30.08.2013

Der heutige Tag war sehr enttäuschend.

Wir machten uns auf zu dem einige Kilometer entfernten Dorf Kibugu. Bereits der Weg dorthin gestaltete sich als sehr abenteuerreich. Trotz des Regens und der dementsprechend rutschigen Straßen versuchten einige Kenianer, in ihren Autos die Hügel entlang zu fahren. Dabei rutschten sie gefährlich hin und her und schlitterten mehr den Berg runter, als sie fuhren.

Als wir unser Ziel das Kibugu Health Centre erreicht hatten, ließen wir uns im „Wartezimmer“ nieder und warteten auf den Arzt, den wir interviewen sollten. Das Wartezimmer bestand aus einer Steinbank, die sich wie eine zweite Seite eines Ganges draußen am Gebäude entlangzog und so genug Platz für alle wartenden Gäste bot. Nach einer halben Stunde ließ sich das erste Mal eine Krankenschwester blicken und erklärte uns, dass der Arzt sich in einem Meeting befände, wir sollten uns ein bisschen gedulden. Eine halbe Stunde später waren es nur noch 2 Minuten… Nach zwei Stunden begann der normale Betrieb wieder, dann hieß es „nur noch die paar Patienten hier“. Letztendlich warteten wir 3 ½ Stunden in der Kälte. Doch als wir endlich von einer Schwester in ein anderes Gebäude, das Büro, geführt wurden, fragte sie uns nach dem Grund unseres Besuchs. Das verwirrte uns ein wenig, da wir erstens einen Termin hatten und zweitens ihr bereits zwei Stunden vorher erklärt hatten, dass wir ein Interview führen wollten. Doch daraufhin bekamen wir nur zu hören, dass wir kein Formular ausgefüllt hätten und sie uns leider keine Antworten geben könnte. Toll! Wir hatten die ganze Zeit umsonst gewartet!

Dementsprechend frustriert machten wir uns auf den Weg zu einer Kaffeefabrik, in der wir ebenfalls einige Personen interviewen sollten. Aber auch diese waren auf unseren Besuch nicht vorbereitet, sodass wir nur mit einigen Arbeitern reden konnten. Diese waren jedoch sehr schüchtern und konnten (oder wollten) uns keine neuen Infos geben.

Nach diesem weiteren Rückschlag machten wir uns leicht verärgert und sehr hungrig auf den Heimweg. Mittlerweile war es kurz nach vier und wir hatten den ganzen Tag umsonst vergeudet. Das störte besonders Jan, da er es sich zur Aufgabe gemacht hat, unsere Schwester Rose so viel wie möglich zu entlasten. Sie schmeißt nämlich schon mit 16 Jahren den kompletten Haushalt samt Ziegen und Schweinen, da ihre Mutter den ganzen Tag in einem Laden arbeiten muss, um Geld zu verdienen. So waren wir alle sehr frustriert.

Aber nach so einem Erlebnis konnte der Tag ja nur besser werden. Als wir auf Mama Rhodas Farm ankamen, wartete Rose schon mit einem köstlichen Eintopf und Chapati. Wir alle waren so hungrig vom vielen Laufen und dem endlosen Sitzen am Krankenhaus, dass wir vom Essen nicht einen einzigen Krümel übrig ließen. Außerdem schafften Rose und ihre Nichte Amerda es, uns mit ihrer guten Laune anzustecken 🙂

Am Abend haben wir nur noch kleine Arbeiten wie Tiere füttern und Holz hacken ausgeführt, denn zum eigentlich geplanten Fußballspielen war es bereits zu spät. Wieder zuhause angekommen saßen wir noch mit unserer Familie am Tisch und Unterhielten uns über unsere verschiedenen Wertevorstellungen. Besonders eine Aussage unserer Schwester Ann schockierte uns: „Ich muss meinen Mann nicht mögen, solange er Geld hat!“.

Nun gehen wir auch ins Bett, um für die morgige Wanderung ausgeschlafen zu sein.

Gute Nacht!

Maike und Katharina


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