Archive for Juni, 2013

Hallo zusammen,

der S04 hat wieder mit dem Training begonnen.   Wenn auch mit einem überschaubaren Kader, aber doch mit Neuigkeiten.   Der Ungar Adam Szalai ist jetzt entgültig ein Königsblauer, und das für vier Jahre.   So ist es zumindest vertragsmäßig vorgesehen, aber ich will das Thema nicht immer wieder ankratzen.     Angeblich muß der s04 die stolze Summe von acht Mio € nach Mainz überweisen.      Aber der Stürmer ist jung, kann sich noch weiterentwickeln, und man hat besonders in der letzten Spielzeit gesehen, das wenn Klaas-Jan Huntelaar Ladehemmung hatte oder gänzlich fehlte, die Torschützen zwar unterschiedlicher waren, aber im Strafraum doch deutliche Defizite in der Luft herrschten.     Erst als der Niederländer in der „Box“ sein „Unwesen“ trieb, wurde es auch vorn gefährlicher für die gegnerischen Abwehrreihen.          Horst Heldt ist mit seiner Einkaufstour auber noch nicht ganz durch.      Da fehlt ihm noch Sascha Riether aus Fulham in seiner Sammlung.      Den Hick-Hack mit Bochum lasse ich jetzt mal links liegen.             Da sind ja interessante Leute dabei, die in der kommenden Saison das Trikot des S04 tragen sollen bzw. werden.       Es ist ja auch nicht verkehrt, wenn man aus dem Vollen schöpfen kann, aber es wird genauso schwierig sein, so eine Truppe bei Laune zu halten.        Da könnte dann die Stunde des neuen Co-Trainer Peter Hermann schlagen.     Er dürfte genug Erfahrung aus München mitbringen, wo es mit Sicherheit eine noch schwierigere Aufgabe war, das Starensemble von der Isar nicht nur auf Trab zu halten.                 Spannend wird die Startelf sein, die Trainer Jens Keller am 10. August gegen den HSVauf den Rasen der Arena schickt.           Ich kann ja mal „spinnen“…

Hildebrand

Riether                                         Höwedes                                                                  Santana                                         Kolasinac

Matip                                                                                                                                    Jones

Draxler

Farfan                                                                                    Huntelaar                                                                                               Szalai

 

oder so ähnlich.    Bisschen offensiv?      Es heißt doch Attackeeeeeeeeeeee!!!!!!!!!

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.

 

 

 

Am letzten Wochenende stand das zweite Turnier der European League (EL) in Subotica/Serbien an. Das wir bei den Reisen auf bekannte Politiker treffen scheint hierbei fast zu Regel zu werden. In der letzten Woche war es ja noch Günther Oettinger der mit nach Brüssel flog, diesmal war Peter Ramsauer (Bundesminister für Verkehr) an Bord des Fliegers von Berlin nach München. Während der Verkehrsminister aber in Bayern blieb, ging unser nächster Flieger nach Belgrad, von da aus noch zwei Stunden mit dem Bus und einer Polizeieskorte nach Subotica.

Das Turnier dort verlief etwas besser als noch die erste EL-Runde in Belgien. Gegen Israel stand gab es ein klares 3:0, gegen Belgien folgte – leider erneut – eine Niederlage (0:3). Am Sonntag zeigte das Team aber dann gegen Gastgeber Serbien seine bisher beste Leistung im Wettbewerb und gewann klar 3:0. Derzeit steht das Team somit auf dem zweiten Tabellenplatz der Gruppe B, was nach aktuellem Stand (2 von 4 Vorrundenturnieren) die Qualifikation für das EL-Finalturnier bedeuten würde. Ab morgen steht dann das ‚Heim-Turnier’ in Hamburg an. Mit drei Siegen vor heimischem Publikum wäre die angestrebte Quali bereits machbar.

Mehr als die Ergebnisse und Spiele in Subotica, werden mir aber zwei andere Erlebnisse in Erinnerung bleiben. Mit unserer Ankunft begrüßten uns ein wolkenloser Himmel, Sonne pur und Temperaturen von Ende dreißig Grad – als Hitze pur – in Serbien! Eigentlich kein Problem für eine Hallensport…eigentlich! Denn in der schon älteren Wettkampfhalle, ohne Klimaanlage, stockte die Hitze und bescherte zu den Spielen eine Innentemperatur von 36 Grad. Dies bescheinigte die Anzeigentafel in der Halle noch am ersten Tag. Am zweiten Tag, wo es noch wärmer wurde, war dann keine Temperaturmessung mehr möglich, denn die Anzeigetafel war der Hitze mit einem Kurzschluss zum Opfer gefallen. Hohen Respekt somit vor allen Spielerinnen, die über drei Tage bei ‚Volleyball in der Sauna’ noch Höchstleistungen ablieferten, unter unakzeptabeln Umständen!

Weniger spektakulär und dennoch mindestens so eindrücklich war ein Termin außerhalb der Wettkampfhalle. Volleyball hat in Serbien, neben Basketball, einen sehr hohen Stellenwert und (nationale) Volleyballspieler sind dort bekannte Persönlichkeiten und für viele Kinder und Jugendliche Vorbilder. Zusammen mit dem serbischen Team wurde eine kleine Delegation von uns somit gebeten an einem Nachmittag ein Heim für Waisen und Kinder mit geistigen und körperlichen Behinderungen zu besuchen und damit etwas Freude und Hilfe zu bringen. Dieser Bitte kamen wir sehr gerne nach und erleben so einige sehr eindrückliche Momente. Obwohl wir uns aufgrund der Sprachdifferenzen nicht mit den Kindern unterhalten konnten, war es toll zu erleben, wie sich die Kinder über unseren Besuch freuten. Einen Ball oder ein Trikot von einer Nationalspielerin persönlich überreicht zu bekommen, löste bei den Kindern große Glücksgefühle aus. Uns wurde bei diesem Besuch noch mal ganz klar, dass auch wenn Volleyball in Deutschland längst nicht so im Fokus steht wie andere Sportarten, so haben auch wir eine Aufgabe und Verantwortung – auch außerhalb unsers Sports. Ob man dem nun in Deutschland oder in anderen Ländern (wo Volleyball vielleicht noch einen viel höheren Stellenwert genießt) nachkommt, ist dabei nicht wichtig. Entscheidend ist viel mehr zu realisieren, dass es viele Menschen gibt, denen es längst nicht so gut geht wie uns. Und man kann – auch mit wenig Aufwand – hier ‚helfen’. Wenn ich jetzt an die strahlenden Kindergesichter in Subotica denke, ‚nur’ weil sich einige bekannte Volleyballspielerinnen etwas Zeit genommen haben sie zu besuchen, relativiert sich – nicht nur für unsere Sportart – sehr viel.

Hallo zusammen,

so langsam werden die Reihen gelichtet.  Jurado, einst für, ich will die Summe garnicht mehr wissen, aus Madrid geholt, bleibt jetzt endgültig „Russe“.    Nachdem er in der letzten Saison noch ausgeliehen war, hat Spartak Moskau ihn nun endgültig unter Vertrag genommen.    Wie heißt es doch immer so schön: über die Ablösemodalitäten vereinbarten beide Vereine Stillschweigen.    Heißt ja wohl nichts anderes, als das wenn da die Summen auf den Tisch kämen,  eine Seite gelyncht würde.     Ich werfe mal in die Runde, das der damalige 14 Mio € !!! Einkauf für 0,8 Mio’s plus First-Class One-Way-Ticket seinen Spind in Gelsenkirchen endgültig räumen durfte.   Frei nach dem Motto, blos weg, wenn auch mit Schaden.           Die vorzeitige Vertragsverlängerung von U21 Nationalspieler Kolasinac bis 2017 ist dagegen genau das richtige Zeichen für die nächsten Schritte in die königsblaue Zukunft.                  Jetzt müsste Horst Held noch über seinen Schatten springen, und seinen bisher größten, für mich noch immer nicht nachvollziehbaren  Fehleinkauf Obas(el)i loswerden.      Von mir aus kann er denn auch verschenken, nur runter von der Gehaltsliste.    Hauptsache der zieht das königsblaue Trikot nicht mehr an.                                     Da wird auch in der Liga schon einiges durcheinandergeschüttelt.    Wenn die neue Saison läuft, und man hört den ein oder anderen Namen, und wundert sich, das er jetzt ein anderes Trikot anhat, dann hat man wieder nur die Hälfte von den Wechselspielchen mitbekommen.                Bei einem Transfer, wenn er denn zustande kommen sollte, bin ich zwiegespalten.         Einerseits bin ich froh, das dieser gegelte Halbspanier endlich aus den Stadien verschwunden ist, andererseits, fehlt mir dann doch einer, der meinen Blutdruck ab und an zum kochen bringt.      Mario Gomez nach Florenz, von mir aus.    Gibt ja noch genug andere über die ich mich in der kommenden Saison wieder so herrlich aufregen kann.      Ich hoffe aber, das die über die ich mich freuen kann, deutlich in der Mehrzahl seien werden.

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

es war ja fast nicht anders zu erwarten, was den „Fall“ Goretzka betrifft.   Es ist und bleibt überall eine Frage des Geldes.  Da werden dann die Klauseln noch einmal richtig gelesen, der eine droht mit Klage da, der andere beruft sich auf das, und als man dann alle Lesebrillen aus den Schubladen hervorgekramt hat, und auch noch das letzte Kleingedruckte mit der Lupe gefunden hat, da kann man sich wieder annähern.     Und wenn jetzt noch die Kohle stimmt, die die einen haben wollen, und die die anderen zahlen sollen, dann geht der Deal in Hyperlichtgeschwindigkeit über die Bühne, und es ist Ruhe.        Das war aber garantiert noch nicht die letzte Baustelle auf dem Berger Feld.     Irgendwie habe ich das Gefühl, da passiert noch was, ich weiß nur noch nicht was.               Beim Konfed-Cup konzentriere ich mich auf das sportliche.   Das geben zwei tolle Halbfinals.      Brasilien gegen einen ihrer „Erzfeinde“ Uruguay, und dann die Südeuropäer mit Welt- und Europameister Spanien gegen Italien.       Da wird wieder reingeschaut.     Genau wie am Sonntag, Finale um 24.00Uhr.  Wieder eine Trainingseinheit für das kommende Jahr.            Aber dann läuft die Schützenfestwoche.  Piep-Piep-Piep, der Teilnehmer ist vorrübergehend nicht zu erreichen ;the person you have callt is…

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Hallo zusammen,

na endlich hat es mal geklappt, und es wurde auch Zeit!     Der FC Schalke 04 startet mit einem Heimspiel in die neue Bundesligasaison 2013/14.      Was gleichzeitig bedeutet, das am 34. Spieltag der S04 die Saison auch zu Hause beendet.     Gegner zum Auftakt, der Hamburger SV, ist noch in guter Erinnerung, wurden die Hamburger doch mit einem 4-1 vor nicht allzulanger Zeit zurück an die Elbe geschickt.     So ein Ergebnis als Start in eine Saison, von der noch niemand, auch die Bayern und unsere Nachbarn von der B1 nicht, weiß was sie bringen wird.      Lange genug ist das Transferfenster noch geöffnet, um Verschiebungen innerhalb der einzelnen Teams zu vollziehen.             Beim S04 zeichnet für mich immer mehr ab, das Kyriakos Papadopoulos die Königsblauen für eine hohe Summe (22,5 Mio € angeblich) den Verein verlassen wird.                Denn so blauäugig, bei allem was auf dem Berger Feld auch in den letzten Jahrzehnten passiert ist,  jetzt schon auf eine Teilnahme an der Champions League im kommenden Jahr zu spekulieren, und wieder einmal noch nicht vorhandenes Geld auszugeben, wird man beim S04 nicht sein.                   Anders sind die Transfers von Goretzka, wenn überhaupt, Felipe Santana, Christian Clemens und aktuell im Gespräch Adam Szalai von Mainz 05 für schlappe 8 Mio €.      Das läppert sich.      Wenn man dann noch die Ladenhüter, wie z.B. einen Herrn Jurado los wird, wäre der zu mindest schon mal von der Gehaltsliste runter, und es könnte funktionieren.          Könnte, hätte, müsste. Tausendmal gehört, lassen wir es.           Wir wissen auf jeden Fall, wohin wir wir am 9. oder 10. August fahren.   Nämlich über die A2 Richtung Gelsenkirchen, Abfahrt Buer und dann 5mal rechts und geradeaus Richtung Arena.           Am 10. Spieltag genauso.   Da findet DAS Derby statt!        Und in Fachkreisen heißt es dann wieder:  Herne-West empfängt Lüdenscheid-Nord, Glück Auf!

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Herausfordernde Tage waren das: Zunächst stattete uns der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), Thomas Krohne, im Traininglager einen Besuch ab. Toll zu hören, wie der Präsident die vorbehaltlose Unterstützung des Verbandes vermittelt hat.

Es folgte ein Pressetag, in dessen Rahmen unter anderem die Fotoshootings für Poster und Autogrammkarten sowie ein Videodreh durchgeführt wurde. So stand das komplette Team einen Tag lang im Scheinwerferlicht und strahlte mit Spikerella, dem offiziellen EM-Maskottchen, um die Wette.

Am nächsten Tag ging es dann für einen Teil der Mannschaft nach Belgien zur ersten Runde der European League (EL) – inklusive der üblichen Herausforderungen, die eine Flugreise für ein großes Team mit sich bringt. Flugreisende kennen das: Ein „normaler“ Passagier darf in der Regel ein großes Gepäckstück mit einem Maximalgewicht von ca. 23 Kilogramm mitführen. Wer indes mit einer Sportmannschaft unterwegs ist, folgt anderen Regeln. Natürlich hat jedes Teammitglied seine eigene Reisetasche dabei, dazu kommen aber auch 20 Bälle, zwei Ballwagen, eine Massageliege, eine große Kiste mit medizinischem Material, eine Kiste mit Technik für die Spielanalyse und viele weitere Kleinigkeiten: In der Summe noch einmal bis zu vier große Reisetaschen zusätzlich. Macht 26 Gepäckstücke, die Airlines erlauben aber nur 16 (ein Gepäckstück pro Passagier). In dieser Situation kommt es immer zum „Argumentationsaustausch“ zwischen dem Schalterpersonal, deren Vorgesetzten, noch mal deren Chefs – und mir. Dann prallen Richtlinien, Nachzahlungswünsche bis zu 1000 Euro pro Flug und meine Argumente aufeinander. Und irgendwann folgt ein Ergebnis! Zum Glück leuchten den meisten Fluggesellschaften die Argumente irgendwann ein, dass eine Nationalmannschaft nicht die Gepäckregelungen eines normalen Passagiers erfüllen kann…

Beim Boarding checke ich dann fast immer als Letzter ein. Einfach, um sicher zu gehen, dass auch alle Teammitglieder eingestiegen sind. So auch jüngst in Berlin-Tegel. Der Flieger sollte bald starten, aber zwei Spielerinnen waren noch auf dem Weg zu Gate, da ertönte auch schon die Lautsprecherdurchsage: „Die Passagiere Brandt, Dürr, Oettinger und Willnat werden gebeten, sich umgehend an Gate 1110 einzufinden. Der Flug nach Brüssel startet in wenigen Minuten.“ Natürlich: Die Namen Brandt und Dürr sagten mir was, aber dass wir eine Spielerin Oettinger im Kader haben, war mir neu. In diesem Moment erschienen unsere Spielerinnen Anja Brandt und Lenka Dürr auch schon am Gate – und weiter entfernt sah ich Günther Oettinger (ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg und derzeitiger EU-Kommissar für Energie) ebenfalls zum Gate eilen.

Die weitere Reise nach Brüssel und der anschließende Transfer nach Löwen erfolgten problemlos, im Gegensatz zum Turnier selbst. Unterm Strich standen nach drei Spielen ein 3:0-Sieg (gegen Israel) und zwei 2:3-Niederlagen (gegen Gastgeber Belgien und Serbien) zu Buche. Nicht unbedingt die Bilanz nach der ersten Runde, die wir uns gewünscht hatten, aber man sieht deutlich, dass gerade Belgien und Serbien schon viel länger im Training sind als wir. In einer Sportart, in der Abstimmung im Teamplay eine immens hohe Bedeutung hat, macht das sehr viel aus. Wir sind uns gleichwohl sicher, dass es von Woche zu Woche des gemeinsamen Trainings und der Matches immer ‚runder’ laufen wird und dann auch die Ergebnisse entsprechend besser werden.

Bei all‘ unseren Reisen quer durch die Welt haben wir leider nur selten die Möglichkeit, den Austragungsort des Turniers besser kennen zu lernen. Eigentlich befinden wir uns in der Zeit vor Ort nur im Hotel, der Spielhalle oder im Bus. Turnierkalender oder Standort des Teamhotels lassen es einfach nicht zu, die Örtlichkeiten näher zu erkunden. Beim Turnier in Löwen hatten wir aber Glück und konnten kurz vor Abreise noch einmal die Innenstadt anschauen – was sich wirklich lohnt. Das Zentrum der Universitätsstadt hat mit seinen kleinen Straßen und Plätzen, einer Unmenge an Bars, Cafes und Restaurants in Häusern der flämischen Baukunst, der imposanten ‚Sint Pieterskirche’, dem gotischen Rathaus aus dem 15. Jahrhundert oder dem großen Turm der Universität, der mit seinem Glockenspiel unter anderem „Yesterday“ von den Beatles zum Besten gibt, sehr viel zu bieten. Wer dann noch das Glück hat, dass der orange-rot-gelb-blaue Abendhimmel einen unfassbaren Hintergrund für diese Kulisse zaubert, darf froh sein, dass es noch ein Leben jenseits von Teamhotel und Sporthalle gibt.

Hallo zusammen,

es ist ja in der Bundesliga Sommerpause, aber von einem Sommerloch in Sachen Fußball kann man nun wahrlich nicht sprechen.   Im Land von Samba und weltberümten Karneval läuft der Konfederations-Cup als Testlauf für die im kommenden Jahr unter dem Zuckerhut stattfindende Fußball-WM.      Ausgelassene Stimmung wohl in den neunzig Minuten in den Stadien, davor viele Demos gegen, ich sage mal so, viele Macher dieser Veranstaltungen und was sonst noch dazu gehört.      Keine Spur von Sambatrommeln.     Hat uns noch das Vuvuzelagetröte 2010 in Südafrika genervt, sind hier die berühmten Rhytmen do Brasil nicht zu hören.             Spät wird für uns Europäer auch angepfiffen, aber das wussten wir ja vorher, und können ja unseren Testlauf auch schon mal starten.     Meiner ist gestern, bzw. heute nur teilweise geglückt.    Das 3-3 der Japaner in einem guten Spiel bekam ich ja noch mit, das Endergebnis allerdings erst heute aus der Zeitung.    Irgendwie fehlten mir ein paar Minuten.     Das muß noch geübt werden.    Vor allem für die 3.00Uhr Partie im kommenden Jahr.                      Nervig und für den gemeinen Fan nicht nachzuvollziehen was sich da zwischen dem S04 und dem VfL Bochum abspielt wenn es um den jungen Leon Goretzka, noch in Diensten des  Zweiligisten VfL Bochum geht.      Er hat noch einen Vertrag an der Castroper Straße, aber wie nun schon oft genug zu lesen und hören war, einen mit einer Ausstiegsklausel, bei der er für ein Ablöse von 2,8 Mio € den Verein Wechseln darf.      Ich glaube man nennt es auch freie Berufswahl oder so ähnlich.   War da nicht irgendwas mit einem gewissen Herrn Bosman?        Wenn dies alles so stimmt, dann verstehe ich die Bochumer nicht, das sie sich so quer stellen.  Natürlich ist es ein Talent, man sagt glaube ich auch Rohdiamant, das man nicht ziehen lassen will.     Aber so ein Diamant muß geschliffen werden, damit er zu Glanz erstrahlt, funkelt und richtig wertvoll wird.                   Und genau das kann sich Goretzka beim S04, eine Klasse höher, gut vorstellen.                       Es ist mittlerweile im Profigeschäft schon schlimm genug, das  18jährige Fußballer mit zwei Beratern in den Geschäftsstellen der Klubs oder an „geheimen“ Plätzen auftauchen, um einen dicken Vertrag auszuhandeln.     Die Berater handeln da ja nur selbstlos zum Wohle ihres Schützlings, aber wenn ein junger Spieler wie Leon Goretzka seinen aktuellen Verein verklagen und vor das Arbeitsgericht zerren will, dann ist das für mich eine Nummer zu hoch, und nicht mehr nachvollziehbar.    Das wirft kein gutes Licht auf den Lieblingssport der Deutschen, und es wird zu einem Skandal, wenn die Darstellungen des S04 und von Goretzka widerlegt werden.   Ja dann gute Nacht.           Ich kann diesem jungern Spieler, egal wie das Hick-Hack auch ausgeht, nur wünschen, das er den Spaß am Fußball nicht verliert, und seine Ziel weiterhin ergeizig anstrebt.      Es wäre schade wenn ein hoffnungsvolles Talent in den Mühlen der Eitel- und Gerichtsbarkeit zermalmt würde.

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.

An der Realschule waren Klassenfahrten nicht meins. Ich war bei einer dabei, auf der wir knapp eine Woche auf einem Bauernhof nächtigten und keinen „Ausgang“ hatten. Wir durften nicht in den umliegenden Wäldern spielen, nicht auf die Felder und nicht im sehr großen Heuboden spielen. Der „Pool“ war dreckig und hatte seit Jahren kein Wasser gesehen. Alles in allem eine wirklich sehr enttäuschende Klassenfahrt.

Seitdem mied ich die Klassenfahrten, war entweder krank oder hatte einfach keine Lust. Als Herr Schwarz, unser Englischlehrer, ankündigte er wolle mit uns nach Bristol fahren, wurde ich hellhörig. Im Vorfeld gab es zwar einige Diskussionen um das Kulturprogramm, da es immer noch eine Schulklassenfahrt war und wir nicht nur Party machen konnten, sondern auch etwas lernen mussten. Manche Leute fanden, dass das Programm zu zeitintensiv sei oder der Fokus nicht richtig auf die Interessen zugeschnitten war. Aber es war nicht so schlimm, wie so mancher, inklusive mir, es prophezeite. Es war im Endeffekt sogar sehr interessant und abwechslungsreich.

Die knapp 15 Stunden dauernde Hinfahrt wurde allerdings leider von ein paar betrunkenen Mitschülern so gestört, dass niemand Ruhe fand und schlafen konnte. Der „kulturelle Stopp“ in Stonehenge war somit auch nicht zu genießen. Doch das Ganze wurde wieder wettgemacht durch ein paar sehr schöne Tage in Bristol.

Das Wetter war voll auf unserer Seite, da es durchgehend sonnig und über 20 Grad warm war. Nachdem unsere kleine Truppe, allen voran Jonas und ich, die Stadt weitgehend zu Fuß erkundete und die ganzen interessanten, schönen und lohnenswerten Orte fand, war mir wieder einmal bewusst, warum ich das Abitur eigentlich mache. Bristol ist eine Studentenstadt, mit zwei sehr schönen und guten Universitäten und etwa 430 000 Einwohnern. Eine Stadt mit vielen tollen Orten und viel Leben. Der Einfluss der multikulturellen Einwohner ist überall zu sehen, sei es an den vielen verschiedenen Restaurants, Fressbuden, Lokalen oder einfach nur an den Menschen die überall in den Parks sind und bei sonnigem Wetter grillen, spielen, tanzen oder einfach nur ein Bier genießen. Und in so einer Stadt möchte ich studieren und leben. Das Abitur wird mir das ermöglichen, und dann kann ich mehr als nur vier Tage in so einem Schmelztiegel verbringen.

Das Schuljahr ist bald vorbei, und der Ausflug hat mich für das nächste echt motiviert. Auch dachte ich immer, dass ich fast alle meine Mitschüler kenne, doch wurde ich sehr überrascht auf der Klassenfahrt. Ein paar Leute, die sonst immer ruhiger und unscheinbar waren, habe ich in der Zeit wirklich sehr ins Herz geschlossen. Mir war nie bewusst, wie witzig und toll ein paar meiner Klassenkameraden sind. Allen vorran Raphael und Kai, welche sonst immer etwas ruhiger im Unterricht sind.

Leider stellte ich auch ein paar negative Seiten an Mitschülern fest, von denen ich vorher eine hohe Meinung hatte. Herr Schwarz lebte in der Zeit richtig auf, man merkte ihm an, wie gerne er in England ist und wie sehr er das Land und die Leute mag. Die Meinung, die wir alle über Frau Pauli, unsere Lateinlehrerin, hatten, wurde nur bestätigt. Sie war für jeden Spaß zu haben, spielte bis spät in die Nacht mit Schülern ein paar Gesellschaftsspiele und machte bei Streichen mit.

Zum Zeitpunkt der Reise war noch unklar, ob und wie die Leute aus dem Abijahrgang die Prüfungen bestanden oder noch nachholen mussten, aber das merkte man ihnen nicht an. Ikram, Anne, Marina und Stefan waren im Urlaub und dachten nicht viel an die Schule. Das zeigt, wie erholsam es für sie war.

Bald stehen die Ergebnisse fest und dann werde ich allen gratulieren können. Der Termin für die Abifete steht auch bald fest, und zu feiern gibt es garantiert genug.

Hallo zusammen,

ja, ja, ich bin noch da, und nicht nur die Temperaturen steigen, sondern das Schützenfieber auch.   Gestern war wieder Besprechung für unser Dorfabendprogramm als Auftakt für das Schützenfest, das vom 5.-7. Juli in und an der Bürgerhalle gefeiert wird.       Heiß scheint auch der Poker um das Bochumer Nachwuchstalent zu sein.    Alle, bis auf den VfL sind sich wqohl einig, aber der Zweitligist zickt noch ganz schön ‚rum.     Das kann noch dauern, aber spätestens wenn sich finaziell zu Gunsten der Bochumer tut, dann könnte es klappen.       Ob es heute Abend in der Arena für die U19 mit dem erneuten Einzug in das Finale um die Deutsche Meisterschaft klappt, ist auch eine heiße Angelegenheit.     Ein 0-2 aus dem Hinspiel muss wettgemacht werden.     Dazu muss in erster Linie der Schalker Keeper aber einen guten Tag erwischen.     Mit der Leistung vom Hinspiel, können die Titelträume schnell ad acta gelegt werden.               Bei den anderen Neuzugängen ist zumindest jetzt der „Fall“ Clemens vom 1.FC Köln abgehakt.           Was dann noch so im Gespräch ist, wird hoffentlich nicht nur heiße Luft, denn davon bekommen wir in den nächsten beiden Tagen wohl mehr als genug.

 

Tschüß, bis die Tage

R.A.

Wie lange ist es her, dass ich in meinen Beitrag zum „Sauerkraut-Kurier“, der Zeitschrift, in der wir Pax Christi-Freiwilligen unsere Rundbriefe bündeln, geschrieben habe, dass ich fürchte, zu wenig zum Reisen zu kommen? Sechs Wochen? Fünf?

Jedenfalls hat sich dieses Gefühl inzwischen verflüchtigt. Zwar weiß ich, dass ich mir langsam überlegen muss, wann ich nach Białowieża fahre, wenn ich noch im Nationalpark wandern möchte, doch liegt ein ereignisreicher Monat hinter mir. Ein Monat, in dem ich doch recht viel herumgekommen bin.

 

Auf Richtung Meer

Angefangen hat meine kleine Reisesträhne mit den Maifeiertagen. Eigentlich hätte ich bei Veranstaltungen im Freilichtmuseum helfen sollen, doch als ich am 31. April erfuhr, dass doch niemand meine Arbeitskraft brauchte, entschloss ich mich spontan, mich meiner Mitfreiwilligen Elisa anzuschließen. Sie hatte bereits einige Zeit zuvor geplant, mit einer Bekannten von uns nach Danzig zu fahren. Unsere Bekannte wollte dort einen Freund abholen. Elisa hatte vor, einige Tage länger zu bleiben und bei einem Freiwilligen zu übernachten, den sie auf einem Seminar kennen gelernt hatte.

Da dessen Mitbewohner außer Haus waren, war es kein Problem auch mich über das Wochenende unterzubringen. Sogar unsere Bekannte und ihr Freund blieben einen Tag länger als geplant.

Es lohnt sich meines Erachtens wirklich, die Innenstadt Danzigs zu besichtigen, sich vielleicht einfach einen Nachmittag lang mit der Menge treiben zu lassen. So viele schöne Gebäude, so viele nette Restaurants! 

Auch in den Genuss einiger Museumsbesuche kam ich. Außerdem haben wir einen Abend in Sopot verbracht. Der Ort liegt direkt neben Danzig und Gdynia und bildet mit ihnen die „Dreistadt“. Sopot ist ein typisches Ostseebad, wie man es auch in Deutschland finden kann: Mit einer in Weiß gehaltenen Promenade und einem schicken Hotel, das über dem Strand thront. Schade eigentlich, dass wir uns nicht länger dort aufgehalten haben.

Waffeln am Strand sollen besonders lecker sein.

Unser Gastgeber ist für die Lage seiner Wohnung allerdings auch zu beneiden. Bloß fünf Minuten zu Fuß bis zum Strand – den Luxus hat nicht jeder.

Wo es Sterne regnete

Gleich im Anschluss an unsere Reise nach Danzig hatten Hannah und ich ein Seminar in Pułtusk. Ich kann wohl kaum voraussetzen, dass jeder, der diese Zeilen liest, weiß, dass es sich dabei um eine Kleinstadt in der Nähe von Warschau handelt. Selbst viele Polen, mit denen wir über unser Zwischenauswertungsseminar gesprochen haben, reagierten erstaunt. Dabei spielt Pułtusk durchaus eine historische Rolle. Zwei Schlachten fanden dort statt, die zweite während der napoleonischen Kriege. Napoleon selbst hielt sich wohl einige Zeit in der Stadt auf.

Eine der ersten Aufgaben unseres Seminars war es, im Rahmen einer Ralley solche Informationen über unseren Aufenthaltsort zusammenzutragen. Wieder einmal war ich fasziniert von der Freundlichkeit und Offenheit, mit der die Menschen auf unsere in gebrochenem Polnisch vorgebrachten Fragen reagierten. Die Direktorin des Stadtmuseums lud uns sogar in ihr Büro, wo sie uns über den Ursprung des Namens der Stadt (leitet sich von den Flüssen ab, zwischen denen Pułtusk liegt) und ihre Geschichte aufklärte. Was ich besonders faszinierend fand: In den Sechzigern ging ein gewaltiger Meteoritenschauer über der Region nieder. Mit viel Glück kann man immer noch Gesteinsbrocken finden.

Voller Elan kam besagte Direktorin auf dieses und jenes Ereignis zu sprechen, trug ihrer Mitarbeiterin auf, uns einen halben Reiseführer zu kopieren. Wir könnten gerne an einem der folgenden Tage das Museum besichtigen, um uns näher mit dem Thema auseinanderzusetzen! Und wie groß erst ihre Freude, als sie erfuhr, dass ein Mädchen unserer Gruppe Argentinierin war. Unter Umarmungen und mit Tränen in den Augen verabschiedete sie sich von der Landesgenossin des neuen Papstes.

Pułtusk kann übrigens auch mit einer Burg aufwarten, was in Polen allerdings keine Seltenheit ist. In der Burg wurden uns unsere vielen üppigen Mahlzeiten serviert und es stand uns die Bibliothek zur Verfügung, während sich unsere Zimmer in Gebäuden vor der Burg befanden. Zum Glück war das Wetter herrlich, sodass wir den Großteil des Programms im Schlosspark direkt am Wasser absolvieren konnten.

Anlegestelle am Schlosspark

Die Themen des Seminars waren recht interessant, obwohl sie mir aus früheren Seminaren bekannt vorkamen. Was mir hingegen besonders gut gefiel, war, dass wir unsere Freizeit überwiegend in der Gruppe verbrachten und ich mit den anderen Seminarteilnehmern (die eh alle super waren) ins Gespräch kam. Schließlich gab es nicht so viele verschiedenen Möglichkeiten, den Abend zu gestalten. So saßen wir meist im Biergarten oder auf einer Veranda am Fluss, wo wir den Mücken trotzten.

Tagsüber hatten wir sogar an zwei Tagen die Gelegenheit, Paddel- und Tretboote auszuleihen.

Insgesamt eine sehr schöne Woche.

Auf dem Wasser

 

Seen, Geister und Studenten

Endlich habe ich zudem einen Eindruck von der masurischen Seenplatte erhalten, als ich Pfingsten mit meinen Eltern einen Ausflug nach Mikołajki machte. Dass das ganze Wasser und die Wälder ihren Reiz haben, sei dadurch bestätigt, dass meine Eltern und mein Bruder nun für die Sommerferien eine Wohnung in der Nähe von Mikołajki gemietet haben.

Am selben Wochenende war die Museumsnacht, die im Skansen dieses Jahr unter dem „Schauergeschichten und alte Legenden aus der Region“  stattfand. In Gruppen wurden die Besucher durch das Museum geführt, wo ihnen an verschiedenen Sagen szenisch dargestellt wurden. Ich glaube, alle, die daran beteiligt waren, hatten ihren Spaß – ich auf jeden Fall! Durfte ich doch als Geist zwischen den Bäumen vor der Kirche entlang laufen. Eigentlich hätte ich ja erwartet, dass die Besucher brav den ebenfalls verkleideten Museumsführern lauschen, sich die verschiedenen Stationen anschauen und dann weiter gehen würden. Doch schnell fingen sie an, zu versuchen, mir irgendeine Reaktion zu entlocken, sich mit mir zu fotografieren und mich anzufassen. Dass in Olsztynek am selben Abend ein Festival stattfand, machte sich mit steigendem Alkoholpegel der Gäste immer stärker bemerkbar.

Lustig war es trotzdem. Und ich freute mich in der folgenden Woche über positive Rückmeldungen wie von einer der Mitarbeiterinnen, die erzählte, ihre Tochter habe mich für einen echten Geist gehalten. Schöne Bilder findet man hier:  http://www.muzeumolsztynek.com.pl/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=30:nocne-we-wsi-straszenie-2013-zdjecia&Itemid=143

Auf dieses bemerkenswerte Wochenende folgte gleich das nächste Event: Die „Kortowiada“, das jährlich stattfindende viertägige Studentenfestival. Am Donnerstag wurde es mit einem Umzug durch die Stadt eröffnet, bis Sonntag fanden im Studentenviertel Kortowo, das dem Fest seinen Namen gibt, Spiele und Konzerte statt. So habe ich unter anderem die polnischen Bands „Happysad“, „Kult“, „Vavamuffin“ und „Coma“  live gesehen.

 

Sto lat!

Daraufhin der Höhepunkt des Jahres im Skansen: Die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Museums. Diverse Gäste, hauptsächlich Gesandte anderer Freilichtmuseen, reisten an um der Veranstaltung beizuwohnen. Unter ihnen auch Estinnen, eine Russin und ein deutscher Historiker. Hans Michael, Mitglied bei Pax Christi, kam ebenfalls.

Den Auftakt bildeten am 5.6. festliche Reden, die Präsentation einer neuen Dokumentation über die Geschichte des Skansens, Präsente der Gäste ans Museum, Essen, die Eröffnung einer neuen Ausstellung, und schließlich noch mehr Essen, begleitet von masurischem Honigwein und Wodka und Tanz. „Wie auf einer polnischen Hochzeit.“, meinten einige.

Am 6.6. ging es weiter mit einer Konferenz zum Thema „Zwischen Tradition und Popkultur“ (oder so ähnlich).  Die Referenten beschäftigten sich größtenteils mit der Frage, wie man auch Jüngere vermehrt ins Museum locken könnte.

Nach einem kurzen Orgelkonzert am Abend wurde gegrillt. Getränke gab es wieder in Hülle und Fülle –   auch Alkoholika für jeden Geschmack. Wurde eine lustige Feier.

Die Meisten der Teilnehmer schafften es trotzdem, sich am nächsten Morgen früh aus dem Bett zu quälen, um die Rundfahrt durch das Ermland nicht zu verpassen. Hannah und ich durften ebenfalls mitfahren. An praktisch allen Sehenswürdigkeiten, die auf dem Programm standen, hatten wir schon beim Ausflug während des ersten Borussia-Seminars haltgemacht. Da besagtes Seminar allerdings schon eine Weile her ist, das Wetter diesmal um einiges schöner war und wir Führungen auf Polnisch erhielten, war die Fahrt für mich allerdings wieder ein gänzlich neues Erlebnis.

Hinzu kommt, dass wir mit dem Skansen weniger Denkmälern besuchten, dafür aber eine Führung durch das gesamte Schloss in Lidzbark Warmiński  erhielten. Einschließlich durch den Teil, in dem sich inzwischen ein Hotel befindet.

Besonders faszinierend fand ich die Ausstellung über Kunst des 19. Und 20. Jahrhundert in den oberen Stockwerken der Burg. Leider hatte ich keine Gelegenheit, eines der Bilder mitgehen zu lassen, obwohl ich mich auch gerne gleich an mehreren vergriffen hätte. Die Museumsaufseher waren einfach zu pflichtbewusst. Tja, da kann man wohl nichts machen.

Die Führung an sich hat mir ebenfalls Spaß bereitet. Von Monika hatte ich den Auftrag erhalten, Fotos von der Gruppe zu schießen. Ich musste feststellen, dass es gar nicht mal so einfach ist, annähernd gute Bilder zu machen, zu versuchen, etwas von den Erklärungen der Historikerin zu verstehen, einen Teil davon für Hans Michael zu übersetzen und sich gleichzeitig noch selbst das Gebäude anzuschauen. Ich zumindest war damit gut beschäftigt.

Falls also jemand mal in die Masuren kommen sollte und überlegt, einen Abstecher nach Lidzbark Warmiński zu machen, würde ich nicht abraten. Die Burg ist wirklich schön. Natürlich können Sie auch gleich eine Suite im Burghotel mieten, komplett mit Küchenzeile, Wohnzimmer und in den Boden eingelassener Badewanne. Das kostet dann aber auch umgerechnet 200 Euro die Nacht.

http://www.muzeumolsztynek.com.pl/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=31:100-lecie-muzeum-budownictwa-ludowego-w-olsztynku&Itemid=143

 

Oświęcim

Von einer letzten kleinen Reise will ich noch berichten: Zwei zusätzliche freie Tage zu Fronleichnam nutzte ich, um Laura in Oświęcim (Auschwitz) zu besuchen. Sie ist ebenfalls eine Pax Christi-Freiwillige und arbeitet im Zentrum für Dialog und Gebet, wo sie unter anderem Besuchergruppen betreut und Stadtführungen gibt. Ich musste feststellen, dass sie weit mehr zu arbeiten scheint als wir hier in Olsztyn und auch wichtiger für ihre Einsatzstelle ist. Auch am Freitag und Samstag hatte sie zu tun, und so konnte ich einen kleinen Einblick in ihre Tätigkeitsfelder erhalten. Ich habe nicht nur an einer ihrer Stadtrundgänge teilgenommen, sondern durfte außerdem mit ihr eine Schülergruppe ins Stammlager begleiten sowie bei einem Zeitzeugengespräch dabei sein.

Das ehemalige Lager hatte ich ja bereits mit den anderen Freiwilligen während unseres Sprachkurses in Krakau besichtigt, deshalb war ich auf das meiste schon vorbereitet. Den Ort ein zweites Mal zu sehen, nimmt ihm aber nicht seinen Schrecken und seine beklemmende Atmosphäre. Ich hoffe, das dies auch kein dritter, kein vierter Besuch zu tun vermögen.

Erst gegen halb neun endete am Freitag Lauras Arbeitsschicht. Danach wurde es aber noch vergnüglich: Wir waren bei einer Bekannten von ihr eingeladen, die vor kurzem ein kleines Hostel eröffnet hat. Sie war selbst mal für drei Monate als Freiwillige in Sri Lanka und hatte landestypische Speisen gekocht: Linsen-Dhal, Curry, knuspriges Brot, Obstsalat mit Zwiebeln, Gurken und Tomaten, dazu Reis. Und europäischen Nudelsalat.

Es war einfach köstlich. Wie die meisten der anderen Gäste taten wir es unserer Gastgeberin nach und verspeisten genussvoll alles ohne Besteck, nur Mithilfe unserer Hände.

An meinem zweiten Abend in Oświęcim haben Laura und ich dann selbst gekocht. Es war schön, mal wieder gemeinsam Oliven zu zerquetschen und Tomaten über dem Feuer zu schwenken – und es sich später mit eine französischen Film gemütlich zu machen.

 

Neue Projekte

So viel zu meiner Freizeit – doch was geht auf der Arbeit vor, jetzt, nach den Feierlichkeiten? Hannah und ich haben am Donnerstag und Freitag endlich unseren Projekt-Antrag geschrieben, den wir bei Borussia einreichen müssen. Gemeinsam werden wir einen Museumsführer für Blinde in Braille drucken lassen – zumindest einen Geländeplan des Skansens und Informationskarten zu den verschiedenen Ausstellungsobjekten ergänzt durch Fotos, die sich durch ihre Struktur vom Papier abheben.

Allerdings sind die Texte schon fertig. Uns bleibt zu tun, die Bilder auszuwählen und uns mit der Druckerei in Kontakt zu setzen. Was sprach nochmal gegen meine ursprüngliche Projektidee, einen Architekturworkshop für Kinder zu erarbeiten? Ehrlich gesagt erinnere ich mich nicht wirklich. Dabei ist der Bastelbogen nach dem Vorbild der Kirche, die im Skansen steht, fast fertig. Mein Plan war es, Kinder ihre eigenen Kirchen basteln zu lassen und dabei zu erklären, was typische Elemente masurischer Dorfkirche sind, wo der Altar steht, was die Predella ist, etc.

Egal. Wahrscheinlich kommt mein Bogen noch während eines Stadtfestes in Olsztynek zum Einsatz. Monika meinte, ich dürfe dann meinen eigenen Bastelstand betreuen. Insofern bin ich zufrieden.

Endlich haben Hannah und ich am Donnerstag zudem neue Vogelscheuchen gebastelt, eine Aufgabe, von der schon lange die Rede war. Unsere „Strachy na wróble“ haben zwar nicht so schöne Köpfe wie die alten, sie sind aber trotzdem gut geworden, finde ich.

Wir bauen Vorgelscheuchen

Noch eine Neuigkeit: Vor einer Woche hat das erste Kaltblut sein Fohlen zur Welt gebracht. Das Kleine ist noch etwas wacklig auf den Beinen und erinnert von den Proportionen her etwas an Abbildungen von Vorfahren der heutigen Pferde. Der Fohlen der Koniki Polskie ähnelt mit ihren dunkelnden Köpfen und wachsenden Mähnen derweil immer mehr ihren Eltern.

So, das soll erst mal reichen. Genug geschrieben über die vergangenen Wochen. Falls irgendjemand bis hier unten gelesen hat: Ich hoffe, es war irgendetwas Interessantes dabei und nicht bloß lahme Plauderei aus dem Nähkästchen. Und vielleicht bis zum nächsten Blogeintrag! 😉

Ach, und irgendwie bin ich wohl zu blöd für dieses Programm… Die Bilder hier machen einfach nicht das, was sie sollen!