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Wie man aus dem Titel schließen kann, habe ich meine „Ersti-Woche“ hinter mich gebracht.

Das Ganze beschränkte sich nicht (nur) aufs Trinken, sondern vor allem aufs Spielen. Unsere Tutoren haben sich mächtig ins Zeug gelegt um uns mit Spiel und Spaß zu beschäftigen.

Da gab es zum Beispiel den Möhrenkampf bei dem zwei gegnerische Mannschaften jeweils 4 Möhren bekamen, mit denen sie dann gegeneinander kämpfen mussten. Ziel war es, die generische Möhre zu zerstören. Und die Moral von der Geschicht‘, Größe und Stärke zählt nicht. Die kleinste mickrigste, dünnste Möhre aus unserer Gruppe hat alle vier mega-Möhren der Gegner erfolgreich vernichtet.

Dann gab es da auch noch Lieder Gurgeln bei dem einem aus der Gruppe ein Lied gezeigt wurde und er es dann den anderen vorgurgeln musste. Das stoß auf einige Probleme und das ganze wurde mehr zu einem „Spuckwettbewerb“, aber alle hatten riesigen Spaß.

Weiter gab es Stille Post für Fortgeschrittene. Das Spiel war wirklich zum Schießen und ich habe geweint vor lachen.
Es gibt erneut zwei Gruppen. Die erste geht raus und die andere bekommt eine Geschichte vorgelesen, sowas wie: Es war einmal an einem Donnerstag Vormittag im Mai vor 20 Jahren ein kleiner Junge namens Tom, der fuhr mit seinem Motorboot auf einen großen gelben See, als plötzlich…. Danach darf sich die Gruppe fünf Fragen dazu ausdenken. „Wie war der See“, „Welcher Tag“ etc. Dann kommt der erste der anderen Gruppe herein und bekommt die Geschichte vorgelesen. Nun muss er sie an den zweiten der Gruppe weitererzählen und so weiter. Der letzte muss dann die Fragen beantworten. Sehr lustig. Wie schnell sich so eine Geschichte per Mundpropaganda doch ändert und wie viel auf dem Weg verloren geht. Unglaublich.

Diskettenweitwurf gab es auch. Die Wurfweite zusammengezählt wurde dann die Durschnittsweite ermittelt.

An einer anderen Station mussten wir dann eine Möglichkeit finden ein rohes Ei im freien Fall mit Hilfe von Strohhalmen vor dem Zerbrechen zu bewahren. Per „Igelkonstruktion“ haben wir es geschafft das Ei sogar aus größerer Höhe als verlangt fallen zu lassen, ohne dass es kaputt ging. Ein Hoch auf unsere physikalischen Fähigkeiten.

Es gab noch viele weitere lustige Spiele, aber die jetzt alle aufzulisten würde zu weit führen. Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht,

Begleitet wurden diese Spiele-Rallyes von gemeinsamen Pizzaessen, Cocktails schlürfen und Grillen zwischen zwei „Zähnen“ der Uni. Rundum eine gelungene Woche,

Heute dann ging es offiziell los mit einer Begrüßungsrede des Direx im Audimax. Alle Studienanfänger in einem (riesigen) Raum. Bilder dazu lade ich demnächst hoch. Und gleich zu Anfang gab es auch Protest von anderen Studenten, die mit einer lauten Tröte, Bannern, Flyern und Masken die Rede des Direktors störten. Das war schon irgendwie amüsant, machte aber natürlich gleichzeitig darauf aufmerksam, dass auch in Bielefeld nicht alles perfekt läuft und es viel Kritik am Hochschulsystem gibt.

Was gibt es noch zu berichten… Ich habe ein neues Fahrrad, mein Mietvertrag ist unterschrieben und am Donnerstag bekomme ich die Schlüssel. Mal sehen, wie lange es dauert, bis ich dort Internet habe.

Bis dahin
Annie

… und wie ich eine Wohnung fand

In meiner zweiten Vorkurs Woche hatten wir Informatik bzw. eher eine Art Unix-Einführung.

Ich hab damit gerechnet noch mehr hinterher zu hinken, da ich Informatik in der Schule noch nie gehabt habe und auch sonst eher weniger das männliche Gen zum Computerfreak habe, aber wider erwarten war die Woche echt interessant und einfach.

In der Technischen Fakultät (kurz Tech Fak, (es gibt dort für alles Abkürzungen, ich sage auch nicht, dass ich Bioinformatik und Genomforschung studiere, sondern ich bin ein BIG und dann gibt es noch KOIS und NWI-ler etc)) wird nicht mit Windows gearbeitet, sondern mit Linux. Und startet dort jemand seinen Laptop und es ertönt der charakteristische Windows-Jingle, geht sofort ein Raunen durch die Menge – Wer Windows liebt, lebt auf gefährlichem Fuß.
Wir arbeiten also mit Ubuntu, das ist quasi eine Form von Linux, für alle die, die genauso viel Ahnung haben wie ich, Linux ist IN ETWA vergleichbar mit Windows und Ubuntu ist dann soetwas wie Vista, Xp etc.

Naja, auf jeden Fall ist der Umgang mit Linux sehr gewöhnungsbedürftig, weil man dort auf ganz andere Weise arbeitet. Per Konsole/Terminal werden Eingaben gemacht, die dann Kommandos für bestimmte Programme darstellen. Man muss also eigentlich nur diese Befehle kennen, um Linux einfach und bequem bedienen zu können. Und eben das haben wir in dieser Woche angefangen zu lernen.
Unter anderem haben wir auch gelernt, wie das Prinzip von Spammails funktioniert und können nun theoretisch Mails von Bill Gates verschicken. Oder weiter im Thema Sicherheit, wo wir gezeigt bekommen haben, wie wichtig es ist, seinen Computer zu sichern, denn es ist ziemlich einfach sich auf einem anderen Pc einzuhacken und dann auf dem Desktop Textdateien mit dem Inhalt: „Ich war hier!“ zu erstellen.
Sowas lernt man im Informatik Vorkurs 😉

Was gibt es sonst noch zu berichten, Meine Wohnungssuche war letztlich erfolgreich. Nicht über meine Zeitungsanzeigen sondern doch übers Internet. Ich habe jetzt eine 40m² Wohnung mit super Küche (Backofen und Spülmaschine inklusive) und Balkon. Sie ist 4 km von der Uni entfernt und Bus- und S-Bahn-Station sind auch nicht weit entfernt. Nächste Woche unterschreibe ich den Mietvertrag und am 15.10. ziehe ich dann um.

Nächste Woche (ab kommenden Dienstag) ist die „Starter-Woche“ oder auch „O-Woche“ genannt. Da werden dann Unirundgänge und Stadtbesichtigungen gemacht und eben auch (wie nicht anders zu erwarten) Kneipentouren und Spieleabende (Diskettenweitwurf, Bürostühlewettrennen etc.). Ich werde berichten.

Bis dahin

Annie

Meine erste Woche ist um. Und sie war ziemlich stressig und inhaltlich sehr schwer. Die Thematik der Vorlesungen geht weit über mein bisheriges Mathewissen hinaus und ich verstehe relativ wenig. Aber ich bin nicht die einzige, der Großteil meiner Kommilitonen versteht die meiste Zeit nur Bahnhof. Lustig ist nur, dass wir das ja angeblich alles schon in der Schule gemacht haben und das ja alles bloß Wiederholung ist…

Ich glaube, der größte Unterschied zwischen unserem Schulmathe und dem Unimathe, was ich gerade kennenlerne, ist, dass wir jetzt gar nicht mehr rechnen. Und unter rechnen verstehe ich das ausrechnen einer Gleichung mit Zahlen und ein, zwei Variablen vielleicht, aber man bekommt zumindest ein Ergebnis, dass aus Zahlen besteht. Jetzt rechnen wir nur noch mit Buchstaben und allerhand anderen Symbolen. Und eigentlich wird auch nicht gerechnet, sondern nur noch bewiesen. Wir haben eine Aussage, stellen eine Behauptung auf und beweisen sie dann. Und dann steht da im Skript soetwas wie :

Die Verneinung dieser Aussage sieht dann so aus. Eine Folge ist divergent, wenn für alle a ∈ R gilt:
∃ “ > 0 ∀ n0 ∈N∃ n ≥ n0 : |an − a| ≥ „. Alles klar soweit?

Am Donnerstag Abend sind wir dann alle mit unseren Tutoren ins Sausalitos in Bielefeld gegangen, wo wir uns beim Cocktails schlürfen weiter kennenlernen konnten. Leider musste ich aber schon um 21 Uhr wieder gehen, da ich ja noch zwei Stunden bis nach Hause einplanen muss und ich am nächsten Tag um 8 Uhr ja wieder im Zug sitzen musste. Es war aber trotzdem ein lustiger Abend.

Gestern (Samstag) habe ich mich dann erneut mit vier Kommilitonen getroffen und es war wieder ein sehr geselliger, lustiger Abend.

Leider hat man mir in Borgeln am Bahnhof mein Fahrrad geklaut. Keine Ahnung, wieso Menschen sowas machen. Im Moment hab ich ja auch nicht mehr soviel Geld, da ich ja zB auch die Fahrten nach Bielefeld bezahlen muss und nicht zurückerstattet bekommen werde. Und da ich jetzt jeden Tag nach Bielefeld fahre, kann ich auch nicht mehr soviel arbeiten.

Also falls jemand ein Hollandrad abzugeben hat, ich würd mich sehr über Rückmeldung freuen

Und wegen der Wohnung… wir haben jetzt zwei Anzeigen geschaltet, weil alle die ich kenne und das auf diese Weise gemacht haben, eine Wohnung gefunden haben, weil sich auf solche Anzeigen meistens ältere Leute melden. Mal sehen, vielleicht hab ich ja diesmal ein bisschen Glück.

Bis dahin
Annie

P.s.: Jetzt hab ichs endlich mal hinbekommen hier Absätze reinzubekommen… Und das als Informatikstudentin 😀 ich glaub ich fang mal an html richtig zu lernen 😀

Tag Nummer 1.

Mathe Vorkurs.

6:00 Uhr: Ich stehe auf, mache mich fertig.

7:00 Uhr: Papa bringt mich zum bahnhof.

7:15 Uhr: Ich kaufe mir ein SchönerTagNRWTicket für 25 € (Einzelfahrt nach Bielefeld kostet 18,40€).

7:30 Uhr: Ich bemerke, dass das Ticket erst ab 9 Uhr gültig ist. Verdammt!

7:32 Uhr: Mein Zug fährt ein. Ich habe kein gültiges Ticket.

7:33 Uhr: Ich steige ein und sofort wieder aus, da ich schon höre: Fahrkarten bitte.

7:36 Uhr: Der Zug fährt.

7:45 Uhr: Kauf eines neuen Ticket, Schöne FahrtTicketNRW -> 16€. 41 € ausgegeben. Verdammt.

7:58Uhr: Ich betrete den nächsten Zug und fahre nach Hamm.

8:14Uhr: Ankunft in Hamm, 8:15Uhr Abfahrt Zug nach Bielefeld, beeilt, gerannt – verpasst! Verdammt.

8:48Uhr: Zug nach Bielefeld. Ankunft 9:32 Uhr. Wo muss ich hin, wie komme ich schnellstmöglich zur Uni? U-Bahn. Hab ich auch direkt gefunden.

9:47 Uhr: Ich steige aus der U-Bahn und sehe das erste mal meine Universität. Riesig und ein wenig furchteinflössend. Aber ich bin gut informiert und finde den Hörsaal sofort (war auch nicht ganz so schwer, man geht einfach immer geradeaus, dann läuft man quasi vor die Hörsaalwand).

Ich setze mich neben zwei Jungs und starte ein Gespräch. Die beiden sind nett.

10:15 Uhr (cum tempore versteht sich) Die Vorlesung beginnt. Nach ein paar einleitenden und informativen Erläuterungen geht es dann richtig zur Sache. LOGIK UND MENGEN in der Mathematik. Unfassbar, umgedrehte A’s und spiegelverkehrte E’s.Hab ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Aber ich verstehe es. Einigermaßen. Implikationen, Konjunktionen, Disjunktionen, Schnitte, All-Quantoren etc. etc… sehr viel Input für den ersten Tag.

12:45 Uhr (eigentlich 13: Uhr, aber c.t.): Pause. Mensa. Essen. Nudeln mit Rindfleisch und Gemüse für 2.20€. Lecker.

14:00 Uhr: Tutorium. Wir erarbeiten eine Übungszettel, der natürlich das eben gelernte verfestigen soll. Gruppenarbeit. Meine Lerngruppe steht fest: Andreas, Johannes und Raoul. Da bin ich gut aufgehoben. Männer und Mathe, dass geht eben Hand in Hand.

15:45 Uhr: Ende. Heimfahrt.

17:58 Uhr: Ankunft in Borgeln. Müde.

Gute Nacht.

Ich war doch ziemlich traurig Abschied nehmen zu müssen.
Aber was muss das muss… hab ja in den nächsten wochen noch einiges vor… ich muss zum beispiel eine wohnung finden. Das wird noch lustig.

Also Abschied. Das war schon traurig, weil ich die Zeit echt genossen habe (abgesehen von dem Tag, als ich Anzeichen einer Blasenentzündung hatte und mich auf einen Pott mit heißem Petersilienwasser setzten musste) aber ich freue mich natürlich auf zu hause.

Was gibt’s von der Heimreise zu berichten? Ich hab mir extra einen Platz im Zug von Bratislava nach Berlin nachreserviert und sahs dann am Fenster mit meinem Koffer vor mir. In Prag stieg dann eine ältere Frau ein und setzte sich neben mich, entschied aber nach etwa 10 Minuten, dass sie zu wenig Platz habe. Mein Koffer ragte 3 cm über meinen Sitz hinaus und das störte sie. So könne sie nicht bis Hamburg sitzen. Sie wollte mich quasi wegschicken und mich zwingen meinen Koffer irgendwo im BRECHEND VOLLEN Zug abzustellen (Die Leute saßen auf dem Boden und standen auf den Gängen). Ich hab ihr gesagt, dass ich den Platz reserviert habe und sicherlich nicht gehen werde. Naja, das Ende vom Lied war dann, dass sie aufstand, meinte, so ginge das nicht, sie würde jetzt in den Speißewagen gehen und wenn sie wieder komme, solle das Problem gelöst sein. Gut. Sie kam dann nach 5 Stunden wieder und ich stieg aus.

In Berlin.
Am Hauptbahnhof.
Hbf tief.

Mann, ist der riesig, der neue Bahnhof. Drei Etagen, 16 Gleise oder mehr, und Einkaufsstraße.
Eine Kugel Eis im Berliner Hauptbahnhof kostet 1.20 € und wenn man Sahne haben möchte nocheinmal 1 €. Unglaublich. In der Slowakei bezahlt man für eine Kugel 30 Cent. Naja, in Soest sind wir ja mittlerweile auch schon bei unfassbaren 80 Cent pro Kugel angekommen.
Ich bin dann zu McDonalds (!) und hab mir einen McFlurry für 1.89€ gekauft. Definitiv mehr Eis als ich für 1.20€ bekommen hätte.
Von Berlin nach Minden habe ich mich dann mit einer älteren Dame aus Kanada unterhalten, die auf einem Trip durch Europa war. Sie kam gerade aus Krakau und fuhr nun nach Osnarbrück.

Wieder zu Hause angekommen erfahre ich, dass ich ab morgen (Montag) meine ersten Vorkurse an der Uni habe, ich habe aber immer noch keine Zusage, geschweige denn die Überweisungsträger. Und das diese Vorkurse stattfinden habe ich heute durch studiVz erfahren. Jetzt fahr ich da also morgen hin, habe noch nicht bezahlt, habe keine Matrikelnummer oder Studentenausweis und auch kein NRW Ticket, was bedeutet ich darf das die ganze Woche selbst bezahlen und hab keine Ahnung was mich erwartet.

Auf eine spannende Woche…

Annie

Ich hab ein bisschen Zeit, bevor ich schlafen gehe und hab mir überlegt euch mal das slowakische Schulsystem zu erläutern. Das ist nämlich total anders als in Deutschland.

Zunächst umfasst die „Grundschule“ hier nicht bloß vier Jahre, sondern neun. Nach diesen neun Jahren Grundschule dann entscheiden die Jugendlichen (also im Alter von 15 Jahren), was sie später beruflich machen wollen, denn hier gibt es keine einfache weiterführende Schule, oder gar so etwas wie Haupt-, Gesamt- oder Realschule/Gymnasium, nein, hier entscheidet sich ein Jugendlicher beispielsweise dafür Lehrer zu werden und geht dementsprechend auf eine Middleschool für Lehrer. Das hat mich schon ziemlich schockiert, ich meine, ich weiß ja jetzt noch nicht einmal, was ich eines Tages beruflich sein werde. Wie soll da ein 15-jähriger eine Entscheidung fällen? Man kann das in etwa vergleichen mit unseren Berufskollegs, wie zB der Bördeschule. Man spezialisiert sich auf einen bestimmten Abschluss, eben beispielsweise „Lehrer“, oder „Koch“. Daneben gibt es aber auch ein Gymnasium, wie wir es kennen, auf dem dann eben ein universeller Abschluss erreicht wird. Die Middleschool umfasst dann weitere vier Jahre.
Nach diesen vier Jahren kann man dann auf die Highschool bzw, Universität gehen. Und das läuft hier auch ganz anders ab, als in Deutschland. Hier muss man im Aufnahmeverfahren einen Test absolvieren. Und es ist vollkommen egal, was für einen Numerus Clausus man hat. Die vorausgegangene schulische Leistung ist vollkommen irrelevant. Man muss eben nur diesen Test bestehen. Und wenn man ihn nicht besteht, dann macht man ihn eben an einer anderen Uni, oder im nächsten Jahr noch einmal. Solange, bis man in besteht.
Es ist auch möglich, wenn man auf einer Middleschool für zB Lehrer war, danach Medizin zu studieren, solange man eben diesen Test besteht. Jeder kann also theoretisch alles studieren, WENN er den Test meistert. Die Schüler von den Gymnasien haben da natürlich die besten Chancen und normalerweise wird ein Jugendlicher von der Lehrer-Middleschool danach kein Medizin studieren wollen, aber es ist eben möglich.

Wir haben in der Familie hier darüber geredet und ich habe ihnen unser Schulsystem erläutert und sie sind sich einig, dass das deutsche Schulsystem sehr viel sinnvoller ist, denn hier kann (Zitat) „jeder Idiot“ studieren. Und da es keine Begrenzung gibt, ist die Slowakei beispielsweise überfüllt von Managern. Weil alle eben Manager werden wollen, die Möglichkeit dazu haben es zu werden und sie sich anscheinend wenig Gedanken über die Arbeitsmarktsituation machen. Die Slowaken verärgert es, dass dem Schulabschluss so wenig Bedeutung beigemessen wird.

Ich persönlich finde, ein Mittelweg aus beiden Systemen wäre die perfekte Lösung: Sowohl Numerus clausus, als auch ein studienorientierter Test sollte entscheidend sein. Damit man wegen eines „schlechten“ Ncs nicht automatisch keine Chance auf bestimmte Studiengänge hat.

Bis dahin
Annie

Da bin ich wieder.
Die letzte Woche war relativ ereignislos, denn ich hab die meiste Zeit im Büro gesessen und versucht mir mit Büchern und Filmen die Zeit zu vertreiben. Aber Arbeit geht nun einmal vor. So schlimm ist das auch gar nicht, denn das Wetter ist die letzte Woche nicht ganz so gut gewesen – es hat dauernd geregnet (mittlerweile hab ich auch eine Erkältung).

Am Samstag war Hochzeit. Und was für eine!
Lucia (Slowakin) und Jonathan (Engländer) gaben sich im Schlösschen Tartuf (http://www.tartuf.sk/index.php?l=de&s=3) das Ja-Wort.
Das war richtig beeindruckend, Und das Essen….. 5 Gänge, danach Kaffee und 17 verschiedene Kuchen, viel Alkohol und gegen Mitternacht noch ein Buffet mit Spanferkel, Lachs etc. Ich habe sicherlich 3 Kilo zugenommen, aber das war es wert. Definitiv.

Da der Bräutigam Engländer ist, war natürlich auch die Hälfte der Gäste englisch, weshalb ich mich sehr wohl gefühlt habe, denn es wurde nicht nur slowakisch gesprochen und ich konnte „mitreden“.
Rundum also eine super schöne Hochzeit, pompös, beeindruckend und vor allem sehr spaßig – Fotos lade ich gleich hoch.

(Meine Immatrikulationsbestätigung ist übrigens immer noch nicht gekommen. Ich habe zwar schon eine Mail geschickt und auch Antwort bekommen, dass alles angekommen sei, aber mal ganz ehrlich… es kann doch nicht sein, dass die über 3 Wochen brauchen, um mir alles nötige zuzuschicken. Es sind doch gerade Semesterferien, da haben die doch eigentlich kaum etwas zutun. Naja, egal, sie wollen ja das Geld haben. Aber ich hoffe mal, dass ich bis Ende der Woche Post bekommen habe)

Ach und noch etwas. Ich steh total auf die Slowakei. Es ist zwar ein ziemlicher Unterschied zu Deutschland, vor allem, was den Lebensstandard angeht (das Gehalt, wasich mit meinem Aushilfsjob als Spülkraft in Deutschland verdiene, ist hier ein normales Arbeitsgehalt und dafür müssen die Leute sehr viel länger/mehr arbeiten) aber es ist ein sehr schönes Land mit einer sehr ausgelassenen und angenehmen Mentalität.

Gut. Das war’s erstmal wieder von mir.
Bis dahin

Annie

Gerade beginnt der vierte Tag meiner Reise und ich sitze in Zilina im Büro der Firma Lajka und habe ein bisschen Zeit einen neuen Blog zu schreiben.

Am Samstag besichtigten wir eine Tropfsteinhöhle. Keine Ahnung wie die hieß, geschweige denn, wie man das schreibt, denn die Sprache ist echt kompliziert (wer kann sich denn schon zmrzlina (eis!) merken oder gar aussprechen). Gut, wir waren also in dieser Tropfsteinhöhle und sie war klasse. Riesig und wunderschön (Fotos + http://www.ssj.sk/jaskyne/spristupnene/demanovska-slobody/)

Gestern dann haben wir einen Trip durch Slovenský raj (http://www.slovenskyraj.sk/strediska/podlesok/de.html) – das slowakische Paradies gemacht und diese Landschaft macht ihrem Namen wirklich alle Ehre! Acht Stunden waren wir dort wandern, erst am Hornád (Fluss) entlang, wobei wir teilweise über an den Felswänden angebrachte Trittmöglichkeiten quasi frei über dem Fluss kletterten (Video + http://www.slovenskyraj.sk/strediska/phornadu/de.html) und schließlich, nach einem zum Ende hin ziemlich anstrengenden Aufstieg eine wunderbare Aussicht auf den Hernaddurchbruch hatten. Man steht dort auf einer Felsplatte, die senkrecht nach unten abbricht. Etwa 700 m Hoch waren wir an diesem Punkt (Fotos + http://www.slovenskyraj.sk/strediska/tomvyhlad/de.html). Jaaah und ich muss ganz ehrlich zugeben, hätte ich keine Wanderschuhe dabei, wäre ich gestern ziemlich aufgeschmissen gewesen. Ich freu mich schon auf den Trip in die Hohe Tatra (wahrscheinlich am Mittwoch) und hoffe, dass das Wetter gut ist, die Berge nicht von Wolken verdeckt sind und wir eine gute Sicht haben.

Das war es erstmal wieder von mir.
Bis dahin,

Annie

Nach 15 Stunden elendig langer Zugfahrt bin ich dann doch am Donnerstag Abend gegen 22:30 Uhr mit 30 Minuten Verspätung am (äußerst kleinen) Bahnhof in Bratislava (Slowakei) angekommen.

Die Zugfahrt war ziemlich unspektakulär, das einzig Erwähnenswerte war die Bekanntschaft mit einem älteren tschechischen Herrn, der in Prag einstieg und sich ein Abteil mit mir teilte. Er verstand mich nicht, ich verstand ihn nicht, aber reden tat er trotzdem mit mir. Naja, irgendwann zog er sich die Schuhe aus und ein aufdringlicher Duft diffundierte in dem kleinen 6-Personen Zugabteil. Der Gute hat dann die meiste Zeit geschlafen, oder mit sich selbst geredet, während ich, dank ausreichender Stromversorgung im Zug, auf dem Laptop Filme schaute.

Als der Mann dann kurz vor der tschechischen Grenze zur Slowakei ausstieg, streckte er mir die Hand entgegen, sagte etwas auf tschechisch, was ich natürlich wieder erwarten nicht verstand und hielt mir seinen Kussmund hin. Da war ich dann doch erstmal ziemlich perplex. Er zog mich zu sich hin und drückte mir einen Schmatzer auf die Wange. Lachflash vorprogrammiert… natürlich erst, als der Herr den Zug schon verlassen hatte,
Das war also die Zugfahrt… langweilig, lang und der Hintern ist immer noch platt gesessen.

Ok was gibt es noch zu berichten. Bratislava. Ja Bratislava… ich hab ja nicht ganz so viel gesehen, es war ja schon ziemlich spät, als wir mit dem Auto weitere zwei Stunden Fahrt antraten, aber es ist eine sehr Reklame überfüllte Stadt.

Um 01:00Uhr etwa erreichten wir dann Turcianske Teplice (Bad Stuben), der Ort in dem meine Gastfamilie wohnt.

Gestern dann zeigte mir Juraj den Ort und anschließend fuhren wir nach Orava (Arwa), um dort die Orava Burg zu besichtigen. An diesem Abend gab es eine besondere Führung, die Dracula als Thema hatte (siehe Fotos). Ich hab natürlich von der Führung selbst nichts verstanden, aber trotzdem war es ein tolle Erlebnis.

Gleich werden wir eine Tropfsteinhöhle besichtigen, davon aber in den nächsten Tagen mehr.

Bis dahin
Annie

Also ich hab heute zu meinem Vater gesagt: übers Kofferpacken kann ich einen ganzen Blog schreiben. Und hier ist er….

Ich bin tatsächlich und ganz wahrhaftig eine Frau. Da besteht kein Zweifel.
Ich habe den größten Koffer der Familie (der war sogar noch unbenutzt mit Etikett und allem) und ich komme so gerade damit hin. Was sagt man dazu. Und ich habe sogar nur drei, lächerliche drei, Paar Schuhe im Koffer. Nur drei. Und der Koffer ist trotzdem picke-packe voll. So ist das.

Aber ich meine (und an dieser Stelle fängt die weibliche Argumentationsstrategie an) woher soll ich denn wissen, was da für ein Wetter sein wird? Ich kann zwar nachschauen, aber wann stimmt denn das Wetter schonmal in einer zwei-Wochen Prognose? Also wird es warm oder kalt, brauche ich also mehr T-Shirts oder mehr Pullover? Dementsprechend packe ich schonmal Hälfte Hälfte davon ein und dann nochmal ein paar mehr von jedem (T-Shirts und Pullover), da es ja sein könnte, dass doch mehr Sonnentage dabei sind und ich somit mehr T-Shirts brauche. Alles klar soweit?

Ja und dann die Schuhe. Ich bin echt stolz, dass ich mich JETZT, zwei Tage vor Abreise (Donnerstag) schon im Klaren darüber bin, welche von meinen 30 Paar ich mitnehme. Da muss ich mich mal kurz selbst loben… Also drei Paar (inklusive Wanderschuhe, das muss hier auch mal am Rande erwähnt werden, weil Wanderschuhe… das sind keine Schuhe…. das sind Werkzeuge…) plus das Paar, dass ich am Donnerstag tragen werde.

So. Und Make-up, Schmuck und der ganze Kram sind noch nicht im Koffer. Das kommt morgen.

Jetzt hab ich einen riesen Koffer im Zimmer stehen und frage mich, wie schaffe ich es damit von hier mit dem Zug bis in die Slowakei?

Bis dahin
Annie