Guten Abend allerseits !!

Nun bin ich schon über 2 Wochen zu Gast in Ghana, davon ca. 1 1/2 Wochen in meinem Einsatzort Akwatia, von dem ich vor der Abreise so wenig in Erfahrung bringen konnte. Tatsächlich hat diese Stadt ( als „Dorf “ kann man es wirklich nicht mehr bezeichnen ) wohl mehr als 20.000 Einwohner , und nicht, wie von diversen Internetseiten vermutet, nur 8.000 Einwohner. Hier gibt es einen richtigen Stadtkern, der vor allem von kleineren Buden,  die über Nahrungsmittel und Sim-Karten einfach alles anbieten und von dem großen Marktplatz ( Markt findet etwa dreimal die Woche statt ) gebildet wird. Um dieses Zentrum herum sind Behausungen jeglicher Art auszumachen : Von einfachen Holzhütten bis zu imposanten Villen, die meist von Profiteuren der lokalen Diamantenmiene bewohnt werden, ist hier alles zu finden und dies nichtmal in irgendwelche Viertel aufgeteilt. Arm und Reich wohnt hier also mehr oder weniger Tür an Tür…

Derzeit bin ich noch bei meiner Mentorin Doris, einer sehr herzlichen, lustigen Frau, untergebracht. Hier teile ich mir mit Clemens, einem anderen Freiwilligen, der auch im Waisenhaus arbeitet, ein Zimmer. Von hier aus gehen wir dann jeden Tag etwa 10 Minuten zu Fuß zu unserem Arbeitsplatz, nachdem wir gefühlte 100-mal mit „Obruni“ (weißer Mann“) angesprochen wurden und diverse Hände geschüttelt haben.

Im Waisenhaus selbst warten dann 25 Kinder auf uns, die aber zum Zeitpunkt unserer Ankunft ( ca. 8.00 Uhr) schon auf dem Sprung zur Schule sind. Dann heisst es, die beiden Kleinen, Kobi und Sammy, für den Kindergarten anzuziehen und diese dorthin zu bringen. Auch dort werden wir dann regelrecht hysterisch von den anderen Kindern in Empfang genommen und es bedarf schon einiger Anstrengung, einige Kinder von dem eigenen Beinen loszueisen. Danach beginnt die etwas ruhigere Phase des Tages, in der wir entweder in der Küche helfen ( Yam schneiden, ein Wurzelartiges Gewächs, was ähnlich wie eine Kartoffel schmeckt..etc.) oder einige Besorgungen in der Stadt erledigen. Dabei steht uns dann der Älteste, Atsu ( 18 Jahre alt), der gerade die Junior-Highschool abgeschlossen hat, gerne zur Verfügung ( Bald sollte er aber hoffentlich nicht mehr Zeit dazu haben, da wir ihm gerne den Besuch der Senior-Highschool ermöglichen wollen ). Zur Mittagszeit um 12 Uhr trudeln dann die Kinder zum Essen ein, um dann wieder bis 14.30 Uhr in die Schule zu entschwinden. Nach ihrer Rückkehr helfen wir ihnen dann bei den Hausaufgaben, was oft gar nicht so leicht ist, da die Heftführung meist sehr schlampig ist. Nach Beendigung wird dann gespielt bis der Arzt kommt !! Am beliebtesten ist dabei natürlich Fußball, wozu wir auf den nahegelegenen Fußballplatz gehen können. Irgendwann um 16.00 Uhr oder später steht dann aber das alltägliche Wasserholen an, wozu die ganze Mannschaft mit Kanistern zu den großen Wasserbehältern auf dem Feld ausrückt. Natürlich wird das ganze auf dem Kopf getragen, was mir noch nicht ganz so gut gelingt 😀 ….  Danach, um etwa 17.00 Uhr, ist unser Arbeitstag vorbei und wir kehren total verdreckt und müde nach Hause zurück. Trotzdem freut man sich dann schon auf den nächsten Tag und auf die mit einem breiten Grinsen versehenen Gesichter der Kinder…

Viele Grüße

Marcel Wolf

 


Über die Autorin/den Autor:  To change this standard text, you have to enter some information about your self in the Dashboard -> Users -> Your Profile box. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: