03.09.2013

Hallo Deutschland!

Der Tag konnte nicht besser anfangen: Verschlafen! Um ca. halb 9 wurden wir von unserer Mutter geweckt. Auf dem Weg ins Wohnzimmer mussten wir feststellen, dass es mal wieder regnete – Bäume pflanzen durften wir heute also nicht. Ein neuer Plan musste her. Der war auch schnell gefunden: Interviews!

Zum Frühstück gab es zu dem üblichen Toast Süßkartoffeln, die wir zusammen mit Dennis und seinem Cousin Kevin aßen. Dennis wird morgen zurück nach Nairobi fahren, da er dort ein Internat besucht. Deshalb wird uns Kevin ab morgen bei unseren Arbeiten begleiten, da auch unser anderer Guide Rose seit gestern wieder in die Schule geht.

Nachdem auch die Jungs noch mit Toast und Tee versorgt wurden als sie (satt) bei uns ankamen, machten wir uns auf in ein nahegelegenes Krankenhaus. In diesem arbeitet jedoch überraschenderweise kein einziger Doktor. Das Personal besteht aus zwei Krankenpflegern. Diese gaben uns ein kurzes Interview und wir erfuhren einiges über die Einrichtung, wie zum Beispiel, dass sie von Staat finanziert wird und die Behandlung für alle Patienten kostenlos ist. Schnell hatten wir alle wichtigen Fragen gestellt und wollten die Pfleger auch nicht länger von ihrer Arbeit abhalten, da draußen noch einige Patienten warteten.

Anschließend beschlossen wir, Rose in ihrer Schule besuchen und nebenbei auch ein wenig über das Schulsystem und den Unterricht in Kenia zu erfahren. Als wir den Schulhof betraten,wurden wir bereits von allen Seiten neugierig beobachtet. Mitten in den gleich aussehenden Kindern, die alle Schuluniform tragen müssen, fanden wir dann doch bekannte Gesichter wie von Rose und ihren Freundinnen. Sie führten uns ins Lehrerzimmer, wo wir uns mit den Lehrerinnen und Lehrern unterhielten und einen Blick auf den Stundenplan werfen konnten. Dabei entdeckten wir einige Unterschiede: 5 Minuten Pausen gibt es nicht, die Stunden dauern auch nur 35 Minuten. Wir waren ebenfalls überrascht, dass die erste Unterrichtsstunde erst um 8:20 Uhr beginnt, während sich Rose schon um halb 7 auf den Weg zur Schule macht. Die Schulleiterin erklärte uns jedoch, dass um 7 eine morgendliche Versammlung startet, in der alles Anstehende besprochen und gemeinsam gebetet wird. Nachdem wir der kurzen Einführung gelauscht und einer neugierigen Lehrerin das deutsche Schulsystem erklärt hatten, wurden wir auf 2 Klassen aufgeteilt. Jan und Katharina besuchten eine „Science“-Stunde (Ein Mix aus Biologie, Chemie und Physik) in der siebten Klasse und lernten wie man verschiedene Gemische trennt: Picking, Seeving, Decanting etc. Nach dieser Stunde führte die Lehrerin die beiden noch durch die Schule. Sie sagten in den verschiedenen ersten Klassen (3-6jährige) einmal Hallo, sahen die Kantine und trugen sich in das Gästebuch der Schule ein.

In dieser Zeit erhielten Jan-Hendrik und Maike in der achten Klasse einen Eindruck in den Sozialwissenschaftsunterricht. Die Schüler waren sehr aufgeregt und stellten Fragen über die deutsche Politik, das Wetter, unser Schulsystem und vieles mehr.

Wieder zuhause auf Mother Njaus Farm gab es zum Mittagessen – mittlerweile zum 4ten Mal in Folge – Reis mit Bohnen. Danach folgte eine Mittagspause, in der wir Mädchen uns sehr darüber freuten, dass unsere Dusche wieder funktionierte.

Nachmittags wollten wir eigentlich Mitglieder der Macadamiafans interviewen. Als wir Dennis danach fragten, sagte er jedoch, dass es bereits zu spät war, da die Bauern am Nachmittag nicht auf ihren Farmen arbeiten, sondern Ware auf dem Markt verkaufen.

Also beschlossen wir, mit unserer Freizeit etwas sinnvolles anzufangen und einen Kuchen zu backen. Das gestaltete sich als sehr schwierig, da es hier weder eine Wage noch einen Mixer gibt. Doch diese Probleme konnten wir relativ schnell lösen. Mehl, Zucker, Butter und Eier wurden nach Gefühl mit einem großen Holzlöffel vermischt. Der Backofen stellte uns vor eine neue Schwierigkeit. Es gab keinen Ofen, wie wir ihn erwartet hatten. Der kenianische Ofen wird mit Gas von unten geheizt und muss erst angezündet werden. Eigentlich sollte eine Art Blech das brennende Gas bedecken, sodass sich die Wärme kontrolliert gleichmäßig verteilen kann, was wir aber nicht wussten. Hinterher ist man immer schlauer. Dementsprechend war der Kuchen nach einigen Minuten außen komplett verbrannt aber innen immer noch flüssig. Enttäuscht gaben wir den Versuch auf. Essen konnte man den Kuchen, nur besonders gut war er nicht. Der nächste Versuch wird besser. Den starten wir jedoch nicht mehr heute Abend, sondern gehen ins Bett.

 

Gute Nacht!

Katharina und Maike


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