Der Tag begann schon grau in grau. Ein Blick aus dem Fenster besagte nichts Gutes. Regenwolken bedecken die Berge, 3 Grad Aussentemperatur und stärker werdender Regen lassen die Freude auf die anstehende Tour auf einen Tiefpunkt sinken.

Nach dem geruhsamen Frühstück ist es um 09.00 Uhr auch noch nicht besser. Also Regenkleidung an, die Taschen wasserdicht verpacken und das Rad aufrüsten. Die Brille ist voller Regentropfen, die Hände werden kalt und auch die Laufschuhe sind schnell nass. Auch Wollsocken werden klamm, ich überlege mir wasserdichte Socken zu besorgen.

Wir haben etwas Glück, dass der erste Teil der Strecke bergab verläuft. Um uns gegenseitig aufzumuntern, schätzen wir ab, was für Vorteile der heutige Tag hat, z.B. hat der Wind nachgelassen, es sind nicht soviel Radfahrer unterwegs, die Strecke wäre doch ganz schön, wenn man etwas mehr sehen könnte.  Vier Stunden Fahrt mit zügigem Tempo um nicht noch mehr zu frieren, halten wir fast ununterbrochen durch. Dann ist in Landeck eine Pause mit heißem Kakao und einem Toast notwendig. Erkundigungen nach dem morgigen Wetter bei der Bedienung verheißen auch nichts Gutes.

Auf dem Reschenpass soll es Schnee gegeben haben, aber die Strassen wären frei. Was für eine Erleichterung!? Die Entscheidung steht. Wir wollen uns keine waghalsigen Herausforderung stellen und planen den Shuttle-Service mit dem Postbus fest ein.

Nachdem wir so halbwegs aufgetaut sind, wird das Wetter auch besser. Es gibt nur noch vereinzelte Schauer, die Sonne lässt sich dann und wann sehen und der größte Vorteil – wir haben ausnahmsweise einmal Rückenwind. In Pfunds ist es nicht ganz so einfach ein Quartier zu finden, da gerade erst die Wintersaison beendet wurde. Welch ein Hohn. Nach wiederholtem Anlauf kommen wir etwas außerhalb an die Bauernhof Hotel-Pension „Schöne Aussicht“. Wir stehen etwas unschlüssig vor dem Eingang, als auch schon die Hotelwirtin mit freundlichen Worten begrüßt. Sie haben zwar geschlossen, aber sie würde uns für einen Spottpreis ihr schönstes Zimmer geben, da nur eingeschränkter Service möglich ist.

Hier haben wir einen wirklichen Glücksgriff getan. Uns steht eine geräumige Ferienwohnung zur Verfügung, in der problemlos eine 6-köpfige Familie unterkommen könnte. Da das Dorf (?) fußläufig gut zu erreichen ist, haben wir auch kein Problem mit dem Essen. Also vormerken für den nächsten Urlaub.

Morgen geht es nach Italien. Hoffentlich haben wir da besseres Wetter.

 


Über die Autorin/den Autor:  Als sportliche Rentner sind Jupp (67 Jahre) und Herbert (65) schon seit Jahren mit dem Fahrrad auch auf längeren Strecken unterwegs. Wir haben Spaß daran, durch die Lande zu fahren, fremde Leute kennenzulernen und neue Erfahren zu machen. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: