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Was haben denn Schützenbruderschaften mit Fronleichnam zu tun? Diese Frage wird sich sicher mancher Leser stellen. Wenn man von der falschen Annahme ausgeht, dass Schützen von schießen hergeleitet wird, ist dies mehr als verständlich. Die Schützenbruderschaften unseres heimischen Raumes wurden aber ursprünglich zum Schutz der Heimat vor eindringenden Feinden gegründet. Als dies nicht mehr notwendig war, hat man sich dem Schutz der Werte

 

                                   „Glaube – Sitte – Heimat“

 

verschrieben. Diese Werte sind auch auf jeder Schützenfahne zu lesen. Sicherlich ganz bewußt steht der Glaube an erster Stelle. So haben die Schützen im katholischen Kurkölnischen Sauerland schon immer eine enge Verbindung zur Kirche gehabt. Nach außen hin wurde diese Nähe vor allem dadurch dokumentiert, in dem man dem Herrn im hl. Sakrament Schutz und Ehrengeleit bei den Prozessionen gab. Diese Tradition ist bis heute erhalten. Für alle, die es bis Schützenfest kaum noch abwarten können: unser ursprüngliches Hochfest steht kurz bevor. In unserer früheren Satzung hieß es: „höchstes Fest im Jahr ist das Fronleichnamsfest, an dem sich alle Schützenbrüder an der Prozession beteiligen“. Die Jüngeren werden es wahrscheinlich nicht glauben, aber dieser Satz wurde ernst genommen. Gerade in diesem Jahr, in dem wir das erste Mal Fronleichnam im Pastoralverbund Wickede (Ruhr) gemeinsam feiern, rufen wir alle Schützenbrüder auf, sich an der Prozession zu beteiligen. Wer soll den Kindern und Jugendlichen mit gutem Beispiel vorangehen, wenn nicht wir Schützenbrüder?

 

Zeigen wir doch, dass wir nicht nur Feste feiern, sondern auch feste beten und singen können!

 

Manfred Neuhaus

Unser Präses Pastor Ferber schreibt in seinem dritten Blogbeitrag über den Schützennachwuchs:

Es ist schön, dass sich auch Kinder für das Schützenwesen begeistern lassen. Bei leider nicht so tollem Wetter wurde am Samstag, 18.06.2011,  das Kinderschützenfest der Schützenbruderschaft St. Johannes Wickede – Wiehagen ausgerichtet. Es war in der Halle eine tolle Stimmung. Die kleinen Schützenschwestern und – brüder waren mit Begeisterung dabei. Es war auch schön, die Eltern zu beobachten, wie mitzitterten, wer nur Kinderschützenkönig bzw. – köngin wurde. Aus der Zeitung wissen wir, dass es Svea geschafft hat. Herzlichen Glückwunsch, liebe Svea und so wünsche dir ein tolles Jahr als Kinderschützenkönigin.

Es scheint mir, dass wir mit solchen Veranstaltungen Kinder und junge Menschen an das Schützenwesen langsam heranführen können. Unsere Schützenbruderschaft richtet ja bekanntlich am 24. Juni das Jungschützenfest aus.

Junge Menschen an das Schützenwesen heranführen, das heißt für mich: sie zu begeistern für "Glaube-Sitte-Heimat".
Das sind Werte, die wir in die Zukunft tragen müssen. Oder wie wir es auf christliche Formel bringen können: Gottes- und Nächstenliebe. Das ist übrigens das wichtigste Gebot: Du sollst Gott und deinen Nächsten lieben.

Mit dem Schützenwesen können wir einüben: dass Gott unser Lebensmittelpunkt ist und dass es darum geht, die Liebe Gottes an unsere Mitmenschen weiterzugeben.

Darum passt sicherlich das Lied von Herbert Grönemeyer, der einmal sang: "Kinder an die Macht". Helfen wir alle mit, dass unsere Kinder sich  angenommen wissen und geliebt sind und dass sie einen wichtigen Platz in unserer Gesellschaft haben.

Solche Veranstaltungen wie das Kinderschützenfest tragen hierzu bei.

Mit herzlichen Schützengrüßen      
Ihr Präses Heribert Ferber

Unser Schützenoberst Gerhard Beckenbauer schreibt über seinen Besuch auf dem Schützenfest in Voßwinkel

Am vergangenen Sonntag haben wir das Schützenfest der befreundeten Nachbarschützenbruderschaft in Voß-winkel besucht. Dieser gegenseitige Besuch zum Fest hatschon eine  lange Tradition.

14:00 Uhr war Antreten zum Festumzug. Da wir meinen,dass die Schützen bei diesen Anlässen auch immer ihr Dorf repräsentieren, waren wir natürlich mit einer großen Abordnung nach Voßwinkel gefahren.Unser Königspaar Hans-Werner und Monika Belz mit  Hofstaat, der Jungschützenkönig Timo Eickenbusch mit der Jungschützengruppe, die Fahnenabordnungen und der gesamte Vorstand waren vertreten.

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(Gute Laune in Voßwinkel: Oberst Beckenbauer und Hauptmann Henning an der Spitze des Echthauser Festzugs)

 

Aus meiner Sicht und auch aus der Sicht der Vorstandeskollegen  kann ich sagen, dass wir diese Nachbarschaftsbesuche sehr gerne wahrnehmen. Man kann, ohne große Verantwortung zu haben, unbeschwert mitfeiern und sich ohne Termindruck ausgiebig mit den Festbesuchern unterhalten und in Ruhe ein Bier trinken. Hierbei werden auch Erfahrungen ausgetauscht wie z. B. mit den Wimbernern, die ihr Schützenfest schon hinter sich haben. Der neue Brudermeister Gerry Schulte konnte von einem wunderschönen Schützenfest berichten.

Auch über die Eintritts- u. Getränkepreise wird gesprochen, Immer wieder sind Restaurationsbetriebe und Fahrgeschäfte Gesprächsthemen. Ich persönlich beobachte den Ablauf des Festes auf Neuigkeiten und Änderungen hin und frage mich, ob das eine oder andere  auch für unser Schützenfest in Echthausen geeignet ist. Zum Vergleich beobachte ich auch gerne den Ablauf der Ehrungen von verdienten Schützenbrüdern und Jubelkönigspaaren. 

 Um auf das Fest zurückzukommen:

Es war ein schöner, farbenfroher Festumzug ohne Regen….Die Stimmung war anschließend in der Schützenhalle bei guter Musik und Freibier wie schon beim Schützenfest in Wimbern ganz toll. Dazu trugen vor allen Dingen auch die anwesenden Königspaare bei.Besonders freut es mich, dass mein Schwager Hubert Rohde mit seiner Ehefrau Angelika in diesem Jahr das amtierende Königspaar in Voßwinkel ist. Am frühen Abend konnten wir noch mit mehreren Echthauser Kreisen die Sauerländer Quadrille mittanzen. Für einige von uns soll es noch sehr spät geworden sein.

Heute habe ich mir einen Tag Urlaub genommen und werde mir gleich das Vogelschießen ansehen. Nun blicken wir erwartungsvoll auf unser anstehendes Schützenfest, hoffen auf gutes Wetter sowie viele, frohgelaunte Festbesucher und freuen uns auch auf den Besuch der befreundeten Schützenbruderschaften.

 Gerhard Beckenbauer

(Schützenoberst)

  

 

Tolle Bilder vom Festzug hat Dirk Borutta gemacht. Diese kann man HIER bewundern…

 

Die Plakate hängen – man hat´s gesehen. Das Motto des Jahres lautet "das kriegen wir auf die Kette". Gemeint ist natürlich die Organisation des Schützenfestes – nach guter alter Tradition. Aber natürlich in erster Linie auch der aktuelle Königsorden.

Ordenbild-02
Mit viel Liebe zum Detail gefertigt von Sabine Schulte, zeigt der Orden ein Tenorhorn und symbolisiert damit die Verbundenheit von König Hans-Werner zum Musikverein Echthausen. Der Kiepenkerl symbolisiert das Münsterland: Heimat von Königin Moni. Wieder einmal ist Sabine Schultemit diesem Orden ein kleines individuelles Kunstwerk gelungen was zukünftig unsere Königskette ziert.

Plakat2011

 

 

 
Am kommenden Freitag ist es mal wieder soweit: Jungschützenfest im Golddorf!!! Das Fest hat sich etabliert. Immer wieder gern treffen sich alle, die es kaum noch bis zum „großen“ Schützenfest abwarten können. Sie schauen, ob das Zelt schon steht, die Zapfanlage unter dem Zelt auch richtig funktioniert und ob auch sonst alles in Ordnung ist. Und jedes Jahr geben sich die Jungschützen die größte Mühe, für alle ein schönes Fest zu veranstalten. Da laufen die Planungen schon Wochen vorher: Der Vogel wird in Auftrag gegeben, die Speisen und Getränke müssen bestellt, Einladungen an befreundete Jungschützengruppen, Königspaar und weitere Gäste ausgesprochen und viele weitere kleine Details müssen berücksichtigt werden. All das läuft in harmonischer und ungezwungener Atmosphäre.
 
In 2011 hat das Fest etwas Besonderes zu bieten: Die Jungschützengruppe feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Daher ermitteln alle ehemaligen Jungschützenkönige wieder ihren Kaiser. Wer wird Markus Topp folgen, der sich vor 10 Jahren diesen Titel sicherte? 20 Jahre Jungschützen zeigen aber auch, dass sich die Einrichtung dieser Gruppe für den Verein in vollem Umfang gelohnt hat. Sie sind mittlerweile aus dem Dorfleben nicht mehr wegzudenken. Die jungen Schützen beteiligen sich an den Aktivitäten des Vereinsrings,  führen zusammen mit dem Schützenvorstand jedes Jahr die Aktion „Sauberes Dorf“ durch und haben seit dem letzen Jahr auch die Pflege des Mariendenkmals am Friedhof zu ihren Aufgaben hinzugefügt. Auch nicht unwesentlich ist, dass schon 4 Schützenkönige vorher aktive Jungschützen waren oder es noch sind!
 
Neben dem Kaiser der Jungschützen wird es natürlich auch wieder einen neuen Jungschützenkönig geben. Timo Eickenbusch hat sich im letzten Jahr die Königswürde gesichert und sichtlich Spaß an dieser Aufgabe gehabt. Ein Dankeschön an Dich, Timo! Auch Dein Nachfolger wird mit Sicherheit ein schönes Jahr verleben.
 
Also auf zum Jungschützenfest am kommenden Freitag ab 19:00 Uhr unter dem Zelt an der Halle! Wie in den vergangenen Jahren begleitet von den Klängen des Musikvereins Echthausen. Als besonderer Leckerbissen werden in diesem Jahre belgische Crêpes angeboten – aber warten Sie nicht zu lange, denn das Angebot gilt nur solange der Vorrat reicht. Wer sich schon einmal ein Bild von dem „großen“ Vogel machen möchte, welchen er am Schützenfestmontag erlegen will, hat bei der Vogeltaufe durch unser amtierendes Königspaar Monika und Hans-Werner Belz die allerbeste Möglichkeit dazu.
 
Die Jungschützen freuen sich über Ihren Besuch!
 
Stefan Reszel

Eierbier gab es bis Anfang der siebziger in Echthausen auf dem Schützenfest.

Es diente vor allem als "Freibier" für die Frauen, denen das richtige Bier zu herb war. Der Zucker sorgte für den süffigen Geschmack und dafür das die Frauen schnell in Partystimmung gelangten. Vielleicht ein Grund warum die Zubereitung des Eierbiers irgendwann eingestellt wurde. Das Montagliche Mittagessen für die Schützenbrüder war stark gefährdet.

Das Rezept für 50 Personen gem. Dr Oetker Backbuch von 1932 :

Zutaten für 50 Portionen

  • 12 1/2 l Bier
  • 1000 g Zucker
  • 12 1/2 Zitrone, Schale davon
  • Zimt oder Ingwer
  • 25 Eigelb

Zubereitung:

Das Bier wird nach Geschmack gesüßt und mit etwas Zitronenschale, einem Stück Zimt oder Ingwer fast zum Kochen gebracht. Dann werden die verquirlten Eigelb hineingerührt und das Getränk schaumig geschlagen.

Unglaublich aber wahr. Im Sauerland gibt es echte Helden

Was am Montag­mittag beim Vogel­schießen der St.-Huber­tus-Schüt­zen­bru­der­schaft passierte, ist sicher sehr selten zu finden im Sauer­länder Schüt­zen­wesen. Nachdem das Züschener Vorstands­mit­glied Sebas­tian Wingen­bach vor vier Wochen in Silbach schon den Vogel abge­schossen hatte, konnte er sich die einma­lige Gele­gen­heit nicht entgehen lassen, auch in Züschen das hölzerne Wappen­tier aus dem Kasten zu holen.

 

Zu seiner Königin erkor der 26-jährige angehende Steuerberater natürlich wieder seine Freundin Sarah Zimmermann aus Silbach. Mit dem 554. Schuss gelang ihm der zweite Königstreffer innerhalb eines Monats.

Alois Schauerte wurde Vizekönig

Besonders freute dies auch den Musikverein Züschen, im 100. Jahr seines Bestehens, ein aktives Mitglied als Regent der Schützen zu feiern. Mit ihm unter der Vogelstange stand bis zum Schluss Alois Schauerte, der somit Vizekönig wurde.

Die Krone hatte zuvor schon Mike Welschhoff, das Zepter Jürgen Niggemann und den Apfel Richard Völlmecke geschossen. Bereits am Samstag wurde Sven Oberließen neuer Jungschützenkönig.

Ein rundum gelungenes Fest bei kühlerem, aber perfektem Schützenfest-Wetter, fand erst in den frühen Stunden des Dienstagmorgens seinen Ausklang. Der Musikverein Altenbüren war wieder ein Garant für beste Stimmung.

Unsere "rasende Reporterin" Christa Schulze blogt über Ihre Erinnerungen an das Echthauser Schützenfest unter dem Motto:

Schützenfest – früher und heute

Schützenfest – ja, das Wochenende kommt unaufhörlich näher und in meinen Ohren klingelt es schon. Ehrlich gesagt, ich höre schon die vielen Lieder, die die Musikkapellen spielen und natürlich die wunderschönen Melodien der einzelnen Quadrille – Stücke. Ich gehe natürlich auch in die Schützenmesse, weil sich die Messe mit Blasmusik auch viel schöner anhört und nach der Messe am Ehrenmal – da erklingen dann ganz besondere Stücke, die so ziemlich „ins Herz“ gehen. Bei „ich hatt einen Kameraden“ bekommt jeder schon ein bisschen Gänsehaut, oder?

Und das ist heute genau wie früher so
 – Schützenfest verbinde ich in erster Linie mit der Musik

Früher– für uns als Kinder war natürlich Schützenfest neben Weihnachten wohl das höchste Fest und es war ganz toll, wenn man von den Erwachsenen Süßigkeiten am Stand gekauft bekam, meist nach dem Kindertanz, wenn die Melodien alter Kinderlieder wie „Fuchs Du hast die Gans gestohlen“ ertönten und viele andere Lieder, die wir als Kinder im Kreis gemeinsam mit den Erwachsenen tanzen und „hopsen“ konnten.

Besonders freute ich mich als Kind, wenn meine „Groß“ Onkel`s – sei es Meyers Heine (Heinrich Meyer von der Schmiede) oder Bauerdick`s Kaspar, jeweils die Geschwister meiner Großeltern, mir Geld gaben nach dem Motto „Mächen, hier da kannse Dir was Schönes kaufen.“

Später – als Jugendliche war natürlich für uns der Montag der Höhepunkt mit den Fröschelkes und „Oh Du lieber Augustin“ (Ob man wohl in den Kreis kam und geküsst wurde?) und wenn man einerseits gerne weggelaufen wäre vor dem Eimer Wasser, aber es als gegeben hinnahm, wenn das Wasser über einem ausgeschüttet wurde.

Aber für mich war und ist in erster Linie die Schützenfestmusik, die Blasmusik, die dort auf dem Platz und beim Umzug und am Ehrenmal gespielt wurde, das Schönste.

Unvergesslich sind die vielen Stunden die ich als kleines Kind auf der Bühne zwischen meinem Onkel und seinem Nachbarn, einem „alten“ (in meinen Augen jedenfalls) Musiker – jedenfalls, wenn ich stundenlang zwischen den beiden „Tenorhörnern“ sitzen durfte. Dort konnte ich hautnah der Musik lauschen und auch auf dem Notenblatt lesen, wie das Stück hieß, das dort gespielt wurde. Es waren viele Märsche oder vielleicht Musicalstücke wie z:B. Melodien aus „My fair Lady“ und viele andere Musikstücke, die gerade aktuell oder die eben traditionell waren.

Montagmorgens saßen die Musiker natürlich draußen, da sich ja alles vor dem Zelt und auf dem Platz abspielte und ich saß, wenn ich wollte, dann auch bei der Musik. Die Musikkapelle hieß übrigens „Stadtkapelle Neheim“. Leider hat diese Kapelle sich schon vor vielen Jahren aufgelöst.

Und viele Jahre später war ich dann besonders erfreut und auch stolz, als mein Sohn sich sein Hobby aussuchte – er lernte mit 6 Jahren Trompete spielen, als Jugendlicher spielte er dann Horn und auch er spielte im Musikverein mit und so bot sich oftmals die Gelegenheit, beim Proben, bei Musikfesten und Schützenfesten, Musik zu hören und zu genießen.

Ganz toll finde ich es, dass sich vor mehr als 10 Jahren auch in Echthausen ein Musikverein gegründet hat und somit auch viele Kinder hier im Dorf dieses tolle Hobby pflegen dürfen, ein Instrument zu spielen.

Also – bald ist es wieder soweit, dann hören wir das „Trömmelken“ und die Musik erklingt im Dorf, in der Kirche, auf dem Schützenplatz, in der Halle und alle singen dann mit beim Lied:

Auf die Vogelwiese geht der Franz…. und viele tanzen dann wieder abends „die Quadrille“

Natürlich ist auch vieles andere am Schützenfest schön, dass man z.B. Menschen trifft, die man nur auf dem Schützenfest trifft, weil sie extra von weit her kommen und für mich ist immer wieder faszinierend, wie sich besonders die Kinder nach einem Jahr verändert haben, die im letzten Jahr noch im Kinderwagen saßen.

 

In Echthausen feiert man traditionell ein Freibierfest. Der Preis für Getränke (hier: auch alkoholfreie Getränke) wird einmalig mit dem Festbeitrag entrichtet. Gemäß der Idee der Vorväter kann so jeder – ohne auf den "Taler zu achten – in fröhlicher Runde zusammen feiern. Der Druck eine "Runde" holen zu müssen besteht somit nicht. Das fördert die Kommunikation und das Miteinander, da man an jeder Ecke auf dem Schützenplatz stehen bleiben kann um mal „schnell“ ein Gläschen zu trinken.

Freibier3

Neue – sonst wahrscheinlich nicht mögliche – Gesprächsrunden finden sich so zusammen. Jung und Alt sitzen gemeinsam bei dem ein oder anderen Getränk zusammen. Wer nun denkt das das Freibier zu vermehrten „Ausfällen“ führt dem sei gewiss: genau das Gegenteil ist der Fall!.

Freibier

(Freibier 2010…)

Freibier 4

(… und früher!)

Um aber das Fest für auswärtige Gäste interessanter zu gestalten wurde im Jahr 1972 das Freibier am Samstagabend abgeschafft. Sonntags und Montags wird es jedoch nach wir vor in den beliebten 0,1-Freibiergläsern ausgeschenkt.

Natürlich gibt es aber auch kritische Stimmen. So kann man nicht „mal eben“ zum Schützenfest gehen um ein Würstchen zu essen oder in Ruhe ein  paar Bier trinken. Neubürger und Gäste werden durch die hohen Preise abgeschreckt; der Ruf „Echthauser feiern lieber unter sich…“ macht gerne mal die Runde.

Auf diese Stimmen haben wir bereits vor ein paar Jahren reagiert und die „Schnupperstunde“ eingeführt. Für nur fünf Euro sind alle Gäste gerne willkommen um nach den Festzügen am Sonntag und Montag Echthauser Schützenfestluft zu „schnuppern“. Wer anschließend gefallen gefunden hat der zahlt sicherlich auch gerne den kompletten Eintritt. Wer nicht – der geht wieder! Einfach und fair für alle.

Unsere Eintrittspreise an den Freibiertagen sind im Vergleich zu anderen Schützenfesten sehr günstig und seit Jahren stabil. Immer wieder kommen aber natürlich auch Gäste und versuchen mit den üblichen Argumenten Preise zu verhandeln. „Ich trinke nicht so viel.“ , „Ich muss noch fahren“, „Ich bleibe nur bis halb acht“. Denen sei gesagt: der Eintritt hat nur bedingt etwas mit der Menge an Freibier (oder alkoholfreien Getränken) zu tun, die man in der Lage ist in einer bestimmten Zeit zu konsumieren. Vielmehr ist es eine Tatsache, daß in diesem Jahr die Ausgaben für die Musik höher sein werden als die Kosten für Getränke  Die Aussage „ich höre nicht hin wenn die Musik spielt“ gab es aber noch nie.

Freibier 1

 (Eine Runde Freibier…)

So ist es also eine nicht ganz einfache Aufgabe unser Fest attraktiv für alle zu gestalten. Die liebgewonnene Tradition des Freibiers zu erhalten ohne interessierte Gäste und Neubürger von vorneherein auszuschließen. Die Preise so zu gestalten , dass es für jedermann erschwinglich ist „unser Fest“ zu feiern, ohne jedoch als Verein in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Wir geben uns Mühe allen Wünschen gerecht zu werden. Der Erfolg der „Schnupperstunde“ in den letzten Jahren gibt uns sicherlich recht. Andererseits hoffen wir aber auch auf Unterstützung unserer Schützenbrüder: die Schnupperstunde sollte ausschließlich Gästen vorbehalten bleiben. Als Mitglied muss ich nicht mehr „schnuppern“. Als Mitglied unterstütze ich meinen Verein um dauerhaft ein Schützenfest „für die ganze Familie“ zu ermöglichen. Oder etwa doch nicht?

Thorsten Donner

Jeder feiert sein Fest anders. Natürlich ist auch jeder Schützenvogel anders. Unser Vogelbauer Erhard Hockenbrink bestückt den Schützenvogel in jedem Jahr mit Details, welche auf das Königspaar des vergangenen Jahres hinweisen. Das ist eine nette Geste. Aber was würden die Echthauser sagen, wenn sie einen Vogel, wie ihn die Frauen der Schützenbruderschaft Opmünden gefertigt haben, im Kugelfang vorfinden?
 
Stefan Reszel

2011