8. Teil: Frischgebackene Abiturienten plaudern aus dem Nähkästchen

Drei Jahre sind vorbei und das Abitur ist in der Tasche. Die Aussicht ist eine Zukunft voller Möglichkeiten und man kann mit Stolz zurückblicken auf das, was man geschafft hat. In den letzten Wochen und Monaten arbeitete die H4, unsere Abschlussklasse, eifrig an ihrem Abitur. Es wurde gebüffelt, geredet, geschrieben und bestanden.

Ich hab mich mit ein paar von den fertigen Abiturienten unterhalten, und so vieles erfahren, einen guten Einblick erhalten und nützliches Wissen, wie man es machen sollte und wie nicht.

Von drei Abiturienten möchte ich ein paar Eindrücke wiedergeben. Das wären Cigdem Güler (23 Jahre), Viktor Horst (25 Jahre) und Alexandra Weber (Name auf Wunsch von der Redaktion geändert, 25 Jahre).
Alle drei erzählten mir, dass die Prüfungsphase stressig war, dass manchmal die Zeit kaum gereicht hat. Aber dass sie mehr als gut darauf vorbereitet wurden und die Lehrer immer einen Rat hatten und mehr als fair und hilfreich waren.
Unser Schulleiter, Herr Küster, welcher die Prüfungen für Deutsch betreute, Herr Schwarz, zuständig für Englisch, und Herr Rothländer, unser Biologielehrer: Von diesen dreien konnte ich nur gutes hören, was die Prüfungen und die Vorbereitung anbelangt. Lässt einen ja hoffen, für so jemanden wie mich.

Die Eindrücke über die Schulzeit waren bei Cigdem, Viktor und Alexandra unterschiedlich und doch gleich. Für Cigdem vergingen die drei Jahre wie im Flug. Die Erfahrung, mit Erwachsenen abends in die Schule zu gehen, zu lernen und sinnvoll die Zeit zu verbringen, war etwas Tolles. Sie lernte sehr erfolgreich, wie man seine Zeit einteilt und „dass man abends kein Fernsehen mehr schaut“.

Auch Viktor kam auf die Zeit zu sprechen. Er merkte vor allem in den Ferien, wie viel Zeit man eigentlich hat und es eigentlich gar nicht zu schätzen weiß. Das Wichtigste für ihn war, dass er sich selbst einiges bewiesen hat. Er nahm die Schule, wie ich auch, im ersten Bildungsweg nicht so ernst. Und an der Abendschule hat er sich selbst stolz gemacht und die Erfahrung gemacht, dass er es kann. Und das bei Vollzeitarbeit und einer Familie. Er gab den guten Rat, trotzdem auf sich und seinen Alltag aufzupassen, denn man kann sich schnell selbst überschätzen. Also: Nicht die Nächte vor den Klausuren durchlernen, sondern es mal am Tag versuchen. Den Rat nehme ich mir mal zu Herzen.
Alexandra erzählte mir, dass sie sich sehr auf den Unterricht freute und dass sie die Atmosphäre der Klasse mochte. Die Lehrer waren fair, engagiert und immer für einen Spaß zu haben. Wie auch Cigdem hat sie dort viele neue Leute kennengelernt und vor allem soziale Kontakte geknüpft und gepflegt. Diese wurden und waren auch immer sehr wichtig für sie. Ganz begeistert war sie von dem kulturellen Angebot, das Herr Küster immer gerne ermöglicht. Sie besuchte sehr gerne die Theaterstücke, die von ihm für den Deutschunterricht organisiert wurden.
Dankbar bin ich für die guten Tipps, die mir alle gegeben haben. Vor allem, dass man früh Lerngruppen bilden sollte, falls es irgendwo hapert oder nicht so gut voran geht. Diese wurden in der Abiphase so wichtig wie nie. Also dann lieber vorher damit anfangen und nicht bis kurz vor zwölf warten, wie das normalerweise passiert. Man gab mir und meiner Klasse den Tipp, sich erst mal nicht auf guten Noten auszuruhen, sondern „da sein, aufpassen und mitmachen“.
Es macht mir Mut, dass ich so viele positive Sachen gehört habe und einen Einblick in die Abiphase bekommen habe, und ich bin jetzt noch gespannter auf die zwölfte Klasse. Ich hoffe, ich kann 8mir die Tipps behalten und sie anwenden und werde sie nicht vergessen. Jetzt noch die letzten Klausuren bestehen und dann stehen die wohlverdienten Sommerferien an. Und auf die freue ich mich wie damals, auch wenn das Wetter mal wieder typisch ist.


Über die Autorin/den Autor:  Der Lüdenscheider Thomas Köhler ist 25 Jahre alt und gelernter Krankenpfleger. Er arbeitet im Klinikum Lüdenscheid. Während der nächsten drei Jahre will er das Abendgymnasium Lüdenscheid, eine Außenstelle des Hagener Rahel-Varnhagen-Kollegs, besuchen – außer in den Schulferien an fünf Abenden pro Woche. Den Lesern unserer Zeitung wird Thomas Köhler in regelmäßigen Abständen – etwa einmal monatlich – erzählen, wie es ihm und seiner Klasse dabei ergeht. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: