Hallo zusammen,

lautes Brummen reißt mich aus tiefen Schlaf. Ganz nah dieses Geräusch, dann sich wieder entfernend.
Stille. Da! Wieder brummt es, nur ganz kurz.
Kratzende, dem Tippeln ähnliche Töne durchdringen meine Gehörgänge.
Flugzeuge zum Flughafen Do-Wickede können es nicht sein. 3.15 Uhr. Nachtflugverbot.
Was ist es dann, das mich aus meiner Nachtruhe holt?
Wieder startet das unbekannte Objekt seine „Maschienen“.
Rundflug scheint angesagt.
Eine kleine Propellermaschiene ist es jedenfalls nicht, das hört sich eher nach Mittelstreckenflieger an.
Ich schalte die dezente Beleuchtung an der Oberkante meines Bettes an. 
Nichts zu sehen, keine Bewegungen, nur das leise Schnarchen unseres Hundes ist zu vernehmen, auch ihr Frauchen schläft den Schlaf der Gerechten.
Mit einer gewissen Vorahnung, verlasse ich vorsichtig die warme Ruhestätte Richtung Wohnzimmer.  
Licht an, und mit sicherem Griff hole ich ein mir vertrautes Kunststoffteil aus seinem Lagerplatz.
Nebenan im nächtlichen Gemach abeiten die Turbinen mittlerweile auf vollen Touren, unterbrochen von einem sich nach verzweifeltem Suchen nach irgendetwas anhörenden gläsernen Ticken.  
Mit Mag-Lite Taschenlampe und dem Kunststoffteil bewaffnet, und zu allem entschlossen, ging es wieder zurück an den Ort des Geschehens.  
Die Lage war unverändert.
Mal brummte es, mal war es gespenstisch ruhig, nur der Hund hatte seine Schlafposition verändert, und hatte nun die Rückenlage bevorzug, den Kopf dabei zur Seite abgelegt. 
Im Schein meiner Lichtquelle war dann endlich zu sehen, was meine Vermutung bestätigte: ein großes, mehrbeiniges, mit Flügeln ausgestattetes Tier hing in lauernder Stellung in der Gardine.  
Es war keines von den üblichen, nächtlichen Quälgeister, nein, größer, viel größer, um ein vielfaches größer. 
Der Schatten des ruhendes Flugobjektes ließ seinen Körper wie das eines Fantasiegeschöpfs aus diversen Horrorfilmen erscheinen. 
Zu allem entschlossen bewegte ich mein Hilfsgerät ganz langsam in Richtung des mächtigen Ruhrstörers. 
Kurzes Aufbrummen, Stellungswechsel.
Das Spiel wiederholte sich ein paar mal. Mal befand sich mein Gegner im oberen Teil der Gardine, mal im unteren. 
Nach unzähligen Versuchen, meinem Gegenüber den Weg duch das geöffnete Fenster zu weisen, verharrte der Flieger am Fensterrahmen, nur wenige Zentimeter von der Freiheit entfernt. Nun mach doch auch noch den letzten Schritt, besser gesagt, Start, schoss es mir durch den Kopf.
Keine Regung am Fenster.
Noch einmal ließ ich die Fliegenklatsche Richtung Störenfried gleiten, und sanft aber bestimmt, gelang es mir endlich die Hornisse auf den rechten Pfad zu leiten, hinaus in die tiefe Nacht.
Endlich Ruhe, das Schnarchen unseres Hundes hielt nach wie vor an, aber das ist schon Standardgeräusch, und auch nicht so eindringlich wie das des großen Brummers Minuten zuvor.   
Alle konnten jetzt wieder ihre Nachtruhe genießen, nur ich mußte mich ersteinmal durch die Nachtprogramme zappen, um dann auch in den Genuss des Nachtlagers zu kommen.

Schönen Sonntag allen, und tschüß, bis die Tage

R.A.


Über die Autorin/den Autor:  Rainer Aschmoneit schreibt unseren Schalke-Fan-Blog. Der leidenschaftliche Schalke-Fan aus Hamm kommentiert die großen und kleinen Geschichten rund um den S04 mit viel Witz und Selbstironie. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: