Tja, das englische Schulsystem: Immer für eine Überraschung gut! Bereits vor einige Wochen fiel in der Schule das erste Mal der Begriff „Study leave“ und meine Mitschüler haben mir erklärt, dass es sich dabei um häusliche Studientage vor den Examen handelt. Super, dachte ich, ein langes Wochenende vor der Arbeit; dann kann ich noch mal in aller Ruhe meine Notizen durchgehen. Dass es sich bei „Study leave“ allerdings um einen vierwöchigen Zeitraum, einen ganzen Monat! handelt, ist mir vor kurzem erst klar geworden. Und dann kam schon mein letzter Schultag, denn die Examszeit zieht sich bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland. Die letzten regulären Unterrichtsstunden habe ich also schon hinter mir. Inzwischen werde ich immer öfter daran erinnert, dass sich mein Austauschjahr langsam aber sicher dem Ende zuneigt. Nur noch 23 Tage bleiben mir hier in England. Heute kam schon der Brief von Sonja, der Austauschschülerin fürs nächste Jahr. Auf der einen Seite ist es ein sehr seltsames Gefühl zu sehen, wie sich meine Gastfamilie auf meine „Nachfolgerin“ vorbereitet, auf der anderen Seite macht es mich aber auch mächtig stolz, dass sie sagen, sie würde mich am liebsten hier behalten. Mein Gastvater hat heute beim Abendessen gesagt „Die nächste Austauschschülerin wird es sehr schwer haben- sie ist halt nicht Katja!“ Die Hunde scheinen das ähnlich zu sehen: Ruby hat den Brief der neuen Gastschülerin prompt aufgegessen!

Im Moment stecke ich mitten in den Vorbereitungen für meine Prüfungen und arbeite parallel weiter an meinen Fotografieprojekten, da ich in dem Fach keine Arbeiten schreibe. Und heute hatte ich sogar schon mein erstes Exam! Mathe stand auf dem Plan, genau wie nächste Woche Donnerstag- nein, ich weiß auch nicht, warum man in England im Abstand von sechs Tagen zwei Prüfungen im selben Fach schreibt 😀 Meine allererste Sommerprüfung lief jedenfalls ganz gut und dank „Study leave“ kann ich mich jetzt voller Elan in die Vorbereitungen auf die nächsten stürzen. Es lebe das englische Schulsystem! 😉