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Gestern um 6.35 Uhr ging dann Planmäßig unsere Reise am Düsseldorf Flughafen zu Ende.
Es war wieder einmal, ein tränenreicher und emotionaler Abschied. Nach der obligatorischen Abschiedsrunde im Hostel, mit abschließendem letzten Gruppenbild, begleiten uns noch einige Kinder bis zum Flughafen. Unzählige Kataks wechseln den Besitzer und wir sehen Zeitweise ganz schön bepackt aus, mit dem Versprechen sich bald wieder zu sehen, verlassen wir Kathmandu. Einerseits erfreut, bald wieder frische Luft zu atmen, Strom zu benutzen, wann und wo man ihn gerade braucht und warm zu Duschen wenn es gefällt, anderseits traurig die lieb gewonnen zu verabschieden und auf diese tolle Anderswelt zu verzichten. Bleibt die Frage: braucht man das alles, ist das technokratische Leben was wir hier führen, wirklich das Non Plus Ultra, oder bleiben da technisch nicht messbaren Dinge wie: Zuneigung, Liebe, Vertrauen, Glück auf der Strecke. Eine schwierige Gradwanderung, ich komme in beiden Welten sehr gut zurecht und doch überwiegen gerade die zwischen menschlichen Dinge in Kathamandu. Wenn ich ehrlich bin gibt es nichts schöneres, in strahlende, glückliche, zufriedene und herzliche Kinderaugen zu schauen, Augen die mit ihrem Herzen alle tollen Errungenschaften der Westlichen Welt verblassen lassen, es ist schon was dran, dass man nur im Herzen reich ist. In diesem Sinne danke ich allen Lesern, Sponsoren und Gleichgesinnten, für das Verfolgen dieser Reise und wünsche Ihnen, hören Sie mehr auf Ihr Herz, der Rest ist eh wurscht.
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Gestern haben wir mit einigen kleinen Hostel Kindern unser ehemaliges Hostel Kind Karma Lahmo besucht. Mit dem Bus ging es hinaus aus dem Kathmandu Tal Richtung Pharping, bereits am Rande des Tals merken wir eine deutliche Verbesserung der Luft und können mal tief durchatmen. Mittlerweile haben wir uns mit dem Hunden verbündet und bellen alle ganz schön rum, wir freuen uns auf gute saubere Luft Made in Germany. Nach gut einer Stunde kommen wir am Kloster Ngagyru Tsokniy Gechak Ling Kloster an, ein reines Nonnen Kloster in dem wir freundlich empfangen werden. Es dauert nicht lange und Karma Lahmo begrüßt uns, die mitgebrachten Geschenke erfreuen Sie sehr und sie ist Glücklich etwas von Ihren Paten zu hören, die dieses mal nicht mit reisen konnten. Wir dürfen den Tempel und die gesamte Anlage bP1020669P1020667P1020663P1020649esichtigen, es ist gerade Mittagszeit und wir treffen etliche Nonnen beim gemeinschaftlichen Essen an. In diesem Kloster sind viele Kinder aus dem Dolpo untergebracht, die sich endschieden haben Nonne zu werden. Die Tempelanlage ist 15 bis 20 Jahre alt, die Nebengebäude gerade erst fertig gestellt, oder im Bau. Hier hat man größeres vor, es entsteht eine Universität mit Mensa, Schulklassen von 1-5 gibt es bereits. zufrieden und mit einem Guten Gefühl das Karma Lahmo hier sehr gut untergebracht ist fahren wir wieder zurück, die Stupa von Swajambhunath liegt direkt an der Strecke und so machen wir noch einen kurzen halt um uns die Sehenswürdigkeit anzuschauen. Heute gibt es ein letztes gemeinsames Abendessen im Hostel, so langsam heißt es Abschied zu nehmen und Koffer zu packen.

P1020645P1020634P1020631P1020620Die Kinder haben sich entschlossen nach dem Frühstück noch einmal den Aussichtspunkt zu besuchen, diesmal allerdings zu Fuß. Wir verbringen den Vormittag im Hotel und die ersten Opfer sind auch schon zu beklagen. So hat es in der Nacht die Volontärin Jana mit Magen und Darm erwischt, zur Mittagszeit kommt Monika hinzu, dass kann eine nette Rückreise werden. Zum Glück überstehen wir alles ganz gut und sind fit für den Ausflug am nächsten Tag. Wir fahren nach Godawari, in den Nationalen botanischen Garten. Die hinfahrt dauert etwas länger, zur Zeit werden in Kathamndu einige Straßen erneuert was zu langen Staus führt. Das ganze erinnert eher an einen großen Abenteuerspielplatz als an eine Großbaustelle, Absperrung sind nicht vorhanden und so laufen die Leute direkt durch die Baustelle, Ich wundere mich immer wieder das hier nicht mehr passiert. Das Gelände ist sehr weitläufig und die Kinder verbringen die Zeit mit Fußball spielen, musizieren und Tanzen. Einige Pflanzen blühen hier schon im Februar, ganz anders als bei uns. Leider werden wir auch hier wieder Zeuge davon, dass der Müll an Ort und Stelle verbrannt wird, die giftigen Gase, die dabei entstehen scheinen hier niemanden zu kümmern. Ich bin bis her immer mit Magen und Darm Geschichten verschont geblieben, aber auf der Rückfahrt merke ich das es diesmal anders sein wird, wovon weiß ich nicht so genau, hier kommt alles Mögliche in frage. Zum Glück sind die Hostelkinder heute und morgen in der Schule und wir können den Tag zum erholen nutzen.
Papa: Larissa, ich fände es schön wenn Du auch mal mit den anderen Kindern spielen würdest.
Larissa: Papa aber Sonam ist mein Freund
Papa: Ja das ist ja auch schön, aber die anderen Kindern mögen dich doch auch
Larissa: Papa ich habe keine Zeit, wenn wir morgens hin gehen und abends zurück, siehst Du da habe ich keine Zeit

Der Morgen beginnt wie geplant um 5.30 P1020589P1020560P1020590Uhr, zu meinem erstaunen, kein Problem für Larissa. Wir fahren mit 2 Bussen Richtung Aussichtspunkt, wo wir einen unglaublichen Sonnenaufgang mit erleben dürfen. Wir bleiben eine ganze weile dort oben und machen unzählige Fotos, doch die Kälte treibt uns zurück ins Hotel zum Frühstück. Dort angekommen, genießen wir ein ausgiebigen Frühstück bei Sonnenschein auf der Terrasse. Gut gestärkt starten wir unseren Ausflug, die Zeitangaben schwanken von 2-5 Std. man weiß es halt nicht so genau. Ich glaube der unsicherste Faktor bei der Tour, sind wir, die Ingis, so werden wir hier von den Einheimischen genannt, es heißt soviel wie Langnasen. Wir wandern Berg ab, dass geht ja noch ganz gut und wir genießen dabei die wunderbare Bergwelt. Ein einheimischer Guide, erklärt uns die Gegebenheiten und höhen, sowie Namen der einzelnen Berge. Wir wandern vorbei an bewirtschafteten Berghängen, die terrassenförmig angelegt sind und begegnen immer wieder freundlichen grüßenden Bauern. Auf einem Hof findet ein Festival statt, traditionell, werden hier den Jungs mit 6 Jahre, die Haare geschoren und das wird kräftig gefeiert. Die Gesellschaft hat ihre besten Kleider an und man verwöhnt sich mit allerlei Leckereien. Larissa hält kräftig mit aber nach 2 Stunden verlassen auch sie die Kräfte, ihre großen „Brüder“ helfen uns und tragen sie abwechselnd auf dem Rücken. Nach 4 Std. und einem sehr beschwerlichen anstieg über schmale Trampelpfade erreichen wir wieder das Hotel. Völlig erschöpft fallen wir nach dem Abendessen, in unsere Schlafsäcke, um nach 11 Stunden von der Aufgehenden Sonne geweckt zu werden.

P1020539P1020527P1020470Nach dem wir uns zum Mittagessen mit Momos gestärkt haben, starten wir um 13 Uhr Richtung Hauptstraße wo zwei Kleinbusse auf uns warten, um uns nach Nargakot, auf 2100 m zu bringen. Nach dem wir das Kathmandu Valley verlassen haben, wird die Luft besser und es beginnt ein nicht enden wollender Anstieg in die Bergwelt. Wie ein Wurm schmiegt sich die schmale Strasse an die Hänge, die in endlosen Windungen hinauf führt. Oft müssen wir anhalten oder ganz langsam fahren um entgegen kommende Fahrzeuge passieren zu lassen. Nach ca. 2,5 Std. erreichen wir unser Hotel und sind von dem Ausblick überwältigt. Die Hotelanlage erstreckt sich über einen schmalen Hang und wir müssen viele Stufen bewältigen um in die Zimmer zu kommen, terrassenförmig fällt das Gelände hinab ins Tal. Am Abend werden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang und glutroten, Schnee bedeckten Bergen in die Nacht verabschiedet. Morgen gehen wir auf Trecking Tour, doch vorher heißt es früh aufstehen und den Tag mit der Sonne zu begrüßen.

der heutige Tag beginnt richtig gut, nämlich mit einer ausgiebigen, heißen Dusche. Gefühlt haben wir mehr Strom als im letzten Jahr und so hatte ich heute morgen diese schöne Gelegenheit, richtig sauber und mit einem guten Gefühl ging es dann zum Frühstück. Während wir die letzten 2 Tage genutzten haben mit einigen Kinder ein paar Sachen einzukaufen und die Eindrücke aus dem Hostel und rund um die Stupa auf uns wirken zu lassen, stand heute richtig viel auf dem Programm. Nach dem Frühstück ging es gleich hinauf auf den Berg, raus aus Kathmandu, zum Kloster Kopan. Ich habe schon in früheren Berichten von dem Kloster erzählt und es ist immer wieder einen Besuch wert. Heute durften wir sogar die gut gehüteten Schätze der Tibetischen Geschichte und einiger Lamas anschauen, eine stattliche Sammlung die das Koster da besitzt. In der Bibliothek gibt es sogar Deutsche Literatur zum Buddhismus zu bestaunen, auf meine Frage hin: Ob es auch Mönche gibt die Deutsch sprechen, antwortete der Mönch zu meinem erstaunen mit ja. Sogar eine Nonne soll es geben die aber mittlerweile in Hamburg lebt und immer mal wieder zu Besuch kommt, uns wird auch erklärt das, dass Kloster einen Internationalen Ruf hat und rund um die Welt von Freunde aller Nationen Zuspruch bekommt. Nach ausgiebigen bestaunen der Tempelanlage und des sehr lehrreich gestalteten Garten, geht es weiter Richtung Patan. Der Durba Squre ist eine Touristen Attraktion und heute sehr gut besucht, nach einem gemeinschaftlichen Mittagessen, besuchen wir das Museum. Hier kann man unendlich viele Figuren, Statuen und filigrane Schnitzereien bewundern. Den Abend lassen wir mit Pizza, Everest Bier und Pfannkuchen ausklingen. Morgen geht es dann auf den großen Ausflug nach Nagakot, den alle schon sehnsüchtig erwarten. P1020482

Der erste Tag beginnt mit einer, naja sagen wir mal, lauwarmen Dusche, dank der doch akzeptablen Temperaturen aber kein Problem. Das erste Frühstück wollen wir traditionell im Flavors einnehmen, doch wir finden es erst gar nicht und müssen etwas suchen. Dann die Überraschung der Laden ist umgezogen, wir finden es ein paar Meter weiter in neuem Glanz und mit kleinem Garten, es liegt direkt an der Stupa von Boudha und ist Treffpunkt aller Nationaltäten. Wifi kann man hier gratis nutzen und sogar der ein oder andere Mönch schaut hier mal vorbei, oft in Begleitung von einer oder zwei westlichen Frauen. Die Mönche scheinen gerne mal Privatunterricht zu geben, was augenscheinlich gerne genutzt wird. Nach einem Rundgang um die Stupa finden wir uns im Hostel bei den Kindern ein und verteilen weitere Geschenke, die wir zum Teil von Paten aus Deutschland mitgebracht haben und natürlich leckere Sweet Chokolate, Made in Germany. Schokolade und Co. zaubern auch hier ein Lächeln auf die Gesichter der Kinder, wie gleich doch manchmal die Welten sind. Wir erleben einen schönen Abend im Kreis unsere liebgewonnen Menschen und hoffen weiterhin auf eine heiße Dusche.
Larissa: Papa ich durfte mein Kostüm nicht mitnehmen, hier ist aber schon Karneval
Papa: Das sind alles Mönche, die sehen das ganze Jahr so aus
Larissa: und die lustige Musik?
Papa: hörst Du hier auch das ganze Jahr über
Larissa: Papa der hier ist betrunken, der murmelt so komisch
Papa: Mein Schatz der Mann singt Mantras
Larissa: der kann aber schon nicht mehr stehen, schau doch der sitzt auf der Erde
Papa: das macht man so, wenn man Mantras singt
Larissa: Nein, den versteht doch keiner……….P1020415

Willkommen in Kathmandu
wie immer, sind wir herzlich am Flughafen empfangen worden und mit reichlich Kataks beschenkt worden. Kataks, das sind diese wunderbaren Glücks- und willkommen Schals, die der ein oder andere schon bei einem meiner Diavoträge bekommen hat. Ich gebe sie gerne weiter, so wechselt der Segen auf den nächsten Träger über, eine wirklich schöne Geste. Nach kurzer Fahrt sind wir im Pal Rabten Khansar Guest House angekommen, es liegt unmittelbar bei der Stupa von Boudha und ist sehr zu empfehlen. Nach einem kurzen auspacken und erstem Geschenke sortieren, geht es gleich weiter zum Shelter 108 Hostel. Die Begrüßung ist sehr herzlich und das ein oder andere Tränchen wird verdrückt, ich staune über meine Tochter, zurückhaltung-, fremdeln-, verlegenheit-, fehlanzeige, es geht gleich voll los. Sehr zur Freude der Hostelkinder, die embenfalls mitmachen. Nach so langer Reise macht sich die Müdigkeit bald bemerkbar und wir fallen um 20.30 Uhr erschöpft aber glücklich in die Schlafsäcke. Zum GLück sind die Temperaturen, eher mild, im Verlgeich zum Vorjahr und so brauchen wir nicht zu frieren. Die Nacht ist angenehm ruhig, so fast ohne Hudegebell, ich weiß aber aus Erfahrung das sich das noch ändern kann. Sonst hat sich nichts geändert, selten Strom, gelegentlich heißes Wasser und nach einer Heizung sucht man vergeblich, willkommen in Kathmandu.
Larissa: Papa warum krigen wir Schals, mir ist nicht kalt
Papa: das ist eine nette Geste, dass Sie uns mögen und willkommen heißen
Larissa: und dann soll ich nicht frieren
Papa: Das hat mir frieren nichts zu tun
Larissa: aber die sind so warm, ich schwitze schon, ist das so wie Hände schütteln
Papa: mhhhhh, ein bischen
Larissa: wenn man das feste macht wird einem auch warm……..P1020372

Während des Koffer packen´s für Kathmandu.
Larissa: Du Papa, dein Koffer ist aber groß?!
Papa:mhhhh
Larissa: Wieviel darf der wiegen?
Papa: 30 KG
Larissa: booh das ist aber viel….. kannst Du den alleine tragen?
Papa: Ja
Larissa: Darf meiner auch so schwer sein?
Papa: Ja
Larissa: Kannst du den dann auch noch tragen?
Papa: Da sind Rollen dran, den brauch ich nur ziehen.
Larissa: Wer trägt den die kleinen Koffer?
Papa: Das ist das Handgepäck,
ich trage meinen und du deinen selbst.
Larissa: Und wenn ich müde bin?
Papa: Dann trage ich den auch noch?!
Larissa: Papa, du bist aber stark, wer trägt mich den,wenn ich schlafen will?
Papa: ???????????? 2x30kg- 2x7kg 1x Kind ????????????
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So könnt es gehen ;-).

Hallo Liebe Leser, wir sind wieder auf dem Weg nach Kathmandu.
Heute um 21.05 Uhr starten wir von Düsseldorf aus, über Abu Dhabi nach Kathmandu, wo wir dann Montag um 15.35 Uhr sehnlichst erwartet werden.
Es ist das dritte Jahr in Folge, um das Shelter 108 Hostel dort zu besuchen, bestimmt eine spannende Zeit.
Wir werden berichten, am Dienstag Morgen kann ich den ersten Bericht von unserer
Ankuft und der Begrüßung im Hostel berichten.
Ich wünsche also viel Spass beim Lesen

Abreise
Heute ist unser letzter Tag in Kathmandu angebrochen. Den Vormittag nutzen wir noch schnell um ein paar letzte Einkäufe zu erledigen, Koffer zu packen und uns auf die lange Rückreise vorzubereiten. Um 18 Uhr soll uns der Klosterbus zum Flughafen bringen, heute wird in Kathmandu gestreikt und viele Geschäfte sind geschlossen, die Taxistände leer und auf den Straßen sind nur ganz wenige PKW oder Mopeds anzutreffen. Am Nachmittag werden wir im Hostel mit Liedern, Kataks, Geschenken und Freundschaftsarmbändern unter tränen verabschiedet. Wo sind nur die 19 Tage geblieben, denke ich so, kann aber bei den ganzen Umarmungen keinen klaren Gedanken fassen. Schweigend sitzen wir im Bus neben einander, ein Teil der Kinder begleitet uns noch bis zum Airport, ein letzter Schal, ein letzter Kuss und auf ein Wiedersehen………Am nächsten morgen um 6.30 Uhr hat uns die westliche Zivilisation wieder welch ein krasser Gegesatz