Was mir bei meinen Ausflügen in die Museen immer wieder auffällt ist, wie wenig ich über die Geschichte in diesem Pazifikbereich kenne. In der Schule hat man sich auf die deutsche Geschichte konzentriert. Europa und Amerika. Doch man hat immer diese einseitige Betrachtung. Klar, es wird versucht dies zu vermeiden doch eine andere Sichtweise bekommt man meistens nicht.

Ich bin derzeit in Queenstown und habe einige Orte in der Umgebung besucht, die einen Goldrausch hatten. In Arrowtown kann man sich selbst ein Sieb ausleihen und das Glück im Fluss heraussieben, falls man dort überhaupt noch etwas finden kann.
Dort wurde auch die Siedlung der chinesischen Einwanderer nachgebaut, die abseits vom eigentlichen Ort eine eigene Kommue geschaffen haben. Sie waren als Gäste ins Land geholt worden, damit sie den abflachenden Goldrausch wieder aufleben lassen. Meistens waren es junge Männer, fast noch Kinder, die aus den südlichen Teilen Chinas kamen, weil sie in Neuseeland den fünffachen Jahresgehalt verdienen konnten. Viele waren allerdings nicht allzu vom Glück verfolgt und statt das Geld, das für ihre zurückgebliebene Familie bestimmt war, abzuschicken, wurde es in Alkohol und Drogen investiert.  Dazu kam, dass die Situation unangenhemer wurde: Je mehr Chinesen kamen, desto zuwider wurden sie den anderen Goldgräbern. Nicht nur durch die Sprachbarriere wurden sie ausgegrenzt. Sie wurden der Brutalität beschuldigt, des Opiumhandels, Habgier, Zügellosigkeit und bösen Angewohnheiten. Erst nachdam das Gold weg war und die meisten Glückssucher abgezogen waren, wurden sie als tatkrätige Arbeitskräfte angesehen. Trotzdem wurden diejenigen, die nicht heimkehrten, bei der Rente nicht beachtet und sogar explizit ausgeschlossen.
Die Karikatur ist an sich schon fast lächerlich, denn die chinesische Krake greift eine Maori-Frau an, also eine Person, die zu der Zeit selbst keine Rechte bei den Weißen hatte und ihres Landes beraubt wurde (trotz des Vertrags von Waitangi haben Geschäftsmänner den Maori ihr Grund und Boden abgekauft und das zu ungerechten Preisen). Aber sie war Teil der ersten Einwohner Neuseelands, also wohl das beste Zeichen für die Vereinnahmung des Landes.


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