Heute Morgen starteten wir mit einem verhältnismäßig mächtigen Frühstück in den Tag. Es gab Reiscrepes, die mit verschiedensten Sachen wie zum Beispiel Kartoffeln gefüllt waren. Wir alle waren bereits nach dem ersten satt, da wir es inzwischen gewöhnt sind, leichtere Sachen zu frühstücken. Danach hielt der Tag für uns eine riesige Überraschung bereit, da wir in einen Bus stiegen und der Fahrer sich vorschriftsmäßig an die Verkehrsregeln, wie z.B. Vorfahrt und Hupen  nur als Gefahrenzeichen, hielt und uns mit der Ruhe eines Shaolin-Mönches fuhr. Wir alle waren geschockt. Von der Haltestelle aus begaben wir uns erneut in das Stadion/Schule um unsere dürftigen Kenntnisse der chinesischen Sprache etwas zu verbessern. Wir lernten einige lebenswichtigen Sätze wie beispielsweise „ Ich muss auf die Toilette“ und „Ich will schlafen“. Nach einer im Vergleich zu gestern verhältnismäßig kurzen Chinesischlektion gingen wir zu einer Schule, die heute neue Schüler begrüßte. Dort machten wir Werbung für die English Training School und für das Lernen der englischen Sprache generell, indem wir kleine Werbekarten  verteilten. Bald jedoch begann es zu regnen und wir brachen die Aktion ab und setzten uns in einen Bus zurück Richtung Dalis Innenstadt. Auf der scheinbar ewigen Busfahrt dorthin fielen einigen von uns die Augen zu, da wir uns immer noch nicht vollständig an den chinesischen Zeitrhythmus gewöhnt haben. Kurz bevor wir aussteigen mussten, waren glücklicherweise alle wach und wir setzten uns in ein Restaurant, in dem wir einen Berg von gebratenen Reis verputzten. Dieser schmeckte sowohl mit Kartoffeln wie auch mit Ei sehr lecker und war erstaunlicherweise extrem mild. Daraufhin machten wir uns auf den Weg zu einer chinesischen Bank, damit Vicky, Franzi und Lena noch etwas Geld umtauschen konnten. Glücklicherweise sprachen die Bankangestellten Englisch und so musste Rebecca nicht dolmetschen. Hierzu muss jedoch gesagt sein, das jeder, der denkt, Deutschland sei ein Bürokratiestaat, China nicht kennen kann. Eine lange Zeit, eine Passkopie und ein ausgefülltes Formular(wo wir unter anderem unsere Adresse auf Chinesisch abmalen mussten) später, machten wir uns auf den Heimweg und fielen in der Mittagspause erschöpft in die Betten. Danach ging unser Unterrichtsprogramm weiter. Nach dem Abendessen fuhren wir mit dem Bus aus dem Zentrum Dalis heraus und auf einen Berg, von dem aus man die Stadt unter sich liegen sah. Dort besuchten wir eine ansässige Familie, deren Tochter Lucy nun Englisch lernt und sich versuchte, mit uns zu unterhalten. Dabei jedoch waren wir sehr froh, dass Rebecca uns begleitete, da wir uns so versichern konnten, dass wir in keine Fettnäpfchen treten. Die elfjährige wurde emotional wie auch vokabelmäßig von ihrer Freundin tatkräftig unterstützt. Währenddessen wurden wir vorzüglich mit frischem Obst und sehr leckerem Tee bewirtet. Nach einigen Minuten stießen auch noch Lucys Großeltern zu uns. Leider konnten wir uns jedoch kaum mit der Familie unterhalten, da lediglich die Tochter Englisch sprach. Entgegen unserer Erwartungen war es kein Abend zum gemütlichen Beisammensein. Wir hatten eher das Gefühl, dass wir Lucy zeigen sollten, wie wichtig die englische Sprache ist. Diese Vermutung wurde bestätigt, da wir mit ihr und ihrer Freundin lesen üben sollten. Ansonsten stellten wir uns gegenseitig verschiedene Fragen, dabei jedoch ist uns aufgefallen, dass die jungen Mädchen noch sehr viel Unterstützung von Rebecca benötigten, um unsere Fragen zu verstehen und um darauf zu antworten. Die Familie wünschte sich von uns, dass wir etwas singen sollten und Rebecca schlug unsere Nationalhymne vor. Daraufhin sang auch Lucy ein schönes Lied. Dabei viel uns auf, dass ihre Mutter sehr ehrgeizig schien und sie dazu drängte. In ein paar Fettnäpfchen sind wir aber doch gestiefelt. Beispielsweise als wir, die ein-Kind-Politik Chinas nicht im Hinterkopf, fragten, ob Lucy noch Geschwister hätte und als wir erzählten, wo wir überall im Urlaub waren, während unsere Gastgeber noch nie China verlassen haben. Alles in einem war es ein sehr interessanter und lehrreicher Tag und wir freuen uns auf viele weitere dieser Art.

Lina


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