Hallo zusammen! Ersteinmal bitte ich vielmals um Verzeihung, dass mein zweiter Blogeintrag so lange hat auf sich warten lassen. Es gab einige Probleme mit meinem Laptop und das Internet in meiner Gastfamilie funktioniert erst seit gestern. Nach über einem langen Monat ohne Netzanschluss kann ich nun aber (endlich!) wieder online sein und freue mich darauf, von jetzt an regelmäßig zu bloggen und euch auf dem Laufenden zu halten 🙂

 

London

 

Am 28.08 war es soweit: Vom Frankfurter Flughafen hoben ich und eine Gruppe anderer Austauschschüler ab in Richtung England. Kurze Zeit später in London angekommen wurden wir nicht nur von unseren „into-Fahnenschwenkenden“ Campbetreuern sondern auch strahlendem Sonnenschein begrüßt. Der perfekte Einstieg in einen viertägigen Kurzurlaub.

Obwohl annähernd alle Campteilnehmer sowie -leiter aus dem deutschsprachigen Raum stammten, war es eine der Regeln, auf Englisch und zur Not mit Händen und Füßen miteinander zu kommunizieren. Ein Vorgeschmack auf die nächsten zehn Monate.

Auf dem Programm standen zahlreiche Touristenattraktionen, eine dreistündige Bussightseeingtour und natürlich Shopping in der Oxford Street. Noch am ersten Abend fuhren wir das erste Mal mit der berühmten Londoner U-Bahn- by tube- trotz eines vorhergegangenen Besuches in Englands Hauptstadt eine völlig neue Erfahrung für mich. Wie es im „Underground“ allerdings wirklich zugeht, das sollten wir erst in den folgenden Tagen in der „Rush hour“ erleben…

Bevor wir nach dem wohl außergewöhnlichsten Tag unseres Lebens, der von stundenlangen Autofahrten, zermürbenden Aufenthalten am Flughafen, dem Abschied von den Liebsten und einem Flug ins Ungewisse gezeichnet war, in die Kissen sanken, statteten wir noch Big Ben und dem am Südufer der Themse prangenden London Eye einen Besuch ab. Die Westminster Bridge ist sicherlich einer der schönsten Orte, um London bei Nacht zu bewundern: Big Bens goldener Palace of Westminster erstrahlt in seinem vollen Glanz, die Brücken werden mit altmodischen Straßenlaternen erhellt und das London Eye sowie die umliegenden Gebäude leuchten farbenfroh; all das reflektiert von der glitzernden Oberfläche der Themse auf der das ein oder andere Boot umherschippert. Mit diesem traumhaften Bild ging der erste Tag zu Ende.

Am Anfang unseres zweitens Tages erkundigten wir London mit dem Bus. Ein höchstamüsanter junger Herr versorgte uns während der Fahrt nicht nur mit spannenden Fakten über Londons Sehenswürdigkeiten und seine Geschichte, sondern auch mit Klatsch und Tratsch über die Queen. Zum Beispiel berichtete er, wie sich einst ein Fanatiker der englischen Königin in ihre Gemächer schlich und sie dort überraschte. Was tat die gute Frau anstatt die Wachen oder die Polizei zu rufen? Sie bat den Herrn zum Tee! Natürlich.

Zwischen solch dubiosen Geschichtchen hatten wir die Möglichkeit, den Bus zu verlassen und das ein oder andere Wahrzeichen Londons, unter anderem den Buckingham Pallace und Saint Paul’s Cathedral, genauer unter die Lupe zu nehmen und Schnappschüsse zu machen.

London ist- mit seinen 7.500.000 Einwohnern- nicht nur die bevölkerungsreichste Stadt der EU, sondern außerdem sehr multikulturell. Auch das erfuhren wir während unserer Sightseeingtour. Die zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Theater und Museen machen es zu einer Weltstadt. Daher reisen Menschen von allen Kontinenten an, um hier zu leben und nur knapp über 70 Prozent der Einwohner stammen tatsächlich aus England.

Außerdem versorgte uns unser Busbegleiter mit interessanten Storys über die berühmt berüchtigten Massenmörder, Sweeney Todd und Jack the Ripper, die in vergangen Jahrhunderten in London ihr Unwesen getrieben haben sollen. Während der Barbier Todd sich damit vergnügte, seinen Gästen die Kehle aufzuschlitzen und diese zu Pasteten verarbeiten zu lassen, entwendete Jack the Ripper seinen Opfern die Nieren und schickte sie als Verspottung zur Polizei. Wer von solchen Horrorgeschichten nicht genug kriegen kann, ist übrigens im London Dungeon, einer Kombination aus Museum und Gruselkabinett, bestens aufgehoben…

Und wer von euch hätte das gewusst? Der große Brand von London, der die Stadt 1666 beinahe komplett zerstörte, war von einer Pastete aus gelöst worden! Angeblich.

Auf den „lehrreichen“ Teil des Tages folgte die Shoppingtour: Wir hatten vier Stunden Zeit, um die Oxford Street unsicher zu machen und am Abend war so mancher um einige Pfund erleichtert.

Der dritte und letzte Tag unseres Abenteuers begann mit einer Tour auf dem London Eye. Dieses gigantische Riesenrad besitzt 32 fast vollständig aus Glas geformte Kapseln, in denen jeweils bis zu 25 Personen Platz finden und braucht etwa eine halbe Stunde pro Umdrehung. Zu unserem Glück war das Wetter noch immer fantastisch und die Sichtverhältnisse optimal, sodass wir einen gute dreißig Kilometer weiten Überblick über London hatten. Der Nachteil ist, dass bei strahlendem Sonnenschein eine brütende Hitze in diesen Glaskapseln entsteht und so waren wir alle- zwar durchgeschwitzt aber- froh, als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

Das Programm ging weiter mit einer kleinen Bootstour auf der Themse, von der Westminster Bridge bis zur Towerbridge, einem beeindruckendem Bauwerk. Auch hier wurden natürlich unzählige Schnappschüsse inklusive Intogruppenfoto gemacht. Danach ging es für alle, die noch nicht genug gekriegt hatte, ein weiteres Mal zur Oxford Street zum Shoppen.

Den krönenden Abschluss des Tages machte ein Besuch an dem Ort, wo man in London die meisten Stars und Filmhelden treffen kann, bei Madame Taussauds, dem Wachsfigurenkabinett, das von der königlichen Familie über Elvis und Robert Pattinson bis hin zur kleinen Tinker Bell aus Peter Pan alles zu bieten hat.

Doch der nächste Tag sollte der aufregendste von allen werden: Das erste Treffen mit unseren Gastfamilien stand an. Die zermürbende Wartezeit von elf Uhr in der Früh bis zum Nachmittag in der Vorhallte des Hotels stellte sich als Zerreißprobe für die Nerven heraus. Dann endlich kam der Bus, der uns zu unserem neuen zu Hause bringen sollte…