Der heutige Tag begann bereits um halb sieben- aber nur, weil wir sicherheitshalber eine halbe Stunde eher aufstanden als uns geraten wurde (Klischee erfüllt). Dies sollte sich später noch als sehr hilfreich herausstellen. Denn nach einem für uns ungewöhnlichen Frühstück (Nudelsuppe), erreichten wir in letzter Minute den überfüllten Zug nach Dali. Unerwarteterweise wurden wir nämlich vor dem Einstieg wie am Flughafen bei einer Sicherheitskontrolle komplett durchleuchtet. Von gefühlt tausend Augenpaaren angestarrt wurden wir von den Schaffnern zu unserer Sitzreihe geführt, auf die wir – zu unserem Entsetzen – nicht zu viert drauf passten, da wir nicht den chinesischen Größenstandards entsprachen. Wir vertrieben uns die lange und unbequeme Zeit im Zug hauptsächlich mit Schlafen und Phase 10-Spielen. Am Bahnhof in Dali trafen wir nach 8 Stunden Fahrt unsere Koordinatorin Rebecca, die uns total herzlich und offen begrüßte und uns sicher durch die uns zurufenden und uns Sightseeingtouren anbietenden Chinesen zum Taxi brachte. Durch den regen Verkehr fuhr uns ein netter Fahrer zu unserer Gastfamilie, die wir bisher leider noch nicht persönlich getroffen haben. Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht hatten, zeigte uns Rebecca die wichtigsten Plätze in Dali, zum Beispiel den Park, in dem man sich nach dem Abendessen zum gemeinsamen Tanzen trifft und natürlich die Shoppingstraßen, wo wir auch unter anderem einen Tupperwaren-Laden entdeckten (Eine neue Geschäftsidee wäre hier Tupperparties einzuführen, weil Tupperware in China zur Zeit der neueste Trend ist). Das gemeinsame Abendessen war die Krönung eines gelungenen Tages. Bei netten Gesprächen mit Rebecca aßen wir Gemüse, scharfen Hackfleisch, Rührei mit Tomaten, Kartoffeln und natürlich Reis – Außerdem konnten wir das weit verbreitete Vorurteil, dass man aus Höflichkeit immer einen kleinen Rest auf dem Teller lasse, aus unseren Köpfen vertreiben. Ganz im Gegenteil ist es nämlich ein Lob für den Koch, alles aufzuessen. Auch gingen wir das erste Mal einkaufen und waren wirklich sehr erstaunt, dass es möglich ist für umgerechnet nur 2,50€  1,5kg Bananen, 3l Wasser und einen Liter Coca-Cola zu kaufen. Am Abend als Rebecca uns zurück zur Gastfamilie gebracht hatte, verließ sie uns für die Nacht, dafür ging am Abend noch ein großer Traum von Lina in Erfüllung: Sie brachte uns eifrig Doppelkopf bei. Insgesamt können wir bereits nach einem Tag das Fazit ziehen, dass uns Dali besser gefällt als Kunming, da hier alles ein wenig ruhiger und „geordneter“ abläuft. Auch fühlen wir uns schon sehr wohl hier, da wir auch schon erste Gespräche auf Chinesisch mit „Ni hao“ (Hallo) und „xiexie“ (Danke) führen können.

Vicky und Franzi


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