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Nach einer, im wahrsten Sinne des Wortes, schlechten Vorbereitung fuer das telefonische Interview morgen (Mittwoch) – ich habe wohl etwas Falsches gegessen und mich den halben Tag uebergeben – habe ich heute Abend etwas Kraft getankt. Und ich bin zum bereits erwaehnten Pizzaladen gegangen. Ich dachte, ich koennte mit dem Chef ueber Arbeit ins Gespraech kommen. In den vergangenen Tagen hing dort immer wieder das Schild ‚Help wanted‘, aber nur tageweise. Ich hatte den Eindruck, dass sich dort immer wieder Leute probiert haben, aber dann doch wieder gegangen sind. Also muss die Arbeitssuche fuer den Chef immer wieder neu begonnen haben. Und nun komme ich. Nach all dem Uebergeben heute mit Hunger auf Arbeit, aber eben auch richtigen Hunger.

Wir kommen ins Gespraech, ueber Arbeit. Das Einzige was dieser, sorry fuer das Wort, ‚Vogel‘ mir zu bieten hat, ist seine Telefonnummer. Wie ‚beautiful‘ ich doch aussehe, toent er immer wieder, an Komplimenten fuer mich uebertrumpft er sich gerade immer wieder. Und ich mache einen auf Dummchen, auf Paris Hilton, wie sie bei den Presseterminen auftritt: Ich grinse, danke ihm fuer die Worte und mache gute Miene zum boesen Spiel. Innerlich verdrehe ich die Augen, aber ich nehme seine Nummer statt eines erhofften Arbeitsangebots. Ich sage, ich melde mich. Natuerlich. Ich grinse. Denke aber, was fuer ein Idiot er ist. Ich gehe, schmeisse, kaum aus seinem Blickfeld heraus, den Zettel mit seiner Nummer weg. Ich wollte Arbeit, und was macht er? Vermutlich weiss ich nun, warum die alle paar Tage neue Mitarbeiter(innen) suchen. Ich habe jedenfalls keinen Hunger mehr auf Pizza. Und das nicht nur, weil ich mir wohl den Magen vertan habe. Na ja, ich hake es als Erfahrung ab. Morgen (Mittwoch) habe ich ja eh ein telefonisches Interview. Fuer ne gute Stelle. Die Vorbereitung war schwierig, wenn man sich den halben Tag uebergibt. Aber keinen Arbeitgeber interessiert das, also nutze ich nun die Nacht. Ich bin alleine im Zimmer, plaudere wieder mal mit mir selbst. Ueber die Firma habe ich mich bereits schlau gemacht, morgen frueh wird weiter geuebt. Bis dahin hoere ich immer wieder diesen Song von Ivy Quainoo im Hintergrund. Der hats mir angetan. Anders als dieser doofe Pizzaladentyp 😉 Natuerlich konnte ich ‚The Voice of Germany‘ hier nicht im TV schauen, aber den Song von Ivy habe ich durch Zufall gehoert hier. Wow, klasse Song, klasse Saengerin. Beim Schreiben dieser Zeilen tanze ich an meinem Notebook etwas mit. Der Song verbreitet gute Laune, das richtige Rezept nach der Sache mit meinem Magen und nach dem doofen Pizzaladenbesitzer. Morgen Nachmittag (20.30 Uhr dt. Zeit) gebe ich am Telefon beim Vorstellungsgespraech alles! Fuer meine Interviewerin werde ich die „Voice of Germany“ werden 🙂

Ich denke noch etwas nach, ueber das, was ich morgen beim Gespraech sagen will. Euch eine gute Nacht (ob mit oder ohne Pizza…)

Liebe Gruesse, eure Auswanderin 🙂

Alaaf und Helau zusammen!

Herrlich, da sehe ich gerade auf wa.de die Bilder vom Karneval in Hamm und freue mich einfach ueber die Bilder. Ein Stueck Heimat, und die Bilder anschauen macht einfach Spass! Ich sehe, dass auch die Polit-Prominenz aus Hamm vertreten ist. Hier in den USA ist ja gerade Vor-Wahlkampf, Mitt Romney hat ja vor kurzem den Praesidentschaftsvorentscheid in Florida fuer sich gewonnen, vermutlich wird er derjenige sein, der bald gegen Barack Obama antritt. Als Resident, und eben nicht Staatsbuerger, darf ich eh nicht waehlen. Das ist rechtlich (fast) der einzige Unterschied zum Staatsbuerger.  So richtig interessiert mich das Geschehen hier aber nicht. Schon im Studium der Sozialwissenschaften habe ich mich immer nur fuer die Lokalpolitik interessiert, es ist eben eine sehr greifbare Politik. Umso lustiger finde ich unsere Hammer Politiker nicht nur auf der grossen Polit-Buehne zu sehen, sondern auch im Karneval. Der vermutliche USA-Praesidentschaftskandidat Mitt Romney schmeisst mit Geld um sich, die Hammer Politiker mit Kamelle! Alaaf nach Hamm. Mein Hamm 🙂

Sitze gerade im Internetcafe, im Hostel ist es mir zu laut. Ich wollte nur schnell etwas Essen und warten bis meine Haare nach dem Duschen endlich trocken sind. Dann wollte ich meine Reise antreten und von Laden zu Laden hier gehen. Per Internet habe ich auf die Bewerbungen fuer „einfache“ Jobs nie eine Antwort bekommen, es geht wohl doch nur, wenn man persoenlich dort hingeht. Das war jedenfalls der Plan fuer heute. Na ja, war…

Ich habe die Zeit hier im Internet genuzt und schnell noch weitere Bewerbungen abgeschickt. Prompt bekomme ich eine Antwort, Mittwoch habe ich fuer eine interessante Stelle ein telefonisches Gespraech. Und ich sehe, dass ein grosser deutscher Discounter, der gerade seine USA-Offensive auch in Florida fortsetzt, Management-Trainees sucht. Richtig, die mit den blau-weissen Tueten. Die suchen Leuteu.a.  fuer Fort Lauderdale, noerdlich von Miami, dort habe ich damals auch meinen ersten Marathon gemacht. Freitag soll man sich dort vorstellen, wenn man Interesse an den Positionen hat. Yo, hab ich 🙂 Ich meine, einen Vorteil habe ich als Deutscher: Ich kenne das Unternehmen, kenne die Philosophie. Warum also nicht? Also will ich Freitag dort hin.

Einziges Problem an meinen veraenderten Plaenen: Ich habe kaum noch Geld, maximal drei Wochen sind noch drin, dann muesste ich die Rueckreise nach Deutschland antreten oder ich bekomme schnell Arbeit im Pizzaladen oder so.

Also was mache ich? Ich freue mich ueber die Vorstellungsgespraeche, wieder zwei Chancen etwas auf die Beine zu stellen. Aber es ist auch ein Risiko: Klappt nix, hab ich finanziell ein Problem. Aber ich konnte bisher immer unter Druck etwas auf die Beine stellen. Das war immer so, warum sollte es dieses Mal anders sein? Vielleicht sollte ich diese Woche kraftvoll angehen, (mindestens) zwei gute Vorstellungsgpraeche fuehren und wenn beides nicht klappt, steh ich diesen Samstag im Souvenirshop! Es gibt eine Menge Laeden und Restaurants hier die Leute suchen. Just in diesem Moment denke ich, ich nehme die Herausforderung an, lasse mich auf die Vorstellungsgespraeche ein und werde endlich meine Karriere hier beginnen. Geschlagen gebe ich mich hier nicht, ich werde also gleich versuchen nicht zu viel nachzudenken und dann ueberlegen, wie ich die Gespraeche angehe. Da das eine nur telefonisch ist (es gibt eh immer zwei Runden Interviews hier), muss ich besonders gut vorbereitet sein. Mein Englisch ist sehr gut, aber Muttersprachler bin ich nicht. Am Telefon wird es sicherlich schwieriger, aber ich fuehle mich gerade wie der Klitschko am Wochenende: Ich nehme den Kampf an 🙂 Hoffentlich gehe ich als Sieger aus dem Gespraech heraus 🙂

Ich werde gleich etwas Spazierengehen, wieder mit mir selbst quatschen und fuer Mittwoch ueben. Bis dahin werde ich aber noch weitere Bewerbungen absenden, hier schickt man meistens nur (!) den Lebenslauf ab. Zeugnisse wollen die hier nie sehen, ein Anschreiben macht man auch nicht immer.

Ich mache mich wieder an die Arbeit. Mit viel Zuversicht und Energie! Endlich wieder!

Alaaf und Helau nach Hamm!

Unglaublich! Statt Arbeit zu bekommen, werde ich ueber den Tisch gezogen. Ich, und vermutlich viele weitere der 517 Bewerber, die sich laut Jobportal auf diese Stelle beworben haben. Kaum komme ich dort in das Office hinein, soll ich 5 Dollar zahlen. Ah ja. Warum, wollte ich wissen. Das Maedel am Empfang meinte, dass es die Gebuehren fuer die Registrierung, einen Hintergrundcheck usw seien. Da hier leider Gottes selbst bei Wohnungsbesichtigungen so genannte Bewerbungsgebuehren von meist um die 150 Dollar „normal“ sind, habe ich es erst einmal so akzeptiert.

Das Gespraech sollte eigentlich mit einem ranghohen Mitarbeiter sein. War es nicht, wieder war es es die Empfangsfrau, anscheinend in immer anderen Positionen dort taetig. Ja prima. Das Interview war eine reine Abfrage dessen, was ich bereits im Lebenslauf stehen habe, und denselben Kram musste ich nochmals auf einem gesonderten Zettel ausfuellen. Na ja, das war beim ersten Vorstellungsgespraech auch so. Irgendwann kann mir das Ganze etwas komisch vor, weil sie irgendwas meinte, dass man gucken wuerde, welche Firma passen koennte. Okay, das ist eine Firma, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenbringen soll und Stellen vermittelt, aber laut Stellenbeschreibung sollte ich fuer die arbeiten. Und dann kommen mir Zweifel: 517 Bewerber, das scheint hier eine Masche zu sein. Garantiert, denn als ich meine Zweifel geaeusstert habe, hiess es ploetzlich, dass sie mich in Arbeit vermittelt wollen. Ich muesste nur unterschreiben und wenn ich vermittelt werde – angeblich wuerde die Stelle, auf die ich mich beworben habe, von vielen derer Kunden angeboten – muesste ich natuerlich zahlen. Fuers erste Jahr, je nach Einkommen bis zu 25 Prozent (!) des Gehalts, im zweiten Jahr wuerden sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Kosten teilen. Ich mein, die Geschaeftsidee von denen ist gut, Abzocke bringt immer Geld. Vor allem bei 517 Bewerbern.

Wieder Lehrgeld bezahlt, aber ich bin richtig angefressen gerade und stinksauer. Weil so ein Mist hier staendig passiert. Ich bin nicht gutglaeubig, aber es ist nicht Deutschland. Man lernt mit der Zeit, die Unterschiede und Gewohnheiten eines fremden Systems kennen, dumm nur, wenn man dafuer immer und immer wieder Lehrgeld zahlt. Mir reichts jetzt, echt!

Das Schlimme ist nur, was soll ich dagegen tun? Soll ich mich jetzt nicht mehr bewerben, um nicht wieder so abgezockt zu werden? Nein, sicher nicht. Aber ich muss meine Lehren daraus ziehen. Wie, weiss ich noch nicht. Vielleicht muss ich mich beim naechsten Mal vorher telefonisch rueckversichern. Aber wer abzocken will, wird eh nix am Telefon Preis geben. Klar, warum auch. Das ist ja das Bloede! Ich werde nachher weitere Bewerbungen abschicken. Ich werde mich aber auch noch mal umorientieren. Orlando schwebte mir ja schon vor. Ich habe kaum noch Geld, also wenn, dann muss schnell etwas passieren. Heute will ich aber ueber nichts mehr nachdenken.

Obwohl: An Geschaeftisideen mangelt es hier sicherlich nicht. Auf der Rueckreise von Coral Gables – schoene Stadt neben Miami und Touristen von Tagesausfluegen sicherlich nicht unbekannt – habe ich etwas gesehen, das mich hat Schmunzeln lassen. Neben einem grossen Friedhof, auf denen man hier uebrigens nur Blumen mit Stil und Vase ans Grab stellen darf, hat ein findiger Mann seinen Pavilion aufgebaut und Blumen (nur die mit Stil) verkauft. Ich weiss zwar nicht, ob der viel Geld verdient, aber die Idee ist gut. Zumindest aus unternehmerischer Sicht 😉

In dem Sinne,

liebe Gruesse

So, morgen ist mein Vorstellungsgespraech. Dadurch, dass es wieder kurzfristig geklappt hat, habe ich die Ruhe weg. War heute auch fast vier Stunden unterwegs um Waesche zu waschen, die Waescherei ist ziemlich weit weg von hier. Dennoch: Ueber die Firma habe ich mich bereits schlau gemacht, klingt wirklich sehr interessant. Auf diese Stelle haette ich richtig Lust 🙂

Ich habe eben schon wieder mit mir selbst gequatscht, ich will versuchen, das Gespraech etwas zu lenken. Daher sollte gut ueberlegt sein, was ich sage. In einer Fremdsprache umso mehr.  Da ich ja nicht alleine bin im Zimmer (nun nur noch im 4-Bett-Zimmer), gehe ich zum Ueben raus. Sieht sicher ganz schoen bescheuert aus, wenn ich durch die Strassen gehe und mit mir selbst plapper. Da ich mein Handy aber eh meist in den Haenden habe und vom iPod die Ohrhoerer im Ohr, faellt das vermutlich gar nicht auf 😉

Das werde ich gleich auch noch machen und dann nochmal Laufen. Noch mal etwas abschalten, bevor ich mich morgen Vormittag auf den Weg mache.

Mmh, beim Marathon haben mir die Gladbach-Shorts zum Erfolg verholfen. Angesichts der tollen und erfolgreichen  Serie, die die Gladbacher spielen, muss es daran gelegen haben. Glaube ich zumindest 😉 Vielleicht wuerde das morgen wieder klappen, aber in Gladbach-Shorts zum Interview waere doch etwas seltsam. Na ja, es wird auch ohne klappen. Ich glaube daran, ich glaube naemlich an mich.

Wir werden es sehen! Daumen druecken nicht vergessen am spaeten deutschen Abend!

Liebe Gruesse aus Miami Beach

 

Heute morgen habe ich bei dieser Firma angerufen wegen eines Termins zum Vorstellungsgespraech. Wie damals mit meiner, na ja, bisherigen Firma, haette ich schon gleich morgen dort hinkommen koennen. Wir haben uns nun aber auf Donnerstag geeinigt, 20.30 Uhr deutscher Zeit. Ist eine Firma fuer den Human Resource Managementbereich. Klingt ganz interessant,weil es auch Teil meines Studiums war. Fuer diese Stelle wird man zwar bei der Firma angelernt, aber ich werde mir nun ueberlegen, wie ich mich am besten praesentiere. Ich glaube, die meisten Arbeitgeber hier wollen vor allem Lernbereitschaft und eine Vision. Na, das sollte machbar sein. Ich bin, zugegebenermassen, immernoch fasziniert von dem Human Resource Bereich hier. Als Mitarbeiter sollte man hier ja nicht nur Mitarbeiter sein, sondern sich auch wirklich als Teil der Firma fuehlen. Am besten 24 Stunden des Tages. Ich hoffe, beim Vorstellungsgespraech kann ich meine Karten als Sozialwissenschaftler genauso ausspielen, wie als Auslaender. Schliesslich bringe ich ganz andere Erfahrungen mit als (vermutlich) andere Mitarbeiter, also sollte ich darauf setzen bei der Firma zwar so viel lernen zu wollen wie moeglich, gleichzeitig aber auch meine besonderen Erfahrungen einzubringen. Wir werden sehen, wie es klappt! Wenn es von beiden Seiten passt, warum nicht?!

Morgen werde ich dann schauen, wie ich zum Vorstellungsgespraech hinkomme. Ist nicht gerade um die Ecke, aber nicht wieder so furchtbar weit weg, wie es bei der letzten Firma war. Ich bin zwar vergangenes Jahr bereits fuer sechs Monate taeglich zwischen Hamm und Hannover fuer eine Stelle im Sportbereich gependelt (etwas ueber 5 Stunden Fahrtzeit taeglich), aber als ich neulich knapp elf Stunden fuer Hin- und Rueckfahrt zu meiner Firma gebraucht habe, war es doch des Guten zu viel! Na ja, die Stadt, in die ich Donnerstag fahre, liegt sued-westlich von Miami, ich bin zurzeit ja in Miami Beach. Aber das Gute ist, die Stadt ist etwas ueberhalb von dem Ort gelegen, wo auch der Miami Marathon zum Schluss entlang ging. Theoretisch koennte ich also auch zum Vorstellungsgespraech laufen. Theoretisch aber nur 😉

Laufen werde ich nachher auch noch. Bin richtig aus der Form, die verletzungsbedingte Pause nach dem Marathon hat mich echt in ein Tief gezerrt. Nun denn, es ist wie mit dem Beruf: Popo hoch und weiter gehts! Brauche meine taegliche Sportdosis einfach, alleine fuer das Koerpergefuehl. Jeder Sportler wird das kennen. In Downtown Miami gibts fast jeden Abend gratis Yoga im Park, habe mal zugeschaut. Haette schon mal Lust dazu. Ganz amerikanisch haben die meisten Teilnehmer auch ihren iPod im Ohr dabei, die Anweisungen scheinen also nicht sonderlich aufregend zu sein 😉 So lange sich keiner die Graeten bricht, ist das auch okay 🙂 Heute schaffe ich es nicht mehr dort hin. Dafuer gehe ich nachher laufen, zumal ich vorhin noch zum Essen bei meinem Lieblingsmexikaner war. Eine Art Henkersmahlzeit also! Paul Panzer hat das in seinem Comedy-Live-Programm aehnlich formuliert, er meinte auch, dass er sich vor der Diaet noch mal richtig satt isst. Nur schiebt er die Diaet dann auch jedes Mal aufs Neue auf, schliesslich hat es so gut geschmeckt 😉 Ne ne, das passiert mir nicht. Mir gehts auch nicht ums Gewicht, will nur endlich wieder drahtig werden. Mein Lieblingsmexikaner hier wirbt zwar damit, dass sein Essen total gesund sei. Ne, ist klar! Ich habe immer den Eindruck, das Zeug ist so fettig, dass wenn etwas Fett auf den Boden tropft, man gleich bis China durchschauen kann. Aber so sind sie die Amis: Immer ist alles gesund, fit und ueberhaupt! Na ja, zum Marketing hier hatte ich ja neulich schon etwas gesagt. Aber wenn das Essen eben so gesund war, dann werd ich gleich bestimmt die Marathondistanz wiederholen koennen 🙂

Das Beste: Beim Laufen kann ich prima nachdenken. Dann kann ich ueberlegen, was ich beim Vorstellungsgespraech uebermorgen sagen will. Mein Englisch ist zwar fliessend, nur sind solche Termine in einer anderen Sprache immer etwas schwieriger. Nur stressen lassen darf ich mich nicht. Vielleicht waere eine Runde Yoga morgen Abend im Park also die beste Medizin 🙂

In dem Sinne, drueckt mal am Donnerstag die Daumen. Ich halte euch auf dem Laufenden 🙂 Ich bereite mich gleich mal etwas vor.

Liebe Gruesse nach Hamm

Hallo zusammen,

ich habe in den vergangenen Tagen, nach einem wirklich ungluecklichen und vergesssenswerten Wochenende, viel nachgedacht. Haette es nicht gestern ewig gedauert, bis ich meine Waesche in der hoteleigenen Waschmaschine haette waschen koennen, haette ich meine Gedanken bereits gestern formuliert. Na ja, nach der Waesche war ich noch laufen, das musste sein 🙂

Wenn ich ehrlich bin sind die einzigen Momente, in denen ich seit nunmehr gut sechs oder sieben Wochen meines USA-Daueraufenthalts gluecklich bin, wenn ich laufe. Schmerzen in Huefte, Ruecken, Knie? Pah! Egal. Andere Dinge sind wichtiger, den Schmerz merkt man irgendwann nicht mehr, vielleicht auch weil der Kopf und das Herz an andere Dinge denken. Meinen Tiefpunkt habe ich ueberwunden, versteht mich aber bitte nicht falsch. Kurz nach der Ankunft hier wollte ich nur noch zurueck. Obwohl ich das hier alles ganz gut kenne (dennoch: immer als eine Art Hass-Liebe…), mein Umfeld hat mir so gefehlt, dass ich nur noch zurueck wollte. Kaum flog ein deutsches Flugzeug ueber meinem Kopf her, haette ich fast Traenen in den Augen gehabt. Aber nein, ich habe hier noch nichts erreicht. Und ausserdem: Meine wirklichen Freunde werden immer da sein. Verlust ist immer, auch das habe ich gemerkt. Ein Bekannter laesst nichts mehr von sicht hoeren. Nun denn. Dann war es auch kein wirklicher Freund! Dafuer bin ich ueberraschter ueber die breite Zustimmung und Unterstuetzung, die man mir entgegen bringt. Das freut mich, das gibt auch Zuversicht! Ein Maedel aus Hamm, mit dem ich noch kurz vor meiner Abreise ein Interview fuer den WA gefuehrt habe, hatte damals auch erzaehlt, dass sie in ihrem Auslandsjahr kurz nach der Abreise aus Deutschland Heimweh hatte und zurueck wollte. Danach sei es besser geworden, sagte sie. Das kann ich nun gut verstehen! Bin ja auch nicht die Einzige, die solche Erfahrungen macht. Der Unterschied ist nur, dass ich keinen Rueckflug plane. Ich glaube, das macht es noch schwieriger.

Eben habe ich gesehen, dass ich eine Einladung zum Vorstellungsgespraech bekommen habe. Puuuhh, durchatmen und freuen! Mein Traumjob ist im Marketing, egal ob im Sport, Entertainment oder Tourismus. So etwas, wie die Leute im Hammer Maxipark auf die Beine stellen, das waere ein echter Traumjob 🙂 Eine Kombination aus Marketing, PR und Management wuerde mich sehr reizen! Na ja, hier gibt es viele Stellen in dem Bereich, leider sind aber alle an die Firma angegliedert, fuer die ich (zumindest offiziell) bisher gearbeitet habe. Habe ich ja nicht. Daher habe ich mich nun auch in anderen Bereichen beworben. Bloed nur, dass in den gut 5 Wochen, die ich offiziell angestellt war, mich viele Firmen ueber ein Jobportal angeschrieben haben. Da ich mich, laut Arbeitsvertrag, binnen 2 Jahren nirgens anders bewerben durfte, musste ich diese Anschreiben immer ignoerieren. Und kaum suche ich wieder nach Arbeit, meldet sich natuerlich keine Firma. Wie das dann immer so ist…

Ich habe meinen Master an der Uni in Sozialwissenschaften gemacht, leider kann mit den Geisteswissenschaften kaum ein Arbeitgeber etwas anfangen. Ich habe ja dort den Studienschwerpunkt „Management und Regulierung von Arbeit, Wirtschaft und Organisation“ belegt. Viele Berufserfahrungen habe ich im Sportbereich gemacht, im gemeinnuetzigen Bereich. Also habe ich mich nun hier nicht nur im Sportbereich beworben, sondern auch im Managementbereich. Die suchen hier oft nach Menschen, die innerhalb einer Firma eine Karriere anstreben. Auch im Managementbereich. Also habe ich mich als Management Trainee beworben. Bei einer Firma soll ich mich melden fuer ein Vorstellungsgespraech. Na das mach ich doch gerne 🙂 Also morgen frueh aufstehen, wach werden, duschen, dann dort anrufen, um einen Termin zu vereinbaren.

Nach diesem vergessenswerten Wochenende war mir zunaechst wichtig, einen Tapetenwechsel zu vollziehen. Seit heute bin ich in einem anderen Hostel. Na ja, es ist ein 8-Bett-Zimmer, eng ohne Ende (fast alle haben ihr Gepaeck im Bett untergebracht…) und dreckig, kein Ausdruck. Aber ich wollte nur noch weg von dort, wo ich fast sieben Wochen verbracht habe. Ich habe eine Veraenderung gebraucht. Dringend! Sonst bin ich schneller wieder in Deutschland, als mir derzeit selbst lieb ist. Bevor ich nix erreicht habe, gehe ich nicht. Hoffe ich zumindest! An dieser Stelle moechte ich mal zitieren, weil ich es so passend finde. Ich bin kein grosser PUR-Fan, aber der Song „Es ist, wie es ist“ bringt auf den Punkt, was ich gerade fuehle:

Es ist wie es ist,

du bist was du bist,

du lebst mit den Freuden und lebst mit den Leiden,

ob bitter, ob suess,

was immer du fuehlst,

das hier ist dein Leben,

und du kannst entscheiden

ob du ohnmaechtig alles ertraegst,

oder all deine Chancen abweaegst,

es ist wie es ist!

 

Danke an Hartmut Engler, dass er heraus singt, was ich denke. Beim Laufen gestern, habe ich es nicht nur laut mitgesungen, vielmehr habe ich es auch mitgefuehlt, bis ins kleinste Gefaess meines Koerpers! Aber er sagt es: Ich kann es selbst entscheiden! Bisher war es schwierig, weil auch die Gefuehle es schwer machen klare Entscheidungen zu treffen.

Und damit komme ich zu dem, was ich schon laengst schreiben wollte. Kaum einer kann es vielleicht nachvollziehen. Beim Auswandern geht es nicht nur um den Verstand, es geht viel um Gefuehle. Warum ich also die USA immer als „mein“ Land bezeichnet habe? Es ging mir nie um das Land an sich, nie um die Menschen. Es ging immer um Werte, Einstellungen und Mentalitaeten. Das heisst: Hier unten in Miami Beach ist es egal wie man aussieht, wo man herkommt, wer man ist. Wenn man nett ist, kommt das an. Das zaehlt. Nicht mehr. Aber die andere Seite: Es ist extrem oberflaechig, es geht nur um Geld, tolle Koerper und heisse Autos. Ja prima! In so fern ist es fuer mich eine Hass-Liebe, also dass ich die Dinge, die ich hier hasse, auch liebe. Denn es heisst auch, dass es egal ist, was man tut. Wenn ich laufe, singe ich gerne. Schlechter als jeder DSDS-Kandidat, aber ich habe Spass dabei. In Deutschland schaut man mich nur komisch an dabei, hier interessiert es keinen.

Aber: Das ist in Miami Beach so. Weil hier Touristen sind, die einmal im Leben so sein wollen, wie sie im wahren Leben nicht sind. Es ist alles „gemacht“ hier, nichts ist echt. Darauf kam ich klar, wenn ich fuer zwei Wochen hier war, aber dieses Mal nicht. Ich habe Miami Beach nie gemocht, war immer nur dort, wo die „echten“ Menschen leben, im Norden von Miami oder hinter Downtown. Dort gehts mir gut. Umso weniger kann ich hier in Miami BEach in dieser Umgebung Anschluss finden. Will ich auch nicht. Leute kennenzulernen, die binnen weniger Tagen eh wieder gehen, darauf kann ich verzichten. Das ist mir zu viel Aufwand. Freundschaft ist mehr als nur ein leeres Wort. Sorry!

Wenn ich laufe, gehts mir hier gut. Schliesslich kann ich dabei machen, was ich will. Aber das war es auch. Fuer einen Urlaub, fuer ne Party ist Miami Beach toll, aber nicht fuer jemanden, der Fuss fassen will. Das wusste ich, das bestaetigt sich gerade! Ich will nur noch weg hier. Ich muss raus! Es fuehlt sich an, als wuerde ich bald ersticken. Es ist diese „gemachte“ Welt mit „falschen “ Menschen, das kann ich nach sieben Wochen nicht mehr aushalten. Der Tapetenwechsel mit neuer Unterkunft war ein Anfang fuer mich, mich morgen bei dieser Firma zu melden, hoffentlich der naechste Schritt… Sobald ich Arbeit habe, haette ich das Geld fuer eine Wohnung in einer anderen Gegend. Ich hoffe darauf! Ansonsten ist mein Plan die Stadt Richtung Orlando zu verlassen. Wenn, dann schon Ende dieser Woche.

Oft geben mir Leute Tipps mit auf den Weg. Leider kann sich keiner in meine Sitaution versetzten. Auswandern ist nicht nur rational, es geht auch um Gefuehle. Damit kann ich inzwischen umgehen, aber es hat gedauert und es hat fast das komplette Startkapital gekostet. Teures Lehrgeld also. Versteht mich nicht falsch, fuer Tipps bin ich dankbar. Aber bitte nicht, wenn man nur irgendwelche TV-Auswanderer zitiert. Jeder hat eben seine eigene Geschichte mit eigenen Loesungen, eine pauschal-Loesung gibt es nicht beim Auswandern!

Morgen rufe ich wegen eines Termins zum Vorstellungsgepraech bei dieser Firma an. Es gibt Selbstvertrauen, es gibt Hoffnung! Davon waren die letzten Wochen nicht gerade gepraegt. Also: Popo hoch, und los gehts! Die Arbeitswelt will mich, dann soll sie mich bekommen 🙂 Morgen werde ich an dieser Stelle hoffentlich bekannt geben, wann ich zu dieser Firma fahren kann 🙂 Meist geht es hier sehr schnell! Drueckt mal die Daumen 🙂 Und dann packen wir das gemeinsam!

Danke an alle, die meine Geschichte und mich verfolgen und mich unterstuetzen! Ich hoffe, das an anderer Stelle zurueckgeben zu koennen! Eure Unterstutzung tut mir gut!

Liebe Gruesse nach Hamm!

Der Start-Bereich beim ING Miami Marathon 2012, Start war um kurz nach 6 Uhr morgens, wie ueblich bei USA-Sportevents mit viel "Tam-Tam"

 

Hallo zusammen!

Wie versprochen, hier noch einige Bilder und Eindruecke vom Miami Marathon. Die anderen Aufnahmen sind wegen der Dunkelheit nix geworden 🙁 Daher nur einige Eindruecke vom Startbereich beim ING Miami Marathon 2012, den ich vor heute genau zwei Wochen gelaufen bin! Imposant fand ich vor allem die Strecke (weil ich sie gut kenne), aber auch das Spektrum an Laeufern. Dick, duenn, kleine und auch riesige Menschen, Leute aus der ganzen Welt und sogar einige laufende Eltern mit Kinderwagen waren dabei. Lustig fand ich, als eine sehr sportliche Mutti an mir vorbei gelaufen ist (ja, sie hat mich locker ueberholt…): Waehrend sie den Kinderwagen im sportlichen Tempo vor sich herschob, sass ihr kleiner Sohnemann im Kinderwagen, war am Gameboy spielen und schien sich recht wenig dafuer zu interessieren, dass seine sportliche Mama gerade laeuft. Einer der Kollegen vom WA hatte mir vor einiger Zeit schon mal gesagt: „Eltern sind fit“. Yo, da gebe ich ihm wohl voll recht, spaetestens jetzt 🙂

Ich war vorhin auch schon laufen, Sehne wird wieder besser. Merke nur, dass nach der Laufpause ich wieder in Fahrt kommen muss. Das Laufen hat fuer mich aber zentrale Bedeutung im Moment. Das werde ich aber nachher noch ausfuehrlich berichten. Ich moechte (und muss) jetzt etwas veraendern hier, spaeter am Abend mehr dazu an dieser Stelle!

Viele liebe Gruesse nach Hamm

 

Dirket neben dem Startbereich: Die American Airlines Arena, passend zum Marathon toll mit Lichtern inszene gesetzt

Rund um den Startbereich war schon in den fruehen Morgenstunden ganz viel los

Hallo zusammen,

 

so, gestern habe ich den Schlussstrich unter die Firma gezogen, bei der ich seit einem Monat angestellt war, fuer die ich jedoch keinen Tag gearbeitet habe. Zu viel ging dort schief. Erst haben sie von mir Dokumente eingefordert, die sie rechtlich nicht fordern durften, dann habe ich jedes Mal gewartet, wenn es sagten, sie melden sich und arbeiten konnte ich bis zuletzt immernoch nicht. Ich haette es mir jetzt auch nicht mehr leisten koennen, haette ich doch zunaechst ein Auto gebraucht und ich haette nur auf Provision gearbeitet. Aber zuvor haette ich in das Training Program, wo einem alle notwendigen Faehigkeiten vermittelt werden sollen, einsteigen muessen. Bis Gehalt gekommen waere, haette es gedauert, und ich fuehle mich von denen nur ueber den Tisch gezogen. Ich bin gestern morgen dort hingefahren, nachdem sie zum x-ten Male innerhalb weniger Wochen umgezogen waren, aber dank des starken Regens in der Nacht zuvor ging die ganze Reise dort hin schief. Also habe ich auf die Ratschlaege aller anderen gehoert und es sein gelassen. Ich bin zurueckgefahren. Es ist nicht meine Art, aber ich muss mich auch nicht hinhalten lassen.

 

Die vergangene Woche hat aber an mir genagt. Seit heut kann ich endlich wieder normal gehen, die Wunde am Fuss heilt, ist aber noch nicht 100 Prozent in Ordnung. Mit dem Laufen warte ich noch ein, zwei Tage. Aber es fehlt mir, sehr sogar. Das Laufen gibt mir immer viel, dabei kann ich abschalten. Sportler werden das Gefuehl kennen. Wenn einem, so wie mir vergangene Woche, die Decke auf den Kopf faellt, ist Sport echt hilfreich. Na ja, vergangene Woche ist vergessen und ich starte neu. Mit dem Laufen, aber auch beruflich.

 

Ich habe heute einige Bewerbungen abgeschickt, im Management- und im Marketingbereich. Dem Bereich, fuer den ich ausgebildet bin. Heut war ich auch nochmal am Airport, wollte sehen, ob es doch noch etwas fuer mich dort zu tun gaebe. Aber Fehlanzeige. Ich habe ueber einen Bekannten in der Familie versucht, einen Kontakt zu Air Berlin zu schaffen, die sind hier auch ganz gross. Morgen sehe ich, was sich daraus ergibt. Und morgen, wenn bis dahin keine Einladungen zu Vorstellungsgespraechen gekommen sind, werde ich hier die Laeden vor Ort in Miami Beach abklappern. Ich habe gesehen, wo sie Leute einstellen, egal ob Pizza-Laden oder Souvenir-Shop. Ich habe kaum noch Geld, muss jetzt annehmen, was kommt. Nach Deutschland zurueckgehen will ich noch nicht, ich habe hier naemlich noch nichts erreicht. Wer meinen Blog verfolgt hat, wird ueberrascht ueber diese Aussage sein. Aber ehrlich, mir ist vergangene Woche so die Decke auf den Kopf gefallen, da kommt man eben ins Gruebeln und man wird sentimental. Sehr sogar, wie ich gemerkt habe. Aber: Auf gehts!

Morgen sehe ich weiter. Gut, ich habe fuenfeinhalb Jahre studiert und ich habe einen sehr guten Uni-Abschluss, im Pizza-Laden zu arbeiten ist nicht mein Traum. Aber es war auch nicht mein Traum, auf der Strasse zu sitzen. Also muss ich arbeiten, egal wo. Ich glaube an meine Chancen, die werden kommen. Bis dahin muss ich aber Geld verdienen, sonst war es das mit dem Auswandern. Und das waere doch zu dumm. Dass mich diese eine Firma so komisch behandelt hat, ist dumm gelaufen und es war reine Zeitverschwendung. Aber ich sagte schon einmal: Als Auswanderer zahlt man nun einmal Lehrgeld. Damit ist nun Schluss! Jeder kann mal hinfallen, aber aufstehen schafft nicht jeder. Daran glaube ich, und ich glaube daran, dass ich aufstehe. Und es packe. Wer einen Marathon schafft, packt auch das! Manchmal muss man erst durch ein Tal, bevor man einen Berg besteigt! Ich muss das nur in die Tat umsetzen, ich bin aber motiviert.

 

Morgen sehe ich weiter. Mal sehen, was an Emails gekommen ist, ansonsten gehts zum Pizzaladen und zum Souvenirshop. In letzterem werde ich erzaehlen, dass ich bereits im Marketing gearbeitet habe (habe ich auch) und ich Deutsch spreche, entsprechend koennte ich vor allem europaeische Kunden anlocken. Wir werden sehen, wie es klappt. Ich moechte nicht fuer eine dieser USA-Marketingfirmen arbeiten, die (sorry diesen Ausdruck) Mist als etwas ganz tolles anpreisen (es gibt hier eben keine EU-Regularien, die derartiges Verhalten verbieten), aber im Tourismusbereich zu arbeiten, koennte ich mir gut vorstellen. Hier sind viele deutsche Touristen, warum also nicht? Ich moechte zwar immernoch am liebsten im Sportbereich arbeiten, aber vielleicht dauert es bis dahin einfach eine Weile. Man kann eben nicht immer warten, bis das perfekte Angebot vor der Tuer steht, man muss sich auch manchmal erst dort hin arbeiten. Das versuche ich nun! Aber warten werde ich nie wieder so lange wie bei der letzten Firma. Das hat gepraegt! Die suchen uebrigens fuer meine Stelle nach wie vor, sodass ich keine Luecke hinterlassen werde. Wie auch, wenn man anscheinend nicht korrekt behandelt wird…

Nach der vergangenen Woche und all dem emotionalen Drama, schoepfe ich wieder Hoffnung. Und ich bin wieder taetig. Motivation alleine nuetzt nichts, wenn man nicht handelt. Ich bin dabei, drueckt dennoch bitte die Daumen, dass ich schnell ans Arbeiten komme 🙂

 

Ich freue mich auch schon sehr darauf, wenn ich wieder Laufen kann. Eventuell schon morgen, dann mache ich auch mal ein paar Bilder und werde sie zusammen mit den Bildern vom Marathon hier veroeffentlichen.

In einigen Tagen beginnt hier uebrigens wieder die internationale Miami Boot Show, da gibts ueberall die riesigen Yachten zu sehen. Dann denke ich immer an meinen Onkel mit seinem Boetchen. Im Vergleich zu diesen Yachten eher klein, aber es ist seine grosse Liebe. Fuer ihn waere Miami sicherlich paradiesisch, schliesslich gibts hier Wasser und Kanaele ohne Ende, und unter den Bootsinhabern scheint es auch egal, wie gross das Boot ist. Jeder hat hier sein Boot, egal ob Boetchen oder Yacht. Ich persoenlich brauche kein Boot, ich bin ja Laeufer, ich laufe einfach an den Yachthaefen vorbei 🙂 Ich genauso schoen 🙂 Hoffentlich schon morgen, darauf freue ich mich schon sehr. Manchmal finde ich es imposant zu sehen, dass hier Leute ihre dicke Yacht neben einem kleinen Ein-Mann-Boot abstellen. Aber wie gesagt, hier ist es egal, schliesslich teilt man die Leidenschaft fuer das Wasser. Toll finde ich aber immer, wenn diese kleinen Boote in der Naehe der riesigen Kreuzfahrtschiffe vorbei fahren. Das hat echt was! 🙂 Vielleicht sollte mein Onkel das mal probieren: Hier hat er, angesichts der normalen Temperaturen von ueber 25 Grad, den Vorteil, dass er dieser Tage keinen Eisbrecher vorwegschicken muss ueber die Lippe oder den Kanal 🙂 Hier kann er sich zum Sonnen aufs Deck legen. Eine Ueberlegung waere es wert 🙂 Aber ich sage gerne nochmal: So viele sonnige Seiten es hier auch gibt, es gibt auch viele schattige. Einige davon habe ich bereits kennengelernt, damit ist hoffentlich nun Schluss 🙂

 

Morgen geht es weiter! Heute habe ich einiges getan, ich warte nun darauf, die Fruechte dessen ernten zu koennen. Aber ich fackel nicht lange. Spaetens morgen Nachmittag gehts zum Pizzaladen. Als Vegetarierer koennte ich mir besseres vorstellen, als vor Salami und Co. zu stehen, aber auf der Strasse sitzen will ich nun mal auch nicht. UND DAS WERDE ICH AUCH NICHT!

Ich halte euch auf dem Laufenden, aber drueckt ihr mir bitte die Daumen solange 🙂

 

Liebe Gruesse aus der (mich manchmal nervenden anhaltenden Waerme) nach Hamm 🙂

 

LG, Rabea

Wow, das habe ich selten erlebt. Schon oft habe ich den amerikanischen Super Bowl, also das Endspiel der Football Liga im deutschen TV gesehen, aber was hier abgeht, ist echt krass. Die Strassen sind leer gefegt, obwohl Miami nicht mal im Endspiel steht. Miami, die letzten Jahre immer eines der schlechtesten Teams der Liga, interessiert hier aber auch niemanden. Hier gehts nicht darum, WER spielt, hauptsache Super Bowl. So wirklich ist das nicht mein Sport, aber hier im Internet Cafe lasse auch ich mich anstecken von den taktischen Spielzuegen, die mit maennlicher Kraft gepaart sind und gerade deshalb diesen Sport so ausmachen. Wow! Hier ist es ja eher so, dass man beim Sport eine gemeinsame, grosse Party feiert. Also ohne Uebergriffe auf gegenerische Fans. Man hat hier einfach Spass am Sport. Waere ja schon klasse, dass auch mal in Deutschland zu sehen, etwa wenn meine Lieblinge aus Gladbach gegen Koeln spielen. Nur glaube ich nicht, dass das in Deutschland jemals die Strassen leer fegen wuerde, wie es hier der Super Bowl schafft. Ist halt anders hier.

Ich habe mal gehoert, der Tag nach dem Super Bowl ist der Tag mit dem hoechsten Krankheitsstand des ganzen Jahres in den USA. Wenn ich sehe, wie voll die Pubs, Kneipen und Restaurants sind, wundert mich das nicht. Die Halbzeitshow mit Madonna habe ich verpasst, aber so toll find ich die auch nicht. Dennoch bewundernswert, in welcher Form sie ist. Die koennte glatt mitspielen beim Football, den Muskelmaennern wuerde die bestimmt entkommmen mit ihrer Figur 🙂

So, die New York Giants sind gerade Champion geworden. Ich habe gesehen, dass die Miami Dolphins, das Football Team aus Miami, auf der Suche nach einem Trainer sind. Na ja, die sind die letzten Jahre so schlecht gewesen, dass ich der ideale Trainer waere. Ich habe naemlich genauso wenig Ahnung von Football, wie die Dolphins. Klappt es morgen also nicht mit meiner Firma, weiss ich, wo ich mich nun bewerbe 😉

Mit einem Augenzwinkern,

Liebe Gruesse nach Hamm

 

So, langsam gehts dem Fuss besser. Aber kaum fuehle ich mich besser, versuche ich mal Richtung Airport zu kommen und dort mal wegen freier Stellen zu schauen. Haette schon Lust darauf, am Airport etwas zu machen. Wie Herbert Groenemeyer habe auch ich „Flugzeuge im Bauch“ 🙂 Finde diese Gigante der Luefte einfach klasse. Nur: Entweder man schaut vor Ort, sonst klappt es eh nicht mit einem Job hier. Das habe ich bisher oft erlebt hier. Ohne Kontakt geht nix.

Bloed nur, dass ich gerade dann ankomme, als die Air Berlin Maschine Richtung Duesseldorf kurz vom Abflug steht. Und ich bin nicht dabei 🙁 Na ja, ich habe hier noch nichts erreicht. Weder fuehle ich mich hier wohl, noch waere es der Zeitpunkt, um das Auswandern fuer gescheitert zu erklaeren. Ich habe immer gesagt, dass, wuerde ich zurueck kommen, es an den Emotionen haengt. Jeder hat sein gewohntes Umfeld, das zu verlassen, heisst einiges. Vor allem, wenn man gut 7000 Kilometer entfernt ist. Aber an dem Punkt bin ich noch nicht. Und so bringt micht manch Erlebnis am Airport auf andere Gedanken. Mal abgesehen davon, dass ich vor der Anzeigetafel mit den Abfluegen stehe und dort neben Duesseldorf, Franktfurt vor allem auch New York, Caracas, Havana, Rio de Janeiro und auch etwa Kingston und die Cayman Inseln auftauchen. Duesseldorf bringt mich zwar nahe an die Heimat zurueck, aber von den lateinamerikanischen Staedten zu traeumen ist auch schoen 🙂 Fuer einen Moment zumindest…

Da steht gerade eine Auswahl an USA-Fussballern und ich denke nur, hoffentlich ist Schalkes Jermaine Jones nicht dabei. Als er das letzte Mal jemanden mit verletztem Fuss gesehen hat, ist er bekanntermassen darauf getrampelt. Beim DFB-Pokal. Dumm auch, dass ich (zumindest im Herzen) Gladbacher bin, wie Jones‘ damaliges Opfer Marco Reus. Aber nein, Jones ist nicht dabei. Scheint eine Junioren-Auswahl zu sein, die sich gerade auf den Flug macht. Glueck fuer mich 😉 Es bringt mich aber auf andere Gedanken, als an Duesseldorf zu denken 😉

 

Der Weg zum Airport durch Little Havana, der Name verraet es bereits, ist gepraegt durch die spanische Sprache. Kaum ein Schild mal auf Englisch. Und schwupps, schnappe ich die Woerter auf. Im Hotel erzaehle ich einem Halb-Kubaner, Halb-Amerikaner, der jedoch gut Deutsch spricht, weil seine Tochter in Luedenscheid wohnt, von der Tour. Ich erzaehle ihm, dass ich in der Oberstufe an der Schule Spanisch als LK hatte. Kein einziges Wort, das ich dieser Tage hier lese, erinnert mich daran. Das erzaehle ich ihm auch. Im Spanisch LK haben wir beispielsweise ueber die Latifundistas geredet, also die so genannten Grossgrundbesitzer. Der Latino-Amerikaner  sagte mir, er wuerde das Wort nicht mal im Englischen kennen, und ich fange an zu lachen. Ich dachte, man soll im Fremdsprachenunterricht an der Schule auf das Ausland vorbereitet werden? Und dann bleiben bei mir nur die Latifundistas kleben ; ) Und keiner kennt sie. Klar, vor allem geht es darum, die Grammtik und die Satzstruktur einer fremden Sprache kennenzulernen, aber ehrlich, gehts nicht auch etwas naeher an der Praxis? Ich warte immer noch auf die Begegnung mit den Latifundistas… Na ja, dann werd ich denen aber einen erzaehlen koennen 🙂

Ueber das Wochenende erwarte ich, dass der Fuss soweit fit wird, dass ich wieder voll belastbar bin. Mit dem Sport werd ich zwar noch eine Woche warten, aber am Montag habe ich einen Termin bei meiner Firma. Wieder in einer anderen Stadt als beim letzten Mal. Mit dem Bus ganz klasse, habe ich beim letzten Mal doch gut 5 Stunden hin und 6 Stunden zurueck gebraucht. Wir werden sehen. Ansonsten heisst es nicht lange Fackeln und etwas Neues starten. Das ist der Plan und zugleich das Ziel. Wir werden sehen! Montag gibt es jedenfalls eine Entscheidung.

Ich bin uebrigens immernoch verwundert auf die Reaktionen auf meinen Marathon. Ploetzlich will keiner Erasure kennen. Also die Band meiner Kindertage, die ich beim Marathon zeitweilig im Ohr hatte. Erasure ist immernoch Klassiker der 80-er Jahre und die kennt keiner mehr? Ich sage ja, Erasure ist trashig, aber beim Laufen einfach klasse. Herrlich trashig sind die Songs „Sometimes“, „Ship of Fools“ oder auch die Schnulze „Always“. Hach, wie toll fand ich den Saenger Andy Bell doch als ich 10 Jahre alt war 🙂 Na ja, auf den stehe ich heute sicher nicht mehr, aber die Songs sind echte Ohrwuermer. Ausserdem: Wer jemals zu Erasure getanzt hat, weiss vermutlich, warum ich heute mit der Huefte zu kaempfen habe 😉 Nur Spass, aber so toll trottelig tanzt heute (gluecklicherweise) ausser Andy Bell echt keiner mehr. Auch egal, beim Marathon hat mich Erasure begleitet, und bekanntermassen habe ich den Marathon geschafft 🙂 So schlecht kann die Band dann auch nicht sein 😉 Zumindest fuer mich persoenlich. Nur die ganze Zeit koennte ich sie auch nicht hoeren 😉

Insgeheim traeume ich schon davon, in gut einer Woche nochmal auf die Strecke des Halbmarathons gehen zu koennen. Nicht aus sportlichem Anreiz, aber so viel wie hier bislang schief gelaufen ist, ist es immer gut, wenn man kleine Ziele hat. Das Laufen gibt mir Kraft, also wird es mir auch beruflich auf die Beine helfen 🙂

Ich arbeite daran! Euch wuensche ich etwas weniger Kaelte. Aber auch das ist immer eine Frsge des Empfindens: Ich habe hier mal eine Mutter vor einer Schule gesehen, die ihrer Tochter nach Unterrichtsschluss prompt Handschuhe und Schal angezogen hat.  Da waren es 15 Grad hier…

In dem Sinne 🙂 Alles Liebe, Rabea

PS Einige Bilder, ua vom Marathon liefere ich in den kommenden endlich mal nach