tbcredit.ruAufstehen war heute bereits um 5.30 h angesagt um bei Sonnenaufgang die eintreffende Kamele beobachten zu können. Auf den Weg dort hin sahen wir die offenen Türen der grossen koptischen Kirche Kerens. Zu unserer Ueberraschung fand um 6. Uhr bereits ein Gottesdienst statt. Die lithurgischen Gesänge klangen für uns fremd, hatten aber überaus meditativen und sakralen Charakter. Eine spannende fremde Welt die sich für uns hier immer wieder auftut.

Anschliessend setzten wir uns zwischen die Kameltreiber und beobachteten das zunehmende Markttreiben. Ich unterhielt mich angeregt mit einem alten Mann, der  weder mich verstand noch ich ihm. Trotzdem hatten wir viel Freude miteinander.

 Um 9.30 Uhr hatte ich mich an der Klinik mit einer Familie verabredet, deren beide Söhne beim Vieh hüten auf eine vergessene Aethiopische Landmine getreten waren. Der 12-jährige Hassan hatte ein Unterschenkel und am anderen Bein sein Fuss verloren. Unser orthopädischer Professor Martini aus Heidelberg wird in Kürze den schmerzenden Stumpf  korrigieren und sehen, ob man die Prothesen nicht verbessern kann. Minen fordern auch 21 Jahre nach Kriegsende immer noch ihre Opfer, insbesondere unter den  spielenden und Vieh hütenden Kinder.

 Um 10.00 Uhr kam dann der grosse Moment: nach 2-jähriger Vorbereitung und Planungszeit fand heute die Grundsteinlegung für unser neues Mutter-Kind-Zentrum statt. Die Eritreische Gesundheitsministerin Amina Nurhussien, der Gouverneur der Provinz Anseba sowie der Bürgemeister der Stadt Keren feierten zusammen mit denVertretern von ArcheMed und dem einheimischen Krankenhauspersonal dieses wichtige Ereignis. Welche Erlösung für mich – nach all den mitunter schwierigen Vorbereitungen.

Die eritreischen Aerzte und auch die Gesundheitsministerin sind überaus dankbar für dieses ambitionierte und grosse Projekt – wird es doch jährlich hunderten Kindern und vielen Müttern das Ueberleben sichern.  Die Gesundheitsministerin lud uns im Anschlus zum ueberaus leckerem eritreischen Mittagessen ein.

 Danach ging es zügig auf dem Heimweg – wieder all die Serpentinen hoch – nach Asmara. Dort galt es die Aktivitäten der nächsten Tagen zu planen und die Treffen abzustimmen. Die Teams der Kinderherzchirurgen, der Kinderaerzte aus Mendefera und zum Glück auch die Berliner Gruppe in Barentu berichteten übereinstimmend von tollen Erfahrungen und guten Ergebnissen ihrer Arbeit. Für mich als Projektleiter eine grosse Erleichterung Es macht mich glücklich und stolz zugleich.

 Das war’s für heute.

Tschüss und bis morgen.

 

Peter


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