, dass wir noch bis halb 10 am Tisch saßen.
Dann mussten wir auch aufstehen, in unsere Familien zurückgehen und Koffer packen.

Weil wir Mädchen nicht wiederkamen, kamen die Jungs schließlich zu unserer Familie. Dort vertrieben wir uns die Zeit mit Mensch-Ärger-Dich-Nicht-Spielen mit Kevin und Schlafen. Irgendwann war es Zeit fürs Mittagessen und wir gingen zurück zu Mama Rhoda.
Nach dem Essen wurde ein Zimmer zur Tanzfläche und Rose und ihre Freundinnen tanzten ein wenig für uns. Da wir leider kaum deutsche bzw. tanzbare Musik dabei hatten, versuchte Maike uns allen Memphis beizubringen, mehr oder weniger erfolgreich.
Abends um 9 Uhr klopfte es endlich: Anthony!
Er war auf einer Beerdigung in Naivasha Town gewesen. Die Stadt liegt südlich von Nairobi, deswegen konnte Anthony auch erst so spät da sein.

Es war so weit, wir mussten uns endgültig von Mama Rhoda und Rose verabschieden 🙁 Auch Kevin musste nach Hause, um noch ein paar Sachen für die Uni vorzubereiten, denn morgen fängt sein Semester an. Schnell wurden noch Emails, Facebook und Co ausgetauscht, versprochen Kontakt zu halten und dann fuhren wir auch schon nach einer allerletzten Umarmung zu der Gastfamilie der Mädchen. Dort fiel der Abschied deutlich kürzer und weniger herzlich aus.

Natürlich bekamen alle noch ein kleines Abschiedsgeschenk: Die Familien und unsere Guides Rose und Kevin bekamen noch ein Foto von uns als Erinnerung. Die Jungs hatten gestern Abend sogar auch Geschenke (T-Shirts, Tee und ein Stofftaschentuch) bekommen. Zum Glück passte alles noch in die Koffer, die wir dann ins Auto einluden.

Von der Fahrt zurück bekamen wir alle nicht so viel mit, doch Anthony fuhr uns sicher nach Hause. Um ein Uhr erreichten wir unser neues altes Zuhause und fielen erschöpft in die bereits bekannten Betten.

Gute Nacht!

09.09.2013
Das war´s. Zwei Wochen im Dorf gingen heute zu Ende. Der letzte volle Tag war nochmal sehr schön!
Wir Mädchen schliefen nach einigen kleinen Magenproblemchen bis kurz vor 10 und sprangen dementsprechend schnell aus unseren Betten, da wir uns um 10 eigentlich schon auf den Weg zum Centre der Macadamiafans machen wollten. Das hat nicht ganz geklappt, denn wir mussten auf unserem Weg noch die Jungs abholen, die unsere SMS nicht bekommen hatten, und deswegen auf uns warteten.
Endlich alle am richtigen Ort versammelt, versuchten wir, eine Skypeverbindung aufzubauen. Das zog sich in die Länge, da gleichzeitig ein Training für Bauern ablief und der Zuständige, George, sehr beschäftigt war. Wir schafften es jedoch, unsere Videokonferenz mit nur kurzer Verzögerung zu starten.
Die Konferenz selbst war aus unserer Sicht gut und hat hoffentlich Interesse auf mehr geweckt – wir haben noch einiges zu erzählen 🙂
Viel zu erzählen hatte auch Matti Spiecker, Gründer der Stiftung Welt:Klasse und Direktor der Macadamiafans. Wir fragten ihn fast zwei Stunden lang über die Organisation aus. Dabei wurde uns wieder einmal mehr bestätigt, dass diese eine super Sache ist! Auch fiel uns auf, dass nichts dem Zufall überlassen wurde und alles von vorne bis hinten durchdacht ist. Beispielsweise die Auswahl des Produkts: Macadamiabäume sind pflegeleicht, lassen sich leicht organisch anbauen, sind für „intercropping“ (Pflanzen zwischen anderen Pflanzen) gut geeignet, spenden auf Grund dieser Anbaumethode für umliegende Bäume Schatten. Außerdem sind die Nüsse zollfrei, lassen sich gut von Kleinbauern anbauen und sind auf dem deutschen Markt noch nicht sonderlich bekannt.
Alles zu berichten, würde hier zu lang werden, doch wir werden in Deutschland weiter begeistert von der Organisation erzählen 🙂
Leider mussten wir das Gespräch abbrechen, da Matti einerseits arbeiten musste und wir auch noch Kuchen für Rose backen wollten. Die Schwester der Jungs hat nämlich heute Geburtstag 🙂 Wir profitierten dabei sehr von unseren Erkenntnissen vom ersten Backversuch. Größtes Problem war es daher, in unserem Dorf Eier aufzutreiben. Schließlich landeten aber doch welche im Teig und der Kuchen im Ofen. Dort brauchte er zwar entgegen unser Berechnungen eine Stunde, dafür war er aber echt lecker.
Leider war es dank der langen Backzeit schon sechs Uhr, als wir bei Rose ankamen. Sie war trotzdem überrascht, vor allem, als wir ihr Luftschlangen entgegen bliesen. Die Arbeit mit dem Kuchen hatte sich auch gelohnt – entsprechend der kenianischen Tradition fütterte das Geburtstagskind uns alle mit Kuchen. Sehr lustig, da dies vor allem bei den größeren Stücken zu einigen Problemen beim Schlucken führte 🙂
Gesättigt vom Kuchen wollten wir trotzdem nicht das letzte Abendessen in unserer Familie verpassen und machten uns auf den Heimweg. Dort erwarteten uns mal wieder Reis und Bohnen, doch die schmeckten auch beim mittlerweile 11. Mal noch gut 🙂
Den weiteren Abend nutzen wir noch, um endlich in Auftrag der Stiftung ein Interview mit unserer Gastfamilie zu führen, das auf der Internetseite der Macadamiafans veröffentlicht werden wird. Diese befindet sich im Moment noch im Aufbau.
Wir erfuhren noch viele neue Dinge, wie zum Beispiel, dass unser Gastvater gerade eine eigene Kaffeefabrik baut. Er erwartet, dass er dadurch im Gegensatz zum jetzigen Preis (50-100 KSH je nach aktuellem Marktpreis) mindestens 150KSH erhalten wird.
Unsere Gastmutter war jedoch ziemlich müde und auch wir wollten auch früh ins Bett gehen, da Jan-Hendrik morgen Geburtstag hat und wir ihn mit einem leckeren Frühstück überraschen wollen 🙂
Das war´s. Der letzte Tag im Dorf ist vorüber und morgen geht es mit Anthony zurück nach Nairobi. Echt schade, da wir unsere Gastfamilien hier lieb gewonnen haben – vor allem unsere Guides Rose und Kevin! Aber wir werden hoffentlich auch in der Hauptstadt viele neue Freunde finden :
Maike und Katharina

08.08.2013

Jambo!

Am heutigen Sonntag stand wieder eine Wanderung zu unserem nächsten Dorf Kibugu an. Doch bevor wir am Nachmittag den Weg dahin antraten, statteten wir der örtlichen Kirche erst noch einen Besuch ab.

Der Gottesdienst heute war vor allen Dingen durch seine Kürze geprägt. Dies lag daran, dass die Kinder nicht einzeln für ihre Spenden aufgerufen wurden und das es heute eindeutig weniger Sachen zu versteigern gab als letzte Woche. Darüber hinaus fiel die heutige Predigt auch um einiges kürzer aus.

Also konnten wir schon nach ca. 2,5 Stunden unser Mittagsessen (die restlichen Erbsen von gestern) verspeisen und danach mit Kevin unsere Wanderung nach Kibugu antreten.
Dort angekommen besuchten wir die Marktstände und die vielen kleinen Geschäfte, die sich am Rand der Straße sammelten.
Erschöpft von unserer Wanderung kauften wir uns schließlich ein paar Muffins, Bananen und Ananas, um uns im ortsansässigen Café bei einer Coca Cola zu stärken.
Mit vollem Magen traten wir danach den Heimweg an, mussten aber noch an einem kleinen Musikgeschäft anhalten aus dem wir die für Afrika typische Reggae-Musik hörten. Kurzer Hand entschlossen wir uns, nach fachmännischer Beratung von Kevin, zwei CDs zu kaufen. Diese sehen wie selbst gebrannte aus und sind mit jeweils über 100 Liedern bestückt. Umgerechnet haben wir für beide CDs zusammen 1€ bezahlt (Anfangs wollte der Verkäufer 2€, aber nach ein wenig Feilschen von Maike machte er uns dann doch den billigeren Preis).

Den Abend beendeten wir gemeinsam mit unserer Familie und leckeren Spagetti sowie mit einer kleinen Lehrstunde für Rose in der wir ihr erklärten, wie man einen PC bedient. Denn ein Laptop ist hier in Kenia keineswegs – anders als in Deutschland – eine Selbstverständlichkeit für ein 17 jähriges Mädchen. Natürlich verstand sie schnell und konnte uns unsere Fotos der letzten Tage auf dem PC zeigen, drehen und vergrößern.

Nun ist es aber schon spät und wir müssen morgen topfit für unsere Videokonferenz und den Rose Geburtstag sein, also:

Gute Nacht!

Jan und Jan-Hendrik

07.09.2013
Einen wunderschönen guten Abend.
Der heutige Tag verlief relativ entspannt. Nach einem einfachen Frühstück hatten wir vor dem Mittagessen nur eine einzige Aufgabe: Die Macadamiabäume, die wir auf der Farm gepflanzt haben, zu bewässern. Dies ging jedoch sehr schnell, nachdem wir – jeder mit einem Eimer oder Kanister bewaffnet – den Wasserschlauch vom Nachbarn gefunden und die Arbeit aufgeteilt hatten.
Weil das Mittagessen noch nicht ganz fertig war, als wir vom Feld zurückkamen, vertrieben wir uns die restliche Zeit mit etlichen Runden UNO und dem Bau von bis zu sechsstöckigen Kartenhäusern.
Außerdem bliesen wir einen Luftballon auf, der später ein Gesicht und den Namen Daniel erhielt. Er begleitete uns auf die geplante Wanderung am Nachmittag. Hügel hinauf, Hügel hinunter – und das immer wieder und wieder! Aber die wunderschöne Natur und die Gespräche untereinander und mit Kevin lenkten uns von dem anstrengenden Weg ab. Unterwegs machten wir an einem Flusslauf halt, an dem wir über malerische Felsbrocken bis ans Wasser klettern konnten. Die dort spielenden Kinder waren sehr angetan von Daniel und so erhielten auch sie einen Ballon, mit dem sie dann fröhlich durch die Gegend liefen.
Das eigentliche Ziel der Wanderung war die kleine Stadt Kiamutugu. Dort suchten wir nach Kaffee, konnten jedoch nirgends welchen finden, sodass wir uns schließlich mit Gebäckstücken als Wegzehrung zufriedengeben mussten.
Wieder im Dorf angekommen kauften wir Erbsen, Möhren, Kartoffeln und Fleisch, um für die Familie der Jungs ein deutsches Abendessen zuzubereiten. Dies gestaltete sich als etwas schwierig, da die Erbsen hier, anders als in Deutschland, staubtrocken verkauft werden. Deshalb brauchten wir eine volle Stunde, um diese einigermaßen genießbar zu kochen. Letztendlich hätte das Essen zwar besser sein können, aber für die kenianischen Verhältnisse und unser geringes Kochtalent waren wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden 🙂
Nach dem Essen wurden wir von der gesamten Familie nach hause begleitet, da es bereits 10 Uhr und dunkel war.
Usiku mwema, Gute Nacht,
Katharina und Maike

06.09.2013

Viele Grüße aus Kenia!

Am heutigen Tag stand für uns das Interviewen von Bauern an, die Mitglieder in dem Projekt „Macadamia-fans“ sind.

Doch bevor wir uns auf den Weg zu diesen machten, mussten wir zunächst sehr früh aufstehen, da sich unsere Gastmutter „Mother Rhoda“ schon um 4:00 Uhr in der Früh auf den Weg nach Nairobi zu ihrer Tochter machte. Um ein Frühstück zu bekommen, mussten wir also mit Rose schon um 5:30 Uhr aufstehen. Danach sprang wir jedoch wieder in unser warmes Bett und schliefen noch gut zwei Stunden, bis wir die Mädchen zu Hause abholten, die wie immer ausschlafen konnten.

Unsere beiden Bauern, die wir heute interviewt haben, wohnen ca. 20 min Fußweg von unserem Dorf entfernt. Mit beiden Bauern konnten wir uns gut auf Englisch unterhalten, bei kleineren sprachlichen Problemen dolmetschte unser Guide Kevin. Besonders hat uns erstaunt, dass unsere eine Bäuerin nebenbei noch Vollzeit als Krankenschwester im nahegelegenen Krankenhaus arbeitet, während sie einen Bauernhof mit 6 Hektar Fläche bewirtschaftet. Diesen hat sie in zwei Teile – organisch und unorganisch – aufgeteilt. Von der anderen Bäuerin erfuhren wir, dass ihre sechs Kinder über die gesamte Welt verstreut leben, so zum Beispiel in Saudi-Arabien, Irland und Amerika. Als Zeichen ihrer Gastfreundschaft bekamen wir zum Abschluss noch jeder ein Stück Zuckerrohr.

Beide Bauern-Familien profitieren von dem Macadamia-fans-Projekt, da sie  ihre Nüsse zu einem deutlich höheren und sicheren Preis verkaufen können. Außerdem dürfen sie in Zukunft auf einen noch steigenden Macadamia-Preis hoffen. Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Projektes ist für die beiden Bauern der Besuch von deutschen Schülergruppen, über den sie sich immer sehr freuen.

Nach dem Mittagessen haben wir sofort damit angefangen, unsere Notizen in einen zusammenhängenden Text zu bringen, damit die Macadmia-Fans diesen in Zukunft auf ihrer Internet- und Facebookseite veröffentlichen können.

Zum Ende des Tages spielten wir mit Kevin noch eine Runde „Mensch ärgere dich nicht“, bevor wir schließlich den Heimweg zu Mother Rhoda und zu unserem warmen, leckeren Abendessen antraten.

Jan und Jan-H.

05.09.2013

Heute war der erste Tag, an dem wir uns nach unserer Uhr gerichtet haben. Morgens gezwungenermaßen, um pünktlich zur Schule zu kommen.

6:00 Uhr:

Aufstehen!

7:00 Uhr:

Die Schüler müssen schon früher an der Schule sein, um diese zu reinigen. Einige fegten mit Besen aus zusammengebundenen Ästen den Schulhof, andere wischten mit alten Kleidungsstücken das Lehrerzimmer und das Badezimmer der Lehrer. Der Rest erledigte in den Klassen seine Aufgaben. Wir wunderten uns, dass alles so reibungslos ablief, da nur eine Lehrerin Aufsicht über 365 Schüler führte.

8:00 Uhr:

Assembly: Anders als in Deutschland versammeln sich die Schüler hier jeden Morgen auf dem Schulhof, um Ankündigungen zu hören, gemeinsam zu singen und ein paar Bibelworte vorgelesen zu bekommen. Dabei haben alle sichtlich Spaß und so wurden auch wir von der guten Laune angesteckt und klatschen bei den Liedern fleißig mit.

08:20 Uhr:

Die erste Stunde begann. Für Rose und ihre Klasse 7A hieß das Mathe bei Mrs. Mwaura, die uns freundlicherweise erlaubt hatte, ihren Unterricht anzuschauen. Sie wiederholten den Stoff der gesamten letzten Jahre, da bald die vierteljährlichen Examen anstehen: Prozentrechnung, Flächenberechnung und Volumenberechnung. Dabei wurden wir Deutschen auch getestet. Den Satz des Pythagoras konnten wir aber Gott sei Dank noch alle anwenden 😉 Dabei stellten die Schüler und sogar die Lehrerin überrascht fest, dass wir in Deutschland doch die gleiche Mathematik haben. Als die Lehrerin nach unserem Matheunterricht fragte, ließ sich Jan nicht lang bitten und zeigte ein wenig leichte Integralrechnung. Die Schüler verstanden natürlich nicht viel, da sie ja erst die siebte Klasse besuchen. Wir fragten uns allerdings, ob die Lehrerin dies gekonnt hätte. Anschließend bombardierten uns die Schüler mit Fragen über Deutschland, wie: „Was baut ihr an?“ und „Wie? Ihr exportiert kein Essen?“ – es war ihnen nicht verständlich, dass in Deutschland die Wenigsten Bauern sind.

10:00 Uhr:

Nach der ersten Stunde ging es wieder an die Arbeit. Deswegen  zogen wir uns unsere mittlerweile sehr erdfarbenen Arbeitsklamotten an und machten uns auf zu unserer heutigen Aufgabe: Tee pflücken. An sich gar nicht so schwer, nur ziemlich monoton. Wir sind dann doch froh, in Deutschland andere Arbeiten erledigen zu dürfen.

11:00 Uhr:

Mit einem geflochtenen Korb gefüllt mit Tee auf dem Rücken ging es auf zum Tea Buying Centre. Dort warteten wir den Rest des Tages auf den Käufer des Tees – eine nahe gelegene Teefabrik. Nun war es wieder vorbei mit den geregelten Zeiten. Zum Mittagessen gingen wir kurz nach Hause, um direkt danach wieder auf unseren Tee aufzupassen. Einzige kurze Ablenkung bot ein Billardtisch im Schuppen nebenan, wo uns unser Guide Kevin zu einer Partie einlud.

Der Teekäufer kam letztendlich um rund 6 Uhr. Da füllte sich die Halle schlagartig mit Bauern, sonst hatten wir den ganzen Tag kaum einen gesehen. Wir packten unseren Tee in einen Beutel, hingen ihn an die Waage – 12,1 kg. Kevin hielt dies für ein ordentliches Ergebnis.

Froh, endlich unseren Tee losgeworden zu sein und damit das Warten auch ein Ende hatte, gingen wir nach Hause. Dort stand eine Überraschung: Die Kuh unserer Gastfamilie hatte ein Kälbchen bekommen!

Ansonsten machten wir nicht mehr viel und gingen früh ins Bett.

Maike und Katharina

04.09.2013

Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende!

Bei wunderschönen Wetter machten wir uns auf zum Haus der Mädchen. Dort angekommen erwartete uns gleich die erste Überraschung. Unser Guide Dennis war ohne Vorankündigung mit seiner Mutter nach Nairobi gefahren, um dort seinen morgigen Schulbeginn vorzubereiten. Dafür begrüßte uns unser neuer Guide Kevin, den zumindest die Mädchen schon kennen gelernt hatten. Er ist 19 Jahre alt und studiert zur Zeit im zweiten Jahr Medizin, hat aber offensichtlich gerade frei. Kurz darauf setzten wir mit Kevin unsere Arbeit von Montag fort und pflanzten innerhalb von einer Stunde alle 30 Macadamia-Pflänzchen. Dazu musste wir wie jedes mal erst Mist mit der Schubkarre in die Löcher füllen und diesen dann mit Erde vermischen. Danach wurde das Pflänzchen gesetzt und mit eben dieser aufgefüllt.

Da wir vor dem Mittagessen noch etwas Zeit hatten, besuchten wir wieder den örtlichen Markt. Dort kauften wir Batterien für die Armbanduhr von Rose. Diese gab es allerdings nur zu dritt mit einer einfachen Taschenlampe zu kaufen, alles zusammen für 30 Kenia-Schilling (ca. 26 Cent).

Als letzten Programmpunkt für den heutigen Tag stand ein Interview mit einem Macadamia-Bauern an. Kevin führt uns ca. 2 Km zu einer großen Farm. Dort empfing uns eine alte Frau, der das Steinhaus und die umliegenden Felder und Pflanzen gehören. Dies sind etwa 1500 Kaffeebäume, über 200 Bananenbäume, 30 Macadamia-Bäume und einiges mehr, wie etwa Mais und Tee auf insgesamt 6 Hektar Fläche. Während des Interviews stellte sich heraus, das die reizende alte Dame die Großmutter von Kevin ist und diesem sein  Studium finanziert, da dessen Vater frühzeitig verstorben ist. Nach einer kleinen Führung über die Farm, auf der wir auch ein paar frische Macadamia-Nüsse knackten und verspeisten, besichtigten wir mit Kevin noch einen beeindruckenden Wasserfall.

Für den morgigen Tag haben wir uns vorgenommen um etwa 5:30 Uhr aufzustehen, um nach einem Frühstück an der Morgen-Versammlung der örtlichen Primary-School und dem Mathematikunterricht von Rose teilzunehmen.

Daher ist es nun höchste Zeit für uns, sich schlafen zu legen.

Jan und Jan-Hendrik

03.09.2013

Hallo Deutschland!

Der Tag konnte nicht besser anfangen: Verschlafen! Um ca. halb 9 wurden wir von unserer Mutter geweckt. Auf dem Weg ins Wohnzimmer mussten wir feststellen, dass es mal wieder regnete – Bäume pflanzen durften wir heute also nicht. Ein neuer Plan musste her. Der war auch schnell gefunden: Interviews!

Zum Frühstück gab es zu dem üblichen Toast Süßkartoffeln, die wir zusammen mit Dennis und seinem Cousin Kevin aßen. Dennis wird morgen zurück nach Nairobi fahren, da er dort ein Internat besucht. Deshalb wird uns Kevin ab morgen bei unseren Arbeiten begleiten, da auch unser anderer Guide Rose seit gestern wieder in die Schule geht.

Nachdem auch die Jungs noch mit Toast und Tee versorgt wurden als sie (satt) bei uns ankamen, machten wir uns auf in ein nahegelegenes Krankenhaus. In diesem arbeitet jedoch überraschenderweise kein einziger Doktor. Das Personal besteht aus zwei Krankenpflegern. Diese gaben uns ein kurzes Interview und wir erfuhren einiges über die Einrichtung, wie zum Beispiel, dass sie von Staat finanziert wird und die Behandlung für alle Patienten kostenlos ist. Schnell hatten wir alle wichtigen Fragen gestellt und wollten die Pfleger auch nicht länger von ihrer Arbeit abhalten, da draußen noch einige Patienten warteten.

Anschließend beschlossen wir, Rose in ihrer Schule besuchen und nebenbei auch ein wenig über das Schulsystem und den Unterricht in Kenia zu erfahren. Als wir den Schulhof betraten,wurden wir bereits von allen Seiten neugierig beobachtet. Mitten in den gleich aussehenden Kindern, die alle Schuluniform tragen müssen, fanden wir dann doch bekannte Gesichter wie von Rose und ihren Freundinnen. Sie führten uns ins Lehrerzimmer, wo wir uns mit den Lehrerinnen und Lehrern unterhielten und einen Blick auf den Stundenplan werfen konnten. Dabei entdeckten wir einige Unterschiede: 5 Minuten Pausen gibt es nicht, die Stunden dauern auch nur 35 Minuten. Wir waren ebenfalls überrascht, dass die erste Unterrichtsstunde erst um 8:20 Uhr beginnt, während sich Rose schon um halb 7 auf den Weg zur Schule macht. Die Schulleiterin erklärte uns jedoch, dass um 7 eine morgendliche Versammlung startet, in der alles Anstehende besprochen und gemeinsam gebetet wird. Nachdem wir der kurzen Einführung gelauscht und einer neugierigen Lehrerin das deutsche Schulsystem erklärt hatten, wurden wir auf 2 Klassen aufgeteilt. Jan und Katharina besuchten eine „Science“-Stunde (Ein Mix aus Biologie, Chemie und Physik) in der siebten Klasse und lernten wie man verschiedene Gemische trennt: Picking, Seeving, Decanting etc. Nach dieser Stunde führte die Lehrerin die beiden noch durch die Schule. Sie sagten in den verschiedenen ersten Klassen (3-6jährige) einmal Hallo, sahen die Kantine und trugen sich in das Gästebuch der Schule ein.

In dieser Zeit erhielten Jan-Hendrik und Maike in der achten Klasse einen Eindruck in den Sozialwissenschaftsunterricht. Die Schüler waren sehr aufgeregt und stellten Fragen über die deutsche Politik, das Wetter, unser Schulsystem und vieles mehr.

Wieder zuhause auf Mother Njaus Farm gab es zum Mittagessen – mittlerweile zum 4ten Mal in Folge – Reis mit Bohnen. Danach folgte eine Mittagspause, in der wir Mädchen uns sehr darüber freuten, dass unsere Dusche wieder funktionierte.

Nachmittags wollten wir eigentlich Mitglieder der Macadamiafans interviewen. Als wir Dennis danach fragten, sagte er jedoch, dass es bereits zu spät war, da die Bauern am Nachmittag nicht auf ihren Farmen arbeiten, sondern Ware auf dem Markt verkaufen.

Also beschlossen wir, mit unserer Freizeit etwas sinnvolles anzufangen und einen Kuchen zu backen. Das gestaltete sich als sehr schwierig, da es hier weder eine Wage noch einen Mixer gibt. Doch diese Probleme konnten wir relativ schnell lösen. Mehl, Zucker, Butter und Eier wurden nach Gefühl mit einem großen Holzlöffel vermischt. Der Backofen stellte uns vor eine neue Schwierigkeit. Es gab keinen Ofen, wie wir ihn erwartet hatten. Der kenianische Ofen wird mit Gas von unten geheizt und muss erst angezündet werden. Eigentlich sollte eine Art Blech das brennende Gas bedecken, sodass sich die Wärme kontrolliert gleichmäßig verteilen kann, was wir aber nicht wussten. Hinterher ist man immer schlauer. Dementsprechend war der Kuchen nach einigen Minuten außen komplett verbrannt aber innen immer noch flüssig. Enttäuscht gaben wir den Versuch auf. Essen konnte man den Kuchen, nur besonders gut war er nicht. Der nächste Versuch wird besser. Den starten wir jedoch nicht mehr heute Abend, sondern gehen ins Bett.

 

Gute Nacht!

Katharina und Maike