Hallo zusammen,

ein Sieg in Köln am vergangenen Sonntag und in der Tabelle auf dem ominösen dritten Platz (Athletico lässt grüßen). Das sieht sportlich ja, nach dem ersten hingucken, garnicht so schlecht aus. Da war schlimmeres zu befürchten, wiederum, denke ich an das verschenkte Spiel gegen Freiburg, nein, wir haben ja gesagt, wir wollen nicht abheben, noch ist nichts weltbewegendes passiert, zumindest auf dem Rasen nicht. Obwohl die Umstellerei, die Felix Magath da momentan praktiziert, auch irgendwie gekonnt sein muss, vor allem muss man ersteinmal den Mut dazu haben. Viererkette, Dreierkette, eine Spitze, zwei Spitzen, doppelsechs, in Variation je nach Wetterlage auch als Raute lieferbar, 4-4-2, 4-3-3, 3-5-1-1, und immer mit Torwart. Und Vorsicht, das sind nicht die Lottozahlen für den grossen Jackpott.      
Den könnte der S04 ja wohl gebrauchen, wenn man so die Meldungen in den Gazetten verfolgt. Schlappe 20 Mio. sollen unter dem Weihnachtsbaum liegen, und weitere 10 Mio. wenn der Pfingstochse gebraten wird. Ist ja nicht viel, wenn ich überlege, das ein portugiesischer Breitbein- Kicker schon alleine so cirka 94 Millionen Euro gekostet hat, sind für einen Traditionsverein wie den FC Schalke 04 so an die dreißig Milliönchen doch mühelos zu stemmen, oder?              
Aber angeblich ist das ja alles garnicht so schlimm, die finanzielle Lage auf dem Schalker Feld. Da ist von Tafelsilber die Rede, was noch vorhanden sei. Ja wo ist es denn? Ich bekomme meine Bratwurst immer noch auf einer Pappschale serviert. Und die Äusserungen der Herren Tönnies und Peters klingen so wie die eines Präsidenten oder Managers nach der fünften Niederlage ihres Vereins in Folge, und das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz oder aus den internationalen Startplätzen, auf die Frage wie sie denn jetzt zu ihrem Trainer stehen, und promt die Antwort kommt, das man mit diesem Trainer auch wieder aus diesem Tief hinauskommt, und er unser uneingeschränktes Vertrauen hat. Nach solchen „Treuschwüren“ dauert es in der Regel keine vierundzwanzig Stunden, und der Coach muss seinen Spind räumen.                 
Deshalb bin ich sehr skeptisch ob dieser Äusserungen der beiden Herren. Mir schwebt da so die Situation wie vor einigen Jahren in Kaiserslautern vor, da wurde dann auch das Stadion verkauft, und was sonst noch alles zu Geld zu machen war, das sogenannte Tafelsilber eben. Um die Pappschalen für meine Bratwurst brauche ich mir keine Gedanken machen, die gehören nicht dazu, vielleicht nur in einer anderen Form demnächst.

Tschüß, bis die Tage

R.A.


Über die Autorin/den Autor:  Rainer Aschmoneit schreibt unseren Schalke-Fan-Blog. Der leidenschaftliche Schalke-Fan aus Hamm kommentiert die großen und kleinen Geschichten rund um den S04 mit viel Witz und Selbstironie. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: