Hallo zusammen,

 

ja, übers Wetter meckern wir mittlerweile alle. Grausige Kälte Ende Mai, nachts sogar bis auf 2 Grad hinunter, die Heizungen laufen noch, die früher schon Anfang Mai auf Sommerbetrieb umgestellt waren – Sonnenstunden machen sich rar. So langsam schleicht sich bei mir der Gedanke ein, ob das nicht schon die ersten Ausläufer des Klimawandels sind. Die letzen Jahre haben wir immer nur mit einem Ohr zugehört, wenn die Voraussagen für die kommenden Jahre sich dramatisch anhörten, und wahrscheinlich haben wir die „Zukunftsaussagen der Experten“ auch insgeheim belächelt – so nach dem Motto: Das betrifft uns nicht. Aber die rasante Eisschmelze, die Zunahme von massiven Wetterkapriolen und vor allem auch teils dramatischen Verschiebungen von Klima- und Temperaturbedingungen lassen doch ein klitzekleines Fragezeichen in meinem Hinterkopf zurück. Vielleicht sollten wir mittlerweile doch mal etwas genauer zuhören, was die Fachleute prognostizieren – und so langsam ein klein wenig umdenken und etwas schneller „ökologischer“ handeln? Es ist natürlich nur eine Spekulation, was ich hier von mir gebe, aber die Auswirkungen des Wetters sind nun mal auch Bestandteil in meinem „Schrötenhaushalt“.

Seit einer Woche sind alle meine Tiere nach einer Woche Aussensaison wieder in die Terrarien gezogen. Eigentlich war ich glücklich darüber, Mitte Mai endlich alle Terras abschalten zu können und die Schröten genossen die paar Sonnentage im Gewächshaus und in den Aussengehegen. Die Vorhersagen, gerade was die Nachttemperaturen anging, wurden dann aber recht düster. Nichts mehr mit zweistellig. Zwei Tage hab ich mir das Schauspiel angeguckt, aber als alle Tiere wohl meinten, sie müssten sich wieder auf die Winterstarre vorbereiten und anfingen, sich tief zu verbuddeln, war Schluß mit lustig. Gut, dass die Terras noch nicht leergeräumt waren, so musste nur an einigen etwas Hand angelegt werden, um wieder alles auf Normalzustand zu bringen. Ich persönlich finde es für die Tiere katastrophal. Der Jahresrhythmus ist doch jetzt schon wieder im Eimer.

Wie dem auch sei, ändern kann ich es ja nicht und nur das Beste für die Schröten tun. Also verbringen sie die nächste Zeit wieder bei muckeligen Temperaturen in ihren Glasbehausungen – und wir Menschen atmen weiter Heizungsluft. Und so wie es aussieht, wird sich das laut Vorhersagen auch in der kommenden Woche nicht ändern. Ich kann mich gar nicht so recht daran erinnern, ob ich jemals schon so intensiv heimische Wetter- und Temperaturtabellen studiert habe, wie dieses Jahr….

Jedenfalls gibt es aber „normales“ zu berichten. Die Nachzuchten vom vergangenen Jahr entwicklen sich prächtig. Mittlerweile sind sie auch an Gemischtkost gewöhnt, so dass die Fütterungsvielfalt auch hier wie bei den älteren endlich gegeben ist. Klar steht Lebendkost immer noch an erster Stelle, das ist aber auch gut so. Der Jagdtrieb soll ja auch weiter ausgebildet werden 🙂

Eins meiner spengleri-Weibchen muss im Moment „schwanger“ sein, sprich eine Kalkschale in sich tragen. Mit 161 Gramm ist sie schon 11 Gramm über dem Soll. Sepiaschale wird gerne und viel genommen, sogar lieber als Futter, da dürfte es in Kürze hier also eine zweite spengleri-Ablage geben. Mehr als erfreut und glücklich bin ich bei meiner alten Pyxidea-Dame „Pepper“. Sie hatte letztes Jahr ja kein Gelege und war über die Winterzeit die einzigste, die nicht zur Ruhe kam. Letzte Tage, nachdem das Gewicht ständig stieg, konnte ich beim vorsichtigen palpieren zwei kleine Kügelchen ausmachen – jaaaa, da wachsen Kalkschalen heran! Ihr Gewicht beträgt mittlerweile 1130 Gramm, ihr Grundgewicht liegt normalerweise so um ein Kilo. Auch hier kann ich verstärkte Sepiaaufnahme beobachten, bestes Zeichen! Aber sie hat wieder eine ihrer alten Angewohnheiten: Tagelang/Wochenlang im Wasser sitzen. Die letzten Tage hat sie sich die Sepiaschalen sogar in die Wasserschüssel geholt, um sie da zu fressen, ich hab geguckt wie Auto. Ich stelle mich – nach vorsichtiger Fühl-Schätzung der Eiergrössen bis dato – bei der Ablage mal grob auf August ein, ob ich da richtig liege, wird sich noch herausstellen….

Habe die vergangene Woche mit den paar Sonnentagen aber genutzt, um alles neue Fotos von den Tieren zu machen. Stelle Euch hier mal drei aktuelle von den Pyxideas ein. Ansonsten? Weiter hoffen, dass es endlich besser wird. Alle, Mensch und Tier, warten sehnlichst auf Sonne….

In diesem Sinne, eine schöne Woche,

Ines

Etwas gutes hat das regnerische Wetter ja: Schnecken. Futter, das gerne angenommen wird (Pyxidea mouhotii).

 

 

Hanh Phuc, eine meiner Nachzuchten. Mittlerweile mit sieben Jahren auch schon ein prächtiges Tier (Pyxidea mouhotii).

 

 

Tam Dao, die Nachzucht vom vergangegen Jahr, geniesst die ersten Sonnenstrahlen in seinem Leben (Pyxidea mouhotii).

 


Über die Autorin/den Autor:  Ines Wulfert ist Mediendesignerin. Ihr großes Hobby sind Schildkröten. Über ihre Erfolge in der schwierigen Zucht berichtet sie in ihrem Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: