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Ich bin heile in der Slowakei angekommen. Gott sei Dank. Der ICE nach Berlin hatte 20 Minuten Verspätung, der nächste Zug nach Prag dann 30, nur der tschechische SuperCIty war unglaublich pünktlich. Nachdem ich aus dem Zugfenster geschaut hatte, wusste ich auch wieso: Kein Schnee. Unglaublich. So einen Anblick ist man gar nicht mehr gewohnt. Und ich dachte, hier liegt noch mehr Schnee. Naja, meine „Enttäuschung“ scheint im Himmel angekommen zu sein, denn am Montag fing es dann an zu schneien. Und jetzt liegt auch hier eine beachtliche Schicht Schnee und es ist ziemlich kalt.

Am Dienstag Abend waren wir auf einem Open Air Konzert, wo der slowakische „Superstar“ und die Band „Gladiator“ auftraten. Abgesehen davon, dass ich die meisten Stücke nicht kannte, war es echt gut. Das Springen zur Musik half zudem gut gegen die kalten Füße.

Ich bin gespannt auf Silvester in den Tatras.

Bis dahin

Ich wünsche allen Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2011

Es ist gerade 6:50 Uhr und ich mache mich fertig um gegen halb neun in den (ersten) Zug in Richtung Bratislava zu steigen.

Im Voraus war ich sicherlich fünf mal beim Bahnhof, um zu erfragen, was denn zB passiert, wenn ich auf dem tschechischen Bahnhof stehe, mit riesen Verspätung und dann kein Zug mehr kommt. Oder welche Züge ich generell nehmen kann, wenn ich wegen Verspätung nicht pünktlich ankomme. Das sieht alles nicht ganz so rosig aus.
5 Stunden in Berlin warten, 7 Stunden in Pardubice warten…

Aber mittlerweile ist alles soweit geplant – ich muss nur „in time“ in Berlin ankommen. Eben die Strecke, die am Freitag noch so oft in den Nachrichten war.

Ich hoffe das Beste.
Bis dahin
FROHE WEIHNACHTEN!

Annie

Da war ich am Wochenende zu Hause und hatte vor ein paar Übungsblätter auszudrucken, weil ich selbst (noch) keinen Drucker habe. Das Problem bei uns zu Hause ist allerdings der Hauptrechner, an dem natürlich alles angeschlossen ist, eben auch der Drucker. Der ist gefühlte 30 Jahre alt und arbeitet wie ein 100 Jähriger.

Ich gehe hin und drücke auf den On-Knopf. Direkt startet das krrrrrrrrr – er arbeitet. Und arbeitet… und arbeitet. Sehr fleißig der Gute. Nach etwa 7 Minuten darf ich mich dann endlich anmelden und es dauert erneut 7 Minuten, bis er komplett hochgefahren ist. Und weiter geht es krrrrrrrrr. Normalerweise hört ein Pc ja irgendwann auf zu rödeln, wenn er alles hochgefahren hat – dieser nicht. Unermüdlich. Man darf einem durchgehenden krrrrrrrr-Arbeits-Geräusch lauschen.

Ich versuche nun ein Open Office Dokument von meinem Stick zu öffnen. Erneut 4 Minuten bis er mir mitteilt, dass Open Office kaputt ist. Toll. Super. Ich denke, ok, dann lade ich es einfach erneut runter. Ich versuche ein Browser Fenster zu öffnen. Wieder 5 Minuten Wartezeit. Ich google nach dem Textprogramm. Die Googleseite mit den passenden Ergebnissen öffnet sich erstaunlich schnell. Ich bin begeistert.
Ich klicke auf den ersten Link, um zum Download zu kommen. Meine Begeisterung verfliegt. Sehr schnell. Nach 8 Minuten hat er die Seite immer noch nicht geladen. Ich blicke auf eine Weiße Seite mit einer Eieruhr in der Mitte. Krrrrrr er arbeitet. Was arbeitet der denn die ganze Zeit? Ich kriege langsam die Krise und rüttel wütend an der Tastatur. Nach 10 Minuten vergeblichen Wartens habe ich keine Lust mehr und schließe das Fenster (wofür er auch wieder viel zu viel Zeit braucht).Ich habe keine Geduld mehr.
Ich gehe runter und mache meinem Frust Luft. Ich frage meine Vater zum 100sten Mal wieso er nicht meinen alten Pc (der zwar auch nicht der schnellste ist, aber 10 mal schneller als der andere) als Hauptrechner benutzt und den anderen einfach mal seinen verdienten Frieden finden lässt. Er lacht. Mir steigen die Tränen in die Augen vor Wut. Er lacht wieder und erklärt mir seine Taktik: „Ich starte den Pc und setzte mich dann erstmal an meinen Laptop und spiele eine Runde. Dann gehe ich wieder rüber und mache den nächsten Klick usw.“ Toll. So gehts natürlich auch.

Bis dahin
Annie

Am Dienstag waren zwei Kommilitonen und ich Weihnachtsshoppen. Keiner von uns hatte natürlich irgendwelche ausgereifte Ideen, aber wir sind trotzdem nach der Uni in die Stadt gefahren – man kann sich ja schließlich beim bummeln „inspirieren“ lassen. Das war zumindest der Plan. Herausgekommen ist, dass ich meine Jungs neu eingekleidet habe.
Ich habe aber wenigstens Geschenke für meine Ma, meinen Pa, meinen Bruder und meine beste Freundin gefunden. Fehlt mir jetzt also eigentlich nur noch meine Schwester. Das werde ich dann nächste Woche in Soest machen müssen. Am Wochenende bin ich wieder im Wilden Mann (apropos ich bin mal gespannt, wie ich da Weihnachten arbeiten muss).
Der Plan ist, dass ich am Dienstagnachmittag bereits nach Hause fahre, da viele Vorlesungen ausfallen und ich hoffe, dass die Züge dann noch nicht ganz so voll sind (wobei das wohl eher Wunschdenken ist.)

Heute war ich Blutspenden. Ich bin sonst immer beim DRK spenden gegangen, aber (ich bin ja arme Studentin) hier in der Uni gibt es für jede Spende 25€ als „Aufwandsentschädigung“. Das Geld kann ich so Kurz vor Weihnachten gut gebrauchen.

Weil ich ja am zweiten Weihnachtstag wieder in die Slowakei fahre, muss ich am Wochenende erstmal einen großen Koffer nach Bielefeld mitnehmen, weil die meisten Sachen ja mittlerweile hier gelandet sind.

Ich wünsche euch allen einen schönen und ruhigen 4. Advent.

Bis dahin
Annie

Ps.: Hier schneit es wieder richtig viel. Auf meinem Balkon hat sich seit heute Morgen eine richtige „Schnee-Düne“ gebildet. Da haben die Busse morgen sicher wieder alle Verspätung.

Mir tun die Füße weh.
Ich bin jetzt das zweite Wochenende (Freitag-Sonntag) in Folge am Arbeiten im wilden Mann (ja, man hat mir meinen Job dort wiedergegeben). Und im Moment ist, auf Grund des Weihnachtsmarktes, unglaublich viel zutun. Vor allem eben an den Wochenenden. Meine Füße fühlen sich an, als hätte ich mit High Heels Sport gemacht. Die Wochenenden sind jetzt zwar immer irgendwie „kaputt“, aber ich brauch das Geld ja und will mich deshalb auch nicht beschweren. Ich möchte mir in naher Zukunft unbedingt ein Netbook kaufen, da mein Laptop allein fürs Studium nicht ausreicht.

Ich habe versucht mir Schuhe zu kaufen. Ja, jetzt kommt sicher wieder typisch Frau, aber diesmal brauche ich wirklich welche. Winterschuhe. Und zwar warme, gefütterte, hohe, am besten Stiefel, ohne Absatz, mit vernünftiger Sohle und einigermaßen gutaussehend. Naja, sowas scheint es nicht zu geben. Bzw. wenn es sowas in der Richtung gibt. dann nur noch in den Größen 36 und 44. Und ich muss ehrlich zugeben, die Frauenmode, die man in den üblichen Geschäften kaufen mann, ist absolut unpraktisch. Ich laufe doch nicht mit 10 cm Absätzen durch den Schnee oder kaufe mir Wollpullies, die kurzärmelig sind. Aber das schlimmste ist ja noch, dass viele Läden schon wieder auf die Frühjahrsmode umsteigen. Dabei fängt der Winter doch gerade erst an.
Jetzt habe ich Schuhe von meiner Großtante bekommen. Die erfüllen auf jeden Fall ihren Zweck.

Annie

Das habe ich ganz vergessen zu erzählen: Am Sonntag waren meine Familie und ich in der Ausstellung „Der Westfälische Expressionismus“ in der Kunsthalle Bielefeld.
Ich habe die Diskussionen im Anzeiger ja nur am Rande mitbekommen, aber ich weiß in etwa worum es ging. Also waren mein Vater und ich natürlich auf der Suche nach Bildern von Heinrich Schlief – erfolglos. Es wurden sämtliche Bilder von ihm abgenommen. Ich bin mal gespannt, wie sich das weiter entwickelt und was mein Vater mir morgen, wenn ich nach Soest fahre, neues darüber berichten kann.

Ansonsten: Die Ausstellung lohnt sich allemal. Auch ohne Schlief. Wer an Kunst interessiert ist und bunte Farbenpracht eben im expressionistischen Sinne liebt, sollte auf jeden Fall mal einen Ausflug in die Bielefelder Kunsthalle machen. Ich kann die Ausstellung nur empfehlen.

Der Westfälische Expressionismus – Kunsthalle Bielefeld – 31. Oktober 2010 – 20. Februar 2011

Öffnungszeiten der Kunsthalle:
Di bis So 11 – 18h
mittwochs 11 – 21h
samstags 10 – 18h

http://www.kunsthalle-bielefeld.de/

Annie

Ich weiß ja nicht, wie es in Soest aussieht, aber hier liegt richtig viel Schnee. Das fing gestern an. Ich bin morgens noch mit dem Rad zur Uni gefahren und im Laufe des Tages fielen viele viele kleine und noch kleinere Schneeflocken. Und man weiß ja, die kleinen bleiben liegen. Jetzt haben wir also heute schon eine beachtliche Decke weißen Pulverschnees auf den Straßen und Dächern liegen. Und es ist kalt. Gut, ich bin ein Mädchen und stell mich an, aber auch die Wetteranzeige auf den U-Bahn Infoscreens prognostiziert teilweise Werte bis -9 Grad. Naja, zwei von meinen Jungs tragen immer noch keine Jacken. Nur Pullis. Da sag ich Respekt und denke: Die spinnen doch. Brrrrrr.

Heute morgen in „Grundlagen der molekularen Biologie“ war der WDR da und hat einen Beitrag für die Lokalzeit gedreht. Unser Prof (einer von den sieben in Bio) lässt uns nämlich immer mit Piepern anonym über multiple Choice Aufgaben abstimmen. Das fand der WDR so toll, das er gleich mit einem Kamerateam auftauchten. Wer Lust hat kann sich das ganze morgen um 19:30 Uhr in der Lokalzeit anschauen.

Gestern war ich mit ein paar Leuten im Unikino, das immer Montags abends eine bestimmte Auswahl an Filmen spielt. Dafür bezahlt man dann 1,50€ pro Film und geguckt wird natürlich in einem der großen Hörsäle (<- schreibt man das wirklich so? Die Rechtschreibkorrektur zeigt mir hier entweder das oder Saäle an. Ich hätts genau andersherum geschrieben Säale). Gestern lief „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ ein Animationsfilm, den ich jetzt sicher schon drei mal gesehen habe, aber immer noch darüber lachen kann. Am nächsten Montag wird dann zB „die Feuerzangenbowle“ gezeigt.

Danach wollten wir noch kurz über den Weihnachtsmarkt schlendern (da war es 21 Uhr), aber der hatte schon zu. Vielleicht haben die Montags ja Ruhetag. Aber selbst die Bielefelder aus unseren Reihen wussten nicht Bescheid.

Jetzt werde ich erstmal losziehen und versuchen Streusalz aufzutreiben. Ich habe keine Ahnung, wo hier ein Baumarkt ist, bzw auch einer, der an S-Bahn oder Bus angebunden ist. Ich muss nämlich in den nächsten Tagen mal vorm Haus fegen und streuen, mit einem Besen, den ich nicht habe und Streusalz, dass ich noch besorgen muss.

Bis dahin
Annie

Jetzt hab ich mich ja echt schon ziemlich lange nicht mehr gemeldet. Aber nun hab ich es mir hier in Bielefeld mit einer großen Tasse heißer Schokolade mit Sahne gemütlich gemacht.

Es ist echt unfassbar, aber das Semester ist schon zur Hälfte um. Wo ist die Zeit geblieben? Naja, so ein Semester ist eigentlich auch gar nicht so lang – drei Monate um genau zu sein. Da ist es umso erschreckender, wie viel man in so kurzer Zeit lernt. Letzte Woche zum Beispiel haben wir in Mathe in zwei lächerlich kurzen Zeilen ein halbes Jahr Grundkurs (Schul-) Mathe behandelt.
Aber es ist ja auch alles so „trivial“, was wir so lernen (das absolute Lieblingswort aller Professoren). Und am schönsten ist es immer noch, wenn unser Matheprof als Beweis nur: Klar! aufschreibt, (das Ausrufezeichen ist dringlich zu beachten).

Und wir haben kaum Zeit richtig zu lernen, weil wir ja auch Übungszettel bekommen, die wir bearbeiten und am Ende der Woche (Freitags pünktlich vor 10 Uhr) abgeben müssen und wenn die endlich fertig sind, dann gibt es schon den nächsten. Das ist in jedem Fach so, denn um zu den Klausuren zugelassen zu werden, muss man insgesamt 50% in diesen Aufgaben erreichen. Zudem kommt die „aktive Teilnahme“ in den Vorlesungsbegleitenden-Tutorien.
In Mathe bedeutet dies beispielsweise, dass man zweimal eine Aufgabe an der Tafel vorgerechnet haben muss. Ich habe meine beiden Übungen mittlerweile erfolgreich vorgeführt.

Ich muss ehrlich zugeben, ich habe mega mäßigen Schiss vor den Klausuren, die ja schon Anfang Februar anfangen. Ich werde sehr sehr sehr viel lernen müssen, da ist die Aussage: Für die Klausuren im Studium muss man soviel lernen wie fürs Abitur, schon fast untertrieben – es ist wirklich eine wahnsinnige Menge, die sich da in drei Monaten anhäuft.

Heute gab es halbes Hähnchen (ich weiß, ich komm von Hütchen auf Stöckchen) in der Mensa und das war richtig gut, ist aber ziemlich schwierig zu essen, aber ich habe mich erfolgreich durch das Hähnchenskelet gearbeitet.
Ich kann das Mensaessen im großen und ganzen auch nur loben, ich weiß gar nicht, was so viele der Studenten dagegen haben, ich find das Essen super.

Das Wetter hier ist dagegen wirklich miserabel. Das die Wolken sich auch immer vorm Teuto-Überqueren leeren müssen. Der Jahresniederschlag liegt hier bei 900mm. Jeden Morgen gucke ich aus dem Fenster und denke es regnet nicht und dann trete ich vor die Tür (ohne Regenjacke oder Mütze, weil – es ja nicht regnet) und dann regnet es doch. Deprimierend. Und ich fahre doch auch immer brav mit dem Rad zur Uni.

Ach ja, noch ein Wort zur Kirmes: Meine Jungs fanden es gut, aber irgendwie ist nicht so die richtige „Kirmesstimmung“ aufgeflammt. Aber das kann man sicher nochmal üben.

Meine Wochenenden verbringe ich meistens zu Hause in Soest. Und bin ich einmal da, im gemütlichen Sessel vor dem Ofen, mit Mama neben mir, verfliegen meistens die ganzen guten Vorsätze noch zu lernen. Das muss sich dringend ändern.

In den Weihnachtsferien fahre ich übrigens wieder in die Slowakei. Dann wird Neujahr in der hohen Tatra gefeiert, das wird sicher toll und auf den Zugfahrten habe ich dann jede Menge Zeit Mathe zu lernen.

Bis dahin
Annie

Ich bin total kribbelig, weil ich weiß, dass gerade im Moment die Kirmes anrollt und ich nicht dabei bin. Das erste Jahr. Und das macht mich echt ein bisschen traurig. Andererseits steigt die Vorfreude auf Freitag deshalb ins unermessliche. Kirmes Kirmes Kirmes.
Ach ja, ich hab eine Bielefelder „Kirmes“ gesehen. Unfassbar, dass sowas als Kirmes bezeichnet werden darf: Ein Platz, etwa wie unser Marktplatz, und darauf ein paar Buden und Karussells, nichts besonderes. Nun gut, ich hoffe deshalb, dass unsere Kirmes meine Kommilitonen umso mehr beeindrucken wird.

Am Wochenende waren wir mit 60 Studienanfängern aus der Techfak in einem Kloster bei Herford. Ich war mit acht Jungs auf einem Zimmer, das gab es auch noch nie. Ich habe aber auch einfach kaum Kontakt zu Mädchen aus der Techfak. Naja, geschlafen wurde eh nicht allzu viel, eher getrunken und gespielt. Dadurch haben wir uns nochmal besser kennengelernt, quasi in jeder Alltagssituation.

Seit dem Wochenende bin ich joblos, weil man mich einfach so von jetzt auf gleich aussortiert hat, aus dem Grund, weil ich zu wenig Zeit habe und ich ja auch umgezogen sei etc… aber weshalb brauch ich denn das Geld? Und anstatt mich einfach mal länger als 3 Stunden am Stück arbeiten zu lassen…. Naja, es nützt ja nichts, sich aufzuregen, man kann es nicht ändern, jetzt muss ich mir schnell was neues suchen.

Jetzt bleibt nur noch zu sagen:

Ich freue mich auf Kirmes! Bis Freitag

Annie

Hier einmal ein paar Auszüge aus Thomas Hoerens Email Account (Ist Teil unseres ersten Physik Skriptes, um zu veranschaulichen, wie man eine Mail an den Dozenten nicht schreiben soll):

„Sehr geehrter hoeren, ich bin stuudent des faxches zivilrecht im nebenfach und ich benoeltige noch ein juristisches seminar zum abbschluss des faches. leider habe ich erst heute erfahren dass die vorbesprechung schon gestern stattgefunden hat. Auch aufgrund meiner unerfarenheit im belegen von seminare im bereich juura und schlechter information über die vorgehensweise, bin ich von der anmeldefrist bis zum 23.01.06 ausgegangen. Meine frage ist, ob es noch möglich ist an diesem seminar teilzunehmen?“

„Hallöchen, Herr Hoeren, ich studiere im sechsten Semester Diplom-Pädagogik hier an der Uni Münster und ich würde sooo gerne ein Auslandsemester in Oslo absolvieren 🙂 . Da an meinem Fachbereich keine Plätze mehr frei sind 🙁 , möchte ich nun bei anderen Fachbereichen anfragen. Ich fänds so süß und echt super, wenn sie mir helfen. Vielen Dank schon im Voraus. With kisses“.

Dass ich der Studentin auf keinen Fall weitergeholfen habe, versteht sich von selbst. Daher meine Antwort: „Hallöchen zurück, ich fand dein mailchen so süss und schnuckelig, echt super, dass Sie mir so klasse schreiben. Bei uns am Fachbereichchen sind auch keine Plätze mehr frei 🙁 🙁 🙁 Sorry, yours sincerely.“

Der Typus des strengen E-Mail-Schreibers ist oft in Jurakreisen beheimatet. Allerdings bemerkt er meist selbst nicht, wie barsch der Befehlston seiner Anweisungen wirkt:

„Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hoeren, in der vorbezeichneten Angelegenheit möchte ich kurz darauf hinweisen, dass die Lösungen zum Arbeitspapier Nr. 4 nicht online sind. Können Sie sich bitte darum kümmern, dass das geändert wird? Ich gehe von einer Erledigung bis zum 30. April aus und danke Ihnen im Voraus recht herzlich. MfG“.

Endlich habe ich Internet und kann einen neuen Blog schreiben.

Am letzte Freitag war es dann endlich soweit. Mit meinen Schlüsseln bewaffnet machte ich mich nach der Uni mit ein paar starken Männern (haha meine Informatik Kommilitonen) auf zu meiner Wohnung. Dort trafen wir uns mit meinen Eltern, die meinen ganzen Krempel per Anhänger nach Bielefeld brachten. Und dann hieß es erst mal Treppen steigen, denn ich wohne im zweiten Stock und einige der Sachen/Möbel waren doch recht schwer, aber gut, wozu hatte ich die Jungs mitgebracht. Mit insgesamt 18 Armen (und Beinen) war dann auch alles recht schnell oben und zur Belohnung gab es (nein keinen Alkohol) den guten selbstgemachten Apfelsaft made by Fischers home (Achtung Schleichwerbung).

Gestärkt ging es dann ans Aufbauen, bzw für mich und meine Eltern ab zu Ikea – Sofa, Küchentisch und Duschvorhang kaufen. Zwei meiner Kommilitonen bauten derweil fleißig meine Möbel auf. Dafür bin ich auch echt dankbar, denn ansonsten wären wir wahrscheinlich nicht an einem Tag fertig geworden, aber so waren am Freitagabend schon alle Aufbauarbeiten erledigt. Meine Eltern und mein Bruder fuhren zurück nach Soest und ich blieb mit meiner besten Freundin in Bielefeld,

Es war schon irgendwie merkwürdig und obwohl ich ja ganz schnell nach Hause fahren kann und auch an den Wochenenden überwiegend in Soest sein werde, schon allein wegen der Arbeit, fühlte es sich doch irgendwie komisch an, als meine Eltern fuhren und ich blieb. Ich war auch froh, dass ich die erste Nacht nicht alleine sein musste.

Am Samstag Abend habe ich dann sieben meiner Kommilitonen eingeladen und wir haben bis tief in die Nacht zusammengesessen und gespielt. Meine Freundin und ich hatten extra vorher frische Mousse au Chocolat gemacht, was sich als etwas problematisch entpuppte, als es darum ging, einen geeigneten Behälter für die Masse an Mousse zu finden. Letztlich füllten wir die Creme dann in einen Eimer.

Am Sonntag kam mein Vater nochmal und wir brachten die letzten Sachen an. Zusammen mit meiner Freundin fuhren wir zurück nach Soest, denn ich musste Montag morgen noch einige finanzielle Sachen klären, was leider in Bielefeld nicht möglich ist, da die Sparkassen noch nicht soweit vernetzt sind, dass ich dort mit meinem Soester Account Daueraufträge oder ähnliches einrichten kann. Und da ich bis zu dem Zeitpunkt auch noch keine Internetverbindung hatte (nur die unsichere in der Uni), blieb mir nichts anderes übrig, als nach Soest zu fahren und am Montag Mittag wieder den Zug nach Bielefeld zu nehmen,

Die Wohnung war komplett eingerichtet, blieb also nur noch das Problem mit dem Internet. Uni ohne Internet geht einfach nicht. Man meldet sich übers Internet für Kurse an, stellt dort seinen Stundenplan zusammen, bekommt dort die Übungsaufgaben zur Abgabe und Skripte, man schreibt sich dort für Klausuren ein und bekommt so auch sonst alle wichtigen Infos. Ohne Internet läuft nichts. Und auch sonst ist es ohne Internet zum Abend hin recht langweilig allein in meiner Wohnung. Ich geb es ja zu: ich bin total abhängig vom Internet. Ich schaffe es kaum eine Woche ohne meine Mails zu checken, oder auch zu chatten.

Also Internet. Eine Internet Flatrate kostet im Monat durchschnittlich so um die 20€. Und jeder Anbieter hat andere Sternchen. Bei dem einen gibt es Geschwindigkeitsdrosselungen, bei dem anderen eine zusätzliche Grundgebühr etc. Man bekommt einen Preis angezeigt und nach dem Durchlesen der Produktinformationen weiß man immer noch nicht genau, was man nun bezahlen muss. Auf jeden Fall nicht dass, was groß am Anfang steht. Sehr kompliziert. Und die meisten Anbieter lassen sich beim Einrichten auch ziemlich viel Zeit. Irgendwann kommt dann ein Anruf: „Bitte seien Sie dann und dann von 8-18 Uhr zu Hause.“ Na toll – Wie soll das denn gehen? Ich muss doch zur Uni! Alles doof.
Ich habe mir dann überlegt einfach mal auf gut Glück im Haus bei den anderen Mietern zu fragen, ob sich nicht einer mit mir die Flatrate teilt. Und ich hatte Glück: Ein Student in der ersten Etage hat zugesagt. Und nun habe ich Internet. Für 10€ im Monat und ohne Wartezeit. Ich freue mich.

Die Uni läuft an sich sehr gut. Chemie und molekulare Biologie sind für mich sehr einfach, Mathe hingegen wird (wie erwartet) den größten Arbeitsaufwand mit sich bringen. Es ist echt schwer und in einem affen Tempo. Allein für die Übungszettel, die wir innerhalb einer Woche bearbeiten und dann abgeben müssen, brauche ich mehrere Stunden. Der ganze Informatik Teil, sprich Algorithmen & Datenstrukturen und Programmieren in Haskell, sind zwar neu, aber machen mir Spaß. Es ist echt erstaunlich, was man mit dem Pc alles machen kann. Bis jetzt kannte ich eigentlich nur die Spitze des Eisberges. Weiter habe ich noch Physik, was ich aus dem 3. Semester vorgezogen habe, aber diese Vorlesung fängt irgendwie erst im November an. Quasi dann, wenn Kirmes startet.

Apropos Kirmes. Ich freue mich schon richtig. Die ersten Tage kann ich ja leider nicht dabei sein, aber am Wochenende. Ich hoffe nur, dass ich nicht das ganze Wochenende arbeiten muss, dass wäre echt schade.
Am Kirmesfreitag werde ich meinen Kommilitonen erstmal zeigen, was eine Kirmes ist. Sie kennen das nämlich nicht. Unglaublich, aber wahr. Es ist echt lustig, weil sie sich darunter überhaupt nichts vorstellen können. Für sie ist Kirmes wie Weihnachtsmarkt: Ein paar Stände und Buden, da ein Babyflug und dort ein Kettenkarussell. Unfassbar oder?!

Bis dahin
Annie