Archive for November, 2013

Wo man auch hergeht, überall in PCC hört man Weihnachtslieder. Und das schon seit rund drei Wochen. Und bereits seit zwei Wochen wird jeden Montag und Donnerstag das Krippenspiel geprobt, außerdem trifft sich an diesen Tagen der Weihnachtschor. Morgen ist schon der erste Advent, wurde mir gestern schlagartig klar. Und von meinen Eltern hörte ich, dass sie schon auf dem Münsteraner Weihnachtsmarkt gewesen sind und sich fragen, ob sie alle Geschenke rechtzeitig beisammen haben werden….

Für mich reichlich merkwürdig, wo sich doch alles nach Sommer anfühlt. Ich trage überwiegend Shorts und Shirts, muss aufpassen, dass ich keinen Sonnenbrand bekomme und erfreue mich an (bzw. beklage manchmal) Temperaturen über 30 Grad. Wie soll da Weihnachtsstimmung aufkommen, so ganz ohne Adventskranz, Bauchschmerzen nach zu viel Plätzchenteig und diversen Ausrutschern auf Glatteis?

Wobei ich sagen muss, dass ich mich wirklich auf hiesige Weihnachten freue! Hier in PCC wird es zwischen dem 24. Dezember und dem zweiten Januar ein ganz besonderes Programm geben. Beispielsweise wird es einen Ausflug zu den Wasserfällen von Kintampo geben, ein Silvesterlagerfeuer ist geplant, verschiedene Chöre und Bands treten auf, eine Neujahrsparty wird veranstaltet, und, und, und… Klingt vielversprechend! In dieser aufregenden Zeit wird mir das Weihnachten à la Familie Jäger hoffentlich nicht allzu sehr fehlen, wobei…. das wird schon schwierig, weil es wirklich immer etwas ganz Besonderes für alle Beteiligten ist. Und auch meinen Geburtstag am zweiten Weihnachtstag werde ich das erste Mal in meinem Leben nicht in der obligatorischen Kaffeerunde im Wohnzimmer meiner Eltern feiern – eingepfercht zwischen meinen beiden Omas auf der Couch. Haltet mir bloß diesen Platz frei und stoßt mit reichlich Bowle auf mich an!

Außerhalb der Mauern der Lebensgemeinschaft merke ich hingegen nicht, dass Weihnachten vor der Türe steht. So wie ich hörte, wird Weihnachten in Ghana aber auch eher wenig zelebriert. Man kommt wohl mit seiner Familie zusammen, isst Besonderes und geht in die Kirche. Aber klar, den meisten fehlt sicherlich das Geld, um Weihnachten pompöser ausfallen zu lassen, und sicherlich muss das ja auch gar nicht sein, um schöne Weihnachten zu haben…

Mit Freude habe ich übrigens etwas verspätet festgestellt, dass die Gegend um Nkoranza und Techiman viele Orte zum Erkunden zu bieten hat. Es gibt viele Felsen zu beklettern und Höhlen zu sehen, sowie heilige Wälder und Klöster zu besichtigen. Alles nette Möglichkeiten für einen halb- oder ganztägigen Ausflug.

 

 

Auf dem "Loewenfelsen" in Tanobuase

Auf dem „Loewenfelsen“ in Tanobuase

Vor zwei Wochen war ich in einem dieser heiligen Wälder, in Tanobuase. Ich ging davon aus, einfach ein bisschen durch den Wald zu flanieren. Doch die geführte Tour entpuppte sich zu einer echten Kletterpartie. Sowas ist ja nach meinem Geschmack – über Stock und Stein, steile Felsen hinauf, auf dem Bauch durch Felsnischen. Zwischendurch auf einen Aussichtsfelsen, der schwer an den König der Löwen erinnert. Beendet wurde das ganze mit einem kleinen Wettkampf nach jahrhundertealter Tradition. Es galt eine Felswand hinaufzuklettern, die so beschaffen war, dass man viele Haltemöglichkeiten hatte. Die Tradition besagt, dass der Schnellste die zur Heirat bereite Frau des Dorfes bekommt. Tja, ich wurde nur Zweiter…

 

Letztes Wochenende habe ich einen Kurzurlaub am Lake Bosomtwe nahe Kumasi gemacht. Ich war da schon einmal und wusste, welche Idylle mich erwartete. Einfach nur schön da! Und das beste: total ruhig. Ruhe scheint nämlich eine Rarität in Ghana zu sein. Die zahlreichen Festlichkeiten wie Beerdigungen und Hochzeiten sowie alles drumherum werden zu jeder Tages- und Nachtzeit mit voll aufgedrehter Musik und/oder schon fast herausgebrüllten Gebeten und Gesängen beschallt – da feiert man mit, ob man will oder nicht. Die letzten Wochen in Nkoranza waren diesbezüglich sehr ereignisreich. Da war es schon fast normal, dass man mal um Mitternacht, mal morgens um drei oder auch um fünf Uhr aus dem Bett geschmissen wurde. Dank Ohropax finde ich das alles aber gar nicht schlimm.

Idylle am Lake Bosomtwe

Arbeitstechnisch ist alles cool. Ich merke in meinem Alltag richtig, dass ich schon echt lange hier bin. Ich habe zu den meisten Bewohnern/innen eine Beziehung aufgebaut, kann mit ihnen herumalbern aber auch Trost spenden oder auch mal Tacheles reden. Und auch mit den Caregivern ist die Zusammenarbeit wesentlich besser und freundschaftlicher. Auf Grund der vielen europäischen Besucher und Kurzzeitvolunteers scheinen einige der Caregiver…. sagen wir mal… skeptisch zu sein. Oder sie sind z.T. auch wegen geringer Englischkenntnisse unsicher. Mir gegenüber wurden mittlerweile sowohl Skepsis als auch Unsicherheiten abgelegt – im Notfall kommuniziert man halt mit oftmals lustiger Körpersprache und einem Lächeln, oder man holt sich wen zum Übersetzen. Diese Entwicklung gefällt mir jedenfalls ausgesprochen gut.

 

Im Moment habe ich übrigens richtig Spaß am Kochen. Mein neues Lieblingsgemüse sind Cocoyam-Blätter. Gut zu vergleichen mit Spinat und auch ähnlich zuzubereiten. Ich glaube, meine Quiche kann sich sehen lassen!

 

Jetzt muss ich zusehen, dass ich loskomme. Ich bin mit Bright auf ein Bier verabredet.

Ich wünsche euch das Beste

Euer Simon

Hallo zusammen,

nach mehr oder weniger gut überstandenen „Europacupstress“ ruft der Alltag Bundesliga.  Und genau der ist ja so wichtig, damit man in der kommenden Saison überhaupt die Möglichkeit hat, diesen Stress zu genießen oder zu verfluchen.  Aber das soll heute nochmal etwas in den Hintergrund gestellt werden, denn heute Abend tauschen wird den großen gegen einen etwas kleineren Ball.     Ein Schalke-Kumpel und Schützenbruder, gleichzeitig auch Anhänger und Fanclubmitglied unseres Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, hat zwei Karten für das heutige Spiel in der West-Press-Arena gegen Bittenfeld für uns organisiert.   Darüber haben wir uns natürlich sehr gefreut, und so werden wir ab 19.45 Uhr dem Spiel beiwohnen.   Nur am Rande sei bemerkt das ich vor vielen Jahren mal in unserer Schulauswahl, und in der Brigadeauswahl bei der Bundeswehr Handball gespielt habe.  Nicht im Tor, als Linkshänder war ich da mehr auf der rechten Angriffseite „tätig“.   Als Fußballer wohlbemerkt ;-).    Der Vorteil gegenüber einem Fußballspiel ist ja der, das Tore fallen.  Ein 0-0 wie beim Fußball, und sei es noch so gut, wird es zum Glück nicht geben.   Also halbwegs entspannt den Abend genießen.   Natürlich drückt man der heimischen Mannschaft die Daumen.   Hat beim letzten Besuch nicht geklappt, da gab es eine fürchterliche Klatsche.  Mein Kumpel sprach da von der schlechtesten Saisonleistung.  Ich hoffe mal, das das für die heutige Partie kein schlechtes Omen ist.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

Schneegestöber trotz „verschlossenem“ Dach.  Boateng kurzfristig zu einem „Gerüst-Guru“, Draxler grippegeschwächt, und mal wieder ein Umbau der Startelf.   Die Bilder, die gestern aus Bukarest über den Bildschirm waberten, hätten auch in einen der vielen Dracula-Verfilmungen gepasst.   Düster,  Atmosphäre im Stadion wie in einem Eisschrank, und ein Spiel, das angesichts der späten Anstoßzeit gefährlichen Einschlafcharakter hatte, aber es lebte ja wie man schon schön sagt, von der Spannung.   Den Dämpfer gab es dann in der Schlussphase  noch passend dazu, als der Kommentator von einem Tor in Basel zu berichten wusste, für Basel,  und Julian Draxler nicht den Arsch in der Hose hatte, den sich schon in die andere Richtung bewegenden Steaua-Keeper mit einem trockenen Schlenzer, Schieber, Hammerschlag, was auch immer, zum Siegtreffer für den S04 zu überwinden.    Ob das am Ende jetzt gerecht gewesen wäre oder nicht, stünde auf einem anderen Papier, und hätte die Protagonisten, wie der Fangemeinde der Königsblauen nicht im geringsten interessiert.      So wurde das torlose Remis aus Schalker eine gefühlte Niederlage.   Denn jetzt MUSS der S04 sein letztes Gruppenspiel in der Arena gegen den FC Basel gewinnen um das Achtelfinale der Königsklasse zu erreichen.  Nur am Rande, dabei ist es egal wie hoch der Sieg da ausfällt, es muß NUR gewonnen werden.             Bei einem gestrigen Sieg hätte schon ein Unentschieden den Schalkern gereicht um weiterzukommen.    Und wissen Sie was dann passiert wäre?   Genau! Völlig richtig erkannt.  Da der S04 so ein Ergebnis noch nie großartig verwalten konnte, wäre nähmlich, warscheinlich noch in der obligatorischen Nachspielzeit,  ein letzter verzweifelten Angriff der Schweizer irgendwie im Schalker Tor gelandet, und alle Blauweißen hätten auf dem kalten Rasen gelegen.    So ist jetzt Feuer unter dem Dach.  Alle wissen was los ist.          Das Trostpflaster Europa League mit Donnerstags- und Sonntagsspielen ist auf jedenfall gesichert.         Was mich gestern nur gewundert hat, ist, das der Assistent an der Aussenlinie den Ball bei Farfans Aktion im Aus gesehen haben will.  Der sah den Schalker Angreifer ja nur von hinten, und irgendwie waren Körper und Beine noch vor dem Ball.   Der Torlinienaufpasserhinguckerassistent, der maximal drei Meter davon entfernt Stand, ließ seinen Knüppel im Sack.  Seltsam, aber Tatsachenentscheidung!!!  Genau wie die nicht ganz perfekte Faustabwehr von Torwart Fährmann.  Im Prinzip hat er alles richtig gemacht, nur hätte er den Ball noch treffen müssen.   Auf der anderen Seite blieb der Trikotzupfer gegen Szalai auch unbestraft.   Von daher passt dass schon.  Nur das gestern dargebotene, hatte bis auf die Spannung wenig mit Champions Leaguequalität zu tun.      Es können sich noch alle deutschen Klubs, die Bayern sind es schon, für das Achtelfinale qualifizieren.      Aber über ein mögliches „Traumfinale“ in der EL zwischen Lüdenscheid-Nord und Herne-West hat noch keiner nachgedacht.   Wenn schon der Rechenschieber rausgeholt wird, dann aber auch alle Möglichkeiten durchspielen ;-).

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

in Bukarest muß der S04 heute die Weichen für das erreichen des Achtelfinales in der Champions League stellen.   Mit einem Sieg, und einer gleichzeitigen Niederlage Basels in London beim FC Chelsea ist alles geregelt.  Leichter gesagt als getan.  Bei einem Sieg, haben selbst die Gastgeber noch die Möglichkeit eine Runde weiter zu kommen.   Diese komfortable Ausgangsposition darf der S04 einfach nicht vergeigen!   Auch wenn es für Ralf Fährmann der erste Einsatz in der Königsklasse ist, vielleicht ist es ja genau das, was ihn zu einer Glanzleistung anspornt, und damit nicht nur ihn.    Die Spieler können ja in die Mikros erzählen was sie wollen, aber so ganz abgehakt wird der verschenkte Sieg in Frankfurt wohl noch nicht sein.  Auch wenn Bukarest in der Gruppe Schlusslicht ist, auf internationalem Parkett werden Fehler gnadenlos bestraft.   Anschauungsunterricht hat der S04 ja zur genüge in den beiden Partien gegen den FC Chelsea bekommen.   Ein Siege täte den Königsblauen in vielerlei Hinsicht gut.   Braucht man nicht näher drauf eingehen.    Sorgen macht noch Julian Draxler, der mit Grippe in den Flieger nach Rumänien stieg, und Princ Boateng war in Frankfurt so gut wie garnicht präsent.     Mit im Kader nach schier endloser Verletzungspause Chinedou Obasi.   Ist ja fast schon als Neuzugang zu bezeichnen.   Alles auf Anfang.   Soll er seine Chance bekommen.  Vielleicht gibt es für den S04 ja auch mal soetwas wie mit dem Spieler der lange verletzt war, eingewechselt wird, und…  Das vor dem Anpfiff einzig positive ist, das selbst bei einer Niederlage gegen Steaua noch nicht alles vorbei.  Dann gibt es im Dezember doch das „Endspiel“ gegen den FC Basel in der Arena.   Die königsblaue Fangemeinde könnte gut darauf verzichten. Und nicht nur die.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

ich könnte jetzt in der Schublade kramen und nach einem ähnlichen Bericht, den ich mal über ein Spiel geschrieben habe, wie das des S04 am vergangenen Samstag in Frankfurt.  Aber ich werde mich hüten,  denn auch das langweilt, und läßt mir am frühen Morgen wieder den Kamm anschwillen.   Typisch auch, das ein Spieler des Gegners, der ewig und drei Tage verletzt war, erstmals wieder gegen Schalke aufläuft, und natürlich wie selbstverständlich zwei Tore erzielt.   Stichwort Tore, wenn ich da jetzt mit anfange, dann stehen die Nachbarn vor der Tür.   Die Krönung der Anschlusstreffer der Frankfurter.  Grauenhaft!      Aber auch einige andere der Königsblauen haben durch Unfähigkeit „geglänzt“.    Nach den anfänglichen Schwierigkeiten, als die Eintracht klar besser war, musste Julian Draxler nach schönem Zusammenspiel mit Meier das 3-0 erzielen, was den Frankfurtern warscheinlich „das Genick gebrochen“ hätte.   In dieser Verfassung ist Draxler nicht der Spieler für den er oft gehalten wird, und wenn sich einer meldet…  Auch Boateng fand so gut wie garnicht statt.       Nur am Rande bemerkt, das die drei Schalker Auswärtstreffer durch ein Eigentor nach Freistoß eines Abwehrspielers, die Führung per Kopfball durch einen Abwehrspieler, und der Ausgleich durch einen Abwehrspieler fielen, und dennoch nicht zu einem Sieg reichten, weil eben auch diese Abwehr, ach lassen wir das.     Jetzt können sie rumheulen, toben, trainingsfrei machen, oder sonst was, ist mir scheiß egal, morgen in Bukarest geht es in der Champions League nicht nur um das Weiterkommen.   Spannende Wochen werden es zum x-ten Mal auf Schalke.    Morgen CL in Bukarest, Samstag Buli zu Hause gegen Stuttgart, den darauffolgenden Dienstag wieder in der Arena im DFB-Pokal gegen Hoffenheim, dann wieder Samstag in Gladbach…..   Wohlfühlprogramm sieht anders aus.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Gut, der Titel ist schon ein Paradoxon, denn Lesotho liegt nicht mehr an der Wildcoast. Das kleine Königreich liegt im Inneren des Landes und wird aufgrund seiner Höhenlage auch als Dach Südafrikas bezeichnet. Trotzdem war der Besuch hier Teil unserer Wildcoast-Reise.

Früh morgens ging es los von Durban Richtung Lesotho. Um 10:30 in der Früh mussten wir schon an der Grenze sein, denn dort wurden wir von einem Auto mit Allradantrieb abgeholt. Dies hatte unser Hotel uns angeboten, da viele Touristen, so wie wir, mit Kleinwagen durch die Gegend reisen und diese steilen Berge niemals hochkommen würden. Wir fühlten uns auf der sicheren Seite und fuhren zunächst stundenlang durchs Nichts. Man glaubt gar nicht, wie grün Südafrika ist. Gerade in dieser Region sitzen viele Milch- und Zuckerrohr/-rübenbauen. Was uns dabei auffiel: Es brannte ständig um uns herum. Irgendwann fuhren wir mal näher heran und erkannten, dass hier noch sehr viele Felder und gerodete Wälder abgebrannt werden. So entstanden schwarze Landstriche und ein rauchiger Geruch lag über mehrere Kilometer in der Luft.

Auf dem Weg nach Lesotho sahen wir auch zum ersten Mal bunte Rundhütten neben den grünen Feldern, Townships jedoch gar nicht. So groß wie der Unterschied zwischen weiß und schwarz, zwischen arm und reich im Western Cape ist, so gleichmäßig sind im Eastern Cape die Hautfarbe und die Einkommensverteilung. So zumindest unser Eindruck. Neben den Feldern und auf den Straßen sahen wir außerdem eine Menge dürrer Kühe und Ziegen und waren so gezwungen, mehrere Vollbremsungen hinzulegen.

Kurz vor der Grenze verwandelte sich die schöne Teerstraße abrupt in eine Schotter- und Sandstraße. Unser Micra hatte uns schon tapfer über Berge und durch Täler gebracht, bergauf teilweise im zweiten Gang, und auch hier durfte er nicht scheuen. Die ersten Meter schafften wir auch ohne Probleme. Dann kreuzte der erste Fluss unseren Weg, oder wir seinen, wie man’s nimmt. Doch dies war noch nicht Hindernis genug für den Micra. Weiter ging es über Stock und Stein. Und dabei sind Steine hier wirklich mehr Steine und weniger Schotter. Doch langsam und stetig fuhren wir weiter, bis die nächste Steigung anstand. Wir nahmen etwas Anlauf, jedoch nicht zu viel, um unsere Reifen und den Unterboden zu schonen, fuhren im vierten hoch, schalteten herunter in den dritten, dann in den zweiten Gang, doch das Auto wurde bei voll duchgetretenem Gaspedal noch immer langsamer. Also runter in den ersten, mit Vollgas. Auto aus. Der Micra gab auf. Verdammt. Nun standen wir in der Mitte eines steilen Hügels und saßen fest. Zwei Versuche, nochmal anzufahren, egal ob mit Handbremse oder sonst wie, scheiterten. Bevor wir uns den Hang wieder herunterrollen lassen wollten, um noch mehr Anlauf zu nehmen, versuchten wir es noch ein Mal, mit drei Personen weniger im Auto. Geschi**sen auf Unterboden und Kratzer im Lack- Vollgas, Reifen durchdrehen lassen, eine Menge Staub aufwirbeln, 1 Meter nach hinten rollen, fast 2 Meter nach hinten rollen, Halt kriegen und ab geht’s nach vorn und über die Kuppe. Geschafft! Es blieben nur noch ein paar hundert Meter, die wir im ersten und zweiten Gang hinter uns brachten, bis uns / den Micra Erlösung in Form eines Allradjeep erwartete. (Eines meiner Fotos zeigt meinen Finger auf einer Höhenkarte, der anzeigt, wie hoch unser Auto uns gebracht hatte und wie steil es noch weitergehen würde)

Der Jeep und sein Fahrer, der leider kaum Englisch sondern nur Sesotho sprach, brachten und langsam aber stetig hinauf zum Sani-Pass auf 2800m Höhe. Die Aussicht wurde besser und besser und schließlich kamen wir am höchsten Pub Afrikas (!) vorbei in unser Hostel. Unser Gastgeber begrüßte uns und erklärte uns belustigt, dass wir einen sehr schönen, sonnigen Tag erwischt hatten, denn es waren ca. 20 Grad. Angesichts unserer sehr spärlichen Bekleidung passten wir wohl nicht zum Lesothoer Wetter, jedoch kamen wir gerade aus dem 27 Grad warmen Durban. So zogen wir uns erstmal wärmere Sachen an und machten anschließend eine Kultur-Tour zu einem der hier lebenden Völker.

An der Rundhütte angekommen, mussten wir erst ein wenig Sesotho lernen, um die Hausherrin gebührend begrüßen zu können. In der Hütte wurden uns selbstgemachtes, süßlich schmeckendes Brot sowie selbst gebrautes Bier ohne Alkohol (das in dem blauen Fass) angeboten. Beides wurde zu großen Teilen aus Wasser uns Maismehl hergestellt, aber das Brot gewann den Geschmackstest ganz klar. Das weiße, dickflüssige, bröckige Bier mit schwarzen Stückchen würgten wir aus Höflichkeit herunter. In der Hütte war mehr Platz als gedacht, doch brauchte man gar nicht so viel. Mann und Frau des Hauses schliefen in einem Bett, dass keine 90cm breit war, die Kinder auf einer Decke auf dem Steinboden. Gegen Ende unserer Tour wurde erwartet, ein paar handgemachte Schüsseln, Puppen oder Schmuck zu kaufen, was das ganze mit einem Mal viel touristischer und kommerzieller wirken ließ.

Voll gepackt mit tollen Sachen fuhren wir wieder zurück zum höchsten Pub Afrikas und genossen das höchste Abendessen und den höchsten Wein Afrikas. Außerdem sahen wir nachts den besten, dunkelsten, reichsten Sternenhimmel, da es keine Wolken und kaum äußere Lichteinflüsse gab.

Am nächsten Morgen wurden wir bereits um 10Uhr abgeholt und wieder herunter gefahren. Die restlichen Meter ohne Steigung Richtung geteerter Straße schaffte der Micra dann auch wieder ganz gut allein.

Hallo zusammen,

wenn es zu den Pokalwettbewerben der Schießgruppen im Hammer Stadtverband geht, gilt für unsere Truppe zumeist das olympische Prinzip: Dabeisein ist alles ;-).  Es ist aber nicht so, das wir nicht den ein oder anderen Erfolg zu verzeichnen gehabt hätten, aber im Vergleich mit den Topteams sind diese eher bescheiden.     Dafür freuen wir uns umso mehr, wenn es jemandem auseren Reihen gelungen ist, oder gelingt, einen Pokal oder Medaille mit nach Hause zu nehmen.     Gestern war so ein Abend, als die Siegerehrung im Rahmen des Pokalschießen der Schießgruppe des Schützenverein Nordenfeldmark 1839 stattfand.      Während Rainer Aschmoneit aufgrund einer weniger geschossen Zehn bei Ringgleichheit den dritten Platz in der Klasse „Herren Schlinge“ knapp verpasste, gelang es Irmgard Aschmoneit mit 144 von 150 möglichen Ringen,  ebenfalls bei Ringgleicheit, aber einer mehr geschossenen Zehn als ihre Konkurrentin, den Sieg in der Klasse „Damen Schlinge“ davozutragen.         Noch größer war der Jubel als der Schießgruppenleiter der Nordener, Marco Behrens, das Endergenis der Damen-Manschaftswertung bekannt gab.  Erleichterung zunächst, das es kein Platz im unteren Teilnehmerfeld war.   Als dann noch der Titelverteidiger Westenfeldmark auf dem zweiten Platz landete, war die Sensation perfekt!   In der Besetzung Manuela Neldner, Sabine Schmitz(beide Freihand) und Irmgard Aschmoneit(Schlinge) wurde der erste Sieg einer Damenmannschaft bei einem Pokalwettbwerb seit Bestehen der Schießgruppe Pelkum eingefahren.        Mit 411 Ringen sogar überraschend deutlich vor dem Zweitplatzierten, der auf 400 Ringe kam.       Abgerundet wurde das Superergebnis noch mit einem dritten Platz von Renate Ruthmann.  Das Herrenteam belegte der vollständigkeithalber Platz 9 unter 13 Teilnehmern.             Diese positiven Ergebnisse sollten für alle Aktiven  der Schießgruppe Pelkum Ansporn genug sein, mit  beizutragen, damit der gestrige Abend nicht im wahrsten Sinne des Wortes, einmalig war.    Gut Schuss!!! und

tschüß, bis die Tage

R.A.Foto0689 Pokalsieg Norden 2013

 

Alle Prüfungen sind endlich vorbei. Zumindest die von allen internationalen Studenten um  mich herum. Hatte ich mich am Anfang noch gefreut, dass ich eine der wenigen Auserwählten für einen rein südafrikanischen Kurs war, so sehr ärgerte es mich im Nachhinein. Die Klausuren der Afrikaner wurden nämlich zwei Wochen später geschrieben. Nichtsdestotrotz hatte ich zwischen meinen beiden letzten Klausuren (meines ganzen Lebens!!) noch 14 Tage frei. Neun davon verbrachte ich mit drei Studentinnen an der Wildcoast und Suncoast im Osten des Landes.

Da unsere Pläne groß und die Zeit knapp war, entschieden wir uns dafür, nach Durban zu fliegen. Kulula Airlines, allein der Name klingt schon sehr vertrauenserweckend. In Durban angekommen holten wir unseren Mietwagen, diesmal ein Nissan Micra, ab und verstauten tatsächlich alle Koffer und Taschen von vier Frauen darin. Das Auto wusste zu dem Zeitpunkt zum Glück noch nicht, wohin wir es steuern würden.

Zunächst ging es aber in unser erstes Hostel nach Durban. Dort empfahl unser Gastgeber uns die Markthallen im Stadtzentrum. Es vergingen einige Minuten mit der Fahrt im Kreis, da die Straßenführung in Durban sich doch stark von der in Kapstadt oder Stellenbosch unterscheidet. Schlussendlich parkten wir in einer gruseligen Tiefgarage und huschten von dort aus schnell in die Hallen. Es sah schon vielversprechend aus, ein Mix aus indischen und afrikanischen Geschäften. Auf den ersten Blick bestimmten Kleidung, Perrücken, Gewürze und Schmuck das Bild. Leider aber nur hinter den Glasscheiben, denn der Markt hatte eine halbe Stunde vorher geschlossen. Wirklich schade, denn die Geschäfte versprachen durchaus exotische Einkäufe. Macht nix, Durban hatte mehr zu bieten, ab in die Tiefgarage und los Richtung WM-Stadion.

Das spektakuläre am Moses-Mabhida-Stadion ist der große Bügel, der sich parabelförmig über die Arena zieht. Da wir für die Wanderung zu Fuß auf die Aussichtsplattform des Bogens zu spät waren, fuhren wir mit dem Skycar hinauf, einem gläsernen Aufzug, der auf der Außenseite des Bogens entlang fährt. Oben angekommen genossen wir eine wunderschöne Aussicht über Durban, Strand und Hügel und orientierten uns ein wenig für die kommenden Tage. Nach 15 Minuten wollten wir dann aber auch wieder hinunter, der Aufzug kam gerade passend an und hätte uns mit nach unten nehmen können. Hätte. Wäre er nicht in just diesem Moment kaputt gegangen. Drei Mitarbeiter befanden sich zu der Zeit mit uns auf dem Bogen. Einer versuchte uns zu beruhigen: „Ladies, don’t panic, this doesn’t happen for the first time.“ Beruhigend. (Ich habe übrigens Höhenangst und musste mich eh schon überwinden, in einen gläsernen Aufzug zu steigen.) So steckten wir also auf dem Bogen eines Fußballstadions in 104 Metern Höhe fest. Und das für eine knappe Stunde, bis der zuständige Techniker die Fehlermeldung endlich beseitigt hatte. Nunja, wir hatten eine Tüte Chips und etwas Wasser bei uns und konnten die Zeit so in der Sonne genießen und lernten sogar noch Einheimische besser kennen. Wieder unten angekommen war die Managerin aber so um unser Wohl besorgt, dass sie sich 100 Mal entschuldigte und uns schlussendlich sogar das Eintrittsgeld zurückerstattete. Wäre aber nicht nötig gewesen, eigentlich hatten wir eine schöne Zeit.

Der nächste Tag führte uns nach Petermaritzburg, nur 80 Kilometer von Durban entfernt. Die Fahrtzeit hatten wir jedoch unterschätzt, da die Kraft des Micras überschätzt. Die Art und Weise, mit diesem Auto Berge hochzufahren sollten wir in den kommenden Tagen zu genüge kennenlernen. Die Atmosphäre in Petermaritzburg ist genau wie in Durban schwarzfrikanisch, chaotisch, bunt. Als blonde, weiße Frau ist man schon eine Attraktion und wir waren immerhin zu dritt und hatten den Auftritt so auf unserer Seite. Was uns zuerst hier auffiel – lange Schlangen vor der Bank. Frauen standen 50-70 Meter am Straßenrand entland und warteten. Ein Stück weiter fragten wir einen Polizisten nach dem Weg, plauderten ein wenig und trauten uns dann auch zu fragen, was dort los ist. Es war Anfang des Monats und die staatliche Unterstützung wurde ausgezahlt. Diese beträgt um die 100€ pro Familie und circa 30€ pro Kind. Dabei sei nochmal darauf hingewiesen, dass die Lebenshaltungskosten hier nicht wirklich günstiger sind. Und deshalb standen hunderte Frauen über die Stadt verteilt in Schlangen in der Sonne.

Nach dem Besuch im örtlichen KwaZulu-Natal Museum besuchten wir noch einen indischen Schnellimbiss, der das traditionelle Bunny Chow servierte, ein afrikanisch-indisches Gericht. Das besondere daran – das Curry wird in einem ausgehöhlten Weißbrot serviert, dazu gibt es Salat. Wir bestellten zunächst eine Portion mit Hühnchen für uns vier und fügten hinzu, es bitte „extra extra mild“ zu kochen. Ich probierte nur die Soße, fand sie aber sehr lecker und bestellte daraufhin noch eine vegetarische Portion. Ein Mädchen hielt die Schärfe gar nicht aus, die anderen beiden aßen aus Höflichkeit auf. Außerdem gewöhnungsbedürftig für den verwöhnten deutschen Gaumen: Knochen und Knorpel im Essen. Für ein Curry am Straßenrand für umgerechnet 3€ aber ganz normal. Mein Bohnencurry kostete sogar nur 2,50€ und schmeckte herrlich würzig, scharf, anders.

Weiter ging es an diesem Tag noch zum World’s View und zu den Howick Falls, einem knapp 100 Meter hohen Wasserfall. Zurück in Durban genossen wir die etwas kühlere Seeluft, ein gutes Essen in der Nähe des Strandes und noch einen kurzen Abstecher ins Casino. Danach fielen wir aber auch bald in unsere Betten, denn am nächsten Tag brachen wir in der Frühe Richtung Lesotho auf.

Hallo zusammen,

das Teilnehmerfeld zur WM-Endrunde 2014 in Brasilien ist komplett, und ganz ehrlich, auf die Auslosung am kommenden Freitag freue ich mich schon.   Als letztes Team machte Uruguay mit einem 0-0 zu Hause (Hinspiel schon 5-0 in Jordanien gewonnen) alles klar.     Jetzt werden, bis auf Topf eins mit unseren Kickern, die Lostöpfe zusammengefummelt, und es werden am Ende bei der Auslosung wieder „Todes-, Hammer-, und Granatengruppen“ herauskommen.  Ich habe meine persönliche „Auf-dem-Weg-zum-Titel-Vorrundengruppe“ schon zusammen:  KROATIEN,  KAMERUN und die USA.   Das wird spannend, mit vielen bekannten Gesichtern die mal, und aktuell in der Bundesliga tätig waren bzw. sind.      Aber am Wochenende geht es in der Liga weiter, mit dem absoluten Topspiel zweier Teams, die auf internationalen Parkett bislang eine gute Rolle gespielt haben, und den Einzug in die nächste Runde aus eigener Kraft perfekt machen können.   Europa Leagueteilnehmer SG Eintracht Frankfurt empfängt am Samstag um 15.30 Uhr den Tabellenzweiten der Gruppe E in der Champions League, den FC Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.      Beide Teams schwächelten in ihren internationalen Wettbewerben zuletzt etwas, und müssen in der Liga Gas geben, um im nächsten Jahr wieder auf der großen europäischen Fußballbühne dabei sein zu können.    Bei den Frankfurtern dürfte das angesichts Platz 15 und nur zwei Punkten Vorsprung auf den Relgtions- bzw. direkten Abstiegsplatz eher zweitrangig sein.              Königsblau muss nach dem Dreier gegen Bremen nachlegen.  Kevin-Prince Boateng hat für sein Land in der WM-Quali getroffen, und ist bei der WM im nächsten Jahr mit dabei, und kann diesen Schwung ruhig mit nach Gelsenkirchen nehmen, um dann auch in Frankfurt zu treffen.    Wichtig ist, das alle Nationalspieler des S04 heile nach Hause gekommen sind.   Bei aller Rivalität, das ist schon ärgerlich für die Beteiligten, wenn Nationalspieler mit schweren Verletzungen von einem Länderspiel zurückkehren.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

liest sich natürlich wieder einmal übertrieben, aber die Engländer waren gestern nicht unbedingt europäische Spitzenklasse.   Wie meinte mein früherer Vorstopper noch nach dem Spiel am Telefon: da hättest du dich auch noch zwischen die Pfosten stellen können.   In der Tat ein ruhiger Abend bei seinem Debut im Nationaldress für Roland Weidenfeller.    Lediglich ein Pfostenschuß, der allerdings kribbelig geworden wäre, war alles, was da wirklich zwingend auf den deutschen Kasten kam.   Einen besseren Einstand kann man sich ja garnicht wünschen.   Zu Null, und dann noch im Allerheiligsten des englischen Fußballs, in Wembley.    Die sogenannte B-Elf, die vor dem Anpfiff von den Engländern kritisiert wurde, fand in dem Sinne garnicht statt, denn nach anfänglichen „Findungsproblemen“ liefete diese Truppe ein ansehnliches Spiel ab, und man hatte den Eindruck, je mehr Joachim Löw auswechselte, umso besser wurde seine Mannschaft.       Was mir besonders positiv gefiel, war, das sich die Spieler nach gelungenen Abwehrtaten gegenseitig abklatschten und anfeuerten.   Am Samstag sieht das wieder anders aus, aber gestern, das hatte was.   Ich wusste garnicht, das Julian Draxler so kopfballstark ist.   Was der da im eigenen Strafraum weggeholt hat, Hut ab.     Vorne hätte die DFB-Auswahl ihre Konter, oder im Ansatz guten Kombinationen konsequenter zuende bringen müssen, dann hätte es ein Debakel für die Insulaner gegeben.    Stand Heute, möchte ich nicht in der Haut des Bundestrainers stecken, wenn es um die Nominierung des Kaders für Brasilien ginge.     Trotzdem lege ich mich in der Torwartfrage schon einmal fest:  wenn nichts mehr passiert in den kommenden Monaten ist Manuel Neuer die Nummer eins, Rene Adler und Roman Weidenfeller sind fast gleich auf, wobei ich letzteren aktuell ganz leicht vor dem Hamburger Schlussmann sehe.    Die junge Garde, die dahinter in Lauerstellung ist, kann jetzt durch konstante, gute Leistungen in der Zukunft ihre Bewerbungsunterlagen für die EURO 2016 vorbereiten.    Auf der linken Abwehrseite hat Marcel Janssen seinen Hut in den  Ring geworfen.   Das wird spannend zwischen ihm und Schmelzer.   Zu einer festen Größe im Mittelfeld als „Sechser“ könnte auch Kroos werden.   Er machte gestern ein gutes Spiel, und Sami Khedira wird, obwohl ich es ihm gönne, nicht rechtzeitig so fit werden, um ein WM-Turnier auf höchstem Niveau zu spielen.         So, und jetzt hat die Abteilung „Länderspiele“ beim DFB Winterpause bis März, und die Anhängerschaft schaut wieder gespannt auf den Bundesligafußball.   Endlich!

Tschüß, bis die Tage

R.A.