Diesen Tag heute kann man einfach zusammenfassen: Ein Tag voller Höhepunkte und eines Tiefpunktes. Aber erst einmal von vorne: Der Tag begann -wie immer- mit einem warmen Frühstück und Rebeccas täglicher Frage: Did you sleep well?, die wir noch etwas müde mit „Yes“ beantworteten. Los ging es dann gegen 9 Uhr mit dem Bus in Richtung Dali Old Town, wo heute die Besichtigung der 3 Pagoden auf unserem Programm stand. Mit der Hoffnung, nach 8 Tagen in Dali das erste Mal einen Nicht-Asiaten zu treffen – immerhin sind die 3 Pagoden eine Touristenattraktion in der Provinz Yunnan – betraten wir den großen Park. Vom Eingang aus liefen wir direkt auf diese zu, die alle Gebäude und Tempel ringsherum an Höhe überragten. Bei den Pagoden handelt es sich um 3 Türme, die vor mehr als 1000 Jahren errichtet wurden. Der größte Turm ist 70 und die anderen beiden jeweils 43 Meter hoch. Sie wurden als Tempel genutzt und daher befinden sich im Inneren viele Buddha-Figuren, jedoch sind diese für die Öffentlichkeit nicht einsehbar. Von dort aus liefen wir einige Treppenstufen hinauf zum Glockenturm, in welchem sich die viertgrößte Glocke Chinas befindet, die bisher nur dreimal geläutet wurde. Dort genossen wir noch einmal die Aussicht auf die Pagoden und den gesamten Park, in dem sehr viele Tempel standen. Treppenstufen um Treppenstufen kletterten wir den Hang hinauf, auf dem sich ca.8 große Buddha-Tempel befanden. Dabei wurden diese immer größer, prächtiger und auch wichtiger. Am obersten Tempel angekommen, waren wir von der ganzen Pracht so erstaunt, dass wir uns nicht einmal trauten, Fotos zu machen. Dort befanden sich viele große Figuren, neben denen man sich winzig und unbedeutend fühlte. Auch der Geruch von Räucherstäbchen und das viele Gold schafften eine wunderschöne Atmosphäre. Nachdem wir wieder unten angekommen waren und noch immer keinen Europäer gesehen hatten,  beschloss Rebecca, dass wir nicht auf den Bus warten würden, sondern wir uns alle zusammen in eine „motorisierte Ritschka“ zwängten, um nach Dali Old Town zu gelangen. Dort merkten wir direkt, dass alles ein bisschen touristischer und internationaler ist, denn wir fanden sofort eine Pizzeria und Restaurants in denen Burger, Steak und auch Kuchen und Waffeln auf der Karte standen (und so dauerte es auch nicht mehr lange bis wir die ersten Europäer sahen und uns riesig darüber freuten). Wir verbrachten den ganzen Nachmittag in den unzähligen Boutiquen, Schmuckgeschäften, Souvenirshops, verhandelten mit Straßenhändlern über Preise und kauften uns einige Andenken und Geschenke. Am späten Nachmittag zeigte Rebecca uns dann, wie man in einem schicken Teegeschäft Tee kaufen geht. Wir setzten uns an einem kleinen Tisch nieder und eine sehr nette und sogar Englisch sprechende Verkäuferin begann mit uns eine kleine Teeverkostung. Während sie uns immer wieder unsere kleinen Gläser nachfüllte und uns neue Teesorten vorstellte, erklärte sie auch, welche denn gut für welches Körperteil sei. Wir genossen diese Art von Einkaufen sehr und schlugen danach natürlich auch kräftig zu. Nach einigen weiteren Schnäppchen, die wir Dank Rebeccas Verhandlungskunst machten, mussten wir leider zu unserem Entsetzen feststellen, dass Linas Portemonnaie geklaut worden war. Dies war erschreckend für uns alle und wir versuchten, die Ruhe zu bewahren. Lina und Franzi suchten nochmal den Weg ab, den wir nur Minuten vorher zurückgelegt hatten, jedoch erfolglos und so rief Rebecca sofort die Polizei, da sich im Portemonnaie nicht nur Geld, sondern auch Ausweise befanden, die nun so schnell wie möglich wieder ausgestellt werden müssen. Während Lena, Franzi und Vicky sich auf den Weg zum Restaurant machten, fuhren Lina und Rebecca mit der Polizei auf die Wache. Dabei gab es einige Kuriositäten zu entdecken, die uns im nachhinein doch zum Lachen brachten: So muss jeder, der sich im Auto nicht anschnallt 50 Yuan zahlen, doch die Polizisten hielten es wohl selbst nicht für notwendig und schnallten sich auch nicht an und fuhren mit vier Personen auf der Rückbank mit nur drei Sitzen. Auch die Polizeiwache bestand mehr aus einem Fernseher mit einer großen Couch und so gab es nur einen Computer, der zum Arbeiten da war.
Nachdem einige Zeit später alle wichtigen Formalitäten geklärt waren, staunten wir nicht schlecht, als wir in einem tibetischen Restaurant saßen und die Kellnerin plötzlich Pommes, Geschnetzeltes, Pizza, Reis, Spaghetti, Ketchup und Parmesan auf den Tisch stellte. Sofort aßen wir so schnell wie es die Stäbchen zuließen. Dieses Essen ließ uns auch den Schock über das Geschehene ein bisschen vergessen. Satt machten wir uns schließlich auf dem Weg zur Wohnung unserer Gastfamilie, wo wir noch einige Partien Doppelkopf spielten..


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