Hallo zusammen,

es war nicht das Ergebnis des 143. Revierderbys, das ging, soweit man das als Anhänger des S04 überhaupt darf schreiben, in Ordnung.  Das war einfach die Realität, und da ist es unerheblich, ob es, wenn Boateng den Strafstoß zum zwischenzeitlichen 1-1 Ausgleich verwandelt hätte, anders gelaufen wäre.      Was mich verärgert hat, ist die Tatsache, das eine Bande schwarz gekleideter und zum Teil vermummter Vollidioten kurz vor dem Anpfiff wie eine Horde wildgewordener Affen in den Gästblock stürmten, und die bis dato typische Derbystimmung kaputtmachten.   Böller wurden gezündet, gelbe Rauchfackeln, an denen sie besser selber erstickt wären, brannten, und Leuchtraketen oder ähnliches wurden in die Zuschauer und auf den Rasen geschossen.    Selbst der Kapitän der Gäste, Roman Weidenfeller mußte bei dem Versuch den Mob zu beruhigen, so einem roten Geschoß ausweichen.   Schiedsrichter Knut Kircher sah sich veranlasst diese Partie unter diesen Umständen erst garnicht anzupfeifen.    Selbst der Aufruf des Stadionsprechers mit dem Warnhinweis auf längere Stadionverbote fruchtete nicht.   Was mich aber total in Rage brachte, war die Untätigkeit der Weißbehelmten.   Ein paar von denen stand aufgereiht neben dem Block, und sahen untätig zu, wie die Hornochsen ihr Unwesen trieben, und sogar die Kunststoffscheiben eintraten. Als dann ein paar von den schwarzgekleideten Dreckstücken flüchten wollten, liefen sie hinterher.         Wegen einer Fahne, die einer anderen Truppe aus irgenwelchen Gründen nicht passte, maschierten sie während eine Champions Leaguepartie  in Heeresstärke in die Nordkurve und sprühten mit Pfefferspray.    Gestern passierte nichts!   Diese Unverhältnismäßigkeit ist eine bodenlose Frechheit!  Da ist im Vorfeld zu lesen, das man deeskalierend aufttreten will.  Toll gemacht!   Minutenlang steht  ein Hubschrauber über dem Berger Feld, draußen halten sich auch noch Beamte auf, und die haben nicht bemerkt, wie  so ein Scheißhaufen in schwarz mit gelben Streifen auf dem Hemd oder Pulli den Gästeblock stürmt?     Der Wachdienst wird da wohl völlig überfordert gewesen sein, was aber die DFL nicht daran hindern wird, dem FC Schalke 04 eine saftige Strafe aufzubrummen.    Erst in der zweiten Halbzeit wurde der Gästeblock mit den Beamten „eingerahmt“.       Wenn das das neue Sicherheitskonzept zwischen Veranstalter und Polizei sein soll, dann lass die mit Helm und Uniform lieber zuhause und ihre Überstunden abfeiern.     Das hätte man anders regeln müssen.    Wie heißt es doch so schön, da hätte man mal den anderen die gesamte Härte des Gesetzes spüren lassen sollen.   Mit allen Nebengeräuschen die sich im Getümmel ergeben.              Was mir auffiel, war, das wie eingangs schon geschrieben, die „übliche“ Derbyatmosphäre herrschte.    Schlacht- und Schmähgesänge hüben wie drüben, wobei sich die Gästeanhänger im Oberrang der Tribüne „normal“ verhielten.   Teilweise auch im „Käfig“.      Erst als diese Brut, die sich mit hundertprozentiger Sicherheit nicht für Fußball interessiert, auftauchte, wurden auch die anderen „lebendiger“.       Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch viele Anhänger der Schwarz-Gelben.   Habe in Bussen und Bahnen  mit ihnen nebeneinabder gesessen, sogar Bierdosen ausgetauscht, angestossen und geleert.    Vor dem alten Stadion „Rote Erde“ das Spiel mit ihnen aus Sicht eines Fans analysiert, und alles ist so abgelaufen, wie man es sich beim Fußball vorstellt.  Es blieb alles friedlich.    Egal ob das ein Spiel auf den heimischen Plätzen vor  50,100 oder 500, oder im Oberhaus vor 60, 70 oder 80tausend stattfindet, soetwas wie gestern in der Arena hat beim Fußball nichts zu suchen, und schadet ihm mehr, als manch einer zu denken wagt.      Vielleicht bekommt der ein oder andere von gestern tatsächlich Stadionverbot, hoffentlich bundesweit auf Lebenszeit, aber dann sehe ich schon wieder in allen Stadien die Plakate auf denen gegen diese Verbote protestiert wird.   Die können, egal ob sie blauweiß, schwarzgelb, rotweiß  oder sonst noch was tragen, gleich mit „einkassiert“ werden.       Beide Lager haben ja auch Sprüche aus der Fäkalsprache für den jeweils anderen parat, aber einen könnte man auch praktisch anwenden, nicht für die Allgemeinheit, nein, das wäre nicht fair, aber „Scheiße BVB“, und das als megadicken Haufen auf das Schweinepack, das gestern ein Fußballfest kaputtzumachen versuchte, damit es darin erstickt für alle Zeiten.          Schönen Sonntag noch, und

tschüß, bis die Tage mit friedlicheren, wirklichen Fußballfans

R.A.


Über die Autorin/den Autor:  Rainer Aschmoneit schreibt unseren Schalke-Fan-Blog. Der leidenschaftliche Schalke-Fan aus Hamm kommentiert die großen und kleinen Geschichten rund um den S04 mit viel Witz und Selbstironie. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: