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Matthias Kleinhans, Melanie Lange und Dr. Peter Jeismann (von links) kümmerten sich während der Rom-Fahrt um die medizinischen Notfälle.

Dr. Peter Jeismann, Matthias Kleinhans und Melanie Lange tauschten in den vergangenen sieben Tagen Praxis, Rettungswagen und Krankenhaus gegen einen Bungalow vor den Toren Roms ein. Das Trio half den Schülern des Anne-Frank-Gymnasiums bei kleineren und größeren Wehwehchen.

„Grippale Infekte, Fieber und Schürfwunden kamen am häufigsten vor“, erklärt Jeismann. Der Allgemeinmediziner hat zwei Kinder, die das AFG besuchen. Die berufliche Heimat des 43-Jährigen liegt in Waltrop. Dort betreibt er eine Praxis, in der er es meist mit älteren Patienten zu tun hat. „Ich war zwar früher bei Zeltlagern der Bundeswehr im Einsatz, eine Fahrt wie diese habe ich aber noch nicht mitgemacht“, sagt Jeismann. Den Aufenthalt in Rom empfand der Arzt als sehr angenehm: „Das war Leben in der Lage und eine schöne Abwechslung zum Praxis-Alltag.“

An seiner Seite halfen Notfallsanitäter Kleinhans und St. Christophorus-Krankenschwester Lange, die 30 dokumentierten Patienten zu betreuen. „Zwei bis drei Mal wurden wir auch mitten in der Nacht gerufen. Da ging es dann um Kopfschmerzen und Übelkeit“, erzählt Kleinhans, der eine Tochter in der 6. Klasse hat. Einen Jungen ließ das Gespann sogar über Nacht im „Kranken-Bungalow“. In dritter Raum war extra für diese Fälle freigelassen worden.

Am Tag der Abfahrt gaben die drei ihre letzten Pflaster-Vorräte an verwundete Schüler ab. Der Renner war aber ein anderes Mittel. „Es gab sehr viele Insektenstiche“, verrät Kleinhans, der bei der Berufsfeuerwehr in Dortmund arbeitet. „Was wir in diesen Tagen an Fenistil rausgegeben haben, ist der Hammer.“

Für die ernsteren Fälle stand rund um die Uhr ein Pkw bereit, der Schüler und Begleitpersonen jederzeit in eines der vielen Krankenhäuser der italienischen Hauptstadt fahren konnte. Dreimal fielen AFGler auf den Arm, ein Junge brach sich dabei den Knochen. „Die Schüler waren sehr diszipliniert. Einige kamen einfach auch mit Heimweh zu uns“, sagte Jeismann.


Über die Autorin/den Autor:  Michael Schlösser ist Online-Redaktion beim Westfälischen Anzeiger. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: