Wer wollte nicht als Kind seine großen Vorbilder wie zum Beispiel
Mickie und Minnie Mouse in echt treffen? Als ich Frühlingsferien
bekommen habe, wurde das zur Realität. Es ging nach Florida! Nachdem
wir den zweistündigen Flug von Connecticut aus überstanden hatten, war
die Vorfreude groß. Schnell ins Hotel: kurze Hose, T-Shirt und
Ballerinas an und dann raus in den größten Freizeitpark der Welt! Ich
konnte es kaum glauben, das mein Traum jetzt wahr werden würde. Den
ersten Abend waren wir in dem Park „Epcot“ der ein paar Achterbahnen
und Attraktionen hat, aber sich viel mehr auf die vielen verschiedenen
Länder und Kulturen konzentriert. Viele Länder der Erde waren
vertreten, unter anderem auch Länder auss Europa. Ich habe mich
gefühlt, als wäre ich von den ‚United States‘ zu den ‚United Nations‘
geflogen.

Es war so interessant zu sehen, was typisch für andere Kulturen ist und
ich war sehr überrascht, wie echt alles gewirkt hat. Das lag vermutlich
auch daran, dass in jedem „Land“ ausschließlich „Einheimische“
gearbeitet haben. Ich konnte es natürlich kaum abwarten das Land zu
besuchen, das ich vor 9 Monaten verlassen hatte, mein Heimatland
Deutschland. Es wurden deutsche Bratwurst, fränkische Brezlen, Milka
Schokolade und natürlich german Bier verkauft. Selbst alle Schilder
waren in Deutsch, was mich so richtig heimisch hat fühlen lassen. Die
deutschen Mitarbeiter, die in Dirndl’s und Lederhosen gekleidet waren,
waren total von den Socken als ich sie auf Deutsch angesprochen habe.
Eine junge Dame kam aus Dortmund – der für die Region des Ruhrgebiets
typische Sprachfärbung konnte ich sofort herausfhören. Einfach genial –
ich war in Amerika und doch zu Hause in Deutschland.

Abendbrot gab es dann „in Frankreich“. Unsere Kellner hatten einen
starken Akzent und meine Gasteltern konnten sie daher nicht zu
verstehen. So musste ich dann auf meine Französisch-Kentnisse aus der
Schule zurück greifen – was zu meiner Verwunderung kganz gut
funkionierte. Nach unseren drei Gängen vom guten französischen Essen
haben wir uns dann das Feuerwerk über dem Eifelturm angeguckt. Es war
wunderschön und beweeggte mich zum Nachdenken: wie dankbar ich doch
bin, das meine Gasteltern, die mich zu dieser Woche in Florida
eingeladen hatten, mir soetwas ermöglichen.

Die nächsten Tage haben wir dann die drei anderen Parks besucht.
Achterbahnen, Wasserbahnen und spannende Attraktionen soweit das Auge
nur reichte und noch darüber hinaus. Für mich, der vor nichts Angst hat
und in jedes Karusell geht (wie ich bis dahin noch gedacht habe) ein
Paradies! Als ich dann aber in der Achterbahn „Rock n‘ Rollercoaster“
saß, wurde mir doch anders zumute. Ich bekam ein mulmiges Gefühl im
Magen und als ich endlich aussteigen durfte, konnte ich noch
nichteinmal mehr mein Gleichgewicht halten. Einige Achterbahnen sind
also auch für mich als eigentlich Abgehärtete nicht so ganz ohne. Für
eine kleine Erfrischung sind wir dann in den Coca-Cola Shop gegangen,
in dem wir Softgetränke aus der ganzen Welt probieren durften.
Deutschland war mit Mezzo Mix representiert mit dem Titel: „Deutsche
mixen ihr Bier gerne mit unalkoholischen Getränken. Ein typisches Bier
wird mit Fanta oder Cola gemixt.“

An dem nächsten Tag waren wir in Hollywood Studios. Meine Gastmutter
hat den Spitznamen „Stitch“ schon seit mehreren Jahren. Mein Gastvater
und ich necken sie gerne damit, weil der Disney Charakter Stitch so
komisch aussieht… hihi. Unser Highlight war dann, als wir Stitch
getroffen haben und wir Fotos machen konnten. Als meine Gastmutter zu
Stitch ging, hat er ihre Hand abgeleckt. Soviel zu dem Charakter
Stitch…

Am nächsten Tag gingen wir zu dem Park Animal Kingdom. Dort wurde eine
Safari Tour angeboten, die wir uns natürlich nicht entgehen haben
lassen! Es war unglaublich wie echt Afrika dargestellt wurde. Alle
möglichen exotischen Tiere liefen frei herum. Mit unserem Truck mussten
wir durch Wasser und Matsche fahren, wie bei einer echten Safari Tour.
Ich war so beeindruckt, das wir gleich nochmal eine zweite Tour machten.

Alle Urlaube gehen viel zu schnell rum, so war auch unser magischer
Disney Aufenthalt bald zu Ende. Als ich wieder in der Schule war, hat
meine Englisch Lehrerin ein neues Projekt gestartet. Es hieß „Bevor ich
sterbe, möchte ich … Ich habe erst über die Standard-Sachen
nachgedacht wie: alt werden, Kinder kriegen etc. Aber als ich nochmal
darüber nachgedacht habe bin ich aufgestanden, habe mir den Stift
genommen und geschrieben: „Bevor ich sterbe, ich möchte nochmal ins
Disney World gehen!“


Über die Autorin/den Autor:  Ein Jahr besucht Hannah Keyen aus dem Werler Stadtteil Büderich im US-Bundesstaat Connecticut die Highschool, lebt eine Autostunde von New York entfernt bei Gasteltern. Von ihren Erlebnissen in Amerika berichtet die 15-jährige Schülerin im Anzeiger-Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: