Ich weiß, dass ich Wochen nicht mehr geschrieben habe und es tut mir Leid, aber ich komme gerade mal ein paar Tage zur Ruhe. Ich war im Dauerstress. Fangen wir mal von vorne an.

Anfang des Monats ging es für mich ja endlich wieder nach Deutschland. Ich war bereits in New York am JFK komplett überfordert mit all den deutschen Menschen um mich herum. Ich spreche zwar deutsch mit meinen Kids, aber um mich herum ist ja immer alles englisch/spanisch und das war für mich irgendwie so ungewohnt. Als ich dann in Berlin an kam war es aus für mich. Meine Gefühle waren eine emotionale Achterbahn! Berlin war wirklich schön, aber es fühlte sich nicht "richtig" an?! Vielleicht versteht das ja irgendjemand. Ich hatte auf jedenfall einen schönen Tag in Berlin mit einem anderen Au Pair, dass im Sommer nach Hingham kommt. Am nächsten Tag war dann die Botschaft angesagt. Das ging super schnell. Habe nur 30minuten gebraucht. Im Jahr vorher in Frankfurt hats 3,5std gedauert zum vergleich. Bin dann 5 Stunden früher als geplant nach Hamm gefahren. 

Auf der Zugfahrt habe ich gelesen. Jendenfalls die ersten 3 Stunden. Danach wollte ich Musik hören, aber ich wurde immer nervöser. Also machte ich die wieder aus und starrte aus dem Fenster. Als ich in Hamm an kam, war alles wie immer: Es war grau und trist. Nicht schön und alles klein. Ich habe auf meine Freundin gewartet, die mich abholen sollte und dann war es so weit und sie kam und ich war einfach nur happy. Es war so toll sie in die Arme zu schießen! Wir sind dann zu ihr und haben den Tag bei ihr verbracht. Ich habe ihren neuen Freund kennen gelernt und am frühen Abend sind wir dann zu einer anderen Freundin gefahren, bei der ich die Zwei über wohnen sollte. Abends sind wir dann alle zu einer weiteren Freundin gefahren mit dem Vorhand Hallo zu sagen. Ich kam an und sie meinte, dass sie mir was zeigen wollte und ich gehe natürlich mit ihr. Sie macht die Tür zu dem Gartenhaus auf und was ist da?! Alle meine Freunde standen da. Sie hatten eine Überraschungs-Willkommens-Party für mich organisiert! Ich war so baff! Wir hatten echt nen guten Abend mit Grillen und nen bissl was trinken. Tat echt gut mal wieder.  🙂

Die nächsten Tage habe ich mich dann mit vielen Freunden getroffen. Ich war in Cafés und habe deutsches Essen genossen. Natürlich war ich auch im Soundgarden. Der Club in Hamm! hihi – Ich muss sagen, dass ich den echt gut finden. (Für Hamms Verhältnisse) Ich bin inzwischen anderes gewohnt, aber für Hamm ist es echt super gewesen. Ich hatte auch ne Menge Spaß mit all meinen Freunden! Es war der Wahnsinn. 🙂
Nach 12 Tagen ging es aber dann leider zurück und da fingen die Probleme an. Der Abschied war total schwer. Schwerer als beim ersten Mal, denn da war man noch aufgeregt, was auf einen wartet und diesmal wusste man das ja schon. Ich bin dann nachts nach Düsseldorf gefahren und morgens von da aus nach Amsterdam. Von Amsterdam ging’s dann weiter nach New York. So war jedenfalls der Plan. Die Realität war dann anders. Wir sind bis über Connecticut gut durchgekommen und haben dann eine Schleife gezogen, weil die JFK in NY zu gemacht haben, da das Wetter so scheiße war. Dann sind wir weiter auf JFK geflogen, da wieder offen war. Dann war zu und wieder ne Schleife. Dann war offen, dann zu, also auf Newark. Da war aber zu viel Verkehr, also Richtung Up State New York. Letzendlich sind wir in Newburgh gelandet, um betankt zu werden. Das ganze hat 2h gedauert. Danach gings zum JFK und mit 3,5h Stunden sind wir dann angekommen. Mein Bus war so gut wie weg. Bis ich Gepäck hatte und durch den costumer service war, war ich 5 Stunden zu spät, also ging ich mit beschweren. Ich steckte so gut wie fest. Die Dame meinte aber nur ganz kalt, dass ich ja dann die Nacht hier bleiben könne. Naja, ich war dann schon total fertig und inzwischen 25h wach. Bis ich mich dann wieder eingekriegt habe udn meine Freundin anrief, ob noch ein Busunternehmen am Abend oder in der Nacht nach Boston fährt. Und tatsächlich gab es noch eins, also habe ich das Airportshuttle genommen, ab nach Manhatten, dann noch zwei Stunden im Regen warten und um 11h abends gings dann nach Boston weiter. Wir sind wegen des schlechten Wetters um 4h morgens angekommen. Hab dann nen Taxi genommen und um 5h morgens war ich endlich im Bett. Nach 33 Stunden wach sein. Ich war nur noch tot müde!

Ich war dann Donnerstag in Boston und habe Wäsche gewaschen und ausgepackt, da ich am Freitag mit meinen drei großen Kids nach New York gefahren bin, um meine Gasteltern zu treffen. Wir sind mit dem Zug am Nachmittag gefahren und am Abend in NY angekommen, wo mein Gastdad uns an der Penn Station abgeholt hat. Wir sind ins Hotel und da es unser Zimmer nicht mehr gab und auch kein anderes, da das Hotel doppelt gebucht hat, haben wir die Presidental Suite bekommen! Das war der Wahnsinn!!! Normalerweise schlafen da nur Leute wie Angelina Jolie oder Barack Obama! Wir waren im Plaza im 21. Stock und hatte eine Wohnung. Wohnzimmer, drei Bäder, zwei Schlafräume und eine riesige Dachterasse. Während man auf dem Klo saß konnte man aus einem riesigen Fenster über NYC schauen! Es war einfach nur so unglaublich! Am Samstag bin ich allein die 5th Av runter gelaufen und am Mittag dann wieder nach Boston gefahren. Ich hatte immer noch Jetlag… 😉 

An diesem Samstag, nach einer Woche arbeiten, ging es dann für mich und meine Freundin nach Chicago! Und Chicago hat mein Herz gestohlen! Die schönste Stadt, die ich bisher in den USA gesehen haben! Ich liebe Chicago!
Wir sind Samstag früh morgens hin geflogen, um 6am ging unser Flieger, nach 2,5h sind wir um 8.20h Central Time gelandet. Hatten also eine Stunde Zeitverschiebung und hatten somit eine Stunde mehr. Sind dann ins Hostel, eingecheckt und dann ab nach Downtown. Da wir keine Ahnung hatten, erwies sich das als schwer. Dann sind wir zum Navy Pier gefahren, sind da nen bissl rumgeschlendert und haben dort Mittag in einem Café gemacht. Sind dann weiter gelaufen bis es anfing zu regnen. Also waren wir drinnen und haben uns da die Läden angeschaut und gewartet. Sind dann im Regen zum Busstopp und dann mit dem Shuttle zur Metro und dann ins Hostel. Dort haben wir uns ne Stunde ausgeruht und sind in unser Zimmer gezogen. Mein Bett war aber irgendwie schon weg, also habe ich ein anderes genommen. Um 6pm fing dann das American BBQ an vom Hostel. Wir sind mit unserem Bier da hin und haben direkt ein paar deutsche kennen gelernt. Die beiden wohnen in Philly und arbeiten bei Siemenes. Wir setzen uns zu ihnen und unterhielten uns, aßen und tranken. Als das Bier und der Wein leer waren, wollten wir uns mehr holen und so ging meine Freundin ins Zimmer und ihre Sachen zu holen, kam wieder und sagte da sind zwei deutsche, die meckern, weil irgendwer nen Bett genommen hat. Anshcließend bin ich ins Zimmer und ein Mädel hatte mein Bett. Na super, dachte ich nur. Also nen neues Bett, aber alle waren irgendwie belegt, also habe ich mich beschwer. Die andern sind derweil zum CVS und haben Nachschub geholt. ICh habe mich mit dem Frontdeskt auseinander gesetzt und ein neues Bett bekommen. Haben extra alle meine Sachen darüber verteilt, damit ja niemand auf die Idee kommt, das wieder mir wegzunehmen. Dann bin ich wieder hoch und habe auf die anderen gewartet. Als sie wieder kamen, tranken wir weiter und unterhielten uns gut. Dann lernten wir die irischen Mädels neben uns kennen. Ich muss ja sagen ich bin immer offen und nett und bin keiner der auf Voruteile hört, aber auf die Iren passt das 1A! Man sagt ja immer die saufen viel und sind laut und genauso waren die Mädels alle! Unglaublich! Ich hab meine eigenen Worte nicht hören können. Die Mädels war so besoffen. Naja, dann haben wir Brasilianier kennen gelernt und uns mit denen unterhalten bis dann ein Typ kam, der im Hostel gearbeitet hat und uns eingecheckt hat. Er war off und saß sich zu uns, also haben wir mit ihm gequatscht. Alle hatten inzwischen eine ziemlichen Pegel und es wurd immer lustiger. Die irischen Mädels sind um 00.30h wirklich noch in ein Pub abgerauscht. Naja, das waren ihr Plan, ob sie ankamen ist eine andere Frage. Wir sind dann um 1h auch ins Bett, weil wir ja fit sien wollten für den nächsten Tag. Da stand dann Sightseeing an. Wir waren frühstücken und haben noch eine Deutsche kennen gelernt. Die nahmen wir mit und ab gings nach Chinatown. Da fing es dann an aus Kübeln zu regnen. Also sind wir in die Läden und haben uns in einem Laden durchprobiert. Getrocknete Früchte und all so einen kram. Dann sind wir Lunch essen gegangen. Es war soo lecker! Habe sogar eine extra für mich gemachte Suppe bekommen, weil ich vegetarisch essen wollte und es das nicht gab. Danach haben wir uns nen Fruchtsmoothie mit so schwarzen Perlen gekauft. Die gibts überall in Chinatown. Die Smoothie’s sind super lecker, aber die Perlen schmecken nach nix. Dann sind wir zurück ins Hostel, weil es nur geregnet hat, aber das war ein Problem, denn die Kreuzung zum Hostel war überflutet. Wir standen bis zu den Knien im Wasser!! Gott sei dank hatte ich ne Leggings mit Kleid und Flip Flops an. Im Hostel waren wir uns dann waschen und haben nen Nap gemacht. Abends dann ins Hard Rock Café, wo wir die deutschen vom Vorabend getroffen haben und zusammen Dinner gemacht haben. Danach sind wir dann zur Sky Lounge gegangen. 15minuten warten für einen herrlichen Ausblick und einen überteuerten Cocktai. Im 95. Stock Cocktails trinken macht Spaß, während über Chicago die Sonne untergeht. Wahnsinn! 🙂
Am Montag hatten wir dann gutes Wetter und sind zum Willis Tower (ehemaliger Sears Tower) gegangen und haben die Aussicht genossen. Diese Stadt ist einfach nur wunderschön! Anschließend sind wir zum Millenium Park gegangen, um diese silberne riesige Bohne anzuschauen. Die ist echt gigantisch. Dann haben wir Lunch gemacht und sind zum Navy Pier gelaufen. Da waren wir schon total k.o., da wir 33°C im Schatten hatten. Wir haben dann eine Bootstour über den Lake Michigan gemacht und die Skyline genossen. 🙂
Anschließend sind wir ins Hostel zum Gepäck abholen und dann zum Airport, wo es zurück in die Heimat ging. In Boston waren es am Abend, als wir ankamen um 10pm auch immer noch 25°C. Es ist endlich Sommer geworden! Ich bin super braun inzwischen. Aus Deutschland, Boston und Chicago! Ich glaube dieser Sommer wird wieder verdammt heiß! Also für alle USA Reisende: Fliegt nach Chicago! Ich bin der Meinung, dass es einer der schönsten Städte in den USA ist. Ich würde gerne da leben, muss ich gestehen! 🙂


Über die Autorin/den Autor:  Nikola Bittl ist für ein Jahr als Au Pair in Massachusetts. Die 21-jährige Fachabiturientin aus Wiescherhöfen erzählt in ihrem Blog regelmäßig über ihre Erfahrungen in Amerika. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: