Letzten Dienstag war es soweit. Nachdem mich meine Familie bei meinen Gasteltern abgeholt hatte und wir unseren gemeinsamen Familienurlaub in den Staaten beendet haben, bin ich seit einer Woche nun wieder „daheim“ in meinem kleinen und überschaubaren Heimatdorf Büderich. Zusammen mit meinen Eltern und meinem Bruder Jonas fuhr ich endlich wieder über die Straßen, die ich vor einem Jahr tränenreich verlassen hatte. Den Kofferraum voll gepackt mit meinen Sachen verließen wir die Autobahn, fuhren vorbei an der neu eingerichteten Kreisstraße an der Tankstelle an der B1. Dann kam das Ortseingangsschild „Büderich“, die erste rechts ab – jetzt waren es nur noch wenige Hundert Meter. Wir nahmen die letzte Kurve und wir waren da! Alles schien so geblieben zu sein, wie ich es verlassen hatte. Meine Emotionen konnte ich nicht mehr unter Kontrolle halten und sagte unter Freudentränen: ,,Ich glaube ich bin wieder Zuhause!“ An unserem Haus angekommen sah ich eine große Deutschlandflagge, ein ‚Herzlich Willkommen‘ an unserer Haustür und viele rote herzförmige Luftballons.

Meine beiden Omas standen auf der Treppe voller Freude, mich wieder in die Arme schließen zu können. Und auch ich war einfach nur glücklich, sie wieder zu sehen. Dann ging es weiter ins Haus, wo ich natürlich erstmal in mein „altes“ Zimmer gehen wollte. An meiner Zimmertür war ein Schild aufgehängt, auf dem mit großen Buchstaben zu lesen war „Hi Hanni“. Mir war sofort klar – „meine“ Mädels waren hier! Vorsichtig öffnete ich die Tür und sah in sieben weinende Gesichter, die mich mit leuchtenden Augen ansahen. Es war so schön, meine besten Freundinnen nach so langer Zeit wieder zu sehen. Es folgten unendlich lange Umarmungen. Für mich hat es sich alles viel zu schön angefühlt um wahr zu sein. Ich war wieder daheim – dort, wo ich aufgewachsen bin…

Es gab so viel zu erzählen. Meine Freundinnen hatten Kuchen gebacken, und wir nahmen uns viel Zeit zum Plaudern beim Kaffee trinken. Die große Überraschung folge dann am Abend. Meine Freundinnen hatten unseren Garten in eine kleine Partymeile verwandelt und mit vielen Freunden feierten wir unser Wiedersehen bis zum frühen Morgengrauen – einfach wunderbar!

Am nächsten Tag wachte ich dann zum ersten Mal wieder im eigenen Bett auf. Erst da habe ich wohl so richtig realisiert, dass ich wirklich wieder zu Hause war.

Auch wenn zwischenzeitlich eine Woche vergangen ist – für mich ist der Alltag noch nicht wieder eingekehrt. Alles ist so vertraut und doch noch irgendwie fremd. Ich denke noch immer in Englisch und übersetze ins Deutsche – sehr zur Erheiterung meiner Lieben, weil die Redewendungen sich im Deutschen offenbar sehr lustig anhören. Aber das gibt sich wieder.

Es ist ein gutes Gefühl, wenn meine Freundinnen mir sagen: ,,Es fühlt sich so an, als wärst du nie weg gewesen!“

Mein Austauschjahr in Amerika ist nun Vergangenheit – aber es bleiben die schönen Erinnerungen!

Liebe Leserinnen und Leser, vielen herzlichen Dank dafür, dass Sie mich in Gedanken begleitet und meine Erfahrungen mit mir geteilt haben. Es war schön zu wissen, dass so viele liebe Menschen meinen Blog verfolgt haben.

Ihre

Hannah Keyen


Über die Autorin/den Autor:  Ein Jahr besucht Hannah Keyen aus dem Werler Stadtteil Büderich im US-Bundesstaat Connecticut die Highschool, lebt eine Autostunde von New York entfernt bei Gasteltern. Von ihren Erlebnissen in Amerika berichtet die 15-jährige Schülerin im Anzeiger-Blog. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: