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Also eigentlich wollte ich an dieser Stelle mal ein paar nette Bilder von der Gegend, wo ich bin, online stellen. Ich bin immer noch erkältet, war heute aber mal etwas walken und habe dabei ein paar Bilder gemacht. Wenn ich schon nicht laufen kann… Ins Schwitzen kommt man, zumindest hier, jedoch beim walken genauso wie beim laufen – Florida ist ja nicht umsonst der Sonnenschein Staat 🙂 Ich habe die Bilder mit meinem Handy gemacht, finde jedoch gerade das Verbindungskabel für das Notebook nicht. Wenn sich mein Zeitgefühl heute nicht verabschiedet hätte, würde ich das Kabel ja jetzt suchen, aber ich muss mich um andere Dinge kümmern. Das Vorstellungsgespräch, von dem ich dachte es sei Dienstag, ist nämlich morgen. Durch die sechs Stunden, die der Osten der USA Deutschland hinterher hinkt, sehe ich entsprechend am frühen amerikanischen Abend schon das Datum des nächsten Tages – ich hab die Uhrzeit am Notebook immernoch auf deutsche Zeit gestellt. Irgendwie scheine ich mich selbst damit verwirrt zu haben. Unbewusst jedenfalls.

Zudem bin ich heut morgen doch recht spät aufgewacht, dachte ich zumindest. Die Uhr zeigte nämlich halb elf. Na ja, ich habe zwar vergangene Nacht bis fast zum Morgengrauen am Notebook noch Filme geschaut, aber Student bin ich doch schon lange nicht mehr 😉 Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass jede Uhr in dieser Wohnung anders tickt. In der Nacht wurden die Uhren nämlich auf Sommerzeit gestellt. Damit hat sich nun also die Distanz zu Deutschland auf fünf Stunden verringert. Find ich gut, weil dann ist es mit dem Telefonieren nach Deutschland einfacher 🙂

Nach so viel Verwirrung durch Zeit und Datum, bereite ich mich noch etwas auf morgen vor. Sport- und Entertainment-Marekting. Mal sehen! Inzwischen kenne ich diese Erst-Runden-Interviews ja, gewöhnlich gibt es hier ohnehin zwei Runden Interviews, manchmal auch drei. In der ersten Runde hat  man nur einen Moment Zeit, um zu punkten. Morgen muss ich es also besser machen als meine Gladbacher am Samstag: Ich will richtig gut punkten (…und nicht nur mit einem Pünktchen nach Hause gehen….)   

Liebe Grüße, Rabea

Es sind die kleinen Dinge, die mir gerade in diesem geteilten Apartment (12 Mädels) auf den Keks gehen. Der Betreiber der insgesamt zwei Apartments kommt ständig herein. Na ja, ist ja eigentlich auch sein recht. Als seine Lebensgefährtin neulich auf der Suche nach einem verlorengegangenen Gegenstand sämtliche Schubladen mit privatem Kram mal durchgeschaut hat, fand ich das schon mist. Zu allem übel bin ich seit einigen Tagen dick erkältet. Seit ich denken kann, hatte ich noch nie Husten. Jetzt schon, es gibt ja für alles ein erstes Mal. Lustig ist das dann, wenn man zu siebt auf einem Zimmer nachts ist und ich mir die Seele aus dem Leib huste. Das nervt nicht nur die anderen, es nervt mich auch selbst. Also bin ich ins Wohnzimmer für die Nacht umgezogen. Na ja, zunächst kam um halb zwei nachts der Betreiber in die Wohnung, um die Tür zu reparieren. Gute Uhrzeit! Um halb vier stand er dann plötzlich wieder vor mir, weckte mich und meinte, ich könne nicht auf dem Sofa schlafen. Seine Begründung war angesichts des ohnehin versifften und dreckigen Sofas eher lustig als wirklich ernst zu nehmend: Ich könnte ja schwitzen und das Sofa sei dann nicht geschützt. Ah ja! Die anderen Mädels sind wohl auch schon genervt, weil es doch etwas zu viel der Regeln sind. Ich will endlich meine eigene Wohnung! Außerdem will ich endlich mein Versprechen umsetzen und den Heimatkalender Rhynern aufhängen. Immerhin sind wir schon im März, die ersten Bilder aus dem Bezirk sind mir also schon entgangen…

Diese Woche lag ich weitgehend nur flach: Erst Magen-Darm, nun Erkältung. Hätte Mittwoch ein Vorstellungsgespräch gehabt, habe es auf heute verschoben. Warte noch auf die Antwort. Ist eine Sportmarketing-Firma, das wäre schon mein Traumjob 🙂 Dienstag habe ich ein weiteres Vorstellungsgespräch, und mit einer anderen Firma muss ich noch einen Termin vereinbaren. Mit einem deutschsprachigen Magazin stehe ich auch in Kontakt, würde gerne mal wieder etwas schreiben 🙂 Ich mein, das tue ich jetzt gerade auch, aber ich möchte nicht immer nur über mich schreiben 😉

Das Apartment ist bis Anfang April bezahlt. Geld habe ich kaum noch, aber das ist mir langsam auch egal geworden. Zumindest ist klar: Klappt bis Anfang April hier nix, bin ich wieder in Hamm. Einen Vorteil sehe ich darin aber: Da ich seit langen Jahren wusste, ich würde irgendwann auswandern, könnte ich dann anfangen, mir mal etwas aufzubauen. Es war schwierig über jahre hinweg immer wieder denken zu müssen, dass egal was man anfängt in Deutschland, man kann es nicht zuende führen. Das wäre dann vorbei. Pläne hätte ich genügend. Aber so weit bin ich noch lange nicht. Ich bin guter Dinge, dass es bald klappt mit Arbeit. Ich mein, die Vielzahl an Bewerbungsgesprächen ist überwältigend. Es muss eben nur mal eine seriöse Firma dabei sein. Und eine, die mich dann auch will 😉

Es ist gleich Freitagabend. Vermutlich werde ich mir wieder einen uralt-Film holen für den späten Abend. Will gleich etwas spazieren gehen. Wenn ich schon nicht laufen kann wegen der Erkältung 🙁 Allzu viel kann man hier ohne Auto und ohne Geld eh nicht machen. Und wenn man mir meinen Sport wegnimmt, ist das echt gemein. In dem Apartment herum hängen ist auch käse. Einige der Mädels, die hier sind, arbeiten als Models. Kommen alle aus Europa, verdienen sich hier das Geld, und brauchten eine billige Unterkunft. Manchmal denke ich echt, gleich kommt Heidi Klum durch die Tür und vergibt Fotos 😉 Germanys next Top Model lässt grüßen. Es hat aber auch Vorteile: Im Kühlschrank ist immer viel Platz, genauso wie auf dem Sofa. Viel Platz nehmen die Mädels ja nicht weg 😉

Ich wurde übrigens gefragt, wie es hier eigentlich mit dem Weltfrauentag ausschaut. Der war ja am Donnerstag. Mmh.. Ich muss zugeben, ich habe keine Ahnung. Anders als in Deutschland, wo man Infos hier und da aufschnappt, bekomme ich hier nicht mal mit, wenn ein Tornado durch andere Teile des Landes fegt. Gezielt verfolge ich die Nachrichten eh nicht, nur die aus Hamm und Deutschland. Warum? Während ich gestern am Notebook saß, lief nebenbei der Fernseher. Da lief so ne komische Sendung namens ‚Cupcake Wars‘. Richtig, da haben sich einige Bäcker um die besten kleinen Kuchen duelliert – vor einem TV-Publikum. Spätestens dann weiß ich, warum ich das amerikanische Fernsehen gar nicht erst sehen will. Die wichtigsten News gibts schließlich auch über deutsche Internetseiten 😉

Ich greife das Frauen-Thema aber dennoch kurz auf, weil es hier schon einen Unterschied gibt. Liegt hier aber auch an den Rechten, die aber (wie ich nun mehr merken musste) gerne auch mal ausgespielt werden. Arbeitgeber können sich hier so eine Art Gütesiegel geben lassen, dass sie die Gleichberechtigung fördern – in jeder Hinsicht. Man hatte mir hier aber mal erzählt, dass jeder Arbeitgeber mindestens drei Bewerber für ein Vorstellungsgespräch einladen muss – weil er sonst verklagt werden könnte wegen Diskriminierung. So weit das Recht. In Deutschland ist es, zumindest auf dem Papier, ja ähnlich.  Einige, mit denen ich hier gesprochen habe, haben aber schon die Erfahrung gemacht, dass man im Endeffekt nur eingeladen wird zum Gespräch um diese Regelung einzuhalten. Interessanterweise finde ich ist in der Arbeitswelt hier aber kein Unterschied zwischen männlein und weiblein, egal in welchen Positionen. Gut finde ich daher die Bewerbungen selber, weil man dort kein Foto mitsendet. Auch das liegt an der vermeintlich dadurch drohenden Diskriminierung. Hat der Weltfrauentag hier wirklich Bedeutung? Vermutlich wird es auch hier Frauenrechtler geben, ebenso wie häusliche Gewalt und Diskriminierung etc., aber wenn man durch die Straßen Miami Beachs durchgeht und lauter halbnackte Traumkörper auf High-Heels (oder eben auch Turnschuhen) sieht, dann ist es schwierig sich darüber ein Urteil zu erlauben 😉 Vorhin war ich ja in Hollywood, nördlich von Miami, dort mag das wieder ganz anders ausschauen.  

Apropos: Was ich hier schon ganz oft gesehen habe, ist, dass für die großen Supermärkte oftmals geistig- oder auch körperlich behinderte Menschen arbeiten, beispielsweise als Einpackhilfe oder um die Einkaufswagen auf den Parkplätzen einzusammeln. In Deutschland leistet die Lebenshilfe einen sehr schönen Beitrag zur Integration aller Menschen, daher frage ich mich manchmal selbst, wie man das hier bewerten kann. Ist das gut oder ist das ein ausnutzen? Im Publix Supermarkt sehe ich immer eine Einpackhilfe, ich vermute bei ihr das Down-Syndrom. Sie ist immer super freundlich und hilfsbereit, ich habe schon den Eindruck, es macht ihr Spass dort zu arbeiten. So gesehen, sind auch Menschen mit Behinderung hier ganz normaler Teil der Arbeitswelt. Manchmal, wenn man Menschen mit schwerwiegenden Behinderungen sieht, frage ich mich schon welches Schicksal dahinter steckt. Die Integration der Menschen finde ich super, ich hoffe nur, dass es niemals so etwas wie ein Ausnutzen gibt. Die Frage würde in Deutschland vielleicht nicht in dem Maße gestellt, aber wegen des etwas seltsamen Gesundheitssystems hier, schließlich sind mit mir mehr als 30 von über 300 Millionen Amerikaner nicht krankenversichert, muss man die Frage schon stellen. Eigentlich freue ich mich aber immer diese Menschen im Supermarkt und Co. zu sehen. Ich hoffe, es macht ihnen wirklich Spaß 🙂

Mit diesen Gedanken gehts ins Wochenend. Ich warte auf die Antwort der Firma von heute und bereite die Gespräche der nächsten Woche vor!

Liebe Grüße

Morgen habe ich wieder ein Vorstellungsgespräch. Bereits bei meinem letzten Miami-Aufenthalt habe ich mich mal probeweise beworben, und genau die Firma, zu der ich morgen fahre, wollte mich damals haben. Da war ich aber gerade wieder in Deutschland, sodass das nicht geklappt hat. Genau diese Firma sitzt in demselben Office, in der auch meine ehemalige Firma saß. Lustig, oder? Na ja, die machen die Werbung für viele große Sport-Teams aus Florida, klingt ja interessant. Aber: Mein Eindruck ist, dass sie ähnlich wie meine ehemalige Firma aufgestellt sind. Erst Training, dann auf Provision arbeiten. Wissen tue ich es nicht, aber alles deutet darauf hin. Eigentlich, so müsste man denken, bin ich blöd, wenn ich morgen dort hinfahre. Aber: Was habe ich noch zu verlieren? Meine Sicherheit besteht darin, jeden Tag kündigen zu können. Ich stehe noch mit einigen Firmen in Kontakt, solange sollte ich aber diese Tür nicht verschließen. Die Rahmenbedingungen, nicht nur finanziell, haben sich verändert für mich, sodass ich nun jede Chance nutzen muss. Auch wenn ich erahnen kann, dass ich mit dieser Firma böse hinfallen kann. Der Unterschied zu sonst ist nur, dass ich weiss worauf ich mich einlasse. Da ich es aber nicht zu 100% weiss, muss ich es morgen ausprobieren. Wir werden es morgen sehen!

In dem Apartment wo ich gerade bin, fühle ich mich recht wohl. Gut, mir fehlt ein eigenes Zimmer zum Zurückziehen, aber es gibt schlimmeres. Gestern habe ich dann auch endlich ‚Die Schrillen vier auf Achse‘ leihen können und mir einen ruhigen Abend gemacht. Seit drei Tagen habe ich grosse Probleme mit Magen-Darm, sodass derzeit eh nicht viel anderes möglich ist. Chevy Chase hat mich zumindest zum Lachen gebracht 🙂 Sehr sogar.   

Von den Mädels, die hier sind, sind einige am arbeiten. Eine Deutsche ist auch dabei und eine Holländerin arbeitet als Model. Über die Amerikaner denken wir alle sehr ähnlich: Man kann hier prima Leute kennenlernen, aber wirkliche Freundschaften bilden sich hier fast nie. Zu oberflächig ist es hier. Ich kann nur für Miami Beach sprechen, in anderen Teilen Floridas ist das anders. Das weiss ich aus Erfahrung, pauschalisieren darf man daher nicht. Die Holländerin hatte mich aber schon gefragt, ob sie beim nächsten Mal mit mir laufen kann. Klar, warum nicht. Auch hier gilt: Pauschalisieren darf man nicht. Das Klischee des doofen Models gilt nicht. Ausserdem habe ich schon so viele Mädels hier gesehen, die aussehen wie Pamela Anderson aber laufen wie ein Kenianer. Überrascht bin ich immer, aber man sollte einfach keine Vorurteile haben. Diese Erfahrung habe ich hier aber schon oft gemacht – dafür bin ich auch dankbar. Ich erinnere mich daran, als ich mal im Bus saß und ein ziemlich Ghetto-mäßig dreinschauender und entsprechend gestylter Typ neben mir saß. Typ Rapper, der erstmal einen auf dicke Hose machte. Als dann eine Frau in den Bus einstieg, aber nicht das passende Geld für den Bus hatte, war dieser Gangster-Rapper der erste, der aufsprang und seine Hilfe anbot. Nicht nur, dass er der Frau das Geld wechselte, er hat ihr die 2 Dollar einfach geschenkt. Solche Dinge sehe ich hier öfter, aber eben nicht in Miami Beach, sondern nur da, wo die ‚wirklichen‘ Menschen leben.

Jedenfalls arbeitet das deutsche Mädel in einem Restaurant. In jenem Bereich, wo ich es bereits probiert habe, Arbeit zu bekommen. Mein Status als Resident unterscheidet mich von ihr, sie hat mir von ihrem schweren Kampf um die Stelle erzählt. Für mich, als Resident ist es noch schwieriger Arbeit zu bekommen. Morgen werd ich es nach meinem Vorstellungsgespräch in Hollywood daher nördlich von Miami in Hollywood erneut probieren. Das deutsche Mädel hat mir aber weitere Tipps geben können. In den Fitness-Studios hier habe ich mich bereits mehrfach für den organisationellen Bereich beworben. Antworten: Null. Ich werde in den kommenden Tagen die Studios mal abklappern und nachfragen, ob die Trainer suchen. Für die Trainingsfläche wäre das kein Problem, einen Kurs geben schon eher. Ich meine, Kurse mitmachen find ich blöd, selbst geben find ich aber klasse. Eine Lizenz habe ich nicht, sodass ich es in diesem Bereich schwer haben würde. Ich will mal sehen, wie weit ich ohne Lizenz komme. Die meisten Trainer(innen), die ich hier gesehen habe, sehen so aus, als wären sie gerade bei ‚Baywatch‘ entschwommen. Ich werde anfragen, ob ich nicht mal probeweise arbeiten darf und versuchen die Leute vom Hocker zu reissen. Dann werde ich nur auf meine Gladbach-Shorts verzichten müssen. Ich glaube, ich wäre die Einzige, die die Shorts scharf findet 😉 Als Trainer musst du hier schlagfertige Argumente liefern und die auch gut verpacken. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Für diese Woche habe ich entsprechend noch einige Pläne. Auch mit der deutschsprachigen Zeitung hier werde ich mich nochmal in Verbindung setzen. Habe bereits eine Idee. Heute Abend gehe ich das in Ruhe an.

Trotz Magen-Darm werd ich jetzt mal versuchen zu Laufen, vielleicht hilft es ja. Ausserdem werd ich vom vorm-Notebook sitzen sicherlich auch kein guter Trainer 😉

In dem Sinne, bis die Tage!

 Rabea

Inzwischen wundert mich hier nichts mehr. Weder, dass Hundebesitzer ihren Vierbeiner im Kinderwagen durch die Gegend schieben, noch manch komische Beobachtung bei der Arbeitssuche. Gestern hatte ich eine Einladung von einer der großen Autovermietungen bekommen, mich bei denen für das Management-Trainee-Programm zu bewerben. Über ein Internet-Karriereportal hätten sie meinen Lebenslauf gesehen und Interesse an mir, hieß es. Also habe ich ne gute Stunde daran gesessen, das Formular auszufüllen. Es fragt eins zu eins die Informationen aus dem Lebenslauf ab. Also aus jenem Lebenslauf, der vermeintlich das Interesse der Firma an mir geweckt hat. Heute kam schon die Antwort: Kein Interesse, aber alles Gute! Dafür, dass sie auf mich zugekommen sind, fand ich das schon komisch. Aber mich zu wundern, wäre verschwendete Zeit.

Gleich rufe ich bei einer anderer Firma zum Vorstellungsgespräch an. Ist wieder mal weiter weg von hier, sodass ich dann zumindest die Gelegenheit nutzen könnte, dort auch noch mal in den Läden wegen kurzfristiger Arbeit nachzufragen. Man sagte mir schon mehrfach, dass es außerhalb von Miami und Miami Beach etwas leichter sein könnte. Miami hat eine furchtbar hohe Arbeitslosigkeit, zudem sind hier viele Menschen ‚ohne Papiere‘, die darauf hoffen, durch einen netten Arbeitgeber an diese Papiere zu kommen. Und natürlich gibt es hier immernoch sehr viele illegale. Das macht die Suche nach kurzfristiger Arbeit, sprich im Niedriglohnsektor, sehr sehr schwer. Alle wollen diese Jobs, zumal hier ja das Prinzip ‚Hire and fire‘ gilt, sodass man quasi jeden Tag wieder seinen Job verlieren kann. 

Hoffe, dass mein Magen nun wieder fit ist und ich heute mehr als in den vergangenen zwei Tagen bewegen kann.

Liebe Grüße nach Hamm

‚Dann und wann‘ geht mir der Film ‚Das Streben nach Glück‘ mit Will Smith und seinem Sohnemann Jaden durch den Kopf. Der Film, der vor einigen Jahren heraus kam, handelt von einem jungen Paar, das sich wegen seiner schwierigen Lebensbedingungen trennt, und plötzlich steht Will Smith mit seinem Sohn (der auch in echt sein Sohn ist) da. Die beiden tingeln von Obdachlosenheim zu Obdachlosenheim und Will Smith probiert seinem Sohn trotz allem eine schöne Kindheit zu bieten. Will Smith bekommt schliesslich ein Praktikum, arbeitet gratis, hofft aber auf seine Chance. Soweit der Film, soweit die Theorie. In echt ist es nicht anders. Hier zumindest.

Nachdem am Freitag bei diesem deutschen Discounter nicht alles lief wie erhofft (ich fasse es gleich zusammen), habe ich nun Plan C (vermutlich ist es sogar Plan D oder E) herausgekramt. Wegen Spring Break und der proppevollen Hostels, musste ich umziehen. Vor dem deutschen Doscounter wollte ich raus aus Miami, durch das Vorstellungsgespraech sah ich aber eine neue Chance es hier zu packen. Schwierig genug die finanziellen Mittel zusammenzubekommen, ich bin seit Freitagnacht in einem Apartment. Eine normale Wohnung, nur eben mit einigen Menschen mehr als in einer Wohnung 😉 Heute, Montag, habe ich das Angebot des Besitzers angenommen und habe die monatliche Rate bezahlt. Heisst, ich haber erneut (!) Geld leihen muessen, habe aber den Monat bis in Anfang April zumindest sicher. Sicher in sofern, als dass ich ein Dach ueber dem Kopf habe. Breakfast included 😉 Ich mag gar nicht verrraten, wieviel Geld ich gerade mit mir habe, es ist das letzte Geld, es wird kaum fuer einen Monat reichen. Selbst der Hartz-IV-Satz in Deutschland istviel hoeher, aber was versucht man nicht alles, um es doch noch zu schaffen.

Freitag war ich bei dem Discounter. Wieder habe ich Stunden und Geld in Kauf genommen. Na ja, für die Position, um die ich mich beworben habe, reicht es nicht. Einen Kommentar spare ich mir an dieser Stelle, aber die sagten, sie melden sich innerhalb eine Woche. Nicht für die Stelle als Manager Trainee, aber als Kassierer. So ähnlich eben 😉 Man kann dort aufsteigen in der Firma, in so fern wäre ich auch bereit, auf diesem Level einzusteigen. Weil: Was nützt der sehr gute Master-Abschluss an einer deutschen Uni, wenn man keine Arbeit bekommt?! Ich denke: Wenn ich die Qualität habe, um es nach obene zu schaffen, schafee ich es auch von unten aus! Ehrlich! Aber: Bis dahin wären es zwei weitere (also drei insgesamt) Interviews. Mal sehen!

Ich habe am Wochenende langs überlegt, was ich mache. Mittwochs fliegt meine Lieblings-Airline am günstigstens nach Düsseldorf. Also: Entweder das, oder ich gehe an den (ohnehin) geliehenen Not-Groschen. Letzteres habe ich getan, sodass ich nun mittellos bin. Ich nehme es mit Humor: Eine Diät kann ja nicht schaden, die Preise sind hier sehr (!) hoch, auch für Lebensmittel. Ich bin nicht an dem Punkt, an dem es mich umbringt. Und wenn ich nach Deutschland zurück kommen würde, würde ich wenigstens wirklich alles ausgeschöpft haben. Auf dem Billiglohn-Sektor habe ich mich probiert, daran liegt es nicht. Die Kritik aus Deutschland, ich würde doch nur am Strand liegen und nichts tun, lässt mich kalt. Ich weiss, was hier alles passiert ist, die Bedingungen kannet ich vorher. Viele meiner Befürchtungen sind eingetroffen. Leider. Manch Unvergesehene eben auch schlimmer.

Heute ist Montag: Ich habe erneut Einladunge zu Vorstellungsgesprächen, und in einem Sandwichladen (man kennt die Firma auch in Deutschland) suchen die auch Leute. Dort gehe ich morgen hin, nachdem ich seit dem Morgen am Rechner sitze und wieder Antworten auf Bewerbungen gebe. Zu der einen schreibe ich die Tage mal etwas. Seit gut zwei Tagen habe ich es mit Magen-Darm und leider auch mit dem Rücken. Habe mir wohl Böse etwas verdreht, es drückt wie sau am Rücken 🙁

Na ja, eine Firma hat mich angeschrieben, ob ich nicht an  einer Bewerbung bei denen Interesse hatte. Hatte ich schon vorher, nur diverse Dinge haben mich abgehalten. Also habe ich mich nun beworben.

Dann waren heute noch zwei Firmen: Eine deutschsprachige Zeitung, der ich nachher antworten will und eFine Firma, dir direkt im Büro neben meine ‚alten‘ Firma sitzt. Gebt mir etwas Zeit, um meine Gedanken zu ordnen, nachher schreibe ich etwas dazu!

Für morgen steht mein Programm. Ich kann eben nichts planen, muss immer schauen, was passiert. bei mind. einer Firma werde ich morgen vorstellig, bei zwei weiteren melde ich mich telefonisch.

Den späten Abend werd ich wohl damit verbringen, eventuell habe ich noch etwas Zeit zum Laufen. Mal sehen. Bin seit Tagen auf der Suche nach dem Film ‚Die Schrillen vier auf Achse‘, Gott, wie ich den Film liebe. Muss gleich umziehen, danach gehts ins Zimmer nebenan. Mit Küche, zwei Bädern und Wohnzimmer. Ich hoffe, ich kriege die alten Chevy Chase Klassiker noch. Habe gestern ‚Big‘ mit Tom Hanks auf dem Notebook gesehen, ich liebe diese alten Filme. Nach zwei ;onaten in ’normalen‘ Hostels ist es toll, einfach mal sich hinzulegen, auszubreiten und einen Film zu schauen.  Mit Chevy Chase werd ich eh alleine vorm Fernseher sein, aber das ist okay. Wer die ‚Schrillen vier auf Achse‘ kennt, weiss, wovon ich rede. Der Film rettet jeden noch so bloeden Abend! Vielleicht klappts heut endlich, dass ich den Film sehen kann.

Liebe Grüsse aus Miami Rabea

Die erfreuliche Nachricht zuerst: Am Abend habe ich einen Anruf bekommen, Freitag habe ich bei dem deutschen Discounter mit den blau-weissen Tueten mein Vorstellungsgespraech. Klar, ich freue mich, sehe es aber nun auch als letzte Chance an, in den USA Fuss zu fassen.

Der Hintergrund: Morgen muesste ich eigentlich aus meinem Hostel auschecken, das wollte ich auch so, weil ich mich morgen auf Reise in den Zug setzen wollte. Ich war heute nochmal den Tag ueber unterwegs, habe es in einer der etwas wohlhabenderen Staedte neben Miami, Doral, nochmal in einer grossen Mall probiert, ob nicht doch noch etwas kurzfristig an Arbeit moeglich waere. Dort wollen die fuer die kleineren Verkaufslaeden vor allem bilinguale Leute, also fliessend Englisch und Spanisch. Keine Chance also! Jedenfalls habe ich nun noch mal eine Nacht in dem Hostel verlaengern koennen, danach wechsel ich fuer drei Tage in ein geteiltes Apartments. Klingt gut? Es ist Spring Break, fast alles hier ist ausgebucht, fuer die vier Naechte habe ich nun so viel bezahlt, wie ich normalerweise fuer ein Einzelzimmer im Hotel in Rhynern zahlen muesste. Das war nicht geplant, aber ich moechte das Vorstellungsgespraech am Freitag machen. Damit setze ich nun aber viel auf eine Karte, das Geld, um noch nach New York weiterzukommen, habe ich nun nicht mehr. Na ja, nach New York kaeme ich schon, aber ohne Dach ueber dem Kopf ist NYC auch nicht so dolle 😉

Ich gebe Freitag beim Gespraech alles, wuerde diese Stelle sehr gerne bekommen und stolz sein, fuer eine deutsche Firma im Ausland arbeiten zu duerfen.

Mehr Gedanken kann ich mehr derzeit nicht machen. Mick Hucknall sang mit seiner Band Simply Red immer so schoen „Money“s too tight to mention“. Ich gebe ihm recht, leider 😉

Ich moechte eigentlich noch nicht raus aus den USA, aber mit einem potentiellen Rueckflug musste ich mich ja schon laenger beschaeftigen. Die Preise kenne ich also. Aber daran denke ich nun nicht. Nur: Die ganze Situation wird langsam erdrueckend.

Ich denke an Freitag. Beziehungsweise, damit ich wieder den Kopf frei bekomme, um an Freitag denken zu koennen, werde ich gleich Laufen gehen. Wenigstens das kostet hier mal nichts!

Ob ich mich vor Freitag noch melde, weiss ich noch nicht. Morgen steht Waesche waschen und vorbereiten auf dem Programm. Na ja, wenn ich gleich noch eine Waescherei finde, die 24 Stunden aufhat, erledige ich das gleich noch. Ist nur immer nervig, weil man so lange warten muss, bis die Waesche fertig ist. Es hat eben auch Nachteile so viel Sport zu machen 😉 Habe eh keine Lust in das Zimmer zurueckzugehen. Dort wird nie (!) sauber gemacht, auf Beschwerden reagieren die nicht und das Maedel, das im Moment das Zimmer mit mir teilt, kann nachts aus Angst nicht ohne Licht schlafen. Ja klasse.

Apropos Macken: Als ich vorhin zum Bus-Umsteigen am Airport war, habe ich eine Frau gesehen, die wirklich alles in den Schatten gestellt hat, was ich hier bezueglich Hunden je erlebt hab. Viele Hunde muessen hier wohl behindert auf die Welt kommen, anders kann man es sich doch rational gar nicht erklaeren, dass diese Vierbeiner (!) staendig in den Handtaschen – meistens natuerlich auch noch sehr teuren – ihrer fast ausschliesslich weiblichen Beistzer durch die Gegend getragen werden. Schlimm genug, daher auch mein Unverstaendnis. Aber diese, und das setze ich in fette Anfuehrungsstriche, „Hundeliebhaberin“ hat ihrer Wauwi in einem umgebauten Kinderwagen durch die Gegend gefahren. Kein Scherz, da war ein Fress- und Trinknapf eingebaut. Da blieb mir wirklich fast die Spucke weg!

Ich mache jetzt das, was die Hunde hier nicht duerfen: Laufen 🙂

Drueckt die Daumen fuer Freitag. Danke fuer eure Unterstuetzung an alle. Bin immernoch selbst ganz baff von der breiten Unterstuetzung! Gany lieben Dank dafuer! Waere nur mal an der Zeit, dass wir gemeinsam etwas feiern koennen. Vielleicht schon Freitag!? Ich gebe mir Muehe!

Bis dann!

 

Mir faellt echt nichts mehr ein zu diesem, in fetten Anfuehrungsstrichen, rechtsschaffenden Staat. Manchmal waehne ich mich in einem Staat in der dritten Welt, nicht in den USA. Mit der Polizei bin ich neulich schon, zu unrecht, aneinander gerasselt. Statt zu helfen, wurden sie beleidigend. Heute passiert wieder so etwas. Nur eine kleine Sache, aber zum widerholten Mal interessiert sich die Polizei nicht fuer die Belange der „kleinen Leute“ – das zumindest ist meine Erfahrung hier.

Was ist passiert? Da hole ich mir eben etwas zu essen, knapp zehn Dollar kostet mich mein Abendessen, es ist ohne Extras, ohne Trinken. Ich setze mich mit meinem Essen – wie so oft – vor das riesige Anwesen der Miami Beach Police, bekomme aber Durst. Minutenlang steht mir ein Polizei-Officer gegenueber, er sieht  mich die ganze Zeit. Ich gehe zum Getraenkeautomaten, schmeisse 1.25 Dollar hinein und nix passiert.Ich haue gegen den Kasten, hoffe, mein Getraenk faellt dann heraus. Irgendwann trabt der Officer zu mir, sagt mir, der Automat funktioniere nicht. Ich sage ihm, ich habe aber bereits mein Geld dort hineingeschmissen. Er sagt, ich solle die angegebene Telefonnummer anrufen, vielleicht erhalte ich mein Geld zurueck. Stinksauer wie ich in den Moment bin – sorry, aber dieser „Officer“ hat mir minutenlang beim Essen zugesehen und gesehen, wie ich in aller Seelenruhe mein Geld in diese Maschine geschmissen habe – habe ich fuer dieses Verhalten kein Verstaendnis. Es ist das x-te Mal, dass ich von dieser Polizei hier enttauescht bin, und ich frage mich, wie Praesident Obama so etwas verantworten kann?! Es sind schwerwiegende Dinge, die ich hier gesehen habe, die Polizei handelt aber nicht. Diese Kleinigkeit mit dem Getraenkeautomaten bringt, fuer mich, das Fass zum Ueberlaufen.

Ich hatte immer meinen Glauben an diesen Staat, dieser Glaube hat mich verlassen. Warum so viele Europaeer die USA so kritisch sehen, kann ich vielleicht sogar nach und nach verstehen. So, wie sich Praesident Obama gibt, gibt es Hoffnung fuer das Land. Aber nicht alle sind wie er. Leider. Gerade der anstehende Wahlkampf macht seine Hoffnungen zunichte. Ich glaube an ihn, der Glaube an die USA geht mir aber langsam aber sicher floeten. Auch wenn im Endeffekt nur das Handeln einiger weniger Personenen ausschlaggebend ist. Barack, handel! Schnell!

Wer glaubt, alles sei immer prima in den USA, der irrt. Aber: Die Hoffnung auf Besserung stirbt zuletzt. Die USA sind kein Paradies, gerade Sued-Florida mit der hohen Arbeitslosigkeit nicht. Anscheinend haben die, die einen sicheren Job haben, aber auch keine Ahnung vom Umgang mit den Menschen. Ich sage nochmal: Es ist meine Erfahrung, jeder andere kann da anders denken.

Was die Praesidentschaftswahl demnaechst hier bringt, fragt sich im Moment

eure Auswanderin

Hey zusammen,

Gladbach hat unentschieden gespielt, die Westfalia Rhynern hat ihr Spiel abgesagt und ein Messerstecher treibt in Hamm sein Unwesen. Drei Gründe, derzeit nicht nach Deutschland zurückzugehen 😉 Aber mal ehrlich: Hier in Miami Beach bin ich mit meinem Latein am Ende was die Arbeitssuche angeht und von der Stadt und den Leuten habe ich hier schon längst genug. Natürlich gibt es hier tollte Momente, nette Begegnungen. Wie oft haben mir hier schon Leute ihr Busticket in die Hand gedrückt, wenn sie gesehen haben, dass ich gerade die 2 Dollar für die Fahrt herausgekramt habe?! Hier macht man das eben – aber nur dort, wo die ‚wirklichen‘ Menschen leben. Es sind schöne Momente, aber die sind viel zu selten und vor allem kann ich mir davon nichts kaufen. Die Erfahrungen die ich hier mache (und auch schon auf meinen USA-Reisen zuvor) haben mich geprägt, positiv, sie haben mich weltoffener gemacht. Die Erfahrungen und die Werte und Einstellungen, die ich daraus ziehe, kann mir auch niemals wieder jemand nehmen. Ich habe hier gelernt, dass jeder machen kann und sein will, wie er will – solange er die Freiheit keines anderen beraubt. Die Leute sitzen hier im Bus und singe, egal wie blöd es daherkommt. In Deutschland hat man mich immer komisch angeschaut, wenn ich beim Laufen singe. So what? Mir egal, ich hab Spaß. Sollten die Kritiker auch mal probieren 🙂

Jedenfalls: Freitag habe ich in Fort Lauderdale im riesigen Hotel beim Hiring-Event des deutschen Discounters mit den blau-weissen Tüten meine Bewerbung abgegeben. Yo, mehr ist dort nicht passiert. Jeder Bewerber, egal ob für die Kassierer-Tätigkeit oder als Manager-Trainer, wie ich, musste zwei Seiten Bewerbung ausfüllen und schon konnte ich wieder die Reise nach Miami antreten. Insgesamt war ich knapp neun Stunden unterwegs, dachte, man könnte zumindest mit den Unternehmensvertretern sprechen. Es hieß, sie melden sich bei denen, an denen sie Interesse haben. Mal wieder warten.

Ich habe nun bis Mittwoch mein Zimmer bezahlt, ich will meine Zelte aber hier abbrechen. Montag will ich zwar noch mal einen Kontakt knüpfen, aber ich sehe mich um. Raus aus Miami. Per Zug würde es gut sechs Stunden bis Orlando dauern, knapp 32 Stunden bis New York. Es ist das letzte Geld für mich, aber ich will noch mal etwas anderes probieren. Wollte ich neulich auch, bis dann wieder Einladungen zu Vorstellungsgesprächen kamen. Ich werde mich in den nächsten beiden Tagen weiter umsehen, wie es jobmäßig aussieht in den Städten, dann treffe ich eine Entscheidung. Wenn, dann will ich Mittwoch weg. Per Flug wäre zwar einfacher, durch mein vieles Gepäck aber auch sehr, sehr teuer. Ach ja, Fort Lauderdale ging nicht. Die ersten Studenten sind da, die nächsten zig tausend kommen in den nächsten Tagen. Es ist Spring Break, also Uni-Ferien. Damit sind alle günstigen Übernahctungsmöglichkeiten hier ausgebucht. Noch ein Grund raus aus den Strandregionen zu gehen! Ich hätte ein Zimmer in Fort Lauderdale haben können, laut Internet. Der Besitzer war aber weder telefonisch erreichbar, noch hat er per Email geantwortet. Wie immer hier also.

Ich will mal sehen, wohin meine Reise geht. Wenn ich nicht meine zwei schweren Taschen plus Rucksack dabei hätte, würde ich es wie Forrest Gump machen: Einfach laufen, immer weiter laufen und auf eine Eingebung warten 🙂  

Laufen macht mir im Moment hier auch keinen Spaß mehr. Die Hüfte tut mal wieder tierisch weh, gezieltes Training wirkt im Moment nicht. Na ja, Forrest Gump hat es auch geschafft trotz körperlicher Defizite zu laufen wie ein Weltmeister, also werde ich mir gleich ein Beispiel daran nehmen. Run, Rabea, Run! Ich werde Korn, lange Jahre meine Lieblingsband und mehrfach live gesehen, laut aufdrehen und dann laufen. Dann merkt man die Hüfte nicht mehr, zumindest erstmal nicht. Werde gleich die rockende Läuferin sein 🙂  Hänge schon den ganzen Tag mal wieder im Internet, um zu schauen, was ich nun machen kann und wie es beruflich weitergehen kann. Zwischendurch etwas anderes zu tun ist da schon gut.

Ich habe übrigens gesehen, dass diese eine Firma, bei der ich neulich zum Vorstellungsgespräch war und zunächst 5 Dollar für die vermeintliche Registrierung zahlen musste, für andere Stellen wieder Leute sucht. Nur der Pizzaladen mit diesem Charmebolzen als Besitzer – sorry, sein Charme ist genauso fettig wie die Pizza dort – sucht im Moment keine Leute, ähm Mädels. Mal sehen, wie lange 😉  Inzwischen habe ich ja einigermaßen den Arbeitsmarkt hier ‚durchschaut‘, gewisse Muster lassen auf Abzocke usw schliessen. Aber nochmal: Auch diese Erfahrungen muss man leider erst machen. Wie soll ich das vorher wissen? Das einige Mittel dagegen: Kontakte. Die haben mir zu Beginn gefehlt. Nun denn. Ich sehe weiter, aber bald woanders als hier. Das Problem wäre nur, dass ich vorwiegend Klamotten für Florida, also für warmes Wetter, dabei habe. Na mal sehen!

Ich werd jetzt mit Korn, also der Band, im Ohr etwas Laufen. Und dann schauen welche Stadt mich reizen könnte 🙂

Liebe Grüße

Zugegeben: Ich habe es gestern schwer verdaut, dass mich erneut eine Firma hat haengen lassen. Irgendwie hing ich in den Seilen, vor allem gefuehlsmäßig. Es war nicht das erste Mal, dass so etwas hier passiert ist. Es sind ja viele Dinge schief gelaufen, auch Dinge, die ich nicht im Detail im Blog geschildert habe. Klar, schließlich versucht man manchmal Dinge auch anders zu verdauen. Zumindest, wenn sie einen eher negativ beeinflussen.

Ich weiß nur, ich habe keine Lust mehr auf Miami Beach, die Stadt, die ich noch nie gemocht habe. Nur beim Durchlaufen beim Marathon, aber das ist keine Basis. Morgen steht der so genannte Hiring Event an bei dem deutschen Discounter. Es findet in einem Hotel statt. Man gibt seinen Lebenslauf ab, sagt, fuer welche Stelle man sich bewirbt und vor Ort wird entschieden, ob man sich vorstellen darf. Ich kenne die Firmenpolitik, die Firmenphilosophie, ich hoffe darauf. Ansonsten suche ich in Fort Lauderdale etwas Kurzfristiges. Mir haben einige Leute dazu geraten, außerhalb des Tourismus von Miami Beach nach Arbeit zu suchen. Sie haben ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich, ich glaube ihnen also! Es ist für mich (vor allem finanziell bedingt) die letzte Chance.

Bisher bin ich seit dem Marathon in 2009 nach Fort Lauderdale gegangen, weil ich dort damals Kevin kennengelernt habe. Wir hatten nie viel Kontakt, nie eine wirkliche Freundschaft, aber wenn man jemanden dort kennt, ist das Grund genug, zurückzukommen. Das Hostel, wo ich immer war, ist inzwischen aus Kostengründen dicht und Kevin ist zurück in seinen Heimat-Bundesstaat gegangen. Nichts zieht mich nach Fort Lauderdale gerade, aber ich kann kaum noch ruhig schlafen in Miami Beach – letzte Nacht habe ich wieder gar nicht geschlafen – und ich will jetzt weg hier. Nachher schaue ich, wo ich dort unterkommen kann. Mit dem Bus dauert es gut 3 Stunden dort hin, mit zwei schwerern Taschen plus Rucksack muss ich früh morgens los. Sind erstmal die Touristen im Bus, gibts wieder Theater, weil meine Taschen denen Platz wegnehmen. Also gehe ich jetzt eben Laufen, danach Wäsche waschen (dauert alles in allem wieder etwas über vier Stunden), und danach übe ich weiter für das (eventuell stattfindende) Vorstellungsgespräch.Es ist meine letzte Chance, um Fuss zu fassen. Ich weiss das, ich will das nicht ungenutzt lassen. Ehrlich!

Vorhin habe ich mir mein Mittagessen im Supermarkt geholt. Südstaaten-Kartoffelsalat. Na ja, klingt toll, ist aber nix anderes als deutscher Kartoffelsalat, der hier den Südstaaten der USA zugeschrieben wird. Mir egal, wer das Rezept erfunden hat, er schmeckt zumindest nicht schlecht 😉 Und Pizza mag ich bekanntermaßen auch nicht mehr, sodass ich auch gerne mal etwas anderes esse, als das amerikanische Fast-Food, zumal ich es als Vegetarier eh schwer habe hier. Mit meinem Kram an der Kasse angekommen, liegt sie da. Hübsch. Friedlich. Tot. Whitney Houston. Ein amerikanisches Tratsch-Blatt hat sie tot im Sarg auf dem Titel abgebildet und listet stolz auf dem Titelblatt den Wert des Zeugs (Juwelen usw.) ab, den Whitney in ihre letzte Ruhestätte mitnimmt. Oh mein Gott! Wo bleibt der Respekt? Ich meine, es gibt sicherlich Leute, die diese Bilder gerne sehen. Aber hey, wer denkt an die Ethik, an Respekt, an überhaupt etwas? Ich war über neun Jahre selbst Journalist, es hat mir Spass gemacht, mit Menschen zu arbeiten, über sie zu berichten. Aber diesen Trash- und Paparazzi-Journalismus hätte ich niemals machen können. Jeder Mensch verdient Respekt, was die amerikanischen Medien da allzu oft machen, ist einfach respektlos. Tage vor ihrem Tod haben diese, im Display jedes amerikanischen Supermarkts ausgelegten Klatschblaetter, noch ueber Whitney hergezogen. Kaum ist sie tot, heisst es plötzlich, werbewirksam und in Anlehnung an ihren Super-Hit „We will always love you, Whitney“. Oh no, Leute, das ist echt peinlich. Jedes Unternehmen will Geld verdienen, natürlich. Kann ich verstehen. Aber so etwas geht gar nicht. Mein Essen in der Hand, bekomme ich nun die tote Whitney präsentiert. Hunger habe ich natürlich dennoch, aber in den USA fehlt es manchmal echt an Respekt und Ethik. Das meine ich nicht nur mit Blick auf Whitney, sondern auch aufgrund meiner eigenen Erfahrungen, nicht nur bei der Arbeitssuche. Es gibt hier einen anderen rechtlichen Rahmen, der so etwas zulässt. Ich finde liberales Denken zwar gut, aber wenn man solche Dinge erlebt, fragt man sich, wo die Grenze ist.

Wenn ich morgen Miami Beach verlasse, werde ich keine Antwort gefunden haben. Aber vielleicht wieder etwas mehr ‚Luft zum Atmen‘. Ich will raus aus dem Tourismus. Gestern stand an einer Disco hier unten das Motto für die Party am Wochenende. Es trifft das, was ich neulich schon erklärt habe, wie Miami Beach tickt. Dort stand auf Englisch ‚Realität ist überbewertet‘. Toll! Ich weiss jetzt erst Recht: Ich muss  raus hier. Schnell. Schon morgen.

Ich melde mich aus Fort Lauderdale, hoffentlich nach einem guten Gespräch beim deutschen Discounter mit den blau-weissen Tüten 🙂

Liebe Grüße, Rabea

Ich bin nicht mal mehr genervt, ich fuehle gerade einfach gar nichts mehr. Irgendwie herrscht gerade eine innere Leere. Diese Firma, die mich vor einer guten Stunde fuer ein telefonisches Interview anrufen wollte (weil der Firmensitz im Norden der USA ist sollte es telefonisch sein), hat mich sitzen gelassen. Warum habe ich nur so viel Pech mit all diesen Firmen? Ich mein, bisher hat ja hier nie etwas mal gut geklappt.  Tolle Erkenntnis, aber ich habe mit einige Leute gesprochen, die versucht haben, hier Arbeit zu finden, darunter auch Auswanderer. Ich bin nicht die einzige, mit diesen Erfahrungen. Kaufen kann ich mir davon aber auch nix.

Ich glaube, ich muss es gerade erstmal sacken lassen. Freitag will ich in Fort Lauderdale mein Glueck versuchen bei diesem deutschen Discounter. Darauf bereite ich mich morgen vor. Im Moment habe ich da keinen Kopf fuer, vielleicht aber schon nachher. Jetzt gerade will ich die naechste schlechte Erfahrung bei der Arbeitssuche einfach nur noch vergessen.Wie, weiss ich noch nicht. Ich gehe erstmal etwas Spazieren, um auf andere Gedaken zu kommen. Wie ich mich kenne, kommt nachher auch die Energie und der Ehrgeiz zurueck.

Bis dahin einen schoenen Abend und Gruesse nach Deutschland!

Rabea