gestern. boxen. legendär. überragender abend. nachmittags zunächst kurze stippvisite am altehrwürdigen „all england lawn tennis and croquet club“ in wimbledon. in ermangelung an eintrittskarten konnten wir das imposante gelände allerdings leider nur von außen betrachten und später im internet lesen, dass jule görges mit radwanska kurzen prozess gemacht hatte. anschließend kurz touri-sightseeing. hyde-park und harrods. dabei mehrfach verlaufen. egal mund abputzen, weitermachen. abends dann das vorläufige highlight. boxen im excel. geile stimmung. der brite weiß eben einen guten faustkampf zu schätzen. bodenständiges publikum, dass sich für schlachtgesänge, trommelwirbel und la-ola-wellen (ja, ich weiß ola heißt welle) nicht nur nicht zu schade war, sondern aus absoluten vollprofis in sachen stimmung machen zu bestehen schien. echt stark. erst traten die jungs im fliegenwicht an. schnelle fäuste, allerdings mit wenig bums dahinter. nach vier kämpfen dann halbschwergewicht. kategorie maske rocchigiani. da gab’s schon gut was auf die rübe. dann 22:50 h.

wir sehen im achten und letzten kampf den ersten deutschen olympioniken. enrico kölling tänzelt in die halle. obwohl das britische publikum im nicht sehr wohlgesonnen ist, macht der berliner einen überragenden kampf. kölling schwebt wie ein schmetterling und stich zu wie ein ganzer bienenschwarm. sein kameruner gegner christian adjoufack donfack ist chancenlos und verliert deutlich – 15:6 für kölling. und auch das publikum zollt köllings leistung schließlich tribut. am rande der veranstaltung treffen wir in den katakomben dann noch auf echten einen edelboxfan. behangen mit schals, fahnen und einem stattlichen kontingent von kitschigem firlefanz fordert er die leute lautstark und mit gesundem selbstbewusstsein auf, fotos von ihm zu machen, obwohl es andersherum ja eigentlich üblicher wäre. interessiert ihn aber weniger. auf nachfrage gibt er an, schlicht mr thailand zu heißen. auf mehrere nochmalige nachfragen bleibt er auch dabei. gut, thailand könnte schon passen. er lacht herzlich und ergänzt, wieder mehrfach: „i’m famous!“ und lacht wieder. famous? ich weiß nicht, wir kannten ihn nicht und google scheinbar auch nicht. aber gut ist ja olympia und hauptsache mr thailand fühlt sich wohl….

übrigens, hatte ich geschrieben, dass wir beide köllings kampf gesehen hatten? das ist so nicht korrekt. einer von uns beiden – namen bleiben an dieser stelle unerwähnt – geriet auf der suche nach kühlen erfrischungsgetränken leider aus dem abgesperrten bereich und durfte trotz gültiger eintrittskarte nicht zurück in den innenraum. schade. vielleicht klapp’s ja für diesen pechvogel heute mit dem ersten deutschen live-auftritt. nachher badminton in wembley.


Über die Autorin/den Autor:  Die Olympischen Spiele in London sind das größte Sportereignis der Welt - das lässt sich auch WA-Mitarbeiter Thomas Münzer (32) nicht entgehen. Zusammen mit seinem Kumpel Stefan Heye (31) aus Werne macht sich Münzer, am Sonntag auf den Weg nach London, um dort zumindest eine Woche lang Sport, Spaß und viele interessante Menschen zu erleben. Von britischen Hauptstadt aus werden die beiden auf unserer Internetseite www.wa.de über Spannendes, Interessantes, Skurriles und Unterhaltsames rund um die Spiele der Superlative in London bloggen. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: