Da hatten wir eine ganze Woche Sonnenschein und nun drohte uns das Wetter am letzten Tag des Wickeder Frauenmärzes einen Strich durch die Rechnung zu machen. Aber mit einer solch’ freudigen Aktion konnte Petrus letztendlich nur ein Einsehen haben. Die Witterung hielt durch bis zum Aufräumen, bis zu dem Zeitpunkt, da der Regen den Postkarten und all den begeisterten SchreiberInnen nichts mehr anhaben konnte. Denn da waren die Karten schon auf der Post und so auf dem Weg zu ihren EmpfängerInnen. Vorbereitet hatten wir für diesen Morgen 250 Postkarten, kunst- und liebevoll gestaltet mit Bildern aus Zeitschriften, sinnigen Texten, eigenen Fotografien und Malereien    und dank Sponsoring durch Wickeder Geschäftsleute und Künstlerinnen bereits frankiert. Wir rechneten nicht damit, dass unsere Werke einen derart reißenden Absatz finden würden, dass bis zu Ende der Aktion nurmehr sieben Karten übrig blieben und nun, da ich diesen Text verfasse, alle Karten verschenkt sind.  Ja, das hatten wir von Anfang an vor – die Karten zu verschenken. Was denn auch beträchtliche Verwunderung bei manchen Menschen hervorrief: „Ja, gibt’s denn das heutzutage noch, dass etwas verschenkt wird?“ Wofür wird denn damit Werbung gemacht?“ Unserer Versicherung, dass keinerlei Hintergedanken mit der Aktion verbunden seien, wir die Karten weder zu unserer „Erheiterung“ lesen noch die Adressen für Werbezwecke sammeln wollten, folgte so mancher ungläubige Gesichtsausdruck. Nun muss ich ja schon zugeben, dass es (Hinter-)Gedanken gab: Wir beabsichtigten den Menschen mit unseren Karten eine Freude zu machen, eine Freude, die sie sodann postwendend an die AdressatInnen ihrer Grüße weitergaben. Die ganze Veranstaltung könnte also dann sozusagen doch als Werbung für gesteigerte Lebensfreude identifiziert werden. Und diese Lebensfreude war nun auch wirklich an den Schreib(e)tischen zu erleben. Mit Sorgfalt und Begeisterung wurden Karten ausgewählt und mit Adressen und Texten versehen. Viele freuten sich über die nette Gelegenheit, da man/frau ohnehin viiieeel zu selten solche Grüße versende. Da wurde erzählt und gelacht, weitere SchreiberInnen wurden herbeigerufen und angeworben. Selten war der Stand einmal für eine kurze Verschnaufpause mehr oder weniger verwaist. Vielen gefiel die Idee, solche selbst gemachten Postkarten zu verschenken – ganz entgegen dem üblichen Trend, aus allem nur greifbarem Geld zu machen. Wer nicht ganz ohne Zahlung von dannen gehen wollte, konnte spenden. So konnte der Dortmunder Tabu e.V.  heute nochmals 40 Euro aus dem Wickeder Frauenmärz erhalten – auch dies hoffentlich ein kleiner Beitrag zu mehr Lebensfreude.  Alles in allem kann ich nur sagen, solche Aktionen machen mir Freude und ich habe große Lust, eine solche in ein oder zwei Jahren zu wiederholen – natürlich im Wickeder Frauenmärz, an dem mich vor allem das Engagement und die Solidarität der Wickeder Frauen begeistert – und die Veranstaltungen, von denen ich leider viel zu wenige besuchen und genießen konnte. Naja, der nächste Wickeder Frauenmärz kommt bestimmt. Und für den diesjährigen ein ganz dickes Dankschön an unsere Gleichstellungsbeauftragte Elvira Biekmann, die die Wickeder Frauen nun schon zum zweiten Mal zu diesem wunderbaren Aktionsmonat zusammengebracht hat und deren Kooperation und Unterstützung ich als sehr wohltuend empfunden habe. Danke Elvira !!!Danke allen Wickeder Frauen, die diesen Frauenmärz mitgestaltet und bereichert haben. Und Danke an die Frauen des Projektes „Frauen für Schreibkultur“. Ich freue mich auf unsere nächste Idee. Ganz herzliche GrüßeUmna Schüll