Wo Bu Hui Shuo Zhong Guo Hua (Ich spreche kein Chinesisch) – aber heute haben wir versucht, mithilfe von Rebecca wenigstens die wichtigsten Grundlagen für einen vierwöchigen Aufenthalt hier zu lernen. Nachdem sie uns zum Frühstück mit Zucker gefüllte Pancakes mitgebracht hat, die wir zusammen bei unserer Gastfamilie aßen, fuhren wir, wie gestern, mit dem Bus zur Training School, wo wir zuerst unsere chinesischen Namen bekamen. Für uns war es natürlich überhaupt nicht einfach, das Erlernte für länger als zehn Sekunden im Kopf zu behalten, denn die Schriftzeichen sind schon sehr verwirrend und auch die Lautschrift half uns nicht immer bei der Aussprache der Wörter. Doch wir taten unser Bestes und rekapitulierten beim Sticken in den Pausen fleißig die Vokabeln oder die Zahlen, während wir Doppelkopf spielten. Auch Rebecca war am Ende stolz auf uns, wenn wir in Gesprächen mit ihr einige chinesische Sätze einbauen konnten. Zum Mittagessen gab es gebratene Nudeln, auf die wir uns alle sehr freuten, weil wir dachten, diese aus Deutschland zu kennen. Das sollte sich später allerdings als falsch herausstellen. Denn im Gegensatz zu den Gerichten hier, schmecken sie in unseren westlichen Ländern nach nichts. Wir hingegen saßen nichtsahnend vor unseren Nudeln, nahmen den ersten Bissen – und sehnten uns unglaublich nach Milch oder Brot, um den scharfen Schmerz in unseren Mündern zu lindern. Insgesamt wurde es eine sehr lustige Mahlzeit, da wir mit uns kämpften, das trotz der Schärfe sehr leckere Essen,was hier als mild gilt, komplett aufzuessen. Nach der Mittagspause, in der, wie uns Rebecca erzählte, die meisten Chinesen ein kleines Nickerchen halten, damit sie am Nachmittag nicht müde werden, starteten wir den nächsten Versuch, der chinesischen Sprache ein wenig vertrauter zu werden. Die langen Sätze, an die wir uns dann wagten, sorgten für noch mehr Gelächter. Falls sich irgendwer ein Bild davon machen will oder wissen möchte, wo genau wir wohnen – hier unsere Adresse in Lautschrift: Wo Yao Qu Feng Che Guang Chang Gong Lu Quan Li Duan Su She. Das sollte alles über die Probleme von Chinesisch für Anfänger sagen. Bevor wir in dem gleichen Restaurant wie am ersten Abend in Dali Reis mit Hackfleisch, Bohnen, Chinakohl und salzigem, spinatartigem Gemüse mit Tofu aßen, bummelten wir noch ein bisschen durch die Straßen und das Einkaufscenter. Dann musste uns Rebecca  leider schon verlassen und wir haben die Zeit genutzt, um unsere Klamotten zu waschen. Da wir heute sowieso in sehr gutgelaunter Stimmung waren, wurde auch diese sonst nicht so beliebte Arbeit zum Riesenspaß. Wie Lena sagt „ist unser Badezimmer jetzt ein Regenwald“, da dürfte sich jeder ein Bild darüber machen können, wie diese Aktion gelaufen ist. 😀 Und zum Schluss noch eine Sache, die uns mehrfach aufgefallen ist: Wenn ein Chinese kein Geld für Markenklamotten hat, ändert er einfach einen Buchstaben des Namens und der Tag ist gerettet! (Beispiel: Chanel → Hanel; C. Klein → Hlein).

Franzi


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