Ausnahmsweise müssen wir heute mal wieder über das Essen schreiben. Denn unsere Gasteltern haben uns zum ersten Mal bekocht – zum Frühstück gab es Pancakes, zum Mittag Dumpling und zum Abendessen natürlich Reis, dazu selbstgemachte Kartoffelchips, Gurken, Rührei mit Tomaten und Hähnchen mit Chinakohl, was unglaublich lecker war, da alles selbst und frisch zubereitet wurde. Nachdem wir uns morgens mit dem Bus alleine auf den Weg zur Training School gemacht hatten, bestand die erste Aufgabe des Tages darin, eine Bewerberin auf eine Lehrstelle zu interviewen. Dabei erfragten wir sowohl einiges über ihre Person, ihre Ziele als Lehrerin und ihre Methoden, als auch über Dalis Universität, wo sie im Moment noch Englisch und Französisch studiert (das ist auch nicht allzu gewöhnlich bei Chinesen) und über das Leben dort. Sie begleitete uns nach dem Gespräch in den Klassenraum, in dem neun Schüler zwischen acht und dreizehn Jahren auf uns warteten. Um einmal kurz zu erklären, was es mit der English Training School eigentlich auf sich hat: diese Einrichtung gibt Schülern die Möglichkeit, am Wochenende für zwei Stunden Englischunterricht zu erhalten und dadurch ihr Englisch zu verbessern. Da es sich um eine Privatschule handelt, für welche die Eltern Geld bezahlen müssen, sind die Klassen deutlich kleiner als in den „normalen“ Schulen. Dass manche Kinder stark von ihren Eltern gedrängt werden, die Fremdsprache zu lernen, hat man heute vor allem daran gemerkt, dass ein Junge sich schlichtweg geweigert hat, irgendetwas zu sagen oder nur im entferntesten interessiert zuzuhören, während sein Vater immer heftiger auf ihn einredete. Da Lina noch Passfotos machen lassen musste, teilten wir die Klasse in drei Gruppen auf, sodass Vicky, Lena und Franzi nur Wenigen zur gleichen Zeit englische Wörter beibringen mussten. Damit die Kleinen auch ein bisschen Spaß am Lernen bekamen, sangen wir zusammen „Head, shoulders, knees and toes“ und spielten Obstsalat, um die erlernten Wörter zu wiederholen. Nach einer zweistündigen Mittagspause ging das ganze Programm wieder von vorne los – nur mit anderen Kindern und damit auch neuen Herausforderungen. Denn diesmal konnten Einige noch kein bisschen Englisch und wir mussten ganz von vorn anfangen und ihnen zusätzlich englische Namen geben. Bevor wir dann abends gemütlich zu Hause eintrudelten, um schon einmal anzufangen, unsere Koffer zu packen (immerhin ist bald Halbzeit und Montag werden wir aufs Land fahren), statteten wir dem Reisebüro einen Besuch ab, um endlich Linas Flug nach Chengdu zu buchen.


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