Erst vor kurzem habe ich den Spruch gehört: „Als Gott die Welt erschaffen hat, kam die Schweiz als Letztes – das Beste kommt eben zum Schluss!“ Auch wenn diese Einschätzung sicherlich nicht ganz ernst zu nehmen ist, so muss ich nach unserer Reise nach Montreux in der letzten Woche sagen: Dieses Fleckchen Erde ist mit Sicherheit sehr gut gelungen!

Bislang war ich noch nie in Montreux, aber nach der knappen Woche dort, bin landschaftlich wirklich begeistert. In der Sonne unter einer Palme zu stehen und dabei auch riesige Schneebedeckte Berge zu schauen, die sich auch noch im Genfersee spiegeln – das ist wirklich beeindruckend.

Leider war die Möglichkeit genau diese Situation zu erleben fast nicht gegeben. Zum einen, weil wir durch das Turnier dort kaum Zeit für Site-Seeing hatten, zum anderen weil es das Wetter nicht gut mit uns meinte. Ich habe mich somit vom ersten Tag an in Montreux ganz heimisch gefühlt – es regnete dort fast die ganze Woche durch… ;-).

Wenn man nur unsere reinen Ergebnisse bei den ‚Montreux Volley Masters’ betrachtet, passte das Wetter aber hervorragend zum Turnierresultat – beides war nicht sehr erfreulich. In der Vorrunde mussten wir gegen die Dominikanische Republik, Japan und Italien drei Niederlagen einstecken. Auch in der Zwischenrunde wurde es nicht besser, da verloren wir gegen China. Damit sprang am Ende für uns nur der siebte Turnierplatz heraus. Sehr schade für unser sehr junges Team, das mit viel Einsatz und phasenweise guten Leistungen ein besseres Resultat verdient gehabt hätte. Aber insgesamt merkte man deutlich, dass Erfahrung und Ruhe im Team fehlte und wir auch erst seit einer Woche im Training sind.

Soweit das reine Resultat, was aber für uns von Beginn an keine Priorität hatte. Viel wichtiger war es zu sehen, wie sich die Spielerinnen in der letzten Vereinssaison entwickelt haben, in welcher Form sie gerade sind und wer dem Team im Hinblick auf die EM helfen kann!? Und diese Erkenntnisse haben wir bekommen und gehen damit jetzt in die nächste Trainingslagerphase. Ab heute sind wir in unserem Trainingszentrum in Kienbaum, in der Nähe von Berlin, und bereiten uns dort auf die Teilnahme an der European League vor.

Aber noch einmal kurz zurück zu unserer Reise nach Montreux: Neben den landschaftlichen und sportlichen Erkenntnissen, konnten wir noch eine weitere, ganz neue Erfahrung machen: Nämlich wie sich Mannschaft von Bayern München fühlen muss, wenn sie auf Reise geht. Die Einladung nach Montreux beinhaltete auch die An- und Abreise im Team-Bus von Volero Zürich. Was zunächst unspektakulär klingt, war dann doch was ganz Besonders: Mit nur 27 Sitzplätze in dem Bereich, wo sonst 50 Personen Platz finden, bot der Bus Platz für die Extras. Sitze mit Liegefunktionen ausgestattet, W-Lan-Internet, Kaffeebar, Bürotische, Küche und, und, und…! Die Verantwortlichen erzählten uns später, dass der Bus somit eine ganz ähnliche Ausstattung hat, wie der Mannschaftsbus von Bayern München. Das Reisegefühl der ‚Erfolgs-Bayern’ konnte wir somit schon mal erleben – kein schlechtes Gefühl um ehrlich zu sein 😉 Jetzt möchten wir aber noch wissen wie es sich anfühlt, wenn man am Ende der Saison an Sieger den Pokal hochhalten kann. Die Bayern wissen – dreifach – wie es ist, das wollen wir am Ende unsere EM auch erleben!


Über die Autorin/den Autor:  Der Halveraner Matthias Willnat betreut die Deutsche Volleyball-Frauen-Nationalmannschaft als Teammanager auf dem Weg zur Europameisterschaft, die im September im eigenen Land stattfindet. Für come-on.de führt Willnat ein Tagebuch der Ereignisse. Alle Beiträge der Autorin/des Autors: