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und ab durch die mitte. st. pancras station. eurostar und feuer richtung heimat. im handgepäck zahlreiche sagenhafte olympia-erinnerungen. zu hause den staub aus dem wintermantel klopfen und in zwei jahren ab nach sotschi…

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please stand for the national anthem! gut, gestanden haben sie nicht, dafür aber gesungen wie die weltmeister. als victoria pendleton nach ihrem olympiasieg im bahnradfahren bei ihrer siegerehrung das podest hochstieg, ölten die britischen fans im sports café schon mal ihre kehlen. und dann ging’s ab. schon beeindruckend.

olympic park vs hyde park. gestern, schlag ins gesicht. folgender plan war entwickelt worden: rappazapp ab in den olympia-park. der begegnungsstätte der olympia-fans, dem forum romanum des weltsports, dem schmelztiegel der gastländer, kurzum dem mittelpunkt der gesamten spiele. rein in die tube, west ham raus. sehr guter dinge. schade. du kommst hier nicht rein. oder in english: „no tickets, no entry!“ uns und vielen hundert anderen erwartungsfrohen, sportiv interessierten visitors wurde unmissverständlich mitgeteilt, dass man entweder ein ticket für eine veranstaltung im park selbst oder ein reines zugangsticket für den park benötigt. und beide sorten sind natürlich ausverkauft.

echt enttäuschend. denn zumindest waren wir bislang davon ausgegangen, dass ein olympia park irgendwie was für jedermann sein sollte und man da einfach so flanieren und olympialuft einsaugen könne. gut, schätze, sicherheitsaspekte spielen da eine rolle, aber irgendwie trotzdem nicht optimal gelöst. also wieder ab in die bahn und zu unserem mit abstand besten kumpel im mittelpunkt des commonwealth – hyde park. der geheime olympiapark. hier geht es richtig ab. auf einem unfassbar großen areal sind hier fünf riesige großbildleinwände aufgebaut, die jeweils unterschiedliche sportarten zeigen.

dazu granatenstarke live-mucke und zehntausende von leuten aus aller herren länder. alle sitzen und liegen vor den big screens und bejubeln jeden start, jeden ballwechsel und jedes neue megabeer. echt laser. wahnsinn. woodstock mit sport. wir fleeeeetzen uns profimäßig in den überall angeschütteten rindenmulch. geil. tennis. mixed. murray und robson schicken tschechien nach hause. nächster screen. schwimmen. unsere strategen sind zwar nie dabei, aber wenn team gb lospaddelt sind irgendwie alle zuschauer irgendwie blue-red-white. phelps zeigt lochte, dass er noch lange nicht fertig hat. nächster screen. britanniens basketballer dunken die gasol-brüder an den rand einer niederlage. stark. ganz stark.

und ganz nebenbei werden auch noch alle britischen Medaillengewinner herangekarrt und  live vor ort taufrisch auf bühne eins präsentiert. das ist doch mal wirklich awesome, oder?

hyde park ten, olympic park zero.

auch die führenden printmedien englands kennen zur zeit nur ein thema…

traditionelles frühstück. irgendwie ein beunruhigendes gefühl, um neun uhr morgens die ersten zweieinhalbtausend kalorien schon mal wegzuhaben. leider geil.

@madame tussauds: na, na, usain. erst mal sonntag laufen. gejubelt wird später.

@madame tussauds: britains darling und goldhoffnung jessica ennis war wachs in unseren händen…

das bogenschießen im nacken gestern nachmittag noch bei morley’s kurz ’nen kleinen snack genommen. bei morley’s handelt es sich um eine aufstrebende britische imbissgastronomie, die elegant in etwa die kochlöffel-firmenphilosophie mit heiße-hexe-elementen verbindet.

anschließend mit flauem gefühl im magen richtung bogenschießen im berühmten lord’s cricket ground. das flaue im magen rührte dabei weniger von morley’s, was durchaus denkbar wäre, sondern eher von der aussicht auf einen stinklangweiligen pfeil-und-bogen-nachmittag.

irgendwie klang bogenschießen oder archery, wie es hier heißt, nicht mehr so witzig wie im januar als wir die tickets bestellt haben. denn ich bitte euch: bogenschießen? jetzt mal ehrlich. so spannend wie eisangeln oder das wohnzimmer durchsaugen… dachten wir. doch weit gefehlt. es war über…ragend. super spannend. immer KO-duelle zwischen den schützen. wirklich stark und unglaublich unterhaltsam. es lief musik von rolling stones bis vanilla ice und der moderator machte aus einer normalen sportveranstaltung eine richtig coole show. wirklich gut. super zuschauer, teilweise in robin-hood-kostümen. stimmung fantastisch, vor allem wenn die britischen athleten ihre pfeile aus dem köcher zogen. und das alles vor der beeindruckenden kulisse des lord’s cricket ground. insgesamt eine super veranstaltung. mit leicht schlechtem gewissen ob unserer zweifel, bleibt nur zu sagen: „sorry, archery!“

so, endlich mal wieder den bewegungsapparat angeworfen. nur sport gucken ist auf dauer nix, selbst machen ist angesagt. schön joggen gewesen auf londons laufstrecke nummer eins. unter anleitung eines waschechten london citizen den hyde park duchrannt. geil. ne dreiviertelstunde, acht kilometer abgerissen. und dabei noch was für die bildung getan: bei kate und william zu hause am kensington palace vorbei, royal albert hall links lassen und an spaker’s corner kurz enttäuscht gewesen, dass keiner irgendwelchen käse erzählt. insgesamt ne kugelrunde sache. und ich will mal so sagen: der hyde park muss sich als joggingstrecke vor dem werner stadtwald nicht verstecken. so jetzt schnell den schweiß abbrausen und dann ab zurück in die zuschauerrolle und bogenschießen gucken.

gestern nachmittag kurzer abstecher nach notting hill. echt wunderschön da und das obwohl oder vermutlich gerade weil hugh und julia sich nicht haben blicken lassen. abends ab in den wembley park. badminton in der wembley arena. schade nur, dass im wembley stadium fußball war und wir mit den tausenden freunden des ledernen balles in richtung des berühmten fußball- tempels marschierten, um dann gefühlt als einzige rechts zum badminton abzubiegen, einem sport, der sich auf unserer liste von lieblingssportarten etwa 134 plätze von fußball entfernt befindet – und zwar bestimmt nicht darüber.

egal, et is wie et is. und badminton war echt okay. die arena war zu zwei dritteln gefüllt. sportlich war es zeitweilig schon hochklassig, was die zumeist asiatischen athleten boten. wie stark asiatisch dieser sport dominiert wird, war nicht zuletzt auch daran zu erkennen, dass auch spieler aus dänemark oder kanada häufig ihren migrationshintergrund im reich der mitte und umgebung hatten. ein deutscher vertreter war allerdings auch am start.

unter dem beifall einer großen, lautstarken beizeiten aber zumindest in teilen etwas seltsam anmutenden deutschen publikumsfraktion trat marc zwiebler gegen dmytro zavadsky aus der ukraine an. und obwohl der ukrainer das spiel nicht gerade erfunden hatte, tat sich zwiebler schwer. am ende siegte er aber dennoch mit 2:1 sätzen. stimmungstechnisch konnte badminton dem boxabend am vortag nicht das wasser reichen.

problematisch hierbei ist vor allem, dass auf drei plätzen gleichzeitig gespielt, was es die aufmerksamkeit des publikums automatisch teilt. das wäre beim fußball wohl nicht passiert…