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Hallo miteinander,

wird Zeit, Euch mal wieder ein paar Neuerungen mitzuteilen. Ja, richtig gelesen in der Überschrift: die ersten Kalkschalen sind „in der Mache“. Pepper hatte sich zwei Tage keinen Millimeter bewegt, fraß nicht, ging nicht baden, etc. Am zweiten Tag  schon zur Abendzeit ließ es mir keine Ruhe, da sie ja schon drei Wochen davor Probleme mit dem Darm hatte. Ich vermutete Schlimmeres oder das alles wieder von vorne losgehen würde und „raste“ noch zu einem Tierarzt.  Es musste also erst wieder ein Röntgenbild her, um festzustellen, was los war – und mit voller Überzeugung posaunte ich noch, dass sie keine Eier haben konnte, schließlich war auf den Bildern drei Wochen zuvor nichts davon zu sehen.  Es waren auch keine Anzeichen für Eier vorhanden: das Gewicht stieg nicht, im Gegenteil, sie fraß keine Sepiaschale, keine Unruhe….. Eigentlich hatte sie zwei Tage nichts gemacht, als eingezogen dazusitzen.

Aber das Röntgenbild brachte dann das ans Licht:

 

Vier Eier.....

Vier Eier…..

 

Ich war total geschockt. Soooo große Eier? Das hätten mal besser sechs „normale“ Größen sein können. Mittlerweile ist der Blick ja schon geschult für die Größenverhältnisse, aber bei dem Anblick bekam ich doch Angst um Legenot.

Der TA war der Meinung, falls sich das Verhalten bis Mittwoch nicht ändern sollte und sie weiter an Gewicht verliert, müssten die Eier mit Wehenmittel raus.  Es scheint, dass ihr die Größe wohl doch zu schaffen machte. Mit einer Calciumgabe wurde sie erst mal wieder nach Hause entlassen.

Übers Wochenende änderte sich das Verhalten kaum. Ich habe sie drinnen ins Terrarium gesetzt, um sie etwas besser unter Kontrolle zu haben. Erst am Montag dann ein Lichtblick: sie wollte in die Wasserschüssel, bewegte sich immerhin zwei Meter und verschmähte auch vier Regenwürmer nicht! Das war ja schon mal eine Besserung. Bis heute ist Laufen auch nur so sporadisch, dafür badet sie stundenlang. Und Futter wird auch endlich wieder sofort angenommen. Gewicht steigt, es sieht also schon wesentlich besser aus. So große Freude kommt bei mir aber noch nicht auf, erstmal müssen diese T-Rex-Eier nach kompletter Aushärtung ohne Probleme den Weg nach draußen finden…….

Ich kann derzeit nur weiter beobachten und bei Anzeichen von Verschlechterung des Allgemeinzustands erst handeln. Im Moment zeigt die Kurve ja nach oben, hoffen wir also auf das Beste.

Bis die Tage,

Ines

 

Hallo zusammen,

so, eine Woche ist wieder ins Land gegangen, die wettermässig durchwachsen war. Zwei Tage lang haben wir hier gedacht, dass wir auf unserem Rasen Schwimmkurse anbieten können, hatten auch den Bau einer Arche angedacht, es wollte einfach nicht aufhören zu regnen.  Für die Pyxideas  war es aber ganz nach ihrem Geschmack, sie dachten wohl, dass die Regenzeit begonnen hätte – die Temperaturen waren ja auch noch passend – so sah man die Bande ausgiebig am helllichten Tag durch die Gehege streifen.

Seit gestern ist bei meinen Tieren hier auch wieder alles im Lot, so wie es sein sollte. Die kranke Schröte mit dem gasgefüllten und dadurch gedrehten Darm ist wieder fit. Nachdem sie gestern sage und schreibe acht Regenwürmer verspeist hatte, kam heute endlich das ersehnte Ergebnis, worauf wir hier eine Woche gewartet hatten: sie setzte Kot ab. Ja, hört sich jetzt witzig an, wenn man schreibt, dass man sich freut, wenn „hinten wieder was rauskommt“, aber das ist die Bestätigung, dass der Darm wieder durchgängig ist und normal arbeitet. Sie ist auch wieder aktiv unterwegs, geht wieder selbständig baden und ist neugierig wie eh und je. Puh, alles überstanden….

Meine Weibchen beobachte ich jetzt wieder etwas intensiver, ich hoffe, so in vier Wochen vielleicht beim palpieren Kügelchen ausmachen zu können, so langsam sehne ich die Zeit schon herbei, ob sie wieder trächtig werden. Die Paarungszeit ist ja perfekt gelaufen, dürfte eigentlich alles geklappt haben 🙂

Aber warten wir es ab, ist wie jedes Jahr eine 50-50-Chance. Berichte natürlich, wenn sich was abzeichnen sollte.

Euch eine schöne Woche mit gutem Wetter und allem, was dazugehört, bis die Tage,

Ines

Hallo zusammen,

ja, kann man sagen, war schon eine ulkige Woche, die hinter mir liegt. Ulkig ist vielleicht der falsche Ausdruck,  es gab Witziges, Schönes, Ärgerliches und Besorgniserregendes.

Ulkig war auf alle Fälle der Termin mit der WA-Redakteurin Katy Hackel am vergangenen Donnerstag. Nach mehrmaligem Bedenken und Magengrummeln meinerseits die Wochen davor gab ich Ihr dann letztendlich doch die Zustimmung, zum „Schildkrötentag“ ein kleines Video bei mir zu drehen. Eins musste man Katy Hackel anerkennen: das Interesse an den Tieren war echt, der Termin von ihrer Seite her nicht mal so eben „schnell-schnell“ (er dauerte schließlich so grob drei Stunden), wie man es manchmal von Presseterminen kennt, und auch die kleinen aber intensiven Gespräche zwischen den kurzen Drehsequenzen trugen zur Auflockerung der ganzen Geschichte bei. Wir hatten dieselbe Wellenlänge gefunden. Und so manche Wartezeit musste ja überbrückt werden, da die Schröten natürlich nicht das machten, was man gerne „im Kasten“ hätte. So ab und zu erbarmte sich aber einer der Panzerträger, vor der Linse mal eine gute Figur abzugeben, natürlich halfen hier auch extra Futtergaben 🙂

Für mich war es ein superkomisches Gefühl, nicht wie sonst bei meinen Schröten hinter einer Kamera zu stehen, sondern erstmals davor. Das ist so gar nicht meine Welt 🙂 wer mich kennt, wird es in dem Interview wohl gemerkt haben. Als ich das Video dann am 23. mittags im Netz begutachten konnte, war ich doch erleichtert. So schlimm, wie ich befürchtet hatte, war es Gott sei Dank nicht :-))))) Der Beitrag ist recht gut gelungen, wie die vielen positiven Rückmeldungen später bestätigten. An dieser Stelle ein großes Lob und Dank an Kathy, sie hat sich sehr viel Mühe gegeben! Muss ja auch mal gesagt werden! Aber ob ich sowas nochmal machen würde – ich glaube eher nicht….. Hinter den Kameras, egal ob Foto oder Video, ist mir doch angenehmer.

Schönes in der vergangenen Woche war sicherlich, dass endlich der Sommer eingeläutet wurde. Um etwas Farbe zusätzlich in den Garten zu bringen, habe ich ordentlich Blühpflanzen eingekauft und bald einen Tag damit verbracht, alles zu arrangieren, einzusetzen und einzutopfen. Aber das Ärgerliche folgte auf dem Fuß: gestern musste ich nach grober Schätzung ein Viertel der Pflanzen abschreiben, Schnecken und Ameisen hatten die Macht ergriffen und gesiegt.

Besorgniserregendes gab es auch: eine Schröte ist krank. Nach Jahren hab ich hier einen „Pflegefall“. Drei Tage beobachtete ich das Tier genauer, und das Verhalten gefiel mir ganz und gar nicht, schließlich kenne ich meine Tiere sehr genau. Wenn eine Pyxidea nicht auf einen Regenwurm anspringt, nur in eine dunkle Ecke flüchtet, etwas schwerer atmet, muss was nicht in Ordnung sein. Also ab zum Tierarzt. Das Röntgenbild zeigte, dass sich im Darm Faulgase gebildet hatten, wieso auch immer, aber nicht so gut….. Medikamente in eine Schröte zu bekommen ist ja nun auch nicht so einfach, freiwillig öffnet ein Panzerträger seine Schnute nicht bei eingezogenem Kopf. Und selbst die gebogene Kanüle an der Spritze ist nur eine minimale Hilfe, es ist eine sehr zeitaufwendige Geschichte, bis das Medikament endlich den Weg in den Magen findet….. Und das dreimal am Tag. Damit hatte ich also richtig „Spaß“ hier die letzten Tage 🙁 Morgen zum Kontrollröntgen, ich will hoffen, dass eine Besserung eingetreten ist.

Tja, so ging eine aufregende Woche hier zu Ende. Mal schauen, was die nächsten Tage so bringen, Euch eine schöne Woche,

Ines

Hallo zusammen,

nach langer Zeit melde ich mich hier wieder zurück. Der Winter ist ja immer die Zeit der Ruhe, da gibt es halt nicht so viel zu berichten, wenn die Tiere in der Starre sind.

Aber nun hat die Saison 2014 begonnen, die Pyxideas sind ins Gewächshaus gezogen, nachdem die Übergangszeit in den Terrarien auch beendet ist. Und beim Rauskramen alter Wiegetabellen ist mir mit einem Mal bewusst geworden, wie doch die Jahre ins Land gezogen sind. Drei dicke Pyxidea-Aktenordner mit allerlei Berichten, Unterlagen etc. riefen mich in die Vergangenheit zurück und ich blätterte etwas bewusster durch meine Aufzeichnungen….. Und nehme euch hier mal auf eine kleine Zeitreise mit ….

1998 habe ich meine erste Pyxidea bekommen, mein Männchen „Curry“. Das heißt, die Schröte ist nun dieses Jahr sage und schreibe schon 17 Jahre in meinem Besitz! Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, als ich sie in einem katastrophalen Zustand aus einem Tiergeschäft „freigekauft“ hatte. Beim Futterkauf für meine anderen Arten in dem besagten Geschäft sah ich ein dunkles Etwas in einem kleinen Glaskasten auf dem kalten Betonboden stehen. Beim näheren Hinschauen entpuppte es sich als Panzerträger, undefinierbar für mich, welche Art. Verletzungen am hinteren Panzerrand deuteten auf dringend benötigte tierärztliche Versorgung hin, die Schröte hatte kein Zugang zu Wasser, Fressen oder Licht. Kurzum, sie vegetierte dort so vor sich hin. Auf Nachfrage bekam ich die Antwort, dass es eine Pyxidea mouhotii wäre, ein Männchen, frisch importiert, aus Vietnam, das Weibchen wäre auf dem Transport leider verendet. Wenn ich Interesse hätte, könnte ich sie zum Sonderpreis erwerben. Mein Herz blutete ob der Haltung und des Zustandes des Tieres. Pyxidea mouhotii? Was war das für eine Art, nie was von gehört!? Welche Haltungsparameter? Welches Futter? Ich wusste nur, dass das Schicksal dieses Tieres auch besiegelt sein würde, wenn sich nicht schnellstens jemand kümmerte. Also tat ich das, was man nicht tun sollte, ein Tier aus Mitleid kaufen.

Wildfänge exotischer Arten einzuführen war zum damaligen Zeitpunkt vielfach kein Problem, heute ist das Gott sei Dank anders. Auf dem Gebiet des Artenschutzes hat sich im Laufe der Zeit mächtig was getan, Pyxideas gehören heute zum Anhang B. Da will ich jetzt nicht weiter drauf eingehen, hab ich hier schon öfter von geschrieben, ich will Euch weiter bei meinem Ordnerrückblick teilhaben lassen…..

„Curry“, die mir bis dahin noch unbekannte vietnamesische Art, zog also 1998 in ein großes Terrarium im Hause Wulfert ein. Als erste Maßnahme mussten die Haltungsparameter meiner Cuora flavomarginata herhalten, ganz so abwegig erschien mir das nicht. Nachschlagen in meiner auch zur damaligen Zeit schon nicht kleinen Schrötenbibliothek brachte aber kaum was zutage, was weiterhalf, die Art existierte dort fast nicht. Da würde guter Rat teuer werden und eigene Erfahrungen sammeln hoffentlich zum Ergebnis führen, etwas über die Art herauszufinden…..

Der Tierartzbesuch entpuppte sich dann anschließend als regelmässige Dauereinrichtung über fast ein Jahr. Verschiedene Salben, Wurmmittel, warme Bäder zur Wundbehandlung etc. waren an der Tagesordnung. Es war ein schwieriges Jahr mit einer Schildkröte, die nur scheu in der Ecke saß, nur fraß, wenn ich es nicht mitbekam und erst nach einem halben Jahr den Kopf nicht wieder einzog, wenn ich mich näherte. (Aber der Aufwand hat sich definitiv gelohnt, wie ich heute mit Stolz sagen kann….. Er ist schließlich seit Jahren Vater einiger propperer Nachzuchten :-), wovon drei sogar eine neue Heimat außerhalb Deutschlands gefunden haben.)

Meine Neugier für Pyxideas war geweckt, diese Art war so faszinierend, dass ich 1999 auf der Terraristika ein Weibchen („Safran“) erwarb, auch ein Wildfang, aber in einem wahrlich besseren Zustand. Und so war meine große Liebe zu diesen stolzen und teils immer noch mit unbekannten Parametern behafteten Tieren geboren. Pepper und Muskati, zwei weitere Weibchen, kamen später noch hinzu.

Das größte Highlight in meiner „Pyxidea-Laufbahn“ waren sicherlich die ersten Schlüpflinge vor mehr als 8 Jahren, nachdem ich fünf Jahre brauchte, um herauszufinden, wie es sich mit der Paarungszeit verhielt. Zwei der ersten Nachzuchten befinden sich noch in meinem Besitz. Von den weiteren regelmäßigen Nachzuchten in den Folgejahren habe ich einige über die Jahre abgegeben, die Bestandsgrösse variiert hier also jedes Jahr.

Am 9. Januar 2009 begann ich hier beim WA mit meinem Blog. Du meine Güte, die Artikel schreibe ich nun auch schon im sechsten Jahr….. Davor gab es für einen kleinen Freundeskreis immer nur den Schildi-Newsletter, einmal im Monat per Mail, wenn ich den heute so nachlese, muss ich bei manchen Sachen doch grinsen ….

Durch die Blogschreiberei habe ich viele Leute aus der ganzen Republik kennengelernt, wenn auch nur auf dem Bildschirm. Einige sind sogar sehr gute Schreibfreunde geworden, einige habe ich sogar mittlerweile persönlich kennengelernt. Aber zu manchen Zeiten, gerade in der „Eierzeit“, fanden auch viele den Weg auf diese Seiten, die es nur interessant fanden, dass ich haarklein berichtete und mit Fotos dokumentierte, wie sich die Eier entwickelten, wie der Gemütszustand meiner selbst vor dem Schlupf war und so weiter. Das belegten die hohen Zugriffszahlen.  Ja, waren schon ulkige Artikel dabei, die ich damals schrieb….

Mit dem sozialen Netzwerk veränderte sich das Verhalten/Schreiben meinerseits und auch der wachsenden Schrötenfangemeinde. Es wurde internationaler, der Erfahrungsaustausch in alle Welt vereinfachte es, sich mit Gleichgesinnten dieser Art kurzzuschließen. Die Blogschreiberei stand bei mir danach an zweiter Stelle, im sozialen Netzwerk war es schneller, einen kurzen Satz mit Bild auf die Reise zu schicken. Aber schon ein Jahr später merkte ich, dass es ungerecht denjenigen gegenüber war, die mir die ganze Zeit die Treue gehalten hatten und den Blog regelmäßig besucht hatten – und keinem sozialen Netzwerk angehörten. Also ging ich wieder über, wichtiges in doppelter Ausführung mitzuteilen, im Netzwerk und im Blog. Und so werde ich es auch zukünftig halten.

Tja, unzählige Dokumente, Aufzeichnungen und Artikel aus rund 17 Jahren in drei dicke Aktenordner gequetscht, eine Pyxidea-Schrötengeschichte – irgendwann auf vergilbtem Papier. Damals noch fein säuberlich Fotoabzüge, heute sind zwei Festplatten mit unzähligen Fotos und Videos gefüllt. Und seit vergangenem Jahr kam dann noch eine Neuerung hinzu: Der Schlupf in Echtzeit per Webcam im Internet. Pyxidea-TV war geboren und viele, die noch nie den Schlupf einer Schildkröte miterlebt hatten, konnten das über mehrere Tage und Nächte vor dem Bildschirm tun 🙂 War eine aufregende Zeit mit Schlafmangel, aber absolut der Knüller. Ist dieses Jahr als Wiederholung geplant, sofern mich meine Damen mit einem Gelege beglücken, das dann hoffentlich, wenn auch nur zum Teil, befruchtet sein möge….. 🙂

So, nun aber genug in alten Zeiten geschwelgt, richten wir unser Augenmerk auf die Saison 2014. Die Paarungszeit war erfolgreich, hoffen wir auf Gelege und damit wieder eine spannende Kalkschalenzeit.

Bis die Tage,

Ines

 

Es dauerte bis in die Morgenstunden des 8. November: um 0.15 Uhr schaffte es endlich auch die dritte Pyxidea mouhotii, ihre Kalkschale zu verlassen. Und stellte einen neuen Rekord auf. Sie benötigte seit dem ersten Riß in der Schale rund 80,5 Stunden. Wow, so lange hat hier bei  meinen Nachzuchten noch nie ein Schlupfvorgang gedauert.

Muc, so heißt die kleine Schröte, brachte 11,5 Gramm Startgewicht auf die Waage. Am Abend vorher (7. Nov.), so um 19.30 Uhr, begann eigentlich das erste richtige Aufbäumen, Drängen und Arbeiten der kleinen Schröte in ihrer Kalkschale.  Die Zuschauer von „Pyxidea-TV“ bekamen damit zur besten Sendezeit richtig Echtzeit-Action von der Webcam geliefert….

Hier ein paar Bilder von Muc:

"Muc", Pyxidea mouhotii, NZ 2013

„Muc“, Pyxidea mouhotii, NZ 2013

"Muc", Pyxidea mouhotii, NZ 2013

„Muc“, Pyxidea mouhotii, NZ 2013

"Muc", Pyxidea mouhotii, NZ 2013

„Muc“, Pyxidea mouhotii, NZ 2013

"Muc", Pyxidea mouhotii, NZ 2013

„Muc“, Pyxidea mouhotii, NZ 2013

 

Damit hat Pepper hier 2013 viel Freude bereitet: Ein Gelege mit drei Eiern, alle drei befruchtet, alle drei geschlüpft, alle drei perfekte Tierchen. Hundertprozentiger geht es nicht mehr! Und bei einer Sache waren wir uns mit vielen „schildkrötenverrückten“ Freunden einig: „Pyxidea-TV“ startet auch im nächsten Jahr in veränderter und noch verbesserter Form wieder (sofern befruchtete Eier vorhanden :-))!

Euch noch eine schöne Woche,

Ines

 

 

„Kürbis“ beim letzten Aufbäumen aus der Schale: „Ich kann fliegen!“

Hallo zusammen,

„Kürbis“ und „Thu Nga“, die ersten beiden Nachzuchten Pyxidea mouhotii 2013, sind da. Am 29. Oktober, nach 101 Tagen Bebrütung, hieß es hier wieder Schlupfalarm. Um 19.40 Uhr fiel das erste Stückchen Schale. Bis zum 1. November (Tag 104) ließ die Schröte sich Zeit, die Kalkschale zu verlassen – genau 59,5 Stunden dauerte es, bis ein 11 Gramm schwerer Panzerträger sich ohne Hülle präsentierte. Morgens um 7.05 Uhr war sie raus.

Spannend war der Schlupf vor allem für viele Freunde, die meine Idee nutzten, den Schlupf per 24-Stunden-Webcam live im Internet mitzuverfolgen. Es haben einige so halbe Nächte wohl vor den Bildschirmen zuhause verbracht, immer mit der Hoffnung, ein Stückchen Bewegung zu erhaschen, wie weit es vorangeschritten ist….. Lustige Kommentare machten die Runde, selbst Anfeuerungen aus weiter Ferne. Nach den Zugriffszahlen – allein beim ersten Schlupf – zu urteilen, hat sich der Aufwand auf alle Fälle gelohnt. Eine Freundin brachte es auf den Punkt: „Man wird süchtig danach“.

„Kürbis“ bekam diesen ulkigen Namen, weil es genau in die Halloweenzeit fiel, das war irgendwie passend…

Hier ein paar weitere Bilder:

Und als ob die Schröten sich abgesprochen hätten, erfolgte erst am 2. November um 8.00 Uhr der nächste Schlupfbeginn (Tag 105). Somit konnte die Webcam wieder laufen…. Der Schlupf ging etwas zügiger vonstatten. Nach 39,5 Stunden (3. November, 23.30 Uhr, Tag 106) konnten wieder alle das Finale, als Thu Nga sich von seiner Schale befreite, live mitverfolgen. Thu Nga ist ein vietnamesischer Name und heißt so viel wie ‚Herbstmond‘. Mit 12,5 Gramm bringt der kleine Schlüpfling ein sehr gutes Startgewicht auf die Waage.

Auch hier einige Fotos:

Und die „Schröten-Stille-Post“ funktionierte weiterhin. Passender und perfekter vom Ablauf her ging es gar nicht mehr: Am 4. November (Tag 107) öffnete sich das letzte Ei aus dem 3er Gelege von Pepper. Seit gestern um 15.30 Uhr ist Pyxidea-TV wieder live dabei. Stand der Dinge: erst ein kleines Loch, man sieht noch nichts.

Wir sind noch mittendrin… es lohnt sich also, vielleicht so ab und zu einen Blick ins Pyxidea-TV zu werfen :-). Ich hoffe, dass viele, die mitfiebern, auch das Finale mitbekommen – wenn´s geht, bitte nicht morgens um 4, zu bester Schlafenszeit….

Aber wie auch immer, beeinflussen können wir es nicht, auch der Krümel wird in absehbarer Zeit den Weg nach draussen finden. Ich verabschiede mich erst einmal mit den Worten „bei uns sitzen Sie in der ersten Reihe…“

Ines

Hallo zusammen,

 

gestern abend um 19.40 Uhr fiel das erste Stückchen Schale. Und mit meiner „Glaskugel-Vorhersage“ lag ich richtig: Ei Nr. 3 ist nach 101 Tagen als erstes in der Schlupfphase.

 

Schlupfbeginn der Nachzuchten 2013

 

Meine Nachzuchten von Pyxidea mouhotii sorgen auch 2013 für etwas Spannung. Viele von Euch haben die vergangenen Jahre ja schon so einige Schlupfzeiten hier mitverfolgt. Ich habe dieses Jahr erstmalig eine Webcam installiert, dass der Fortschritt in Echtzeit angeschaut werden kann. Seit 14,5 Stunden läuft sie jetzt nun. Und zu sehen gab es, wie die Schale durchbrochen wurde, eine neugierige Nase so ab und zu herausschlinzt, aber bislang noch alles ruhig vonstatten geht. Mal sehen, was der Tag heute noch so an Überraschungen bereithält. Ich war doch positiv überrascht, dass das Interesse gestern abend schon sehr groß war. Für viele bietet sich ja nicht die Gelegenheit, den Schlupf einer Schildkröte mal „live“ mitzuerleben, wenn auch nur digital.

Wer auch mal einen Blick werfen möchte, wie der Stand der Dinge ist und den Link noch nicht kennt, hier ist er:

http://www.watchmycam.de/webcam.php?nickname=pyxidea

So, dann warten wir mal ab, wie lange es dauert, bis „Ei Nr. 3“ seine Kalkbehausung komplett verlässt. Das kann sich auf alle Fälle noch bis morgen hinziehen. Die anderen beiden Eier liegen noch im Brüter, da ist noch nichts in Sicht.

Bis später,

Ines

 

 

Das blaue Licht des Innenraums scheint abends irgendwie mystisch in der Dunkelheit. Ab und zu durchbricht das Geräusch des Lüfters, der anspringt, die Stille. Er muss exakt arbeiten, um Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu regeln. Der zweite Thermometerfühler, der zur Sicherheit eng bei den Kalkschalen im Substrat liegt, zeigt an, dass alles in Ordnung ist. 27 Grad Celsius, 94% Luftfeuchte. Der 94. Tag neigt sich dem Ende.

 

 

Noch ist Ruhe. Ruhe bei den Schröten, die die letzten Tage in ihrer wohl mittlerweile engen Behausung verbringen. Und komischerweise Ruhe auch bei mir. Zum ersten Mal in all den Jahren, seit ich Pyxidea-Nachwuchs erwarte. Ist ein ungewohntes Gefühl. Als ob etwas fehlt. Die Nervosität, die sonst immer so ab dem 90. Tag stieg, ist nicht da. Ich laufe (noch?) nicht wie ein Tiger im Käfig hin und her und schaue zu oft, ob sich schon was tut. Im Moment werfe ich nur einen Blick, wenn der Weg sowieso kreuzt. Vielleicht kommt es ja noch, wenn das Wochenende naht. Schließlich kann es nicht mehr lange dauern, bis in einem der Eier ein Riss erscheinen muss.

Was auf alle Fälle da ist, ist die riesige Vorfreude. Und ein wenig ist es dann doch wie in den Jahren zuvor. Die Technik steht bereit, Kamera und Video sind bestückt und aufgeladen. Webcam ist anhand eines Papierdummys, der in der „Schlupfbox“ als Ei-Ersatz liegt, ausgerichtet und einsatzbereit. Also auf diesem Gebiet alles „wie immer einmal im Jahr“. Mal schauen, wie lange die Ruhe und Stille bei mir – und bei den ersehnten Panzerträgern – noch anhält. Bei mir dann wahrscheinlich doch nur noch bis zum Wochenende.

Ines

Hallo zusammen,

die letzte Runde ist eingeläutet. Heute ist der 90. Tag, seit die drei Eier von Pepper im Brutschrank liegen. Alle Kalkschalen haben sich mittlerweile etwas verändert – sprich die Pole sind teils bräunlich geworden und kleine „Pocken“ bedecken die Oberfläche. Deutet also alles auf den bevorstehenden Schlupf hin. Durchleuchtung ist nicht mehr möglich, alles schwarz gefüllt. Einzig seitlich am Eipol, wo der Kopf liegt, sieht man so ab und zu einen kleinen Fuß, der von innen gegen die Schale drückt 🙂

Mal schauen, in 10 Tagen ist die Spannung wohl hier dann wieder unerträglich, welches Ei wohl zuerst aufgeht. Meine favorisierte Reihenfolge ist 3, 1, 2, da Nr. 2 noch etwas rötlich schimmert – da dürfte der Dottersack noch etwas größer sein. Aber egal wer zuerst das Rennen macht, das Beste ist, sie lassen sich lieber einen Tag mehr Zeit und schlüpfen mit geschlossener Bauchdecke.

Seit gestern habe ich aber wieder die Angewohnheit, doch mal öfter einen Blick zu werfen. Jedes Jahr dasselbe…. Dieses Jahr ist es aber doch etwas anders, ich bin nicht nervös. Vielleicht gibt sich das mit den Jahren nun doch, da man jeden einzelnen Schritt und den Ablauf in- und auswenig kennt. Was auf alle Fälle geblieben ist, ist erstens die Vorfreude auf drei kleine Krümelchen – und die Gewissheit, dass man es auch dieses Jahr wieder geschafft hat, Nachzuchten von Pyxidea mouhotii wohl präsentieren zu können. Und zweitens die Spannung, ob orange oder gelbe Ränder, wobei ich orange definitiv bevorzuge….

Natürlich ist auch wieder alles bestens vorbereitet, selbst das kleine Aufzuchtterrarium steht hier schon seit einigen Tagen eingerichtet bezugsbereit. Es gibt noch eine Neuerung: dieses Jahr werde ich den Schlupf per 24-Stunden-Webcam auch ins Netz stellen. So kann jeder, der Interesse hat, immer aktuell einen Blick werfen, wie der Stand der Dinge ist. Fotos und Video werde ich natürlich zusätzlich machen.

Sobald es losgeht, werde ich mich wieder melden. Bis dahin ein schönes Wochenende, die Temperaturen sollen ja wieder etwas steigen.

Ines

Hallo zusammen,

Ich nehme mal an, dass so einige von Euch schon länger auf neue Infos gewartet haben. Aber in letzter Zeit waren zu viele wichtigere private Dinge, so dass der Blog hier meinerseits etwas ins Hintertreffen geraten ist, sorry. Aber nun zum Stand der Dinge. Die Pyxidea-Eier im Brüter sind genau so, wie es sein soll. In vier Wochen dürfte es endlich soweit sein, dass hier die Schlupfzeit beginnt. Beim Durchleuchten ist nun Dreiviertel schwarz gefüllt. Vereinzelt sind noch Blutgefäße zu sehen. Bewegungen sind auch keine Mangelware, Kopf und Füsse sind klar erkennbar. So langsam freue ich mich drauf, wenn die Zeit der Unruhe wieder kommt, wann es endlich losgeht. Jetzt wird wohl nichts mehr schiefgehen, also nur noch die Zeit abwarten.

Das Wetter beschert uns im Moment ja noch sehr schöne Tage. Die adulten Schröten sind noch im muckeligen Gewächshaus, auch des nachts bleibt die Temperatur dort dank Heizung um die 16 Grad. Ich will ihnen auch solange es noch geht diese verlängerte Aussensaison gönnen. Die Spengleris und die Nachzuchten sind schon wieder in ihre Terrarien gezogen, alle aber schon recht ruhig. Nächsten Monat beginnen die Vorbereitungen für die Winterruhe, dann wird es still hier in der dunklen Jahreszeit. Alle haben gewichtsmässig diesen Sommer aber gut zugelegt, es ist trotz verspätetem Sommerbeginn also alles bestens gelaufen. Kein Sorgenkind…..

Ich nehme mal an, dass die nächsten vier Wochen hier wohl auch wie im Flug vergehen – oder sich hinziehen wie Kaugummi, je nachdem, von welcher Seite man es betrachtet 🙂 Aber sobald ich mehr berichten kann, werde ich mich wieder melden.

Nutzt die letzten schönen Tage noch draußen aus, der Winter kommt schnell genug.

Ines