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02.09.2013

Einen schönen Abend nach Deutschland!

Der heutige Tag begann wieder einmal mit etwas Regen, der aber schnell aufhörte. So konnten wir nach Pfannkuchen als Frühstück und dem Abwasch auch schon los zu der Familie der Mädchen. Denn heute beginnt in Kenia nicht nur die Schule (Rose ist ab 6 Uhr außer Haus), sondern in dieser Woche arbeiten wir auch bei Mother Njau.

Als wir dort ankamen, ging es auch sogleich los: bis zum Mittagessen buddelten wir rekordverdächtige 30 Löcher für alle Macadamia-Bäume. Anders als bei Mother Rhoda mussten wir jedoch zusätzlich die auf dem Boden liegenden Sträucher und das Unkraut mit Hilfe der Pangas entfernen. So müssen wir morgen nur noch Mist und Erde im Loch mischen und die Bäume pflanzen.

Dem Vorbild der letzten Werner Kenia-Gruppe folgend, stießen auch wir auf unerwartetes Wasser: Nachdem Dennis uns eine neue Stelle für ein Loch zeigte, sprudelte schon nach ein paar Hieben das Wasser aus dem Boden, genauer gesagt aus einer sich im Boden befindenden Leitung. Diese versorgt die Gastfamilie der Mädchen mit Wasser, wie wir auch später feststellen konnten.

Nach dem Mittagessen, das wir in dieser Woche auch immer bei Mother Njau bekommen, duschten die Mädchen (eigentlich nur Katharina, denn bei Maike war kein Wasser mehr im Speicher), während wir mit Dennis einen kleinen Spaziergang zum nächstgelegenen „Fitnessstudio“ machten. Ein Freund von Dennis hatte eine Bank aufgestellt und davor lagen zwei dicke Steine, die durch eine Eisenstange verbunden waren, Gewicht: 40 Kilogramm. An diesem Gerät machten wir dann noch ein paar wenige Übungen (das Löchergraben war sehr anstrengend gewesen), bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Kurz vor dem Haus der Gastfamilie hielt neben uns ein Auto und Anthony öffnete uns die Türen, damit wir die letzten 100 m nicht mehr laufen mussten. Am Haus angekommen luden wir aus seinem Kofferraum die letzten Macadamia-Pflänzchen aus, die er mitbrachte. Danach unterhielt er sich noch mit uns und unserem Guide Dennis über den weiteren Zeitplan.

Als Anthony dann schließlich wieder fuhr, gingen wir vier mit Dennis und seinem Freund noch auf den im Dorf befindlichen Markt, um uns etwas umzuschauen. Schließlich wurde es Abend und nach einem guten Tee, den Rose uns servierte (bei Mother Njau gab es keinen, was vor allem Maike traurig stimmte, den inzwischen hat sie sich an diesen gewöhnt), begann es auch dunkel zu werden und wir verabschiedeten uns von Dennis und den Mädchen.

Viele Grüße,

Jan und Jan-Hendrik

01.09.2013

Niatia!

Heute ist Sonntag, das heißt: Ab in die Kirche! Also machten wir uns fast pünktlich um 10:00 Uhr (afrikanischer Zeit, also eher halb 11) auf den Weg zu einem im Dorf stattfindenden Gottesdienst. Natürlich in unserer besten und saubersten Kleidung. Nach der gestrigen Erfahrung in der Kirche, die wir auf unserer Wanderung gesehen hatten, war die Vorfreude natürlich riesig.

Die erste Hälfte des Gottesdienstes war auch sehr interessant. Zwar sprang niemand durch die Gegend, doch zumindest wurde viel gesungen und zu einigen Liedern gab es sogar eine kleine Choreographie. Doch nach etwa einer halben Stunde fing unsere Gastmutter an zu predigen. Und hörte für mindestens 45 Minuten auch nicht mehr damit auf! Da wir von ihren Worten nicht ein Einziges verstanden und Dennis nicht alles übersetzen konnte, zog es sich sehr in die Länge  und die Augen wurden schwer.

Die einzige Ablenkung war der Kameramann, der den gesamten Gottesdienst filmte und uns regelrecht verfolgte. Das Video wurde auf einer Leinwand vorne in der Kirche gezeigt, sodass auch im hinteren Bereich Jeder sehen konnte, was geschah. Dabei zoomte er besonders gerne an uns heran, sodass unsere Gesichter die Leinwand füllten. Wir versuchten, uns so gut wie möglich hinter den weiter vorne sitzenden Personen zu verstecken.

Nach einigen weiteren Predigten oder Reden auf Kikuyu unterbrach eine Art Auktion die Messe. Mitten in der Kirche wurden viele Arten von Obst und Gemüse und sogar lebendige Hühner versteigert. Außerdem wurden Kinder aus der Sonntagsschule nach vorne gerufen und gaben dem Priester Geld. Dieser verkündete den Betrag laut, was für uns sehr befremdlich war, da wir dachten, es handle sich um Spenden. Rose erklärte uns jedoch später, dass die Kinder während der Woche Geld für die Gemeinde sammeln.

Nach diesem Teil kam jeder nach vorne, um eine Spende in einen Kasten zu tun. Auf dem Weg zurück zu unserem Platz verließen wir die Kirche vorzeitig (nach drei Stunden), da wir einen guten Eindruck gewonnen hatten und unsere Geschwister außerdem Hunger hatten.

Nach dem Lunch waren wir alle sehr müde von dem langen Gottesdienst und so schliefen wir für eine Weile, bevor wir Mädchen – teilweise unter Beobachtung unserer Geschwister und deren Freunde – unsere dreckige Kleidung in einer Schüssel wuschen. Dies funktionierte unerwarteterweise recht gut, sodass nun alles zum Trocknen im Garten hängt.

Am frühen Abend machten wir uns noch auf zum Haus der Jungs, wo ihre Schwester Rose zusammen mit einer Freundin versuchte, unsere Haare zu flechten. Zu Beginn gab es einige Schwierigkeiten, da unsere Haare anscheinend zu weich für die typischen Rastas sind. Bei den Kenianern halten diese nämlich ohne jegliche Hilfsmittel wie Spangen. Nach etwas Rumprobieren gelang es den beiden Mädchen aber letztendlich sehr gut und wir fühlten uns ein Stück mehr als  Kenianer. Die Jungs hatten sehr viel Spaß an der Aktion und machten fleißig Fotos 🙂 Wir lockten mit unserem Gelächter auch noch viele weitere Kinder an, die gespannt beim Flechten zusahen.

Wieder zuhause sprachen wir noch lange mit unserem Vater über Kulturunterschiede zwischen Deutschland und Kenia. Nun verstanden wir auch besser, warum die Kinder uns erzählten, dass Geld das Wichtigste für sie ist: Wir wussten, dass du ohne Geld  in Kenia kein Essen hast, kein Dach über dem Kopf, keine Schulbildung für deine Kinder – nichts. Der Vater stammt jedoch selbst aus einer armen Familie und hatte durch ein privates Stipendium das Glück eine gute Bildung zu erfahren. Deswegen weiß er, wie wichtig eine gute Bildung und somit ein guter Job zum Geldverdienen ist. Hier beginnt morgen nämlich die Schule.

Also: Genießt eure letzten Ferientage!

Liebe Grüße,

Maike und Katharina

31.08.2013

Einen wunderschönen guten Abend!
Nach den zwei vergangenen verregneten Tagen begrüßte uns heute morgen endlich mal wieder die Sonne.

Wie immer fütterten wir morgens die Schweine, Schafe, Ziegen und die Kuh, aßen Frühstück und leinten danach die Ziegen und Schafe an in den Boden gerammte Pfähle, damit sie weiter grasen konnten. Aufgrund des guten Wetters geschah dies jedoch mit deutlich besserer Laune.

Wegen eines neugeborenen Kindes machte sich unsere Gastmutter „Mother Rhoda“ früh mit einem Matatu, einer Art Kleinbus, auf nach Nairobi, nachdem sie sich zuvor schick gemacht hatte. Als sie im Matatu saß, fiel ihr allerdings ein, dass sie noch einen Hahn mitnehmen wollte. So rief sie uns noch einmal an und wir fingen einen der zwei Hähne und brachten ihr diesen (lebendig).

Danach machten wir uns fröhlich ans Wäsche waschen, natürlich von Hand. Dabei bestaunten die Kenianer unsere mitgebrachte Waschseife, die laut Aussage deutlich besser sei als die Kenianische. Das Waschen erwies sich als etwas schwieriger als gedacht und als am Schluss die Arbeitssachen gewaschen wurden, nahm das Wasser trotz Vorwäsche und Auswechseln des Wassers immer wieder den rot-braunen Farbton der Erde an.

Doch schließlich waren wir kurz vor dem Mittagessen fertig und begaben uns mit unseren Guides Rose und Dennis auf die geplante Wanderung. Erster Halt war wieder einmal das Dorf Kibugu, in dem sich eine Vielzahl von kleinen Geschäften an der Straße sammelten. Dort stärkten wir uns bei einer Coca Cola mit Muffins und Toastbrot (unser Mittagessen) und setzten unser Wanderung fort. Wir gingen über Stock und Stein durch viele schöne Felder. Die Landschaft ist sehr hügelig und so ging es rauf und runter und auf einem Hügel angekommen konnte man weit in die Täler schauen. Vereinzelt sah man dort Hütten oder Arbeiter, meist aber Tee-, Mais-, oder Kaffeefelder. Die Wege waren, wie immer, nur aus Erde und vereinzelt noch so matschig, dass wir kleine Umwege gehen mussten. Unterwegs kamen wir an einer Kirche vorbei, aus der laut Musik drang. Trotz der kleinen Kirche hörte es sich an, als ob über 100 Menschen singen würden. Als wir einen Blick hinein wagten und sofort eingeladen wurden, sahen wir jedoch nur etwa 15 bis 20 Leute, die sehr ausgelassen und vor allem laut sangen und tanzten. Das machte uns schon einmal Vorfreude auf morgen.

Nach weiterer schöner Landschaft gelangten wir zu unserem Ziel. Ein ca. zehn Meter hoher Wasserfall, der sich laut tosend seinen Weg in die Tiefe suchte. Wir näherten uns diesem von oben, überquerten ihn und kletterten einen schmalen Weg an der Seite herunter. Dort angekommen sprangen wir über mehrere Steine bis wir schließlich ganz nah am Wasserfall waren und die enorme Gewalt, den Wind, sowie die Gischt zu spüren bekamen.

Es war ein herrliches Gefühl, an dieser sehr naturbelassenen Stelle eine Zeit lang zu verweilen, auch, weil an diesem Wasserfall weder andere Besucher noch Berge von Müll zu finden waren. Nachdem wir uns eine Zeit lang erholt hatten und auf den herausragenden Steinen des Flusses herum gesprungen waren, machten wir uns wieder auf den Heimweg.

In unserem Dorf angekommen, machten wir wieder die üblichen Arbeiten, die anstanden: Ziegen einsammeln und in den Stall bringen, Schweine füttern und beim Kochen helfen. Da wir morgen, wie schon gesagt, in die Kirche gehen wollen, ging unser Guide Rose noch zum Friseur.

Abends unterhielten wir uns noch über verschiedenste Themen, wie Freunde, HIV, Erben und Schule. Dabei war unsere Familie sehr erstaunt, dass HIV in Deutschland kaum verbreitet ist, während wir uns über den Satz „Vor der Ehe kann Geschlechtsverkehr zu HIV und anderen Krankheiten führen“ aus einem kenianischen Schulbuch wunderten.

Und so geht endlich mal wieder ein sonniger Tag zu Ende!

Jan und Jan-Hendrik

30.08.2013

Der heutige Tag war sehr enttäuschend.

Wir machten uns auf zu dem einige Kilometer entfernten Dorf Kibugu. Bereits der Weg dorthin gestaltete sich als sehr abenteuerreich. Trotz des Regens und der dementsprechend rutschigen Straßen versuchten einige Kenianer, in ihren Autos die Hügel entlang zu fahren. Dabei rutschten sie gefährlich hin und her und schlitterten mehr den Berg runter, als sie fuhren.

Als wir unser Ziel das Kibugu Health Centre erreicht hatten, ließen wir uns im „Wartezimmer“ nieder und warteten auf den Arzt, den wir interviewen sollten. Das Wartezimmer bestand aus einer Steinbank, die sich wie eine zweite Seite eines Ganges draußen am Gebäude entlangzog und so genug Platz für alle wartenden Gäste bot. Nach einer halben Stunde ließ sich das erste Mal eine Krankenschwester blicken und erklärte uns, dass der Arzt sich in einem Meeting befände, wir sollten uns ein bisschen gedulden. Eine halbe Stunde später waren es nur noch 2 Minuten… Nach zwei Stunden begann der normale Betrieb wieder, dann hieß es „nur noch die paar Patienten hier“. Letztendlich warteten wir 3 ½ Stunden in der Kälte. Doch als wir endlich von einer Schwester in ein anderes Gebäude, das Büro, geführt wurden, fragte sie uns nach dem Grund unseres Besuchs. Das verwirrte uns ein wenig, da wir erstens einen Termin hatten und zweitens ihr bereits zwei Stunden vorher erklärt hatten, dass wir ein Interview führen wollten. Doch daraufhin bekamen wir nur zu hören, dass wir kein Formular ausgefüllt hätten und sie uns leider keine Antworten geben könnte. Toll! Wir hatten die ganze Zeit umsonst gewartet!

Dementsprechend frustriert machten wir uns auf den Weg zu einer Kaffeefabrik, in der wir ebenfalls einige Personen interviewen sollten. Aber auch diese waren auf unseren Besuch nicht vorbereitet, sodass wir nur mit einigen Arbeitern reden konnten. Diese waren jedoch sehr schüchtern und konnten (oder wollten) uns keine neuen Infos geben.

Nach diesem weiteren Rückschlag machten wir uns leicht verärgert und sehr hungrig auf den Heimweg. Mittlerweile war es kurz nach vier und wir hatten den ganzen Tag umsonst vergeudet. Das störte besonders Jan, da er es sich zur Aufgabe gemacht hat, unsere Schwester Rose so viel wie möglich zu entlasten. Sie schmeißt nämlich schon mit 16 Jahren den kompletten Haushalt samt Ziegen und Schweinen, da ihre Mutter den ganzen Tag in einem Laden arbeiten muss, um Geld zu verdienen. So waren wir alle sehr frustriert.

Aber nach so einem Erlebnis konnte der Tag ja nur besser werden. Als wir auf Mama Rhodas Farm ankamen, wartete Rose schon mit einem köstlichen Eintopf und Chapati. Wir alle waren so hungrig vom vielen Laufen und dem endlosen Sitzen am Krankenhaus, dass wir vom Essen nicht einen einzigen Krümel übrig ließen. Außerdem schafften Rose und ihre Nichte Amerda es, uns mit ihrer guten Laune anzustecken 🙂

Am Abend haben wir nur noch kleine Arbeiten wie Tiere füttern und Holz hacken ausgeführt, denn zum eigentlich geplanten Fußballspielen war es bereits zu spät. Wieder zuhause angekommen saßen wir noch mit unserer Familie am Tisch und Unterhielten uns über unsere verschiedenen Wertevorstellungen. Besonders eine Aussage unserer Schwester Ann schockierte uns: „Ich muss meinen Mann nicht mögen, solange er Geld hat!“.

Nun gehen wir auch ins Bett, um für die morgige Wanderung ausgeschlafen zu sein.

Gute Nacht!

Maike und Katharina

29.08.2013

Wieder mal viele Grüße aus Kenia 🙂

Der heutige Tag begann eher langsam. Das lag am Regen, der über unser Dorf herzog. Für uns sah der zwar nach harmlosem Nieselregen aus, doch die Kenianer erklärten uns, dass der Regen sehr gesundheitsgefährdend sein soll. Angeblich ist er so warm, dass man sich schnell eine Erkältung holt, da der Körper unbemerkt auskühlt. Also saßen wir die erste Hälfte des Tages im Haus der Jungs und unterhielten uns bis zum Mittagessen. Immerhin konnten wir dabei schon ein Interview mit unserem Guide Dennis führen.

Nachdem Mittagessen durften wir dann endlich ein bisschen arbeiten: Ziegen füttern (mit einem Panga Bananen zerhacken), Wurzeln ausgraben (ebenfalls mit dem Panga) und Sägemehl aufsammeln. Der Panga hat sich mittlerweile zum absoluten Lieblingswerkzeug entwickelt 🙂

Am Abend haben wir noch ein bisschen mit einigen Kindern und Jugendlichen aus dem Dorf Fußball gespielt. Doch die Jungs mussten bald nach Hause, um die Ziegen zu füttern und mit Rose zu kochen. Deswegen machten auch wir uns auf den Weg nach Hause, um dort mit unseren Geschwistern und ihren Freunden zusammenzusitzen und abwechselnd kenianische und deutsche Musik zu hören, bis es Essen gab. Die Familie verabschiedete sich relativ schnell ins Bett und wir folgten deren Beispiel. Nichts tun macht nämlich müde!

28.08.2013

Und schon wieder ein schöner Tag vorbei!
Der Morgen begann für manche von uns um 7 Uhr, als die Schweine gefüttert, der Hühnerstall geöffnet und die Ziegen und Schafe an den Wegen an Sträuchern und Pfählen festgebunden wurden. Nach dem hier üblichen Frühstück – mit Butter bestrichene Brote – ging es mit einem „Panga“, zu deutsch Machete, los in Richtung der 92-jährigen Großmutter. Dort bekamen wir noch eine Zweite und zerhackten fleißig bereits gefällte Bananenbäume, um sie anschließend an die Kühe zu verfüttern. Diese Arbeit machte so viel Spaß, dass wir sie jetzt möglichst jeden Tag machen werden. Danach ging es aufs Feld, eine Art größeres Gras mit den Pangas zu scheiden, damit auch dieses an die Kühe verfüttert werden kann.

Unsere weitere Arbeit bestand darin zwei Bananenbäume mit Hilfe der Pangas zu fällen. Dabei  bevorzugte Jan allerdings lieber seiner Schweizer-Taschenmesser, was im Gegensatz zu den Pangas ein sehr, sehr kurze Klinge besitzt (Unser Guide glaubte nicht, dass ein Taschenmesser einen Bananenbaum fällen konnte). Doch er konnte unseren afrikanischen Gastgeber von seinem Messer überzeugen und einen Baum fällen. Den anderen fällten wir dann schließlich mit dem Panga, da dies eindeutig schneller ging.

Am Nachmittag stand für uns ein Spaziergang, ja eigentlich schon eine Wanderung zum Wald um den Mount Kenya an. Der Weg führte uns durch die vielen Teeplantagen hier in Kenia und zeigte uns mal wieder aufs Neue, in welch wunderschöne Landschaft es uns verschlagen hat.

Als Highlight unserer kleinen Wanderung kamen wir schließlich zum dem Wald, welcher zum Schutz vieler dort noch lebenden afrikanischen Tierarten, wie Elefanten, Affen, Schlangen usw., eingezäunt ist. Nach einigem Verhandlungsgeschick unserer Guides führten uns schließlich zwei Ranger durch diesen und wir hatten das Vergnügen, ein Stückchen unberührte Kenia-Natur zu erleben. Zu sehen gab es dort für uns wunderschöne Pflanzen, Bäume und auch Tiere, wie zum Beispiel Affen, Ameisen und sogar ein Stückchen tote Schlange. Da die Ranger allerdings nur Pangas mit sich führten, kehrten wir nach einer halben Stunde Wanderung um. Sie gaben uns zu verstehen, dass für eine längere Wegstrecke Schusswaffen gebraucht würden, um unsere Sicherheit, z.B. vor Elefanten, zu gewährleisten.

Erschöpft von dem weiten Ausflug werden wir bald ins Bett gehen, denn die Kühe haben auch morgen früh wieder Hunger.

Jan und Jan-Hendrik

27.08.2013

Guten Abend,

der zweite volle Tag auf dem Dorf ist vorüber und wir haben wieder viel gelernt. Nicht nur, wie man Chapati (traditionelles afrikanisches Essen, eine Art Pfannkuchen) zubereitet, sondern, wie der Alltag auf einer Farm generell abläuft: Aufstehen, frühstücken und ab aufs Feld bis zum Mittagessen. Diesmal bei dem Sohn der Gastmutter der Jungs, denn auf ihrem Hof haben wir bereits erfolgreich alles zugepflanzt. Afrikanische Landwirtschaft ist etwas chaotischer – die Pflanze kommt dahin,wo gerade Platz ist. Jenen fanden wir für 6 weitere Bäumchen und etliche Reihen Mais. So staunte der Nachbar nicht schlecht, als er das Feld sah und alles umgegraben und bepflanzt war.

Heute ging die Arbeit noch ein wenig schneller, sodass vorm Mittagessen noch Zeit war, um ein Feld per Hand durchzupflügen. Sehr interessant fanden uns besonders die Kinder, die uns die ganze Zeit bei der Arbeit zuschauten. Auch die Erwachsenen waren belustigt, vor allem bei unserer Frage „Where is the next field?“. Damit müssen wir jedoch bis morgen warten.

Dagegen hatte Rose das Mittagessen schon für uns vorbereitet. Satt und zufrieden gingen wir danach zurück in unsere Gastfamilien, um den ganzen Dreck abzuduschen, der sich während der Arbeit besonders an den Händen und in unseren Haaren gesammelt hatte. Wir waren sehr überrascht, dass unsere Guides uns quasi zum Duschen gedrängt haben. Später wurde uns erklärt, dass es als Unsitte gilt, in Arbeitsklamotten ins Dorf zu gehen.

Nachmittags besuchten wir Verwandte und Freunde der jeweiligen Familie, bis wir nach mehrmaligem Aneinandervorbeilaufen bei der Großmutter der Jungs aufeinandertrafen. Die 92-Jährige freute sich so sehr über unseren Besuch, dass sie uns nicht eher gehen ließ, bevor sie uns alles gezeigt hatte – einschließlich den Weg zurück, den wir viel zu bald antreten mussten. Denn zuhause angekommen, war es schon Zeit fürs Abendessen: Spaghetti! Statt einer Soße gab es dazu    einen der verschiedenen üblichen Eintopf mit Chapati.

Müde von der Arbeit fielen uns – und Dennis – beim Zusammensitzen mit der Familie schon fast die Augen zu, sodass wir früh ins Bett gingen und nun nach einer erholsamen Nacht in den nächsten Arbeitstag starten können.

Wir wünschen Euch mindestens genau so viel Spaß bei der Arbeit, wie wir ihn hier haben 🙂

Liebe Grüße,

Maike und Katharina

26.08.2013

Hallo,

heute starteten wir richtig mit dem Projekt und haben unsere ersten Macadamia-Pflänzchen in die Erde gesetzt. Nach dem Frühstück zeigte uns unser Guide Dennis, wie man bei der Pflanzung richtig vorgeht. Als erstes wird ein 50 cm tiefes und 1 m breites Loch gegraben. Als Werkzeug dient ein abgeknickter Dreizack. Danach wird der Lochboden mit einer Mischung aus Pflanzenresten und Mist bedeckt und etwas Erde darüber geschaufelt. Die beiden Lagen werden dann mit der Hand gut durchgemischt und darauf die Pflanzen gestellt. Schließlich wird rund um die Pflanze auf Stammhöhe Erde aufgefüllt.

Nachdem jeder ein Loch gebuddelt und eine Pflanze gesetzt hatte, teilten wir uns die Arbeit auf. Die Jungs buddelten die Löcher, die Mädchen setzten die Pflanzen. Nach 14 Pflanzen war die Arbeit für den heutigen Tag erledigt (eigentlich waren nur 9 vorgesehen). Darauf folgend aßen wir ein reichhaltiges Mittagessen und genossen eine warme Dusche.

Am Nachmittag begaben wir uns auf eine Wanderung mit unseren beiden Guides Rose und Dennis. Wir besuchten mehrere wunderschöne Wasserfälle in der Umgebung. Auf dem Rückweg von diesen probierten wir jeder ein Stück Zuckerrohr. Dabei muss man zuerst das Äußere mit den Zähnen entfernen bevor man von dem Inneren abbeißen kann. Nach mehrmaligen Kauen spuckt man die Reste aus.

Zudem drängten uns unsere Guides auf dem Rückweg zur Eile, da es hier spätestens um 19:00 Uhr schlagartig dunkel wird. Ab dann, erklärten uns Rose und Dennis, schleichen kuriose Gestalten durch die Straßen, denen man besser nicht begegnen möchte… Aus diesem Grund haben wir uns auch dazu entschieden, den Blog immer abwechselnd zu schreiben. Des Weiteren werden wir ab heute Abend bei unseren Familien kenianisch Kochen lernen. Deshalb verabschieden wir uns jetzt!

Jan und Jan-Hendrik

25.08.2013

Habari zenu,

Schock! Wir hätten alles erwartet. Wirklich alles! Plumsklo, Müllmatratzen, kein Strom, kein fließendes Wasser, verarmte Verhältnisse… Aber doch nicht SOWAS! Als wir bei unseren Familien vorfuhren, konnten wir den sich bietenden Anblick nicht fassen.

Unsere Häuser sind im Gegensatz zu den Vorstellungen reinster Luxus! Das bedeutet für uns: DUSCHEN! Die Familie der Mädchen hat sogar ein Klo, auf das man sich setzten kann und nicht nur ein Loch im Boden. Die größte Überraschung: Entgegen der Teetradition der Afrikaner servierte uns unser guide Dennis KAFFEE, wir sind überglücklich. Außerdem haben wir Elektrizität und fließendes, anscheinend sogar teilweise warmes, Wasser. Unsere Familien sind, der kenianischen Mentalität entsprechend, sehr freundlich und offen. Hier werden wir die nächsten 2 Wochen eine gute Zeit haben!

Bevor wir unsere Familien kennenlernen durften, mussten wir eine vierstündige Autofahrt über uns ergehen lassen und durften anschließend einer kleinen Einführung in den Ablauf und das Konzept des Training- and Processing Centres der Macadamiafans lauschen: Dabei lernten wir, dass die Bauern dort einen festen Preis für ihre Macadamianüsse bekommen, der viermal so hoch ist, wie der Übliche, stark schwankende. Dies ist möglich, da es keine Zwischenhändler gibt, die sonst den größten Profit machen. So haben die Bauern die Möglichkeit, ihr Einkommen vorauszuplanen und ihre Kinder zur Schule zu schicken. Außerdem werden die jungen Erwachsenen aus dem Dorf eingestellt und so vor einem Leben in den Slums von Nairobi bewahrt.

All diese Fakten haben uns sehr überrascht und nun freuen wir uns noch mehr auf die Arbeit bei den Macadamiafans.

Kwa heri!

Maike, Jan, Jan-Hendrik und Katharina

24.08.2013

Hallo ihr (in Deutschland) Zurückgebliebenen!

Der Tag startete mit einem Besuch bei echten Nomaden, den Massai. Dieses Volk lebt noch heute traditionell vom Verkauf der Milch ihrer Tiere und lebt in dunklen Hütten aus Lehm, Wasser und Tierkot. Doch schon bald zogen die Massai mit ihrem Vieh weiter zur Futtersuche und auch wir begaben uns auf den Weg nach Thika, um dort einigen Schustern und Schneidern bei der Arbeit zuzusehen. Diese fertigen am Tag in mehreren Arbeitsschritten ca.10 Paar Lederschuhe, die sie für 6 bis 10€ auf dem Markt verkaufen. Auf dem Rest des Marktes kauften wir verschiedene Arten von Bohnen und zwei Ananas, die wir sofort verspeisten. Unser erstes Mittagessen besorgten wir uns im naheliegenden Supermarkt. Dieser besaß eine breit gefächerte Auswahl mit vielen deutschen Produkten von Maggi bis Nivea. Im schönen Innenhof genossen wir das dort besorgte Brot (richtiges Brot!) und Coca Cola.

Gut gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Mount Buffalo,wo es die wunderschönen „Fourteen Waterfalls“ zu besichtigen gibt. Das malerische Bild wurde nur leider von den riesigen Müllbergen zerstört, die sich unter den Wasserfällen ansammelten. Viele schöne Fotos später traten wir den Heimweg an. Dort erwartete uns eine schreiende Kinderschar, die uns freudig begrüßte. Der Aufforderung nach einer Partie Fußball folgten wir nach einer leckeren Mahlzeit, bestehend aus gebratenem Reis mit Fleisch und Spinat, natürlich gerne und spielten bis die kenianische Sonne unterging. Wie jeden Abend geschah dies für unsere deutschen Verhältnisse sehr früh und plötzlich – ca. um 19:00 Uhr.

Uns geht`s gut, Hakuna Matata! Wir genießen jetzt noch unseren letzten Abend bei Anthony, denn morgen geht`s ab ins Dorf!

Jan, Jan-Hendrik, Maike und Katharina