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Ja, es ist soweit: Ich bin wieder im Lande! 🙂

Sonntagabend, den 12.06., landete mein Flieger in Dortmund und seitdem bin ich zu Hause. Am Flughafen wurde ich von meiner ganzen Familie überrascht. Das war ein unbeschreibliches Gefühl: Grade noch war ich noch ganz alleine und in Gedanken versunken wie schon den ganzen Tag lang und im nächsten Moment stand ich vor einer Wand aus altbekannten Gesichtern. Alle hatten rote Rosen für mich, Ballons und Geschenke gab es auch und Johanna hat ein riesiges Willkommensschild für mich gebastelt. Es war wunderbar endlich alle meine Lieben wieder in den Arm nehmen zu können und zu sehen, wie sehr meine Familie sich auf mich gefreut hat. Selten in meinem Leben war ich so euphorisch 😀

Die nächsten Tage waren noch ziemlich turbulent. Frühstücken, Kuchenessen und Eisdielenbesuche mit Freunden und Verwandten standen auf dem Plan. Ich bekam reihenweise Anrufe von Leuten, denen ich aus England berichten sollte, musste mich aber auch zu Hause erst wieder einfinden. Es hat drei Tage gedauert, bis ich den Wasserhahn auf Anhieb wieder richtig bedienen konnte, ich bin drei mal gegen eine Tür gelaufen, die etwas klemmt und hatte mit meiner Familie eine ausgedehnte Diskussion darüber, ob das Besteck geschrumpft sei. Außerdem herrschte in meinem Kopf ein Wirrwarr aus Deutsch und Englisch und selbst heute rutschen mir im Affekt noch englische Begriffe über die Lippen 😀

Und dann war da noch ein weiteres Problem, denn mit einem genauen Blick in mein Portemonnaie entdeckte ich einen blinden Passagier: Den Haustürschlüssel meiner Gastfamilie!

Inzwischen ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Obwohl ich vor gut acht Tagen noch dort war, kommt mir England nun wie ein Traum vor und auch wenn ich eine Menge wertvoller Erfahrungen und Erinnerungen gesammelt habe, bin ich doch sehr froh und erleichtert wieder zu Hause zu sein.

Heute ging es das erste Mal in die Schule und ich muss zugeben, als ich den Schulhof des MGs betreten habe, war ich mächtig aufgeregt und auch sehr gespannt auf die neuen Kurse, Fächer und Lehrer, die mich erwarten würden. Es hat mich unglaublich gefreut, wie lieb ich von allen wieder aufgenommen wurde. Anika hat mich auf dem Schulweg von zu Hause abgeholt, von Jessica gab es bereits das erste Mathenachhilfestündchen und sowohl Lehrer als auch Schüler zeigten sich freundlich, hilfsbereit und auch interessiert an meinem Austauschjahr. Die nur 45minütingen Stunden, das klar strukturierten Gebäude und vor allem die vertraute Gesichter, die mir in England so gefehlt haben, waren alle noch da und ich freue mich darauf, nach ein wenig Schonfrist und den Sommerferien schulisch wieder voll durchzustarten 🙂

An dieser Stelle möchte ich die Change ergreifen und mich ganz herzlich bei allen meinen Lesen bedanken! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, für euch zu bloggen und sollte sich noch einmal eine berichtenswerte Situation in meinem Leben ergeben, werde ich es jederzeit wieder aufnehmen 😉

Ganz liebe Grüße und habt einen wunderschönen Sommer!

 

Eure Katja 🙂

Mit jedem Tag komme ich nun meiner Rückkehr nach Deutschland näher. Fünf Tage verbleiben mir noch in Tonbridge. Schulisch bleibt mir nicht mehr viel zu tun, da ich noch immer „on Study Leave“ bin, mein letztes Exam- Englisch- aber schon gestern hinter mich gebracht habe. Die Matheprüfungen habe ich auch trotz Grippe gut überstanden und mein Media Studies Projekt schon Anfang letzten Monats abgeschlossen. Mit einem A! 🙂 🙂

Ich werde versuche mich noch etwas auf mein Fotografie Album zu konzentrieren, damit ich am Ende des Schuljahres auch drei vollendete Projekte mit mir nach Hause bringen kann.

Die anderen Austauschschüler haben sich teilweise vor drei oder vor einer Woche in Richtung Heimat verabschiedet, was dazu führte, dass ich die letzte Verbleibende bin. Jetzt heißt es auch für mich so langsam Abschied nehmen. Heute habe ich mich mit Daphne, meiner Sitznachbarin in Englisch, auf einen Abschiedsfrappushino in Starbucks getroffen. Natürlich haben wir auch Adressen ausgetauscht und jetzt habe ich offiziell eine englische Brieffreundin 🙂

Morgen erfüllen mir meine Gasteltern dann einen lang ersehnten Traum als Abschiedsgeschenk und laden mich in das englische Musical, Billy Elliot, ein. Die Show läuft seit einigen Jahren äußerst erfolgreich im West End und ich war zunächst sehr traurig darüber, dass ich es nicht mehr geschafft habe, mir das berühmte Musical anzuschauen. Marie und Simon haben also das perfekte Geschenk gefunden 🙂 Ich bin schon richtig gespannt!

Übermorgen kommen die Eltern meiner Gastmutter zu Besuch, um sich von mir zu verabschieden. Ich habe die beiden in den vergangenen neun Monaten ja das ein oder andere Mal getroffen, zuletzt auf dem Geburtstag meines Gastgroßvaters, und mich oft mit ihnen unterhalten. Die beiden sind wirklich total nett, meine Gastgroßmutter hat sogar angerufen und sich nach mir erkundigt als ich krank war, und sie haben gesagt, ich soll in Kontakt bleiben, süß! Ich werde auf jeden Fall mal eine Postkarte schicken.

Am Freitag muss ich mich dann von meiner besten Freundin in England, Susmita, verabschieden. Das wird sicherlich nicht leicht… Wir werden den Tag zusammen in Londons China Town verbringen, durch die Geschäfte schlendern, ins Kino gehen und dinieren. Und natürlich viele schöne Erinnerungsfotos machen.

Am Samstag heißt es dann packen, bevor am Sonntag mein Flug nach Deutschland geht. Bis dahin bleibt allerdings noch das Gepäckproblem zu lösen. Ein 10kg schweres Paket über das Post Office nach Deutschland zu schicken, kostet über 50 Pfund (1Pfund=1,3Euro) und mit knapp 50 Kilo Übergewicht brauche ich am Flughafen gar nicht erst antanzen. Nach endlos langem Hin- und Hertelefonieren, Studieren von zahllosen Broschüren verschiedener Lieferservice und dem Packen von vier Paketen habe ich den Gepäckstress hoffentlich bald im Rahmen des Bezahlbaren hinter mich gebracht…

Tja, jetzt bleibt mir wohl nichts anderes zu sagen als „See you soon!“ 😉

Hier ein kleines Résumé der englischen Eigenarten, die mir im Laufe meines Austauschjahres aufgefallen sind. Viel Spaß 😉

 

Engländer sind nicht, wie so mancher wohl glaubt, vom Wetter besessen. Nein, die Inselbewohner halten schlicht und ergreifend gerne mal ein bisschen Small Talk. Am Anfang dieser kurzen Gespräch steht oft das berühmte „How are you?“ und unverfängliche Themen wie das Wetter sind immer willkommen.

 

Busfahrten in Großbritannien sind ein Erlebnis für sich: Auf der zweiten Etage ganz vorne hat man einen wahren Panoramablick mit Vogelperspektive auf den Straßenverkehr. Die zweistündige Fahr von Tunbridge Wells nach Brighton beispielsweise bietet eine geniale Aussicht auf Felder, Hügel und Wälder. Selbstredend bedankt man sich als gescheiter Engländer nach solch einem Erlebnis beim Busfahrer 😉

 

Das britische Schulsystem hat wenig mit dem deutschen gemein. Einige der schwerwiegendsten Unterschiede sind die schulspezifischen Uniformen, die unfassbar gute Ausstattung der Schulen und natürlich die Oberstufe. Die Sixth Former dürfen drei bis fünf Fächer wählen und müssen sich dabei mit keinem einzigen Pflichtfach plagen. Meist sehen die Stundenpläne der Schüler sehr unakademisch aus und bestehen nur auf Fächern wie Kunst, Musik, Theater, Musical, Fashion und Fotografie.

 

Auch zu Hause bei meiner Gastfamilie sind mir ein paar ungewöhnliche Details ins Auge gesprungen. Wir haben zum Beispiel keine Klingel- die Hunde bellen, wenn jemand den altmodischen Türklopfer benutzt- und keine Mikrowelle! Außerdem scheint das Duschwasser gechlort zu sein. Ich komme mir immer vor wie im Hallenbad 😀

 

Was mich als Matheschüler in England sehr genervt hat, war die Tatsache, dass es hierzulande kein kariertes Papier gibt. Selbst meine Matheprüfungen musste ich in einem linierten Heft niederschreiben.

 

Im englischen Fernsehen existieren jeweils zwei Kanäle, die eine Stunde versetzt das exakt gleiche Programm zeigen. Sehr praktisch, wenn man die Lieblingssendung verpasst oder sich das Kricketmatch, das man unbedingt schauen will, mit dem lang ersehnten Blockbuster überschneidet.

 

Für den gemeinen Briten scheinen Verkehrsregeln wohl nur Vorschläge zu sein. Wenn die Ampel von Rot auf Orange blinkend umspringt, was so viel heißt wie „Du darfst losfahren, wenn kein Fußgänger mehr in Sicht ist“, sollte man als Straßenüberquerer die Beine in die Hand nehmen. Auch auf den guten alten Zebrastreifen ist hier kein Verlass. Mir ist es schon passiert, dass ich in einer Zone 30 vor einem Fußgängerüberweg warten musste, bis drei Autos mit gefühlten 50 km/h an mir vorbei gerauscht waren. Geschwindigkeitsbegrenzungen scheint man hier auch nicht allzu ernst zu nehmen. Zwar blinken mancher der Straßenschilder, wenn man zu schnell fährt, manche bitten sogar „slow down“, doch Blitzanlangen wären effektiver, aber das ist wahrscheinlich meine deutsche Sicht der Dinge 😀

 

Als großer Musicalfan habe ich mir natürlich die ein oder andere Show in London angesehen. Über vierzig Produktionen hat das Westend zu bieten und neben der Qualität von Schauspiel, Gesang und Bühnenbild verblasst so manches Stück in Deutschland. Was mich jedoch stört ist der mangelnde Respekt des Publikums. Vielleicht hat es mit den teilweise recht erschwinglichen Preisen der Karten zu tun, doch immer wieder habe ich das Phänomen beobachtet, dass sich kaum ein Besucher chic anzieht. Gut, diese Tatsache stört mich selbstredend nicht, aber es zeigt, dass es für viele nichts Besonderes ist, ins Musical zu gehen. In Deutschland gilt die Regel: Wer zu spät kommt, muss bis zur Pause warten, um in den Saal gelassen zu werden. In England hingegen kann jeder kommen und gehen wie’s beliebt und ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass die grellen Taschenlampen der Platzanweiser, das hektische Getuschel der Neuankömmlinge und die eventuellen Streitigkeiten um einen bereits besetzten Platz ein gigantischer Störfaktor sein können. Besonders, wenn die komplette Reihe vor einem aufstehen und sich neu sortieren muss. Das Essen im Musicalhaus ist übrigens auch erlaubt, ja sogar erwünscht, denn vor der Vorstellung werden Popcorn und Eis verkauft. Wie im Kino 🙂

 

Apropos Kino: Wer in England einen 3D Film schauen möchte, muss sich die notwendigen Brillen selber kaufen. Dementsprechend sind sie auch von besserer Qualität als die in Deutschland. Für mich jedoch ist diese Regelung fatal, da ich es immer wieder schaffe, meine Brille zu Hause zu vergessen…

 

Das England angeblich alles teurer ist, war mir vor meinem Austauschjahr schon zu Ohren gekommen. Die englische Post hat es dann aber doch auf die Spitze getrieben: Um ein 50 Kilo schweres Paket nach Deutschland zu schicken, bezahlt man 50 Pfund (80 Euro)!

 

Ich weiß nicht, warum, aber Engländer sind felsenfest davon überzeugt, sie gehörten nicht zu Europa.

 

Was dem Deutschen der Fußball ist dem Engländer das Kricket. Die Regeln sind anscheinend recht kompliziert, doch mein kleiner Gastbruder, Ben, hat sich bemüht, mir die Grundregeln zu erläutern. So viel habe ich verstanden: Der Batsman (nicht Batman^^) schlägt, den vom Baller geworfenen Ball, welcher dann vom Catcher gefangen wird. An dieser Stelle werde ich euch nicht mit vagen Halbwahrheiten langweilen 😉

 

Englisches Wetter ist nicht schlecht, sondern wechselhaft. Sehr wechselhaft. Der Himmel mag noch so blau und wolkenlos sein, die Sonne mag noch so strahlen: Verlasse das Haus niemals ohne Regenschirm! Außerdem ist es äußerst windig auf der Insel.

 

Jeder zweite Laden in einer Englischen Fußgängerzone (High Street) ist entweder ein Charity Shop oder ein Frisör.

 

Man findet im Englischen auf Dauer das ein oder andere Wort, das einem aus dem Deutschen bekannt vorkommt. Beispiele sind Zeitgeist, Poltergeist, Weltanschauung, Bildungsroman, Handstand, to abseil (abseilen), Blitzkrieg, Bratwurst, Pretzel (Bretzel), Doppelgänger und natürlich Leberwurst, Lebkuchen und Lederhosen, nicht zu vergessen die berühmt berüchtigten Schnitzels und Sauerkraut 😀

 

Zwar bezeichnet das Wort Pudding nicht das, was wir unter Pudding verstehen, sondern Nachtisch an sich, bei „Blackpudding“ handelt es sich allerdings um keine Süßspeise- im Gegenteil! Blackpudding ist typisch englische Traditionskost, erinnert vom Aussehen her an einen Eishockeypuck und besteht aus Blutwurst. Und Engländer halten Leberwurst für abartig…?

 

Engländer schreiben die Zahl eins als simplen Strich. Die eins mit dem Häkchen, wie ich sie gerne zu schreiben pflege, wird gnadenlos als sieben gelesen.

 

In England darf Alkohol jeglicher Art erst ab dem achtzehnten Lebensjahr konsumiert werden. Ohne Frage habe ich mich in den vergangenen Monaten an diese Regel gehalten. Dass es mir dann jedoch auf Grund meiner Minderjährigkeit verwehrt wurde, eine Bastelschere zu kaufen, fand ich doch etwas übertrieben…

 

Zum Schluss noch ein bis heute ungelöstes Mysterium: Viele englische Waschbecken haben zwei Wasserhähne, die bis zu zwanzig Zentimeter voneinander entfernt sind. Aus dem einen kommt eiskaltes, aus dem anderen kochend heißes Wasser. Bis heute habe ich noch keine effektive Technik zum gescheiten Händewaschen entwickeln können, bin aber offen für konstruktive Vorschläge 😉

 

 

So, das war’s erstmal mit den Eigenarten der Engländer. Ich hoffe, ihr habt euch amüsiert 🙂

Kaum zu glauben, dass ich nun auch meine letzte reguläre Photography Stunde hinter mir habe! Noch eine Woche Ferien, weitere sieben tage Study Leave und ein Exam, dann komme ich schon nach Hause: Es scheint unfassbar, dass sich mein Austauschjahr nun so plötzlich seinem Ende zuneigt. Manche der anderen Austauschschüler haben sich schon in Richtung Heimat verabschiedet… und ich habe noch immer keine Ahnung, wie ich mein ganzes Gepäck nach Deutschland kriegen soll! 😀

Meine letzte Fotografiestunde war jedenfalls ein gebührender Abschluss für mein Lieblingsfach. Wir haben uns mit ein paar Models aus der Fashionklasse in einem richtigen Fotostudio getroffen und ein professionelles Shooting mit selbstdesigneten Kleidern, Scheinwerfern, Ventilatoren, hochmodernen (und gigantisch schweren!) Linsen und allem drum und dran veranstaltet. Dabei konnten wir zeigen, was wir in dem Jahr gelernt hatte, uns gleichzeitig aber auch ein paar Kniffe und Tricks vom Meister selbst abschauen. Der Besitzer des Studios, ein renomierter Fotograf, war nämlich während des ganzen fünfstündigen Shootings anwesend, um uns das Equipment zu erklären und mit kreativen Ideen auszuhelfen. Ich hatte eine Menge Spaß und auch die anderen Schüler fanden den Tag sehr interessant und lehrreich. Somit hat sich mal wieder gezeigt, dass es sich gelohnt hat, Fotografie zu wählen, da ich nicht nur schöne Fotos und drei Sketchbooks voller Arbeit, sondern auch neue Fähigkeiten und viele schöne Erinnerungen mit nach Hause bringen werde.

Ich werde ein paar meiner Lieblingsbilder, die ich im Studio geschossen habe, hochladen und hoffe, sie gefallen euch 😉

Tja, das englische Schulsystem: Immer für eine Überraschung gut! Bereits vor einige Wochen fiel in der Schule das erste Mal der Begriff „Study leave“ und meine Mitschüler haben mir erklärt, dass es sich dabei um häusliche Studientage vor den Examen handelt. Super, dachte ich, ein langes Wochenende vor der Arbeit; dann kann ich noch mal in aller Ruhe meine Notizen durchgehen. Dass es sich bei „Study leave“ allerdings um einen vierwöchigen Zeitraum, einen ganzen Monat! handelt, ist mir vor kurzem erst klar geworden. Und dann kam schon mein letzter Schultag, denn die Examszeit zieht sich bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland. Die letzten regulären Unterrichtsstunden habe ich also schon hinter mir. Inzwischen werde ich immer öfter daran erinnert, dass sich mein Austauschjahr langsam aber sicher dem Ende zuneigt. Nur noch 23 Tage bleiben mir hier in England. Heute kam schon der Brief von Sonja, der Austauschschülerin fürs nächste Jahr. Auf der einen Seite ist es ein sehr seltsames Gefühl zu sehen, wie sich meine Gastfamilie auf meine „Nachfolgerin“ vorbereitet, auf der anderen Seite macht es mich aber auch mächtig stolz, dass sie sagen, sie würde mich am liebsten hier behalten. Mein Gastvater hat heute beim Abendessen gesagt „Die nächste Austauschschülerin wird es sehr schwer haben- sie ist halt nicht Katja!“ Die Hunde scheinen das ähnlich zu sehen: Ruby hat den Brief der neuen Gastschülerin prompt aufgegessen!

Im Moment stecke ich mitten in den Vorbereitungen für meine Prüfungen und arbeite parallel weiter an meinen Fotografieprojekten, da ich in dem Fach keine Arbeiten schreibe. Und heute hatte ich sogar schon mein erstes Exam! Mathe stand auf dem Plan, genau wie nächste Woche Donnerstag- nein, ich weiß auch nicht, warum man in England im Abstand von sechs Tagen zwei Prüfungen im selben Fach schreibt 😀 Meine allererste Sommerprüfung lief jedenfalls ganz gut und dank „Study leave“ kann ich mich jetzt voller Elan in die Vorbereitungen auf die nächsten stürzen. Es lebe das englische Schulsystem! 😉

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, ihr alle hattet schöne Osterferien! Meine Easter Holidays waren fantastisch! Ich hatte ein paar sehr schöne Abende mit meiner Gastfamilie und habe natürlich in vollen Zügen das Highlight meiner Ferien genossen: Den Besuch von Lisa und Jessica.

Was das Zusammenleben von mir und meiner Gastfamilie angeht waren die Osterferien eine recht turbulente Zeit. Gleich zweimal durfte ich zu Geschenkpapier und Schleife greifen, denn sowohl meine Gastmutter als auch mein Gastvater feierten- nur wenige Tage nacheinander- ihren Geburtstag. Ich habe für beide jeweils Schokolade und eine DVD gekauft, die wir uns abends zusammen angeschaut haben- das ist in den Ferien zu einem richtigen Ritual geworden. Fast jeden Abend saßen wir zusammen Filme geschaut. Natürlich kamen anlässlich der Feierlichkeiten auch meine Gastgroßeltern, die ich mittlerweile schon sehr gut kenne, zu Besuch und wir sind zusammen indisch essen gegangen. Engländer lieben indische Gerichte. Wer bis jetzt glaubte, Fish ’n Chips sei die englische Nationalspeise, lag falsch: Es ist Curry! Der Abend hat mir sehr gut gefallen und einen gelungenen Tag gebührend abgerundet, denn zuvor waren wir an die Küste nach Margate gefahren um zusammen mit einer Freundin der Familie die Turner Kunstgalerie zu besichtigen. Natürlich ließ die ältere Dame es sich nicht nehmen uns auf eine Tasse Tee in ihren Garten einzuladen. Als sie uns alle um ihren Gartentisch platziert hatte, entfuhr der englischen Lady folgender bizarrer Satz „Oh, I’ll quickly take my knickers down!“- Ich nehme schnell meine Schlüpfer von der Wäscheleine! 😀

Am Ende meiner ersten Ferienwoche, sind Jessica und Lisa dann endlich angekommen. Ich habe sie Sonntagnacht in London getroffen und wir haben die folgenden zwei Tage mit einem Powersightseeingprogramm (ich bin grade ehrlich überrascht, dass mein Wordprogramm diesen Begriff zu kennen scheint…) verbracht: Wir haben eine Bus- und eine Bootstour mitgemacht, bei bezauberndem Wetter nach einem Spaziergang entlang der Themse im St. James’s Park gepicknicked, ein herrliches Buffet in China Town genossen und natürlich Big Ben, Buckingham Palace und Co gesehen. Außerdem haben wir uns zwei Stunden Zeit genommen, um St Paul’s Cathedrale zu besichtigen. Die 111 Meter hohe Kirche liegt auf dem Ludgate Hill, dem höchsten Punkt von London und bietet nicht nur Möglichkeit an den Messen teil zu nehmen, sondern auch, sie mit einem Audioguide ausgestattet zu besichtigen. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen, die 528 Stufen zu erklimmen und von einer Plattform nahe der Spitze der Kuppel einen fantastischen Ausblick auf London zu genießen. Das Wetter war bezaubernd, man konnte ganz London von oben bewundern und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass die Kathedrale es voll und ganz mit dem London Eye aufnehmen kann! (Und man bezahlt als Schüler nur 4 Pfund, statt 20)

Natürlich mussten wir uns in der Stadt der freien Museumseintritte auch etwas bilden und haben dem Natural History Museum eine Stippvisite abgestattet. Es war mein dritter Besuch dort und ich habe noch immer nicht alles gesehen; es ist einfach unfassbar groß! Da wir nicht allzu viel Zeit zur Verfügung hatten, haben wir uns voll und ganz der berühmt berüchtigten Dinosaurierausstellung gewidmet. Und ich muss sagen, „Nachts im Museum“ hat nicht zuviel versprochen: Die Ausstellung war interessant, vielseitig und amüsant. Von Dinosaurier Modellen über Skelette und Filme bis hin zum Highlight, einem sich bewegenden Dino in Originalgröße! Sogar das Gesicht hat sich bewegt und man konnte es brüllen hören! Ich kann mich an dieser Stelle nur wiederholen und das Museum wärmstens weiterempfehlen. Sogar für mich, jemanden, der mit Urzeitgetieren normalerweise nichts am Hut hat, war das Museum mal wieder sowohl lehrreich als auch „entertaining”.

Und wo wir schon mal in der Gegend waren, haben wir die Gelegenheit am Schopfe gefasst und Jessicas Wunschtraum erfüllt: Einmal durch Harrods schlendern und ein bisschen shoppen. Harrods ist ein gigantisches Luxuseinkaufscenter, das wirklich alles zu bieten hat: Kleidung, Schmuck und Schuhe, Kosmetik, Sportausrüstungen und Souvenirs, und natürlich Feinkost. Die längste Zeit haben wir wohl in der Süßwarenabteilung verbracht und Cupcakes, Schokolade in allen Variationen und andere Herrlichkeiten bestaunt. Natürlich alles handgefertigt und von bester Qualität. Man konnte den Mitarbeitern sogar beim Herstellen der Leckereien über die Schulter schauen. Doch am meisten fasziniert hat mich wohl das gigantischste Osterei, das ich je gesehen habe- oder vielmehr der Preis: rund 800 Pfund war das gute Stück wert!

Insgesamt lässt sich der Besuch und Lisa und Jessica als durchweg gelungen bezeichnen. Wir haben eine Menge erlebt und konnten unsere gemeinsame Zeit in London bei genialem Wetter in vollen Zügen auskosten. Ich habe mich riesig gefreut, die beiden wieder zusehen und auch meine Gasteltern waren ganz angetan von meinen lieben Freundinnen 🙂

 

Umso mehr freue ich mich darauf, alle meine Lieben bald wieder um mich zu haben, werde aber nun doch etwas wehmütig bei dem Gedanken, London und vor allem meine Gastfamilie, die mir inzwischen schon ans Herz gewachsen ist, bald zu verlassen…

 

Hier habe ich jetzt noch ein witziges Extra für alle, die sich schon mal gefragt haben, wie denn eigentlich der Buckingham Palace von innen aussieht. Auf dieser Website kann man eine virtuelle Tour durch die Räumlichkeiten der Queen machen:

 

http://www.royal.gov.uk/TheRoyalResidences/BuckinghamPalace/VirtualRooms/Overview.aspx

 

Jessica und ich hatten schon einen Heidenspaß damit 😉

 

Viel Spaß und ganz liebe Grüße!!

Endlich ist er da, der Tag, auf den man in England schon seit Monaten gespannt hingefiebert hat: Prinz William (dessen vollständiger Titel seit heute offiziell wie folgt lautet: His Royal Highness Prince William Arthur Phillip Louis, Duke of Cambridge, Earl of Strathean, Baron Carrickfergus, Knight of Gater- wir fassen zusammen: William ist also ein Prinz, Herzog, Graf, Baron UND ein Ritter!) und Kate (ab heute Catherine Elizabeth Duchess of Cambridge) geben sich das Ja-Wort. Seit Wochen gibt es in den Läden Fanartikel, unter anderem Stickersammelalben, Flaggen, T-shirts, Taschen, Teller, im Grunde genommen alles, worauf man die Gesichter von Kate und William drucken kann, zu erwerben. In Zeitschriften, Zeitungen und Fernsehprogrammen wird über das Kleid der Braut spekuliert und jede Bäckerei in England, die etwas auf sich hält, hat eine Königliche Hochzeitstorte im Schaufenster stehen. Auch unter den gemeinen Bürgern hat sich die Vorfreude breit gemacht. Natürlich wurde der 29.April prompt zum Bank Holiday, also Feiertag, erklärt. Somit bleiben die Schulen heute geschlossen und auch viele Erwachsene gehen nicht zur Arbeit. In einigen Nachbarschaften versammelt man sich zu Picknicks oder Straßenfesten und mit den ganzen fahnengeschmückten Häusern, dem Medienrummel, den stolzen Engländern, dich sich zum „Rudelgucken“ treffen, und den jubelnden Massen, dich sich vor Westminster Abby versammelt haben erinnert England zur Zeit stark an Deutschland während der Fußballweltmeisterschaft. Ich muss zugeben, der Gedanke, heute nach London zu fahren, hat mich schon gereizt. Schließlich heiratet der Enkel der Queen nicht alle Tage! Allerdings hat die Aussicht auf tagelanges Campen und Warten irgendwo am Straßenrand zwischen der Kirche und dem Buckingham Palace, nur um einen Blick auf die Prozession zu erhaschen und dabei von kreischenden Engländern zerquetscht zu werden, mich ziemlich schnell von meinem Vorhaben abgebracht. Auch meine Gasteltern meinten, vor dem Fernseher hat man mit Sicherheit einen besseren Blick auf die Hochzeitsgesellschaft in ihren witzigen Kostümen. Man achte hierbei besonders auf die Kopfbedeckungen der Damen. Die Spannweite reicht von klassischen englischen Hüten über huthähnliche Accessoires mit Federn, Schleifen und Perlen, die kunstvoll in die Frisur integriert sind, bis hin zu abstrakten Gebilden, die aus den Haaren hervorragen und sich einen Meter nach oben schlängeln…

Mit Sicherheit wird auch in den folgenden Tagen die Hochzeit noch bis ins kleinste Detail analysiert uns kommentiert bis in England wieder Ruhe einkehrt. Bis dahin genieße ich mein langes Bank Holiday Weekend und melde mich bald wieder mit einem Bericht der Osterferienereignisse.

 

Liebe Grüße

 

Katja 🙂

Hallo ihr Lieben

 

Endlich ist es soweit: Ich habe Osterferien!!

In der letzten Zeit ist eine Menge passiert, aber zum Bloggen komme ich aufgrund des Stresses leider erst jetzt. Hier also die Ereignisse der letzten Wochen im Überblick:

 

         Wie schon angekündigt habe ich ein Fotoshooting mit Susmita aber auch mit meinen Freundinnen Kenya and Sophie in der Schule gemacht. Es hat sehr viel Spaß gemacht und es sind eine Menge schöner und lustiger Fotos dabei herausgekommen.

         Mitte März ist mein Papa nach London gekommen und ich habe ihn dort getroffen. Das Wetter war gigantisch, wir hatten eine tolle Zeit und sind Sushi essen gegangen. Das wollte ich immer schon mal gemacht haben! Es ist total witzig; die kleinen Schälchen mit dem Essen fahren auf einem Band im Kreis an dir vorbei und du nimmst dir einfach, was dir gefällt. Wie ein Buffet, das zu dir kommt 😀 Und richtig gut geschmeckt hat es auch!

         Anfang April ging es auf Klassen fahr nach PARIS! Ich war richtig aufgeregt und voller Vorfreude. Leider wurde meine anfängliche Euphorie dann gedämpft, denn ich war recht krank und mir ging es die ganze Zeit über ziemlich dreckig. Hinzu kam, dass wir als Media Studies Kurs natürlich nicht zum Sightseeing da waren, sondern unsere Zeit auf einem Filmfestival verbracht haben. Das Festival bestand nur aus Filmen von eher unbekannten Regisseuren und Filmhochschulen, die wir uns angeschaut haben- von morgens 11 bis abends 10. Dass außerhalb des Kinos herrliches Wetter war, haben wir nur in den Pausen mitgekriegt. Abgesehen von der allerersten Vorstellung, die vom Regisseur selbst präsentiert und kommentiert wurde, haben mir die ersten Filme nicht sehr zugesagt. Die letzten drei Kurzfilme jedoch haben mir- obwohl sie allesamt sehr deprimierend waren- sehr gut gefallen. Im Großen und Ganzen war das Filmfestival zwar eine interessante Erfahrung, den Eifelturm hätte ich allerdings auch gerne gesehen… Aber was soll’s? Paris läuft ja schließlich nicht weg und ich komme garantiert wieder 🙂

         Die vergangene Woche war schulisch gesehen eine Art Endspurt, denn ich hatte zwei wichtige Deadlines. Für Englisch musste ich am Mittwoch meine Coursework bestehend aus zwei kreativen Texten (insgesamt 2500 Wörter) jeweils eine Analyse (à 500 Wörter) plus Bibliographie mit Recherchequellen einreichen. Das Thema war Dystopie und meine Texte handeln von totaler Kontrolle der Regierung/Rassismus und dem Ende der Welt. Meine Media Studies Deadline war am Freitag, hat aber nicht meine komplette Coursework sondern nur den Trailer umfasst. Daher hieß es am Ende der Woche noch mal Gas geben und nach fünf Stunden zermürbender Arbeit am Computer, bei der ich es regelmäßig geschafft habe jeglichen Fortschritt aus Versehen zu löschen, war ich mit dem Ergebnis relativ zu frieden. Ich denke nicht, dass der Trailer an die Filme der anderen Gruppen rankommt, aber wenn man bedenkt, dass es in meinem Fall eine Art ein-Mann-Projekt war und ich von Computern, Kameras und technischen Geräten generell keine Ahnung habe, ist es schon okay. Außerdem wird das Produkt sehr aufgewertet durch die enorme schauspielerische Leistung meiner lieben Opfer… ähm Freiwilligen. Den meistern Aufwand hatte wohl Meret, die ich über mehrere Wochen mit dem Projekt gepiesackt und sogar zum Filmen nach London geschleppt habe. Sie musste wie eine Irre Treppen rauf und runter rennen, bitterlich weinen und sich sogar von meinem Gastvater anbrüllen lassen. Simon hat nämlich den Bösewicht gespielt und durfte mit einem Weinglas voller Apfelschorle den betrunkenen Vater mimen. Außerdem hatte ich Unstützung von Martha und Bryan, die sowohl vor als auch hinter der Kamera vollen Einsatz gezeigt haben- meistens jedenfalls. Jetzt bin ich auf jeden Fall höchst erleichtert, dass der Trailer fertig ist und ich weder Angst haben muss, das Tape zu vergessen, die Daten versehentlich vom Computer zu löschen oder mich mit dem Stativ auf zu spießen.  Alles schon passiert.

         Das letzte signifikante Ereignis, über das es zu berichten gilt, ist gestern eingetreten und alles andere als erfreulich. Unsere liebe Martha hat uns verlassen und macht sich nun langsam aber sicher auf den Heimweg ins gute alte Deutschland. Zum Abschied sind Meret, Martha und ich zusammen frühstücken gegangen. Ein Treffen mit Hindernissen, da sowohl Martha als auch ich eine gute halbe Stunde zu spät kamen und die verzweifelte Meret ihr Handy nicht dabei hatte. Letztendlich haben wir uns aber doch noch gefunden und hatten ein sehr schönes sonniges Frühstück im Café. Meret hat als Abschiedsgeschenk von uns beiden eine Tasse für Martha bedrucken lassen. Darauf sieht man ein Bild von uns allen am Strand in Brighton und den poetischen Schriftzug „We will miss Martha“ Eigentlich sollte es „We will miss YOU Martha“ heißen, aber das haben die bejahrten Ohren des Tassenshopbesitzers wohl nicht ganz wahrgenommen. Dann gab es auch noch Geschenke von Martha für uns: Jeder hat ein großes Smarties-Osterei bekommen, mhmmm! Und für Vollblutvegetarierin Meret gab es zusätzlich eine englische Version vom Kleinen Prinzen und… HOTDOG-OHRSTECKER!! HaHa. (Nein, es waren natürlich Tofu-Hotdog-Ohrstecker) Ich habe übrigens total knuffige Panda-Ohrstecker bekommen. Wenig später ging es dann schweren Herzens zum Bahnhof und wir haben dem Zug hinterher gewunken, bis man die Lichter im Tunnel nicht mehr sehen konnte… Es war ziemlich traurig, aber Martha ist schließlich nicht aus der Welt und wir wohnen bald immerhin wieder im selben Land 🙂

         Jetzt habe ich noch meine ganzen Osterferien vor mir. Mittwoch, Donnerstag und Freitag muss ich leider noch mal in die Schule und etwas Arbeit aufholen, aber dann habe ich wenigstens- hoffentlich! – nachher nicht so viel Stress. Immerhin kommen noch drei Examen auf mich zu… Tja, und nächsten Sonntag ist es endlich soweit und Lisa und Jessica kommen mich aus Deutschland besuchen! Ich freue mich riesig darauf und stecke schon mitten in den Planungen. Musical, London Eye oder Sightseeing Tour…? Was wir tatsächlich gemacht und erlebt haben erfahrt ihr dann in meinem nächsten Blogeintrag 😉

 

Bis dahin: Viele liebe Grüße aus dem zurzeit herrlich sonnig- warmen England

 

Katja 🙂

Letztes Wochenende- am Samstag um genau zu sein- habe ich mich mit Susmita, einer nepalesischen Freundin, zum Kochen getroffen. Der Tag war herrlich, zum ersten Mal ist es hier richtig warm geworden und die Sonne hat geschienen wie schon lange nicht mehr. Nachdem ich ihr bei unserem letzten Küchenexkurs gezeigt habe, wie man Apfeltaschen backt, war es nun an der Zeit für sie, mir die nepalesische Esskultur etwas näher zu bringen. Beim Zubereiten einer Reis- und einer Nudelpfanne mit Gemüse fiel mir auf einmal auf: Moment „Frankfurters“? Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Tja, Lidl lässt grüßen. Und so haben es die deutschen Würste in das nepalesische Essen geschafft 🙂

Leider haben wir zwischendurch ganz vergessen, dass der Reiskocher noch in vollem Gange war, der dann übergekocht ist und meine Tasche, die ich leichtsinniger Weise auf der Arbeitsplatte hatte liegen lassen, durchnässt hat. Ich Glückspilz hatte meine neue Kamera allerdings nicht in der Tasche gelassen und auch ansonsten ist alles heile geblieben. Die restliche Essenszubereitung verlief dann ohne weitere Zwischenfälle und nach einer knappen Stunde hatte jeder einen Teller mit köstlich duftendem Essen vor sich stehen.

Zu meinem Glück sind die heimatimportierten Essstäbchen beim letzten Umzug verloren gegangen und so habe ich mich beim Verzehren  des Mahles nicht blamiert- davon abgesehen, dass ich die Schärfe der würzigen Nudelpfanne mit einem halben Liter Cola löschen musste. Das Essen war super lecker und da wir eine ganze Menge gekocht hatte, was sehr viel Spaß gemacht hat, haben wir zum Abendessen ein paar Stunden später die Reste aufgewärmt.

In der Zwischenzeit haben wir Filme geguckt (500 Days of Summer à sehr zu empfehlen!) und Susmita hat mir ihre klassisch nepalesischen Kleider- ich möchte sie fast als Festroben bezeichnen- gezeigt, die so ziemlich das genaue Gegenteil zum stereotypisch deutschen Dirndl darstellen. Leuchtend bunte Farben, Glitzersteine und Stickereien. Nicht zu vergessen das pompöse Stofftuch, das quer über die Schulter gelegt wird (Dafür gibt es bestimmt einen mir unbekannten Fachausdruck… Zur Verbildlichung: Es erinnert ein wenig an die Gewänder der alten Römer)

In der Schule steht uns ein Fotostudioset zur Verfügung, welches ich schon benutzt habe, um ein paar tolle Fotos von Meret für mein Media Studies Projekt (zwei Zeitungsartikel) zu machen. Wenn es sich zeitlich einrichten lässt, arrangiere ich bald mit Susmita ein Photoshooting in der Schule… 🙂

 

Das war’s erstmal wieder… Bye, bye!

Hallöchen 🙂

Im Moment ist es ziemlich stressig in der Schule. In Media Studies und Englisch stehen grade coursework an, was zwar eine Menge Arbeit, aber total interessant ist.

Heute war ich mit Meret in London, um für mein Mediaprojekt, einen zweiminütigen Trailer, zu filmen. Das Genre ist Teenagedrama und sie spielt ein Mädchen, das von zu Hause nach London ausreißt, um Pianistin zu werden. Ich habe sie im Zug, in der U-Bahn und auf der Westminster Bridge vor den Houses of Parlament aufgenommen, was gar nicht so einfach war mit der Menge an Touristen. Hingegen der Sorge meines Gastvaters wurden wir glücklicherweise nicht für spionierende Terroristen gehalten und verhaftet.

Später sind wir zurück nach Tonbridge gefahren und haben eine Szene mit Simon gedreht, der den „bösen“ alkoholsüchtigen Vater spielen durfte. Er war wirklich engagiert und man könnte sagen, er ist voll in der Rolle aufgegangen. Im Endeffekt war es so witzig, dass es mir schon fast Leid tat, dass er so einen kleinen Part hatte. Ich bin seit über zwei Wochen regelmäßig am Filmen, was eine Menge Organisation, Freizeit und Geduld erfordert hat. Nachdem der Plot geplant und das Storyboard geschrieben war, galt es, Freiwillige zusammenzutrommeln. Inzwischen sind all meine Freunde leicht angenervt und nicht gut zu sprechen auf das Thema Trailer. Zum Glück sind fast alle Shots im Kasten, wie wir Fachleute sagen (höhö) und nächste Woche kann das Editing beginnen. Außerdem muss ich zwei Magazinartikel dazu schreiben und designen. Juhu. Illegalerweise ist meine Recherche, die schon lange, lange fertig sein sollte, immer noch unvollständig und muss noch nachgeholt werden. Außerdem folgt dem ganzen eine ausführliche Evaluation.

Für meine Englisch (Sprache und Literatur) coursework muss jeweils ein kreativer Text zum Thema Dystopia (Gegenteil von Utopia) für eine Zuhörerschaft und eine Leserschaft verfasst werden, was sich natürlich für einen nicht Muttersprachler ziemlich schwierig gestaltet, da bei der Bewertung der Arbeiten keine Rücksicht darauf genommen wird. Zusätzlich muss ich im Mai mein Januarexam nochmal schreiben. Ich habe leider nur ein E, also eine 5, bekommen, was eine ziemliche Enttäuschung war, aber wie man so schön sagt ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und zwischen Anfang Januar und Ende Mai liegen immerhin fast fünf Monate, in denen man eine Megen dazulernen kann. Als Ausgleich habe ich sowohl in Mathe als auch in Media Studies ein B erreicht, worauf ich ziemlich stolz bin, da mir besonders Media Studies am Anfang sehr schwer gefallen ist.

Zusätzlich zu Englisch und Media coursework muss ich natürlich immer noch für Fotografie an meinem mittlerweile dritten Projekt arbeiten, was super viel Spaß macht, da es viel Freiraum für Kreativität lässt. Grob gesagt geht es darum, ein Albumcover für einen Band unserer Wahl zu gestalten und im Moment machen wir einen Menge Experimente in der Dunkelkammer. Ach ja, und dann sind da noch die drei (!) Matheexamen, die im Mai auf mich zu kommen. Darüber, dass ich am Anfang des Schuljahres dachte, mit nur vier Fächern hätte ich kaum Arbeit, kann ich inzwischen nur noch lachen. Trotzdem bin ich froh, dass ich auf diesem Wege so viele neue Erfahrungen sammeln und neue Dinge ausprobieren kann.

Voraussichtlich wird der nächste Monat etwas ruhiger, denn im April habe ich dank der Osterferien und der Königlichen Hochzeit nur acht Tage Schule. Dann wird wieder gereist und neue Gegenden werden erkundet!

Bis dahin hält mich aber die Schule vorerst auf Trab und aus diesem Grund ist der Eintrag jetzt auch zu Ende (obwohl es noch so viel mehr zu erzählen gibt), aber ich versuche, weiterhin regelmäßig zu bloggen.

 

Liebe Grüße aus dem sonnigen und gleichzeitig regnerischen England

 

Katja 🙂