Auch am 7. Reisetag erwartetet uns wieder eine grandiose Abfahrt. Immerhin waren wir am Vortag fast 200 Meter aufgestiegen, um zu unserem Quartier zu kommen. Jetzt konnten wir zügig durch die Weinberge und Obstplantage düsen. Insgesamt sind wir vom Reschenpass bis Meran über 80 Kilometer fast nur bergab gefahren. Auch der Weg nach Bozen entlang der Etsch hat Gefälle und ist in dieser Richtung sehr gut zu befahren. Die Ausschilderung war gut und die Streckenführung noch besser.

Diese Markierungen konnte man alle 500 Meter finden. Eine schönen Unterstützung, wenn man abstieg und sich die genaue Markierung zum nächsten Ziel ansehen konnte. Es waren sehr viele Radrennfahrer an diesem schönen Samstag unterwegs, die sich geräuschlos näherten und mit einem Wusch vorbei fuhren, obwohl wir auch einen Schnitt von 18 km/h fuhren. Nicht immer ganz ungefährlich, vor allem, wenn auch noch Gegenverkehr vorhanden war, denn so ganz breit sind diese Radrennstrecken auch nicht.

Mittagessen im Freien

Unterwegs sind nicht nur die Wege ausgezeichnet. Auch das Beiwerk wie Rastplätze und speziell für Radfahrer geeignete Raststätten sind in ausreichender Anzahl und Abstand vorhanden. Wir nutzen dies für die Mittagsrast mit Bolognaise natürlich aus.

Hier treffen sich Gleichgesinnte unterschiedlichsten Alters und Ausstattung. Es ist wie beim Skifahren, die Leute mit den teuersten Klamotten müssen nicht die Besten sein.

Wir sind so gut unterwegs, dass wir auch schnell Trient erreichen. Hier kehren wir noch einmal bei einem Radlertreff ein, um unseren Flüssigkeitsbedarf zu stillen. Mittlerweile sind die Temperaturen auf 28 Grad gestiegen. Welch ein Unterschied zu den Tagen vor dem Reschenpass.

Wir fahren weiter, in der Hoffnung ein günstiges Quartier etwas außerhalb zu finden. Das ist doch etwas schwieriger, da in diesem Ort so gut wie nichts zu bekommen ist. Das einzige 4-Sterne Hotel ist zwar nicht unsere erste Wahl, aber es bleibt uns kaum etwas übrig. Den Spa-Bereich werden wir nicht nutzen, könnten es aber.

Auch mit dem Essen ist es zu dieser Zeit schwierig. Wir geistern durch den Ort und finden nur ein geöffnetes Lokal, das aber auch nicht unsere Wahl war. Im Hotel wollten wir auch nicht essen, da die im Foyer getrunkene kleine Flasche Bier mit 3,50 € doch schon beachtlich schien. Erkundigungen bei der einheimischen Bevölkerung verweisen auf die Pizzeria, die wir vermeiden wollten. Aber eine Alternative gab es nicht. Überrascht wurden wir, als wir das Lokal betraten. So etwas Feines hatten wir nicht erwartet. Die Pizza war wieder riesig und schmeckte gut. Und wir konnten sogar im Freien essen, da die Temperaturen noch angenehm waren.

Das Pokalfinale konnten wir nicht sehen. Das Streaming ist nur in Deutschland erlaubt und Sky Italie hatte es nicht im Programm. Der Radio-Stream wurde ebenfalls ständig unterbrochen, so dass es keinen Spaß machte, vom Ergebnis mal abgesehen. Morgen geht es weiter in Richtung Verona. Die Wetteraussichten sind gut, so dass wir die kurze Hose herausholen wollen.

 

 


Über die Autorin/den Autor:  Als sportliche Rentner sind Jupp (67 Jahre) und Herbert (65) schon seit Jahren mit dem Fahrrad auch auf längeren Strecken unterwegs. Wir haben Spaß daran, durch die Lande zu fahren, fremde Leute kennenzulernen und neue Erfahren zu machen. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: