Archive for Januar, 2014

Hallo zusammen,

solange der Kalender nicht den 1 Ferbruar 2014 anzeigt, wird weiter spekuliert und gerätselt wer wo wann und wie lange und überhaupt noch im Winter die Fahnen wechselt.  30 Mio € hat Arsenal angeblich für Draxler geboten.   Freu nach dem Motto: friss oder stirb.   Das es auf der Insel ja schon seit Urzeiten etwas anders läuft als im übrigen westeuropäischen Raum, ist ja nun hinlänglich bekannt.   Auch das die Engländer nicht mit Euro zahlen, sondern immer noch mit ihrem Pfund.  Nur scheinen die Insulaner aber vergessen zu haben, das die Zeit nicht stehen geblieben ist.       Ok, zum traditionellen Pferderennen in Ascot trägt man immer noch Hüte, die hierzulande problemlos jeden Karnevalsumzug am Rhein bereichern würden, und gefahren wird seit Ewigkeiten auf der falschen Straßenseite, aber das die Zeiten der großen Postzugüberfälle vorbei ist, und damit auch der Wert des Pfund drastischen gefallen ist, scheinen die traditionsbewussten Briten noch nicht gemerkt zuhaben.    Denn zu dem Zeitpunkt, als der legendere Coup Anfag der 1960er Jahre gelang, da hatte das Zahlungsmittel noch einen Wert von ca. 13 DM/Pfund.   Umgerechnet in Euro, wären das, wir wollen da mal nicht so pingelig sein, gute sechs €.   30 Mio Pfund wurden damals ergaunert.  Das ganze mal sechs, ergibt so schlappe 120 Ocken und ein paar zerquetschte.   Für den Kurs würde ich den ehemaligen Schalker Hoffnungsträger, um den herum das neue Schalke aufgebaut werden sollte, persönlich zum Flughafen karren, und vorort in ein original Londoner Taxi setzen.     Leider ist bei den Minzsoße schlürfenden Elfmeterversagern aber ein Denkfehler eingetreten.   Die meinen jetzt auch 30 Mio, aber Euronen.   Und das geht garnicht.   Da fühlt man sich doch glattweg verarscht, oder wie Queen Liesbeth sagen würde:  we are not amused.   Das wird wohl nicht funktionieren.   Da müssen die aber noch eine gehörige Portion Fish and Chips draufpacken.             Bei der Vertragslaufzeit von Julian Draxler ist ja eigentlich auch noch ein wenig Zeit um ihn zu verhökern.   Frage ist nur, wie oft verletzt er sich noch in der Zeit, und wird wohlmöglich erstens für den S04 uninteressant, und zweitens erst recht dann für einen potenziellen neuen Verein.   Noch schlimmer wäre es ja, wenn er aus total, absolut, dringender Geldnot verramscht werden müsste.     Aber der S04 ist ja angeblich gesund.  Das beruhigt.   So und ich mache mich jetzt auf nach Sochi, um im 20 km Rennen beim Biathlon Gold für Deutschland zu holen.  Ist doch auch realistisch, oder?     Keine Angst, ich bleibe hier.  Ist mir zu gefährlich da.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Als ich am Gepaeckband des Duesseldorfer Flughafens ankomme um mein Gepaeck abzuholen muss ich gleich ein wenig schmunzeln. Da stehen die Leute Schulter an Schulter nebeneinander und in drei Reihen hintereinander. Die Schienbeine der Leute in der vordersten Reihe haben Kontakt mit dem Metallrahmen des Gepaeckbandes, und alle schauen gespannt und vornueber gebeugt auf das Loch in der Wand aus dem gleich die Gepaeckstuecke erscheinen wuerden. Spaetestens in dem Moment merke ich, dass ich zurueck in Deutschland bin.

 

Gluecklicherweise enthaelt mein Arbeitsvertrag einen kostenlosen Heimflug pro Jahr. Diesen nutzte ich auch dieses Mal wieder zu einem Heimatbesuch ueber Weihnachten und Neujahr. Die Feiertage will ich nach wie vor bei der Familie verbringen und die freie Zeit nutzen, um Freunde und Bekannte wieder zu treffen. Ausserdem geben mir die jaehrlichen Besuche die Moeglichkeit zu hinterfragen und zu reflektieren, inwieweit ich auf dem richtigen Kurs bin und was fuer mich von Bedeutung ist.

 

Die Familie und langjaehrige Freundschaften halte ich fuer unersetzlich, und genau deshalb habe ich die vergangenen zweieinhalb Wochen sehr genossen. Aber gleichzeitig habe ich mich von Anfang an auf den Tag gefreut an dem es wieder zurueck nach Australien geht. Denn ich kann mir nicht helfen – ein Leben in Deutschland kann ich mir zumindest in naher Zukunft nicht mehr vorstellen. Dazu gibt es zu viele und zu grosse Unterschiede zwischen den Werten die fuer mich im Leben von Bedeutung sind, und denen die meiner Erfahrung nach in Deutschland wichtig sind.

 

Ich habe den Eindruck, dass z.B. Sicherheit ein Wert von zentraler Bedeutung in Deutschland ist. Sicherheit was die Zukunft bringt, Sicherheit vor Unfaellen aller Art, finanzielle Sicherheit, Sicherheit den Arbeitsplatz betreffend, alles dreht sich um totale Sicherheit und Schutz vor allem und jedem. Wenn es in Deutschland eine Versicherung gegen “negative Erfahrungen allgemein” gaebe, ich glaube sie faende reissenden Absatz. Ich glaube, dass es im Leben zu keiner Zeit und an keinem Ort totale Sicherheit gibt, und deshalb ist das ein Rennen das man nicht gewinnen kann. Eben nicht zu wissen was morgen passiert macht fuer mich auch einen Reiz im Leben aus. Sehr haeufig wird nach Gruenden gesucht, weshalb man etwas nicht tun oder nicht ausprobieren sollte. Bizarre Szenarien werden kreiert und Risiken ueberproportioniert, um Dinge zu finden die schiefgehen koennten. Mir ist kein Mensch bekannt, der es mit dieser Mentalitaet im Leben zu Erfolg egal welcher Art gebracht hat. Nur wer nichts tut, macht keine Fehler. Dabei ist Fehler zu begehen und hin und wieder die falsche Entscheidung zu treffen ein essentieller und unersetzlicher Teil des Lernens und des Lebens.

 

Es ist eine allgegenwaertige Versuchung Dinge zu kontrollieren, auf die man eigentlich keinen oder wenig Einfluss hat. Dieser Versuchung bemuehe ich zu widerstehen, wann immer ich kann. Umso mehr versuche ich das Beste aus allem zu machen das ich kontrollieren kann. Das ist eine Mentalitaet die im australischen Sportsystem inklusive des australischen Olympiateams gepredigt und auch wirklich gelebt wird. Wer Ausreden hat oder andere Dingen oder Menschen verantwortlich macht fuer den eigenen Misserfolg wird hier schnell ein unbeliebter Aussenseiter. Damit bin ich voll konform.

Freiheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung sind fuer mich Werte von hoechster Bedeutung. Vor allem bei Letzterem werde ich sehr schnell zu einem leidenschaftlichen Referenten:

Ich empfinde naemlich z.B., dass in Deutschland Anreiz und Motivation, aber auch Belohnung fuer eigenverantwortliches Handeln auf ein gefaehrlich niedriges Mass reduziert werden. Stattdessen wird ueberreguliert und nach Wohlstand fuer alle und jeden gestrebt. Das Ergebnis ist eine Mentalitaet die den Staat und das System einem selbst gegenueber in der Bringschuld sieht. Ich halte das fuer ziemlichen Quatsch und fuer eine weltfremde und zum Scheitern verurteilte Mentalitaet fuer die ich wenig Zeit und Respekt uebrig habe.

Der einzige der mir etwas schuldet bin ich selbst. Was andere fuer mich tun oder nicht kann und will ich nicht beeinflussen. Das gleiche gilt im Uebrigen fuer den Leistungssport. Mich wuerde ueberraschen, wenn ein Roger Federer, Michael Jordan, Muhammad Ali oder Lionel Messi jemand anderes als sich selbst fuer den eigenen Misserfolg verantwortlich machte. Im Moment des eigenen Erfolges hingegen sind die Genannten allesamt dankbar und demuetig jeder Unterstuetzung von aussen gegenueber. Sport eignet sich deshalb ausgezeichnet als Schule fuers Leben. Die Verantwortung fuer den eigenen Erfolg oder Misserfolg traegt jeder Mensch an allererster Stelle selbst.

 

“Hello Mr. Lang, welcome back. You have been upgraded to Business Class,” begruesst mich die Emirates Airlines Mitarbeiterin freundlich am Check-In des Duesseldorfer Flughafens. Na das ist doch ein guter Reisestart, dachte ich mir. Auch wenn ich die Wegstrecke Europa – Australien oder andersherum nun gut 20mal absolviert habe und bei mir ein gewisser Gewoehnungsprozess eingesetzt hat, ein Vergnuegen ist sie nie. Die Aussicht auf einen bequemen Liegesitz mit ausreichend Beinfreiheit, sowie diverse extra Services fuer den ersten Teil der Strecke bis Dubai sorgten bei mir deshalb fuer Heiterkeit. Der Sitzplatz war letztlich so bequem, dass ich die kompletten sechseinhalb Stunden Flugdauer im Tiefschlaf verbrachte. In Dubai angekommen machte ich mich direkt auf zum Transfer Desk um nach einem eventuell verfuegbaren Platz in der Notausgangreihe fuer den zweiten Reiseteil Dubai – Brisbane zu fragen. Die Antwort war nein, da der komplette A380 bis auf zwei Plaetze ausgebucht sei. Ich grummelte vor mich hin und bereitete mich auf 14-einhalb Flugstunden, restless legs, Nicht-Schlafen-Koennen und Langeweile vor.

 

Am Fluggate erlebte ich dann jedoch ein Deja-vu, ich hatte unglaubliches Glueck: “Hello Mr. Lang, welcome back. You have been upgraded to Business Class,” laechelte mich die Flugbegleiterin an. Blitzartig war meine gedrueckte Laune weg und ich war in Partystimmung. Bei einem 14-einhalb Stunden Flug macht so ein Upgrade einen grossen Unterschied.

Der Airbus A380 ist gross, maechtig und behaebig. So behaebig, dass er fast die komplette Boenener Bahnhofstrasse Anlauf nehmen muss, um seinen dicken Hintern in die Luft zu kriegen.

Die Emirates Business Class im Airbus A380 muss man sich hingegen etwa so vorstellen: Man sitzt in einem ueberbequemen Massagesessel, den man wahlweise zwischen Buerostuhl, Fernsehsessel oder Bett hin- und herfunktionieren kann, hat neben sich einen Schreibtisch und vor sich einen Flatscreen. Alles ist mit einem mobilen Touchpad elektronisch bedienbar, etwa wie bei Raumschiff Enterprise. Essen und trinken kann man bis der Arzt kommt, und die neuesten Filme und Musik hat man selbstverstaendlich auch.

 

Gerade in einem Moment wie jetzt halte ich mir bewusst einen Spiegel vors geistige Auge: Ich sitze hier in der Business Class des groessten Verkehrsflugzeugs der Welt, knabbere an Rotwein und diversen hors d’oeuvre, die ich mir habe kommen lassen und fliege vom einen (dem alten in Deutschland) zum anderen Leben (dem neuen in Australien). Und das Ganze ohne dafuer einen Cent zu bezahlen.

Dass ich so etwas tun kann ist ein Privileg. Mir geht es echt gut, und ich weiss, dass dazu auch Glueck und Unterstuetzung gehoert. Dafuer bin ich dankbar, denn ich weiss, dass es sich jeden Tag aendern kann.

 

Ich bin nun die dritte Woche zurueck im Buero, und es wartet eine Menge Arbeit auf mich. 2014 ist ein sehr geschaeftiges Jahr mit vielen internationalen und nationalen Hoehepunkten. Zudem will ich in ein neues Appartment umziehen, das ich erst noch endgueltig finden muss.

Auch in diesem Jahr also keine Langeweile in Australien…

 

Viele Gruesse aus Down Under

 

Jens Lang

Hallo zusammen,

die „Pieks-Woche“ ist beendet, alle weitere Maßnahmen folgen, aber ich bin wieder im Geschehen.  Besser konnte das (sportliche) Wochenende ja garnicht laufen.  Endlich mal die Gunst der Stunde genutzt. Das ist aber nur der erste Schritt auf dem langen Weg in die Königsklasse.  Richtig wertvoll wird der Auswärtserfolg erst, wenn jetzt die beiden Heimspiele gegen Wolfsburg und Hannover ebenfalls siegreich gestaltet werden.   Super das auch der „Hunter“ bei seinem Comeback sofort getroffen hatt.  Das macht Appetit auf mehr.        Nur sollten wir aber trotzdem auf dem Boden bleiben, denn die Hamburger waren auch richtig schlecht.     Aber, drei Buden muss man gegen die auf eigenem Geläuf auch erstmal machen.  Schalke hatte van der Vaart und Co schon gut im Griff.         Unbeeindruckt von den Nebenschauplätzen (Draxler und die Insel) trumpften Meier und Farfan auf.   Heute ist Dienstag.           Bis Freitag ist der Winterbasar noch geöffnet.   Da bin ich mal gespannt, wann in Sachen Draxler denn endlich mal eine Vollzugsmeldung, so oder so, kommt.   Verletzt ist er eh noch.   Auf dem Platz sehen wir ihn wohl erst, wenn überhaupt, Ende Februar wieder, oder garnicht mehr.    Man kann mich ja jetzt lynchen wollen, oder sonst noch was, aber das nimmt fast schon so Züge wie bei Götze an, der ja auch erst beim Revierrivalen verlängerte, und dann die Zelte abbrach um gen Süden zu ziehen.     Verträge sind nur dafür da, um die Ablösesummen in die Höhe zu treiben.        Das ist nichts Neues, aber die immer länger werdenden Laufzeiten nehmen Dimensionen an, das es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das aufgeblasene Konstrukt Gehälter, Handgelder und Ablöse wie eine Seifenblase zerplatzt.       So, die Handwerker stehen vor der Tür.  Jetzt kann ich mir wieder dieses eintönige Bayern-Gesabbel anhören ;-).

Tschüß, bis die Tage

R.A.

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Lagune in Quilotoa

Es ist mal wieder Sonntagabend und damit bereits die vierte Woche um. Bei meinem Praktikum in der Notaufnahme der Krankenhauses „Carlos Andrade Marin“, kenne ich mittlerweile die Ärzte, Pfleger und Studenten besser. Daher wird mir auch etwas mehr zugetraut, sodass ich vergangene Woche einen Katheter legte und auch schon Blut abnehmen darf. Aber auch kommunikative Tätigkeiten, wie das Essen Anreichen, fördern meine Sprachkenntnisse und machen Spaß, wenn die Patienten noch Zähne haben. Ein älterer Herr freute sich so über meine Hilfe, dass er seiner Familie davon erzählen wollte, wie ihn ein blondes deutsches Mädchen gefüttert hat.
Am Wochenende ging es dann Samstag um 7 Uhr morgens mit der Sprachschule auf einen Ausflug zum Dorf Quilotoa und dem höchten, aktivsten Vulkan der Welt, dem Cotopaxi.
Leider plagten mich seit Mittwoch starke Bauchschmerzen, da ich mir an einem Fischgericht den Magen verdorben hatte. Am Samstag, als es in Quilotoa zu einer Lagune ging, zum Kayak fahren und Wandern, musste ich deshalb leider aussetzen.
Nach ausreichend Schlaf und schwarzem Tee mit Salz (Tipp meiner Mutter), konnte ich dann Sonntag schon wieder leckere Pfannkuchen mit Früchten im Hostel frühstücken und fühlte mich schon etwas besser. Allerdings erwartete mich eine 3-stündige Besteigung des Cotopaxi. Mein Ehrgeiz verdrängte also meine Bauchschmerzen und mit einigen Pausen auf Vulkansteinen sitzend, dem Antrieb meiner Gruppenmitglieder und energiereichen Minibananen, erreichte ich schließlich die Gletscherhöhe. Glücklicherweise verschwanden für einen kurzen Augenblick die Nebelschwaden, sodass man die Wolken von oben sehen konnte! Sobald die Sonne durchkam, wurde es selbst im knöchelhohen Schnee richtig warm.
Der Rückweg vom Vulkan ging wesentlich schneller von Statten, da man im Vulkansand und im Schnee teilweise einige Meter einfach rutschen konnte.
Anschließend bekamen wir ein leckeres Barbecue und kehrten gestärkt zurück nach Quito. Denn morgen klingelt der Wecker wieder um 6 Uhr.

Wie wir berichtet haben, sind wir am 20. Dezember Richtung Kumasi aufgebrochen. Wir verließen mit unserer Gastmutter um 5 Uhr morgens das Haus. Dabei ist uns eine Laufgruppe von Männern entgegengekommen, die sich regelmäßig treffen und dann singend anfangen zu joggen. An der Metro-Bus Station erwartete und eine rießenlange Warteschlange. Unsere Gastmutter hatte uns schon vorgewarnt, dass aufgrund von Weihnachten viele Menschen unterwegs sein werden. Schlußendlich mussten wir vier Stunden lang auf einen Bus Richtung Kumasi warten.

Als wir in Kumasi angekommen sind, fiel uns sofort die extrem trockene und staubige Luft auf. Obwohl wir die ganze Zeit am Trinken waren, war unser Mund so trocken wie noch nie. Die sehr niedrige Luftfeuchtigkeit war auf den Harmattan zurückzuführen. Harmattan ist der Name der aus Nordosten wehenden Passatstürme, die aus der Sahara kommen und Ghana von November bis Februar erreichen. Tagsüber ist es sehr warm und trocken und Nachts wird es sehr kalt.

Von Kumasi aus machten wir uns auf den Weg nach Adamquwame, dem Heimatdorf unserer Gastmutter. Dort erwartete uns schon ihre freundliche Familie. Es handelte sich um ein kleines Haus, in dem die Eltern, ein jüngerer Bruder und die Nichte unserer Gastmutter lebten. Wir wurden in das Zimmer des Bruders unserer Gastmutter einquatiert und er wurde ausquartiert. Wir haben das Zimmer sehr genossen, weil es viel größer als unser Zimmer in Cape Coast war und die Matratze sogar so hart war, dass man nicht direkt auf dem Lattenrost lag :D.

Am darauffolgenden Morgen sind wir früh von unserer Gastmutter aufgeweckt worden, damit wir allen Verwandten unserer Gastmutter einen Besuch abstatten konnten. Dabei sind wir durch das ganze Dorf gegangen, haben viele Bilder gemacht, sind jedem vorgestellt worden und durchblickten die Verwandtschaftsverhältnisse überhaupt nicht mehr. Während der Besuchstour wurden uns unter anderem vier Großmütter und zich Tanten unserer Gastmutter vorgestellt. In Ghana beziehen sich die Begriffe brother, sister, grandmother, daugther etc. nicht nur auf die tatsächlichen Verwandten, sondern sie beziehen sich auch auf Freunde und auf das Alter der jeweiligen Person, sodass auch wir beide die Töchter unserer Gastmutter sind. Es ist üblich, wenn man nach längerer Zeit in sein Dorf zurückkehrt, alle Bekannten und Verwandten am ersten Tag zu besuchen. Diese besuchen einen dann an den darauffolgenden Tagen.

Am Sonntag sind wir mit unserer Gastmutter und ihrer Familie in die Kirche gegangen. Der Gottesdienst dauerte vier Stunden. Wir waren echt froh als wir wieder draußen waren, weil die Musikboxen extrem laut waren, sodass wir nur noch ein Dröhnen in den Ohren hatten. Der Pfarrer sang (schrie) bis zur Ekstase Psalme in das Mikrofon und alle anderen machten mit. Es wurde getanzt, was viel Spaß gemacht hat.  Uns fiel auf, dass viele Ghanaer sehr gut tanzen können. Während des Gottesdienst wurden wir auf die Bühne gerufen. Wir sollten doch ein deutsches Kirchenlied singen. Da wir beide spontan kein Kirchenlied wussten, beschlossen wir ein deutsches Geburtstagslied zu singen. Die Kirchengemeinde war sehr begeistert, klatschte mit und merkte ( hier spricht ja keiner Deutsch) nicht, dass wir den totalen Unsinn sangen :D.

Am nächsten Tag sind wir mit der Nichte unserer Gastmutter nach Kumasi gefahren. Dort haben wir das Kulturzentrum und den Markt besucht. Das Kulturzentrum bestand aus einem Museum über die Ashantikultur und vielen kleinen Läden. Kumasi hat in seiner Größe den beeindruckendsten Markt Afrikas, ca. 10 ha groß, was etwas 14 großen Fußballfeldern entspricht. Auf dem Markt gab es wirklich alles, man musste nur wissen wo. Wir versorgten uns mit Weihnachtsgeschenken für unsere Gastfamilie und mit schönen Stoffen, die es in Kumasi billiger gibt.  Aufgrund von Weihnachten war der Markt völlig überlaufen. Man quetschte sich von einem Stand zum nächsten.

Unser 24. Dezember verlief sehr ruhig. Allgemein wird in Ghana Weihnachten nicht so groß gefeiert wie bei uns. Am Morgen hieß es noch, dass wir in die Kirche gehen werden. Doch dann hat sich herausgestellt, dass die Kirche kein Programm hat :D. Wir verbrachten den Tag mit Kartenspielen und lecker FuFu (einheimisches Gericht) essen. Abends gab es dann Bescherung. Wir überreichten unsere Geschenke und erhielten sehr kitschigen Schmuck, den in Deutschland nur kleine Mädchen tragen, als Geschenk. Viele Menschen haben die Vorurteile, dass hier in Ghana Holzschmuck getragen wird. Doch in Wirklichkeit lieben die Ghanaer es total kitschig. Umso kitschiger, desto besser. Es gibt auch traditionelle Sachen, aber auf die Stehen mehr die Touristen als die Ghanaer. Abends tranken und aßen wir noch zusammen einen von uns mitgebrachten Weihnachtstee und Weihnachtskekse, die alle sehr lecker fanden.

Rund um Kumasi haben wir noch einige Ausflüge gemacht. Wir besuchten einen Staudamm, der die ganze Stadt Kumasi mit Wasser versorgt. Um eine hohe Wasserqualität zu sichern, ist die Umgebung um den Staudamm ein Naturschutzgebiet. Wir konnten sehr viele freilebende Affen, Vögel und rießengroße Bambusbäume sehen ( ja, wenn man doch mal die Ikeapflanzen länger wachsen lassen würde ;D). Nach der Staudammbesichtigung entschlossen wir uns ein nahegelegenes Dorf zu besichtigen. Wir fragten einen Herrn nach dem Weg. Dieser war nun selbst auf dem Weg dahin, sodass wir ihm gemeinsam folgten. Schlußendlich sind wir dann mindestens eine Stunde querbeet durch den Wald auf irgendwelchen Geheimwegen gelaufen, bis wir wieder auf etwas Zivilisation trafen. Es war mal wieder Adventure Time :D.

An den Weihnachtstagen ist es in Ghana üblich ein frisches Huhn zu essen, sodass an beiden Weihnachtstagen jeweils ein Huhn für die Familie vom eigenen Hof geschlachtet wurde. Uns wurde deutlich, was es bedeutet, wenn man ein Tier isst. Eine Minute zuvor, lief das Huhn noch auf dem Hof herum, und dann sieht man gerade wie die Kehle durchgeschnitten wird. Uns wurde sogar angeboten, dass Tier selbst zu töten. Wir verzichteten dankbar. Doch wir bekamen ein schlechtes Gewissen, dass wir beide bereit sind ein Huhn fertig zubereitet zu essen, aber es selbst nicht mit einem Messer töten können. Glücklicherweise essen wir hier in Ghana allgemein extrem wenig Fleisch.

Während eines anderen Ausfluges besichtigten wir eine sehr große Felswand. Auf den Weg dahin begleitete uns eine Gruppe von jungen Männern. Wir hatten eigentlich nur nach dem Weg gefragt, doch sie beschlossen uns den Weg genau zu zeigen. Somit liefen wir mit 10 Ghanaern eine Stunde lang durch Plantagen und Wälder. Adventure Time again ;D.

Silvester

Silvester verbrachten wir mit anderen Freiwilligen und Ghanaern am Strand in Accra. In Ghana wird Silvester viel größer als Weihnachten gefeiert. Die Kirchen sind hier von enormer Bedeutung, sodass man an jeder Straßenecke Plakate für Crossover Service sah. Im größten Stadium in Accra feierten drei große Kirchen zusammen, sodass das Stadium mit 50.000 Menschen befühlt war. An Neujahr gingen wir zufällig nochmal zum Strand und bemerkten, dass so ziemlich alle jungen Menschen in Accra am Strand am Feiern waren. Der Strand und das Meer war voller Menschen.

Die letzten Tage der Ferien haben wir genutzt, um den Westen Ghanas zu erkunden. Wir haben eine Kanufahrt auf dem Fluss Pra gemacht, Takoradi angeschaut ( Industriestadt) und mehrere kleine Fischerdörfer am Strand besichtigt. Die Strände waren wirklich wunderschön und weit und breit war oft kein einziger Mensch zu sehen. Man hatte einen ganzen Strand für sich alleine. Nachts sind wir auch auf Schildkrötensuche gegangen, leider erfolglos. An den Weststränden legen verschiedene Schildkröten von November bis Januar ihre Eier ab, sodass, wenn man Glück hat, nachts kleine Babyschildkröten zusehen kann, wie sie zum Meer robben. Zwischendurch war auch mal wieder Adventure Time angesagt =). Wir haben eine Wandertour durch einen Küstenwald gemacht. Unser Wegführer führte uns mitten durch den Wald, ohne Wege und nichts. Zwei Tage danach kamen wir dann noch auf die Idee von Cape Three Point, südl. Punkt Ghanas, nach Prince Town, kleines Fischerdorf, zu wandern, um dort eine deutsche Burg aus der Kolonialzeit zu besichtigen. Wir dachten, dass wir einfach nur am Strand entlang gehen müssen, doch leider gab es einen sehr großen, spitzen Fels, den wir umgehen mussten. Wir haben versucht durchs Dickkicht einen anderen Weg zu finden. Schlußendlich sind wir zwei Stunden durch Plantagen und Wälder gelaufen bis wir endlich den Fels umgangen hatten und an der anderen Strandseite ankamen ;D. Völlig fertig, ging es dann nochmal ca. 4 km weiter am Strand nach Prince Town. Wir waren echt froh als wir schließlich in Prince Town ankamen. Unsere Beine und Füße waren völlig zerkratzt (hatten nur FlipFlops mit uns, weil wir dachten, dass wir Barfuß am Strand laufen können).

Dann ging es auch schon wieder nach Hause. Wir blieben aber nicht lange in Cape Coast, da uns das Zwischenseminar in Accra erwartete. Nun sind wir aber wieder am Arbeiten und haben positives zu berichten. Wir haben mit den Kindern in unseren Klassen erst einmal Wiederholung durchgeführt und rechneten damit, dass sie einiges vergessen haben. Es waren nun schon eben vier Wochen vergangen. Doch die Kinder wissen wirklich noch extrem viel! Wir sind total stolz auf unsere kleinen Kiddis!!! =)

Desweiteren haben wir noch einiges von unserer Schule im Allgemeinen zu erzählen. =) Wie schon beschrieben, ist der Schulleiter der Primary School sehr bestrebt, dass uns die Schule gefällt und kümmert sich sehr gut um alles. Dazu gehört natürlich auch unser eigenes Wohlbefinden. Ihm ist aufgefallen, dass wir beide schlank sind, obwohl wir als weiße Frauen doch genügend Geld haben müssten, um uns viel Essen zu kaufen. Daraufhin fragte er uns auch, ob wir den schon verheiratet sein. Wir verneinten. Daraus schloß unser Schulleiter, dass wir zu schlank sind und deswegen noch keinen richtigen Mann gefunden haben. Zur Erklärung: Man strebt immer nach dem, was man nicht hat. In vielen Teilen von Ghana werden sehr dicke Frauen als sehr schön angesehen. Es gibt sogar Frauen, die Medikamente nehmen, damit sie ganz viel Fett ansetzen, um so ihre Chance auf einen Mann zu erhöhen. Die, die westlicher orientiert sind, wie z.B. unsere Gasteltern, streben es aber eher an, sehr schlank zu sein. Da unser Schulleiter nun sehr traditionsbewusst ist, beschloß er, zuzusehen, dass wir zunehmen, damit wir, wenn wir wieder nach Deutschland fliegen bzw. vielleicht auch schon in Ghana, einen Mann finden, der bereit ist uns zu heiraten. Im Moment sind wir einfach zu schlank, da lässt sich keiner finden ;D. Darum mussten wir auch ab und zu morgens mit unserem Schulleiter  einen sehr kohlenhydratreichen Maisbrei essen. Er beschwerte sich, dass wir immer nur little, little äßen. Wir müssten plenty, plenty essen, sonst würde das mit dem Mann nichts werden :D.

Wir fanden das alles sehr witzig, wobei es auch nervig wurde. Man muss sich dann immer rechtfertigen, warum man denn nicht zunimmt. Er meinte dann auch, nicht nur in der Schule, sondern den ganzen Tag sollten wir viel essen. Leider ;D ist auch nach einigen Wochen keine Verbesserung eingetreten, sodass unsere Chancen auf einen zukünftigen Mann immer mehr schrumpfen :D.

 Manchmal sitze ich (Mercedes) in einer Freistunde im Büro des Schulleiters und bereite den Unterricht vor oder lese irgendetwas. Die Tür des Büros ist dann meistens zu. Deswegen war ich auch sehr verdutzt als eines Tages auf einmal rechts von mir ein Huhn auftauchte :D. „Wo kommt das denn her?“ Naja, ich habe mir zuerst nicht viel daraus gemacht. Ich öffnete die Tür und scheuchte das Huhn aus dem Büro. Am nächsten Tag saß ich wieder einmal kurz im Büro. „Was scharrt denn die ganze Zeit hier so?“ Ich schaute mich um, aber konnte nichts finden. Dann wieder, dieses scharren. Ich schaute nach unten, links von mir war ein kleines Regal und was sah ich ??? Das Huhn, vom Vortag, saß in der untersten Regalhälfte und brütet gerade seine Eier :D. Ich musste erst einmal lachen. Wir sind es schon gewohnt das viele Tiere hier einfach herumlaufen. Bei uns zu Hause in Cape Coast laufen ständig irgendwelche Schweine, Ziegen, Schafe, Hühner, wilde Katzen und Hunde auf dem Gelände des ghanaischen Roten Kreuzes oder allgemein auf den Straßen umher. Doch ein Huhn im Regal eines Büros, hatten wir bis jetzt auch noch nicht gehabt. Am Tag darauf habe ich höflich einen Lehrer auf das Huhn mit seinen sechs Eiern (ich habe nachgezählt) hingewiesen. Dieser antwortete ganz gelassen, dass Hühner sich immer dunkle, sichere und ruhige Orte zum Brühten aussuchten. Typisch ghanaisch. =) In Deutschland würden bestimmt alle darüber lachen und das Huhn verscheuchen, aber in Ghana wird dies hingenommen. Das Huhn stört ja in Wirklichkeit auch niemanden und Eier isst doch fast jeder gern. =) So blieb das Huhn mit seinen Eiern noch einige Tage im Regal, bis wohl auch der Schulleiter davon erfuhr und doch beschloß das Huhn samt seinen Eiern auszuquartieren :D.

Wir werden nun noch eine Woche an der Grundschule arbeiten, um dann wieder an einer neuen Schule anzufangen.

Außerdem möchten wir ganz herzlich um Spenden für unseren Eigenbeitrag bitten. Hierfür die neue Bankverbindung:
IBAN: DE82140520001713849590
BIC: NOLADE21LWL
Bank: Sparkasse Mecklenburg-Schwerin
Verwendungszweck: „Eigenbeitrag weltwärts, Mercedes Pender“  oder „ Eigenbeitrag weltwärts, Pamela Berger“
Informationen zum Eigenbeitrag:

Um die Kosten des internationalen Freiwilligendienstes zu decken, soll jeder Teilnehmer 150,-€/Monat selber beitragen und diese möglichst durch einen Spendenkreis aufbringen. Das DRK Soziale Freiwilligendienste M-V ist eine gemeinnützige Organisation und erwirtschaftet keinen Gewinn. Deshalb ist dieser Beitrag wichtig, um die Projekte durchführen zu können.

Hallo zusammen,

es ist doch immer wieder interessant, wenn man verschiedene Behandlungen bekommt, und dabei etwas neues erfährt.     So wie Heute.    Der Stich am frühen Morgen in die zu behandelnde Zone war heftig und auch noch nie so erlebt, aber ich habe den Eindruck, es ist wirksam.   Das Beste am Tage ist dann aber Fango mit anschließender Massage.   Nun weiß ich mittlerweile, das die Fangopackung aus Vulkanasche besteht, und damit sie schön „geschmeidig“ bleibt, wird noch Praffin zugesetzt, und ist mehrfach verwendbar.  Ich kannte es eigentlich als Bestandteil der Kerzen.    Immer wieder was Neues.   Und wenn der Rücken dann so richtig schön aufgewärmt ist, folgt die Massage.   Traumhaft!  Während der Behandlung wird auch ein kleines Schwätzchen gehalten.  Und überraschender Weise ist auch der Fußball ein Thema.  So erfährt man ,das der Sohn von den Schwarzgelben zu den Bayern gewechselt ist. Grausige Vorstellung.   Der Mann ist Anhänger des FC St. Pauli, gute Wahl.  Trotz der guten Versorgung fiebern wir der morgigen Entlassung entgegen, genau wie Klaas-Jan Huntelar seinem ersten Einsatz nach der langen Verletzungspause.  Blos kein falscher Ergeiz.  Noch so eine lange Pause wäre nicht gut, für alle Beteiligten.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

 

Halo zusammen,

ja, Sie lesen richtig. Aber zu Ihrer Beruhigung, es handelt sich in diesem Fall nicht um die beiden Revierrivalen, sondern um deren Anhäger, genauer gesagt um zwei.  Der eine vertritt die eine Seite, der andere eben die andere. Wie der Zufall es wollte, liegen seit gestern die beiden Fans schiedlich friedlich auf einem Zimmer, und lassen die Maßnahmen über sich ergehen.       Beide haben nur ein gemeinsames Ziel.   Nicht was Sie jetzt vielleicht denken, weit gefehlt.   sie möchten einfach nur schmerzfrei werden.    Beide haben seit Jahren mit dem gleichen Problem zu kämpfen:  dem Rücken.   Jetzt ist das für  den ein oder anderen ja nicht unbedingt interessant, denn es gibt ja noch genug Menschen die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben, aber es ist einfach schön festzustellen, das man sich trotz gegenseitiger sportlicher Interessen, verstehen kann.   Und das praktisch von der ersten Minute an.       Spannend war die Geschichte des Böneners von seinem Besuch des Champions Leaguefinale in London.   Beide sind wir uns einig, das die Meisterschaft vergeben ist.   Wichtig aus seiner Sicht wäre es Gündogan zu halten.      Für mein dafürhalten, ist noch wichtiger, das Huntelaar und Höwedes wieder richtig fit werden, und das die Truppe sich bis zum Rückrundenauftak in Hamburg findet.      Die Vorstellungen in Köln und Oberhausen machen da allerdings wenig Mut.    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, wie immer.      Jetzt freuen wir uns auf das nächste „Highlight“ des Tages:   Abendbrot und ein wenig Handball-EM schauen.   Bis zur nächsten Spritze.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

wenn man alle Meldungen in einen Pott wirft, ein paar Gerüchte einstreut und kräftig umrührt, dann könnte wahrscheinlich ein Funken Wahrheit dabei herauskommen.   Toll diese herumeierei was den Verbleib oder das Kommen bestimmter Spieler geht.  Klar ist, das Timo Hildebrand ausgedient hat.  Wenn sensationell kein Torwart mehr verletzen, dann werden wir den ehemaligen Nationalkeeper nicht mehr im Dress der Königsblauen wiedersehen.    Und was ist mit den „heißen“ Meldungen von der Insel was Julian Draxler betrifft?   Die werden wohl erstmal abwarten wie sich das mit seiner Verletzung entwickelt.  Mindestens vier Wochen, also in Hamburg, und gegen den kommenden Abonementmeister der Jahre 2015 bis -30, dem   VW-Power Geld-spielt-keine-Rolle-VfL Autostadt, wird er noch fehlen. Da kann ja schon fast alles verspielt sein, fast, und das er dann am Ende der Saison weg ist, steht doch wohl auch schon fest.   Wie wichtig der Rückrundenauftakt ist, werde ich nicht mehr erwähnen, weiß ja eigentlich jeder.   Irgendwann wird er wohl wieder ins Geschehen eingreifen, denn ein bisschen Spielpraxis braucht er ja schon, wenn er mit nach Brasilien will.                   Obwohl, wenn ich da so Richtung Italien schaue, und der zweite Stürmer der DFB-Truppe schon garnicht mehr weiß wie ein Fußballtor aussieht, achso, sorry, Mario Gomez heißt der.        Oder gar Holger Badstuber, für die jüngeren unter uns, der ist offiziell auch Nationalspieler und beim FCB unter Vertrag, auch noch ohne Spielpraxis mit will, dann kann Draxler es sowie in der Hinrunde  gemächlich angehen lassen, nicht mehr verletzten, und sein Platz bei Jogi ist im sicher.           Ja und der andere, der auszog um in der Ferne sein Glück zu suchen, wird wohl so schnell auch nicht zum S04 zurückfinden.  Es läuft nicht, und da soll der Berater von Lewis Holtby derjenige welcher sein.    Angesichts der Verletzungsmisere ist der Wunsch von Trainer Keller verständlich, das er noch gerne einen für die „Sechser“-Position haben möchte.        Aber wie immer beim S04 ist es eine Frage des Geldes, und das ist in dem laut Tönnies gesunden Verein in den letzten Jahren chronisch knapp.          Dann ist auch noch der „neue“  Torwart Giefer.  Angeblich auch schon alles perfekt.  Vertrag bis 2018, und ablösefrei, das ist wichtig, für den Spieler,  für den aufnehmenden Verein aber egal.    Dann wandert die gesparte Ablöse, eben als „Handgeld“ und „Vermittlungsgebühr“ in die Taschen von Spieler und den raffzahnigen Beratern.       Aber alles ist ja noch s.o.    Eine Woche lang kann jettzt noch kräftig gerührt werden, dann geht es endlich wieder los.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Die dritte Woche in Quito ist um. Der Spanischsprachkurs ist vorbei und nun liegt es an mir, mich erfolgreich mit den Einheimischen zu verständigen. Es gibt zwischen dem ecuadorianischen und europäischen Spanisch einige Unterschiede, da hier manchmal die Ursprache „Quitoa“ Einfluss auf Vokabeln hat. Außerdem benutzt man hier im täglichen Sprachgebrauch eine andere Vergangenheitsform als in Spanien.

Meine erste Woche im öffentlichen Krankenhaus „Carlos Andrade Marin“ habe ich zumindest ohne sprachliche Missverständnisse überstanden, sodass kein Patient darunter leiden musste.
Mein Arbeitsbeginn in der Notaufnahme („Emergencia“) ist um 7:00Uhr. Das Aufstehen fällt mir erstaunlich leicht, da es morgens schon hell ist. Nach den ersten Tagen sind mir viele Gemeinsamkeiten und Unterschiede im medizinischen Bereich aufgefallen. Auf der Station ist wirklich rund um die Uhr viel los und viele Methoden und Abläufe kenne ich zum Beispiel noch aus der Praktikumszeit in Werne. Selbst die Geräte zur Überwachung der Vitalwerte sind mir bekannt, da sie von deutschen Herstellern stammen. Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich aber in der Personaleinteilung. Die Pflegerinnen und Pfleger haben ihre konkreten Bereiche. So gibt es Pflegerinnen für die gesamte Körperpflege, während andere für die Medikamente und Dokumentation zuständig sind und den Doktoren assistieren. Dieses Prinzip funktionert sehr gut, da man sich auf seinen Bereich konzentrieren kann und es selten zu Verzögerungen kommt. Das Krankenhaus ist nach Aussage der Patienten und Studenten eines der besten in Ecuador. Das spiegelt sich in der Anzahl der Ärzte und Pfleger auch wider.
In der Notaufnahme sieht man täglich die verschiedensten Fälle, von Hirnblutung, über Herzinfarkt bis zum Hundebiss. Sehr kurios war, dass in den letzten drei Tagen vier Passanten aus dem fahrenden Straßenbus gefallen sind, da diese keine Türen haben.

Um noch etwas Positives zu nennen. Jeden Tag versuche ich die ecuadorianischen Spezialitäten zu probieren, da es hier eine riesige Auswahl an Speisen gibt. Auf einem Markt in der Stadt habe ich frittierte Kuhgalle probiert und das „Cui“ (Meerschweinchen) wartet schon auf mich. Die Bananen, die wir aus Herberns Supermärkten kennen, ist nur eine von vielen Sorten. Es gibt hier zusätzlich Baby Bananen, die sehr süß sind, größere, grüne Kochbananen, die viel Stärke enthalten. Man macht daraus Salzchips, Kartoffelpuffer, Käseknödel, Schnaps und vieles mehr.
Manchmal gehe ich auf den Markt und handle solange bis ich für 5 Dollar mit möglichst vielen Früchten, die ich nicht kenne heimkehre. Dann versuche ich herauszufinden wie man sie isst, und wenn ich es nicht herausfinde, mache ich Smoothies daraus.

Hallo zusammen,

der nächste auf dem Weg in die Reha.  Christiam Clemens hat es am Schambein.  Hat man in der Vergangenheit schon öfter mal gehört.  Muß eine unangenehme, und zu allem Überfluss, eine langwierige Verletzung sein.  Bald haut einem aber auch nichts mehr um.   Da haben wir getobt, als unter Magath 40 Profis unter Vertrag standen.  Bei der „Masse“ wären die Ausfälle quantitativ nicht so aufgefallen, qualitativ aber schon.   Nicht so ernst nehmen diesen Satz.   Erfreulich ist aber die Nachricht, das Klaas-Jan Huntelaar wieder fit ist.  Das lässt hoffen.  Nur sollte man keine Wunderdinge von ihm erwarten, aber allein seine Präsenz auf dem Platz dürfte dem Gegner gehörigen Respekt einflößen.      Dann war noch zu lesen, das Lewis Holtby in England nicht zufrieden sei.  Reicht wohl doch nicht für den ganz großen Wurf in der Premiere League, auch wenn man die Sprache perfekt beherrscht?   Er wieder zurück zum S04?    Sindney Sam ist schon verpflichtet.   Wer jetzt noch halbwegs 1 und 1 zusammenzählen kann, der weiß, das sich mit Beginn der Rückrunde Julian Draxler auf Abschiedstournee befindet.   Wenn er bis dann überhaupt noch fit wird.    Da macht der Fünf-Jahres-Plan von Manager Heldt immer mehr Sinn.   Denn wird es nichts mit Europa, dann gibt es zumindest schon einmal die festgeschriebenen Millionen aus dem Transfer um wieder einmal ein Loch zu stopfen.  Jetzt muß noch für einen Nachfolger von Jefferson Farfan Ausschau gehalten werden, denn der will doch bestimmt auch nocheinmal ein neues Land, eine andere Sprache und Kultur kennenlernen.   In dem Fall machte Horst Heldt ja schon Andeutungen, das  sein erster Totalflopp Chinedu Obas(el)i im Trainingslager gute Leistungen gezeigt hat.   Der kann von mir aus Supertoppleistungen zeigen, der darf im besten Fall dann Farfan die Tasche in die Kabine tragen.   Und wer geht dann noch…? …und kommt?

Tschüß, bis die Tage

R.A.