Guten Abend !

Nach sehr langer Zeit ( nun bin ich schon seit ca. 6 Wochen in Ghana !!! ) kann ich nun endlich meinen dritten Blog-Eintrag hochladen, nachdem es so einige Probleme mit unserem Internet-Stick gab, den ich mir mit meinem Mitbewohner Clemens teile. Wegen der doch relativ großen zeitlichen Distanz zu meinem letzten Eintrag weiß ich nun auch gar nicht, womit ich am besten anfangen sollte….

Also beginne ich einfach mal mit der „schönsten Nebensache der Welt“ : dem FUSSBALL !!  Denn auch die Ghanaer stehen den Europäern in puncto Fußballverrücktheit in nichts nach. So zu sehen vor allem etwa vor 2 Wochen, als die ghanaische Nationalmannschaft das extrem wichtige Playoff-Hinspiel zur WM-Qualifikation gegen Ägypten bestritten hat. Gefühlt jeder Ghanaer hat sich dazu vor einem Fernseher eingefunden und schon weit vor dem Spiel konnte man hier in Akwatia viele Menschen in Ghana-Trikots und bunt geschmückten Helmen in Farben der Nationalflagge antreffen. Auch ich wollte mir dieses Spiel nicht entgehen lassen und so gesellte ich mich zu meinen Kindern ins Waisenhaus, die das Spiel gar nicht abwarten konnten. Schnell machte Ghana dann alles klar und gewann das Spiel überaus verdient mit 6 : 1 !!! Jedes Tor wurde dabei frenetisch gefeiert und die Kinder sind wild durcheinander gesprungen, um nach dem letzten Tor einen Freudentanz hinzulegen. Auch das Stadion ( das Spiel fand in der ghanaischen Stadt Kumasi statt) schien völlig durchzudrehen und die Zuschauer tanzten extatisch durcheinander. Nach Abpfiff des Spiels konnte man überall feiernde Kinder auf den Straßen antreffen, die spontan ( begleitet von ohrenbetäubendem Getrommel auf eine Koch-Schüssel) zu einem Umzug durch die Stadt ansetzten. Ein beeindruckendes Bild !! –  Auch sportlich gesehen darf man sich von dieser ghanaischen Auswahl bei der WM viel erhoffen !

Auch 2 Ausflüge in beliebte Touristenzentren stehen nun auch zu Buche : Der erste Ausflug führte mich und die anderen 6 Freiwillige nach Cape Coast, einer Stadt am Atlantik. Dieser Ort ist besonders für seine Sklavenburg ( Cape Coast Castle) bekannt, von der aus über 2 Jahrhunderte lang Hunderttausende Sklaven in die Karibik und nach Amerika verschifft wurden. Ein Besuch dieser Burg war also eindeutig Pflichtprogramm und eine etwa einstündige Führung  brachte uns die üblen Lebensumstände der Gefangenen sehr nahe. So wurden etwa 200 Menschen in einen sehr kleinen Raum ohne Beleuchtung oder Fenster eingefärcht, in dem sie oft mehr als 2 Monate ausharren mussten. Bis heute zeugt eine Zentimetertiefe Schicht aus Fäkalien und Unrat von den miserablen hygienischen Umständen, Und nicht zu vergessen ist das “ Gate of no return „, durch das jeder Sklave gehen musste, bevor er auf die Schiffe geschäucht wurde.

Aber auch der Strand von Cape Coast ist sehr empfehlenswert : Hier kann man sich nämlich in meterhohe Wellen stürzen, die einen bis zum Ufer mittragen…..

 

Gerade erst letztes Wochenende ging es nach Ada-Foah, einer Kleinstadt im Südosten des Landes, nahe an der Grenze zu Togo gelegen. Hier ist nämlich das Delta des Voltas zu finden, des größten Stausees Afrikas. Von unserem Hotel aus, was direkt am Strand gelegen war, ging es dann auf zu einer Bootstour durch das Delta-Gebiet. Zu sehen gab es hier unter anderem eine Schnaps-Brennerei, die auf einer wunderschönen Insel zu finden ist. Eine Verköstigung des Akpepeshie- Rums ( verarbeitet aus Zuckerrohr ) war dabei inklusive. Auch zahlreiche Villen von schwerreichen Unternehmern aus der nahe gelegenen Hauptstadt Accra konnte man auf dieser Tour bewundern, wobei diese eher surreal wirken, wenn man schon auf der anderen Ufer-Seite arme Fischerdörfer erblicken kann.. Am Abend schlossen wir uns dann noch einer Schildkrötenwanderung an, da derzeit viele Schildkröten zum Laichen ans Ufer kommen. Tatsächlich hatten wir Glück und konnten ein Tier aus nächster Nähe beobachten…..

So, dies wäre es erstmal für den Moment ! Ich hoffe aber natürlich, dass ich in den nächsten Tagen noch einen weiteren Bericht folgen lassen kann !

 

Viele Grüße

 

Marcel Wolf

 

 

 


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