Da ist es, das erste Ei 2011.

Mein spengleri-Weibchen Nr. 2 legte gestern nacht eine perfekte Kalkschale ab.

 

Den ganzen Tag über wusste ich schon, dass es nicht mehr lange dauern würde, sie zeigte nämlich das Verhalten wie bei allen Eiablagen zuvor. Unruhig rannte sie von einer Stelle zur nächsten, aber meist am Rand entlang, um immer wieder für eine Stunde hochkant zu stehen. Manchmal war es für mich verwunderlich, dass sie nicht nach hinten überkippte 🙂

Wie Angela damals so treffend bemerkte, als ich ihr von diesem Verhalten berichtete: "das Ei muss wohl nach unten rutschen"…

Um 22.00 Uhr verzog sie sich dann erstmals nach vielen Tagen wieder in ihre Schlafhöhle und vergrub sich unter dem Moos. Eine halbe Stunde später sah ich noch, dass sie sich mit den Hinterbeinen eine kleine Kuhle gescharrt hatte, aber irgendwie ruhig und wie schlafend darin lag. Um Mitternacht überprüfte ich nochmal und ärgerte mich insgeheim. Ich bekam gerade noch mit, wie sie das Ei zubuddelte. Mhmm, genau die eine Stunde verpasst!

 

Aber: ein wirklich – jedenfalls äußerlich – perfektes Ei. Ich hatte mich schon wieder auf "Verkalkungspropfen" eingestellt, die bei den letzten Eiern von diesem Weibchen ja immer vorgekommen sind – und die Entwicklung damit nach einiger Zeit zum Scheitern verurteilt war. Viele, die in den vergangenen beiden Jahren meine Blogs verfolgt haben, wissen, wovon ich rede… Aber, diesmal alles bestens! Und es ist ein wirklich grosses Ei: 44 mm lang und 19 mm im Durchmesser. Wahnsinn, ich muss mal nachschauen, aber ein so grosses Ei hat sie meiner Erinnerung nach bislang noch nicht gelegt. Es wiegt 11 Gramm, das ist absolut in der Norm für ein spengleri-Ei.

Die Schröte hat genau 12 Gramm abgenommen, noch eine Stunde später häufte sie an verschiedenen Stellen im Terra mit den Hinterbeinen Erde auf, als ob sie die gesamte Umgebung zuscharren müsste…

 

Das Foto, wie sie das Ei gerade bedeckt, findet Ihr in der Galerie. Hätte Euch gerne ein kleines Filmchen der Ablage eingestellt, aber die Schröte war schneller 🙂

 

Tja, damit ist bei mir die Eierzeit wieder angebrochen. Endlich, irgendwas vermisst man nach der langen Winterzeit, vor allem, wenn es im Jahr davor leider mit keiner Nachzucht klappte. Und so Kalkschalen geben einem doch ein Hochgefühl, dass wieder alles richtig läuft. Ich will hoffen, dass es befruchtet ist, da weiss ich am nächsten Wochenende mehr. Dann drückt mal mit die Daumen, dass eine Bauchbinde erscheint.

 

Bis später,

Ines


Über die Autorin/den Autor:  Ines Wulfert ist Mediendesignerin. Ihr großes Hobby sind Schildkröten. Über ihre Erfolge in der schwierigen Zucht berichtet sie in ihrem Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: