Archive for August, 2013

Hallo zusammen,

„unser“ Neuzugang Kevin P. Boateng bezeichnet die Bundesliga als die beste Liga der Welt, und da müssen nun mal auch die besten Spieler der Welt spielen.   Selbstverständlich, nichts gegen einzuwenden.  Selbstbewußt ist er ja der ghanaische Nationalspieler.  Ist ja auf einer Art nicht schlecht, denn Typen die mal auf den Putz hauen und das Heft in die Hand nehmen braucht der S04.  Soll er mal machen.  Führungsansprüche wird er ja auch haben.  Aber wird das alles so einfach und harmonisch von statten gehen?    Zumindest ein Julian Draxler und Jermaine Jones werden ein gewichtiges Wörtchen mitreden wollen.  Ich kann mir auch vorstellen, das sich der ein oder andere fragen wird, wenn er sich schon als einen der besten Fußballer, von was lasse ich jetzt mal offen, bezeichnet, warum war er dann nie in der engeren Vorauswahl zur Vorauswahl für die Vorauswahl zum Fußballer des Jahres zumindest in Europa?  Na gut, kann ja sein das man ihn z.B. in England übersehen hat, weil die Premiere League wohl doch nicht ganz so stark zu sein scheint, wie sie vorgibt.        Aber was soll`s, wir wollen jetzt mal nicht so pingelig sein und uns über solche Nichtigkeiten den Kopf zerbrechen, er wird den Rasen schon umpflügen, hoffentlich.     Mein Musikumpel, Gartennachbar usw. meinte doch gestern am Telefon, das es ja wohl auch nötig sei noch einen für die Abwehr zu holen, denn er habe das Spiel gegen PAOK Saloniki gesehen, und da wäre die Schalker Abwehrreihe wohl doch, sagen wir mal, ein wenig anfällig, und bei einerem stärkeren Gegner es wohl nicht so gut für den S04 ausgesehen hätte.   Nun ist ja Boateng keiner direkt für die Abwehr, was ich dem Gladbachanhänger erkären musste, und im Notfall würden wir es dann wie die Brasilianer machen, mäßiger Torwart und Abwehr, also vorne schnell `ne Bude mehr machen.         Das war ja jetzt nicht ganz so glaubhaft und realistisch, aber irgendwie musste ich mich ja zur Wehr setzen.   Ausserdem spielen die Gladbacher dieses Jahr nicht international, und die Pflaumen von seinem Riesenbaum die auf unserer „Fischerhütte“ landen, sind noch sauer, nicht zu genießen.  Aber das nur am Rande.               Es wird heute mal wieder ein gespannter Blick auf den Rasen der Arena fallen, wenn die Spieler zum Warmmachen auf das Spielfeld laufen, und wer welche Leibchen anhat.   Bringt Keller den „Prince“ von Beginn an?  Die Rückennummer 15 hat er ja bereits bekommen, aber welcher Name steht hinten auf dem Trikot?   Ist mir ehrlich gesagt auch egal, ein Dreier gegen die „Werkself“ muss her!

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

das haut dich aus den Socken, erst die Auslosung der CL-Gegner, und dann diese Neuverpflichtung.    Anstatt Prinz Poldi, soll nun Kevin-Prince Boateng für den Schalker Aufschwung sorgen.    Aber eins nachdem anderen.   In der Champions League hat der S04 von den Namen her eine lösbare Aufgabe vor sich, wenn die Leistung denn auch wirklich gesteigert wird.    So wie die Reihenfolge der Teilnehmer in der Gruppe E gezogen wurden, könnte auch die Abschlusstabelle, dann sehr zur Zufriedenheit der Königsblauen, aussehen.   Chelsea vor dem S04, dann Basel, und zuletzt Steaua Bukarest.     Letztere sind auch der Auftaktgegner für die Keller-Truppe am 18. September in Gelsenkirchen.                     Die Reihenfolge der Partien ist für die Schalker auch nicht unbedingt von Nachteil.     Geht es nach dem Auftakt zunächst in die Schweiz, bevor Jose Morinho mit seinem Starensemble von der Stamford Bridge in der Arena seine Visitenkarte abgibt.     Dann geht es zur Rückrunde auf die Insel, nach Basel, und am 11. Dezember könnte spätestens mit dem letzten Spiel der Gruppenphase gegen die Rumänen der Einzug in die K.O-Spiele perfekt gemacht werden.           Zuvor aber erstmal Punkte in der Liga sammeln.    Und damit am besten morgen gegen Leverkusen mit anfangen.    Jetzt wo da eine „Verstärkung“ nach der anderen auf dem Berger Feld landet, kann es ja nur noch eine Frage der Zeit sein, wann der sogennante Fehlstart in der Liga wieder wettgemacht ist.      Oha, das soll was geben.    Jones und Boateng in Personalunion auf dem Rasen.   Da fliegen die Fetzen, und die ein oder andere Karte wird da bestimmt im Spiel sein.     Kein Problem wenn es dann der Sache dient.     Boateng galt ja lange Zeit als nicht ganz einfach zu händeln.    Da sind auch psychologische Fähigkeiten im Trainerstab gefragt.    Selbsbewusst scheint der Neu-Schalker ja zu sein, machte er doch seinen Unmut gegen Rassismus bei einem Freundschaftsspiel im Trikot des AC Mailand deutlich, als er nach Verbalen Angriffen den Platz verließ.      Gespannt darf man sein, auf welcher Position Trainer Keller Boateng einsetzen wird, uns was noch in Sachen Transfers passiert, denn bis zum 2. September ist ja noch ein ganzes Wochende Zeit.    Es kommt Bewegung n die Sache!

Tschüß, bis die Tage

R.A.

28.08.2013

Und schon wieder ein schöner Tag vorbei!
Der Morgen begann für manche von uns um 7 Uhr, als die Schweine gefüttert, der Hühnerstall geöffnet und die Ziegen und Schafe an den Wegen an Sträuchern und Pfählen festgebunden wurden. Nach dem hier üblichen Frühstück – mit Butter bestrichene Brote – ging es mit einem „Panga“, zu deutsch Machete, los in Richtung der 92-jährigen Großmutter. Dort bekamen wir noch eine Zweite und zerhackten fleißig bereits gefällte Bananenbäume, um sie anschließend an die Kühe zu verfüttern. Diese Arbeit machte so viel Spaß, dass wir sie jetzt möglichst jeden Tag machen werden. Danach ging es aufs Feld, eine Art größeres Gras mit den Pangas zu scheiden, damit auch dieses an die Kühe verfüttert werden kann.

Unsere weitere Arbeit bestand darin zwei Bananenbäume mit Hilfe der Pangas zu fällen. Dabei  bevorzugte Jan allerdings lieber seiner Schweizer-Taschenmesser, was im Gegensatz zu den Pangas ein sehr, sehr kurze Klinge besitzt (Unser Guide glaubte nicht, dass ein Taschenmesser einen Bananenbaum fällen konnte). Doch er konnte unseren afrikanischen Gastgeber von seinem Messer überzeugen und einen Baum fällen. Den anderen fällten wir dann schließlich mit dem Panga, da dies eindeutig schneller ging.

Am Nachmittag stand für uns ein Spaziergang, ja eigentlich schon eine Wanderung zum Wald um den Mount Kenya an. Der Weg führte uns durch die vielen Teeplantagen hier in Kenia und zeigte uns mal wieder aufs Neue, in welch wunderschöne Landschaft es uns verschlagen hat.

Als Highlight unserer kleinen Wanderung kamen wir schließlich zum dem Wald, welcher zum Schutz vieler dort noch lebenden afrikanischen Tierarten, wie Elefanten, Affen, Schlangen usw., eingezäunt ist. Nach einigem Verhandlungsgeschick unserer Guides führten uns schließlich zwei Ranger durch diesen und wir hatten das Vergnügen, ein Stückchen unberührte Kenia-Natur zu erleben. Zu sehen gab es dort für uns wunderschöne Pflanzen, Bäume und auch Tiere, wie zum Beispiel Affen, Ameisen und sogar ein Stückchen tote Schlange. Da die Ranger allerdings nur Pangas mit sich führten, kehrten wir nach einer halben Stunde Wanderung um. Sie gaben uns zu verstehen, dass für eine längere Wegstrecke Schusswaffen gebraucht würden, um unsere Sicherheit, z.B. vor Elefanten, zu gewährleisten.

Erschöpft von dem weiten Ausflug werden wir bald ins Bett gehen, denn die Kühe haben auch morgen früh wieder Hunger.

Jan und Jan-Hendrik

27.08.2013

Guten Abend,

der zweite volle Tag auf dem Dorf ist vorüber und wir haben wieder viel gelernt. Nicht nur, wie man Chapati (traditionelles afrikanisches Essen, eine Art Pfannkuchen) zubereitet, sondern, wie der Alltag auf einer Farm generell abläuft: Aufstehen, frühstücken und ab aufs Feld bis zum Mittagessen. Diesmal bei dem Sohn der Gastmutter der Jungs, denn auf ihrem Hof haben wir bereits erfolgreich alles zugepflanzt. Afrikanische Landwirtschaft ist etwas chaotischer – die Pflanze kommt dahin,wo gerade Platz ist. Jenen fanden wir für 6 weitere Bäumchen und etliche Reihen Mais. So staunte der Nachbar nicht schlecht, als er das Feld sah und alles umgegraben und bepflanzt war.

Heute ging die Arbeit noch ein wenig schneller, sodass vorm Mittagessen noch Zeit war, um ein Feld per Hand durchzupflügen. Sehr interessant fanden uns besonders die Kinder, die uns die ganze Zeit bei der Arbeit zuschauten. Auch die Erwachsenen waren belustigt, vor allem bei unserer Frage „Where is the next field?“. Damit müssen wir jedoch bis morgen warten.

Dagegen hatte Rose das Mittagessen schon für uns vorbereitet. Satt und zufrieden gingen wir danach zurück in unsere Gastfamilien, um den ganzen Dreck abzuduschen, der sich während der Arbeit besonders an den Händen und in unseren Haaren gesammelt hatte. Wir waren sehr überrascht, dass unsere Guides uns quasi zum Duschen gedrängt haben. Später wurde uns erklärt, dass es als Unsitte gilt, in Arbeitsklamotten ins Dorf zu gehen.

Nachmittags besuchten wir Verwandte und Freunde der jeweiligen Familie, bis wir nach mehrmaligem Aneinandervorbeilaufen bei der Großmutter der Jungs aufeinandertrafen. Die 92-Jährige freute sich so sehr über unseren Besuch, dass sie uns nicht eher gehen ließ, bevor sie uns alles gezeigt hatte – einschließlich den Weg zurück, den wir viel zu bald antreten mussten. Denn zuhause angekommen, war es schon Zeit fürs Abendessen: Spaghetti! Statt einer Soße gab es dazu    einen der verschiedenen üblichen Eintopf mit Chapati.

Müde von der Arbeit fielen uns – und Dennis – beim Zusammensitzen mit der Familie schon fast die Augen zu, sodass wir früh ins Bett gingen und nun nach einer erholsamen Nacht in den nächsten Arbeitstag starten können.

Wir wünschen Euch mindestens genau so viel Spaß bei der Arbeit, wie wir ihn hier haben 🙂

Liebe Grüße,

Maike und Katharina

26.08.2013

Hallo,

heute starteten wir richtig mit dem Projekt und haben unsere ersten Macadamia-Pflänzchen in die Erde gesetzt. Nach dem Frühstück zeigte uns unser Guide Dennis, wie man bei der Pflanzung richtig vorgeht. Als erstes wird ein 50 cm tiefes und 1 m breites Loch gegraben. Als Werkzeug dient ein abgeknickter Dreizack. Danach wird der Lochboden mit einer Mischung aus Pflanzenresten und Mist bedeckt und etwas Erde darüber geschaufelt. Die beiden Lagen werden dann mit der Hand gut durchgemischt und darauf die Pflanzen gestellt. Schließlich wird rund um die Pflanze auf Stammhöhe Erde aufgefüllt.

Nachdem jeder ein Loch gebuddelt und eine Pflanze gesetzt hatte, teilten wir uns die Arbeit auf. Die Jungs buddelten die Löcher, die Mädchen setzten die Pflanzen. Nach 14 Pflanzen war die Arbeit für den heutigen Tag erledigt (eigentlich waren nur 9 vorgesehen). Darauf folgend aßen wir ein reichhaltiges Mittagessen und genossen eine warme Dusche.

Am Nachmittag begaben wir uns auf eine Wanderung mit unseren beiden Guides Rose und Dennis. Wir besuchten mehrere wunderschöne Wasserfälle in der Umgebung. Auf dem Rückweg von diesen probierten wir jeder ein Stück Zuckerrohr. Dabei muss man zuerst das Äußere mit den Zähnen entfernen bevor man von dem Inneren abbeißen kann. Nach mehrmaligen Kauen spuckt man die Reste aus.

Zudem drängten uns unsere Guides auf dem Rückweg zur Eile, da es hier spätestens um 19:00 Uhr schlagartig dunkel wird. Ab dann, erklärten uns Rose und Dennis, schleichen kuriose Gestalten durch die Straßen, denen man besser nicht begegnen möchte… Aus diesem Grund haben wir uns auch dazu entschieden, den Blog immer abwechselnd zu schreiben. Des Weiteren werden wir ab heute Abend bei unseren Familien kenianisch Kochen lernen. Deshalb verabschieden wir uns jetzt!

Jan und Jan-Hendrik

Hallo zusammen,

am kommenden Samstag spielt der FC Schalke 04 um 18.30h in der heimischen Arena gegen Bayer 04 Leverkusen.   Alle Schalkefans die Karten haben, oder noch welche ergattern können, die MÜSSEN!!! auch in der Arena erscheinen, denn vielleicht sehen sie an diesem Spätsommerabend den ein oder anderen Spieler das letzte Mal im königsblauen Trikot.   Jetzt ist die Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League gesichert, und trotzdem kann es noch dramatischer werden.             Da war doch zu lesen, das Julian Draxler, wenn jemand ab 70 Mio € aufwärts beim Manager vorstellig wird, dann kann es passieren, das der Schalker Hoffnungsträger bald seine Zelte in Gelsenkirchen abbricht.     Was ist denn das für ein Hick-Hack?   Will man uns eingentlich für doof verkaufen?    Das der S04 fast chronisch klamm ist, wissen zumindest die, sagen wir mal, reiferen Fans der Königsblauen,   also reif jetzt vom Alter her.    Da wird gefaselt, eine Saison geht ohne international, um ein paar Tage später zu erklären das die CL immens wichtig für den S04 sei.      Dann werden Verträge bis zum Sanktnimmerleinstag verlängert, um dann kurz vor Toresschluss zu versuchen, doch noch die dicke Kohle aus einem Transfer abzugreifen.      Um den Hoffnungsträger Draxler soll ein Gerüst aus jungen Nachwuchsspieler, gespickt mit erfahrenen Leuten über einen gewissen Zeitraum aufgebaut werden, und dann solche Aussagen.    So langsam kommt man sich, wiedereinmal, gehörig verarscht vor.          Wiederum kann ich mir nicht vorstellen, warum ein Verein mehr als 70 Mio’s zahlen soll, wenn doch 45,5 Mio als festgeschriebene Ablöse im Vertrag stehen.     Oder gibt es da wiederum noch ein paar Zusatzklauseln die das ermöglichen?     Zum Glück bin ich kein Jurist, der sich mit dem „Kleigedruckten“ auskennt.      Und selbst wenn es passieren sollte, steht dann schon ein adäquater Ersatz bereit?     Der wird ja auch nicht preisgünstig sein, und hoffentlich keine Luftpfeifer wie die letzten „Granaten“ die Heldt für teuer Geld geholt hat, und mehr in Rehamaßnahmen eigebunden waren als auf dem Platz gespielt haben.     Das sind wieder so Dinge, über die man sich den Kopf heiß redet, die sich vielleicht schneller in Luft auflösen als man gedacht hat.         Heute nach 18.00h weiß der S04 wohl gegen wen er in der CL anzutreten hat, aber man sollte nicht vergessen, das am Samstag Bundesliga ist.    Und da steht Königsblau nach drei Spielen mit einem Punkt und einem miserablen Torverhältnis auf Platz 15!    Ab mitte September gegen Real Madrid, Barcelona oder ManU, und nächstes Jahr in der Relegation gegen Sandhausen, oder was?       Das ist ein bisschen viel Schwarzmalerei, aber die Schalker sollten endlich mal einen wettbewerbsfähigen Kader zusammenstellen, und zusehen das so schnell wie möglich Punkte gesammelt werden.       Die kommenden Aufgaben bieten sich ja förmlich dafür an.     Jetzt Leverkusen, dann nach Mainz, und dann gegen die Bayern.   Das da der Trainer noch nicht auf der Abschussliste steht, nur 10 Punkte aus vier Spielen.   Für Münchener Verhältnisse eigentlich eine Katastrophe.    Aber die interessiert mich nicht im geringsten.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Nach dem Grand Prix – und einmal mehr etlichen Wochen auf Reisen – hatten wir wenige Tage frei, um vor dem anstehenden Highlight nochmals Kräfte zu sammeln. Normalerweise besteht diese Zeit fast ausschließlich aus Schreibtischarbeit. Das letzte Turnier muss abgewickelt, der nächste Wettbewerb vorbereitet werden. Es gibt durchaus spannendere Phasen in der Saison. Dieses Mal allerdings stand etwas ganz Besonders, für mich persönlich Einmaliges auf dem Programm.

Unsere Nationalspielerin Kerstin Tzscherlich beendete nach 13 Jahren, 373 Länderspielen und unter anderem zwei Olympia- und vier WM-Teilnahmen ihre Karriere. Zu diesem Anlass wurde in ihrer Heimatstadt Dresden das Abschiedsspiel – Team „Kerstin & Friends“ gegen die Deutsche Nationalmannschaft – ausgetragen. Das Spiel war bereits für Anfang Juni geplant gewesen, musste dann aber aufgrund der Flut-Katastrophe verschoben werden. Aufgrund vieler Terminprobleme blieb als kurzfristiger Ausweichtermin nur der 23. August übrig, also mitten in unserer kurzen Urlaubsphase. Wegen langfristig feststehender Verpflichtungen konnten so der Bundestrainer wie auch beide Co-Trainer nicht beim Abschiedsspiel dabei sein. Zwangsläufig kam so die Frage auf: Wer coacht das Nationalteam bei diesem besonderen Freundschaftsspiel?

Eine Lösung hatten die Nationalspielerinnen schnell parat: „Matthias, dann bist Du eben unser Trainer für das Spiel!“ Was ich anfangs noch mit einem Lächeln als Scherz abtat, wurde aber schnell Realität. Wenig später erhielt ich vom Ausrichter den Gruß und Dank, dass ich ja als Trainer der Nationalmannschaft an dem Event teilnehmen würde. Versuche meinerseits, das zu verhindern, schlugen allesamt fehl. Das Team hatte sich entschieden und ließ keine Diskussionen mehr zu.

Also musste ich mich damit abfinden, für einen Tag meinen Aufgabenbereich zu tauschen. Weg von der organisatorischen Verantwortung, hin zum Amt des Bundestrainers – für ein Spiel. Der Spieltag wurde dann zu einer ganz neuen Erfahrung. Angefangen mit der Spielvorbereitung direkt am Court, der offiziellen Teamvorstellung bis hin zum Match-Verlauf selbst. Auswechslungen durchführen, Auszeiten nehmen, Teamansprachen führen, und alles bloß nicht zu Ernst nehmen. Schließlich ging es bei diesem Abschiedsspiel vor allem darum, ein besonderes und lustiges Event zur Ehren von Kerstin Tzscherlich für die Zuschauer zu schaffen.

So sah ich es denn auch als meine Aufgabe an, eher unkonventionell zu coachen und zum Beispiel den Schiedsrichter mit Süßigkeiten zu bestechen oder den Physiotherapeuten zum Aufschlag einzuwechseln. Insgesamt wurde es so ein sehr amüsantes Spiel, das wir nach drei Sätzen dann auch noch gewannen. Mit den Worten „…man soll aufhören, wenn es am schönsten ist…“ und einer 100-Prozent-Siegquote beendete ich dann direkt nach dem Spiel auch meine Karriere als Trainer.
Jetzt bereiten wir uns – in voller Ernsthaftigkeit – in Kienbaum auf den Saisonhöhepunkt vor. Am 6. September startet unsere Heim-EM in Halle/Westfalen mit dem ersten Spiel gegen Spanien. So kurz vor dem Start merkt man in allen Bereichen, dass Anspannung und Fokussierung deutlich ansteigen. Mehr als drei Monate intensive Vorbereitung führen auf das große Ziel hinaus – bei der EM im eigenen Land erfolgreich zu sein. Ich hoffe sehr, dass hierbei in den nächsten Wochen alles bei uns nach Plan verläuft und ich nicht dort auch noch kurzfristig als Bundestrainer einspringen muss…

Hallo zusammen,

ob Grottenkick, noch 199 Spieler für jeden Mannschaftsteil fehlen oder benötigt werden, egal, das ersehnte Ziel ist erreicht.    Der S04 ist morgen im Lostopf bei der Auslosung der Gruppenphase.   Horst Heldt kann planen, und ein paar €uro für die Gesamtsanierung des Klubs werden auch noch übrig bleiben.     Hoffentlich war das der psychlogische Befreiungsschlag, und es kann sich jetzt ganz auf Fußball konzentriert werden.    Ist auch bitter nötig, genau wie eine erhebliche Leistungssteigerung, denn mit dem gestern dargebotenen, wird gegen Bayer Leverkusen am Samstag nicht viel zu holen sein.      Es sei denn man darf das Spiel mit 10 Mann beginnen ;-).    Seltsam, das es nach dem Platzverweis von Jermaine Jones etwas besser lief.      Trotzdem bleibt die Abwehr die Achillesferse.     Die beiden Gegentreffer, auch noch zu sehr ungünstigen Zeitpunkten waren total überflüssig.     Dafür war der Pass von Max Meyer auf Julian Draxler, der dann an die erneute Führung erzielte, ein Zuckerstückchen.     Genauso überraschend dann seine Auswechselung acht Minuten später, aber nachvollziehbar.      Ärgerlich, das die Griechen dann nocheinmal ausglichen.    Genauso schön, wie  spielentscheidend Szalai’s zweiter Treffer, den ihn Draxler auflegte.      Das Spiel war kein spielerischer Hochgenuss, was aus nicht zuerwarten war, aber bis zum 3-2 für den S04 hochgradig spannend.     Was jetzt noch auf dem Transfermarkt passiert, ist mindestens genauso spannend.       Ich sehe dem ganzen erstmal entspannt entgegen, und gehe heute locker meine Außenarbeiten an, da wird mir schon der ein oder andere zum diskutieren über den Weg laufen, und schaue dann morgen nach Nyon, wo die Lose gezogen werden, und der S04 ist mit dabei.     Jaaaaaaaa!!!!

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Momentan bemerke ich, dass ich zum Studieren in Afrika bin und nicht um Urlaub zu machen. Auch, wenn ich nur wenige Stunden in der Uni sitze, muss ich doch einiges vor- und nachbereiten. Was wirklich schade ist, wenn man bedenkt, dass man am Schreibtisch sitzt obwohl man so viele andere Dinge tun könnte.

Am meisten beanspruchen dabei aber die interkulturellen Gruppenarbeiten. Zwar hat mein Professor in Deutschland das schon erwähnt, aber die Praxis stellt man sich ja doch anders vor. Dass vor allem eine Gruppenarbeit bei mir nur schleppend vorwärts kommt, liegt wohl am unterschiedlichen Notensystem. In Südafrika bekommt man für eine gute, durchschnittliche bis überdurchschnittliche Leistung nämlich ca. 65% als Note, was nicht schlecht ist. Doch für einen in Münster geprägten Deutschen sind 65% fast nur die Hälfte der zu erreichenden Punkte, die Häfte sind 50%, 50% heißt durchgefallen. Will man also nur knapp bestehen? Natürlich  nicht. Zumindest aus deutscher Sicht, weshalb es deutliche Unterschiede in Anspruch und Motivation gibt. Doch bis wir diesen Unterschied festgestellt haben, hat es eine Zeit gedauert. So langsam haben wir uns eingearbeitet und wir Deutschen versuchen, mal nicht ganz so deutsch zu sein.

Eine andere Form von Unterricht in einem meiner Kurse verdanken wir der Kursgröße von sechs Studenten. Unsere Dozentin nutzt diesen Vorteil, um uns Stellenbosch aus ihrer Sicht näherzubringen. Das bedeutet, dass wir uns jeden Dienstag in einem anderen, wunderschönen Café von Stellenbosch wiederfinden, zuerst ein wenig über die Geschichte der Lokalität reden und dann unseren eigentlichen Themen nachgehen. Dazu ist unsere Dozentin unglaublich liebenswert, bringt uns manchmal afrikanisch Spezialitäten mit, heute war es unglaublich süßes, gedrehtes Gebäck namens Koeksisters (wörtlich übersetzt:  Kuchenschwestern) und Milktarts, und erzählt uns viel über mögliche Ausflugsziele. So gibt sie uns wertvolles Südafrika-Wissen für die kommenden Tage mit auf den Weg, an denen ich hoffentlich nicht mehr so viel Zeit am Schreibtisch verbringen muss.

Heute Morgen stand der Besuch von Dalis Krankenhäusern auf dem Programm. Das Erste, war ein sehr westlich orientiertes. Das riesige Hochhaus erinnerte beim Eintreten entfernt an einen Flughafen. Überall waren Wartebereiche und Krankenschwestern mit weißen Kitteln und Mundschutz wuselten durch die Menschenmasse. Rebecca erklärte uns, dass die Krankenhäuser in China eher eine große Gemeinschaftspraxis darstellen, da die Patienten sich einen speziellen Arzt aussuchen, dann eine Nummer ziehen und warten, bis sie an der Reihe sind. Dieses Gesundheitssystem hat auch in der Innenstadt Spuren hinterlassen, da wir bis jetzt noch keinen niedergelassenen Arzt entdeckt haben mit der Ausnahme von Zahnärzten. Das zweite Krankenhaus war für uns ungewöhnlicher. Es war ähnlich groß wie das erste, jedoch war es nicht ganz so voll. Schon beim Hereinkommen stieg uns ein krautiger Geruch in die Nase. Wir erfuhren, das es in diesem Krankenhaus lediglich die traditionelle chinesische Medizin praktiziert wird und keinerlei westliche Methoden wie Tabletten oder Infusionen angewendet werden. Wir konnten in einige Behandlungsräume schauen und den meisten Patienten wurde mit Massage oder auch mit Akupunktur geholfen. Am Ende des ersten Ganges wurden die Medikamente ausgeteilt. Es war sehr interessant anzusehen, wie die Mediziner mit für uns altertümlichen Waagen die Heilmittel individuell mischten und abpackten. Schließlich waren wir froh das Gebäude wieder verlassen zu können, da nach einiger Zeit der Geruch für uns sehr unangenehm wurde. Da wir im Gesamten nicht sehr viel Zeit für die Krankenhausbesuche benötigt hatten, spazierten wir ein wenig durch Dali, bis wir vor einer weiteren Schule Werbung für die English Training School machten. Dort erfuhren wir von Rebecca einiges über das Schulsystem und auch den Schulalltag : Wie in Deutschland ist die Grundschule kostenlos und in der Regel gehen die Kinder auf die, die ihrem zuhause am Nächsten ist. Jedoch gibt es, wie Rebecca uns erklärte, den Trend, dass Schüler eine besuchen, die weiter entfernt ist, dafür aber einen besseren Ruf hat. Anders jedoch ist es, dass die Schulen riesig sind und ca. 2000 Schüler beherbergen, was sich auch in der Klassengröße zeigt, die in der Regel zwischen 60 und 70 Schülern schwangt. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Eltern ihr Kind immer zur Schule bringen und abholen, was sich aufgrund der Mittagspause auf viermal pro Tag beläuft. Dadurch kommt es pünktlich nach der Schuluhr zu Verkehrschaos auf den überfüllten Straßen. Nach der Mittagspause machten wir uns zu dem See auf, der am Rande Dalis liegt. Dort besuchten wir einen wunderschönen Park, den Er-hai Lake Park, der voller Blumen war und uns in ein Bilderbuchchina versetzte. Dort sahen wir wunderschöne chinesische Lotusblüten. Dieser Ausflug war besonders gelungen, da das Wetter perfekt war: Die Sonne schien vom fast wolkenlosen blauen Himmel. Und ein immer leicht wehender Wind machte die 26 Grad sehr angenehm. Alleine der Er-hai Lake war einen Besuch wert, da er so riesig war (250 km², zweitgrößter Hochlandsee Chinas), das man das andere Ufer nur erahnen konnte.  Hunderte von Fotos später verließen wir den Park und gingen entlang eines Flusses, der vom See in die Innenstadt fließt, zurück in die Stadt. Nach dem Abendessen machten wir uns erschöpft auf den Heimweg. Dabei sind wir froh unsere Beine hochlegen zu können, da wir heute mal wieder große Strecken zu Fuß zurückgelegt haben.