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Hallo zusammen. Ich habs geschafft! Ich habe Internet. Das war gar nicht so einfach.

Der Anfang
Meine Geschichte fängt am Flughafen an, als ich mich von meiner Familie verabschieden musste. Erst in dem Augenblick habe ich gemerkt wie sehr ich mich vor dem Moment gefürchtet habe. Wir haben natürlich alle geweint, aber ich habe gemerkt, dass es mir danach deutlich besser ging. Denn ich hatte plötzlich wieder einen freien Kopf und auch mein Magen fühlte sich leichter an. Und als wir dann ins Flugzeug stiegen, kam auch endlich die lang ersehnte freudige Erwartung auf das Kommende.

Jetzt bin ich schon 16 Tage hier!
Unsere Arbeit fängt erst am 9.September an, aber dafür habe ich in der Zeit schon eine Shower und eine Hochzeit und besucht.  Das Ganze fing damit an, dass ich Gurken kaufen wollte, aber keine finden konnte. So bin ich also ein bisschen in der Gegend umhergeirrt, bis ich irgendwann zwei Männer getroffen habe, die mir weiter helfen konnten. Sie meinten sie wüssten wo es Gurken gebe und sie müssten eh in die Nähe, also könnten sie mich auch da hin bringen und ich wäre noch vor der Dunkelheit wieder zurück.
Auf dem Weg habe ich dann erfahren, dass der eine Mann (Freddie) auch in Biwi lebt, aber nur für ein paar Monate, weil er nämlich in einer Woche hier heiratet!  Tja, und prompt wurde ich auch schon auf die Hochzeit und zur Shower davor eingeladen!

Shower
Die Shower bestand aus einem festlich geschmückten Hinterhof. Zu der Zeit hatten wir bereits herausgefunden, dass die Tradition dazu dient dem Hochzeitspaar Geld zu spenden. Wir hatten auch schon von solchen Traditionen gehört und hatten im Hinterkopf, dass die Leute öfter nach Geld fragen und man nicht direkt alles geben soll. Aber auf das was dann kam waren dann doch nicht vorbereitet, unter anderem weil wir gar nicht mehr die Möglichkeit gehabt hatten Geld abzuholen. Als das erste Mal nach Geld gefragt wurde, hat eine uns netterweise weitergeholfen und gesagt, wie viel in Ordnung ist.
Danach kamen kleine Kinder tanzend in die Mitte, die Körbe mit Obst in den Händen hielten und am Ende des Liedes stellten sie ihre Körbe vor unsere Füße. Was wir erst dann erfahren haben ist, dass man dafür zahlen muss. Also sind alle die einen Korb bekommen haben aufgestanden und nach vorne gegangen und dort wurde uns dann der Preis verkündet: 3.000 KW (macht ca.7,50 Euro) pro Korb. Schade, dass wir nicht ganz 5.000KW mithatten. Der Frau die am Mikro alles kommentiert hat ist es zwar nicht aufgefallen, aber ich hatte schon ein schlechtes Gewissen. Das hielt jedoch nur so lange an, bis ich gesehen habe, dass das Paar eindeutig genug Geld zusammen bekommt. Die Leute haben wortwörtlich mit dem Geld um sich geschmissen. Wirklich! Tausendmal sind sie nach vorne gelaufen und haben mit Scheinen Gewedelt und sie einzeln in die Luft geschmissen. Die 2 Frauen, die das Geld eingesammelt haben mussten immer wieder was vom Boden aufheben.
Diese Geschenke für die man zahlen musste kamen übrigens vier Mal, immer wieder von tanzenden Mädchen verteilt. Da wir nun kein Geld mehr hatten und es besser wussten, waren wir auf der Hut. Und immer wieder wurde ein leerer Korb hochgehalten und ganz viele Menschen sind dort hin getanzt und haben Geld eingeworfen. Darin bestand eigentlich der ganze Ablauf der Shower und die ganze Zeit lief Musik. Insgesamt ging das ganze ca.5 Stunden.

Die Hochzeit
Die Kirche haben wir leider verpasst, deshalb kann ich nur von der Feier danach erzählen.
Die Zeremonie wurde auf einer  großen Rasenfläche abgehalten und vorne war wieder eine Tribüne für das Hochzeitspaar. Das Fest fing erst um 15.00h an. Nun ja, es war auch eigentlich kein Fest. Im Grunde war es so ziemlich das Gleiche wie die Shower, mit dem Unterschied, dass am Anfang die Braut und der Bräutigam durch die Mitte zu der Tribüne gingen auf der eine große Hochzeitstorte wartete. Danach kam das Übliche eine Frau redete die ganze Zeit auf Chichewa, während immer wieder Menschen nach vorne gingen und Geld gaben.  Aber diesmal haben vor uns ein paar kleine Kinder gespielt und waren ganz fasziniert von unseren Fotoapparaten. Sie waren hin und weg als sie sich die Fotos die ich von ihnen gemacht habe anschauen durften. Am Ende der Zeremonie bekam jeder wieder ein bisschen zu essen und zu trinken und kaum dass alles ausgeteilt war, haben sich die ersten auch schon auf den Rückweg gemacht. Das Ende war ziemlich abrupt.

Falls ihr noch mehr über meine Erlebnisse in Afrika erfahren wollt, dann schaut doch mal in meinen Blog: www.grmblwmbl4.webnode.com

Tionana! See you! Bis bald!

Erst vorgestern habe ich mir vorgenommen, wieder einen Blogeintrag zu schreiben, wenn etwas Interessantes passiert. Ich finde, heute ist es schon so weit, schließlich war ich vor heute Mittag noch nie bei einer Operation dabei – abgesehen natürlich von den paar Mal, als ich selbst auf dem Operationstisch lag, und bei denen ich glücklicherweise nicht bei Bewusstsein war.

Heute jedoch wurde dem Pferd Kraika ein Pilz entfernt, der trotz monatelanger Behandlung durch diverse Medikamente

nicht besser werden wollte. Hannah und ich durften zuschauen und den Eingriff dokumentieren. Wir beide waren erstaunt, wie schnell der Tierarzt das betroffeneStück Haut herausschnitt. Kaum hatte er das Skalpell angesetzt, war er auch schon fertig. Wobei mich das Prozedere durch die leichten Reißbewegungen, die notwendig waren, um das weißliche Gewebe zu durchtrennen, leicht an die Vorbereitung eines Stück Bratens vor dem Garen erinnert haben. Ist ja eigentlich auch das gleiche Prinzip.

Tatsächlich ging das eigentliche Schneiden viel schneller von statten als die Vorbereitung (Rasur, Desinfektion, Ansetzen mehrere Betäubungsspritzen, Abwarten bis die Betäubung wirkte) und die abschließende Behandlung der Wunde (Nähen, Säuberung, Aufbringen einer ätzenden Chemikalie und Schutz der Wunde durch eine aus altem Jeansstoff genähten Decke).

Kraika war zwar verständlicherweise nervös, erhielt sie doch nur eine örtliche Betäubung, da Pferde sich schnell verletzen, wenn sie nach einer Vollnarkose benommen aufstehen. Allerdings machte bloß einen ernsthaften Versuch, der Situation zu entkommen. Ansonsten verhielt sie sich relativ ruhig, und als sie nach der Operation auf die Weide entlassen wurde,  schien es ihr nicht sonderlich schlechter zu gehen als gewöhnlich.

Ich kann mir vorstellen, dass so gut wie jeder, der auch nur ein Praktikum an einem Krankenhaus gemacht hat, geschweige denn Medizin studiert oder bereits einem medizinischen Beruf nachgeht, unappetitlichere oder zumindest ernstere Eingriffe gesehen hat. Auch Tomek meinte, solch eine kleine Operation sei Anfängerkönnen für Veterinärmediziner. In einem anderen Stall hätten sie mal ein Pferd operieren müssen, dem ein Stock ca. dreißig Zentimeter tief in der Brust steckte. „Das Tier hat überlebt, ihm geht’s wieder gut. Aber hinterher ist überall Blut. Sogar in deinen Taschen.“

Trotzdem war es recht spannend, und ich habe eine zumindest etwas genauere Vorstellung von der Anatomie eines Pferdes. Und mir wurde trotzdem bestätigt, was ich ohnehin schon wusste: Ich selbst werde keine Tierärztin werden, obwohl dies als Kind eine Zeit lang mein Wunsch war – wie der Wunsch vieler Kinder. Und ich werde keine andere Form von Medizin studieren. Gelegentliches Zuschauen reicht vollkommen. Metzger werde ich übrigens genau so wenig. Was für mich als Vegetarierin eh nie in Frage kam.