Guten Abend zusammen,

der 29.4.2011 war nicht nur der Jubel-Tag der Engländer, sondern auch ich konnte abends um 22.30 Uhr ein lautes "Yes" von mir geben. Mein Pyxidea-Weibchen "Pepper" hat ein Ei abgelegt.

Nachdem um 22.00 Uhr die Beleuchtung in den Terras ausging, hörte ich nach einiger Zeit, dass irgendwie noch Action in der Pyxidea-Behausung war. Eigentlich nicht so unüblich, bis die Tiere sich so in ihren Schlafhöhlen zurecht geruckelt haben, schieben sie ihre Korkröhren auch mal vor die Terrawände. Als aber eine halbe Stunde später immer noch keine Ruhe eingekehrt war, schaute ich doch nach. Und es platze laut aus mir heraus: "Ein Ei!" Es lag frei auf dem Moos, nicht vergraben und glänzte noch feucht. Pepper war nur wenige Zentimeter davon entfernt und und guckte wie Hans in die Luft. Bevor sie auf den Gedanken kam, darüber zu latschen und es zu zerstören, barg ich es natürlich.

Wie Ihr wisst, wenn Ihr meinen Blog regelmäßig verfolgt habt, fand Ihre erste Eiablage überhaupt im vergangenen Jahr während der Fussball-WM statt, das Ei war aber leider nicht befruchtet. 14 Tage lang buddelte sie damals wie verrückt Löcher über Löcher. Jahrelang hatte ich auf eine Eiablage von ihr gewartet und war letztes Jahr froh, dass es überhaupt mal zu einer Kalkschalen-Bildung kam. Damit war wenigstens der Grundstein für weitere Ablagen schon mal gelegt.

Gestern abend wurde es dann also bei mir noch hektisch: Der Brüter stand zwar schon seit einiger Zeit bereit, braucht aber eine gewisse Vorlaufzeit, um die Temperatur einzuregeln. 26 Grad müssen es sein. Pyxidea-Eier vertragen kaum grössere Schwankungen in der Bebrütung, das muss also fast penibel eingehalten werden. Das Ei wird halb bedeckt bei 95% Luftfeuchtigkeit in Vermiculite gezeitigt. Aber nach ca. 1 Stunde war alles bereit.

Das Ei wiegt 19 Gramm, ist also 3 Gramm leichter als das erste 2010 und hat die Maße 46×23 mm. Die erste in Augenscheinnahme brachte Erleichterung: sieht perfekt aus. Mit viel Hoffnung und Stoßgebeten zum Himmel, dass es befruchtet sein möge, legte ich es in den Brüter.

Heute abend, um 19.00 Uhr, also ziemlich genau nach 21 Stunden, sprang ich dann fast im Dreieck: ein kleines weisses Pünktchen erschien. BINGO! Es ist befruchtet! Yeah! Man möge mir verzeihen, spengleri-Eier erfreuen mich auch immer, aber bei meinen Pyxideas ist es doch noch etwas anders. Das ist jedes Jahr mein absoluter Schröten-Traum, da wenigstens eine Nachzucht zu bekommen. Dafür gibt es einfach zu wenig von dieser Sorte Schildis, das ist immer was ganz Besonderes – da auch nicht so ganz einfach in der Bebrütung… 2009 war Calimero meine letzte Pyxidea-Nachzucht (Ei von Safran), aus vier Eiern die einzigste in dem Jahr (haben viele von Euch ja in meinem Blog damals mitverfolgt). 2010 leider zwei unbefruchtete Eier und zwei von Safran zerstörte. Aber nun 2011: Hoffnung, Hoffnung, Hoffnung: es kann gar nicht schiefgehen! Dieses Jahr werde ich ganz viel Glück haben – und vielleicht die allererste Nachzucht von Pepper bekommen. Ich weiss, sind noch rund 100 lange Tage, oder etwas mehr, so viel kann noch passieren, dass der Traum wieder wie eine Seifenblase zerplatzt – aber positiv Denken ist angesagt…

Dieses Ei wird jedenfalls mit Argusaugen beobachtet und gehütet wie mein Augapfel.

Und nicht zu vergessen: mein Männchen Curry muss ja auch mal gelobt werden, hat ganze Arbeit geleistet 🙂 Und wenn Safran dieses Jahr auch noch eine befruchtete Ablage zustande bringt, bin ich im 7. Schröten-Himmel…

Ein Foto habe ich eingestellt, werde morgen mal die ersten Aufnahmen machen, wenn man mehr von der Bauchbinden-Entwicklung sieht.

Bis später,

Ines


Über die Autorin/den Autor:  Ines Wulfert ist Mediendesignerin. Ihr großes Hobby sind Schildkröten. Über ihre Erfolge in der schwierigen Zucht berichtet sie in ihrem Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: